Endlich: Positive Nachrichten vom HSV! ***ERGÄNZT mit AR-Sitzung*****
30. Mai 2013
***ERGÄNZUNG: Als Manfred Ertel um 22.20 Uhr vor uns trat, war er gut gelaunt. Allein die Tatsache, dass sich die elf Räte so schnell hatten zu Entscheidungen durchringen können, stimmte ihn offenbar froh. Und so verkündete er: “Wir haben die Vertragsverlängerung mit Jaroslav Drobny mehrheitlich gebilligt. Der Vorstand hat deutluch gemacht, wie wichtig diese Personalie ist.” Soll heißen, der Tscheche verlängert seinen Vertrag bis 2015 und erhält dem vernehmen nach rund 900000 Euro per annum – ohne Anschlussvertrag. Zudem befand der Aufsichtsrat über die Budgetplanung des Vorstandes. “Dieser Planung sind wir positiv gefolgt”, so Ertel, der aber einschränken musste: “Die Planung ist sehr eng mit der Vertragsverlängerung mit Sportfive um weitere fünf Jahre verbunden.” Die wiederum, dazu hatte sich der Aifsichtsrat entschlossen, soll erst den Mitgliedern vorgestellt werden, ehe eine Entscheidung gefällt wird. Und das passiert am Sonntag auf der Mitgliederversammlung. “Unsere Mitglieder können uns da sehr deutlich machen, was sie davon halten.” Sogar noch ablehnen? “Unter dem Eindruck der Vorstellung werden wir im Anschluss an die Veranstaltung in einer Dringlichkeitsversammlung unsere formalen Beschlüsse fassen.” Das Budget – mit der Verlängerung des Sportfive-Vertrages, der dem HSV 12,4 Millionen Euro Darlehen ebenso wie die TV-Beteiligung der abgelaufenen Saison (5 Mio) erlassen und zudem für die Verlängerung eine Einmalzahlung von rund 5 Millione Euro an den HSV einbrächte – sieht bislang eine “kleine schwarze Null” vor, wie Ertel sagt. Mal sehen, ob die Mitglieder dieser Idee folgen.****
Immer dann, wenn in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vier HSV-Spieler gleichzeitig auf dem Rasen standen, dann hat die DFB-Auswahl auch gewonnen. Was schließen wir daraus? Dass Deutschland viel öfter mal mit vier HSV-Profis spielen müsste. Dreimal nämlich war das in der deutschen Länderspiel-Geschichte erst der Fall. Erstmalig am 13. Mai 1980, und zwar beim 3:1-Erfolg über Polen in Frankfurt, als Manfred Kaltz, Ditmar Jakobs, Felix Magath und Horst Hrubesch spielten, und dann am 9. April 1986, als in Basel mit 1:0 gegen die Schweiz gewonnen wurde. Da waren Uli Stein, Jakobs, Wolfgang Rolff und Magath zeitgleich auf dem Rasen – in der zweiten Halbzeit, denn zum zweiten Durchgang wurde Jakobs (er kam für Karlheinz Förster) eingewechselt. Und nun das dritte Mal, beim 4:2-Sieg über Ecuador, als Rene Adler, Heiko Westermann und Marcell Jansen 90 Minuten durchspielten, und dann Dennis Aogo in der 79. Minute für Debütant Max Kruse (gebürtiger Reinbeker!) eingewechselt wurde. Da kommt schon Freude auf. Weiter so, Herr Löw – nur Mut!
Wobei Adler in Boca Raton der beste Mann der deutschen Nationalmannschaft war. Deswegen gab es reichlich Lob für den Hamburger, der in der abgelaufenen Saison schon seinem Team mehrfach Punkte – und somit auch Spiele – gerettet hatte. Bundestrainer Joachim Löw fand ihn einfach „überragend gut“. Adler hat in Abwesenheit der unumstrittenen Nummer 1 in der Fußball-Nationalmannschaft, Manuel Neuer, seine überragenden Fähigkeiten unterstrichen.
In seinem (erst) zwölften Länderspiel hielt Adler den Sieg fest, das wurde auch von den Verlierern immer wieder behauptet. „Es waren vier, fünf, sechs Situationen mit klasse Abschlüssen von Ecuador, die nicht immer einfach zu halten waren“, sagte Löw. Ob Adler auf dem Niveau angekommen sei, das ihn bis zu seiner Verletzung vor der WM
2010 zur Nummer eins in Deutschland gemacht hatte? Löw: „René Adler ist eine Persönlichkeit. Er hat schon das ganze Jahr in Hamburg eine super Form gehabt und das bestätigt er auch hier. Er hat mehrfach gezeigt, dass er ein exzellenter Torwart ist.“
Der 28 Jahre alte Adler hob die Teamleistung hervor. „Unter dem Strich steht der Sieg gegen eine richtig gute Mannschaft, das ist das Wichtigste.“ Nur das 2:4, als Lukas Podolski und Dennis Aogo die Freistoßmauer auflösten und der Ball im kurze Eck einschlug, ärgerte den HSV-Schlussmann – aber nur kurz. „Das macht ja keiner mit Absicht, der Poldi hat ja auch genügend Tore gemacht“, meinte der Keeper.
Wobei Lukas Podolski seinen Mauer-Nachbarn Dennis Aogo schon ein wenig vorwurfsvoll ansah. Da hatte man kurz den Eindruck, als wolle der Wahl-Engländer die Schuld auf den HSV-Spieler abwälzen. Apropos HSV-Spieler: Marcell Jansen hat mir in diesem Länderspiel außerordentlich gut gefallen – noch besser als bei seinen Spielen in der Bundesliga. Dass er am ersten Gegentor maßgeblich beteiligt war, das war nur dem unfähigen Selbstdarsteller mit der Pfeife im Mund zu verdanken. Als Jansen an der Eckfahne gecheckt wurde, für mich gefühlte acht Meter weit, da sah das ganze Gespann aus Mitleid mal kurz verlegen zu Boden. Motto: Die armen Ecuadorianer . . .
Und noch ein ganz kurzer Blick zurück. In Amerika hatten ja drei der vier Nationalspieler (Adler, Jansen und Aogo) des HSV etwas zur derzeitigen Situation gesagt. Das rief sogleich HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow auf den Plan. Er griff zum Telefon und stellte etwas gerade. In der Art: „Ich habe den drei Spielern gesagt, was ich davon halte – nämlich nichts. Sie sollen sich besser darauf konzentrieren, was sie am besten können, und das ist Fußball spielen. Und das haben sie dann ja auch gegen Ecuador getan . . .“
So, zum HSV in Hamburg. Der hatte heute einen richtig großen Tag im Rathaus. Bei Innen- und Sportsenator Michael Neumann und dem stellvertretenden Leiter des Bezirksamts Altona
Kersten Albers wurde der Bauantrag für das Nachwuchsleistungszentrum „HSV-Campus“ ab- und übergeben. Wir erinnern uns, oder? Die Anleihe! Nun kommt Bewegung in die ganz Geschichte. Gegen Ende des Jahres soll, wenn alles so läuft wie gedacht und geplant, mit den Bauarbeiten begonnen werden, und heute in zwei Jahren soll die Eröffnung stattfinden – wenn wiederum bis dahin alles so gelaufen ist, wie sich das heute alle Beteiligten vorgestellt haben. Carl-Edgar Jarchow: Wenn alle so mitziehen, wie wir es uns erhoffen, dann wird es funktionieren Zunächst sind wir einmal auf das Bezirksamt Altona angewiesen, dort ist man guten Mutes – ich bin es auch.“
Und das ist nach wie vor geplant: Unmittelbar angrenzend an das Gelände der Imtech Arena soll mit dem HSV-Campus einen Funktionskomplex entstehen, der Raum für HSV-Internat, Leistungs- sowie Trainingszentrum bietet. Der HSV-Nachwuchs soll damit und dadurch intensiver betreut werden, zudem ist der HSV-Campus als Begegnungsstätte im Grünen gedacht und soll im Volkspark infrastrukturell für die gesamte Hamburger Bevölkerung geöffnet werden.
Sportsenator Michael Neumann: „Der HSV ist ein wichtiger Partner im Hamburger Sport, der mit dem HSV-Campus die Weichen auf Zukunft stellt und die Nachwuchsarbeit zurück in die Stadt holt. Er gibt talentierten Nachwuchsspielern aus der Region eine Chance und
engagiert sich gleichzeitig im Volkspark für Freizeit- und Breitensport, ganz im Sinne der Parksport-Idee unserer Dekadenstrategie.“
Der HSV erhofft sich für seine Nachwuchsarbeit künftig einen zusätzlichen Schub. Die Nachwuchsarbeit soll damit intensiviert und verbessert werden. Jarchow: „Das ist natürlich ein Schub, der nicht von heute auf morgen kommen wird, denn wir ziehen ja erst in zwei Jahren dort ein. Bis dahin versuchen wir schon, die Nachwuchsarbeit an seinem jetzigen Standort in Ochsenzoll zu intensivieren. Bis sich dann die Ergebnisse des neuen Campus’ materialisieren, das wird dann bestimmt noch fünf Jahre dauern.“ Jarchow und die HSV-Führungsherren sahen es bislang als Nachteil an, dass der HSV-Nachwuchs im 20 Kilometer entfernten Norderstedt trainieren und spielen musste. Er sagt: „Das dortige Zentrum stand nicht unter der permanenten Einflussnahme der Verantwortlichen. Die U 23 ist ja bereits im Volkspark, die übrigen Leistungsmannschaften sollen und werden folgen.“
Wobei ich genügend Stimmen gehört habe, die sich dazu äußerten, was der Umzug der U 23 von Ochsenzoll in den Volkspark gebracht hat: nichts. Jedenfalls hat niemand etwas anderes bemerkt. Eine Annäherung oder gar eine Verschmelzung /(an manchen Tagen) hat es nicht gegeben. Die einen trainieren hier, die anderen dort. Das könnte so auch im Volkspark und zeitgleich in Ochsenzoll stattfinden, ganz sicher. Darauf sprach ich heute Carl Jarchow an, und dessen Antwort war: „Die handelnden Personen müssen das wollen und sich danach richten. Das ist so wie mit dem Campus hier. Damit kann man alles richtig machen, aber wenn dort die falschen Leute arbeiten, dann wird da auch nichts bei rauskommen. Aber ic kann zunächst ja nur die Voraussetzungen schaffen, damit es mal klappen kann.“ Ja, und nun sind tatsächlich die handelnden Personen gefragt.
Ich bin aber weiter skeptisch, ob in die von der HSV-Führung gedachte Richtung tatsächlich auch künftig etwas mehr passieren wird. Ich glaube, um mal Butter bei die Fische zu geben, nicht dran. Gut gedacht, aber es wird eben nicht umgesetzt. Wie das dann beim Campus sein wird? Abwarten.
Bei der Gelegenheit verriet Jarchow auch: „Die U 23 wird in der kommenden Saison die Heimspiele nicht wieder bei Eintracht Norderstedt austragen, sondern wieder in Hamburg, und zwar an der Hagenbeckstraße.“
So, dann noch einen ganz kurzen Blick voraus: Heute findet am Abend und in der Nacht eine ganz normale Aufsichtsratssitzung statt, da geht es um das Budget für das kommende Geschäftsjahr 2013/2014. Die Zahlen wird der Vorstand dem Rat vorlegen, und dann wird genehmigt. Oder gestrichen. Oder ganz abgelehnt? Das wohl nicht. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es da den einen oder anderen besonderen Höhepunkt geben wird. „Scholle“ wird vor Ort sein und sich die Nacht im Volkspark um die Ohren schlagen, und sollte etwas für „Matz ab“ dabei herausspringen, so wird er das in diesen Blog ergänzend hineinbringen. Danke dafür schon mal vorab, „Scholle“.
In Sachen Sportchef wird es wahrscheinlich auch heute das eine oder andere Gespräch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat geben. Am Sonnabend aber soll es dann die Entscheidung geben. Intern ist ja längst alles geklärt, Oliver Kreuzer wird der neue Sportchef des HSV, die Räte haben mit 11:0 Stimmen für den Mann aus Karlsruhe gestimmt. Nun muss man sich nur noch finanziell mit dem KSC einigen, und das wird am Sonnabend in Berlin passieren. Sodass es dann am Sonntag bei der Mitgliederversammlung in der Arena (Beginn 11 Uhr) voller Stolz verkündet werden kann. Mal wieder etwas Positives vom HSV. Wobei – heute gab es ja auch schon mal wieder etwas. Positives.
Und dann gibt es noch diese kleine Meldung:
Rafael van der Vaart wird entgegen den ursprünglichen Planungen pünktlich zum Trainingsstart des HSV zurückkehren. Der Mittelfeldspieler musste seine Teilnahme an der Asienreise der niederländischen Nationalmannschaft wegen Achillessehnenproblemen am linken Fuß absagen. Deshalb braucht er seinen Urlaub nun nicht zu verlängern. Der HSV beginnt am 1. Juli mit dem Training.
17.38 Uhr