Archiv für das Tag 'Zumdick'

Mal wieder ein kleines Lebenszeichen . . .

25. Juni 2014

***Bitte beachten***
Dieser Artikel ist nur eine kleine und kurze Ergänzung, der zuvor von Lars Pegelow veröffentliche Bericht ist vom heutigen Tag aus Glücksburg und vom HSV – sehr lesenswert!

Ein ganz lieber „Matz-abber“ hat mich heute angerufen und gemeint, ich könnte doch mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir geben. Recht hat er, habe ich sofort gedacht, und mich „ans Werk“ gemacht. Wobei ich eines gestehen muss. Nein, zweierlei: Erstens bekomme ich immer noch viele Genesungswünsche per Mail, und zweitens, Asche auf mein Haupt, ja, wirklich viel Asche, denn ich habe mich immer noch nicht bei allen für ihre Grüße und Wünsche bedankt. Auf diesem Wege sei das nachgeholt, vielen Dank für Eure Unterstützung auf meinem Wege zur Besserung. Allmählich bekomme ich wieder Boden unter meine Füße, aber ich gestehe, ich habe mir das alles viel, viel leichter und einfacher und schneller vorgestellt. Im Krankhaus hatte ich noch gedacht, dass ich das auf einer A-Backe absitzen werde, aber da habe ich mich gewaltig getäuscht. Vor allem das Cortison (auch Kortison geschrieben, ich weiß) hat mich total umgehauen – ein Teufelszeug. Mit vielen, vielen Nebenwirkungen. Ich denke, dass ich zurzeit bei 70 Prozent bin. Aber es wird. Weil ich doch von Euch dabei unterstützt werde. Und von vielen Leuten, von denen ich es nie gedacht hätte, dass sie an mich denken. Toll, es ist einfach nur toll und grandios. Auch eine großartige Erfahrung für’s Leben.

Ich verfolge natürlich den Fußball weiterhin. Von der WM sehe ich nicht alles, aber vieles. Und den HSV verfolge ich natürlich auch. Allein per Telefon, weil mich die Leute anrufen und mit mir über die drei großen Buchstaben klönen wollen. Die meisten haben Angst, das muss ich zugeben, Angst davor, dass auch die kommende Saison so laufen könnte, wie die gerade abgelaufene. Mitunter, je nach Tagesform, teile ich diese Ansichten, obwohl mir eines – ganz eindeutig – auch Hoffnung auf bessere Tage und Zeiten macht. Eines – oder einer. Wenn ich so mitbekomme, dass Mirko Slomka im Training ganz schön anzieht, dann freut mich das ungemein. Der Mann hat es erkannt, woran das Dilemma Nummer eins des HSV liegt, gelegen hat. Dieses C-Jugend-Training all die Jahre, das hat den HSV vor allem runtergezogen, und das scheint nun ein Ende zu haben. Endlich, endlich, endlich. Ich hoffe es sehr. Für den HSV. Für die Mannschaft. Für den Trainer. Und für die Verantwortlichen, die jetzt übernehmen. Es musste jemand kommen und erkenne, wie schlecht diese Mannschaft trainiert ist (und wurde), und der jetzt den Hebel umlegt. Hoffentlich auf Dauer. Wobei ich jedem noch einmal empfehle, einen meiner letzten Matz-ab-Artikel zu lesen – den vom 8. Juni. Darin steht zu lesen, war zu lesen, dass sich vor Beginn der vergangenen Saison zwei Nationalspieler (einer vom HSV, einer von Dortmund) über die absolut unterschiedliche Trainings-Intensität beider Clubs unterhalten haben. Wenn daraus nur ein wenig, nur ein ganz klein wenig die Konsequenzen gezogen werden, dann stünde der HSV meiner Meinung nach vor einer guten Spielzeit 2014/15. Davon bin ich restlos überzeugt. Mirko Slomka ist da auf einem sehr guten Weg, wie mir scheint. Auch wenn ich das (den HSV) derzeit nur von weitem sehr entfernt (war in geflügeltes Wort meines Schwiegervaters) betrachte.

Ähnlich ist es ja mit dieser WM. Nur vorm Fernseher sitzend. Und da gehen mir das Turnier und der HSV nicht aus dem Sinn. Irgendwie denke ich immer an den HSV, wenn ich einen Hamburger Bezug feststelle. Nigel de Jong, Vincent Kompany, Ivica Olic, Niko Kovac, Eric-Maxim Choupo-Moting, Heung Min Son und, und, und.

Und dann denke ich auch an Hamburg. Dass bei den Schweizern immer noch ein Mann namens Reto Ziegler spielt. Der ist schon vor einem Jahrzehnt beim HSV durchgefallen. Weggeschickt haben sie ihn. Erst ausgeliehen und dann vom Hof gejagt. Ja, so spielt das Fußballer-Leben. Aber man muss ja auch nichts können, wenn man in der Schweiz Nationalspieler ist, gell? Auch wenn das über zehn Jahre geht. Bei Deutschland haben Piotr Trochowski, Dennis Aogo und Heiko Westermann (zum Beispiel) ja auch „einige“ Länderspiele gemacht, obwohl sie in Hamburg gespielt haben (und dort nur gelitten waren). Muss ich noch mal loswerden, bei dieser Gelegenheit. Und ich weiß genau, was mir jetzt wieder um die Ohren fliegen wird, ich trage es diesmal aber mit Fassung. Kann ja nicht jeder so schlau sein, wie ein Bundestrainer oder ein National-Coach. Wie zum Beispiel Ottmar Hitzfeld. Der nimmt Ziegler, der jetzt in Italien bei Sassuolo Calcio unter Vertrag steht, zwar mit, lässt ihn aber nicht spielen . . . Hat ja auch genug andere gute Spieler. Zum Beispiel Johan Djourou, fällt mir jetzt gerade ein.

Aber zurück nach Hamburg. Da gab es mal im Amateurfußball einen Trainer, der jetzt Nationaltrainer ist. Wie lange noch, das ist die Frage, aber noch ist er es: Volker Finke. Was kaum jemand vom ehemaligen Freiburger Trainer weiß, dass er im Norden mal bei Havelse war – und auch beim 1. SC Norderstedt. Diesen Abstecher will Finke zwar nicht mehr gerne hören oder lesen, aber er war tatsächlich mal hier. Und welcher Hamburger Verein kann schon sagen, dass einer seiner Trainer mal Coach bei der Weltmeisterschaft war? Das dürften nicht so sehr viel sein . . .

Und dann gibt es ja auch noch einen Spieler namens Alexej Koslow von Dynamo Moskau. Trägt bei den Russen die Rückennummer zwei. Und spielte einst in Hamburg. Bei Bergedorf 85. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. ZDF-Reporter Bela Rethy hat sogar gesagt, dass dieser Koslow in der Jugend des HSV ausgebildet worden ist, aber dafür habe ich (noch) keine Bestätigung gefunden. Vielleicht weiß da einer von Euch (oder mehrere?) mehr und macht mich und alle anderen klug. Auf jeden fall ist das schon ein Ding, dass da einer mitmischt, der mal in Bergedorf gespielt hat. Von 85 soll Koslow dann zum VfB Lübeck gegangen sein, und dann? Auf jeden Fall in Brasilien – jetzt.

Und noch ein „dickes Ding“ gibt es aus Hamburger Sicht. Der frühere HSV-Spieler Muhamed Besic fliegt mit Bosnien-Herzegowina zwar nun nach Hause, hat aber alle drei Spiele in Brasilien für sein Land bestritten – dreimal 90 Minuten plus Nachspielzeit. Muhamed Besic. Wer erinnert sich noch? Beim HSV ein Mitläufer, zur Zweiten abgeschoben – und dann quasi vor die Tür gesetzt. Seit dieser Zeit kickt er bei Ferencvaros Budapest, erst von Ricardo Moniz nach Ungarn geholt, dann von Thomas Doll übernommen. Jenen Muhamed Besic, den hier keiner für „voll“ genommen hat. Der immer sehr viel auf sich hielt, aber dennoch keinerlei Beachtung fand. Als er einmal bei der Zweiten auflaufen sollte, fuhr er ohne „Buffer“ nach Norderstedt – keine große Lust, in der Regionalliga zu spielen. Musste er dann doch, weil man ihm Stiefel besorgte, aber dementsprechend spielte er dann auch: lustlos. Weil er sich ungerecht behandelt fühlte.

Jetzt hat er dreimal bei dieser WM gespielt. Muss sich der HSV nun grämen? Es wird sich wohl niemand finden, der dazu bereit wäre. Kann ja auch Zufall sein, dass sich Besic nun bei dieser WM wiedergefunden hat. Wahrscheinlich hatten die niemanden, der bei Bosnien auf der Sechs spielen konnte. So wird, nein, so muss es sein.

Obwohl ich mit Thomas Doll, seinem jetzigen Trainer, gesprochen habe. Und der hat mir nun ein ganz anderes Bild von Besic vermittelt. Erst einmal sind sie alle in Budapest stolz wie Bolle, dass Muhamed Besic WM-Teilnehmer geworden ist. Es gibt, so glaube ich, nicht so sehr viele aus der Ersten Liga Ungarns, die in Brasilien aufdribbelten oder noch aufdribbeln – aber Besic. Und Thomas Doll gerät ins Schwärmen, wenn er von Besic spricht: „Er spielte bei uns erst Innenverteidiger, aber Katze Zumdick und ich konnten ihn davon überzeugen, dass das nicht seine Position ist. Er spielte dann Rechtsverteidiger und wurde eine unserer größten Stützen. Er spielte diesen Part unglaublich dynamisch, zuverlässig, konzentriert. Und er ist in seiner Spielweise ruhiger geworden. Früher war er oft zu hektisch, auch abseits des Platzes, aber er ist ruhig und ausgeglichen geworden – und ein großartiger Spieler.“

Thomas Doll sagt über Besic auch: „Katze und ich, wir haben uns Mühe mit ihm gegeben, und er hat es uns mit erstklassigen Leistungen zurückgezahlt. Ich habe ein Vater-Sohn-Verhältnis zu ihm bekommen, und darauf bin ich stolz. Muhamed ist ein feiner Junge, der noch viel vor sich hat. Wir freuen uns mit ihm und für ihn.“

Am 28. Juni findet sich Besic wieder in Budapest ein. Dann wird seine Situation besprochen. Ferencvaros will den Bosnier behalten, aber hat wohl keine Chance. Es liegen dem „Sechser“ einige sehr lukrative Angebote vor – natürlich, er ist WM-Teilnehmer. Schön für den HSV: Sollte Besic tatsächlich den Verein wechseln, so sollen die drei Hamburger Buchstaben daran beteiligt sein – zu 20 Prozent, wir gemunkelt. Ob verdient oder unverdient, das lasse ich mal dahingestellt, es ist so wie es ist. Nur zum HSV, da sollte sich niemand Sorgen drum machen, wird Besic wohl nicht wieder zurückkommen. Da müsste er vielleicht wieder in der Zweiten spielen . . . Man weiß es nicht, man weiß es nicht.

Einen schönen Abend und einen guten Tag für Euch, ich werde mich demnächst wieder mit einem Lebenszeichen melden. Bitte aber nehmt Euch auch noch den Artikel von Lars Pegelow, den er für mir hier reinegestellt hat, „zur Brust“, er ist sehr, sehr aufschlussreich und gut geschrieben und vermittelt einen Eindruck vom Geschehen in der Flensburger Bucht. Dort hält sich ja der HSV derzeit auf.

Dieter

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