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Hamburger Abendblatt
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Volksparkstadion

5 markierte Artikel

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Alexander Berthold

Im Volkspark ruhte heute der Ball, dafür engagierten sich die Spieler am Abend in der Westtribüne für den guten Zweck. Für die Stiftung „Der Hamburger Weg“ sammelte die Mannschaft Geschenke für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. …weiterlesen 

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Stefan Walther

Der HSV steht vor richtungweisenden Spielen. Beim Heimspiel gegen Bayern München geht es um viel mehr als nur die Höhe der Niederlage, wie auch Gisdol zu Recht feststellt. Eine andere Aussage des Trainers hingegen irritiert. …weiterlesen 

Dienstag, 6.7.2010

Menkes Sommergeschichte

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Dieter Matz

Was für eine schöne und sommerliche Einrichtung, diese Sommergeschichten. Mein unschätzbarer Vorteil ist ja, dass ich sie alle vorher schon lesen darf. Und ich gebe zu, dass ich so manches Mal schon geschluckt habe, weil ich Ähnliches erlebt habe. Bei der heutigen Geschichte erging es mir wieder einmal so. Vielen Dank, „Menke“, für Deine Geschichte, die ja gleich einige Geschichten sind. Ich wünsche nun allen „Matz-abbern“ viel Spaß beim Lesen. Und am Abend geht es dann sportlich weiter:

Hier kommt nun aber zunächst „Menke“:

Soll ich? Oder soll ich lieber doch nicht? Nein, ich mach et. Nun.

Ich bin seit 1977 HSV-Fan, lag bestimmt an dem Finale im Pokal der Pokalsieger. Kann aber auch daran liegen, dass meine Eltern damals immer mit mir im Urlaub an die Ostsee gefahren sind und mein Vater, während der Durchfahrt durch den Elbtunnel, immer sagte: „Wer als erster die Flutlichtmasten vom HSV sieht, hat gewonnen . . .“ Also auf der Rücksitzbank dem Ende des Tunnel abgewartet und da auf der linken Seite waren sie. Ich habe meistens gewonnen – und ich war seitdem schwarz-weiß-blau. Danke, Papa.

Geschichten zum HSV gibt es viele in meinem bisherigen Leben. Erstes Auto und gleich hoch aus dem beschaulichen Ostwestfalen Richtung Hamburg zum Spiel meines Vereins. In der Schüssel den Allerwertesten abgefroren, aber immer selig dabei zu sein. Gegner wie Schalke, Dortmund, Gladbach (letztes Spiel von Frank Pagelsdorf, ich war beim 3:3 dabei) und noch einige andere Vereine dümpelten mit uns im Mittelmaß herum. Auswärtsspiele, gerade hier im Westen und auf der Bielefelder Alm, gehörten mit dem eigenen Auto zur Pflichtveranstaltung.

Ein Spiel werde ich nie vergessen. Bei gefühlten 45 Grad sitz ich im Wolfsburger Plastikstadion und bejubele eben noch das 1:0 durch Sergej Barbarez, ehe wir (der HSV) plötzlich verlernt haben, wie man Fußball spielt. Ging übrigens 1:5 aus unserer Sicht aus. Oder so . . .

Und dann kam die WM 2006. Natürlich habe ich mich im Vorfeld bei der Fifa um Karten bemüht. Und natürlich habe ich nur Absagen per Mail bekommen. Ich hatte schon einen Absagen-Fifa-Ordner bei Outlook. Eines Morgens, die ersten beiden deutschen Spiele waren schon gespielt, sitz ich halb verschlafen am PC, Kaffee in der Linken, und checke meine Mails. NoReply@FIFA.Com. Tags drauf haben sie im I-Net noch davor gewarnt, es könnte ein Virus dahinter schlummern. Ich sitze stumpf vor dem PC und überlege was ich machen soll. Was ? Ich klicks an: „Sehr geehrter Herr M., herzlichen Glückwunsch, Sie haben an der Verlosung der Eintrittskarten teilgenommen und haben eine Karte für das Spiel 57 gewonnen.“

Ich saß sabbernd vor dem PC. Spiel 57? Wenn man einen Spielplan braucht, hat man natürlich keinen zur Hand. Spiel 57 in Berlin. Kurzer Anruf bei meinem Onkel, morgens um 6 Uhr, der hat sich gefreut. „Gerdchen, Spiel 57? Wer, meinst Du, spielt das Viertelfinale in Berlin?“ Er: „Deutschland gegen Holland oder Argentinien.“ Ich habe aufgelegt und war fünf Minuten ganz ruhig. Dann hab ich hier einen Moonwalk vom Feinsten hingelegt und Rotz und Wasser geheult. So viel Freude . . .

An dem Tag bin ich um 6 Uhr aufgestanden und nach Berlin gegondelt. Am Stadion angekommen, habe ich versucht für Gerdchen, seines Zeichens Bayern-Fan und zu der Zeit in Köln wohnhaft, eine Karte auf dem Schwarzmarkt zu ergattern. Die Preise waren exorbitant, Kategorie drei für 1500,-€ aufwärts, also keine Karte. Sicherheitskontrollen im Stadion: Ich hatte meine HSV-Zaunfahne dabei, aber durfte sie auf Weisung des Ordners nicht über diese dusselige Fifa-Wellen hängen. „Versuchs doch auf der anderen Stadionseite“ Ich sehe von meinem Platz aus noch eine freie Stelle, spurte durchs halbe Stadion und komme wieder zu spät: Auf dem freien Platz hing nun mittlerweile schon eine.

Ich sehe viele HSV-Rauten hängen, darunter auch die von Raute Austria, ein Pinboarder-Kollege aus Österreich. Ich also wieder zurück, der Ordner sieht mich und sagt: „Häng sie doch hierhin. Ich nehme das auf meine Kappe, aber wenn die Fifa was dagegen hat, muss sie runter.“ Sie blieb hängen. Pinboarder dann in der Mitte die heilige Raute – und unten Menke.

Nationalhymnen. Alles steht auf im Block 21. Das ganze Stadion steht. Alles steht und alles singt sie mit. Durchschnaufen, ist ja nur ein Spiel. Verlängerung. Elferschießen. Der ganze Block steht auf, jeder legt seinen Arm auf die Schultern seines Nebenmannes. Jens Lehmann hält, das ganze Stadion ein Tollhaus. Ich drehe mich um. Bei vielen Leuten, die viel älter sind als ich, laufen die Tränen die Wangen herab. Ich schlucke.

Nach Schlusspfiff nur noch eine einzige Party im Block, wir wollen nicht gehen. Lieder erklingen und ich bin live dabei. Der Wahnsinn. Dann sind wir zur Fanmeile. Auch da ging die Party weiter. Gegen 3 Uhr war ich zu Hause, gegen 5 Uhr hab ich meinen Marktstand auf dem Wochenmarkt aufgebaut – ich war nur am Schweben vor Glück.

Ähnlich war es, als die Champions-League-Hymne gegen Arsenal London in der Arena erklang. Du siehst diese vielen Kameras durchs Stadion flitzen, diesen ganzen Hype – und bist wahnsinnig stolz, dass dein HSV endlich im Konzert der Großen dabei ist. Ergebnis ist ja bekannt, wieder mal ein Nackenschlag im Leben eines HSV-Fans, dessen Herz bestimmt eine Rautenform hat.

Herzliche Grüße, Menke

16.39 Uhr

Sonntag, 27.6.2010

Sommergeschichte aus Hessen

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Dieter Matz

Es ist heiß. Endlich. Obwohl es hier bei „Matz ab“ schon den ganzen „Sommer“ heiß her geht – Stichwort Sommergeschichten. Dort wird quasi mit jedem Wort die „heiße Liebe“ zwischen Fan und seinem Verein beschworen und dokumentiert. So auch heute, die Geschichte kommt aus Hessen. Vielen Dank, lieber Tim, ich habe das sehr gerne gelesen, zumal dadurch viele Erinnerungen an die eigene Zeit wach wurden. Ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem sonntäglichen Beitrag:

Lieber Dieter,
nachdem mir die Lektüre der Sommergeschichten der anderen Leser unheimlichen Spaß gemacht hat, will ich auch mit meiner kleinen Geschichte nicht hinter den Berg halten. Ich würde sie mit „Späte Rache“ überschreiben wollen.

Späte Rache

Eine wirkliche Wahl hatte ich nie. Geboren in tiefster schleswig-holsteinischer Provinz fern ab jeglicher bundesligareifer Alternativen, aufgewachsen in einer traditionell dem HSV zugeneigten Familie hatte ich in frühester Jugend die großen Erfolge des Hamburger SV miterlebt. So war für mich von vorn herein klar, dass es für mich nur einen Verein geben kann.

Natürlich gab es aber auch die Ausnahmen bei uns im Ort. Jene Verirrten, die ihr emotionale Heimat bei Vereinen fernab der Heimat suchten. Diese entwickelten aber zumeist erst spät ein Interesse am Fußball und verpassten so die Glanzzeit des HSV, oder waren von zweifelhaftem Charakter und wechselten Ihren Lieblingsverein wie andere die Unterhose. Mit Vereinsliebe hat dies aus meiner Sicht aber ebenso wenig zu tun wie regelmäßige Besuche in der Herbertstraße mit der Ehe.

Ich gebe zu, es gab diese Momente, in denen auch ich versucht war. So ergab es sich, dass mein damaliger bester Kumpel mir offenbarter sei Fan der Grün-Weißen aus Bremen, die Mitte der 80-er Jahre beständig um die Meisterschaft mitspielten und einem das Fansein sehr viel leichter machten, als es mein geliebter HSV zur damaligen Zeit tat – und eigentlich bis heute tut. Ich gestehe, ich habe es versucht. Ich glaube ich war 13 Jahre alt und der Enttäuschungen des HSV Fanseins bereits überdrüssig geworden.

Also beschloss ich von nun an auch für die Bremer zu halten, in der Erwartung, dass dies mein Leben um so vieles einfacher machen würde. Aber es ging nicht. Es stellte sich einfach kein Gefühl ein, mein Herz wollte die Raute einfach nicht mehr loslassen. So lernte ich meine Lektion; einen Lieblingsverein kann man sicht nicht aussuchen, er findet einen, er kommt über einen und lässt einen nicht mehr los.
Mit fortschreitendem Alter intensivierte sich meine Liebe zum HSV weiter. Dies war auch der Tatsache geschuldet, dass ich anfing mir neben der Schule etwas Geld dazu zu verdienen und so in der Lage war, mit einigen gleichgesinnten Freunden regelmäßig zu den Heimspielen ins Volksparkstadion zu gehen.

Von Anfang an war ich von der Atmosphäre im Stadion fasziniert. Die Kurve, der E-Block, das war eine verruchte Mischung aus derben männlichen Sprüchen und Gesängen und einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl, das für einen pubertierenden Halbstarken wie mich wohl sehr anziehend gewesen sein muss. Ich verpasste kaum noch ein Spiel, egal ob im Sommer vor ausverkauftem Haus gegen die Bayern oder im Schneetreiben vor leeren Rängen gegen Dynamo Dresden. Ich liebte es – ich gehörte jetzt dazu.

Um dieses Dazugehörigkeitsgefühl auch optisch zu dokumentieren, wurde schon sehr bald eine preisgünstige Jeansjacke angeschafft. Mittels einer Schere wurde das Ding von den lästigen Ärmeln befreit und sodann fleißig an der Verschönerung des guten Stückes gearbeitet. Bei jedem Stadionbesuch galt fortan der erste Gang den Buden, in denen allerlei Fan-Accessoires feilgeboten wurden. Wieder zu Hause wurde dann meine Mutter eingespannt, um die Aufnäher mit den rebellischen Sprüchen fein säuberlich auf meiner Kutte zu befestigen . . . Sie muss es gehasst haben, aber was tut man nicht alles seinem Sohn zu liebe.

Zum großen Wohlgefallen meiner Eltern hielt diese modische Phase aber nur recht kurze Zeit an. Im zarten Alter von zwanzig Jahren zog es mich dann in die süddeutsche Ferne, die Stadionbesuche im Volkspark wurden weniger und die Kutte versank in den Untiefen des Kleiderschranks in meinem ehemaligen Jugendzimmer. Als nach einigen Jahren die Anfrage meiner Mutter kam, ob sie den peinlichen Stofffetzen entsorgen dürfte, stimmte ich ohne Bedenken zu.

Die Jahre gingen ins Land und neben meiner Liebe zum HSV entwickelte sich eine weitere große Liebe in meinem Leben, die ich im Jahre 2007 zu ehelichen gedachte. Der Tag der Hochzeit kam und alles war bereitet für einen denkwürdigen Tag: Im Anschluss an eine wunderbare und emotionale kirchliche Trauung schloss sich eine sehr stimmungsvolle Feier im festlichen Rahmen an, im Zuge derer es natürlich auch die Brauteltern nicht lassen konnten, einige salbungsvolle Worte beizutragen. Und natürlich können es meine Eltern nicht lassen, meine so eben Angetraute mit der Tatsache zu konfrontieren, dass sie nicht nur nicht die erste große Liebe meines Lebens sei, sondern dass ich auch meiner ersten bis zum heutigen Tage nie entsagt habe.

Mein Glück, dass meine Frau und ich uns mit dieser Ménage à Troi längst arrangiert hatten, auch wenn sie meine Liebe zum HSV als geborene Frankfurterin bis heute nicht so recht teilen mag und für die Eintracht hält. Als meine Mutter dann aber als Beweis für meine erste große Liebe ein ziemlich mitgenommen aussehendes blaues Kleidungsstück aus einer Tasche fingerte und mich aufforderte, es über meine Smokingjacke zu ziehen, wurde mir dann aber doch ziemlich mulmig. Und eins kann ich Euch sagen, von dem wohligen, latent rebellischen Gemeinschaftsgefühl, dass dieses Kleidungsstück mir einst im E-Block vermittelte hatte, war im Kreise meiner Liebsten nichts mehr zu spüren . . .

PS: Vielen Dank nochmals für den tollen Blog, der für mich als HSVer fern der Heimat eine feste tägliche Institution geworden ist. Mich interessieren übrigens vor allem die kleinen, interessanten Geschichten am Rande, die den HSV und seine Akteure so viel menschlicher abbilden, als Wahrscheinlichkeiten oder das neueste Wechselgerücht. Deswegen gerne mehr Geschichten aus dem Nähkästchen!

Viele Grüße aus Frankfurt,

Tim

Viel Spaß beim Spiel Deutschland gegen England. Drückt die Daumen!

13.01 Uhr

Montag, 21.6.2010

Speedmes Sommergeschichte

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Dieter Matz

Der Sommer geht weiter. In Südafrika schüttet es zwar aus Kübeln, aber hier scheint nun (kurz einmal) die Sonne. Und Ihr könnt Euch an einer neuen Sommergeschichte erfreuen. Diesmal kommt sie von „Speedme“, dem ich ganz herzlich dafür danke, denn er hat ein paar pikante ganz private Dinge über sich verraten. Viel Spaß beim Lesen – und los geht es:

Wunder gibt es immer wieder…

Seit meiner frühesten Kindheit bin ich (Jahrgang ’67) HSV-Fan. Wie es dazu kam, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Meine Familie hatte jedenfalls keinen Drang zum Fußball.
So ging die Zeit ins Land, und ich wurde als Jugendlicher immer interessierter am HSV. Wie sind die Spiele ausgegangen, welche Spieler gibt es beim HSV und viele Sachen mehr. Gelegentlich kam der HSV zu uns nach Lüneburg, um gegen den LSK Testspiele zu bestreiten. Da durfte ich natürlich nicht fehlen.

Nun kam die Zeit, in der man sich doch für das andere Geschlecht interessiert. So kam ich im März 1987 mit einem Mädchen zusammen, dass sich gerade in der Tanzschule die Hände unter dem Wasserhahn abgekühlt hatte. Ich sollte ihr die Hände wärmen. Ganz schön hinterhältig, dachte ich später – nach ihrer Beichte. Aber ihr Plan war voll aufgegangen.

Nachdem wir nun zwei Jahre zusammen waren, konnte ich sie dazu überreden, mit mir zu einem Heimspiel des HSV in das Volksparkstadion zu fahren. So kam es, dass wir uns am 26. September 1989 das Rückspiel gegen Örgryte IS (Schweden) anschauten. Das Spiel war sehr schlecht besucht, und von den Toren konnten wir nicht so richtig viel mitbekommen, da die Sicht nicht so besonders war. Immerhin ging das Spiel 5:1 für uns aus. Das half mir bei der schlechten Stimmung bei meiner Freundin trotzdem nicht. Nie wieder, schwor sie mir, wird sie zu einem HSV-Spiel gehen!

Nun kam es, dass wir heirateten. Und ich bekam 1998 von ihr zum Geburtstag einen Gutschein für einen Besuch eines HSV-Spiels. Ich war natürlich sehr erfreut, wusste aber, dass sie nicht unbedingt mitkommen würde.

Der Volkspark wurde gerade zur Arena umgebaut, und ich besuchte mit einem Kollegen ein Testspiel des HSV gegen Galatasaray Istanbul. Das Dach war noch nicht vorhanden, aber dieser neue Ausblick auf das Spielfeld war eine Wucht. Ich kannte ja nur mein schlechtes Erlebnis, damals aus dem alten Volksparkstadion. So kam ich nach Hause und schwärmte von dem neuen Stadion was das Zeug hielt.
Und dann war es soweit. Meine Frau hatte ein Einsehen, wir lösten den Gutschein ein. Die Kinder wurden bei Oma untergebracht, und wir machten uns am 28. August.2004 mit dem Auto auf den Weg zum Spiel HSV gegen den 1. FC Nürnberg.

Die Menschenmassen schreckten meine Frau ab. So voll war es bei unserem letzten gemeinsamen Besuch ja nicht gewesen. Ich hatte Plätze im Block 25 C organisiert, und so machten wir uns auf den Weg dorthin. Unterwegs schnell Bratwurst und Cola eingefangen – und ab ging es zu den Rängen.
Kaum hatten wir das innere der Arena betreten, da meinte meine Frau zu mir: „Da soll ich hoch? Das ist ja so steil. Da falle ich runter. Ich bin doch nicht schwindelfrei . . .“ Kavalier wie ich bin, ließ ich ihr den Vortritt. Den Hinweis, dann würde sie weicher fallen, konnte ich mir natürlich nicht verkneifen.

Wir richteten uns auf den Plätzen ein und genossen den Anblick der schon sehr vollen Arena. Und dann ging es los. Lotto und Pape bestiegen den Hubwagen und ließen sich in luftige Höhen fahren. „Hamburg, meine Perle“ erklang, und das Stadion sang mit. Meine Frau schaute mich an und meinte nur: „Schau mal, ich habe eine Gänsehaut!“ In diesem Moment war ich sprachlos.

Wir genossen das Spiel, und meine Frau wurde immer euphorischer. Zur Halbzeit teilte sie mir mit, dass Sergej Barbarez ein toller Typ sei: „Den finde ich geil!“ Hmm, dachte ich, was will sie mir damit sagen? So kam die zweite Halbzeit und sie ging mit, als wäre sie jeden Sonnabend in der Arena gewesen. Als das Spiel beendet war, wir siegten 4:3, war sie noch immer aus dem Häuschen und total aufgekratzt. Auf dem Weg zum Auto gab sie ihre Wünsche bekannt. Sie möchte ein Barbarez-Trikot haben. Dazu werden wir nun öfter zu einem Heimspiel fahren, und wenn wir mal nicht im Stadion sein können, dann müssen wir uns die Spiele über Premiere anschauen.

Gesagt, getan – so kam es, dass meine Frau nur wegen des Gutscheins aus Mitleid mit mir ins Stadion ging und als fanatischer HSV-Fan wieder aus der Arena kam. Sie bekam ihr Trikot und auf Premiere (heute Sky) schauen wir uns die Spiele an. Die Zeiten der Spiele sind geblockt – da findet nichts anderes als das Spiel anschauen statt.

Seit fast zwei Jahren weht nun unsere HSV-Fahne am Fahnenmast hoch über der Umgehungsstraße Lüneburg – der Verlängerung der A 250. Wenn uns jemand besuchen kommt, dann brauchen wir nur die Fahne erwähnen und jeder weiß Bescheid. Mittlerweile sind unsere beiden Kinder ebenfalls infiziert und waren auch schon des Öfteren mit dabei. Auch sie hat die Euphorie erfasst. Nun werden wir alle vier das Testspiel gegen Chelsea genießen und freuen uns schon tierisch darauf.

Tja, ich hätte nie gedacht, dass meine Frau dieses Hobby genauso teilen würde, wie ich. Danke mein Schatz!

Euer Speedme

14.12 Uhr


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