Archiv für das Tag 'Ze Roberto'

Schöne Weihnachten für alle “Matz-abber”

23. Dezember 2011

Liebe Matz-abber,

zunächst einmal möchte ich mich ganz, ganz herzlich für die vielen Weihnachtsgrüße, die mich (und Frau M.) erreicht haben, bedanken. Das ist wieder einmal überwältigend. Und es zeigt mir erneut, wie viele großartige Menschen hier doch versammelt sind. Danke, danke, danke. Auch ich wünsche Euch und Euren Lieben wunderschöne, besinnliche Festtage – und darüber hinaus alles nur erdenklich Gute für 2012. Vor allem wünsche ich jedem beste Gesundheit, das ist wirklich das höchste Gut, die Familie M. hat in diesem nun ablaufenden Jahr kennen gelernt wie es ist, nicht in bester Verfassung zu sein.

Ich wünsche allen auch viel Glück und Erfolg, und ich denke bei dem Wort Glück einen Menschen, der in diesem Herbst wohl der glücklichste Mensch der Welt war: Hermann Rieger. Nehmt ihn Euch zum Vorbild, denn er hat so viel Leid erfahren, und trotzdem ist er zufrieden, oftmals – schon geschildert – auch sehr, sehr glücklich. Wie er gestrahlt hat, wie er vor Freude geweint hat, wie er sich rundherum wohl gefühlt hat, als er zum „Hamburger des Jahres“ gekürt wurde, das war einfach nur fantastisch, das war überragend, das war weltklasse und wird mir unvergessen bleiben. Eine solche Glückseligkeit, wie sie „uns Hermann“ gezeigt hat, das wünsche ich jedem von Euch. Und der Kult-Masseur hat es ja nicht nur gezeigt, sondern auch gesagt. Als ihm der Erste Bürgermeister der Stadt, Olaf Scholz, gratulierte, da brachte Hermann nur folgenden Satz heraus: „Herr Bürgermeister, ich bin so glücklich.“

Ich werde mich für jeden und über jeden freuen, der das in 2012 auch von sich sagen kann.

Zum Blog. Es weihnachtet sehr. Schon sehr sogar. Und der HSV ist im Kurz-Urlaub. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, mich bei Euch für die Treue, die Ihr „Matz-ab“ gegenüber gezeigt habt, und für die emsige Mitarbeit. Natürlich gab es auch unerfreuliche Dinge, aber die spielen nur eine unwesentliche Nebenrolle, deshalb erwähne ich die auch gar nicht groß. Überwiegend sind die Beiträge positiv – und sie sind es vor allen Dingen geworden. Positiv geworden. Dank des neuen Moderatoren-Team, bei dem ich mich an dieser Stelle ganz, ganz herzlich bedanken möchte. Ihr seid auf dem richtigen Weg, wir sind auf dem richtigen Weg. Das höre ich überall, das wird mir von vielen Matz-abbern geschrieben. Und jeder, der sich davon überzeugen möchte, der ist herzlich eingeladen, die Beiträge wieder einmal zu lesen.

Ich bin wirklich sehr erfreut, wie sachlich die Kommentare wieder sind, und wie lesenswert, denn sie beschäftigen sich in der Mehrzahl wieder mit dem, was uns hier einst zusammengebracht hat: mit dem HSV, mit der Liebe zur Raute, mit dem Fußball ganz allgemein. Dafür danke ich jedem, der dabei mitgemacht hat. Es gibt wieder – auch für mich – so viele erfreuliche Beiträge, die inhaltsreich sind, die vor Sachkenntnis strotzen, die teilweise auch – ganz sicher – in Zeitungen veröffentlicht werden könnten. Das sollte auch jene Matz-abber animieren, die hier einst ganz hervorragend mitgeschrieben haben, sich aber aufgrund des Klima-Wandels verabschieden mussten, verabschieden wollten. Jetzt sind wir, nochmals Dank dem Moderatoren-Team, wieder auf einem guten, vernünftigen Weg. Hoffen wir, dass wir das 2012 auch fortsetzen können.

Bei der Gelegenheit möchte ich für alle, die eine niedliche und nette Weihnachtsgeschichte lesen möchten, auf den 24. Dezember 2009 – hier im Blog – verweisen. Da hat „Nebraska63“ um 12.48 Uhr eine großartige Geschichte seiner Jugend veröffentlicht, die allen immer wieder wärmstens empfohlen ist. Für mich immer noch ein Highlight der Matz-ab-Geschichte.

Und wo ich gerade dabei bin: Auch in diesen Tagen gab es einige Beiträge, die ich gerne hier reinstellen möchte, weil sie sich sehr gut mit der jetzigen Situation unseres Klubs auseinandersetzen, weil sie auch vielfach genau ins Schwarze treffen. Und da ja bekanntlich nicht alle alles lesen, seien diese Beiträge einmal auf diese Art hervorgehoben. Sie in Original-Fassungen, ich habe kein Wort verändert (mein Hase!), ich habe auch nichts korrigiert. Aber seht selbst:

Trapper Doc Seitenberg:

Ich biete mal einen andere Sichtweise an:
Zunächst ist festzustellen, dass der Weg der vergangenen Jahre, eine Mannschaft gespickt mit teuren Altstars, nicht den sportlichen Erfolg gebracht
hat, den wir uns alle erhofft hatten. Halbfinals hin oder her – man hätte das internationale Geschäft erreichen müssen und hat zweimal versagt. Auch
ist, auch wenn man publikumswirksame Stars wie Zé Roberto und van Nistelrooy verpflichten konnte, über Jahre versäumt worden die eklatanten
Schwachstellen des Kader durch zielgerichtete Verpflichtungen auszumerzen. Die von mir mehrfach hier beklagte Disbalance des Kaders, die Abhängigkeit
von den Launen eines Zé Robertos, dazu mit Elia, Trochowski und Demel mindestens drei Spieler, bei denen Anspruch und Wirklichkeit beständig
auseinanderklafften. Der Weg, der einstmals von Beiersdorfer durchaus erfolgreich beschritten worden war (Holland-Connection, De Jong, vdV), wurde
nach dessen Angang ins Konzeptlose verwässert, bzw. verlassen.

Davor lagen bekanntlich lange Jahre der Tristesse, in denen Spieler wie u.a. Hertzsch, Gründel, Spörl, Ivanauskas und Albertz stellvertretend für den
HSV standen. Man erinnert sich mit Grausen. Die Zeiten überdauerndes Merkmal des HSV war auch stets, dass Talente praktisch keine Chance hatten. Und
die damaligen Trainer waren meistens ähnlich bieder wie ihre Kader (z.B. Möhlmann, Jara etc. pp).

Nun hat der HSV wieder einen Sportdirektor, der den Namen auch verdient. Mag er auch nicht alles richtig machen (wer macht das schon?), so kann man
ihm ausreichend Kompetenz zutrauen den vorhandenen Kader zielgerichtet weiterzuentwickeln, als auch innerhalb des Vereins (Stichwort: Nachwuchs) ein
einheitliches und schlüssiges Konzept zu implementieren, welches zukünftig eine tatsächliche Durchlässigkeit aus den Nachwuchsabteilungen hinein in
die Profimannschaft ermöglicht. Wir haben zudem (wieder) einen Trainer, der nicht nur kommunikationsstark ist, sondern augenscheinlich eine
tatsächliche Spielidee verfolgt (Veh, aber auch Oenning würden vermutlich noch heute danach suchen).
Und wir haben eine Mannschaft, die auf vielen Positionen noch so jung ist, dass eine endgültige Aussage über ihr tatsächliches maximales
Leistungsvermögen noch kaum möglich ist (Ich ignoriere in diesem Zusammenhang die Clowns hier, die meinen nach 15 Min. einen Spieler einschätzen zu
können.). Am Ende dieser Saison werden die aus anderen Ligen gekommenen Spieler in der BULI angekommen sein. Am Ende dieser Saison werden aus
Nachwuchsspielern, die vorher bei unterklassigen Vereinen spielten, Stammspieler der BULI geworden sein. Andere werden sich von Lückenbüßern (Rincon,
evtl. Kacar) zu unumstrittenen Stammspielern entwickelt haben. Über wieder andere (Arslan, Skjelbret) ist m.E. derzeit noch kaum eine Aussage möglich.
Möglicherweise schlummern hier noch stille Reserven im Hinblick auf das Leistungsvermögen der Mannschaft.
Und nicht vergessen solte man auch die ganz jungen Talente, die derzeit etwas hintenan stehen, wie Lam und Son (und andere). Wer an denen rummeckert,
der sollte sich mal fragen wann der HSV überhaupt mal eigene Talente nach oben gebracht hat.

Natürlich wird man auch diesen Kader zielgerichtet verstärken müssen, will man höhere Ziele anpeilen. Natürlich wird der ein oder andere die
Erwartungen nicht erfüllen können. Aber während man bei Trochowski nach sieben(?) Jahren(!) immer noch händeringend nach einer geeigneten Position
suchte, bzw. auf den endgültigen Durchbruch als unumstrittener Stammspieler wartete, kann man bei unseren Talenten mit guten Gründen noch optimistisch
sein.

Nein, die derzeitige Phase ist vielleicht eine der vielversprechensten und spannensten Phasen des HSV seit den goldenen 80ern. Viel bislang
unausgeschöpftes Potenzial, noch zu wenig Ertrag. Sicher scheint mir, sollten Arnesen und Fink den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen (können),
dass wir spätesten in der übernächsten Saison wirklichen BULI-Spitzenfußball in Hamburg sehen werden. Bis dahin sind leider nur die Preise beim HSV
spitze. Insofern verwundert es nicht, dass mancher nicht bereit ist für eine Mannschaft in der Entwicklung (vulgo: mittelmäßig) Top-Preise zu
bezahlen. Der HSV wäre gut beraten die Eintrittspreise dem anzupassen, was die Mannschaft derzeit verständlicherweise leisten kann. Oder anders
gesagt: wer Spitzenpreise noch aus der Zeit der arrivierten Stars nimmt, der darf nicht mit einer Mannschaft auflaufen, der noch der große Glanz fehlt
und die immer mal wieder auch ein wenig enttäuscht. Jedenfalls darf er dann nicht mit der Geduld und Nachsicht rechnen, die bei dieser Mannschaft
derzeit noch erforderlich ist.

“Peschino”:

Kurzfristig gesehen: der von allen beobachtete Aufschwung hat gestottert.
Unsere Erwartungen sind wieder zu hoch gewesen und wurden prompt
enttäuscht. Diese Mannschaft ist z.Zt. nur so gut wie ihr jeweiliger
Gegner, nicht besser. Ich werde mich also wieder dazu zwingen Geduld zu
haben.
.
An den Strohhalm “DFB-Pokal” wage ich mich nicht zu klammern. Ich
verspreche mir auch keine Wunderdinge von der Winterpause, nur das, was
man erwarten darf: weiter professionelle Arbeit an Spielordnung und
Automatismen, Fitness für volle 90 Min usw. Eine zarte Hoffnung für die
Rückrunde erlaube ich mir aber bei unserer letzten Millionen-Investition
Illicevic, die in der Hinrunde kaum zur Geltung kommen konnte, noch sehr
verspielt ist, uns aber noch weiter helfen wird.
.
Mittelfristig gesehen, also in die nächste Saison geblickt, muss eine
Qualitätssteigerung kommen! Durch Weiterentwicklung im Team, vor allem
aber durch gezielte Zu- und Abgänge. Diese Veränderungen werden “hinter
verschlossenen Türen” während der kommenden Rückrunde eingefädelt. Das
wird für mich der Lakmus-Test für den SpoDi und seinen Mitarbeiterstab,
und nicht einzelne Spiele jetzt!
.
Langfristig gesehen? Ja, was ist im Fussballgeschäft noch langfrisitg?
Unser SpoDi und der Trainer haben Verträge bis 2014. So lange hat beim HSV
schon lange keiner mehr kontinuierlich gearbeitet und den Preis zahlen wir
heute.

“Bubi Hönig”:

Das Fußballjahr 2011 geht langsam zu Ende – zum Glück. . .
Ansonsten war beim HSV blankes Chaos und man wusste
oft nicht mehr, auf was, oder wen man hoffen soll. Daran gemessen gefällt
mir der jetzige Zustand gut, man kann sich zurücklehnen und darauf setzen,
dass die Entscheider das Richtige tun werden, bzw. das die Maßnahmen sich
im Nachhinein als richtig erweisen werden. Mit dieser Gewißheit kann man
dann hier auch die Leute etwas gelasener lesen, die sowieso alles besser
wissen…

“Billy Bremner”:

„Man kann die Sache so und so und so und so drehen. Man kann sich das Spiel
bis zu einem gewissen Grad auch schönschwätzen, aber unbestritten dürfte
sein, dass diese Truppe wirklich nur ein Abbild des Gesamtvereins bietet
und unteres Mittelmaß repräsentiert und keinen echten Leader von
Effenberg-oder-sonstwie-Format hat. Da muss mal jemand den Kollegen die
Trantütigkeit ab- und Kaltschnäuzigkeit angewöhnen. Es kann nicht angehen,
dass der HSV seit 24 Jahren einfach keine Big Points macht und eine
klägliche Chancenverwertung immer mit Pech entschuldigt….”

„HSV Bayer”:

…bei jedem Spiel wird beim ersten Fehlpass angefangen zu pesten. Letzte
Saison wurde auf die alten Säcke eingedroschen und ein Umbruch gefordert.
Der geht ja von heute auf morgen, soviel ist klar. Diese Saison wird auf
junge Spieler eingedroschen…

„piependreier”:

…Auch wenn der HSV eine junge Mannschaft auf gebaut hat und die noch in
der Entwicklung steht, in der Mannschaft weht jetzt ein anderer Wind als
zum Beginn der Saison. Diese Jungens wollen etwas schaffen und spielen
gerne für den HSV. In der Hinrunde wurden Spiele unglücklich verloren bzw.
endeten Remis…

„Wicht”:

…Meiner Meinung nach sieht man deutlich die Handschrift und den positiven
Führungsstil von Fink. Er wird uns wieder nach oben bringen. Fink hat
Klasse und die Mannschaft wird das über kurze Zeit auch umsetzen, daran
glaube ich….

„Eiche Nogly”:

…Mit einem Klapprad gewinnst Du halt keine Etappe bei der Tour de France
wenn 8 Konkurrenten ein Rennrad zur Verfügung haben. Nur wenn die mal einen
Defekt haben, langt es in einer Etappe auch mal für ein besseres Ergebnis.
In der Gesamtwertung wird es halt hinteres Mittelfeld….

„HSVDONALD22B”:

Resümierend ist zu sagen, dass wir Alle gefordert sind,weiterhin Geduld
aufzubringen mit dieser HSV-Gesamtsituation.
Wie von verschiedenen Blogteilnehmern beschrieben sind wir z. Zt. von der
Ausstattung (sprich: Qualität der Mannschaft, insbesonder das zentrale
Mittelfeld) her nur unteres Mittelmaß. Aus dieser Ausstattung hat TF so
ziemlich das Beste gemacht, was derzeit möglich ist: Stabilisierung und
Schadensverminderung.
Mehr ist einfach mometan nicht drin. Und das wird für die Rückrunde noch
anhalten. Wenn wir dann am Ende zwischen Platz 12 + 15 landen, dann ist das
absolut ok.
Die sportliche Leitung muss sich schon jetzt strategisch damit
beschäftigen, wie aus dieser Stabilisierung eine schrittweise
Weiterentwicklung Richtung EL-Quali in 2012/2013 entsteht. Alle höher
fliegenden Gedanken der HSV-Fans, getragen von Frust und Ungeduld sind imho
realitätsfern.

„W.A.”:

… Trotzdem würde ich auf Zukäufe in der Winterpause verzichten:
1. Der HSV hat in den zurückliegenden Jahren damit keine guten Erfahrungen
gemacht
2. Wer garantiert, dass Neuzugänge wirklich einschlagen…

„Randnotiz“:

Ein sehr sehr anstrengendes HSV-Fußballjahr ist zu Ende. Gottseidank! Es
hat mich sehr sehr viele Nerven gekostet. Bis auf den Umschwung unter ThoFi
gab es absolut nichts was wirklich Spaß gemacht hat.
.
An dieses HSV-Jahr werde ich im Großen und Ganzen mit Grausen zurückdenken.
Das war nichts bis gar nichts. Das muss man so deutlich sagen. Dieser Blog
hat sich diesem Grauen nahtlos angepasst und immer noch einen oben drauf
gesetzt. Anstatt sich hier Trost und Zuspruch in schweren Stunden zu holen,
sah man sich hier derben Entgleisungen ausgesetzt. Das war wahrlich kein
Spaß.
.
Aber es gab und gibt ja auch die vielen vielen besonnenen Fans/User, die
trotz all der Miseren den Mut, die Hoffnung nicht verloren haben. Das
tat/tut gut.
.
Und FA und ThoFi werden uns 2012 wieder mit attraktiven und auch
erfolgreichen Fußball in bessere Zeiten führen. Davon bin ich überzeugt,
daran will ich einfach glauben.
.
Dieter und Scholle, ihr beiden habt einen tollen Job gemacht. Jeder kann
sich vorstellen, wie schwer es ist sich täglich zu einem neuen Blog
aufzuraffen, wenn man weiß dass man Ende wieder einige über die Strenge
schlagen und üble Anfeindungen folgen.
.
Auch ich war nicht immer mit euren Blogs einverstanden, aber immer
zufrieden, dass ihr beide uns täglich über den HSV informiert und sogar mit
dem einen oder anderen Extra-Blog mit Eilmeldungen gefüttert habt.
.
WELTKLASSE!
.
Ich wünsche euch allen ein paar schöne Tage im Kreise euerer Familien
und/oder Freunden. Ein paar fußballfreie Tage sind ja immer sehr willkommen
bei den Familienmitgliedern. Also meine Frau freut sich schon. ;)
.
Sie weiß nicht , dass in England durchgeweihnachtet wird. Naja wird sie
noch früh genug gewahr. Sky sei Dank :)

So, das waren „meine“ Auszüge, die mir das Moderatoren-Team ans Herz gelegt hat. Danke dafür. Und explizit auch ein herzliches Dankeschön an „Scholle“, mein Kollege Marcus Scholz, der mich hier stets vertritt, der mich vor allen Dingen sehr lange an einem Stück vertreten hat (und es auch wieder tun muss, denn ich habe noch viel Rest-Urlaub, Scholle!), und der, das höre ich immer wieder, sehr gute Arbeit geleistet hat. Danke Scholle!

Und: Wer nun noch auf das traditionelle Weihnachtsgedicht wartet, der muss sich ein wenig gedulden – es ist fertig, schon im Kasten, aber es kommt morgen, an Heiligabend. Habt bis dahin eine schöne Zeit voller Vorfreude auf das Fest, habt einen schönen Feierabend – und überhaupt, alles Gute für Euch.

15.33 Uhr

Feuer im Stadion – bitte nur auf dem Rasen!

12. Dezember 2011

Heute einmal, weil es ein Ruhetag beim HSV gibt, die etwas andere Eröffnung.
Der Sport-Informations-Dienst berichtet (auch) über einige Fußball-Fans, die es nicht lassen können:

Das Entzünden von Bengalos beim Ostderby gegen Energie Cottbus könnte Fußball-Drittligist Dynamo Dresden im Kampf gegen den Pokalausschluss um die letzte Chance bringen. Der DFB ermittelt. Dunkler Qualm stieg im Dresdner Block auf. Vermummte Anhänger wedelten freudig erregt mit brennenden Bengalos umher. Sicherheitskräfte versuchten vom Rasen aus, mit Wasserwerfern zu löschen – doch der Eklat war nicht mehr zu stoppen. Der Einsatz von Pyrotechnik einiger unverbesserlicher Rowdys kurz vor dem Ostderby gegen Energie Cottbus sorgte bei Dynamo Dresden trotz des 2:1-Sieges für Entsetzen. „Der DFB-Kontrollausschuss ist informiert“, bestätigte Sprecher Jens Grittner.

„Da haben uns wieder einige einen Bärendienst erwiesen“, sagte Dresdens Präsident Andreas Ritter und ergänzte ziemlich verbittert: „Jeder, der normalen Menschenverstand besitzt, weiß doch, wie sehr uns diese Vorfälle jetzt schaden. Sollten wir wegen dieser Vorfälle eine Geldstrafe erhalten, werden wir uns das Geld von den Verursachern zurückholen.“ Der Klub-Boss befürchtet – wohl zu Recht – einen negativen Einfluss auf das Berufungsverfahren, mit dem sich der Klub derzeit gegen den Pokalausschluss für die kommende Saison wehrt.

Warum ich das veröffentliche? In Mainz waren einige HSV-Fans auch mit viel Feuer bei der Sache. Wie immer. Aber, und das sollte sich jeder jetzt einmal vor Augen führen: Dresden ist hart bestraft worden. Und deswegen geht Dresden auf die Barrikaden. Ost und West wird ungleich behandelt – so das Motto der Dynamos. Und weil es dafür auch Unterstützung aus dem Osten gibt, wird es nicht lange dauern, bis der erste West-Klub nicht zur zur Kasse gebeten wird (das wird er ohnehin schon immer), sondern auch aus irgendeinem Wettbewerb ausgeschlossen wird. Oder, wie jetzt Hansa Rostock, vor leeren Rängen ein Heimspiel austragen muss.
Alles kein Problem?
Okay, dann weiter so!
Der Verein, in diesem Fall der HSV, muss doch kaputt zu kriegen sein . . . Indem ihm ein klein wenig Feuer gemacht wird. Ich sage aber: Feuer im Stadion? Bitte nur auf dem Rasen!

Um noch einmal auf den morgigen Dienstag zu kommen. Fußballgrößen wie Zinedine Zidane, Ronaldo und Luis Figo sind die Topstars beim neunten „Spiel gegen die Armut“ im Volkspark. Bei dieser von den Vereinten Nationen unterstützten Partie soll Geld für hungernde Menschen am Horn von Afrika gesammelt werden. Das Spiel beginnt um 19.05 Uhr, wird live auf „Sport 1“ übertragen – aber sollte auch immer noch – einige Zuschauer in die Arena ziehen. Der HSV tritt gegen „Ronaldo, Zidane und Friends“ mit seinen Nationalspielern an – und dazu kommen einige Altstars zum Einsatz.

Das „Spiel gegen die Armut“ ist für Zidane, mittlerweile Sportdirektor bei Real Madrid und ehrenamtlich UNO-Goodwillbotschafter, eine echte Herzensangelegenheit. „Wir wollen nicht nur Geld sammeln, sondern auch sensibilisieren für die Not der Menschen in dieser Region. Die Botschaft muss heißen, dass wir uns um bedürftige Menschen kümmern müssen“, sagt der Franzose voller Engagement.

Nach UNO-Schätzungen leben rund 13 Millionen Menschen in Dschibuti, Somalia, Äthiopien und Kenia in bitterster Armut und sind vom Hungertod bedroht. Und so kommen auch noch aktive Fußballstars wie Didier Drogba in die Hansestadt, um zu helfen. Der Torjäger des FC Chelsea ist selbst in der Elfenbeinküste in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen: „Deshalb ist es mir eine Ehre, diese Menschen zu unterstützen.“

Das Publikum erwartet eine Fußballshow der Extraklasse, denn die „Freunde“ von Ronaldo und Zidane sind durchaus prominent. Jens Lehmann wird das Tor hüten, die Fußballschuhe schnüren werden weiterhin Fabio Cannavaro, Fernando Hierro und Gheorghe Hagi. Zum Team der HSV-Allstars gehören unter anderem die Ex-Rothosen Ze Roberto, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Stefan Beinlich und Jörg Albertz. Und selbst die „Pfeife“ ist ein Star: Pierluigi Collina, zwischen 1998 und 2003 sechsmal in Folge Welt-Schiedsrichter des Jahres, leitet die Partie. Als Trainer der Gäste fungieren Marcello Lippi und Bora Milutinovic. Und damit auch Deutschlands Tennisheld Boris Beck in offizieller Funktion irgendwie dazugehört, hat man den „Bobbele“ zum Team-Manager gemacht.

Und nicht vergessen: Es geht hier ums Helfen.

Noch nicht vergessen ist, jedenfalls bei mir, dass sich unmittelbar vor der Erstansetzung des Bundesliga-Spiels 1. FC Köln gegen Mainz 05 der angesetzte Unparteiische Babak Rafati in einem Kölner Hotel das Leben nehmen wollte (19. November). Der ehemalige Berliner Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), nimmt nun wegen exakt dieses Suizidversuchs den eigenen Verband in die Pflicht. „Ein kleines Trainer- und Coaching-Team, ergänzt um den Rat und die individuelle Unterstützung von Fachexperten, das ist wohl der richtige Weg auch für unsere Schiedsrichter. Da brauchen wir in der Schiedsrichterführung auch mehr Ruhe für den Blick und das Ohr für den Schiedsrichter als Menschen“, sagte Fröhlich.

Morgen wird das Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 nachgeholt. Fröhlich untermauerte, dass auch die medizinische und sportliche Betreuung der Schiedsrichter besser werden müsse. „Wir müssen dranbleiben, können an internationalen Vorgaben nicht einfach vorbeigucken. Das Thema Support und Impulse zur Verbesserung der Fitness werden wir kurzfristig aufgreifen. Dazu gehören auch die Themen Regeneration und medizinische Betreuung“, sagte Fröhlich.

Zu abstrakt ist für Fröhlich auch die Forderung von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter angestoßene Diskussion über Profi-Schiedsrichter: „Das ist in dieser Form nur eine leere Hülle, die manchmal etwas zu populistisch auf den Markt geworfen wird. Inhalte sind wichtig, wie zum Beispiel: Welche Einstellungen haben die Schiedsrichter zu ihrer Tätigkeit? Wie arbeiten Schiedsrichter, und wie wird mit Schiedsrichtern gearbeitet? Und: Wie sind die Rahmenbedingungen ausgestaltet?“, sagte Fröhlich.

Bei der Gelegenheit ist mir am Wochenende eine Szene übel aufgestoßen. Es war beim Spiel Köln gegen Freiburg. Vor dem 1:0 wurde Lukas Podolski steil geschickt. In der Fernseh-Wiederholung, nur eine von unzähligen an diesem Tag, wurde der Fuß des Kölners farbig eingekreist – weil der Fuß im Abseits stand. Ich frage mich aber, ob es wirklich der Fuß war, oder nur der große Zeh? Oder nur der Fußnagel des großen Zehs? Nein, nein, das ist schon pervers. Wird in dieser Szene auf eine Abseitsstellung entschieden, wird im Fernsehen sicher gesagt: „Schade, ursprünglich sollte es ja so ausgelegt werden: Im Zweifel für den Stürmer.“ Und wenn nicht so entschieden wird, dann heißt es: „Abseits, dieser Treffer hätte eigentlich nicht zählen dürfen.“

Welche Chance haben da eigentlich noch die Schiedsrichter? Die können doch gar nicht gegen 30 Kameras und mehr (?) anpfeifen, die müssten doch Woche für Woche wahre Wunder vollbringen, wenn sie ohne große Fehlentscheidungen über die 90 Minuten kommen wollten. Und trotzdem, fast unglaublich, schaffen es immer viele – oder welche. So wie am Sonntag Manuel Gräfe aus Berlin, der Stuttgart gegen Bayern wieder einmal super geleitet hat. Auch wenn die Schwaben noch immer Gift und Galle spucken. Ich sage: Kompliment, Herr Gräfe!

So, ich möchte auch noch einmal explizit auf den HSV kommen. Ich denke mit einem leicht mulmigen Gefühl an das letzte Heimspiel des Jahres, am Sonnabend, tatsächlich noch einmal um 15.30 Uhr (womit hat der HSV das verdient?), gegen den zuletzt sehr aufmüpfigen Aufsteiger FC Augsburg. Dazu hat HSV-Nationalspieler Dennis Aogo nach dem 0:0 in Mainz einiges gesagt, und das möchte ich Euch nicht vorenthalten: „Es wäre sehr wichtig für uns, wenn wir mit einem Heimsieg in die Winterpause gehen könnten, es wäre der krönende Abschluss der letzten Wochen, wir wollen uns unbedingt belohnen für die gute Arbeit. Es wäre für jeden Spieler ideal, mit einem guten Gefühl in die Winterpause zu gehen, und es wäre zudem auch in der Tabelle ein entscheidender Schritt.“

Generell befand Aogo zum letzten halben Jahr: „Der Knackpunkt für uns war der Trainerwechsel, Thorsten Fink hat der Mannschaft Selbstvertrauen, Sicherheit und eine Spielidee gegeben, die wir umsetzen. Man hat in Mainz deutlich gesehen, dass sich die Mainzer in dieser Woche sehr viele Gedanken um uns gemacht haben. Sie waren auf der Suche nach Lösungen, um unser Konzept zu stören, das ist ihnen sicherlich auch ganz gut gelungen, aber es zeigt mir auch, dass wir uns den Respekt der Liga zurück erarbeitet haben.“

Um noch einmal auf das Feuer im Spiel zurück zu kommen. Dazu gab es zahlreiche Beiträge bei „Matz ab“, hier nur einige wenige Ausschnitte:

„UnsUwe“: „Ich bin einfach gegen Bengalos in Stadien und denke auch, dass man dies auch ohne „Schande” vertreten kann. Ich habe noch bei keinem Stadionbesuch erlebt, dass es Pyros die Stimmung verbessern, sondern eher negativ anheizen und wirklich gesund ist es auch nicht. Wenn wenigstens nur die „Zünder” von dem Rauch betroffen wären, ok, aber solche „intelligenten Pyros”, welche keine Kollateralschäden verursachen, wurden vermutlich noch nicht erfunden… Schwieriges Thema, aber wenn man sagt, dass man solche Dinge in “allen Stadien” nicht sehen möchte, dann kann man wohl kaum von einer heuchlerischen Debatte sprechen. Finde ich.
.
Noch etwas: Ich wundere mich etwas über den so plötzlich sachlichen und umgänglichen Ton hier im Blog, nein, eigentlich ich freue mich drüber. Weiter so.“

„Mladenhüter“: „Ich habe mich in über zwanzig Jahren bei keinem meiner zahlreichen Stadionbesuche durch Pyrotechnik belästigt gefühlt.“

„PeVo“: „Ich werde auf jeden Fall am 15.01.12 zur Mitgliederversammlung gehen. Und wenn Oliver Scheel sich nicht klar und deutlich gegen diesen Unsinn ausspricht, ist er für mich nicht wählbar.“

„Kollauer“: „Ich sehe immer noch alle Vereine in der Pflicht, diese objektiv potenzielle Gefahr für die Stadionbesucher nicht mehr zuzulassen.“

So, ich bin am Ende. Für heute. Und bitte an morgen denken: 19.05 Uhr in der Arena, der HSV gegen den Rest der Welt – für einen guten, guten Zweck.

16.59 Uhr

PS: Morgen (Dienstag) Training um 10 Uhr im Volkspark.

Und noch eine Ergänzung. Ich sprach eben mit Supporters-Chef Ralf Bednarek, der gestern in einem Beitrag bei “Matz ab” genannt wurde. Weil er die Bengalos legalisieren möchte. Bednarek sagte mir: “Ich setze mich für die Legalisierung ein, nicht dafür, wie damit im Moment umgegangen wird. So wie es jetzt gehändelt wird, so ist es natürlich sehr gefährlich. Ich möchte aber extra freie Zonen dafür, ungefährlichere Materialien, die sich nicht so sehr erhitzen, ich möchte, dass dann mindestens ein Feuerwehrmann dabei ist – und derjenige, der die Bengalos abbrennt, der müsste als Bühnen-Pyrotechniker ausgebildet sein. Ich kenne einige Fans, die sich dazu ausbilden lassen würden.” Ralf Bednarek weiter: “Mit Verboten werden wir, davon bin ich überzeugt, das Problem kaum lösen können. Zum Beispiel Mainz. Da waren die Kontrollen so scharf wie nie. Und trotzdem ist es gelungen, diese Sachen einzuschleusen. Wenn aber Bengalos genehmigt sind, dann wissen alle, DFB, Verein und die Behörden, wer damit am Werk ist.” Zum Schluss sagt der Supporters-Chef noch: “Ganz klar sage ich: Wir wollen keine Böller im Stadion, keine Rauchbomben, die auf die Augen gehen, die auch die Atemwege reizen. Leute, die damit erwischt werden, wenn sie so etwas abbrennen, die müssen mit Strafen rechnen. So wie schon in der Vergangenheit immer.”
Ergänzt um 17.41 Uhr

Bruma mag die deutsche Disziplin

10. Juli 2011

Joe Cole soll zum HSV kommen. Habe ich hier in Österreich im Videotext gelesen. Und im Videotext stand auch, dass Cole beim FC Liverpool 100 000 Euro pro Woche verdient. Nur. Zum Glück ist das nicht eine Null mehr am Ende, denn eine Million pro Woche kann der HSV sicher nicht zahlen. 100 000 pro Woche schon. Oder? Wenn ja, dann könnte aber der zusätzlich geplante Transfer von Rafael van der Vaart doch noch scheitern . . . Nein, nein, liebe Freunde des HSV, bitte, bitte, bitte, werdet eines Tages doch zu Realisten. Es wird keinen Cole geben, keine van der Vaart zurück, und keinen anderen Weltstar. Die bittere Realität sieht anders aus: Die Kassen sind leer. Und wer das immer noch nicht begreift, wer das immer noch nicht wahrhaben will, der ist ein Träumer.

Aber 100 000 Euro die Woche sind ja jetzt auch nicht das Thema. Das ist dann doch eher das Trainingslager im Zillertal. „Ihr müsst laufen, wir könn’ saufen!“ So das Motto einiger HSV-Fans, die dieses Motto lauthals während der zweiten Einheit verkündeten. Und zwar immer dann, wenn die Spieler an ihnen vorbei laufen mussten. Das ist doch mal eine moralische Unterstützung, die sich hören lassen kann. Obwohl ein ranghoher HSVer heute hinter der vorgehaltenen Hand sagte: „Das ist sicher keine gute Werbung für den HSV.“

Aber genug zu diesem Thema. Es wurde am Nachmittag nämlich auch gejubelt. Bei den Torschussübungen. Da wurden beispielsweise Mladen Petric und David Jarolim gefeiert, wenn sie ins Tor trafen. Der Mann aber, der vor allem im Blickpunkt stand, war Heung Min Son. Wenn der Südkoreaner traf, und er traf nicht selten gegen Tom Mickel und Wolfgang Hesl (der viele gute Paraden zeigte!), dann flippte das Publikum aus – und auch Son. Er jubelte stets so, als hätte er soeben in der 89. Minute zum 2:1 gegen Bayern München getroffen. Herrlich. Und super diese Stimmung. Die Spieler müssen einiges tun, aber es mosert keiner, es lässt sich keiner hängen. Und ich kann es nur noch einmal sagen: Michael Mancienne, der im Training im Volkspark eher einen lauen Eindruck hinterlassen hat (auf mich), der zeigt sich hier ebenfalls sehr engagiert. Konnte doch auch nicht sein, dass er so einen Vertrag beim FC Chelsea erhalten hätte . . . Es war wohl das harte Training, das ihm so zugesetzt hat – und nun hat er sich (wohl) daran gewöhnt.

Beim zweiten Training in Hippach fehlte Jaroslav Drobny (Rippenprellung), zudem liefen Marcell Jansen und Änis Ben-Hatira nur einige Runden. Es fehlte auch Jeffrey Bruma, der unter einer Achillessehnenreizung leidet. Mit dem niederländischen Nationalspieler sprachen wir heute, er konnte in Ingolstadt, ich schreibe es gerne auch noch ein drittes Mal, auf Anhieb überzeugen. Und der 19-jährige Abwehrspieler war mit seiner Leiszung auch ganz zufrieden: „Die erste Halbzeit war gut, in der zweiten Halbzeit wurden einige Spieler aufgrund des harten Trainings dann müde. Wir sahen bei den beiden Gegentoren nicht gut aus, daran müssen wir arbeiten.“

Wobei es ja nicht nur die beiden FC-Tore waren, denn der Zweitliga-Klub hatte ja durchaus die eine oder andere große Möglichkeit mehr. Bruma hatte erstmalig beim HSV mit seinem ehemaligen Chelsea-Teamkollegen Mancienne in der Innenverteidigung gespielt. Kommentar von Trainer Michael Oenning: „Beide begannen ein wenig nervös, aber fingen sich nach den ersten gelungenen Aktionen. Das konnte sich durchaus sehenlassen.“

Bruma spricht schon ganz gut Deutsch. Er hat es einst in der Schule gelernt. Er staunt im Moment über das harte Training beim HSV: „Das kenne ich nicht, dass man dreimal am Tag trainiert. Aber es ist gut, wir werden dadurch sicher sehr fit.“ Und er sagt: „In Deutschland wird viel Wert auf Disziplin gelegt, das kenne ich in dieser strikten Form auch nicht. In England musste niemand bezahlen, wenn er mal fünf Minuten zu spät kam. Ich finde es aber durchaus gut, diese Disziplin.“

Von meinen Kollegen wurde Bruma in Ingolstadt mit dem früheren HSVer Khalid Boulahrouz verglichen, seinem Landsmann, einige Fans sahen in Bruma aber auch einen „neuen Jerome Boateng“.

Den HSV hat Bruma in der vergangenen Saison mehrfach gesehen – als er wusste, dass er nach Hamburg wechseln könnte. „Die Bundesliga ist stark, es wird viel gelaufen“, sagt der WM-Teilnehmer von 2010 und ergänzt: „Ich will mir einen Stammplatz beim HSV erkämpfen, um mich weiter für die Nationalmannschaft zu empfehlen.“

Das wird ihm, die Leistung in Ingolstadt zum Maßstab genommen, wohl auch erreichen. Er spielt für sein Alter schon unglaublich abgeklärt, souverän und mit einem guten Blick für die Situation. Und er macht körperlich schon einen kräftigen Eindruck, Bruma ist kein Typ, der sich die Butter vom Brot nehmen lässt.

Aber genau deswegen hat ihn Frank Arnesen wohl auch zum HSV geholt. Der Sportchef ist mit ins Trainingslager gekommen, hatte ja zuletzt in Brasilien versucht, den Noch-HSVer Alex Silva zu verkaufen. Was noch immer nicht gelungen ist: „Ich bin noch müde von diesem Trip, wir haben viel geredet, aber es ist sehr kompliziert, Silva zu verkaufen.“ Weil vier Parteien mitreden wollen. Zwei Berater, dazu der Klub Flamengo und der HSV. Arnesen: „Das braucht noch seine Zeit, aber alle wissen, dass wir etwas tun müssen, denn am 22. Juli schließt das Transferfenster in Brasilien.“ Bis dahin muss also eine Entscheidung gefallen sein.

Noch kein Angebot gibt es für Guy Demel, der zurzeit bei der HSV-Regionalliga-Mannschaft trainieren muss. Ob Ciljan Skjelbred noch während des Sommers zum HSV kommen wird, hängt allein von Rosenborg Trondheim ab. Arnesen: „Rosenborg hat zehn Spiele im Juli, darunter die Champions-League-Qualifikation, deshalb wird er kaum vor August zu uns stoßen können. Skjelberg selbst will so schnell nach Hamburg kommen, er freut sich auf Hamburg, hat Lust, für den HSV zu spielen – und genau solche Spieler wollen wir ja. Spieler, die Lust haben für den HSV zu spielen.“

In Kontakt steht Arnesen, steht auch Michael Oenning mit den beiden Spielern, die an der Copa America teilnehmen. Paolo Guerrero ist einer der großen Stars bisher, weil er für Peru schon zwei Tore schoss, die drei Punkte bedeuteten. Und auch Tomas Rincon hat bislang viele gute, sogar überragende Kritiken erhalten. Vielleicht schafft er ja auch in dieser Saison den Durchbruch. Beim HSV natürlich. Schön wäre es ja.

So, zum Schluss noch einmal einen Blick zurück: Der 37-jährige Ze Roberto wollte ja gerne einen Zwei-Jahres-Vertrag (vom HSV, von anderen Klubs), jetzt hat er ihn. Der „große Ze“ wechselt nach Katar, spielt künftig für den Weltklub Al-Gharafa. Zwei Jahre. Mindestens.

Gute Nacht aus dem Zillertal

20.01 Uhr

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