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Hamburger Abendblatt
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Lars Pegelow

200 Artikel von Autor Lars Pegelow


Mittwoch, 26.4.2017

Wenn Geld zur Belastung wird

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Lars Pegelow

HSV-Aufsichtsrat Karl Gernandt mit Christine Kühne

In der vergangenen Woche hatte der ehemalige Vorsitzende des HSV-Aufsichtsrates, Karl Gernandt, in der Hamburger Morgenpost eine Botschaft an alle HSV-Fans ausgesandt. Milliardär Klaus-Michael Kühne, so der Tenor, werde die Mannschaft auch in der kommenden Transferperiode mit seinem Geld unterstützen. Diese Botschaft beinhaltet gleich eine ganze Reihe von Versprechen: – die Mannschaft wird künftig besser und erfolgreicher werden; – Kühne traut den handelnden Personen zu, mit seinem Geld verantwortungsvoll umzugehen, und schließlich auch indirekt: – ernsthafte Sorge um die Bundesliga-Lizenz des HSV ist unangebracht. Gerade beim Thema Lizenz hat sich ja gezeigt, dass der Turnaround noch längst nicht geschafft ist. Trotz der massiven Kühne-Investitionen in die Mannschaft in den vergangenen Monaten hatte der HSV diese Lizenz zunächst nur unter Bedingungen erhalten. Selbst die Tatsache, dass Kühne weite Teile der Spielergehälter von neuen „Stars“ übernimmt, hat noch nicht annähernd zu einer Reduzierung des gewaltigen Gehalts-Etats gesorgt. Nun hat der Vorstands-Vorsitzende des HSV, Heribert Bruchhagen, allerdings recht kühl auf die Gernandt-Aussagen reagiert. Wie kann das sein? Müsste er sich nicht eigentlich vor Glück überschlagen? Nein, müsste er nicht. Denn Bruchhagen weiß, dass das Gernandt/Kühne-Versprechen ein Januskopf ist, der auf der unglücklichen Seite wieder einmal einen großen Nachteil in sich trägt, der den HSV schon in den vergangenen Jahren wie ein Virus im Griff gehabt hat.

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Lars Pegelow

Das Dortmunder Stadion am Dienstagabend

Zum wiederholten Mal haben Attentäter die große Bühne Fußball benutzt, um gewaltsam auf ihre Sache aufmerksam zu machen. Die Sprengsätze in Dortmund, die den spanischen Verteidiger Marc Bartra schwer an der Hand verletzt haben, und die darüber hinaus einem Polizei-Beamten einen Schock und ein Knalltrauma zufügten, sind nicht der erste Vorfall. Weil es schwierig ist, wegen der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen im direkten Umfeld eines Stadions aktiv zu werden, suchen Gewalttäter offenbar andere Möglichkeiten. So wie am Dienstagabend, als der Angriff in öffentlichem Raum erfolgte. Die Solidaritätsbekundungen mit dem BVB und mit den Verletzten sind zahlreich und groß, und mit Sicherheit wird sich auch durch diesen Anschlag nichts daran ändern, dass Menschen mit Freude ins Stadion gehen. Heute sicherlich in Dortmund, aber auch in München später am Abend, mit einem mulmigen Gefühl – ebenso wie am Ostersonntag im Bremer Weserstadion. Man ist sensibilisiert. Der Besuch ist nicht nur mehr der übliche Gang zu einem spannenden Spiel, sondern zugleich auch ein Bekenntnis. Und zwar dafür, nicht klein beizugeben und nicht vor terroristischen oder sonstigen Anschlägen einzuknicken. Ein friedliches Nordderby am Ostersonntag mit Einigkeit beider Fanlager in dieser Hinsicht wäre solch ein Bekenntnis.

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Freitag, 31.3.2017

Spiel ohne Spielmacher

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Lars Pegelow

Hunt und Osako, hier beim Pokalspiel im Februar, fehlen ihren Mannschaften

Dem HSV fehlt gegen den 1. FC Köln bekanntlich ein Spieler – und ob und wie die Mannschaft diesen Verlust von Aaron Hunt kompensieren kann, das wird sich erst zeigen. Vor kurzem noch war es recht unwahrscheinlich, dass der Ausfall Hunts überhaupt als ein Verlust gewertet werden würde. Aber inzwischen ist das so, und gegen Köln wiegt die Verletzung am Schienbeinköpfchen von Aaron Hunt umso schwerer. Sein Comeback-Spiel war die Partie im DFB-Pokal Anfang Februar eben gegen den 1. FC Köln. Der HSV gewann das Spiel mit einem sehr starken Hunt verdient mit 2:0 (Tore durch Gideon Jung und Bobby Wood), und in den Wochen darauf wurde der Oldie im Mittelfeld immer wichtiger. Nun fällt er aus, und Lewis Holtby muss die Rolle erneut übernehmen. Holtby ist ein ganz anderer Spielertyp, und entsprechend muss der HSV auch wieder anders spielen, um der guten Heimserie der vergangenen Wochen einen weiteren Sieg folgen zu lassen.

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Freitag, 10.3.2017

Platz 14 im Visier

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Lars Pegelow

Nicolai Müller – Sieger im Kopfballduell mit Gladbachs Hofmann

In den vergangenen Wochen haben wir schon öfter erlebt, dass Markus Gisdol bei der Aufstellung eher auf Nummer sicher geht. Ist ein Spieler angeschlagen oder kommt aus einer Krankheit, dann wird er im Zweifel geschont. Nicolai Müller hat es so zum Beispiel schon in Ingolstadt getroffen, als er grippe-geschwächt nicht in der Startelf stand. Müller wurde erst später eingewechselt, konnte an der Niederlage damals aber auch nichts ändern. Beim Trainingsspielchen heute war Nicolai Müller, obwohl er sich einigermaßen erholt hat von seinen Magen-Darm-Beschwerden, ebenfalls noch nicht dabei. Tatsächlich hat der Trainer auch wenig Grund, Risiko zu gehen. Hunt ist in sehr guter, Holtby in ordentlicher Form. Und Filip Kostic wird nach seiner kleinen Pause darauf brennen, zu zeigen, dass er unverzichtbar ist.

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82

Lars Pegelow

Zuverlässig: Matthias Ostrzolek mit neuem Fahrrad und Kapitän Gotoku Sakai

Matthias Ostrzolek brachte die Lage des HSV heute auf den Punkt. „Es ist ein langer Weg“, sagte der Linksverteidiger. „Unsere Probleme hatten wir vor allem in den ersten 10 Spieltagen – da hatten wir viel aufzuholen. Wir haben nun gepunktet, sind aber noch immer unten drin. Wir wissen, dass wir uns das selbst eingebrockt haben.“ Und dass es alles eben noch nicht erledigt ist. Zweifellos, die Hamburger sind mittlerweile angekommen in dem Pulk derjenigen Mannschaften, die es am Ende der Saison mutmaßlich auf den Relegationsplatz verschlagen wird. Nicht nur Hamburg muss sich Sorgen machen. „Vereine wie Wolfsburg und Schalke haben überhaupt nicht damit gerechnet, in den Abstiegskampf zu geraten“, meint Matthias Ostrzolek. „Ich glaube, für diese Vereine ist es noch schwerer, den Hebel umzulegen und zu realisieren: Wir sind wirklich im Abstiegskampf. Schalke könnte noch größere Probleme damit haben.“ Wobei, das räumt er ein, Wolfsburg und Schalke allgemein über Qualität verfügten, die ihnen an jedem Wochenende Siege ermöglichen – ganz gleich, wer der Gegner ist. „Wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass unsere Konkurrenten schwächeln.“

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Mittwoch, 8.3.2017

Todts Sommer-Baustellen

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Lars Pegelow

Rene Adler – einer von vier HSV-Profis, deren Verträge im Sommer auslaufen. Fotos: Witters

Hinter den Kulissen arbeiten Vorstand, Sportchef und Trainer des HSV an der gemeinsamen Zukunft. Wann wird der Vertrag von Markus Gisdol bis 2019 verlängert? Es ist eine Frage des Zeitpunktes, nicht mehr eine Frage des „ob“. Darüber hinaus ist klar, dass sich Jens Todt aktuell schwertut, die Planungen für den Kader der Saison 2017/18 auf die Beine zu stellen, weil naturgemäß die Klassenzugehörigkeit noch nicht endgültig geklärt ist. Neben dem Trainervertrag gilt es für Todt, eine Reihe von Spielerverträgen zu bearbeiten. Und zwar nicht nur von denjenigen Spielern, deren Verträge wirklich im Sommer auslaufen. Die Hamburger haben noch eine Menge Leihspieler rumlaufen, und perspektivisch geht es auch um diejenigen, deren Verträge dann 2018 und 2019 fällig werden. Im Einzelnen:

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Lars Pegelow

Rekord-Transfer Filip Kostic – gegen Hertha wieder nur Joker

Filip Kostic besaß in seinen ersten Monaten beim HSV so etwas wie eine Stammplatzgarantie. Der schnelle Serbe mit dem starken linken Fuß war links vorne gesetzt. Erst nach umfangreichem Bemühen hatte ihn Dietmar Beiersdorfer im Sommer für stolze 14 Millionen Euro vom Absteiger VfB Stuttgart nach Hamburg gelockt. Geholfen hat dabei ein öffentliches Bekenntnis des Serben, vom Neckar unbedingt an die Elbe zu wollen. So konnte in letzter Sekunde der VfL Wolfsburg ausgestochen werden, der dem Vernehmen nach sogar drei Millionen Euro mehr geboten hatte. Kostic- einer der Top-Transfers in der HSV-Historie, zumindest wenn man die Ablösesumme als Maßstab nimmt. In den letzten beiden Spielen, im Pokal gegen Mönchengladbach und in der Bundesliga gegen Hertha, musste der Serbe allerdings auf der Bank Platz nehmen. Er hat seinen Anfangskredit verspielt und konnte nicht davon profitieren, dass sich der HSV seit November – trotz Rückschlägen – in einem Prozess der Verbesserung befindet. Warum ist das so?

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97

Lars Pegelow

Freude über das 1:0 gegen Hertha: HSV-Sportchef
Jens Todt

Es war der Saison-Minusrekord gestern im Hamburger Volksparkstadion. Keine 45.000 Zuschauer besuchten die Arena beim 1:0 gegen Hertha BSC – so wenige wie seit fast zwölf Jahren nicht mehr bei einem Bundesliga-Heimspiel. Und dennoch war der Jubel der Fans nach dem Abpfiff ohrenbetäubend. Es sind sicher ein paar Zuschauer weniger geworden in den letzten Jahren, die sich den HSV angucken wollen. Aber eins ist klar: Diejenigen, die an Bord geblieben sind, sind umso begeisterter bei der Sache. Begeistert in diesem Fall darüber, dass der HSV unter Markus Gisdol (meistens) den Abstiegskampf annimmt. Das Team hat Hertha BSC mit deren eigenen Mitteln geschlagen. „Ich finde, wir haben im Pokal gegen Mönchengladbach besser gespielt“, sagte Sportchef Jens Todt heute. „Aber unsere Mannschaft hat eine gute Mentalität.“ Und diese Mentalität sorgt dafür, dass die Hamburger den Anschluss hergestellt haben zu den Nichtabstiegsplätzen. Das ist – Stand heute – ein Erfolg. Der HSV macht Anstalten, das Minimalziel tatsächlich zu erreichen.

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Freitag, 3.3.2017

Abwehr-Not mit Ansagen

73

Lars Pegelow

Traumpaar gesprengt: „Papa“ muss einige Wochen ohne Mavraj auskommen

Es gibt Ausfälle, die kann der HSV vielleicht einigermaßen kompensieren. Rene Adler wurde von Christian Mathenia vertreten. Jung, Ekdal, Walace im Mittelfeld – das gibt sich nicht viel. Holtby und Hunt in der Zentrale hinter der Spitze – beide haben ordentliche Leistungen gezeigt. Ist Bobby Wood verletzt, kann Trainer Markus Gisdol auch auf Michael Gregoritsch setzen, selbst wenn der US-Boy im Moment sicher stärker ist. So weit, so gut. Ganz sicher kann der HSV dauerhaft nicht auf Nicolai Müller auf der rechten Seite verzichten. Und überhaupt nicht vertragen können die Hamburger personelle Nöte in der Innenverteidigung. Dort stehen praktisch nur drei Spieler zur Verfügung. Nach „Murphys Law“ ist aber logisch, was geschieht – eben dort kommt es zu personellen Engpässen. Und die werden vor dem Hertha-Spiel immer unangenehmer. Johan Djourou droht wegen eines Magen-Darm-Infekts erneut auszufallen. Und ganz sicher fehlt nun auch Mergim Mavraj. Der albanische Nationalverteidiger hat sich einen Sehnenanriss am Knie zugezogen und fehlt vier Wochen. Der Mavraj-Ausfall ist der GAU für den HSV.

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77

Lars Pegelow

Da waren sie wieder eine Einheit: Der HSV nach dem Bayern-Spiel

Irgendwann während der Winter-Vorbereitungsphase wurde HSV-Trainer Markus Gisdol einmal gefragt, ob er den Eindruck habe, der Verein sei auf dem Weg, ein normaler Verein zu werden. Einige Wochen lang konnte man tatsächlich den Eindruck gewinnen, als ob dies so sei. Es wurde über Fußball gesprochen, es gab einen fetten Ausrutscher nach unten mit dem 1:3 in Ingolstadt – aber auch echte Höhepunkte wie das nicht erwartete 3:0 in Leipzig. Der HSV, ganz normal? „Es ist ein Mix aus Lachen und Weinen“, sagte Torwart Rene Adler nach der 0:8-Klatsche in München. „Lachen, weil es wirklich unglaublich ist, dass wir hier wieder so viele Gegentore kassieren. Weinen, weil es eigentlich tieftraurig ist.“ Adler weiter: „Wir haben mit dem Arsch eingerissen, was wir uns an Rückenwind und Anerkennung aufgebaut haben.“ Und wieder stellt sich die Frage, ob dies nur ein Ausrutscher war, dieses Debakel in München – oder ob immer noch System steckt hinter dem Versagen des HSV.

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