Archiv für das Tag 'Wolf'

Emir Spahic: „Ich bin sehr ruhig. Und ich möchte, dass alles so bleibt.“

20. Juli 2015

Spahic (r.), Olic

Emir Spahic (r.) mit Ivica Olic beim Training

Emir Spahic. Wie können wir diesen Spieler einordnen? Nachdem der 34 Jahre alte Verteidiger bei seinem früheren Verein Bayer Leverkusen keine Interviews gegeben hat, ist er nun beim HSV schon zum zweiten Mal vor die Kameras getreten. Das erste Mal war in der Schweiz, als ihn die Hamburger gerade verpflichtet hatten. In Graubünden blieb es allerdings bei einigen freundlichen Begrüßungsfloskeln. Nun, in der Klosterpforte, nahm sich der bosnische Nationalverteidiger mehr Zeit. Doch irgendwie bleibt er schwer zu greifen, weil ein spezielles Thema nicht zu erörtern ist. Er möchte es nicht, so scheint es.

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Bruno Labbadia: “Ich habe einen Plan!”

16. April 2015

Es war nur ein kleines Schildchen in einem Schaukasten am Clubheim des Rotenburger SV. „100 % Werder-Partner“, stand darauf, und HSV-Trainer Bruno Labbadia musste ziemlich schmunzeln, als er diesen Zettel sah. „Wir sind natürlich im Bremer Einzugsgebiet“, sagte Labbadia. „Aber für uns ging es in der Kürze der Zeit um ein gutes Hotel und einen guten Platz. Das ist gewährleistet.“ 40 Kilometer liegt Rotenburg von Bremen entfernt, etwa 70 Kilometer von Hamburg. Doch abgesehen von der Grün-Weißen Färbung an der Wümme schien Labbadia sehr angetan von den ersten Stunden seines Kurztrainingslagers. Die Fußballfelder des Rotenburger SV, fast in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs der Stadt, sowie das gediegene Hotel Wachtelhof etwa drei Autominuten entfernt, gefielen dem Mann, der als Retter geholt wurde.

Wahrscheinlich wollte Bruno Labbadia die Mannschaft auch einfach mal rausholen aus dem kränkelnden HSV-Umfeld. „Ich wusste ja auch schon im Vorfeld, woran es hakt“, sagte Labbadia am Mittag. „Die Mannschaft wirkte heute schon ein ganzes Stück gelöster. Die Spieler kommen etwas zur Ruhe, wir haben Zeit und es ist keine Hektik.“ Versprechen könne er deswegen noch nichts, aber die Maßnahme, zwei Tage rauszugehen, sei trotzdem die richtige. „Ich bin der vierte Trainer in dieser Saison. Das nimmt eine Mannschaft ja auch mit. Ich muss mich jetzt auf die wichtigsten Dinge fokussieren. Dafür habe ich ein Gefühl und einen Plan. Die Mannschaft benötigt einen Halt, den versuche ich zu vermitteln.“

Die Trainingseinheit am morgen begann, wie schon gestern auffällig, sehr lautstark. Labbadia und vor allem auch der Fitness-Trainer Carsten Schünemann animierten die Profis immer wieder, miteinander zu sprechen. Sich Kommandos zu geben und zu motivieren. Da sollte Leben rein. Später beim Spiel war keine Öffentlichkeit mehr zugelassen. „Die Wahrheit liegt am Ende sowieso auf dem Platz. Aber wir müssen die Jungs aktivieren“, erklärte Labbadia. „Fußball ist Freude – bei allem Druck, den wir haben.“

Im Trainingsspiel, das erläuterte Labbadia nach der Einheit, die länger als zwei Stunden gedauert hat, habe er auch immer wieder unterbrochen. Er hat vieles beschrieben, auch um den Spielern bewusst zu machen, was sie auf dem Platz machen. „Eine Analyse spielt allerdings noch überhaupt keine Rolle. Die Mannschaft muss den Glauben wieder bekommen. Ich sehe alles, weiß, wo wir ansetzen können. Aber es zählt nur, wo wir mit den Bausteinen für Sonntag ansetzen wollen.“ Ihm komme es dabei zugute, dass er zusammen mit seinem Assistenten Eddy Sözer ausgeruht in die Aufgabe gehe, glaubt Labbadia.

Was konkret das für das anstehenden Nordderby bedeute, das wollte Bruno Labbadia nicht präzisieren: „Ich habe etwas im Kopf, denn natürlich habe ich mich mit dem HSV auch schon vorher beschäftigt. Wir wollen und können nicht 1000 Dinge verändern, sondern nur die wichtigsten.“ Dazu gehört offensichtlich auch ein neuer Teamgedanke, der sicher auch in den vergangenen Wochen verschwunden ist. „Ich brauche alle Spieler!“, so Labbadia ganz deutlich. Das habe er auch der Mannschaft in der Ansprache vor der Trainingseinheit klargemacht. „Ich möchte, dass mir alle Spieler zeigen, dass sie in die Mannschaft kommen wollen. Und Störenfriede haben hier auch nichts mehr zu suchen. Ich brauche den 25. Mann genauso wie den Ersten.“

Labbadia will auf diese Ansprache sogar schon eine Reaktion in der Mannschaft festgestellt haben. Es sei keine Zeit mehr, seine Enttäuschungen zu zeigen. „Da werden wir keine Kompromisse machen, ganz klar.“ Wer das noch nicht vor dem Training verstanden hat, der wird die Gelegenheit noch einmal am Abend erhalten. Labbadia kündigte an, mit jedem Spieler Gespräche führen zu wollen, ehe es morgen Nachmittag zurück geht nach Hamburg. „Ich will da die Stärken hervorholen. Natürlich gibt es auch Schwächen, aber die Stärken sind unser Schlüssel zum Erfolg.“

Wie schon gestern bei seiner offiziellen Präsentation im Stadion machte Bruno Labbadia einen ausgesprochen ruhigen und aufgeräumten Eindruck. Keine Nervosität, keine allzu markigen Sprüche, keine überzogenen Parolen. Er geht unbelastet in diese Aufgabe hinein, und allein das unterscheidet ihn schon von seinem Vorgänger Peter Knäbel. Was dies nun alles über die Chancen auf den Klassenerhalt bedeutet, das werden wir auch am Sonntag in Bremen sehen. Für die Werder-Fans wäre es sicher eine große Genugtuung, mit einem Heimsieg ausgerechnet dem Erzrivalen einen entscheidenden Stoß Richtung zweite Liga geben zu können.

Bei Werder lief es zuletzt jedoch auch nicht gerade nach Maß. Nur ein Sieg in den letzten acht Pflichtspielen (darunter das DFB-Pokal-Aus beim Drittligisten Arminia Bielefeld) ist kein guter Beleg. Die beiden Trainer Viktor Skripnik und Labbadia haben übrigens zwischen 1996 und 1998 zwei Jahre zusammen bei Werder Bremen gekickt. „Er wollte damals immer, dass ich nach dem Training Flanken schlage, obwohl ich nach Hause wollte. Er ist ein sympathischer Typ und ich wünsche ihm viel Erfolg, aber nicht für Sonntag“, sagte der Ukrainer Skripnik heute. „Ein möglicher Abstieg des HSV ist nicht unsere Sache.“

Eine Gemeinsamkeit gibt es übrigens zwischen den Rivalen. Viktor Skripnik hat seinem Torwart Raphael Wolf das Vertrauen ausgesprochen, obwohl der in den vergangenen Wochen wiederholt bei Gegentoren alt aussah. Und auch Rene Adler wird wohl im HSV-Tor bleiben. Ebenso wird es keine Veränderungen in der Kapitänsfrage geben. Rafael van der Vaart ist die Nummer eins des HSV, sein Stellvertreter bleibt Johan Djourou.

Apropos Djourou: Von Tag zu Tag wird die Kabinen-Keilerei mit Valon Behrami kälter dargestellt. „Der Boden in der Garderobe war glitschig, plötzlich bin ich von selbst umgefallen. Er (Djourou) hat gar nichts gemacht.“ So wird der Schweizer bei den „Bild“-Kollegen zitiert. Nun denn. Hier scheint einer um seinen Platz in der Startelf zu kämpfen. Den scheint er aktuell auch sicher zu haben, denn nach diesem Tag sickerte folgende, mögliche Startelf im Bremer Weserstadion durch:

Adler – Westermann, Cleber, Rajkovic, Ostrzolek – Behrami, Holtby – Stieber, van der Vaart, Olic – Lasogga

Keine grundsätzliche neue Elf, klar, aber bekanntlich geht es in erster Linie nicht um die Auf- sondern um die Einstellung (drei Euro ins Schweinchen…..).

Soweit für heute die Eindrücke aus Rotenburg. Dietmar Beiersdorfer und die anderen Oberen beim HSV haben ihre ganze Hoffnung in die Hände von Bruno Labbadia gelegt. Vermeidet der HSV mit Labbadia den Abstieg, dann besteht noch die Chance, dass die Vereins-Führung mit einem blauen Auge davon kommt. In den Kommentaren aller Medien, die sich intensiv mit dem HSV beschäftigen, war die Tonlage ebenso einhellig wie treffend. Entscheidung für Labbadia war okay, aber es ändert nichts daran, dass vorher fast alles falsch entschieden wurde, was den sportlichen Bereich in dieser Saison angeht.

Morgen trainiert der HSV noch einmal in Rotenburg, ehe es für eine Nacht zurück geht nach Hamburg.

Lars

So, das war Lars mit seinem Beitrag,nun noch einige Zeilen in eigener Sache.

„Wie geht das denn mit dem Blog weiter, wenn der Blogvater in Rente geht?“

So wurde und wird zurzeit immer wieder gefragt. Weil ich, das stimmt natürlich und selbstverständlich, vor einiger Zeit verkündet hatte, dass für den Fall, dass Bruno Labbadia wieder HSV-Trainer werden sollte, dann mein Rücktritt vom Matz-ab-Blog erfolgen würde.

Dazu muss ich erst einmal sagen, dass mein Vertrag mit dem Abendblatt noch bis zum 30. Juni läuft. Und ich werde, das ist für mich klar, nicht vertragsbrüchig. Ich habe heute mit Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider gesprochen, ihm von der Situation berichtet. Dass etliche User nun meinen Rücktritt fordern – und dass ich tatsächlich etwas müde geworden bin, vor allem wohl ausgelöst von dieser schrecklichen Lage des schwer angeschlagenen HSV.
Ich habe auch mit einem HSV-Verantwortlichen darüber gesprochen, dass irgendwann ja doch einmal die Zeit kommen würde – und warum nicht jetzt, wo der HSV mit einem Bein bereits in der Zweiten Liga steht? Und wo ich doch meinen Abschied für den Fall angekündigt habe . . . Die Antwort des HSV-Verantwortlichen: „Dafür hätte ich überhaupt kein Verständnis, wenn du deswegen nun aufhören würdest. Was soll der Quatsch? Die Sache mit Bruno ist doch viel zu lange her und für mich ausgestanden, und ich bin mir sicher, dass Bruno das ebenso sehen wird. Wegen einer solchen Lapalie jedenfalls kann man nicht aufhören, egal wie viele User nun deinen Rücktritt fordern . . .“

Beim HSV hatte ja auch ein Verantwortlicher vor Wochen ebenfalls gesagt: „Wenn Bruno Labbadia hier Trainer wird, laufe ich einen Tag lang nackt durch den Volkspark. Ich habe mich auch davon überzeugt – er wird nicht nackt durch den Volkspark laufen, schon gar keinen Tag lang.

Mein Chefredakteur (und auch Internet-Chef Frank Mares) hat mich übrigens ausgelacht und dabei gesagt: „Du hast bestimmt schon einige Dinge im Blog versprochen, die du dann nicht unbedingt gehalten hast, halten konntest.”
Mag ja sein. Ich wusste kein passendes Beispiel, aber sicher werden einige von Euch etwas mehr wissen. . . Nebenbei: Scholle fragte ganz entgeistert, ob ich noch klar ticke?

Um es dann mal auf einen Nenner zu bringen: Mein Vertrag läuft, wie geschrieben, noch bis zum 30. Juni 2015, ich werde wohl Anfang Juni mit den HA-Verantwortlichen sprechen, wie es mit mir weitergehen wird. Und dabei wird auch meine Müdigkeit besprochen. Sich immer wieder erklären, verteidigen und oder rechtfertigen zu müssen, eine (gewiss nicht kleine), das geht auf die Dauer auf die Nerven. Ich bin nun schon seit eineinhalb Jahren Rentner, eines Tage wird ohnehin Schluss sein (müssen).
Ein Abstieg des HSV würde dazu natürlich auch eine gewichtige Rolle spielen, auch das ist für mich schon klar.
Im Moment aber ist es so, dass von heute auf morgen kein Rücktritt von mir erfolgen wird, schon allein deshalb, weil ich einen Vertrag zu erfüllen habe. Deshalb muss ich nun jeden enttäuschen, der sich schon die Hände gerieben hat, dass Matz nun morgen endlich am Ende ist. Das dauert noch ein wenig – tut mir ein wenig leid, dass ich Euch (die Hoffenden) mit dieser Nachricht zunächst enttäuschen muss. Aber was nicht ist, kann ja noch werden . . .

Liebe Grüße, Dieter

18.20 Uhr

Viel Wirbel um Behrami und Westermann!

8. März 2015

Gute Freunde kann niemand trennen. Sang einst Franz Beckenbauer, und er tat es kürzlich, gemeinsam mit Uwe Seeler, auch noch bei der Hamburger Sport-Gala, als er, der Kaiser und ehemalige HSV-Spieler, für seine Stiftung und sein Lebenswerk geehrt wurde. „Uns Uwe“ verriet mir später, dass „Gute Freunde“ auch fast immer gesungen wird, wenn sich die „Schneeforscher“, ein ganz besonderer Stammtisch bestehend aus ehemaligen deutschen Sport-Größen, treffen. Gute Freunde, oder auch nur Freunde, sind ja auch Joe Zinnbauer und Jürgen „Kloppo“ Klopp. Und weil sich die beiden Trainer am Sonnabend, beim 0:0 im Volkspark, ein wenig in Rage geredet, geschrien oder auch gebrüllt hatten, war zu befürchten, dass sie künftig getrennte Wege gehen würden – aber es sah nach der gemeinsamen Pressekonferenz nicht so aus. Jedenfalls aus der Ferne.

 


 

Da hatten die Trainer ihre unterschiedlichen Meinungen zur Vorstellung von HSV-Profi Valon Behrami noch einmal sehr deutlich gemacht. Zuerst erklärte Joe Zinnbauer den Ellenbogenschlag des Schweizers gegen BVB-Spieler Mkhitaryan, der bereits nach zwei Minuten am Boden lag: „Ja, Valon wollte sich dementsprechend schützen, er sieht den Spieler von der Seite kommen und fährt den Arm aus. Aber trotzdem, wir brauchen nicht darüber reden . . . Ich weiß, Jürgen, Kloppo, dass du jetzt anderer Meinung bist, aber letztendlich hat er auch gesagt, dass er lange nicht mehr auf dem Platz gestanden hat, wir wissen, dass er gerade mal ein paar Tage auf dem Platz gestanden ist, und die Koordination sicherlich auch noch fehlt – Absicht war das mit Sicherheit keine. Seine Spielart ist einfach so, er ist ein Aggressiv-Leader, ich bin froh, dass ich ihn habe.“

 

Das ließ Jürgen Klopp dann nicht mehr ruhen. Er war nicht aufgebracht, war sichtlich darum bemüht, seine Stimme nicht zur erheben – und sagte: „Das ist jetzt ein sehr gutes Beispiel dafür. Ich habe diese Woche irgendetwas über einen Journalisten gesagt. Dabei ging es um das Thema Humor. Daraus ist eine riesige Geschichte entstanden. Und jetzt sitzt ihr alle da und habt die Szene gesehen – und wollt von mir hören, was ich dazu denke, dabei denkt jeder das Gleiche. Außer Joe, weil es sein Job ist. Jeder andere denkt das Gleiche. Dann macht daraus eine Geschichte, und macht nicht mit meinem Namen eine Geschichte, ehrlich gesagt. Das war eine Rote Karte, fertig. Ob der vorher acht Monate nicht gespielt hat, ob er zwei Wochen nicht gespielt hat, ob ihm die Koordination gefehlt hat oder sonst was. Es hat gereicht, um den Arm nach oben zu nehmen und Mkhitaryan ins Gesicht zu schlagen.“

 

Aufklärend sei gesagt, dass sich Jürgen Klopp zuletzt über den TV-Kommentator Marcel Reif geäußert hatte – was hohe Wellen schlagen ließ.

 

Gute Freunde, kann niemand . . . Da wurde es noch einmal hart. Zwischen den beiden Trainern, die einst gemeinsam für Mainz 05 gespielt haben, saß im Presseraum nur HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf. Aber es blieb, zum Glück, friedlich. Klopp abschließend (leicht aufstöhnend) riet: „Macht damit, was ihr wollt . . .“ Zinnbauer zum Schluss mit versöhnlichen Untertönen: „Jetzt können sie ’ne Geschichte machen, Kloppo.“ Darauf Klopp: „Ich weiß, ich bin ein Idiot.“ Zinnbauer lachend: „Das habe ich nicht gesagt.“ Klopp: „Ich weiß, aber ich weiß es schon lange.“

 

Ja, es ging an diesem Sonnabend wahrlich hoch her, im Volkspark. Ähnlich wie einst beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Am 1. November 2014 hatte der HSV beim 1:0-Sieg gegen die Werks-Elf nicht nur ordentlich dagegengehalten, sondern ab und an auch mal de Hammer herausgeholt. Da war mitunter Brachialgewalt im Spiel, und Schiedsrichter Florian Meyer erntete seinerzeit einiges an Protesten aus dem Leverkusener Lager, allen voran von Rudi Völler.

 

Diesmal war der HSV zwar eine Nuance zurückhaltender, doch es gab schon einige Szenen, die grenzwertig waren. Das muss man als Hamburger schon gestehen. Aber so, und nur so geht es im Abstiegs- und Existenzkampf. Da darf nichts verschenkt werden. Das wollen die Fans sehen. Und weil sie es von dieser HSV-Mannschaft auch endlich sehen können, deswegen ist die Hütte auch immer wieder rappelvoll. 57 000 Zuschauer waren am Sonnabend wieder da, ausverkauft. Das geschieht nur, weil die Hamburger jetzt erkennen, dass sich die Mannschaft gegen das drohende Unheil wehrt. Ein Verdienst der neuen Führung – ein Verdient vor allem von Joe Zinnbauer. Auch wenn diese Gangart nicht von allen akzeptiert oder auch gelobt wird. Das ist schon klar. Ein neutraler Beobachter wie ZDF-Reporter Thomas Wark befand: „Sieben Gelbe Karten und nur fünf Torchancen, ein schlechtes Spiel.“ So kann man es sehen. Aber auf anderen Plätzen sieht es ähnlich aus, wenn sich ein Team – oder gar beide – gegen den Abstieg wehren müssen.

Insgesamt sagte Jürgen Klopp zur Hamburger Härte: „Es hätte sicher einige Möglichkeiten gegeben, Behrami frühzeitig zum Duschen zu schicken. Wir haben Glück gehabt, dass sich keiner verletzt hat, das war hart an der Kante.“ Und in Richtung Behrami sagte der BVB-Coach: „Ich wünsche ihm als Mensch, dass das keine Absicht war.“
Gut fand ich, was BVB-Torwart Roman Weidenfeller resümierend sagte: „Wir mussten uns erst einmal an die Härte des HSV gewöhnen, aber der HSV steht mit dem Rücken zur Wand, da ist eine solche Spielweise okay.“ Hoffentlich bekommt der Nationalkeeper für diese ehrliche Aussage nicht noch nachträglich einen Rüffel der Verantwortlichen.

 

Das hoffe ich natürlich auch für Heiko Westermann. „HW4“ ist nach diesem Spiel so richtig mal ausgeflippt. Endlich einmal! Bravo! Er hatte die vielen, vielen Schmähungen gegen sich viel zu lange schweigend hingenommen. „Die Kritiker und Idioten, die meinen, sie hätten den Fußball erfunden, die können mich alle mal. Ich habe immer den Arsch hingehalten und lasse mir von solchen Idioten nicht den Namen kaputtmachen“, sagte der frühere Nationalspieler, den etliche HSV-Fans schon seit Jahren „auf dem Kieker“ haben. Ärger, Frust, Häme und sogar Hass – was wurde nicht alles auf Westermann abgeladen, und nun diese Explosion. Die Joe Zinnbauer durchaus nachvollziehen kann. Der Coach verteidigt seinen Abwehrmann: „Ich finde, dass es nach gefühlten fünf Jahren mal an der Zeit gewesen ist, dass er explodiert. Der Heiko hat hier jahrelang den Kopf herhalten müssen, nun hat er sich mal ausgekotzt, das gehört dazu. Irgendwann platzt einem mal der Kragen, ich kann ihn verstehen und freue mich darüber. Heiko ist ein Vollprofi. Er lebt und tut alles für den Verein.“

Wobei Zinnbauer dieses Ausrasten auch auf eine Art sportlich sieht und nimmt: „Das habe ich von ihm auch während des Spiels immer verlangt, dass er explodiert und sich auch verbal etwas zutraut. Wenn er das mit nach zum Spiel gegen Hoffenheim nehmen kann, wäre das top. Das brauchen wir im Moment. Gegen Dortmund hat Heiko ein richtig gutes Spiel gemacht.“ Und sogar Klopp lobte, wenn auch auf Nachfrage, den HSV-Profi-Westermann: „Wenn er heute nicht gespielt hätte, dann stehen wir zweimal allein vor dem HSV-Tor. Er ist der einzige HSV-Innenverteidiger, der in Sachen Schnelligkeit mit einem Aubameyang mithalten kann. Zweimal hat Westermann ihn abgelaufen.“ Übrigens hat Heiko Westermann sich im Internet-Auftrieb des HSV über sich selbst wie folgt geäußert: „Meine persönliche Leistung wird ja öffentlich immer wieder viel diskutiert. Ich habe heute die fünfte oder sechste Position in der Rückrunde gespielt. Ich kann dazu nur so viel sagen, dass ich mir meinen Namen hier nicht kaputt machen lassen will von irgendwelchen Leuten, die denken, sie hätten den Fußball erfunden. Ich habe jeden Ball gefordert und mich in jeden Zweikampf geworfen. Deswegen braucht mir ein sogenannter Fan oder sonst wer nicht erzählen, wie Fußball gespielt wird.“

 

Auch das wird einem gewissen Teil des HSV-Anhangs sicher nichts bedeuten, das ist mir schon klar. Es wird trotz allem weiter gepfiffen. So wie gegen Mönchengladbach war, als Westermann in der 86. Minute eingewechselt worden ist. Und als in der Nachspielzeit der Ausgleich gefallen ist, weil die gesamte Defensive des HSV gepennt hat, wurde Westermann als derjenige ausgemacht, der die Schuld an diesem späten 1:1 trug. Natürlich Westermann. Und wer sich nicht alles erlaubt, über Westermann zu urteilen. Das ist abenteuerlich. Die sehen kein Training, die haben kein Ohr in der Mannschaft – aber sie machen ihn nieder. Permanent. Ich habe in der „Matz-ab-live“-Sendung vom Sonnabend gesagt, dass ich seit mindestens eineinhalb Jahren kein privates Wort mit Heiko Westermann gewechselt habe. Nicht deshalb, weil ich damit dem Pöbel gehorchen wollte, sondern deshalb, weil ich Westermann damit schützen wollte. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: So war es einst auch bei Piotr Trochowski (war beim Dortmund-Spiel im Stadion), mit dem ich nicht mal mehr telefoniert habe, nachdem ich einmal mit ihm als Sevilla-Spieler telefoniert und eine Geschichte gemacht hatte – und sich danach, hier bei „Matz ab“, ein enormer Shit-Storm auf den Weg (gegen ihn und mich) gemacht hatte. Ich wollte mit meinem Schweigen, das ich bis heute eingehalten habe, nur jeden weiteren Ärger und Stress für den Spieler vermeiden. Soweit war und ist es schon gekommen.

 

Aber noch einmal zurück zum Fußball. Gefreut habe ich mich nicht nur für Westermann, dass er eine so starke Partie gespielt hat. Und auch, dass Cleber so gut war. Auf Anhieb wieder so gut war. Unser „Matz-ab“-Gast Jürgen Stars lobt den Brasilianer und sagte: „Wir müssen aufpassen, dass er uns nicht ganz schnell wieder für viel Geld abgekauft und weggeholt wird.“ Da ist wohl was dran. Cleber fand auf Anhieb wieder zu seinem Spiel, das er zuletzt gezeigt hatte. Das war für mich, sage ich ehrlich, überraschend. Ich habe ihm einen so starken Auftritt noch nicht wieder zugetraut – „Scholle“ sehr wohl. Für mich wirkte er in dem einen Training, was ich am Dienstag von ihm gesehen habe, noch ein wenig zerbrechlich, auch etwas zimperlich – und noch lange nicht bei 100 Prozent. Gegen Dortmund aber war er voll da – lobenswert! Da hat der HSV doch, und ich schreibe doch, weil er zu Beginn ja schon als Fehleinkauf galt, einen echten Goldfisch an der Angel.

 

Der dritte Mann, mein dritter Mann, dieses Spiels war Gojko Kacar. Hut ab! Wie der Serbe sich wieder zurückgekämpft hat, das imponiert mir gewaltig. Es begeistert mich sogar. Kacar war aussortiert, er wollte weg, er ließ sich – als er bei der Zweiten trainieren musste – auch ein wenig hängen, nahm etwas an Gewicht zu, auch sicher aus Verzweiflung über das Abstellgleis, auf dem er sich befand – aber er gab nie auf. Und er fand auch nie ein böses Wort gegen den HSV. Wie er das geschafft hat, ist mir immer noch ein Rätsel, aber er schaffte es auf eine äußerst bemerkenswerte Art. Und jetzt bringt er immer seine Leistung. Egal, ob er von Beginn an spielt, oder nur eingewechselt wird. Das ist wirklich vorbildlich und ein absolut profihaftes Verhalten. Auch wenn ich natürlich weiß, dass mir nun gleich vorgehalten wird, dass er dafür ja auch ein fürstliches Gehalt kassiert. Klar, das ist auch so, aber wer hat es ihm denn aufgezwungen? Damals schmiss der HSV noch mit Geld so um sich, als wäre genügend davon vorhanden. Dafür aber konnte und kann Kacar nichts. Und ich freue mich für ihn, dass er jetzt doch noch einige positive Dinge mit dem HSV und in Hamburg erleben kann. Ganz nebenbei kann ich jedem, der noch gewisse Zweifel hegt, bescheinigen, dass Gojko Kacar ein Super-Typ ist, der eigentlich zu bescheiden durch diese Profi-Welt geht. Da ist nicht gerade typisch für den Fußball.
Dass Kacar dann, weil Behrami wieder spielen konnte, aus der Mannschaft genommen wurde, stieß nicht überall auf Verständnis. Es wurde auch bei „Matz ab live“ recht kontrovers diskutiert. Wie immer hat es Kacar selbst ohne zu murren ertragen und hingenommen. Und ich muss zugeben, dass ich auch dafür war (und immer noch bin), weil es in dieser Mannschaft ansonsten niemanden gibt, der seinen Mund aufmacht. Behrami reißt alle mit (auch die Zuschauer), er motiviert, er dirigiert, er stellt seine Nebenleute. Daran, seien wir doch ehrlich, mangelt es doch schon seit Jahren. Und nun haben wir dort einen, der das kann und auch macht, und deswegen muss er auch spielen – wenn er kann. Und selbst wenn er nur bei 80 oder 90 Prozent ist. Behrami ist für diese Truppe so wichtig, nicht nur als Abräumer, sondern auch als „Erzähler“. Ich kann Joe Zinnbauer da verstehen und auch folgen, bei mir kleinem B-Lizenz-Trainer hätte er auch sofort gespielt. Stellt sich nur die Frage, ob es nicht auch noch einen anderen Kandidaten gegeben hätte, der statt Kacar auf die Bank gegangen wäre. Ich hätte aber auch in dieser Frage so entschieden, wie Zinnbauer.

 

Und auf Valon Behrami muss ich auch noch wegen einer anderen „Geschichte“ zurückkommen. Obwohl ich jetzt die Gefahr laufe, oberlehrerhaft zu wirken. Trotz allem muss ich es noch einmal loswerden: Ich hoffe, dass Trainer oder/und andere HSV-Verantwortliche einmal ganz in Ruhe mit dem Schweizer reden. Sie sollen ihn nicht einengen, auch nicht zurückpfeifen, aber sie sollen zu einer gewissen Besonnenheit aufrufen. Weil er sonst schnell wieder vor einem Platzverweis stehen würde. Glaubt es mir, auch Schiedsrichter sehen sich die Bundesliga-Spiele an, und sie merken sich, wenn einer so foult, wie es Behrami am Sonnabend tat. Macht er weiter so, geht er vom Platz, keine Frage. Und damit ist weder ihm noch dem HSV gedient, der dann womöglich wochenlang auf seinen Abräumer verzichten muss.
Ich schrieb es bereits am Dienstag, dass Behrami zu schnell auf 180 ist. Im Spiel gegen die U23 legte er sich einmal mit Sven Mende an (gar nicht fein), und Minuten später (dann sogar für einige Minuten!) mit Francis Adomah. Das muss nicht sein, ganz ehrlich. Es ist der eigene Verein, da muss man nicht so ausflippen. Und die Verantwortlichen standen am Rande, sie haben es gesehen, müssen es gesehen haben – und sie müssten eigentlich auch reagiert haben. Danach. Denn das Spiel selbst wurde von einem Schiedsrichter-Gespann geleitet. Und dieser Unparteiische wird sich schwer hüten, in einem solchen Kick irgendwelche erzieherischen Maßnahmen (oder einen Platzverweis) vorzunehmen.
Aber vielleicht erübrigt sich das ja alles auch schon recht bald, wenn dann die Koordination bei Valon Behrami zu 100 Prozent wieder stimmt . . .

 

Eine kleine Entwarnung kann es im Verletzten-Fall Johan Djourou geben, denn der Schweizer hat sich wohl doch nicht schwerer am Oberschenkel (Adduktoren?) verletzt. Im Moment ist es so geplant, dass er spätestens am Mittwoch wieder ins Training einsteigen soll.

 

Danken möchte ich an dieser Stelle explizit noch einmal unseren beiden Gäste bei „Matz ab live“ vom Sonnabend. Jürgen „Starsky“ Stars und „el presidente“ Benno Hafas (nicht Harfas oder so!) sagten sofort zu, als sie von unserer Notlage erfuhren, und sie sorgten dann dafür, dass wir eine sehr lebhafte Sendung hinlegen konnten. Danke, danke, danke – Ihr wart super, einfach großartig – vielen Dank. “Starsky” – mit Dir jede Woche. Mindestens! Weil Du immer Klartext sprichst. Übrigens, wer es nicht weiß: „el presidente“ deswegen, weil Benno Hafas Vorsitzender des „Matz-ab“-Fanclubs ist, von Beginn an. Und wer (kostenloses) Mitglied des Clubs werden will, sollte sich bei ihm (fast immer beim Training) oder bei den Moderatoren melden. Oder bei mir.

 
PS: Morgen, am Montag, ist trainingsfrei.

 

Zum Schluss noch einmal ein kleiner Satz, den Trainer Joe Zinnbauer nach dem 0:0 von sich gab, der die Situation des HSV sehr gut beleuchtet – und der bei mir ein wenig für Erleichterung sorgt: „Für uns ist dieser Punkt Gold wert.“

 

17,29 Uhr

Lars Pegelow zieht Trainingslager-Bilanz

Beiersdorfer: “Ein sehr guter Tag für den HSV”

22. Januar 2015

Um 23.16 Uhr hatte die Presseabteilung am Mittwochabend geladen, um 9.30 des heutigen Donnerstages waren die Journalistenkollegen und ich vor Ort. Per Mannschaftsbus wurden wir in den nahegelegenen Volkspark gefahren. Dort angekommen, ließ sich erahnen, was folgen würde. Eine alte Sitzreihe des ehemaligen Volksparkstadions sowie eine Traditionsfahne des HSV bildeten den Rahmen der feierlichen Verkündung von Aufsichtsratsboss Karl Gernandt (siehe Videos). Denn Klaus-Michael Kühne hat sich nun doch dazu entschlossen, einen großen Teil seines 25-Millionen-Darlehens für den HSV umzuwandeln in Vereinsanteile. 18,75 Millionen Euro gehen somit auf den HSV über, im Gegenzug erhält der Speditionsmilliardär 7,5 Prozent an der HSV AG. Zudem, und das war die emotional zweifellos deutlich schönere Nachricht, zahlt Kühne dem HSV ab Juli 2015 für die kommenden vier Jahre jeweils vier Millionen Euro, um die Imtech-Arena in „Volksparkstadion“ um- oder besser: zurückzutaufen. Eine Idee, die seit Monaten über die Flure des HSV schwebte – und die jetzt endlich umgesetzt wird.


Dass sich die Anwesenden, von Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer über seinen Vize Joachim Hilke bis hin zu Aufsichtsratsboss und Kühne-Attaché Karl Gernandt über alle Maßen erfreut äußerten – logisch. Denn die Tatsache, dass nicht mehr 25 Millionen zurückgezahlt werden müssen, sondern „nur noch“ 6,25 Millionen – und die bis 2019 in Raten, gibt dem HSV neuen Handlungsspielraum.

Fussball

Oder nicht?

Beiersdorfer: Es bedeutet, dass wir versuchen, die Konsolidierung des Klubs weiter voranschreiten zu lassen. Es tut uns gut bilanziell, Eigenkapital aufzustocken durch die Umwandlung. Wir sparen uns zudem erhebliche Zinsen. Das hat natürlich auch Ausschlag auf die Lizenzierung. Es hat aber keine wirklichen oder große Auswirkungen auf Spielertransfers. Die Eigenkapitalquote verbessert sich dadurch und wir haben eine verbesserte Gesprächsgrundlage mit den Banken, wenn es um Veränderungen in unserer Infrastruktur geht. Und das hilft.“

Karl Gernandt indes zeigte sich zuversichtlich, dass der HSV im aktuellen Transferfenster jetzt leichter tätig werden kann. Zumal er sagte: „Es gibt einen möglichen Investor, der mir gestern in einem sehr guten Gespräch gesagt hat, dass er sich sehr ernsthaft mit einem Einstieg beim HSV beschäftigt.“ Wer das ist, blieb natürlich verschlossen. Obwohl Gernandt, sichtlich euphorisiert und in Plauderlaune, auf den Wunschstürmer Josip Drmic angesprochen sagte: „Wir können ihn uns leisten und jetzt muss man sehen, ob man mit dem anderen Verein einig wird.“ Dietmar Beiersdorfer ergänzte bei dem Neujahrsempfang in der Hanse-Lounge vor rund 150 Gästen: „Das wir Interesse an dem Spieler haben, ist nicht neu. Leverkusen ist auch bereit ihn abzugeben, wenn sie Ersatz finden. Wir müssen geduldig sein.“ Immerhin sei in diesem Transferfenster – Dortmunds Kampl mal ausgenommen – noch kein großer Transfer über die Bühne gegangen. „Der Markt ist noch ruhig, kann aber ganz plötzlich und ganz schnell in Wallung kommen. Oftmals ist es so, dass ein Transfer mehrere Transfers auslöst, das ist wie beim Domino.“

Spielerisch erklärt, was technisch schwer umzusetzen zu sein scheint. Denn Leverkusens Sprecher der Geschäftsführung, Michael Scha(n)de. Zumal Beiersdorfer andeutete, dass sich durch die Verletzung Lewis Holtbys eine weitere personelle Baustelle aufgetan hat. „Er hat einen komplizierteren Trümmerbruch in der Schulter. Das kann dauern. Wir rechnen mit zehn Wochen bis drei Monaten.“ Ob daher für den zentral-offensiven Bereich noch nach einem Spieler geschaut wird? Beiersdorfer, der auch beim Neujahrsempfang wiederholt bestätigte, die Kühne-Gelder für die Konsolidierung zu nehmen und nicht in Spieler zu stecken, überlegt kurz, dann lächelt er verschmitzt und umgeht eine klare Antwort: „Wir haben den Markt im Blick.“ Abzuwarten sei zudem, so der Vorstandsboss des HSV, was mit Tolgay Arslan passiert. Während der Podiumsdiskussion beim Empfang summte sein Handy wiederholt. „Das wird damit zu tun haben“, so Beiersdorfer, der mit einem Ergebnis binnen der nächsten Tage rechnet. „Zwei Tage“, um seine Wortwahl genau wiederzugeben.



Seite heute wieder da ist Lars Pegelow – zusammen mit der Mannschaft des HSV landen sie heute Abend um 19 Uhr in Fühlsbüttel. Vorher hatte er noch die letzten News zusammengetragen und verfasst. Ich verabschiede mich an dieser Stelle bis morgen. Es ist noch lange nichts gerettet – weder sportlich noch finanziell. Aber die Richtung stimmt zumindest. Das ist ein guter Tag für den HSV. Für die Vereinsführung zudem ein äußert glücklicher Zeitpunkt. Immerhin ist am Sonntag Mitgliederversammlung und Offenlegung der Bilanz…

In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle

Und jetzt, viel Spaß bei Lars’ Text aus Dubai:

Ganz unabhängig von den Geschehnissen in Hamburg hat die Mannschaft heute ihr Trainingslager in Dubai beendet. Trainer Joe Zinnbauer ist mit vielen Eindrücken, aber auch mit einigen Problemen am Nachmittag Dubai-Zeit in den Emirates-Flieger gestiegen. War das nun ein gutes Trainingslager? Das wäre mit Sicherheit zu hoch gegriffen. Der Bundesliga-14. Steht vor einer ungewissen Rückrunde.

„Natürlich mache ich mir Gedanken, ob der eine oder andere Spieler zurückkommen kann“, sagte Zinnbauer nach dem Abpfiff des letzten Tests in Al Ain, der 0:2-Niederlage gegen Manchester City. „Aber ich gehe davon aus, dass uns bis auf Behrami und Holtby zum Rückrundenstart gegen Köln alle Spieler zur Verfügung stehen.“ Das mag sein, aber es bleibt doch dabei, dass viele Spieler entscheidende Vorbereitungstage verpasst haben, selbst wenn ihre jeweilige Verletzung nicht dramatisch war. So haben neben den genannten Spielern insbesondere Nicolai Müller und Pierre Michel Lasogga keine Testspielminute auf dem Buckel.

„Ich hoffe, dass sie ihren Rückstand schnell wieder aufholen können“, so Zinnbauer beim Abschlussgespräch im noblen Meydan-Hotel, dem „Raumschiff“ in der Wüste am Rand von Dubai. „Alle Verletzte haben auch in unseren Video-Sitzungen hart gearbeitet und ihre Einheiten im Reha-Bereich durchgezogen.“ Die Bedingungen waren für den Trainer „wunderbar und traumhaft“. Ohnehin hofft der HSV darauf, auch im kommenden Winter nach Dubai zurückzukehren.

Stichwort Video-Sitzungen. Zinnbauer hat hier sicher neue Maßstäbe beim HSV gesetzt. „Wir haben hier vor jedem Training Ausschnitte gezeigt“, so der Trainer. „Entweder aus Hinrunden-Spielen, aus den Testspielen hier oder auch aus dem Training. Wir filmen jede Einheit und weisen die Spieler dann darauf hin, was gut und schlecht war. Und woran wir dann in der nächsten Einheit arbeiten wollen.“ Klappt es dann, freut sich der Trainer. Klappt es nicht, und das haben wir hier auf dem Trainingsplatz in Dubai häufig genug gesehen, dann explodiert der Zinnbauer-Vulkan schon mal. „Wir haben hier nicht viel Zeit, deswegen muss man da manchmal aggressiver rangehen. Insgesamt setzen die Spieler das sehr gut um, was wir vorgeben. Aber es geht nicht innerhalb von zwei Wochen.“

Eine glasklare Prognose, ob und wie es weitergeht – vor allem in Sachen Toreschießen – das traut sich Zinnbauer noch nicht zu. „Ich habe den Eindruck, es geht besser auf dem Weg nach vorn. Aber du musst im Spiel Tore schießen, nicht nur im Training.“ Die letzten zwei Tests (auch vorher gegen Astana beim 0:0) blieb der HSV erneut ohne Treffer, wobei gegen Man City zumindest einige gute Chancen vorhanden waren. In diesem Zusammenhang hofft Zinnbauer händeringend auf Verstärkung für den Angriff. „Für beide Parteien wäre es besser, wenn der Knipser schon da wäre“, sagte der Trainer. „Kommt dann einer kurz vor dem Ende der Wechselfrist, werden oft gleich Wunderdinge erwartet. Aber es gibt noch keine Eingewöhnung und kein Einleben. Sportlich wie privat. Aber so ist das Geschäft im Winter…“

Eine endgültige Entscheidung über Innocent Emeghara steht dabei noch aus. Weil Manager Peter Knäbel bereits am Donnerstagmorgen nach Hamburg geflogen ist, wird hier wohl erst am Freitag Klarheit herrschen. „Es nützt mir nichts, wenn er erst in drei Monaten Leistung bringt“, sagte Zinnbauer über Emeghara vor dem Manchester-Spiel. Dort hatte der Stürmer gute und schlechte Szenen. Ob es reicht für ein Engagement in Hamburg? Zweifelhaft.

Generell hofft Zinnbauer, dass die Mannschaft auch von den Rahmenbedingungen viel mitgenommen hat in Dubai. „Der Verein stellt viel auf die Beine. Das sehen auch die Profis. Ich denke, viele waren überrascht über die Möglichkeiten hier. Und es herrscht ein Geist: So etwas wie mit dem Abstiegskampf im vergangenen Jahr wollen wir nicht mehr.

Wer sind die Gewinner? Zu ihnen zählt der Brasilianer Cleber („Er hat sich gut präsentiert“). Ebenso Slobodan Rajkovic, den Zinnbauer immer wieder lobte („Er ist sehr kompakt und hat den Vorteil, ein Linksfuß zu sein“). In der Innenverteidigung, in der Heiko Westermann der Trainingsrückstand nach überstandener Knieverletzung anzumerken ist, herrscht jedenfalls Konkurrenzdruck um den Platz neben Johan Djourou. „Es muss auch nicht immer dieselbe Formation spielen“, so Zinnbauer.

Große Sorgen sind auf der Sechser-Position entstanden. Hier kneift es, neben der Stürmer-Frage, mittlerweile am meisten. Behrami verletzt. Arslan (fast) verkauft. Holtby verletzt. Jiracek angeschlagen. Das sieht also gar nicht gut aus, und der Kapitän der U 23, Sven Mende, kann noch keine Stütze sein. „Er hat gut gespielt“, attestierte ihm Rafael van der Vaart zwar, aber seine Nervosität konnte Mende noch nicht ablegen. Er braucht Zeit. „Gojko Kacar könnte diese Position auch spielen“, erklärte Zinnbauer, „aber er sieht sich eher als Innenverteidiger. Da müssen wir ihn nochmal überzeugen.“ Bis auf Weiteres wird Zinnbauer mangels Alternativen jedenfalls auf ein 4-1-4-1-System setzen müssen – mit nur einem Sechser.

In der Torwartfrage hat sich nicht viel an der bisherigen Reihenfolge geändert. „Was hat sich Drobny denn zu Schulden kommen lassen?“, lautet die rhetorische Gegenfrage des Trainers. Allerdings möchte Zinnbauer auch seinen Torwart-Trainer Stefan Wächter in die endgültige Festlegung einbinden. Auf der anderen Seite zeigte sich Zinnbauer sehr zufrieden mit Rene Adler. „Ich will bei allen Reaktionen sehen, auch wenn sie nicht gesetzt sind. Adler weiß, was los ist, und er sucht seine Chance, hangelt sich hoch. Was gibt es für einen Trainer Schöneres, als zwei solche Torhüter zu haben?“

Verletzungen hin, offene Stürmerfrage her. Joe Zinnbauer zeichnet ein positives HSV-Bild. Die Mentalität ändere sich, beobachtet der Coach. „Ich kann einen Spieler verstehen, wenn er verärgert oder enttäuscht ist, sollte er nicht berücksichtigt werden. Aber das darf er dann im Training nicht durch Leistungsreduzierung zeigen, sondern im Gegenteil durch größeres Engagement.“ Und genau diese Entwicklung bahne sich an.

Unterstützt wird Zinnbauer von Kapitän van der Vaart, der die Mannschaft auf einem guten Weg sieht: „Es ist schwer zu sagen, was dann in der Rückrunde passiert. Aber fußballerisch sieht es besser aus, und das macht dann auch mehr Spaß.“ Was man gerade van der Vaart gegen Manchester anmerkte, er war der Dreh- und Angelpunkt des HSV. „Das war ein guter Test, auf den hatten wir alle Bock.“

Am Ende ist es so, wie der Belgier Vincent Kompany sagte, der Kapitän von ManCity – ehemals HSV-Profi. Nach der Partie in Al Ain meinte Kompany: „Ich glaube, der HSV braucht einfach nur Stabilität, dann gehört er unter die Top vier in Deutschland.“

Abschied von 2014 – nicht ohne Stefan de Vrij…

31. Dezember 2014

Es ist der 31. Dezember, das bedeutet Abschied nehmen. Abschied nehmen von einem sportlich enttäuschenden Jahr für den HSV. Und es bedeutet, Abschied zu nehmen von einem Jahr mit neuen Rekordzahlen in Sachen Matz-Ab-Blog. So viele Leser und insbesondere Zuschauer bei den Matz-ab-Live-Sendungen hatten wir noch nie. Wir bewerten die Zahlen zwar definitiv nicht über, aber sie sind für uns Mandat und Verpflichtung zugleich, diesen Blog in Zukunft nicht minder aufwändig zu betreiben. Danke dafür!

Auch für mich heißt es heute, Abschied zu nehmen. Allerdings nur vom Jahr 2014 und nicht in der Form, wie es gestern ein anonymer Blogger hier versuchte, als Fakt zu posten. Der-/diejenige schrieb gestern, ich würde heute bekanntgeben, dass ich ab dem 2. Januar einen neuen Arbeitgeber hätte und hier aufhöre. Und – für die einen klingt das wahrscheinlich wie eine Drohung, für die anderen vielleicht eher positiv: Dem ist NICHT so. Ich werde weiterhin mit viel Freude an dieser Stelle meine Blogs verfassen, mich über Eure Kommentare freuen und ärgern, mich mit Blogger-Meinungen auseinandersetzen, mich über den HSV ärgern und freuen sowie in den Sendungen live diskutieren. Kurzum: Ich werde (wie Lars und Dieter sowieso) weiterhin alles geben, damit Ihr immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge bleibt. Nur eines werde ich nicht mehr: Ich werde mich nicht mehr rechtfertigen, wenn irgendeine Eintagsfliege irgendwas behauptet. Das ist dieses mal eine Ausnahme. Weil ich es selbst versprochen hatte.  Leider.

Und es ist schon lange her, dass ich über den niederländischen Nationalspieler Stefan de Vrij schreib. Genau genommen schrieb ich damals am 8. Juli:

Der niederländsiche Nationalspieler entschied sich gegen einen Wechsel zum  HSV und für Lazio Rom.

Stefan de Vrij entschied sich gegen den HSV und für Lazio Rom.

In Hamburg traf sich der HSV-Boss am Wochenende mit Huub Stevens’ Sohn Maikel, der auch mal für den HSV gearbeitet hat und zu dem Beiersdorfer ebenso wie zum Vater ein exzellentes Verhältnis pflegt. Dabei soll es, so habe ich es jetzt gehört, um den niederländischen Nationalspieler Stefan de Vrij gegangen sein, den Spielerberater Maikel Stevens vertritt. Der 22-Jährige passt voll in das von Slomka, Kreuzer und Beiersdorfer vor zwei Wochen erstellte Anforderungsprofil: Er ist mit 22 Jahren noch jung, er ist als Nationalspieler aber erfahren. Er ist 1,89 Meter groß, kopfball- und zweikampfstark, schnell – und er wäre damit sicher ein Führungsspieler beim HSV. Problem ist, dass der Niederländer einen Marktwert von für den HSV ohne Kühne unrealistischen sechs Millionen Euro hat. Das Gute ist, sein Vertrag beim holländischen Erstligisten Feyenorord Rotterdam läuft in einem Jahr aus.

Und daran ist tatsächlich nicht ein Wort falsch. In dem hier reingestellten Video bestätigt das Dietmar Beiersdorfer, der damals federführend sportlich Verantwortliche (Knäbel war noch nicht im Amt). Er bestätigt den Kontakt zu de-Vrij-Berater Maikel Stevens und auch das ernsthafte Interesse an dem Abwehrspieler de Vrij. Ich habe ihm damals vor Zeugen (Mediendirektor Jörn Wolf und Lars Pegelow, der das Video drehte, waren auch dabei) noch mal den Text vom 8. Juli in ungekürzter Schriftform vorgelegt und ihn gefragt, ob er in der besagten Textpassage irgendetwas findet, was nicht der Wahrheit entspricht.

 

Dietmar Beiersdorfer kurze, eindeutige Antwort: “Nein.”

 

 

Und dafür muss ich Dietmar Beiersdorfer, der in diesem (und vor allem dem heutigen) Blog mitliest, ausdrücklich danken! Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass ein Vorstandsboss des HSV so ein Interna öffentlich bestätigt. Ich behaupte sogar, dass das ansonsten kein Vorstandsboss irgendeines Bundesligaklubs machen würde. Schon gar nicht als Zeuge. Warum auch? Andere Journalisten interessiert es gar nicht, ob anonym im Netz irgendwer irgendwas über sie behauptet. Sich wehren kann man eh kaum. Ich schere mich normal auch nicht darum, wenn andere Blogger nimmermüde ihre Lügen verbreiten. Nur dieses eine Mal konnte ich nicht aus meiner Haut. Wieder: Leider. Wobei, so rechtfertige ich das für mich, in der Form wurde bislang auch noch kein mir bekannter Kollege (von ernstgenommenen Bloggern) verleumdet.

 

Wollte den Niederländer Stefan de Vrij im Sommer 2014 nach Hamburg lotsen: HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer

Wollte den Niederländer Stefan de Vrij im Sommer 2014 nach Hamburg lotsen: HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfe

Dieser Fall gestaltete sich auch sonst in einigen Punkten anders. Diesmal hatte ich nach genau genommen zwei Verteidigern gefragt. Neben de Vrij, der mir offiziell bestätigt wurde, hatte ich damals nach Wollscheid gefragt, der mir gegenüber aber deutlich dementiert wurde. Nach meinen Nachfragen wurde ich von HSV-Seite gebeten, den Namen de Vrij noch möglichst klein zu halten, da die eh nicht besonders große Chance, den Nationalspieler nach Hamburg zu bekommen, noch kleiner würde, wenn ich die Geschichte nicht – wie geschehen – im Konjunktiv sondern als Fakt aufgeschrieben hätte. So war es handwerklich alles sauber.

Als dann aber am 13. Juli, dem WM- Finaltag, plötzlich der Blogger „Denyo Kindvall“ die besagte Lüge über mich und diese Story so verbreitete, dass sie sogar im bundesweit millionenfach beachteten „BILD-Blog“ auftauchte und via social media weiterverbreitet wurde, sah ich Handlungsbedarf. Leider.

Denn heute weiß ich, dass ich es damals schlichtweg hätte ignorieren müssen. Ich hatte meine Wut damals aber nicht ausreichend unter Kontrolle. Ich rief umgehend bei Beiersdorfer an und bat ihn, mir die Zitate offiziell zu geben, damit ich mich diesem Vorwurf maximal glaubwürdig entledigen kann. Beiersdorfer sagte zu – allerdings unter der Prämisse, dies erst dann machen zu können, wenn der de-Vrij-Wechsel (wohin auch immer) feststeht. So kam es letztlich zu dieser Ausnahme, die mich zu 100 Prozent entlastet. Und die ist jetzt da. Verspätet.

Apropos: Dass aber ein Teil der Glaubwürdigkeit auf dem Weg bliebe, weil ich länger als angekündigt gebraucht habe, halte ich für widersinnig. Zumindest habe ich in meinem Jura-Studium seinerzeit etwas anderes gelernt. Gibt es Beweise für einen Freispruch, gilt dieser. Wann auch immer. Im schnellen Verfahren ebenso wie in einem über Jahre geführten Verfahren. In beiden Fällen sogar uneingeschränkt. Ergo: Kritik nehme ich natürlich als berechtigt an – eine (Teil-)Verurteilung jedoch nicht.

Und so schön es (vor allem aus sportlicher Sicht für den HSV) gewesen wäre, wenn der Niederländer letztlich hier gelandet wäre, de Vrij ging bekanntermaßen zu Lazio Rom. In dem hier reingestellten Videointerview, das ich so im September nach etlichen Anläufen führen konnte, bestätigt Beiersdorfer sowohl das offizielle Interesse an de Vrij als auch die Kontaktaufnahme diesbezüglich mit Maikel Stevens. Er nennt sogar den entscheidenden Grund („Finanziell out of reach“), weshalb der Defensivmann letztlich bei Lazio und nicht in Hamburg landete.

 

 

Und Beiersdorfers Bestätigungen sind mehr als ausreichend. Glaubwürdiger als er, der die Kontaktaufnahme tätigte und die Verhandlungen führte, kann keiner sein. Das hätte ich im September so reinstellen können. Dennoch wollte ich mehr.

Schon wieder: Leider.

Denn das war der Faktor, der letztlich die große Verzögerung bis heute nach sich zog. Ich wollte auch Maikel Stevens’ Aussagen dazu bekommen und mit Beiersdorfer ein längeres Gespräch mit mehreren Themen und der klaren Stellungnahme zu de Vrij führen. Erst das Einschreiten meiner Blogkollegen hielt mich davon ab. Sie rieten mir, das Video in den Blog zu stellen und das Thema damit endgültig abzuhaken. Aber ich wollte diesen Blogger ausfindig machen und habe alle mir zur Verfügung stehenden Mittel bemüht. Das allerdings gestaltete sich entgegen erster, deutlich optimistischerer Ansagen unserer IT-Fachleute so schwer, dass es am Ende nicht mehr sicherzustellen war und ist. Zum letzten Mal heute: LEIDER.

Aber das perfideste an dieser Geschichte war für mich, dass selbst die, die hier immer wieder eine Klarstellung von mir eingefordert haben, nicht bereit waren, mir den Verfasser „Denyo Kindvall“ mit natürlichem Namen zu benennen. Obwohl wenigstens eine Bloggerin (zumindest war der Blogger-Name weiblich) behauptete, ihn zu kennen, ließ sie meine Nachfragen unbeantwortet – während sie sich nicht zu schade wahr, zeitgleich gegen mich zu hetzen und die Aufklärung einzufordern..

Nun gut, dass sich der Verleumder selbst nicht meldet, war mir eigentlich von Beginn an klar. Nachdem ich klargemacht hatte, gegen diesen Blogger vorgehen zu wollen, ist er weder hier noch irgendwo sonst wieder aufgetaucht. Klar, dass er nicht die Traute hatte, sich bei mir zu melden, um die Sache friedlich aus der Welt zu schaffen. Er hat seinen viel zitierten Beitrag (http://hypocomm.blogspot.de/2014/07/stefan-de-vrij-zum-hsv-oder-so.html?m=1) sogar umgehend gelöscht, nachdem ich mit Konsequenzen für diese Art der Verleumdung gedroht hatte. Dieser „Denyo Kindvall“ ist nichts anderes, als ein Wichtigtuer, der einen Tag für Schlagzeilen sorgen wollte und dann Angst bekam, als er überhaupt erst die Folgen dessen erahnen konnte. Aber, das muss ich zugeben: Sein größter Erfolg liegt darin, dass ich darauf eingegangen bin…

Nun gut, so funktioniert das Netz leider auch. Möchtegern-Aufklärer und Couch-Blogger ohne Zugang zum HSV feiern einen anonymen Lügner ohne auch nur den Hauch eines Beweises für dessen Aussagen. Auch hier. Sie setzen Behauptungen unreflektiert in die Welt, wie sie abstruser nicht sein können. Und der größte Teil von Ihnen wird nicht einmal jetzt den Schneid geschweige denn den Anstand und/oder das Ehrgefühl haben und sich für ihre Vorverurteilung und Verbreitung der widerlegten Lüge entschuldigen.

UND: Ich persönlich brauche sie von diesen Bloggern ebenso wenig wie diese Blogger selbst. Wer mir in der Sache de Vrij trotz Beiersdorfers klarer Aussagen nicht glauben will, den lade ich nur allzu sehr von Herzen dazu ein, diesen Blog zu meiden. Denn der- oder diejenige will definitiv nicht die Wahrheit lesen, schreiben oder hören – dieser Person geht es lediglich darum, Ärger zu machen.

Dennoch, und so will ich das Jahr 2014 blogtechnisch dann auch beenden: Ich entschuldige mich noch mal für die Verzögerung und vor allem für meine übereilige Ankündigung, alles mit Ende der Transferperiode aufzuklären. Das war so gar nicht zu halten, da es nicht alles allein in meiner Macht lag. Ich hoffe aber auch, dass dieses Beispiel Warnung genug ist, wie schnell man in Verruf gerät, ohne sich sofort wehren zu können. Denn gerade in meinem Beruf ist es wichtig, Quellen zu haben, die glaubwürdig sind und die mir vertrauen. Dazu gehört natürlich, dass diese Quellen von mir niemals preisgegeben werden.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann mit dem ersten Blog im Jahr 2015 – in dem „Jahr des neuen HSV“. Hoffentlich.

Euch allen bis dahin einen feierlichen Übergang. Rutscht gut rein, bleibt dem HSV weiter gewogen, unterstützt ihn so enthusiastisch und leidenschaftlich wie immer, freut und leidet hier im Blog mit uns – aber vor allem: bleibt gesund. Alle. Auch die, die mir vielleicht nicht (mehr) glauben.

Euch allen nur das Beste,
Scholle

2:0 – Rudnevs kam, traf und ist der Held!

23. November 2014

Jo! Der HSV kann doch noch Heimspiele. Ausgerechnet gegen den Nordrivalen aus Bremen gab es einen 2:0-Erfolg zu feiern. Das gibt Luft – erst einmal. HSV-Trainer Joe Zinnbauer hatte viel riskiert, einige arrivierte Profis draußen gelassen, dafür Mohamed Gouaida aus der zweiten gebracht – der Plan ging auf. Glückwunsch, Trainer! Auch wenn der Sieg erst spät eingefahren wurde. „Schuld“ daran war auch Zinnbauer, denn der brachte in der 67. Minute Artjoms Rudnevs, und der traf dann auch prompt zum vorentscheidenden 1:0. Ein glückliches Händchen Zinnbauers. Lange Zeit aber war dieses 101. Nordderby auf ganz, ganz schwaches Spiel. Vor 57 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion, unter ihnen der ehemalige HSV-Held David Jarolim, überboten sich beide abstiegsgefährdeten Teams gegenseitig mit Fehlpässen und erschreckend schwachem Aktionen. Diesmal aber hatte der HSV das Glück auf seiner Seite – und er hatte einen Artjoms Rudnevs, der für die Wende in diesem eigentlich eher trostlosen Kick sorgte. Nun muss und sollte der HSV am Sonnabend in Augsburg einmal nachlegen – zwei Siege in Folge, davon dürfen die HSV-Fans auf jeden Fall mal sechs Tage lang träumen. Träumen! Man gönnt sich ja sonst nichts.


 

Mit Engelszungen, wild gestikulierend – so stand Joe Zinnbauer am Rande. Er kommentierte alles und jeden, riss sich den Hintern auf da draußen, dabei hätte es eigentlich umgekehrt sein müssen. Die da, die sich auf dem Rasen da abmühten, oft stümperhaft versuchten, den Ball an den eigenen Mann zu bringen, die hätten sich so bewegen müssen. Aber war es die Angst, Fehler zu machen? Lähmte diese Angst? Man versucht ja immer noch etwas Nettes zu finden, eine Erklärung für diese Art des Spitzen-Fußballs. Aber wer spielte denn da auch. Der Tabellensiebzehnte gegen den Dreizehnten.
Nach 30 erschreckenden Minuten gingen viele schon, sich ein, zwei oder auch mehr Bier zu holen. Oder etwas anderes.

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Leben kam etwa nach einer halben Stunde – etwas – in die Bude. Gelb gab es für Dennis Diekmeier (32.), Sekunden danach eine Chance für den HSV. Tatsächlich eine Tormöglichkeit für Hamburg!
Lewis Holtby schoss aus elf Metern mit rechts, der frühere HSV-Torwart Wolf am Boden – gehalten.

 

Und danach wird es robust. Heiko Westermann wird im Luftkampf von Petersen beiseite geschoben, kein Pfiff. Dann drei Sekunden später, die Revanche des Zornigen. Westermann grätscht Hajrovic um. Und die Schiedsrichter sind nach dem Brutalo-Foul an Dortmunds Reus nun ganz sicher wachsamer geworden – der Unparteiische Zwayer gibt Gelb für den HSV-Abwehrmann, der mit sich und der Welt hadert. Der folgende Freistoß bringt Gefahr, denn Lukimya kommt aus sechs Metern zum Köpfen, doch Jaroslav Drobny hält mit Mühe.

 

Ansonsten Werder mit gefühlt drei Sieben-Mann-Ketten – oder waren es mehr? Und dann auf Konter lauernd. Und der HSV hielt mit Zufalles-Fußball dagegen. Aufbauen ist ja ohnehin nicht, also wird die Kugel, aus Verzweiflung, einfach mal nach vorne „gepikt“. Oder, so wie es früher war, ganz nach hinten. Wahnsinn. Das ist alles, nur kein Erstliga-Fußball. Aber gut, so stehen sie ja auch – beide Mannschaften. Es heißt ja oft so lapidar: Not gegen Elend, aber diesmal war das tatsächlich so.

 

Zur Pause nur ratlose Gesichter. Mit Verzweiflung gemischt. Und überall war man sich einig: „Das hat kein Erstliga-Format, das ist Fußball wie früher, das ist einfach und brutal zu wenig. Da spielen zwei Absteiger . . .“ War die Meinung aller – nach 45 Minuten. Aber alle (Hamburger) hofften doch noch auf ein Tor – und auf Besserung. Wenn nicht jetzt, wann dann? Und gegen diese – ja auch ersatzgeschwächten – Bremer.
Schlecht war ja an diesem Zwischenstand auch, dass es nicht mal Ergebnisse von anderen Plätzen zu bestaunen gab. Also – es gab nichts, was es zu bestaunen gab.

 

Nicht mal das Spiel der Zweiten konnte erheitern, denn die verlor in Norderstedt 1:4 und kassierte damit ihre erste Saison-Niederlage. Bereits in der achten Minute war Torjäger Ahmet Arslan mit Rot vom Platz gestellt worden, später, beim Stande von 0:4, sah auch Matti Steinmann noch Gelb-Rot – und Nils Brüning verkürzte immerhin noch. Schade um diese tolle Serie –aber auch ein herzliches Dankeschön dafür, das hat Spaß gemacht.

 

Zurück zum Erstliga-Fußball von heute. In der zweiten Halbzeit spielte der HSV auf den Norden, und dort „brannte“ es, obwohl nur die Werder-Anhänger auf der Gegenseite mehrfach zündelten – sah super aus, Jungs! Kostet ja auch nicht euer Geld, und ihr habt es ja auch im Überfluss. Zudem bin ich ganz sicher, dass die hohen Herren in Frankfurt ein Auge zudrücken werden. Mindestens eines – sach ich mal so.

 

Zum Sportlichen:
Der HSV kam entschlossener aus der Kabine. Zinnbauer hatte offenbar eine gute Pause-Ansprache gehalten. Irgendwie wirkten die Hamburger etwas aufgeweckter. Diekmeier war besonders „griffig“, obwohl er schon seine fünfte Gelbe kassiert hatte (fehlt damit am Sonnabend in Augsburg) prallte er den Ball nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung gegen sich wütend auf den Boden. Das wäre normal noch einmal gelb gewesen, aber Felix Zwayer drückte beide Augen zu – Glück für den HSV (51.)

 

Und Pech eine Minute später. Matthias Ostrzolek flankte von links (endlich einmal gut!), am Fünfmeterraum stieg Nicolai Müller in die Luft – touchierte den Ball aber nur mit der Stirn. Der muss eigentlich rein, aber es passt eben zur Vier-Tore-Situation des HSV, dass ein solches Ding eben nicht drin ist. Es gab nur Eckball, weil ein Bremer danach in höchster Not rettete. Von Werder war zu der Zeit nicht viel zu sehen. Lediglich ein 22-Meter-Freistoß von Junuzovic sorgte für Gefahr, doch Drobny pflückte sich die Kugel und flog bildschön – für die Galerie. Muss man aber auch können! Und er kann es.

 

Dann kam Artjoms Rudnevs (für Holtby), und der Lette hatte gleich eine Szene! Flanke Ostrzolek, Kopfball Rudnevs. Eigentlich Kopfball Rudnevs. Unser „Rudi“ aber schulterte die Kugel, die dann im hohen Bogen aus zehn Metern weit und hoch am Werder-Tor vorbeiflog. Aber er kann es auch besser. Er hat es noch nicht verlernt. Einwurf des eingewechselten Ashton Götz, Werders Kukimya verlängerte unfreiwillig, und aus vier Metern grätscht „Rudi“ zum 1:0 ein – zum umjubelten 1:0. Die Erlösung in der 84. Minute.

 
Dann, mit einem Male, war es ein richtiges Fußballspiel. Die letzten zehn Minuten hatten es in sich. Torchancen auf Torchancen für den HSV, bei Werder hatte Fritz Gleb-Rot gesehen. Erst vergab Pierre-Michel Lasogga eine sehr gute Chance, am lange Eck vorbei. Dann liefen in der Nachspielzeit vier HSV-Spieler auf Torwart Wolf zu, Lasogga passte zur Mitte – Rudnevs wäre wohl im Abseits gewesen, aber Tolgay Arslan schnappte ihm die Kugel vom Fuß – und schoss den Ball aus drei Metern an den Innenpfosten. Am anderen Pfosten lag oder stand Keeper Wolf, schnappte sich den Ball – und fingerte ihn sich dann selbst ins Netz. Kurioser geht es nicht! Dass Rudnevs danach noch frei vor Wolf aufkreuzte, aber am Werder-Torwart scheiterte – wen juckte es morgen noch? 2:0 – gewonnen. Und endlich mal wieder die Nummer eins im Norden. Im hohen Norden jedenfalls.

 

Der HSV spielte mit: Drobny; Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek; Behrami; Gouaida, van der Vaart (87. Min. Arslan), Müller (80. Min. Götz); Holtby (67. Min. Rudnevs); Lasogga.

 

Die Einzelkritik:

 

Jaroslav Drobny wieder einmal ganz stark – eine absolute Bank!

 


Dennis Diekmeier
„brannte“ richtig, hängte sich rein – so will ihn Hamburg sehen. Auch nach vorne ging einiges, das war eine runde Sache.

 

Johan Djourou hatte einige „Wacke-Pässe“ drin, aber ansonsten ganz solide. Note drei.

 

Heiko Westermann war oft Turm in der Abwehr, auf ihn war Verlass – Note drei für den Nationalmannschafts-Hoffer.

 

Matthias Ostrzolek schlug einige gute Sachen von links zur Mitte, aber dennoch muss da noch mehr kommen! Note vier.

 

Valon Behrami war erneut ein guter Zerstörer, mit den Pässen nach vorn hat er es eben nicht so sehr – aber das mag noch kommen. Er kann ansonsten ja der Mannschaft schon sehr, sehr gut helfen.

 

Mohamed Gouaida begann etwas zögerlich, das war wohl die Nervosität, aber dann zeigte er durchaus, dass er nicht zu Unrecht bei den Profis mitspielen durfte. Das darf er auch beim nächsten Mal wieder.

 

Rafael van der Vaart bot eine ganz starke Partie, er kämpfte, er grätschte, er lief, er rannte – und er spielte einige sehr gute Pässe. Das war fast schon wieder der „alte van der Vaart“.

 

Nicolai Müller wollte viel, nicht alles gelang, er kann sicher auch noch mehr, aber insgesamt arbeitete er viel und gut für das Team.

 

Lewis Holtby
spielte 30 Minuten unterirdisch. Nichts gelang. Er verstolperte Bälle, er rutschte aus, das Spiel lief total an ihm vorbei. Dann kam er etwas, aber nicht so, wie wir es alle hoffen – und wie er es vor allem will.

 

Pierre-Michel Lasogga war lange nicht zu sehen, mit Rudnevs an seiner Seite taute er auf und legte zu. Note drei.

 

Artjoms Rudnevs (ab 67. Min. für Holtby) kam, sah, traf und siegte. Er war der gefeierte Mann an diesem Nachmittag, er brachte Leben in die Bude.

 

Ashton Götz (ab 80. Min. für Müller) legte das 1:0 auf – per Einwurf, aber immerhin. Er war nach der Einwechslung sofort „da“.

 

Tolgay Arslan (ab 87. Min. für van der Vaart) legte das 2:0 „vor“, das hatte schon etwas!

 

PS: Wir sind gleich wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle. „Scholle“ und ich freuen uns auf Euch, wir werden natürlich über das Spiel gegen Werder sprechen. Unsere Gäste sind die ehemaligen HSV-Torhüter Jürgen Stars und der heutige HSV-Marketing-Mitarbeiter Sven Neuhaus.

 

17.45 Uhr

Jaro ist das beste Beispiel

20. November 2014

Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb ich von Topspielern des HSV, die im Unfrieden und in meinen Augen auch unter unwürdigen Umständen den Verein wechselten. Bei Calhanoglu und einigen anderen geschah dies unter mehr als fragwürdigen Umständen und wurde zu Recht kritisiert. Allerdings wurden auch bei anderen plötzlich Geschichten lanciert, die den Spieler schlecht aussehen ließen. Ob es ein Vincent Kompany war, dem man nachsagte, er habe am Ende nicht mehr alles für den HSV gegeben oder ein Frank Rost, der angeblich immer wieder Politik gegen die Vereinsführung gemacht hatte. In dem Moment, wo klar war, dass sie nicht mehr für den HSV auflaufen würden, gab’s was hinterhergeschmissen. Vergessen waren die Leistungen für den Verein. Es gab einige (zu viele) Beispiele von verdienten Spielern, denen man den Abgang leicht hätte machen können – wenn nicht gar müssen. Wäre da nicht das Hamburger Problem mit den Eitelkeiten…

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Mit Dietmar Beiersdorfer hat der HSV seit diesem Sommer wieder einen Vereinsboss, der bekannt dafür ist, menschlich mit seinen Spielern umzugehen. Egal wer den Verein verließ – über Beiersdorfer gab es eigentlich nie etwas Negatives zu hören.

Von Chef und Angestelltem zu Freunden geworden: Dietmar Beiersdorfer (l.) und David Jarolim

Von Chef und Angestelltem zu Freunden geworden: Dietmar Beiersdorfer (l.) und David Jarolim

Und von ihm noch weniger. Genauso wenig wie von und über David Jarolim. Aber auf den komme ich am Ende des Artikels noch mal (inklusive Video), der hoffentlich der Anfang von einer ganzen Reihe vernünftiger Abschiede ist.

Aber bevor ich mich Jaro widme, möchte ich mich noch einmal der gestern überraschend verkündeten Personalie Otto Addo widmen. Wie ich jetzt erfahren habe, hatte Addo am Mittwoch vor der Meldung des HSV ein Gespräch samt Anwalt und der Personalleiterin des HSV, Daniela Schumacher. In diesem Gespräch verständigten sich alle darauf, so sagt es Addos Anwalt Tobias Andresen, „dass wir nach außen noch nichts kommunizieren, ehe grundsätzliche Fragen geklärt sind.“ Eine dieser Fragen – und die ist tatsächlich elementar – ist die nach dem Angestelltenverhältnis. Der HSV ging und geht noch immer davon aus, dass der bis Juni 2015 datierte Vertrag nicht verlängert wird und daher das Angestelltenverhältnis Addos mit seinem Vertragsende automatisch im kommenden Sommer endet. „Dem ist allerdings nach nunmehr sechs Jahren nicht so“, sagt Andresen. Das einst zeitlich begrenzte Arbeitsverhältnis habe sich inzwischen in ein unbefristetes verändert.

Am Tag der erfolglosen Schlichtung zwischen dem HSV und Mirko Slomka und einen Tag vor dem Gerichtstermin mit Fitnesstrainer Nikolai Vidovic bahnt sich offenbar der nächste Rechtsstreit an. Denn die anwaltliche Vertretung Addos weist daraufhin, dass die Möglichkeit der Befristung über den so genannten “Verschleißtatbestand” hier nicht funktioniert. In Bundesligamannschaften gilt dieser, da der Trainer sich dort abnutzen kann. Im Wortgebrauch heißt es dann immer ‚Er erreichte die Mannschaft nicht mehr’. Bei Addo gestaltet sich das allerdings etwas schwieriger, da sich die Mannschaft des U19-Trainers spätestens alle zwei Jahre durchwechselt und Addo immer neue Spieler trainiert. „Daher sind wir uns sehr sicher, dass Otto Addos Vertrag nach den Jahren beim HSV als unbefristet einzustufen ist“, so Andresen.

Die Nachfrage beim HSV, weshalb die Pressemitteilung trotz anderslautender Absprache gestern schon veröffentlicht wurde, konnte mir niemand beantworten. Der Hinweis, Addo hätte vor der Veröffentlichung den Text erhalten, dementierte Akeem Adewunmi, Addos Berater, vehement. „Wenn dem so gewesen wäre, hätten wir gestern schon alles daran gelegt, dass dieser Text nicht erscheint. Schließlich wollen wir in Otto Addos Sinn, dass hier alles reibungslos abläuft. So gern er auch bei seinem HSV geblieben wäre.“

Warum sich der HSV diese eh ungewöhnlich früh verkündete Personalentscheidung nicht verkneifen konnte, bleibt mir bis heute schleierhaft. Gewinner hat diese Verkündung jedenfalls keinen. Zumal im Verein niemand zu finden ist, der nicht daran glaubt, dass Addo seinen Abgang ohne Streit hinter sich bringen will. „Otto war als Spieler in der Jugend angeblich nicht gut genug, hat dann eine beachtliche Karriere hingelegt und ist dennoch zurückgekommen – weil er ein HSVer ist“, sagt Adewunmi, „umso trauriger sind wir, dass Vereinbarungen hier so missachtet wurden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ganz grundsätzliche Sachen noch zu klären sind. Otto ist der Letzte, der im Streit gehen will.“ Wobei Adewunmi und Andresen auch klar sein muss, dass sie in Sachen Entlassungen und folgenden Rechtsstreit auf einen HSV-Anwalt treffen, der sich gerade mächtig einspielen konnte…

Die Liste mit den Eingeladenen für Jarolims Abschiedsgala liest sich gut. Sehr gut sogar...

Die Liste mit den Eingeladenen für Jarolims Abschiedsgala liest sich gut. Sehr gut sogar…

Ausgespielt hat seit zweieinhalb Jahren beim HSV auch David Jarolim. Vor zweieinhalb Jahren zog es ihn vom HSV zurück nach Tschechien, wo er als Profi bis in den Sommer diesen Jahres spielte. Seither fungiert er als Sportchef des tschechischen Topklubs Boleslav – mit seinem Vater Karel als Trainer. „Wir sind Fünfter und haben zuletzt Punkte liegen lassen. Er weiß, dass er jetzt vier Punkte aus zwei Spielen holen muss, wenn er nicht entlassen werden will“, scherzt der Tscheche, der am 28. März mit einer tschechischen Auswahl gegen eine Auswahl seiner HSV-Weggefährten antreten wird.

Die Tickets, die ab Montag im Handel erhältlich sind, sollen nicht mehr als zehn Euro kosten. Die launige PK mit einem der Großen will ich hier nicht noch mal in Schriftform darstellen. Aber ich empfehle Euch das Video der launigen PK, das zeigt, wie sehr Jaro zum HSVer geworden ist. Dazu passt auch, dass er mir vor einigen Tagen erzählte, dass er ein Angebot des HSV abgelehnt habe, hier als Jugendtrainer anzufangen. „Ich mache meinen B-Schein und brauche noch Zeit. Ich will nicht einfach so und unvorbereitet ran. Ich brauche noch etwas zeit, eine Menge Lehrstunden und Erfahrung. Und wenn ich bereit bin, werde ich es wissen und mich melden. Das Gute an Didi (Beiersdorfer, Anm. d. Red.) ist, dass er mir gesagt hat, die Tür sei immer offen für mich. Das ist ein tolles Gefühl – und ich fühle die Verpflichtung, vorher das Bestmögliche gemacht zu haben, um für meinen HSV am Ende die erhoffte Verstärkung zu werden.“ Viel mehr geht einfach nicht, oder?

Hier die PK:

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Dennoch will und muss ich heute, keine 70 Stunden vor dem Anpfiff auf das bevorstehende Nordderby eingehen. Mit Jarolims Tochter als Glücksbringer (siehe Video) kann zwar eigentlich nichts mehr schiefgehen, zumal dazu eine Atmosphäre erwartet wird, die dem Leverkusen-Spiel entspricht. Allein ob das mit Forderungen wie heute von Dietmar Beiersdorfer und anderen dann auch so kommt, wage ich zu bezweifeln. Ebenso Pierre Michel Lasogga, der heiß darauf ist, endlich wieder zu treffen. Am liebsten zum Sieg im 101. Nordderby „Ich würde das gar nicht als Ladehemmung beschreiben“, sagte Lasogga. Immerhin hätte man in den letzten Wochen das Hauptaugenmerk auf die Defensive gelegt. „Jetzt hoffen wir, dass auch das Spiel nach vorne besser wird. Vielleicht ist solch ein Derby ein Dosenöffner für die ganze Saison.“

13 Treffer in der vergangenen Saison – auch Lasogga läuft seiner Form noch hinterher. Er weiß das – aber er ignoriert es, so gut es geht. „Die Diskussionen lassen mich kalt und interessieren mich gar nicht. Ich weiß, was ich kann und auch, was die Mannschaft kann“, sagte der 22 Jahre alte Stürmer, der nur noch das Derby im Kopf hat: „Werder ist im Aufwind durch die Siege zuletzt und wir hatten eine kleine Schwächephase. Trotzdem wollen wir zu Hause gewinnen. Wir wollen an die letzten guten Spiele zu Hause anknüpfen. Dass der Nord-Schlager gegen Werder laut Klub-Kampagne zum „lautesten Nordderby aller Zeiten“ werden soll, ist ihm egal: „Das wichtigste ist nicht, ob es das lauteste oder das leiseste wird“, so Lasogga, „sondern dass wir das Spiel gewinnen und es das erfolgreichste wird.“ Und obgleich das drei Euro für Wontorras Phrasenschwein wären – Lasogga hat Recht. Und so sehr ich mich über eine Atmosphäre wie gegen Leverkusen auch freuen würde, ich finde, diesmal sollten die Spieler in Vorkasse gehen und mit Leistung auf dem Platz die Zuschauer für sich gewinnen. Denn die sind das letzte Faustpfand. Die einzige Konstante der letzten Jahre. „Darauf freue ich mich mit am meisten“, so Jarolim. Und ich freue mich darüber bzw. hoffe, dass er das beste Beispiel dafür ist, dass der HSV es doch noch kann. Also das mit dem verdienten Abschied für verdiente Spieler. Weiter so!

„Lass meine Spieler in Ruhe!“

2. November 2014

Dass wir erst ein Matz-ab-Treffen machen mussten, ehe der HSV mal ein Heimspiel gewinnt… Leidenschaft am Freitagabend in Norderstedt (vielen Dank auch noch einmal an die Gastgeber des „Anno 1887“, die uns erneut ihre Räume zur Verfügung gestellt haben) – und es schien, als ob die Mannschaft davon gestern beim 1:0 gegen Bayer Leverkusen beflügelt worden wäre. Ich habe dazu heute beim Regionalliga-Spiel der U 23 mit einigen Fans gesprochen – und der Tenor war: „Das war ein Super-Spiel gegen Leverkusen. Wobei es eigentlich gar kein Spiel war, sondern ein Super-Gehacke. Trotzdem: weiter so!“

50 Fouls, neun Gelbe Karten – das war Saison-Rekord in der Bundesliga, und es ist sicherlich ein kleines Fußball-Wunder, dass es keine Platzverweise gab und zum Glück auch keine Verletzungen. Damit wären wir auch schon beim Schiedsrichter. Bayer Leverkusen hat Florian Meyer gestern als Hauptschuldigen des 0:1 von Hamburg ausgemacht. Trainer Roger Schmidt war überhaupt nicht einverstanden mit seiner Spielleitung, und dabei ging der Trainer gar nicht einmal auf den unstrittigen Elfmeter ein (Foul von Bayer-Keeper Bernd Leno an Marcell Jansen), der in der 26. Minute zum Tor des Tages durch Rafael van der Vaart führte. Schmidt beschwerte sich über Meyers ganze Spielleitung: „Ich fand nicht in Ordnung, was auf dem Platz passiert ist. Der Schiedsrichter hat es aber zugelassen. Das war teilweise eine Treibjagd.“ Schmidt bemängelte, dass der HSV mit vielen taktischen Fouls Chancen der Leverkusener im Ansatz zunichte machte, die dann aber nicht zu Gelben Karten führten.

Nun ist zumindest die letzte dieser Beschwerden sachlich nicht ganz richtig. Immerhin gab es sechs Verwarnungen gegen HSV-Profis. Man kann darüber streiten, ob Meyer nicht auf der einen, aber auch auf der Leverkusener Seite (Foul von Donati an Jansen kurz vor dem Wechsel) Rot hätte ziehen können oder müssen, doch generell haben sich die Leverkusener sicher vor allem geärgert, dass ihnen der HSV den Schneid abgekauft hat. Rudi Völler, der Sportdirektor der Werkself, sagte über den Schiri: „Es war zu erwarten, dass es hart werden würde. Aber wir hätten besser geschützt werden müssen vom Schiedsrichter mit Gelben oder Roten Karten, dass es so nicht geht. Das hat er nicht gemacht, und dann hören die Hamburger auch nicht auf. Ist ja ganz klar.“

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Jedenfalls hat die sehr hitzige Atmosphäre dazu geführt, dass es beim Gang in die Pause sogar zwischen den Trainern gekracht hat. Joe Zinnbauer wollte den Unparteiischen abfangen auf ein Wörtchen, aber sein Kollege Schmidt war schneller. Dann hat der HSV-Coach offenbar Schmidts Beschwerde über die Gangart der Hamburger aufgeschnappt und ist, gelinde gesagt, ziemlich aus der Haut gefahren. Medien-Direktor Jörn Wolf musste Zinnbauer zurückhalten, der immer wieder schrie: „Lass meine Spieler in Ruhe!“

„Es hat so ausgesehen, als wollte ich ihm an die Wäsche. Aber so war das nicht. Trotzdem war es nicht gut von mir, das muss ich auf meine Kappe nehmen“, so Zinnbauer mit etwas Abstand. „Das passiert mal, dass man emotional drauf ist. Aber wir haben uns anschließend auch wieder die Hand gegeben.“

Abseits dieser Diskussionen ist wohl unstrittig, dass genau diese harte und aggressive Gangart der Schlüssel war zum ersten HSV-Heimsieg seit Anfang April. Spielerisch mitzuhalten mit dem Champions-League-Teilnehmer – das haben sich die Hamburger offenbar von Beginn an abgeschminkt. Marcell Jansen: „Wir brauchen keine spielerische Entwicklung. Was wir brauchen ist, als Mannschaft gut zu stehen. Wir müssen als Mannschaft gut verteidigen – und wenn du dir irgendwann mal genügend Punkte erkämpfst, kommt das Spielerische hinten raus. Aber der umgekehrte Weg funktioniert nicht im Fußball.“ Und weil die HSV-Verantwortlichen wissen, wie schwer sich die Mannschaft auf dem Weg zum gegnerischen Tor tut, wird halt noch größerer Wert auf die Defensive gelegt. Was ja auch funktioniert hat, denn bis auf die Monster-Chance in der 94. Minute von Karim Bellarabi, dessen Schuss an den Innenpfosten des Hamburger Tores ging, sprang nur recht wenig Hochkarätiges für die Gäste heraus.

„Not in my house!“ So sagen es die Basketballer in der amerikanischen NBA, wenn sich ein Eindringling zu nahe an den eigenen Korb heranwagt. Dann wird aus dem körperlosen ganz schnell ein körperbetontes Spiel, in dem der Gegner mit aller Macht zurückgeschmettert wird. Diese Ausstrahlung hatte der HSV gestern. „Nicht in unserem Stadion!“, schienen sie den Leverkuseners mit jedem Angriffsversuch entgegen schmettern zu wollen.

Mir ist dabei eine Geschichte eingefallen, die mir ein Ex-Star mal aus den 80er Jahren erzählt hat. Da wurde das ganze im Vorwege erledigt. So dribbelte Wolfram Wuttke für den 1. FC Kaiserslautern im Volkspark auf. Er hatte den HSV kurz zuvor verlassen, seine Hamburger Zeit war bekanntlich keine Erfolgsgeschichte. Beim Wiedersehen in der Saison 1987/88 also, kurz vor der Europameisterschaft in Deutschland, zu der sich Wuttke große Teilnahme-Chancen ausrechnete, gab’s im Kabinengang unmittelbar vor dem Anpfiff das große Wiedersehen mit den alten Kollegen. Auch mit Verteidiger Ditmar Jakobs. Der schüttelte „Wolle“ freundlich die Hand – und sagte dann ganz ruhig: „Übrigens, wenn Du wirklich zur EM willst, dann bleib heute mal lieber von unserem Strafraum weg.“ Wuttke „gehorchte“ (er fuhr dann wirklich zur EM), der HSV gewann mit 5:1 (Jakobs hatte sein Ziel erreicht). Ich hoffe, derjenige, der mir diese Anekdote mal anvertraut hat, ist jetzt nicht sauer (es war nicht Jakobs selbst!) – aber inzwischen ist der Vorfall ja auch verjährt.

Gestern stand natürlich alles unter dem Stern mit dem Namen „Hakan“. Schmäh- und Pöbelgesänge gegen den früheren HSV-Spieler gab es fortwährend, das war ja klar. „Vor dem Spiel war es im Stadion schon ziemlich hitzig durch Hakan“, sagte Heiko Westermann (diesmal ohne Fehler). „Aber für uns war es einfach wichtig, den Dreier einzufahren. Es ging nicht um Hakan. Das haben wir alles bravourös gemeistert.“ Calhanoglu selbst konnte diese Partie nicht prägen. Der eine oder andere Freistoß kam, er schoss auch vier Mal aufs Hamburger Tor, aber meistens zu harmlos für Jaroslav Drobny (diesmal ebenfalls ohne Fehler). Von den Rängen ließ sich der Ex-HSVer jedenfalls nicht provozieren, und zum Glück sind auch die reichlichen Gegenstände (Feuerzeuge u.ä.) in der ersten Halbzeit bei der Freistoß-Aktion vor der Nordtribüne an ihm vorbei geflogen. „Hakan hat sich nichts anmerken lassen. Er hat auch schon vorher einen glasklaren Eindruck gemacht. Ich wusste, er würde der Situation gewachsen sein“, lobte Roger Schmidt seinen Schützling. Und damit wirklich genug zu diesem Spieler.

Aber halt: ein Schlenker muss noch sein. Rafael van der Vaart hat sich in diesem Spiel nach einer ziemlich harten Grätsche – ausgerechnet gegen Calhanoglu – die Gelbe Karte abgeholt. Das war ein Zeichen! Und in diesem Spiel nicht das einzige von van der Vaart. Er hat Verantwortung übernommen und die Stimmen, die in den vergangenen Wochen einen Abgesang auf ihn angestimmt haben, zumindest etwas leiser werden lassen. Dass er überhaupt auf dem Rasen stand, war ja schon überraschend. Läuferisch nicht mehr stark genug, Luft nur für 60 Minuten, keine Führungsfigur – diese Vorwürfe trafen van der Vaart, und er hat sie alle durch seine mäßigen Leistungen in den vergangenen Monaten untermauert. Doch die Pause durch seine lange Wadenverletzung scheint nun auch sein Gutes zu haben.

Zwar stimmt die Einschätzung, dass der Kapitän ganz offensichtlich nicht die Luft hat für 90 Minuten. „Rafael war kämpferisch ein Vorbild und wollte auch viele Dinge spielerisch gut lösen“, befand Joe Zinnbauer. „Aber man hat auch gesehen, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist. Wir hoffen, das wird er bald erreichen.“ Dennoch: Van der Vaart hatte gute Laufwerte (mehr als 7,5 Kilometer in 62 Minuten) und einen guten Einfluss auf das Spiel. Und: Er hat das Tor des Tages gemacht. „Ehrlich gesagt, ich habe die Augen zu gemacht und so hart wie möglich geschossen. Glücklicherweise war er drin.“

Gibt es also doch eine gemeinsame Zukunft für das Mittelfeldduo van der Vaart/Holtby? „Es kann auch nächste Woche wieder anders aussehen“, sagte Trainer Zinnbauer zu diesem Thema. Da werden sicher die Trainingseindrücke eine große Rolle spielen, wobei ich jetzt schon die Tendenz sehe, van der Vaart für einen laufstärkeren Spieler herauszunehmen. Doch das bleibt nun abzuwarten. In jedem Fall ist Rafael van der Vaart aufgefordert, seine Leistungssteigerung zu bestätigen. Dass er nach seinem Treffer effektvoll auf die HSV-Raute auf seinem Trikot geklopft hat, ist ja erstmal schön anzusehen. Doch nachhaltige Leistungen wären allen, die mit dem HSV zu tun haben, auf Sicht bestimmt lieber.

Noch wichtiger als van der Vaart war für den HSV gestern wohl Valon Behrami. Fußball-Direktor Peter Knäbel hat dem Schweizer, der – obwohl angeschlagen – auf die Zähne gebissen hat, ein Sonderlob ausgesprochen. Und da wollte auch Joe Zinnbauer nicht hintenan stehen: „Er hat ein überragendes Spiel gemacht. Normal hätte er nicht spielen können. Schon in der Halbzeit konnte er eigentlich nicht mehr. Kurz nach der Pause wollte er auch mal raus, aber dann habe ich nichts mehr gehört. Er hat sich aufgeopfert für die Mannschaft. Das ist sensationell. Aber seine Präsenz brauchen wir auf dem Platz. Auch wenn man es optisch nicht sofort erkannt, weil er nicht die tollen Pässe spielt. Aber er räumt unheimlich viel ab.“

Was die Laufwerte des Teams angeht, war das diesmal alles nicht so doll. Der HSV landete bei 110 Kilometern, das ist extrem wenig, ist sicher aber auch den ständigen Unterbrechungen und Spielpausen geschuldet.

Heute war nun also fußballfrei für die Profis, die sich stattdessen auf den Weg zu ihren Fanclubs machten. Über Twitter flogen Fotos von lächelnden HSVern durchs Netz. Drobny in Reppenstedt, Lasogga in Nordhausen, Djourou in Hohenlockstedt – da lässt es sich nett diskutieren mit diesem Erfolgserlebnis im Gepäck. Es war das vierte Heimspiel in der Bundesliga unter Joe Zinnbauer – und zum vierten Mal Beifall des Publikums. Drei Treffer sind den Hamburgern in diesen Spielen nur gelungen, aber der Einsatz stimmte. 0:0 gegen die Bayern, 1:2 gegen Frankfurt, 1:1 gegen Hoffenheim, jetzt 1:0 gegen Leverkusen. EIN Ziel vor Saisonbeginn war es, die Begeisterung der Fans neu zu entfachen mit leidenschaftlichem Fußball. Es wird nicht immer solch eine Schlacht sein wie gestern, aber es gibt doch das eine oder andere Indiz für Besserung. Nicht nur beim Blick auf die Tabelle, die mal wieder einen grünen Pfeil nach oben neben dem HSV sieht.

Verbessern kann sich die Zweite Mannschaft des HSV nicht mehr. Die schwebt in der Regionalliga Nord schon über allen anderen, und deswegen war das 0:0 heute gegen den SV Meppen schon eine Überraschung. 15 Spiele, 13 Siege, zwei Unentschieden – so lautet die Zwischenbilanz. 750 Zuschauer an der Hagenbeckstraße haben diesmal nicht den gewohnten Schwung gesehen, aber das muss auch mal drin sein, nachdem das Team von Trainer Daniel Petrowsky die FT Braunschweig in der Vorwoche mit 10:0 gedemütigt hatte. Trotzdem hatten die Hamburger heute die besten Chancen, aber Nils Brüning (44., Pfosten) und der eingewechselte Said Benkarit (88., Latte) vergaben sie.

Und so spielte der HSV II: Brunst – Götz, Jung, Carolus, Marcos – Steinmann, Mende – Arslan, Cigerci (70. P. Müller), Gouaida (70. Masek) – Brüning (82. Benkarit)
Gelb-Rote Karte: Carolus (63., wiederholtes Foulspiel)

Die Profis haben morgen noch einmal richtig frei, ehe es am Dienstag um 10 Uhr mit der nächsten Einheit weitergeht. Es wird die erste von sechs sein auf dem Weg nach Wolfsburg am kommenden Sonntag.

Lars
18.34 Uhr

Nachtrag: Jetzt habe ich vergessen, etwas über Manfred Kaltz zu schreiben, der laut “Bild am Sonntag” ein Angebot für die Teilnahme am Dschungelcamp hat. Aber irgendwie fällt mir da auch nichts Gescheites ein…

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