Vom
Hamburger Abendblatt
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Einer der wenigen erfolgreichen Trainer beim HSV in den letzten Jahren

Dauerregen in Längenfeld, und Dauerregen in Hamburg. Das Wetter ist derzeit nicht allzu gut auf den HSV zu sprechen, während viele HSV-Fans ihrerseits noch nicht allzu gut über den „neuen“ HSV sprechen. Hier werden fleißig  Thesen aufgestellt, wann „der Niedergang“ begonnen hat und wer alles Schuld trägt – bzw. wer sie eben nicht mitzutragen hat. Und passend dazu habe ich von einem Blognutzer einen sehr interessanten, teils eigenwilligen, aber mit vielen Thesen ausgestatteten Artikel erhalten, den ich Euch hier angereichert mit ein paar Fotos reinstellen will an einem Tag, wo in Längenfeld nicht öffentlich Kraft trainiert wurde und auch in Sachen Transfers nicht viel passiert ist. Von daher: Vielen Dank, Manfred! Vor allem auch von meiner Frau, die sich so darüber freuen kann, dass ich dank Dir ein wenig früher an Ihrer Geburtstagsfeier teilnehmen kann. In diesem Sinne, bis morgen! Und jetzt viel Spaß mit dem aus meiner Sicht sehr interessanten Beitrag von Manfred:

Der Niedergang des HSV seit 2008:

Woran lag es nur?

Der Urknall?

Wie gut war der HSV unterwegs im Sommer vor zehn Jahren! Ja, zum Jahresanfang 2007 schwebte der Dino in massiver Abstiegsgefahr – aber dann kam Huub Stevens und führte den HSV sogar noch in den Europacup. Zwar, damals ging das noch, über den Umweg UI-Cup, aber immerhin!

In der Saison 2007/2008 gelang Huub Stevens die Qualifikation für den UEFA-Cup, der damals noch nicht Euro-League hieß. Das machte Huub Stevens, gemeinsam mit seinem Vorgänger Thomas Doll, zu einem der erfolgreichsten Trainer seit Ernst Happel.

Denn niemand anders als diese beiden schaffte es, den HSV mehr als nur einmal in einem europäischen Wettbewerb zu führen. Allen anderen Übungsleiter seit Ernst Happel gelang das maximal einmal (Magath, Jol, Schock) oder eben keinmal. Einen großen Titel hat seit dem DFB-Pokal 1987, das Finale war Ernstl´s letztes Spiel auf der HSV-Bank, ohnehin niemand mehr gewonnen.

Auch der Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer war 2007 gut unterwegs. Transfers wie van Buyten, van der Vaart, de Jong, waren gut eingeschlagen, der Toppmöller-Flop vergessen – oder doch nicht ganz?

Ich habe für diesen Abschnitt die Überschrift „Der Urknall“ bewusst gewählt, in Anlehnung an den Start der Serie kürzlich im Abendblatt. Allerdings wurde dort das Werder-Trauma, die historische Niederlagenserie im Mai 2009 mit dem darauf zurückgeführten Rücktritt Beiersdorfers, als Urknall betrachtet. Das greift meiner Meinung nach zu kurz. Deshalb das Fragezeichen.

Dieser Beitrag, das sei ganz deutlich vorweg gesagt, ist meine persönliche Wahrnehmung und Analyse der Hauptursachen des HSV-Niedergangs. Ich stütze mich auf keinerlei Insider-Informationen, sondern auf die veröffentlichten Infos der letzten Jahre, nicht zuletzt auf Matz-ab.

In ähnlicher Lage wie der FC Bayern

Wie gesagt war Huub Stevens auch in der Saison 2007/2008 sehr erfolgreich, er konsolidierte die Mannschaft auf hohem Niveau, und der Verein hätte gerne mit ihm verlängert. Das wollte Huub jedoch nicht, wegen der schweren Erkrankung seiner Frau Toos, und weil er die Gelegenheit hatte, beim PSV Eindhoven von zu Hause aus zu arbeiten.

Einen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, ist selbstverständlich jedermann´s gutes Recht, noch dazu bei einem für jedermann nachvollziehbaren Grund – und Huub hatte es gewiss nett gemeint, als er schon Wochen vor Weihnachten 2007 dem HSV all dies mitteilte, und so bekam Didi reichlich Zeit, sich nach dem Nachfolger umzuschauen. Doch genau damit nahm die Katastrophe ihren Anfang.

Beiersdorfer erinnerte sich an den Toppmöller-Flop. Der übrigens heute noch Hoyzer und das von ihm verpfiffene Pokalspiel in Paderborn für sein Scheitern beim HSV verantwortlich macht. Und dabei völlig ausblendet, dass er in der Bundesliga – ohne Zutun von Schiedsrichtern – den HSV auf Rang 18 geführt hatte, Monate nach dem Hoyzer-Spiel in Paderborn. Dieses war längst vergeben und vergessen, zumal auch etliche andere HSV-Trainer, sogar Ernst Happel, Pokalpleiten gegen Amateure produziert hatten. Diese Geschichtsklitterung wiederum sagt so einiges über Toppmöller Charakter, das nur am Rande.

Beiersdorfer jedenfalls wollte es dieses Mal besonders gut machen, und schon vor Weihnachten konnte man sehen, wie falsch er alles anfing. Denn der FC Bayern war in ganz ähnlicher Lage wie der HSV: Man hatte ebenfalls einen Trainer, Hitzfeld, mit dem man auf jeden Fall die Saison gut zu Ende bringen würde, und so konnte man in Ruhe den Coach zur neuen Saison finden.

Gleichwohl war schnell sein nicht verboten, und Uli Hoeneß war schnell. Er wollte Jürgen Klopp verpflichten, dann allerdings plädierte Rummenigge für Jürgen Klinsmann, und so erhielt Jürgen Klopp, nachdem er schon öffentlich als neuer Bayern-Trainer gehandelt worden war, kurz darauf eine freundliche Absage.

Dietmar Beiersdorfer hat leider nie begriffen, wieviel Glück er damals gehabt hatte – oder zumindest hätte haben können. Denn Kloppo war nun doch noch zu haben. Zwar war Kloppo damals ein noch recht junger Trainer, aber er hatte 7 Jahre nachhaltigen Erfolg bei Mainz 05 vorzuweisen: den Verein übernommen an der Nahtstelle zwischen Liga 2 und Liga 3, mit dem Auftrag, ja nicht in die dritte Liga abzusteigen. Stattdessen führte er den Verein nachhaltig eine ganze Spielklasse höher: an die Nahtstelle zwischen Liga 2 und Bundesliga.

Die unendliche Trainersuche – und warum sie ein grandioser Fehlschlag war

Beim HSV gab es eine unglaublich blamable halbjährige Intensivsuche nach dem neuen HSV-Trainer, über deren Länge und Ihre skurrilen Details, die allesamt schon damals öffentlich wurden, Huub Stevens nur gequält lächeln konnte. Denn seine Arbeit als Trainer machte es nicht leichter, dass sämtliche Zeitungen alle Naslang detailliert berichteten: über das Geprökel bei der Suche nach dem neuen HSV-Trainer, wer da alles gescannt wurde ohne dass mal eine Entscheidung getroffen wurde. Unter anderem beobachteten HSV-Scouts das Training in Mainz und lieferten einen Bericht von unterirdischer Qualität ab.

Auch wenn vielleicht nicht alles gestimmt haben mag, was die Zeitungen über diesen verhängnisvollen Bericht schrieben: Darin ging es um Kloppos zerschlissene Jeans und seinen 6-Tage-Bart. Und dass Klopp raucht – das hat er übrigens mit Jogi Löw gemeinsam. Was hat sowas in einem Scouting-Bericht zu suchen? Wie Klopp aussieht, wusste sowieso jeder deutsche Fernsehzuschauer. Man musste nicht nach Mainz fahren, um das rauszukriegen. Wirklich schlimm aber war, dass dieser Bericht auch behauptete, Kloppo sei unpünktlich. Das, wenn´s denn gestimmt hätte, wäre ein äußerst ernstzunehmender Kritikpunkt gewesen, als Fehlinformation war es zudem einfach nur ehrabschneidend, und brachte den Vulkan Kloppo mit Recht zur Explosion. Mainzer Spieler erklärten öffentlich, dass Kloppo niemals unpünktlich gewesen sei. Dadurch wurde damals schon der ganze Dilettantismus mit dem man beim HSV zu Werke ging, öffentlich. Und wird von jeder Zeitung immer mal wieder gerne aus dem Archiv geholt, wenn sie genüsslich über die mangelnde Professionalität von HSV-Funktionsträgern schreiben will.

Nachdem Dietmar Beiersdorfer und Bernd Hoffmann sich auch über zahlreiche andere Trainerkandidaten – Slaven Bilic, Christian Gross, Bruno Labbadia, Fred Rutten und weiß der Kuckuck wen noch – nicht einigen konnten, wurde plötzlich, nach über sechs Monaten quälender Suche, im Mai 2008 Martin Jol aus dem Hut gezaubert.

Mit Ausnahme von 1-2 guten Jahren bei Tottenham Hotspurs hatte er wenig Erfolg vorzuweisen, Nachhaltigkeit überhaupt nicht.

Die Eckdaten des sorgfältig geplanten Prozesses

Der „sorgfältig geplante Prozess“ – diese Formulierung verwendete Beiersdorfer auch acht Jahre später, im Herbst 2016 bei der unendlichen Sport-Direktoren-Suche – war durch folgende Eckdaten gekennzeichnet:

• 6 Monate quälender Suche. Den Fans wurde erzählt: „Jo, wir betreiben Charakter-Scouting, wir schauen dass der Neue auch ja zum HSV passt.“ (Anders als Toppmöller.)
• Dann wurde einer verpflichtet, der schon acht Monate arbeitslos war, schon bevor Huub seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte. Bei dem das ganze Scouting „Wie arbeitet der denn so?“ also nicht stattfinden konnte. Da konnte keiner nach Mainz fahren, und auch nicht nach London, um Arbeits-Kleidung und Rasur des Kandidaten zu checken.
• Nach elf Monaten verließ der Sieger im Charakter-Scouting den Verein vertragsbrüchig. Nachhaltigkeit, Charakter? Fehlanzeige!

Kurz darauf, nachdem Jol zu Ajax Amsterdam weggesöldnert war, trat Beiersdorfer zurück. Nicht ohne zuvor noch Bruno Labbadia zu verpflichten, sogar gegen Ablöse an Bayer Leverkusen, die aber – Rudi Völler spricht inzwischen offen darüber – den schönen Bruno sowieso feuern wollten, weil er am Vortag des Pokalfinales 2009 gegen Werder Bremen seine eigene Mannschaft öffentlich zur Sau gemacht hatte, per Zeitungsinterview. Das war – im Gegensatz zu einer Jeans in Used-Optik, die Kloppo mittlerweile dem Museum von Borussia Dortmund vermacht hat – kein Hinderungsgrund.

Es drängt sich noch ein Gedanke zu Christian Gross auf: Der hatte beim großen Scouting 2008 einen sehr guten Eindruck gemacht, aber das Angebot des HSV abgelehnt: „Ich habe noch ein Jahr Vertrag beim FC Basel und ich breche meine Erträge nicht!“ – der Satz, den Jol nicht konnte. Im Sommer 2009 aber war Christian Gross arbeitslos. Aber die Vertragstreue zum war ihm als mangelndes Interesse am HSV ausgelegt worden. Schade.

Hoffentlich ein Rekord für die Ewigkeit!

Zu Jol: Ob er, als er das Werder-Trauma, an dem der HSV bis heute schwer zu knabbern hat, verursachte, schon mit seinen Gedanken bei Ajax Amsterdam war? Ihm wohlgesonnene Blog-Schreiber meinen, die Kritik an den miserablen Ergebnissen gegen Werder habe ihn verletzt und ihn mehr oder weniger „vertrieben“. Ich meine: Es war äußerst honorig vom Verein, weiterhin mit ihm zusammenzuarbeiten zu wollen. Dass dermaßen schlechte Ergebnisse ganz ohne kritischen Kommentar bleiben, kann niemand ernsthaft erwarten.

Fanatische Jol-Anhänger, auch solche gibt´s, schrieben sogar im Blog sinngemäß: Als Jol die HSV-Verantwortlichen von dem Ajax-Angebot unterrichtete, da hoffte er, er würde bekniet werden zu bleiben. Ich meine: Es gibt Fragen, die man besser nicht stellt, wenn man möchte, dass ein Vertrauensverhältnis intakt bleibt. Jol selbst bedauert seine „bockige“ Haltung von damals längst. Was nur bestätigt, wie mies er sich damals verhielt. Seine späte Einsicht ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass er seither nix mehr gerissen hat. Mit dem HSV hingegen wäre damals allerhand möglich gewesen.

Bleibt zu hoffen, dass das Werder-Trauma ein Rekord für die Ewigkeit ist. Alles andere würde bedeuten, dass, sollte es noch einmal eine ähnliche Serie geben, diese NOCH desaströser enden würde.

Übrigens: Die Papierkugel ist unschuldig. Schlimm ist, dass ein technisch äußerst limitierter Innenverteidiger sich von ihr austanzen ließ.

Jol konnte auch nach seiner HSV-Zeit keine nennenswerten Erfolge erzielen:

• Bei Ajax Amsterdam, von ihm, als er aus Hamburg abhaute, als „Bayern München von Holland“ bezeichnet, gelang ihm gerade mal ein Pokalsieg, mitten in der zweiten Saison war dann Schluss wegen Erfolglosigkeit. Bei einem Bayern-Trainer würde jedermann solche „Erfolgsbilanz“ äußerst mau nennen.
• Dann war Jol Trainer beim FC Fulham. Einem Verein, der unter seinem Vorgänger 2010 das Euro-League-Finale in unserem Stadion bestritt. Beim FC Fulham war er ungefähr solange, wie beim HSV und Ajax Amsterdam zusammen. Danach war der Verein derart in der Grütze, dass nicht einmal Felix Magath noch den Abstieg verhindern konnte.

Die vierfache Unendlichkeit

War die sechsmonatige Trainersuche schon eine gefühlte Unendlichkeit, so war es die zweijährige Sport-Direktoren-Suche des Aufsichtsrats allemal: gleichsam die vierfache Unendlichkeit, wenn das mathematisch möglich wäre.

Dabei hätte es, analog Kloppo, auch hier eine sehr naheliegende und überzeugende Lösung gegeben: Nico Jan Hoogma, der erste ausländische HSV-Kapitän. Nachdem er seine aktive Karriere bei einem kleinen holländischen Zweitligaverein, Heracles Almelo, hatte ausklingen lassen, führte er eben diesen Verein in die erste Liga und etablierte ihn dort nachhaltig – und das regelmäßig mit einem sehr kleinen Budget. Eine großartige und nachhaltige Managerleistung, bis auf den heutigen Tag. Bezogen auf Deutschland vergleichbar mit Mainz 05, Freiburg, Augsburg. Bis auf den heutigen Tag beharrlich ignoriert von sämtlichen HSV-Aufsichtsräten, und von Beiersdorfer sowieso.

In der Saison 2009-2010 begann der Niedergang des HSV richtig, nachdem Bruno Labbadia mit dem stärksten Kader der jüngeren Vereinsgeschichte nicht einmal die Qualifikation für die Euro-League gelang. Parallel etablierte sich im Verein eine Fraktion aggressiver Supporters, die den Vorstands-Vorsitzenden Bernd Hoffmann für den (aus freien Stücken erfolgten!) Abgang Beiersdorfers, sowie für den sportlichen Niedergang verantwortlich machten.

Zu Unrecht, wie ich meine. Es wäre Aufgabe des Aufsichtsrats gewesen, zeitnah einen überzeugenden Sportdirektor zu verpflichten, was den Niedergang mit Sicherheit gestoppt hätte. Dann, nach zwei Jahren einer großenteils grotesk-chaotischen Suche, gegen Beiersdorfers unendliche Trainersuche blitzschnell wirkt, wurde endlich ein guter Sport-Direktor gefunden. Der aber wurde nach zwei weiteren Jahren gefeuert – nach einer erfolgreichen Saison! Alle anderen Fehler hatte der Dino noch so einigermaßen wegstecken können, aber dieser hätte ihn beinahe gekillt.

Die – bislang – erfolgreichste Saison der 2010er-Jahre

Die zweite Saison des Sportdirektors Frank Arnesen beim HSV, 2012-2013, war die erfolgreichste der letzten Jahre: Platz 7. Mit ein wenig Glück hätte das sogar für die Euro-League gereicht. Weil aber mit dem VfB Stuttgart ein Verein aus der unteren Tabellenhälfte im Pokalfinale gegen die Triple-Bayern stand, kam dieser ins europäische Geschäft und der Dino blieb außen vor.

Viel diskutiert: Der ehemalige Sportdirektor Frank Arnesen

Auf jeden Fall ging´s erstmals wieder bergauf, Platz 7 wie gesagt, nach Abstiegskampf in der Saison 2011-2012. Frank Arnesen musste trotzdem gehen, gleichsam erfolgsunabhängig.

Uwe Seelers Enkel

Dass die von der besagten Supporters-Fraktion gewählten Aufsichtsräte schließlich Bernd Hoffmann absägten, zugunsten eines für sie bequemeren Nachfolgers – dazu ist bei Matz-ab alles gesagt worden, mehrfach. Es war indes lediglich ihr zweitgrößter Fehler. Noch schlimmer war, einen Sport-Direktor, Frank Arnesen, dessen Arbeit nach weiteren zwei Jahren endlich Früchte zu tragen begann, ohne stichhaltigen Grund zu feuern.

Es war wohl hauptsächlich die emotionale Enttäuschung, dass es Arnesen nicht gelang, Uwe Seelers Enkel, Levin Öztunali, an den Verein zu binden. Der 17-jährige ging damals bekanntlich nach Leverkusen, auf Rat seines Vaters. Übrigens eine aus familiärer Sicht nachvollziehbare Entscheidung, die dem Jungen die Möglichkeit gab, sich dort in Ruhe zu entwickeln, wo nicht jeder sofort den Enkel von Uns Uwe in ihm sieht. Aber gewisse Aufsichtsräte gaben einfach Frank Arnesen die Schuld und aus die Maus.

Oliver Kreuzer: Planlosigkeit als Programm

Es fällt mir auch vier Jahre danach noch schwer, die Leistungen von Oliver Kreuzer in salonfähige Worte zu fassen, deshalb bleibe ich bei nüchternen Tatsachen: Er hat den Verein auf Tabellenplatz 7 übernommen und auf Platz 16 abgegeben.

Das Wort Planlosigkeit in der Zwischenüberschrift rechtfertigt sich aus einem Interview im Hamburger Abendblatt vom Frühjahr 2014. Der Dino schwebte in allerhöchster Abstiegsgefahr, so schlimm wie bis dahin noch nie, und Kreuzer stand entsprechend in der Kritik. Überschrift des Interviews, aus dem Gedächtnis zitiert: „Im Fußball kannst Du nicht alles planen!“ Diese Antwort Kreuzers musste als Erklärung für all seine Fehler herhalten, unter anderem zum Beispiel dafür, dass im Winter zwei Spieler auf Wunsch von Trainer Bert van Marwijk verpflichtet worden waren, mit denen der nachfolgende Trainer Mirko Slomka nix anfangen konnte.

Kurz zuvor hatte ein Manager mit Kompetenz und Sachverstand, Christian Heidel, damals noch Mainz 05, in einem Interview sehr überzeugend dargelegt, dass und wie ein Club Spielsystem und Ausrichtung vorgeben sollte, um dann den dafür bestgeeigneten Trainer zu suchen, anstatt Trainer noch ihrem Ruf, also der Größe ihres „Namens“ auszuwählen.

HSV-plus

HSV-plus hatte viele Ziele, und die meisten von ihnen wurden nicht erreicht. Das Hauptziel aber, das nie so besonders konkret proklamiert worden war, das wurde erreicht: Nie wieder wird es einen Aufsichtsrat geben, der in dieses Amt gewählt wird aufgrund eines saublöden Witzes über den aktuellen Vorstandsvorsitzenden und geschiedene Ehefrauen. War das Motiv Rache für den Verlust des Jobs als Stadionsprecher?

Beiersdorfers Rückkehr

Der Preis dafür war Beiersdorfers Rückkehr, als Vorstands-Vorsitzender. Beiersdorfer fand einen Verein vor, der, wie er sagte, „seine Wettbewerbsfähigkeit verloren hatte“. Unbestreitbar wahr. Aber: Normalerweise bedeutet das, dass erst einmal mit kleinem Geld gearbeitet werden muss. Dank Kühne konnte Beiersdorfer groß shoppen gehen: rund 100 Mio. Euro in zweieinhalb Jahren.

Dietmar Beiersdorfers Rückkehr endete nicht wie erhofft

Zum Vergleich: Ebenfalls im Sommer 2014 stieg RB Leipzig in die zweite Liga auf. Mit einer Mannschaft, die ebenfalls (noch) „nicht wettbewerbsfähig“ für die erste Liga war. Sie brauchte bekanntlich zwei Jahre in Liga 2 bis zum Aufstieg in die Bundesliga. In der gleichen Zeit, in der Beiersdorfer Vorstandsvorsitzender beim HSV war, gab Rangnick bei RB Leipzig ebenfalls ca. 100 Millionen Euro aus. Aber mit Plan.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Beiersdorfers Trainerentscheidungen weiterhin überwiegend unglücklich waren, dass ihm aber die Fähigkeit zu überzeugenden Transfers abhanden gekommen war. Kein einziger Spieler, der in dieser Zeit zum HSV kam, nahm eine Entwicklung wie seinerzeit van Buyten, van der Vaart, de Jong.

Über die Saison 2014-2015 schrieb Matz-ab, auch Dieter himself: Der HSV habe über die Strategie das Tagesgeschäft vergessen. Was unbestreitbar stimmt. Offensichtlich getrieben von dem Wunsch, nicht ein zweites Mal den kommenden Trainer Deutschlands zu verpassen, wollte Beiersdorfer auf Biegen und Brechen Thomas Tuchel verpflichten. Und verkannte dass es erst einmal darauf ankam, die Saison 2014-2015 (Tuchels „Sabbatjahr“) zu spielen. Mit der Folge des knappsten aller Klassenerhalte. Muchas Gracias Marcelo Diaz! Und: Herzlichen Dank Bruno Labbadia!

Bruno Labbadia

Nach der Wunderrettung von Karlsruhe wollte Beiersdorfer Labbadia ein „Denkmal setzen“. Zu Recht, wie ich meine. So sehr Bruno Labbadia meiner Meinung nach 2009 ein Fehlgriff war: Genau so sehr muss man anerkennen, dass er im Frühjahr 2015 nichts weniger als ein Wunder vollbracht hat.

Erst Retter, dann entlassen: Bruno Labbadia erlebte intensive Jahre beim HSV

Dafür gebührt ihm bis ans Ende aller Tage ein großer Ehrenplatz im HSV-Museum und in den Herzen aller HSV-Fans. Dass Beiersdorfer ihn nur ein Jahr später, im Sommer 2016, nach allen Regeln der Kunst abgemeiert hat, sagt Einiges über Beiersdorfer und seinen Charakter. Die Inszenierung als gerades, ehrliches und treues Seelchen, das den Ränkespielen von Leuten wie Hoffmann & Co. nicht gewachsen ist, lässt sich jedenfalls nicht aufrecht erhalten.

Peter Knäbel

Peter Knäbel ist ein weiteres Beispiel, dass Beiersdorfer meistens schlechte Entscheidungen trifft, wenn es um die ihm nachgeordnete Führungskraft geht – ob Trainer oder Sport-Direktor.

• Wenn Peter Knäbel einen schlechten Job gemacht hat: Warum hat Beiersdorfer ihn eingestellt?
• Wenn Peter Knäbel (wie ich meine) einen guten Job gemacht hat: Warum hat Beiersdorfer ihn gefeuert?

Peter Knäbel

Erneut: ein „sorgfältig geplanter Prozess“

Die Suche nach einem Knäbel-Nachfolger – laut Beiersdorfer ein „sorgfältig geplanter Prozess“ abermals – lässt sich durch diese Eckdaten charakterisieren:

• Im Mai 2016 wird Knäbel freigestellt.
• Im September verlängert Christian Hochstätter seinen Vertrag als Sport-Direktor des VfL Bochum um drei Jahre.
• Im November kommt Beiersdorfer auf die Idee, ihn als Sport-Direktor zum HSV zu holen.

Fazit

Man kann geteilter Meinung sein, ob der Trainer oder der Sport-Direktor die wichtigste Personalie im Verein ist. Fest steht: Ein sehr guter Sport-Direktor verpflichtet sehr gute Trainer, die nachhaltig arbeiten. Einen in diesem Sinne sehr guten Sport-Direktor hatte der HSV zuletzt in Günter Netzer.

In den Jahren 2009 bis 2014 hat der Aufsichtsrat als Gremium eklatant versagt, da liegt die Hauptursache für den Niedergang des HSV, und in den mehrheitlich schlechten oder zumindest unglücklichen Trainerentscheidungen wie dargelegt.

Was mich persönlich am allermeisten aufregt, ist nicht die eine oder andere Fehlentscheidung. Niemand macht immer alles richtig. Aber viele der Fehlentscheidungen hatten ihre Ursache in charakterlichen Mängeln hoher und höchster Funktionsträger. Und das ist das, was auch den loyalsten HSV-Fan zur Verzweiflung treiben kann.

Ausblick

Derzeit hat der HSV ein Führungstrio, das sehr harmonisch zusammenarbeitet. Vorstandsvorsitzender, Sport-Direktor und Trainer: die drei „können gut miteinander“. Das lässt hoffen!

Heribert Bruchhagen macht einen Riesen-Job, Markus Gisdol ebenfalls. Dass Jens Todt „passend“ zu diesen beiden ausgewählt wurde, erweist sich als sinnvoll, und seine Spielerverpflichtungen sind nachvollziehbar. Ja, ich habe Neujahr das Wortspiel „Der Jens ist dem HSV sein Todt.“ bei Matz-ab gepostet. Das war der Enttäuschung geschuldet, dass ein Kandidat mit wenig überzeugender Vita gewählt worden war, der zudem von Beiersdorfer empfohlen worden war.

Derzeit arbeitet Todt besser als ich ihm damals zugetraut habe. Sein Meisterstück wird Todt abliefern müssen, wenn – hoffentlich erst in sehr ferner Zukunft! – ein neuer Trainer benötigt wird.

Vermutlich sehr viel eher wird der Aufsichtsrat gefordert sein, einen Nachfolger für Heribert Bruchhagen zu finden, nach dessen Vertragsablauf.

Liebe Aufsichtsräte, wenn´s so weit ist: Dann entscheidet bitte schnell und gut! Und wenn einer ins Auge gefasst wird, der einen Arbeitsplatz hat: Dann muss besonders schnell und entschlossen gehandelt werden. Niemand möchte in seinen bisherigen Job „zurückkehren“ (gefühlt) nachdem er wochenlang beim HSV im Gespräch war und dann vielleicht doch nicht genommen wurde. Deshalb hat Nico Jan Hoogma dem HSV zweimal abgesagt, im Frühjahr 2010 und im Herbst 2016. Und das war beide Male sehr schade.


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Kommentare

fm54
24. Juli 2017 um 20:23  |  1276690

… geile Saison


RuhigBrauner
24. Juli 2017 um 20:24  |  1276691

Großartig!!
Scholle, gern immer mal wieder Gastbeiträge dieser Qualität einstellen!


dead-alive
24. Juli 2017 um 20:27  |  1276692

@ GV1977: Dein Wunsch wurde erhört. Das sind doch schon mal einige interessante Ansätze zur Aufklärung. Was mir noch fehlt, sind die Gründe dafür, wie es zum eklatanten Versagen der Aufsichtsräte kommen konnte. Wer hat die eigentlich gewählt und wie könnte man das zukünftig verhindern?


Ruediger
24. Juli 2017 um 20:31  |  1276693

@Manfed – Interessanter Blog !

——————————————————————-

@Urgestein0511 aus dem Vorblog – falls Du hier liest…..

Ich weiss nicht, was daran vermessen ist, den maximalen Erfolg zu wollen??

Mein Anspruch an den HSV ist ganz klar der, den ich vorher formuliert habe. Diesen erhebe ich nicht aus irgendwelchen historischen Ereignissen, sonderns einfach an dem Potential des Vereins und der Region.

Das heisst doch nicht, dass man so wurschteln soll, wie die letzten Jahre. Unter Hoffmann hat keiner gemeckert, dass er den Verein deutlich nach vorne gebracht hat. Das war ein Manager, über den man sich sicherlich streiten kann, aber er wollte nach vorne. Und genau diesen Anspruch muss man haben. Freiburg & Co mach unbetritten gute Arbeit, werden aber nie weiter kommen, hin und wieder sogar absteigen. Damit kann und will ich mich in Hamburg einfach nicht zufrieden geben.

Nur weil es jahrelang nicht lief, muss man doch das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Ich bin auch Realist genug, dass meine Sichtweise der aktuellen Lage entgegen steht, aber deswegen muss man sich damit nicht abfinden.

Es müssen einfach endlich einmal die besten Manager an den Club gebunden werden, dann mit richtigem Kapital ausgestattet werden. Es tut mir leid um die vielen Kühne Millionen, die sind sinnlos verbrannt worden. Hoeness, Watzke oder Rummenige hätten damit etwas anfangen können.

Daher halte ich diesen Anspruch für nicht ungerechtfertigt – auch wenn jetzt alle Welt hier von Demut redet – was ich für falsch halte.

Wie heisst es so schön, nach Niederlagen wieder gestärkt aufstehen. Übersetzt für mich im HSV Kontext – schonungslose Fehleranalyse ohne Rücksicht auf (handelnde) Personen und danach die richtigen Maßnahmen treffen, dann würden wir weiterkommen.


Der Ungenannte
24. Juli 2017 um 20:48  |  1276694

Sauber geschriebener Gastkommentar. Bin begeistert, gerne mehr davon.


flashbax
24. Juli 2017 um 20:52  |  1276695

Wie heisst es so schön, nach Niederlagen wieder gestärkt aufstehen. Übersetzt für mich im HSV Kontext – schonungslose Fehleranalyse ohne Rücksicht auf (handelnde) Personen und danach die richtigen Maßnahmen treffen, dann würden wir weiterkommen.

#
wo bitte gibt es das heutzutage überhaupt noch???????


Bidriovo
24. Juli 2017 um 20:54  |  1276696

Ein merkwürdiger Verriss sämtlicher HSV-Amtsträger der letzten Jahre. Jol wird dermaßen abgekanzelt, dass es peinlich ist. Als wäre ein Pokalsieg kein Erfolg. Der HSV würde einen Pokal-Halbfinaleinzug noch Jahre später feiern, als wäre es ein Pokalsieg.
Und jetzt wird Beiersdorfer hinterhergetreten. Wäre schön gewesen, wenn man das noch in seiner Amtszeit getan hätte, damit er sich dazu hätte äußern können. Aber da war man noch zu sehr damit beschäftigt ihn heilig zu sprechen.
Und nun Jahre später erkennt auch der Letzte, dass Arnesen gar nicht so schlecht gearbeitet hat. Aber damals war man zu sehr mit der Chelsea-Resterampe beschäftigt als das einem aufgefallen wäre, dass auch noch andere Spieler eingekauft worden sind (Adler, Calanoglu…). Und ja, nicht jeder Chelsea-Spieler ist eingeschlagen. Aber wenn ich an die lange Liste von Fehleinkäufen von Beiersdorfer denke und welch sensationeller Ruf ihm immer noch wegen der Transfers vdv, van Buyten und de Jong nachhängt, zeugt das nicht davon, dass man sich umfassend mit allen Daten/Transfers zu seiner Zeit auseinander gesetzt hat.


Walter White
24. Juli 2017 um 20:57  |  1276697

Nichts für ungut und bei allem Respekt für den Gastbeitrag, kann ich diesen ewigen Rückblicken einfach nichts abgewinnen, weil sie niemanden weiterbringen.


Ruediger
24. Juli 2017 um 20:59  |  1276698

leider zu wenig, daher werden auch immer wieder die gleichen Fehler gemacht….


ogu
24. Juli 2017 um 21:00  |  1276699

Großes Kompliment, Manfred. Ein sehr fundierter interessanter Bericht!


devildino
24. Juli 2017 um 21:12  |  1276700

Manfredo,
sehr interessanter Artikel.
Wenn ich auch glaube, dass die eine oder andere Entscheidung der beschriebenen Personen aus anderen Motiven entstand, war es sehr gut zu lesen und aus anderem Blickwinkel gut nachzuvollziehen.


scorpion
24. Juli 2017 um 21:20  |  1276701

.
@ Manfred.
.
Gut recherchiert und geschrieben. Eine Aneinanderreihung von Pleiten Pech und Pannen.
.
Leider zur damaligen Zeit noch wohlwollend von den Hamburger Medien begleitet …


Hummel
24. Juli 2017 um 21:27  |  1276702

Der Niedergang begann als man nicht gewillt war, den Vertrag mit Horst Hrubesch zu verlängern. Über 30 Jahre ist das her.


garant
24. Juli 2017 um 21:35  |  1276703

Nur eine kleine Anmerkung:

Beiersdorfer hat nicht nur die Holländer geholt, sondern danach auch den dynamischen, entwicklungsfähigen Ailton. Als das geschah, war er in meinem Ansehen doch deutlich gesunken.


tovooh
24. Juli 2017 um 21:40  |  1276704

Wir waren heute in Längenfeld bei Dauerregen und gefühlten 10 Grad. Die Strecke von Leogang nach Längenfeld ist übrigens unzumutbar für mehrmaliges hin- und herfahren. Gott sei Dank mussten wir das heute nur einmal machen …. komplett umgebucht haben wir unsere Kroatien-Rückreise-Übernachtung nicht bekommen. Man sollte mit 2,5h planen bei zügiger Fahrweise. Und dem zügig geneigten Fahrer sei gesagt, dass es nette versteckte Blitzer auf der Strecke gibt – also Obacht.

Also es war heute trotz sämtlicher Rahmenbedingungen absolut super nach Trainingsende für meine Kids. Es waren nur rd 15 interessierte Autogrammjäger da und von daher konnte man fast jeden Spieler „abfischen“. Nur Wood, Holtby und Mavraj sind uns entkommen.

Kleine Anekdote von Müller: während er auf dem Trikot meines Sohnes zeichnete, rief ich meinem Sohn „wer weiß, ob er das Trikot nächstes Jahr noch trägt“ zu. Müller hat das falsch verstanden und meinte zu mir, dass mein Sohn das Trikot bestimmt nicht ablegen würde. Daraufhin meinte ich: „ich meinte Dich damit, Nicolai…“

Zum Trainingseindruck – wir kamen erst, als die Jungs mit einem „Trainingsspiel“ begannen. Gisdol unterbrach dieses Spiel ständig, und justierte bzw. gab viele Hinweise. Es schien m.E. um das Stellungs- und Umschaltspiel zu gehen. Allerdings waren das nur in Summe wenige Szenen, weil dann das Training scheinbar vorzeitig abgebrochen wurde. Ich frage mich, wie man in so kurzer Zeit taktische Züge einstudieren will. Da bin ich aber zuwenig fachlich versiert – vermutlich – so hoffe ich doch – wird noch eine ganze Menge außerhalb des Trainingsplatzes einstudiert….abwarten.

Fazit: ich habe mich tierisch über die Verlegung des Trainingslagers geärgert, weil ich erst wenige Tage vorher gebucht und keine kostenlosen Stornomöglichkeiten hatte. Gleichzeitig war das Wetter heute echt mega mies, aber die Kids waren hinterher echt happy, die Spieler heute alle so nah zu sehen. Insofern alles gut.


Voraussager
24. Juli 2017 um 22:04  |  1276705

Zu Manfred zwei Klarstellungen:
Jol hat in den damals 4 Spielen gegen Weder versagt. Er hat jedes
Spiel mit selber Mannschaft und selber Taktik gespielt und es Bremen so leicht gemacht.
Schaaf hat immer nur gesagt, Jungs wir spielen wie letztes mal!!! Regt mich heute noch auf. Labbadia für den Nichtabstieg ewig nur dankbar sein, darüber kann ich nur lachen.
Hätte jeder Trainer so gemacht und gekonnt, anschliessend hat man doch gesehen das
er nach Fink der schlechteste Trainer ever war und ist. Wo trainiert er eigentlich heute ?


Meaty
24. Juli 2017 um 22:26  |  1276706

Martin Jol stand mit dem HSV im DFB- und UEFA Pokal Halbfinale! Nicht viele Trainer haben das mit dem Verein geschafft. Auch wenn man gegen die Grünen historische Niederlagen hinnehmen musste, war Jol noch einer der besseren Trainer, die der HSV gehabt hat.
Leider wurde in der Winterpause Nigel de Jong für knapp 20 Millionen verkauft. Martin Jol war das natürlich nicht recht, jedoch konnte der HSV dieses Angebot nicht ausschlagen. Die Mannschaft wurde da schon ein Stück weit geschwächt. Zur neuen Saison wollte dann Bernd Hoffmann nicht großartig in neue Spieler investieren – Martin Jol ging darauf – und Hoffmann holte so tolle Megaflops wie Marcus Berg für fast 10 Millionen. Damit fing für mich der Niedergang des HSV an!


Juri
24. Juli 2017 um 22:30  |  1276707

@Manfred: Ich bin in vielen Punkten ja Deiner Meinung. Aber wenn Du Dich schon an den verantwortlichen Personen abarbeitest, warum nennst Du dann nicht die Versager aus dem Aufsichtsrat? Hunke, Ertel, der Komikerenkel, der Vorsänger… Der AR war viele Jahre lang geradezu grotesk besetzt. Der Spott von den Bayern – erinnere Dich an Sammer! – richtete sich eigentlich immer gegen dieses total inkompetente Panoptikum von Selbsdarstellern, das nicht einen Funken Ahnung hatte vom Geschäft. Zu recht! Als würde die Showkapelle auf einmal die Brücke eines Luxusliners übernehmen, haben diese Herren den Verein zu einem Seelenverkäufer havariert. Ihretwegen bangen wir seit Jahren, ob wir den Kahn bei laufendem Betrieb noch einmal flott bekommen.


Voraussager
24. Juli 2017 um 22:49  |  1276708

Meaty,
Jol war nicht unser schlechtester Trainer, das waren Bruno und Fink!
Trotzdem hat er die beiden Halbfinalpleiten und dazu noch die damals mögliche Meisterschaft, man kann es gat nicht glauben, verspielt. Mit erwas mehr taktischem Vermögen hätten wir mindestens eines geschafft.


altona
24. Juli 2017 um 22:54  |  1276709

Manfred:
Sehr guter Beitrag !
Lesenswert !
Fesselnd !


Meaty
24. Juli 2017 um 23:01  |  1276710

@Voraussager
Das Rückspiel im UEFA Cup hat uns Frank Rost durch seinen Patzer zum 1:2 und der Eckball, der zum 1:3 führte – das durch Gravgaards Papierkugel anspiel zustande kam – versaut. Was bittschön, soll ein Trainer da machen?


Urgestein0511
24. Juli 2017 um 23:17  |  1276711

@ Ruediger : Selbstverständlich lese ich *lächel* Ich denke auch, dass wir vom Grundsatz her gar nicht so weit auseinander liegen. Ich habe nur den Eindruck, dass das Anspruchsdenken in Hamburg die Entscheidungsträger immer wieder dazu verleitet, mit viel Geld an einem Kader, der in sich nicht stimmig ist und eklatante sportliche Basis-Defizite aufweist, herumzuflicken, anstatt ihn systematisch und konsequent von Grund auf neu aufzubauen. Der schnelle Erfolg soll her – entgegen allen Beteuerungen, einen Schritt nach dem anderen zu tun. In diesem Bestreben wird eine Million nach der anderen verpulvert, von Nachhaltigkeit keine Spur. Was soll man von einem Nachwuchszentrum halten, wenn sich der Verdacht aufdrängt, dass letztlich nicht für die eigene Mannschaft ausgebildet wird, sondern für die Konkurrenz ? Die Umsetzung des Leitbildes, das den Einbau von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs vorsieht, scheitert daran, dass man das sportliche Risiko scheut und trotz aller Fehlschläge der letzten Jahre immer wieder dem Lockruf des schnellen Erfolges verfällt und doch wieder zur Brieftasche greift. Welches Potential der HSV in der Vergangenheit verschenkt und verspielt hat, ist hinlänglich bekannt … Wäre die Hälfte der sinnlos verprassten Millionen zur Schuldentilgung verwendet worden und damit zur nachhaltigen Konsolidierung der Vereinsfinanzen, der HSV hätte die Chance gehabt, sich zukunftsfähig aufzustellen – und ich könnte bedeutend ruhiger schlafen …


AD1979
24. Juli 2017 um 23:31  |  1276712

Ich halte Jol – so wie Veh – für einen klugen Kopf, der schnell erkannt hat, dass man mit einer Reihe damals an verantwortlicher Stelle sitzenden Personen nicht erfolgreich zusammenarbeiten konnte. Auch der Abgang von Stevens könnte mehr mit diesen Leuten zusammen gehangen haben, als mit privaten Dingen. Wenn wir nach dem entscheidenden Ereignis suchen, das den HSV auf die Verliererstraße gebracht hat, dann ist das für mich der Abgang von Netzer. Netzer wurde 1978 HSV-Manager, also kurz bevor Hoeneß München übernahm. 1983 standen beide Klubs sieben Mal auf der Meisterschale. Die letzte, von Netzer verantwortete Mannschaft holte 1986, kurz nach seinem Abgang, die letzte Herbstmeisterschaft und ein halbes Jahr darauf den letzten Pokal nach Hamburg. Nie wieder konnte der HSV einen solch fähigen Kopf als Manager gewinnen, während Hoeneß München treu blieb und an 25 der 27 Meistertitel beteiligt war. Wenn man in Hamburg etwas verkehrt gemacht hat, dann dass man die Stelle des verantwortlichen Managers nicht dauerhaft vernünftig besetzen konnte.


JU aus Qu
24. Juli 2017 um 23:33  |  1276713

@bopsi,

Vorblog,

ich denke mit der Darstellung wie Du sie seitens FA in Richtung Spieler genannt hast, hast Du doch etwas übertrieben.
Wie Du selber mitbekommen hast, haben FA/ LC wenig mit den Medien kommuniziert, das meiste mussten sie sich selber aus den Fingern saugen, daher doch auch das angespannte Verhältnis zur Presse, was ihm später u.a. zum Verhängnis wurde.
Ich finde die Aussagen von FA waren fachlich bezogen absolut o.K., sein einziger Fehler, das er selber bei ThoFi zu spät reagiert hat, was dieser mit den Medien geschickt für sich nutzte und am Ende FA die Ar.schkarte hatte.
Alles Schnee von gestern, aber er war der Beste der letzten Jahre, weil er u.a. Ideen auf dem Scoutingmarkt hatte, wofür er auf Grund der Kosten von allen verdammt wurde, dem man heute laut hinterher weint.


neeeneee
25. Juli 2017 um 0:10  |  1276714

Also ich konnte nichts tolles beim Gast Beitrag erkennen, die meisten von uns haben diese Zeit erlebt und sehr sehr vieles sehe ich anders und schon der Ausblick lässt mich übel aufstoßen ich konnte leider noch nicht erkennen , wo J.T. einen tollen Job macht.


dead-alive
25. Juli 2017 um 0:11  |  1276715

@ Meaty um 23:01: Was bittschön, soll ein Trainer da machen?
.
Das kann ich Dir ganz genau sagen. Vernünftig aufstellen! Jol hat die gesamte Serie der vier Spiele gegen Bremen schon im ersten Spiel, dem Pokalhalbfinale in Hamburg, durch eine absurde Aufstellung weggeschmissen. Während die Aufstellung im Stadion laut verkündet wurde, stand ich noch vor meinem Sitz, vollgepumpt mit Adrenalin und heimliche Gebete in den Himmel schickend, dass wir wenigstens irgendwas aus dieser Serie gegen den Angstgegner mitnehmen. Als ich die drei letzten Namen hörte (Guerrero, Petric, Olic) brach ich fast zusammen und versank auf meinem Stuhl. Die Anderen dachten, mir wäre übel oder sonst was, aber ich wusste in dem Moment genau, dass es nichts werden würde. Zum damaligen Zeitpunkt war diese Aufstellung vorn absolut tabu – einige werden das noch erinnern – trotz der beeindruckenden Namen und Jol hatte sich leider genau dafür entschieden. Das Fatale war, dass im ersten Spiel unbedingt ein Zeichen gesetzt werden musste, weil sonst die Angst vor dem vollständigen Versagen den HSV gelähmt hätte (auch das werden einige noch erinnern). Genau so kam es dann auch. Durch diese Heimniederlage im 11m-Schiessen war die ganze Serie bereits mental verloren. Auch der Auswärtssieg durch den Kopfball von Trochowski im Hinspiel in Bremen brachte keine Sicherheit. Im Rückspiel spürte das ganze Stadion, dass wir auf die Schlachtbank geführt werden und schon damals gab es eben keine Typen, die sich mental dagegen wehren konnten. Hätte man die Energie der Fans im Stadion auf die Spieler übertragen können, es wäre nie zu dieser Niederlage gekommen. Aber die Spieler waren dem Druck nicht gewachsen. Und diese Verantwortung liegt in hohem Maß beim Trainer. Martin Jol hat im entscheidenden Moment bei der Aufstellung im ersten Spiel und bei der folgenden mentalen Vorbereitung versagt. Er ist für die größte Schmach aller Zeiten verantwortlich, nicht eine alberne Papierkugel.


ludewigo48
25. Juli 2017 um 0:27  |  1276716

Wo der Niedergang begann – welcher Niedergang? Der HSV wurde seit dem Bernd Hoffmann und Katja Kraus abtraten bzw. abgetreten wurden schlecht bzw. sehr schlecht geführt, aber ein Niedergang sieht anders aus – siehe 1860 München, Rot-Weiss Essen, Kickers Offenbach, Karlsruher SC, Wuppertaler SV, die Reihe ließe sich fortführen. Jener Niedergang, nämlich den in untere Ligen, blieb dem HSV bislang erspart. Daher sollten die ewigen Kritiker einmal darüber nachdenken, ob es nicht zu den Stärken des Hamburger SV gehört, die Erstklassigkeit gewahrt zu haben. Man sollte endlich mit dem niederschreiben aufhören und sich geflissentlich wieder nach oben orientieren. Wir wissen alle miteinander, woran der HSV seit Jahren laborierte, zig Analysen haben die Fehler benannt und explizit beschrieben. Jetzt gilt es, die aus den erkannten Fehlleistungen gemachten Lehren zu nutzen und positive Ziele zu setzen, die in Etappen anzustreben sind. Ich möchte es ganz unmißverständlich zum Ausdruck bringen: Baut die Stadionuhr ab, wir wissen eh‘, dass der HSV als einziger Club – übrigens mit ganz wenigen anderen Vereinen in Europa – immer erstklassig gespielt hat, macht aus dem Dino einen Raptor, der Siegermentalität entwickelt und scheut euch nicht, wieder Deutscher Fußballmeister werden zu wollen, das kann man nämlich nur, wenn die Mannschaft in der 1. Liga spielt!!! Statt ewig zu nörgeln und zu meckern sollte die Devise heißen, ja, es gibt Schwierigkeiten, aber wir machen das Beste daraus, denn wir sind HSVer! Diese Impulse, von außen in den Verein gesendet, stärken jene, die ebenso denken und fühlen und sich auch nach oben orientieren wollen – und um jene geht es. Denkt einmal darüber nach, der ewige Abgesang, der auch lange vor dem Beginn der neuen Saison bereits wieder an Lautstärke zunimmt, hilft keinem – am wenigsten dem HSV!!! Wer Druckfehler findet darf sie behalten, das Korrekturlesen fällt heute wegen Müdigkeit aus.


DerJan
25. Juli 2017 um 0:37  |  1276717

Sehr interessanter Beitrag!

Vor allem die Beurteilung Arnesens teile ich, ihn hätte man nicht gehen lassen sollen. Was mir in der Diskussion hier etwas außer Acht gelassen wird: Die Qualität des Kaders im Ligavergleich hat über die letzten 10 Jahre mehr stetig abgenommen. Während man von Jol mit der damaligen Truppe durchaus eine Top 5-Platzierung erwarten konnte, wäre ein Tabellenplatz 10-12 in der kommenden Saison als ähnlicher Erfolg einzustufen. Insofern tue ich mich schwer Trainer über diese lange Zeitspanne miteinander zu vergleichen.


DerJan
25. Juli 2017 um 0:38  |  1276718

Ich streiche das „mehr“


GV1977
25. Juli 2017 um 1:47  |  1276719

neeeneee sagt:
25. Juli 2017 um 00:10
“ ich konnte leider noch nicht erkennen , wo J.T. einen tollen Job macht.“
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
Da geht’s mir ähnlich. Und nach Beiersdorfer sieht wohl jeder gut aus, vor allem, wenn er sich stammelfrei zu artikulieren weiß.
Über Qualität in der Arbeit sagt dies erstmal noch eher sehr wenig aus, vor allem, wenn man sich an vorher propagierte Grundsätze nicht mal ein halbes Jährchen in der lage ist, beim ersten Wink des Gönners aus dem Steuerparadies gleich einknickt.
Wie viele heutige Didi-Kritiker erzählten noch vor einem Jahr das Märchen von dessen toller Arbeit (als SpoDi und VV mit Geruch)?
Fünf,sechs lukrative (Gewinn-) Transfers in …wievielen ?.. Jahren stehen den Verzauderten und Geflopten gegenüber, deren Reihe doch außerordentlich lange war und ist.


GV1977
25. Juli 2017 um 2:05  |  1276720

Dieses ewige Gehadere und Aufgeblase zum Tauma bzgl. der Niederlagenserie gegen Bremen damals zeigt schon, wie wenig sinnhaft und nüchtern beim HSV mit der Vergangenheit und den zugehörigen Fehlern umgegangen wird.
Etwas weniger „Hochsterilisierung“ 😉 zugunsten klarer Analysen bzw. Konsequenzen wäre schon erfolgversprechender.
Auch die einfache Aufzählung und Nacherzählung der Taten von ehemaligen und heutigen Pfeifen in Entscheidungspositionen hilft wenig.
Wer waren denn die jeweiligen Hintergrund-Strippenzieher, wer deren Unterstützer und wie konnten sie ungebremst ungestraft solche (Wiederholungs-)Fehler begehen ?
Was ist mit diesem Verein, dass solche Leute nach oben gespült, gehieft werden können ?
Wie können solch inkompetente Heilsbringer und Großgönner derartigen Einfluß und Unterstützung genießen ?
Hat dieser Club inzwischen eine Disposition dafür entwickelt ?


GV1977
25. Juli 2017 um 2:14  |  1276721

ludewigo48 sagt:
25. Juli 2017 um 00:27
>>>>>>>>>>>>>
…und all die Nörgler verbreiten immer ein so schlechtes Karma, dass der große HSV garnicht anders kann als von Krise zu Krise getrieben zu werden.
Hängt die Überbringer schlechter Botschaft…


Raute.1887
25. Juli 2017 um 2:18  |  1276722

Den Gastbeitrag kann ich zu 100% unterschreiben, hat mir richtig aus dem Herzen gesprochen. Zudem sehr gut geschrieben. Vielen Dank!


GV1977
25. Juli 2017 um 2:18  |  1276723

Wenn es die Stärken des HSV sind, regelmäßig in permanent akuter Abstiegsangst zu schweben, möchte ich vielleicht nicht gleich alle Schwächen auf einmal hören…


Eisenwilli
25. Juli 2017 um 3:03  |  1276724

ludewigo48 sagt:
25. Juli 2017 um 00:27
….
Bester Beitrag hier an diesem Tag!
Klasse!
Voll meine ganze Unterstützung!


scorpion
25. Juli 2017 um 6:46  |  1276726

scorpion
25. Juli 2017 um 6:59  |  1276727

.
Ludewigo48 sagt:
25. Juli 2017 um 00:27
.
…“Daher sollten die ewigen Kritiker einmal darüber nachdenken, ob es nicht zu den Stärken des Hamburger SV gehört, die Erstklassigkeit gewahrt zu haben“.
++++++++
.
Genau so ist es. Die Stärke des HSV ist seine Schwäche.
.
Wie im richtgen Leben überleben die Dummen, Faulen, Frechen und Unqualifizierten nur mit „fremden“ Geld…
.
.
Ich habe, wie @Ludewig48 um 00:27, den Ironiemodus nicht eingeschaltet 🙂 🙂


Leonadomitcabrio
25. Juli 2017 um 8:09  |  1276728

@
Ludewigo48 sagt:
25. Juli 2017 um 00:27 :
.
.
… Klasse Kommentar, you made my day !


Toki
25. Juli 2017 um 8:18  |  1276729

Joo…und jetzt haben wir Lichtgestalten wie Todt, Gisdol und Bruchhagen. Wow..
Wie soll man allen Ernstes mit solchem Personal irgendwas beschicken und die
Wende schaffen? Null Chance….


Rotkaeppchen1966
25. Juli 2017 um 8:34  |  1276730

Die Stadionuhr ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses großartiges Clubs, der in den 130 Jahren seiner Vereinsgeschichte immer erstklassig war.


AD1979
25. Juli 2017 um 8:43  |  1276731

@ Rotkaeppchen1966: In der Saison 1913/14 nicht, oder? Aber auch über 100 Jahre ununterbrochen in der höchstmöglichen Liga ist europaweit und in Deutschland sowieso mit das Beste, was man erreichen kann.


ludewigo48
25. Juli 2017 um 8:53  |  1276732

Auf den Kommentar von scorpion vom heutigen Morgen um 06:59 Uhr möchte ich folgendes antworten: Ich sprach von Stärken, nicht von Stärke. Der Verein verfügt über mehrere Stärken, so z. B. über jene, im Verlaufe seiner Geschichte bereits über 70 vom DFB ausgeschriebene Titel errungen zu haben – siehe Norddeutsche Fußballmeisterschaften etc. pp. – und so gesehen war die Stärkr, bisher die Erstklassigkeit bewahrt zu haben, nur eine von vielen. Damit konnte der Hamburger SV das vermeiden, was anderen Clubs nicht gelang. Gladbach, Hannover, Dortmund, Bremen, Köln und viele andere mußten den Gang ins Unterhaus antreten, diese Clubs konnten den Abstieg nicht verhindern, der HSV konnte bislang dieses. Aus welchen Gründen sollte man jenes dem Verein nicht zu Gute halten? Und ob Huub Stevens, Marcello Diaz, Luka Waldschmidt und all die anderen, die buchstäblich mit dem Rücken zur Wand den Klassenerhalt gesichert haben, zu den Dummen, Faulen und Unqualifizierten gehörten oder aber gehören, die nur mit fremden Geld überlebten oder aber überleben, soll jeder selbst beurteilen. Ich bin der Auffassung, sie haben ein gerüttelt Maß dazu beigetragen, dass der HSV auch in der nächsten Saison zum Kampf um Punkte nach Gelsenkirchen fährt und nicht im Stadion der Nürnberger auflaufen muss. Kommen wir der Vollständigkeit halber noch zu den Frechen. Die Frechen mag ich, vor allem auf dem Platz, vorm gegnerischen Tor, wenn sie alle verladen und den entscheidenen Treffer markieren – so wie einst „Charly“ Dörfel und, noch länger her, Rudi Noack. Ihnen und vielen, vielen anderen verdanken wir die Erfolgsgeschichte des HSV. Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Geld: Man kann viel Schindluder mit dem Mammon anstellen, dass bestreitet niemand, und beim HSV liegt gerade im Umgang mit dem Kapital vieles im Argen, aber eines ist unumstößlich – für kein Geld der Welt kann man sich einen Meistertitel kaufen oder aber einen Abstieg ungeschehen machen. Also, der HSV hat bisher sieben Deutsche Fußballmeistertitel errungen und als einziger deutscher Club die Erstklassigkeit bewahrt – so gesehen kann gar nicht alles verkehrt gewesen sein, Niedergang sieht anders aus!!!


Reiner Petri
25. Juli 2017 um 8:53  |  1276733

Zum Thema Neuverpflichtung sagt Hoeneß im Kicker.TV:

http://www.kicker.de/news/video/2018271/video_klartext-von-hoeness-und-angriff-auf-journalisten.html

Das trifft die derzeitige Misere im Transfergeschäft genau auf den Punkt und zeigt, dass nicht nur der HSV hier Probleme hat.


paulinski
25. Juli 2017 um 9:13  |  1276734

Gastbeitrag zumindest lesenswert, noch besser die Ergänzung von Juri 22:30, gehört dann einfach dazu. Ansonsten bleib ich auch der Meinung, diesen fürchterlichen Jahren der Dilettanten gehören mal eine Pause hier im Blog. Bringt eigentlich nichts. Der jetzige Zustand ist viel wichtiger.


GV1977
25. Juli 2017 um 9:20  |  1276735

Rotkaeppchen1966 sagt:
25. Juli 2017 um 08:34
AD1979 sagt:
25. Juli 2017 um 08:43
Leonadomitcabrio sagt:
25. Juli 2017 um 08:09
@Ludewigo48 sagt:
25. Juli 2017 um 00:27 :
>>>>>>>>>>>>>>>>>
!913, 1914 – 130 Jahre …“nur der HSV“…
und heute ?
ein wenig wie damals – stramm gejubelt in den Untergang…
.
Na, dann auf die nächsten 130 Jahre Gurkentruppengebolze.
Kühne wäre dann 210 etwa.
Irgendwann muss der lebende Verein HSV in den Köpfen verschieden sein zu einer mumifizierten Historien-Ikone,
ohne, dass es bemerkt wurde ?


GV1977
25. Juli 2017 um 9:29  |  1276736

Ja, ein treffendes Bild @Juri !
Panoptikum… 😀


dead-alive
25. Juli 2017 um 10:06  |  1276737

@ ludewigo48, schreibt u.A. … Welcher Niedergang? … Ja, es gibt Schwierigkeiten, aber wir machen das Beste daraus, denn wir sind HSVer!
.
Wenn ich die Gespräche mit gegnerischen Fans richtig erinnere, dann sind sie von Unverständnis aber auch Neugier geprägt, warum es denn seit Jahren beim HSV falsch läuft. Wenn man dann artikuliert, dass man sich eigentlich fremdschämt für die Außendarstellung des HSV, geht die Reaktion in Mitleid über. Schon schwer zu ertragen.
.
Wenn dann allerdings die Hüpfer dazu kommen und sich mit solchen Sprüchen wie den Deinen einbringen, wird man in der Regel als nicht mehr zurechnungsfähig angesehen. Viele sprechen dann von einem Dachschaden und wenden sich befremdet ab. Das ist dann noch schwerer zu ertragen.
.
Du schreibst, wir sollen mal darüber nachdenken, usw.
.
Ich persönlich bete, dass nicht zu viele Außenstehende Deinen Kommentar lesen werden.


paulinski
25. Juli 2017 um 10:08  |  1276738

GV1977, 9:20 GVi, in 130 Jahren ist diese Sportart schon lange vergessen. Da wird wieder ehrliches Ballkicken auf der Strasse gespielt. Und das ist gut so! Der Fussball verkommt langsam zu einer sehr anrüchigen Geldmaschine wie der unerlaubte Drogenhandel. Immer mehr, aber die richtig, haben erkannt, dass hier hemmungslos was zu holen ist. Und nicht nur Spielervermittler, Spieler, nein, auch die Medien, voran das TV, jedes noch so gammelige uninteressante Spiel verdrängt andere tolle Sportarten und bestimmt geistreichere Beiträge im Fernsehen, gruselig! Sorry, kam nur mal so aus`m Bauch.


paulinski
25. Juli 2017 um 10:10  |  1276739

Hej, deady, warum so grimmig? Las doch bitte jedem sein Posti! Das ist ja schon fast beleidigend, Dachschaden und so……………….muss das sein?


paulinski
25. Juli 2017 um 10:10  |  1276740

„Lass“ sorry


Meaty
25. Juli 2017 um 10:12  |  1276741

Den Weg von 1860 München, Rot-Weiss Essen, Kickers Offenbach, Karlsruher SC, Wuppertaler SV hätte man auch genommen, wenn ein Marcelo Diaz damals 20 cm weiter links geschossen hätte!
Aber ob man sich so etwas noch auf die Fahnen schreiben sollte?!


GV1977
25. Juli 2017 um 10:15  |  1276742

paulinski sagt:
25. Juli 2017 um 10:08
>>>>>>>>>>>>>>>
ist auch in meinem Bauch sowas… 🙂


Der Meller
25. Juli 2017 um 10:17  |  1276743

Kostic hat nach eigenen Angaben noch 20 % Luft nach oben. Ich bin nun beruhigt.


bopsi
25. Juli 2017 um 10:20  |  1276744

Wenn sich jemand die Mühe macht, so einen Beitrag zu recherchieren und zu veröffentlichen, dann verdient das Respekt, ob man die Meinung nun teilt, oder nicht.
Daher Danke für diesen Beitrag Manfred!
Ich teile die Meinung an verschiedenen Stellen nicht, besonders nicht, was die Arbeit der aktuell Handelnden angeht. Aber das wird erst wieder endgültig diese Saison zeigen und wie die Erwartungshaltung einzelner tatsächlich ist.
Und wenn jemand meint, die ewige Rückblickerei bringe doch gar nichts, dann soll er mal die Gegenwart ohne die Vergangenheit versuchen zu beschreiben. Die Vergangenheit ist schon deshalb stets zu beachten, weil da das Gros der Spieler verpflichtet wurde.
Aber wird bestimmt ganz lustig, wenn einer die Gegenwart ohne Beachtung der Vergangenheit erklären will.


JU aus Qu
25. Juli 2017 um 10:24  |  1276745

moin all,

wer glaubt das die Stadionuhr am Niedergang Schuld hat, der glaubt auch das der HSV ohne KMK noch erstklassig wäre.
Die Uhr ist das einzige was beim HSV noch wirklich funktioniert, läuft und läuft……….und immer nach vorn.
Schuld sind wir alle, das wir solange den SC/AR zugelassen haben, das wir gegen den AR nicht spätestetns nach einem Jahr auf die Barrikaden gegangen sind.
Die Hüpfer und vermummten Pyrofritzen erreichen beim HSV fast alles, die Realisten werden bestraft wenn sie für null Leistungen ihre DK nicht regelmäßig nutzen.
Hier stimmt vieles nicht im Verein.
Große Unternehmen haben entsprechenden Führungsmannschaften, wo zwar auch nicht immer alles klappt, aber das Kicker Interview von UH hat ein weiteres Mal aufgezeigt wo es auch beim HSV seit langem hapert,m was wohl erst klappt wenn 50 plus 1 gekippt wird.


dead-alive
25. Juli 2017 um 10:27  |  1276746

@ paulinski: Ich zitiere, was gegnerische Fans mir pauschal als HSV-Anhänger an den Kopf geworfen haben, nachdem „hüpfende Andersdenkende“ sich ungefragt in Gespräche eingemischt haben. Das Resultat macht mich in der Tat grimmig.
.
Und mal ehrlich, Paule, Dein Post 2 Minuten vorher zeugt auch nicht gerade von selbstreferentieller Gelassenheit. 😉


Raibi
25. Juli 2017 um 10:48  |  1276747

@JU aus QU 10:24h

Volle Zustimmung. Es gibt nichts hinzuzufügen.


Reinhard 1954
25. Juli 2017 um 11:14  |  1276748

Neues von 1860.
Ismaik wird seine Anteile definitiv nicht verkaufen. Die Klage gegen 50+1 hält er aufrecht.
Ob die Mitglieder von 1860 wirklich glauben Ismaik zieht sich sang-und klanglos zurück?
1860 ist auf Gedeih und Verderb Ismaik ausgeliefert, wie wir Herrn Kühne.
Nochmal: Wie wird Herr Kühne reagieren wenn Westphalen und Co. wieder im neuen AR sitzen? Wird der Beirat erneut Herrn Gernandt für den AR vorgeschlagen? Was passiert wenn Gernandt nicht gewählt wird?
Wie sieht unser Kader am 31.08.2017 aus?
Es bleibt spannend bei unserem HSV.
……….
JU aus Qu sagt:
25. Juli 2017 um 10:24
ebenfalls volle Zustimmung. Es gibt nichts hinzuzufügen.


Blogfan
25. Juli 2017 um 11:22  |  1276749

…der Gastbeitrag hat einige gute und richtige Aussagen, NUR, im ganzen Text kommt nicht
einmal der Name Jarchow vor….mit dieser Person ( sollte zuerst nur übergangsmässig den VV machen und wurde dann aber in einer Nacht- u. Nebelaktion zum bezahlten VV ernannt)
begann das ganze Elend beim HSV.
Komisch ist immer noch, dass diese Jarchow Zeit nie „hinterfragt wurde“. Keiner der „sogenannten“ Sportschreiberlinge erwähnt mal diese “ HSV-Niedergangzeit“
……….
Fazit, der HSV Niedergang hatte viele Namen, trotzdem sollten sie auch „benannt“ werden,
auch wenn sie sich heute noch im “ Kuchenblock “ als VIP darstellen.
Solange diese “ Rautentypen“ im Hintergrund noch ihre Spielchen treiben können, wird der HSV bleiben was er ist… ein ex Weltverein.


Reinhard 1954
25. Juli 2017 um 11:23  |  1276750

Ich bin viel unterwegs.
Meine HSV-Affinität ist allseits bekannt, überall spricht man mich auf den HSV an.
Mittlerweile habe ich den Eindruck, ganz Fußball-Deutschland (außer der HSV-Gemeinde) könnt dem HSV von Herzen den Abstieg.
Sprüche wie: Wolfsburg, Leipzig, Hoffenheim, Ingolstadt, Leverkusen haben in Fußball-Deutschland nicht viele Freunde und werden verpönt, aber ihr vom HSV gehört dank Kühne mittlerweile in die gleiche Kategorie.
Ferner kommt immer wieder die Frage: „wie kann man mit soviel Geld nur so wenig Erfolg haben“


Helmut
25. Juli 2017 um 11:30  |  1276751

Hallo Reinhard 1954

An dem Tage an dem Westphalen und Co. wieder im neuen AR sitzen
ist Herr Kühne vielleicht wichtiger als heute!


JU aus Qu
25. Juli 2017 um 11:36  |  1276752

…sollte 10.24 heißen…….. gegen die AG…nicht AR, was den ja aber beinhaltet, vorgegangen sind.


bopsi
25. Juli 2017 um 11:57  |  1276753

@JU
Und wie hätte man gegen die AG, bzw. Beiersdorfer vorgehen sollen?
Haben wird das hier und Leute in anderen Foren nicht wirklich versucht?
Also JU, WIE?


Heindampf
25. Juli 2017 um 12:14  |  1276754

@Manfred danke für deinen Gastbeitrag. Ich gehöre aber auch zu denjenigen, die es langweilig finden, immer wieder aufs Neue lesen zu müssen, wer in welcher Position in welcher Dekade welchen Mist, wie auch immer gebaut hat. Mich macht das nur müde. Ein „Hüpfer“ bin ich allerdings nicht, in meinem Alter kommt man ja gar nicht mehr so hoch … und den emotionalen Stress des Stadionbesuches kann und will ich mir aus vielerlei Gründen auch nicht antun.
.
Anderes Thema. Bisher war ich immer etwas genervt, wenn ich lesen musste: „Der und der Spieler ist noch nicht so weit“, „muss noch ankommen“, „sich an die Bundesliga gewöhnen“, „akklimatisieren (gerne genommen bei Brasilianern und mein absoluter Favorit – als ob die in Brasilien kein Wetter haben)“, oder „wir geben ihm die Zeit, die er braucht“.
.
Ehrlich gesagt habe ich solche Aussagen als „Beweis“ für blinde Trainer gesehen, die keine Ahnung haben und es dann auch noch wagen, die betreffenden Spieler auszusortieren. So, wie es mit meinem Liebling Halilovic geschehen ist. Eben habe ich aber diesen Abendblatt Artikel gelesen, in den auch einige Bemerkungen von Bernhard Peters eingeflossen sind:

http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article211357373/Das-ist-die-Haerte-HSV-Talente-sind-zu-weich.html

Ich habe den Artikel verstanden und finde ihn sogar gut. Mir war eigentlich gar nicht sooo klar, dass ein Bundesligaprofi wohl hauptsächlich eine große Ansammlung an Muskeln auf den Platz schleppen muss (?), um überhaupt vernünftig mitdaddeln zu können. Ich hatte mich früher schon darüber gewundert, wie lange sich der Trainer mit dem pfeilschnellen Pitroipa dermaßen schwer getan hat. Und als er es dann einigermaßen in die Startelf geschafft hat, haben sie ihn für kleines Geld verkauft. Das fand ich doof! Diese Chance hat Halihalo gar nicht erst bekommen. Als der Frankfurter Abwehr-Bär ihn fiese weggeräumt hat, war das für Gisdol wohl die Blitz-Erkenntnis, dass er körperliche Defizite hat (vielleicht ja auch noch ein paar andere, das kann ich nicht beurteilen), die aufzuarbeiten wohl recht viel Zeit braucht.
.
Dieser Artikel hat mir möglicherweise ein wenig die Augen geöffnet, das wollte ich nur sagen. Außerdem ist Sommerloch.


Blogfan
25. Juli 2017 um 12:20  |  1276755

…ein Weg wäre….zu den Heimspielen einfach wegbleiben, allein diese Aktion über eine längere Zeit setzt die Verantwortlichen unter Zugzwang, aber solange die 40.000 Z. Biere und Würste in sich reinziehen, egal was sie kosten, solange „löpt dat“ der HSV-Zirkus.
.
AR und VV’s sind bei so einer Strategie in einer Halbserie „weg vom Fenster“


altona
25. Juli 2017 um 12:24  |  1276756

Wenn unbelehrbare Strippenzieher wie Westphalen zurück in den Aufsichtsrat wollen, müssen wir eben zum Wohle des HSV hier durch entsprechende Kommentierungen ein bisschen deutlicher als bisher Position beziehen.
.
Fehlt nur noch, dass Leute wie Pyromanenanwalt Scheel oder Selbstdarsteller Bednarek wieder aus der Versenkung auftauchen.


dead-alive
25. Juli 2017 um 12:29  |  1276757

@ bopsi: Die Handlungsoptionen in einem Blog oder Forum sind bekanntermaßen gleich null, wir haben also überhaupt nichts versucht, sondern nur reichlich Kommentare in den Blog gehustet.
.
„Alles versucht“ haben Leute wie Reinhard, die tatsächlich auf Mitgliederversammlungen ans Mikro gehen und kritische Fragen stellen und Anträge einbringen, weil der Aufsichtsrat mal wieder versagt.
.
Einen wirklichen Einfluss hätte die Fangemeinde nur durch einen Stadionboykott, aber das ist den meisten ja eine Nummer zu heftig.
.
Also bleibt alles wie gehabt. Es wird eine geile Saison.


altona
25. Juli 2017 um 12:32  |  1276758

Jarchow hatte ein besonderes Verhältnis zum damaligen Blogvater, wie auch zu anderen Medien. Bist Du z.B. durch die Politik gut vernetzt und kannst die Klaviatur der Medien gut spielen, wirst Du nicht so schnell zum Abschuss freigegeben, wie z.B. ein Arnesen.
.
Daher gab es hier nie eine gnadenlose Bilanzierung der Jarchow-Zeit.


rrose
25. Juli 2017 um 12:40  |  1276759

dead-alive sagt:
25. Juli 2017 um 12:29

Super Beitrag! Alles richtig. Dem muss man nichts mehr hinzufügen ausser: holt endlich Magath ihr Holzköpfe.


altona
25. Juli 2017 um 12:40  |  1276760

Ludewigo48:
.
Ja, der Niedergang sieht anders aus, aber er kann noch kommen.
Die Frage ist, wie gut ist der HSV aufgestellt, dies zu verhindern, insbesondere für die Zeit nach Kühne, die so langsam mal geplant werden müsste.


bopsi
25. Juli 2017 um 12:48  |  1276761

@dead-alive
„Einen wirklichen Einfluss hätte die Fangemeinde nur durch einen Stadionboykott, aber das ist den meisten ja eine Nummer zu heftig.“
———————————————
Mache ich seit Mai 2014. Und?


Dehn
25. Juli 2017 um 12:51  |  1276762

Ju aus Qu sagt 10:24 Uhr
Bitte richtig lesen!!!
Keiner der Stadionuhr-Kritiker hat geschrieben, die Uhr sei schuld am Niedergang des HSV.
Fast alle Kommentare, die sich für für die Demontage der Uhr aussprachen, meinten, sie sei hinderlich für eine Neuaufstellung und moderne, zukunftsorientierte „Identität“ (ein etwas pathetischer Begriff) des Clubs.


Toki
25. Juli 2017 um 12:53  |  1276763

Bin auch schon seit Jahren beim Stadionboykott dabei. Interessiert aber kein Schwein.
Insofern ist der Weg wohl eher Wunschdenken.


Raibi
25. Juli 2017 um 12:57  |  1276764

@dead-alive 12:29h

Die Idee mit dem „großen“ Boykott ist zu kurz gesprungen. Was passiert nachdem die handelnden Personen aufgrund des Druckes (Stadion ist leer) zurückgetreten sind? Du must dann schon adäquate Nachfolger präsentieren und ein Konzept präsentieren, damit die 40.000 Fans dem Aufruf „fernbleiben“ folgen. Die sind nicht so dämlich und bleiben fort, wenn kein Nachfolger/kein Konzept für den Umsturz präsentiert wird.

Und wir sehen ja jetzt, das nach der kleinen „Revolution“ durch den AR das Ersatzpersonal (VV, SpoDi) keinen besseren Job macht; außer das Gestammel des VV durch „geschmeidige“ Worthülsen ersetzt wurde.

Somit gibt es noch eine weitere Option, den „großen“ Umbruch zu initiieren, ohne das das Stadion „leer“ ist. Die Revolution benötigt ein Gesicht. Dieses Gesicht sollte Kühne sein, der dann die operativen Geschäfte an z.B. Magath und z.B. Sammer / Wenger übergibt.


kauz
25. Juli 2017 um 12:58  |  1276765

dead-alive sagt:
25. Juli 2017 um 12:29, Zitat:
… Einen wirklichen Einfluss hätte die Fangemeinde nur durch einen Stadionboykott, …
—-
Das wäre m. E. das letzte Mittel, das dem „Fan“ übrigbleibt.
Vorher kann man aber, zumindest als Mitglied, den Herren noch die Entlastung verweigern.
Dies ist auch geschehen bei Herrn Meier. Und obwohl ich es mir nie hätte denken können, legte Herr Meier doch tatsächlich größten Wert darauf und stellte dann bei der nachfolgenden MV den Antrag auf nachträglich Entlastung, die er dann auch bekommen hat. Entlastung 2. Klasse, sozusagen.
Ich erinnere mich deshalb noch sehr gut daran, weil ich eigentlich auch beim 2. mal nicht für die Entlastung stimmen wollte, mich aber habe belabern lassen und es dann doch getan habe.
Wie gesagt, ich war sehr überrascht davon, daß Herr Meier da so sensibel und penibel drauf reagiert hat. Das hätte ich nicht gedacht. Es wirkte offenbar doch wie ein Warnschuß.
Im Nachhinein wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, den Ignoranten da oben mal wenigstens anzudeuten, daß die Fans/Mitglieder nicht völlig unkritisch sind und alles abnicken, durchwinken und mit sich machen lassen.
Antrag auf Entlastung des Vorstands/AR ist immer ein Punkt auf der Agenda von MV’s, da liesse sich evtl. für kommenden Januar (?) was arrangieren.
Man müßte aber sicher jetzt schon mal so langsam anfangen mit organisieren.


Reiner Petri
25. Juli 2017 um 13:14  |  1276766

Für die Leute die meinen „Aussenstehende“ hätten zu viel Einfluss auf den HSV sei gesagt dass bei anderen vereinen auch Dritte Anteile besitzen.
Borussia Dortmund:
Evonik Industries AG: 14,78 %
Bernd Geske: 8,80 %
Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund: 5,53 %
SIGNAL IDUNA: 5,43 %
PUMA SE: 5,0 %
Streubesitz: 60,46 %
Bayern München:
adidas AG mit Sitz in Herzogenaurach: 8,33 %
Allianz SE mit Sitz in München: 8,33 %
Audi AG mit Sitz in Ingolstadt: 8,33 %
Streubesitz 75%
Ähnlich sieht es auch bei andere BL-Vereinen aus.
Und nochmal durch die Sponsorengelder der Besitzer erhält Bayern jedes Jahr rund 170 Mio Euro.
So lange sich jemand bereit erklärt aus feien Stücken dem Verein Geld zu geben ist das nicht verwerflich.
Die derzeitigen Nachrichten aus Längenfeld sind nach meinem Ermessen gar nicht so negativ. Es scheint tatsächlich so, dass der Trainer einen Plan hat und dass auch der Nachwuchs darin vorkommt.
Wobei ich sagen muss, dass es mir lieber gewesen wäre Kostic hätte noch 30% Steigerungsmöglichkeiten oder sagen wir besser 40%.


dead-alive
25. Juli 2017 um 13:28  |  1276767

@ bopsi: Und?
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Das ehrt Dich sehr, aber hilft genau so wenig, wie sich über das böse Sky Abo zu echauffieren und anzukündigen, dies zu beenden.
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Beim Stadionboykott geht es nicht um die Aktion des Individuums, sondern um die Aktivierung der Massen, so wie Blogfan es um 12:20 beschreibt.
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Wenn sich hier wirklich jemand rühmen möchte, alles getan zu haben, dann frage ich mich, warum die Website http://www.stadionboykott.de weder reserviert noch mit Leben gefüllt wurde. Alle Domains sind noch zu haben.
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Wo bleibt der Einsatz von Flyern und Plakaten direkt vorm Stadion bei jedem Heimspiel, um die Fans von der Notwendigkeit eines Boykotts zu überzeugen?
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Wo bleibt der Aufruf hier im Blog und in allen Foren, daran teilzunehmen?
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Wo bleiben die Posts bei Facebook, Twitter, Youtube und anderen sozialen Netzwerken, damit sich diese Idee innerhalb von wenigen Stunden durch das Web fräst?
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Wo bleibt die angemeldete Demo mitten vor dem Rathaus mit dem Slogan, wir wollen hier endlich wieder Titel feiern
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Wo bleibt der kurze Einspieler auf N3, wo das Thema sogar kurz im TV zu sehen ist, nachdem man alles Menschenmögliche getan hat, um irgendjemand, den man kennt, der einen anderen kennt, der einen Redakteur bei N3 kennt, dafür begeistern konnte?
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Wo bleibt der persönliche Brief an Herrn Kühne, in dem man ihn dazu aufruft, mit seinen Finanzmitteln eine Bewegung „Stadionboykott HSV“ zu unterstützen?
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Wo bleibt die Initiative, für die nächste Mitgliederversammlung, einen Antrag zu entwerfen, in dem man diesen Stadionboykott ankündigt, vielleicht sogar diskutiert?
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Wo bleibt der Aufruf an alle Mitglieder, ihren Hintern zur nächsten MV zu bewegen, um dort so einen Antrag zu unterstützen?
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Da ham‘ wir doch alle kein‘ Bock drauf. Und deshalb kann sich hier niemand rühmen, alles getan zu haben. Wir sind essentieller Bestandteil des Problems.
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Oder: Holt endlich Magath, Ihr Holzköpfe! 😉


JU aus Qu
25. Juli 2017 um 13:40  |  1276768

@bopsi,

ich weiß es ist schwer, ich für meinen Teil habe auf schriftlichem Weg einiges versucht,
aber im Grunde bleibt da nur ein friedlicher, aber gezielter Stadionboykott, oder es gibt wie bei den Pyromanen eine Abordnung „Realisten“ (DK Inhaber), die auch den direkten Weg nehmen, was man doch mit Unterstützung der Medien auf die Reihe bekommen sollte.
Nur müsste dazu ein Aufruf erfolgen, weil diese Leute nicht so organisiert sind, wie die Kapuzen tragenden SC Freunde.


altona
25. Juli 2017 um 14:07  |  1276769

Stadionboykott, so eine Schnapsidee ! Ist wohl dem Sommerloch geschuldet. Geschätzt 40% der Stadionbesucher sind entweder „Stadiontouristen“ oder Fans mit Gelegenheitsbesuchen. Dazu kommen dann noch die Dauerkartenbesitzer, die das für einen total blöden Einfall halten.
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Also mal im Ernst: Wie soll das bitte funktionieren ?


DerFrankfurter
25. Juli 2017 um 14:07  |  1276770

Ist das Spiel heute auf irgendeinem Medium zu sehen?


altona
25. Juli 2017 um 14:16  |  1276771

Gegen was genau soll eigentlich durch den Stadionboykott demonstriert werden. Gegen den jahrelangen Nichtgewinn von Titeln ?
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Das kann man nicht erzwingen.
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Der HSV muss sich erstmal entschulden, um wieder den Kampf gegen die Großen aufnehmen zu können. Ich kann nicht erkennen, wie dieses Vorhaben, das Rieckhoff eigentlich mit HSV+ umsetzen wollte (stattdessen wurden Milionen in Transfers verbrannt) auf Sicht gelingen soll. Man lebt von der Hand in den Mund, und wenn die Hand den Mund nicht erreicht (z.B. keine Lizenzerteilung wegen fehlender Liquidität), dann hilft mal kurz der Namensgeber für das Stadion. Aber das wird eben auf Sicht nicht mehr lange so funktionieren.


Helmut
25. Juli 2017 um 14:23  |  1276772

Entschulden geht aber nur mit sportlichem Erfolg!
D.h. man dreht sich im Kreis!


Mittelmass
25. Juli 2017 um 14:39  |  1276773

Angeblich soll Real bereit sein, bis zu 180 Millionen für Mbappe zu zahlen.
Oder die Ablösen auf der Insel und jetzt China.
Bei dem Irrsinn fällt die Bundesliga gehörig zurück.
Und wo in diesem Theater steht da der HSV?

Ein Stadionboykott wird da mittelfristig nicht mehr notwendig sein.
Das Problem HSV wird sich von selbst lösen (oder auflösen?)


altona
25. Juli 2017 um 15:12  |  1276775

Theoretisch ist eine Entschuldung durch sportlichen Erfolg wohl möglich. Aber bleiben wir doch mal realistisch. Sportlicher Erfolg, damit sind ja wohl die Millionen aus der Championsleague gemeint. Mit diesen Einnahmen, vor allem, wenn sie denn über einen längeren Zeitraum sprudeln, erscheint eine Entschuldung schon möglich.
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Die Plätze 1-3 sind aus meiner Sicht dauerbelegt durch Bayern, Dortmund, Leipzig. Um den 4. Platz, der zur Quali berechtigt, gibt es Hauen und Stechen zwischen den Clubs, bei denen es gut läuft und die dazu noch einen hochwertigen Kader besitzen.
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Da der HSV, auf Grund seiner finanziellen Situation, die Kaderkosten reduzieren muss, wird er auf Jahre keinen dieser Plätze belegen.
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Somit wird es keine Konsolidierung durch sportlichen Erfolg geben.
Bleiben noch die Optionen Transfererlöse und Geldgeber. Die Option Geldgeber läuft schon seit Jahren durch KMK und alle wissen, dass sie überlebensnotwendig ist, aber keiner kann sich so wirklich damit identifizieren. Ich wette, da stehen schon einige Scheichs im Wartefeld und lauern auf die Chance, sich einen Traditionsverein als Spielzeug zuzulegen, was natürlich nur möglich sein wird, wenn der HSV mit dem Kopf unter Wasser geraten ist und bereits Wasser in der Lunge hat. Wer würde dann nicht die Hand eines Investors ergreifen ?
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Die Option, Konsolidierung durch Erzielung von Transfererlösen ist natürlich die viel smartere Lösung. Nur leider kann der HSV Transferüberschüsse irgendwie nicht oder zumindest seit Jahren nicht mehr. Hierzu braucht es eine sportliche Leitung mit totsicherem Gespür für Spieler mit Steigerungs- und Entwicklungspotential, verknüpft mit einem weit vernetzten Scoutingsystem. Man muss leider – ob der bisherigen Vita von JT – Zweifel anmelden, ob JT dieses totsichere Gespür für Transfers besitzt. Von einem weit vernetzten Scoutingsystembeim HSV habe ich seit der Zeit, als Bernd Legien beim HSV tätig war, nicht mehr viel gehört, gelesen. Zu Arnesens Zeiten hatten wir wenigstens noch die gigantisch große Spielerdatenbank auf dem Laptop von Lee Congerton, Arnesens Assistenten.
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Was das nun in der Gesamtbetrachtung bedeutet ?
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Die Leidenszeit des HSV, die nun schon einige Jahre andauert, ist noch nicht zu Ende, im Gegenteil, aktuell ist nicht wirklich eine Umkehr, ein Ende abzusehen.
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Aber gut, dass es hier nicht nur Schwarzmaler gibt, wie mich. Es wird bestimmt, Nicki1887, eine total tolle Saison !


Jensen
25. Juli 2017 um 16:04  |  1276777

Moin Moin,

@Manfred: Hut ab; sensationelle Darstellung, ich krieg mich gar nicht wieder ein. Würde mir wünschen mehrere solcher Beiträge lesen zu können.


Hamburger-Jung
25. Juli 2017 um 18:22  |  1276790

Super Manfred, exzellenter Beitrag. Vielen Dank.


Stralauer Raute
25. Juli 2017 um 18:34  |  1276796

Nur kurz meine Meinung zu dem Gastkommentar:
Viel zu undifferenziert wird vor allem die Person Bernd Hoffmann gesehen. Das soll nicht die unfassbare Inkompetenz des damaligen Aufsichtsrates schmälern. Aber: Labbadia erste Zeit beim HSV endete auch wegen des Nicht-Verhältnisses zur Mannschaft. Die Funktion eines Sportchefs ist u.a. auch genau dies zu verhindern.
Dass keiner da war ist in meinen Augen der Kardinalfehler überhaupt gewesen. Wie alle wissen hat Labbadia im Training Vorträge gehalten und doziert und so ging das Verhältnis Mannschaft/Trainer ins Gesäß….
Alle daran Beteiligten auf Vereinsseite tragen Schuld daran. Die Hinrunde war grandios! Dass dies nicht erfolgreich weitergeführt wurde ist auch die Schuld von Bernd Hoffmann.
Aber dieser Mensch ist einigen hier genauso heilig wie Beiersdorf der Teufel ist. Diese Sicht der Dinge ist mir zu eindimensional, aber dies ist leider hier sehr populär.

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