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Stürmt er morgen doch? Bobby Wood fehlte die ganze Woche im Training, reiste aber als 19. Mann mit nach Bremen

Alles war auf das gerichtet, was nicht da war: Bobby Wood. Kann er spielen? Fällt er aus? Die ganze letzte Woche ging es beim HSV fast nur um diese eine Personalie. Und heute nun die Entscheidung. Dachten alle. Als Trainer Markus Gisdol seine Mannschaft um 15 Uhr zum Abschlusstraining in den Schneeregen/Hagel“/Sturm führte, fehlte der beste HSV-Angreifer. Wood war nicht dabei – und dürfte dafür ausfallen. Oder? Nein, noch nicht. Und allein die Tatsache, dass selbst jetzt noch nicht zu 100 Prozent sicher war, dass er ausfällt, zeigt schon, wie außergewöhnlich wichtig dieser Spieler inzwischen schon ist. Bei jedem anderen Spieler hätte sich seine Einsetzbarkeit mit der Trainingsteilnahme beim Abschlusstraining bestätigt – oder eben erledigt.

 

Nicht so bei Wood. „Es ist noch nicht sicher“, so die Meldung aus der Presseabteilung im Anschluss zunächst. Erst um 17.30 Uhr veröffentlichte der HSV seinen Kader fürs Nordderby – und das MIT Bobby Wood. Der US-Nationalspieler hatte sich im Volksparkstadion behandeln lassen und Trainer Gisdol wollte sich die Option auf seinen Einsatz bis zum Schluss offenhalten. Wobei man dazu sagen muss, dass der Kader aktuell noch 19 Mann umfasst. Dementsprechend wird morgen noch ein Spieler gestrichen werden müssen. Der vorläufige Kader: Hunt, Waldschmidt, Sakai, Gregoritsch, Ostrzolek, Jung, Walace, Kostic, Götz, Mavraj, Janjicic, Douglas, Lasogga, Diekmeier, Jatta, Wood, Holtby, Mathenia und Mickel. Das sind die 19 Spieler, die heute mit nach Bremen reisen. Und sollte Wood morgen nicht doch angeschlagen passen müssen, dürfte es eine Entscheidung zwischen Ashton Götz und Bakery Jatta werden.

Im Sturm also weiter Unklarheit, und das, nachdem der HSV sowieso auswärts Probleme hat, Tore zu erzielen. In den letzten drei Gastspielen ohne Tor – in der Historie gab es beim Dino nur zwei längere derartige Serien. Aber: Das letzte Auswärtstor des Dinos erzielte Aaron Hunt am 11. Februar in Leipzig – und der Ex-Bremer ist bei seinem ehemaligen Arbeitgeber topfit wieder mit dabei. Ebenso wie Michael Gregoritsch, der in den letzten drei Spielen gegen Werder drei Tore erzielte und heiß ist: „Natürlich ist so eine Serie nett, das hat man auch im Hinterkopf“, so der Österreicher, „aber es ist nicht entscheidend. Wichtiger wäre mir, dass wir unsere Serie ausbauen und auch im vierten Spiel in Folge ungeschlagen bleiben. Am besten mit einem Dreier.“

 

Es wäre der dritte Sieg im vierten direkten Duell. Und angesichts der heutigen Ergebnisse mal wieder extrem wichtig. Einen Punkt Vorsprung bei einem Spiel weniger hat der HSV auf den relegationsplatz, da Mainz, Wolfsburg und Augsburg gewinnen – sehr viel schlimmer hätte es heute nicht laufen können. Wobei ich hoffe, dass sich der HSV – völlig unabhängig vom Ausgang der morgigen Partie – nicht aus der Ruhe bringen lässt. So stabil wie sich die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol in den letzten Wochen präsentiert hat, sollte sie im gesamten Saisonendspurt berechtigt selbstbewusst auftreten können.

 

Dass da morgen in Bremen zwei Mannschaften aufeinander treffen, die in der Rückrunde zu den Top-Teams gehören, fällt nicht mehr ins Gewicht. Leider. Dabei sammelten in der zweiten Saisonhälfte vor diesem Spieltag nur die Bayern und Mönchengladbach mehr Punkte als der HSV und Werder, die sich spektakulär aus dem Keller siegten. Bremen belegte immerhin neunmal einen der letzten drei Plätze, der HSV gar 21-mal. Und beide Serien tragen maßgeblich auch die Namen ihrer Trainer: Denn sowohl Alexander Nouri als auch Markus Gisdol hauchten ihren Mannschaften wieder Leben ein. Ohne Frage gehören die beiden Trainer zu den großen Aufsteigern dieser Saison, verzeichnen sie doch jeweils den Punkteschnitt eines Europapokalkandidaten. Im direkten Vergleich in dieser Spielzeit hat Nouri (25 Spiele/1,44 Punkte im Schnitt) dank der jüngsten Erfolgsserie gegenüber Gisdol (23/1,39) sogar leicht die Nase vorne, mit einem Sieg im direkten Duell könnte allerdings Gisdol den Spieß umdrehen.

HSV-Sportchef Jens Todt im Video-Interview beim SID

Wobei man bei Werder einen Namen neben Nouri mit dem Aufschwung der letzten Wochen verbindet: Max Kruse. Der Hamburger Jung bereitete in Frankfurt den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 vor und sammelte damit in den letzten 3 Partien fünf Scorer-Punkte. Überhaupt befindet sich Kruse, der in der Hinrunde 2015/16 noch mit Hunt gemeinsam beim VfL Wolfsburg spielte, in der Rückrunde in absoluter Topform: Lediglich Robert Lewandowski und Anthony Modeste waren in der 2. Saisonhälfte an mehr Toren beteiligt als der Werder-Star (6 Tore/4 Assists). Kruse, der als Kind auch in HSV-Bettwäsche schlief, stand nie im engeren Fokus des HSV. Leider. Nicht einmal, als er im Dress des FC St. Pauli groß aufzog. Damals sagte mir ein HSV-Scout auf der Tribüne des Millerntorstadions: „Schau genau hin, der Junge ist zu faul, zu laufschwach. Das reicht nicht für oben.“ Kruses Antwort: Er wurde Nationalspieler, ein Top-Torjäger und Vorbereiter. Vor allem aber verlor er nie gegen den HSV (6 Siege, 5 Remis). Zumindest bis morgen…

 

Denn da wird der HSV nach einem spannenden, hochklassigen und vor allem auf wie neben dem Platz außergewöhnlich fairen 106. Nordderby hoffentlich als Sieger den Platz verlassen und Werder in der Tabelle einholen. Und egal wie viele mir hier jetzt diese Äußerung jetzt übelnehmen, ich würde mich wie jedes Jahr darüber freuen, wenn beide Mannschaften die Klasse halten und in der kommenden Saison vielleicht um andere Tabellenplätze kämpfen, wenn die Nordderbys Nummer 107 und 108 anstehen.

 

In diesem Sinne, auf ein friedliches Fußballfest im und um das Weserstadion herum. Wir melden uns morgen wieder nach dem Spiel mit unserer Live-Sendung aus dem Studio von Hamburg1. Ulis und meine Gäste diesmal sind der Hamburger Ex-Bundesligaprofi Thomas Seeliger sowie der Ex-HSV- und Bayern-Profi Vahid Hashemian.

 

Bis dahin!

Scholle


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Kommentare

Fabian Martin
16. April 2017 um 17:35  |  1261629

Sprachlos in Lübeck. Fehlpässe ohne ende. Kostic….sprachlos…14 Millionen….für so eine Leistung. Warum darf er immer wieder ran??? Warum nicht früher auswechseln? Hamburg hat den Gegner schön wieder zurück ins Spiel gebracht.


boss48
16. April 2017 um 17:37  |  1261632

Sky-Reporter war Fuss; der war völlig i.O. und hat das Spiel richtig analysiert. Der Bremer Sieg war (leider) verdient. Wenn Säulen wie Papa, Müller und Wood wegbrechen und dann noch Kostic völlig indisponiert ist, reicht es halt nicht.


Waltero
16. April 2017 um 17:39  |  1261635

Maddes:
Wenn man mehr Ausrufezeichen als Zeilen benutzt, sollte man den Post noch einmal überprüfen 😉


maddin näh
16. April 2017 um 17:41  |  1261637

Waren die Bremer in der Tabelle nicht eigentlich mal hinter Hamburg ?


Kuddel
16. April 2017 um 17:41  |  1261639

Werder-Sieg gegen megagrottenschlechten HSV – na und??? 😉


tonipain
16. April 2017 um 17:43  |  1261641

Das ist bitter, zu mal Gisdol heute die Niederlage auch auf seine Kappe nehmen muss. Klar sahen Mathenia und Jung bei beiden Gegentoren ganz schlecht aus, sind die Fehlpässe von Ostrzolek und Sakai zum Haare raufen(die Verzweiflung stand Hunt und Kostic ins Gesicht geschrieben), aber der Trainer hat heute scheinbar probieren wollen, statt Punkte zu holen. Warum ein total überforderter und indisponierter Walace nicht spätestens zur 60min vom Platz genommen wurde????? Warum ein Lasogga wieder einmal beweisen sollte, das er hier nur noch ein Fremdkörper, ohne Torgefahr+Spielbindung, ist?????
Einzig Jatta hat sich empfohlen, den will ich gegen Darmstadt sehen. Und hoffentlich erkennt Gisdol endlich, das uns ein Knöll, der weiss wo das Tor steht mehr helfen wird als die Ballverstolperer wie Waldschmidt oder Lasogga. Und wieder ist deutlich geworden, wie wichtig Papa ist, das er der Kitt ist, der diese mittelmässige Truppe auf Erfolgskurs bringt.
Ich hoffe Gisdol zieht die richtigen Schlüsse, denn gegen Darmstadt müssen wir gewinnen.


observer
16. April 2017 um 17:47  |  1261646

Mein Tipp hat zahlenmäßig gestimmt – nur leider mit falschem Vorzeichen. Wer konnte aber auch ahnen, dass Kostic viel zu spät raus und Lasogga überhaupt eingewechselt wird. Ohne Papa und Wood fehlte allerdings auch die stabilisierende Achse.
Jetzt müssen gegen Darmstadt und Augsburg 6 Punkte her. Das ist bereits ein „must“!


Voraussager
16. April 2017 um 17:48  |  1261647

Wie von mir mehrfach geschrieben, Gregor hat kein BL – Format, unterirdisch. Warum braucht Gisdol so lange um zu sehen dad Kostic nix, aber auch garnic fertig bringt??


Matz-Ab-Moderatoren-Team
16. April 2017 um 17:53  |  1261650

Neuer Blog.


16. April 2017 um 19:35  |  1261724

Ohne Wood wird es ganz schwer für den HSV. Schon der Ausfall von Müller ist eine Herausforderung. D98 kämpft auch am kommenden WE noch um die Bundesliga. Harte Zeiten gerade. Mit dem Sturm von heute werden wir die Klasse nicht halten können (…).

Endspurt. Wir brauchen noch zwei Siege – am besten gegen D98 und Mainz05!!

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