Archiv für das Tag 'Weidenfeller'

“Drobo ist eine coole Socke”

1. Mai 2013

Bevor ich diesmal zum HSV komme, muss ich eines auf jeden Fall schnell mal loswerden:
Herzlichen Glückwunsch Borussia Dortmund!
Ich freue mich für Klopp und Co, dass das Champions-League-Finale erreicht wurde, das ist eine bravouröse Leistung – und selbst die 0:2-Niederlage in Madrid und gegen das große Real war überragend gut.

Geärgert, aber dafür kann Borussia Dortmund nichts, habe ich mich allein über den Sky-Kommentator. So etwas kommt dabei heraus, wenn man einen Bayern-Fan ein Spiel Real gegen den BVB kommentieren lässt. Ich habe gegen Ende des Spiels den Ton abgeschaltet, denn ich konnte mir nicht mehr mit anhören, dass da Sätze wie diese fielen:

„Real Madrid spielt so schlecht, hat keinen Plan, hat auch nicht die Mittel, gegen Dortmund zu gewinnen . . .“

Und dazu gab es in jeder Minute dermaßen viel Mist zu hören, dass es das Maß des Unerträglichen bei weitem überstieg. Erstmals habe ich deshalb den Ton abgedreht. Dieser gute Mann muss sich, der da kommentierte, das habe ich lange Zeit so bei mir gedacht, maßlos geärgert haben, dass der „blasse“ BVB und nicht das „große“ Real das CL-Finale gegen seine Bayern spielen wird. Ein Bayern-Sieg in der Champions League gegen Real Madrid würde natürlich doppelt und dreifach zählen, als wenn das nur gegen das „kleine“ Dortmund geht. Bayern gegen den BVB im Champions-League-Finale ist wahrscheinlich so, wie einst im Tennis und im Endspiel von Wimbledon die Partie Boris Becker gegen Michael Stich. Und hat da nicht Stich gewonnen? Der Außenseiter? Vielleicht auch mal ein Hinweis, dass nicht immer die Favoriten gewinnen, da entscheidet gelegentlich auch die Tagesform.

Und abschließen zu Dortmund: Was Weidenfeller diesmal gehalten hat, war überirdisch, Hummels hat seine unterirdische Leistung aus dem Hinspiel mit einer Weltklasse-Vorstellung vergessen gemacht, Reus war im Dribbling wie von einem anderen Stern – und was Lewandowski gegen Ramos ertragen hat, habe ich noch nie erlebt. Mindestens sieben Box- oder Ellenbogenhiebe hat der Pole vom Spanier an den Kopf und damit ertragen müssen, der BVB-Torjäger hat es alles mit Fassung weggesteckt und ich frage mich: wie geht so etwas? Ich wäre dreimal ausgerastet, viermal explodiert und hätte das Spiel wahrscheinlich nicht bis zum Ende erlebt – aber Lewandowski blieb ruhig. Das ist bewundernswert hoch zehn. Kompliment.

Nun aber zum HSV, ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Abstecher zur Champions League. Übrigens, wo ich gerade noch dabei bin: Markus Lanz sprach nach dem Spiel mit Prominenz über das erste Halbfinale, und da sagte mein Kollege Jörg Dahlmann etwas, was ich jedem Fan empfehle, wenn er nicht s tolerant sein sollte: „Egal von welchem Club man auch Fan ist, steht ein Bundesliga-Vertreter in einem CL-Halbfinale, dann ist man doch Deutscher iúnd zittert mit dem deutschen Club mit, dann möchte man doch, dass der Bundesliga-Verein weiterkommt.“ Genau, mein Jörg, genau so ist es. In dieser Sendung saß ja auch „Dittsche“, nämlich Olli Dittrich, und der lobte explizit die Arbeit von Thorsten Fink. Ein Extra-Lob an den HSV-Trainer gab es auch von Dahlmann, das sei nicht verschwiegen: „Der HSV ist ganz mies in die Saison gestartet, da hatten doch viele die Befürchtung, dass der HSV diesmal absteigen wird, aber er hatte mit dem Abstieg nichts zu tun, steht im gesicherten Mittelfeld und kann von Europa träumen – das ist Finks Verdienst“

Und damit bin ich dann auch schon voll beim HSV. Heute Training am Vormittag, wunderbares, sommerliches Wetter, viele Fans – und gute Leistungen der Spieler. Obwohl ich davon gar nichts mehr schreiben möchte, denn wer erinnert sich noch an die vergangene („Vor-dem-Schalke-Spiel“-)Woche? Da hatte ich geschrieben, wie super die Mannschaft trainiert hat, wie toll diese ganze Woche gelaufen ist. Und dazu hatte ich mich aus dem Fenster gelehnt: „Der HSV wird auf Schalke auf jeden Fall nicht verlieren. . .“ Und dann dieses erneute Debakel. Deswegen will ich auch nicht mehr bewerten, wie und wie schlecht und wie gut der HSV trainiert hat – alles Makulatur. Die Herren Profis können sich beim Üben noch so sehr den Hintern aufreißen, im Spiel sind sie dann doch nur wieder lammfromm. Auch am Sonntag weder, wenn es gegen die unbequemen Wölfe aus Wolfsburg geht – ich könnte wetten.

Ja, ich gebe zu, der Hals ist vom Schalke-Spiel immer noch dick. Das dauert auch noch. Weil ich es immer noch nicht begreifen kann, wie eine so leblose Truppe eine so große Chance auf die CHAMPIONS LEAGUE einfach so kampflos vertut. Will mir nicht in den Kopf – immer noch nicht. Und im Training gehen sie dann wieder zur Sache . . . Das passt doch nicht.

Thorsten Fink hat sich da auch so seine Gedanken gemacht. Auch er hatte durchaus beobachtet, wie gut seine Mannen vor Schalke trainiert hatten. Heute hat der Coach gesagt: „Wichtig ist immer das Wochenende, das Spiel. Es gibt ja im Fußball die Aussage: ‚So wie man trainiert, so spielt man auch.’ Die stimmt aber nicht.“ Auch Fink ist immer noch verärgert ob dieser Minus-Leistung seines Teams: „Ich habe ja schon gesagt, es fehlt die Cleverness. Und dann hat der eine oder andere einfach nicht erkannt, welche Chance man da vor sich hat. Man kann ja verlieren, aber dabei muss es dann auch blaue Flecken geben . . .“ Der HSV-Trainer dann weiter: „Wenn man nun Real Madrid gesehen hat. Im Hinspiel in Dortmund waren die nicht gut, aber dann gehen die zum Rückspiel auf den Rasen und geben alles. Die haben doch 90 Minuten lang alles gegeben. Und genau das möchte ich von meiner Mannschaft auch sehen. So müssen wir auftreten.“ Um dann noch ergänzend zu sagen: „Okay, in Deutschland hätte es für einen solchen Auftritt wie den gestern von Real mindestens drei Rote Karten gegeben, aber so muss man auftreten, wenn man was erreichen will.“

Und der HSV kann, das ist ja das Schizophrene, ja immer noch etwas erreichen. Freunde, es geht um Europa. Auch gegen Wolfsburg. Um Europa! Dafür lohnte es sich auf jeden Fall früher einmal, das war einst in grauer Vorzeit, sich das eine oder andere Bein auszureißen. Fink sieht das ebenso: „Wir haben jetzt drei Play-off-Spiele vor uns. Jedes Spiel davon ein Play-off-Spiel. Jetzt muss man 1:0 gewinnen, um weiter zu kommen, und genau so muss man jetzt jedes Spiel angehen, es sind doch nur noch drei. Und deswegen ist das jetzt auch keine normale Woche für uns, nein, nein, da kann man nicht einfach so lala trainieren. Nein, da muss jeder wissen, um was es am Sonntag geht. Da muss das Bewusstsein da sein, was auf dem Spiel steht. Und ich versuche natürlich, die Spieler heiß zu machen . . .“

Thorsten Fink weiß aber auch, dass sein VfL-Kollege Dieter Hecking seine Spieler ebenfalls „heiß machen“ wird. Das ist so. Auf Schalke ist es dem Kollegen Jens Keller wahrscheinlich gelungen, sein Team noch ein wenig heißer zu machen. So spielt das Fußball-Leben. Und deswegen ist natürlich nicht davon auszugehen, dass der „heiße HSV“ gegen den „heißen VfL“ am Sonntag gewinnen wird. Fink: „Wolfsburg ist von den Namen her großartig besetzt. Was ist denn, wenn die so eingestellt sind wie wir? Dann wird es schwer. Die haben doch auch Qualität. Aber ich will von meiner Mannschaft sehen, dass sie will. Und da bin ich auch guten Mutes, dass wir das am Sonntag sehen werden.“

Darüber wird der HSV-Coach sicherlich auch mit Club-Chef Carl-Edgar Jarchow (die Kollegen witzelten, indem sie ihn als „Euro-Eddy“ bezeichneten) gesprochen haben, der beim Training plötzlich neben Thorsten Fink stand. Ich habe im Scherz gemutmaßt: „Der Boss überbringt ihm eine Abmahnung – weil der Trainer doch neue Spieler gefordert hat, obwohl er doch eigentlich wissen müsste, dass der HSV kein Geld hat für neue Spieler, erst recht nicht für jene Spieler, die eine Soforthilfe darstellen würden. Als ich Carl-Edgar Jarchow, also „Euro-Eddy“, mit meiner Vermutung konfrontierte, lachte er und sagte: „Nein, nein, keine Abmahnung, alles ist gut – ich spreche täglich mit dem Trainer.“ Und, Herr Jarchow, wie ist es denn? Der HSV hat doch kein Geld für neue Spieler, oder? Jarchow: „Wieso, zwei neue Spieler haben wir doch schon. Und alles Weitere wird sich finden, das hängt auch von den Verkäufen ab. Ich bin sicher, dass wir noch einige punktuelle Verstärkungen verpflichten werden.“
Klingt gut, Herr Jarchow, dann noch einen schönen Feiertag.
Und wer nicht weiß, wer diese beiden neuen HSV-Spieler sind: Hakan Calhanoglu (vom KSC) und Kerem Demirbay (Borussia Dortmund)

Beim HSV haben heute zwei Spieler im Training gefehlt: Dennis Aogo hat es, weil er zuletzt umgeknickt ist, an der Kapsel (linker Fuß) erwischt, und Milan Badelj hat noch eine Schicht mit Reha-Trainer Markus Günther absolviert. Beide Profis, so der Plan heute, sollen wahrscheinlich morgen wieder mit der Mannschaft trainieren können. Wobei einer von beiden sicherlich auf die Bank gehen wird – ich tippe mal auf Aogo. Und wenn ich schon mal bei Prognosen bin: Maximilian Beister, der uns Journalisten ja immer noch nicht verziehen hat, dass er vor einigen Wochen (am 16. März im Spiel gegen Augsburg) Rot gesehen hat und vom Platz gestellt worden ist, hat seine Krankheit überwunden und steht wieder im Training. Ich denke aber, dass es bis zum kommenden Sonntag noch nicht wieder reichen wird, sodass er wohl noch einmal als Zuschauer wird auftreten müssen.

Kein Zuschauer, sondern voll am Ball (hoffentlich) wird Jaroslav Drobny sein. Der große „Schweiger“ wird ja bekanntlich am Sonntag für den gelb-gesperrten Rene Adler zwischen den Pfosten des HSV-Tores stehen und beantwortete heute schon mal drei Frage (die ihm Medien-Direktor Jörn Wolf gestellt hat). Die überaus humorvolle Antwort auf Frage eins (ihr dürft euch die Frage überlegen, welche am besten passen würde!): „Es ist mein Job da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Spielpraxis habe ich genug. Ich stand doch vor zwei Monaten gegen Gladbach schon im Tor . . .“ Und die Antwort auf Frage zwei: „Wolfsburg ist eine Partie mit Endspielcharakter. Das müssen wir als Mannschaft auf dem Platz zeigen. Mehr gibt es davor nicht zu sagen.“ Richtig.

Und Frage drei, die beantwortete der Keeper wie folgt: „Ich kann mir einiges vorstellen für die Zukunft. Das bespreche ich aber erst mit dem HSV, bevor ich es jemandem mitteile.“ Aha. Na denn ist ja alles klar.

Thorsten Fink antwortete übrigens auch auf eine Frage, die ihm in Richtung Drobny gestellt wurde: „Drobo ist eine coole Socke.“ So nach dem Motto: „Der wird seine Sache schon gut machen, er hat ja auch beim 1:0 gegen Mönchengladbach eine sehr gute Leistung gezeigt, da gibt es keinerlei Zweifel bei mir.“ Bei mir auch nicht. Wer sich im normalen Leben schon so defensiv verhält, der hält sich auch im Spiel sehr defensiv.

Wesentlich offensiver ging da schon Rene Adler an das Thema „Drobny – der Mann neben oder hinter mir“ heran. Der deutsche Nationaltorhüter lobte den tschechischen Nationaltorhüter sehr: „Drobo ist einer der Konkurrenten und Kollegen, mit dem ich super gerne zusammengespielt habe – und noch spielen werde. Es gab schon Kollegen und Trainingspartner, da lief das nicht so ideal wie hier und bei uns, er ist nicht nur ein total witziger Typ, er ist auch extrem wichtig für unsere Mannschaft. Er hat es mir hier von der ersten Minute an sehr einfach gemacht, und das ist auch nicht selbstverständlich. So sportlich wie er sich verhalten hat, da ziehe ich den Hut vor. Dafür kann ich mich bei ihm nur bedanken.“

Rene Adler fast schwärmerisch weiter über Drobny: „Wir haben uns von der ersten Minute an respektiert, haben uns auch relativ offen und ehrlich ausgesprochen, und haben dann wirklich Tag für Tag das Niveau versucht, hoch zu schrauben. Das gilt aber auch für die anderen Torhüter, Tom Mickel noch am Anfang, und Sven Neuhaus. Wir haben alle sehr, sehr gut trainiert, da muss man auch mal Torwarttrainer Ronny Teuber loben, der seine Sache ausgezeichnet macht.“ Dass Drobny am Sonntag deswegen eventuell nicht in Bestform sein könnte, weil er wenig Spielpraxis hat, verneinte Adler übrigens: „Der Drobo ist top trainiert, und er hat bei den Testspielen zwischen den Pfosten gestanden, okay, das ist nicht die Bundesliga, aber er hat gespielt. Ich bin restlos davon überzeugt, dass er bei uns am Sonntag eine ganz wichtige Rolle spielen und auch gut halten wird. Ich drücken ihm auf jeden Fall sämtliche Daumen, die ich habe.“ Das ist ein Daumen weniger – als der HSV am Sonntag Punkte kassieren wird . . . Wenn ich mich mit dem Dreisatz noch richtig auskenne.

Dann fügte Rene Adler noch in Sachen Drobny an: „Er ist extrem wichtig für die Mannschaft, und das sind nicht immer nur die Spieler, die ständig zum Einsatz kommen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich verhalten sollte, wenn man nicht immer spielt, er sorgt bei uns immer für beste Stimmung.“

Auf geht’s, Drobo, dann sorge bitte auch dafür, dass am Sonntag allerbeste Stimmung im Volkspark herrschen wird – ich sage mal, so spätestens um 19.25 Uhr.

So, und wenn ich gerade mal bei einem Blick in die Zukunft bin, dann passt ja auch diese Meldung:

Das Teilnehmerfeld für den Fußball-Nordcup in Hamburg steht fest. Nach dem neunmaligen dänischen Meister FC Kopenhagen und dem Bundesliga-Rivalen VfL Wolfsburg hat nun auch Erstliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig seine Zusage gegeben. Das Vorbereitungsturnier auf die neue Saison findet am 13./14. Juli in der Hansestadt statt. „Wir freuen uns sehr, ein so attraktives und gleichzeitig regionales Teilnehmerfeld gewonnen zu haben“, sagte HSV-Vorstand Joachim Hilke.

Am 13. Juli finden zunächst zwei Halbfinalspiele statt. Tags darauf werden das Finale und das Match um Platz drei ausgespielt. Alle Spiele werden mit verkürzten Halbzeiten à 30 Minuten und ohne Verlängerung gespielt. Im Falle eines Gleichstandes wird der Gewinner jeweils direkt über das Elfmeterschießen ermittelt.

PS: Und dann noch in eigener Sache. Viele, viele Mails, Briefe (in die Redaktion) und sms gab es in den vergangenen heißen Tagen, dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Ich kann unmöglich alle beantworten, da mein Tag dann gelaufen wäre – da bitte ich euch um Verständnis. Vielleicht gelingt es jenen Usern, die mir privat so emotional schreiben, das dann doch in den Matz-ab-Blog zu stellen. Es wäre besser, denn es sind zum Teil sehr gute Ansichten und Aussagen darunter. Und dann hätten von diesen guten Sachen alle etwas davon – oder auf jeden Fall viele.

Zum Trost für diejenigen, die mir nun geschrieben und nichts davon gehört haben, sei stellvertretend eine Mail, die mich dieser Tage erreichte, veröffentlicht, sie spiegelt das wider, was in fast jeder Mail thematisiert wird:

„Eine jahrzehntelange Liebe beginnt zu sterben, wenn man fühlt, dass der Partner nicht mehr das Gleiche zu geben bereit ist, wie man selbst.“

PSPS: Morgen wird um 10 Uhr im Volkspark geübt, und am Freitag ebenfalls um 10 Uhr.

PSPSPS: Dann wünsche ich euch und euren Lieben noch einen schönen Rest-Feiertag – und einen wunderbaren Fußball-Abend zum Genießen. Ich drücke übrigens dem FC Bayern die Daumen, denn ein deutsches Finale in England wird auf der ganzen Welt für viel Aufsehen sorgen. Vorsichtshalber werde ich mal das ZDF einschalten – Sky ist mir seit gestern ein wenig zuwider geworden . . .

PSPSPSPS: In der A-Junioren-Bundesliga hat der abstiegsgefährdete HSV heute sein Heimspiel gegen Hertha BSC mit 0:2 verloren.
So meldete es jedenfalls die Agentur. Unser User “Wortspieler” aber weiß es besser, danach hat der HSV mit 2:0 gewonnen. Ist ja auch besser so. Und vielen Dank für den Service, “Wortspieler”.

16.20 Uhr

Lam verletzt sich – hoffen auf die Überraschung

21. September 2012

Vorneweg etwas in eigener Sache: Heute heiratet unser Moderator Dennis in Reinbek seine Freundin Bianca. Im Namen aller Blog-Verantwortlichen möchte ich ihm und seiner Lieben auf diesem Wege alles Gute und eine lange, gesunde, gemeinsame Zukunft wünschen. Zudem ist es eine tolle Gelegenheit, ihm sowie seinem Kompagnon Andre für die tolle Moderation dieses Blogs zu danken. Was die beiden leisten können tatsächlich nur die beurteilen, die es täglich miterleben. Und daher: Chapeau, meine Herren! Das ist ganz großer Sport.

Womit ich wieder zum HSV überleiten will. Da war für den heutigen Freitag ein geheimes Training angesetzt. Und das war auch gut so. Es klingt aus dem Mund (der Feder) eines Journalisten vielleicht etwas komisch, zumal der von den persönlichen Eindrücken lebt – allerdings kann ich mich in der aktuellen Situation diesbezüglich auch mal gut zurücknehmen. Zumal in Sachen Beurteilung der Einheiten nicht immer Einigkeit herrscht. Aber okay, das ist ein anderes Thema.

Und zwar ganz sicher nicht für heute. Denn die ersten Punkte sollen her – egal wie. Und wenn ein Geheimtraining dabei hilft, ist es die Mühen und den Verzicht unsererseits allemal wert. Dass es am Ende doch ein offenes Training wurde, war dann eher der Schonung des Stadionrasens geschuldet. Zudem wollte Trainer Thorsten Fink beim Abschlusstraining nicht nur seine erste Elf zusammenspielen lassen, sondern noch den einen oder anderen Spezialeffekt trainieren. Wobei sich die Spezialeffekte auf die Abwehrarbeit konzentriert haben dürften. Denn noch immer ist die Defensive die Achillesferse, obgleich der Sturm an sich noch nicht zu bestechen wusste. Gegen den BVB sollte Heung Min Son eigentlich als Spitze agieren. Im Abschlusstraining beorderte ihn Fink dann allerdings doch wieder auf die rechte Außenbahn und ließ dafür Artjoms Rudnevs vorne spielen. Nur gut, dass der Südkoreaner positionell nach eigenen Angaben keine Präferenzen hat. „Ob links, rechts, hinter den Spitzen oder ganz vorn ist mir egal. Hauptsache, ich spiele.“

Und das wird er gegen Dortmund. Das tut er schon seit einigen Spielen. Unter Fink ist Son zum Stammspieler mutiert, obgleich positionell abweichend. „Ich bin natürlich ganz zufrieden mit der Entwicklung“, sagt Son und meint damit seine persönlich, aber nicht die Entwicklung der gesamten Mannschaft. Das wiederum verwundert mich ein wenig, da ich noch immer fest davon überzeigt bin, dass Son nicht annähernd das abruft, was in ihm steckt. Noch immer hat der beidfüßige Offensivspieler zu viele Ballverluste, zu viele unnötig verlorene Zweikämpfe. Und noch immer kommt der schussgewaltige Südkoreaner zu selten zum Abschluss. Dass er mehr Potenzial hat, als bislang gezeigt, sieht Son ähnlich. „Ich muss im Training noch eine Menge Gas geben und mich noch weiter entwickeln.“

Dabei helfen soll auch Rafael van der Vaart, den Son „eine Bombe“ nennt. Von dem Niederländer will Son profitieren. In Form von gekonnten Zuspielen – aber vor allem auch von dessen Erfahrung. „Rafael ist ein Riesenspieler. Er hat ein gutes Auge, das Passspiel. Ich bin sehr, sehr froh, dass er zurückgekommen ist. Von ihm kann ich noch sehr viel lernen.“

Vor allem aber soll van der Vaart, und darauf hofft auch Son, für den sportlichen Aufschwung sorgen. „Wir haben vier Pflichtspiele verloren – das ist nicht gut. Die Tabelle sieht schon scheiße aus.“ Stimmt. Und etwas überraschend fügte Son hinterher: „Aber die Stimmung in der Mannschaft ist super.“ Einen kurzen Augenblick habe ich gestockt – dann aber wurde klar, dass Son nur sagen wollte, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat, dass sie trotz der Niederlagen nach vorn blickt. Gerade auch, weil mit van der Vaart, Badelj und dem leider noch zwei Spiel gesperrten Jiracek viel Qualität hinzugekommen ist. Son: „Wir haben Qualität. Wir dürfen uns einfach nicht zu viele Gedanken machen.“

Wohin das führen kann, war in den letzten Spielen zu erkennen. Auch bei ihm selbst. „Ich habe bei meiner ersten großen Chance zu viel nachgedacht. Das war mein Fehler.“ Anschließend habe zu lange seiner der Chance nachgetrauert. „Ich habe immer wieder gedacht, dass wir mit meiner Chance geführt hätten, dass das ganze Spiel anders gelaufen wäre.“ Bis zu seinem eigenen Treffer. Dort habe er instinktiv gehandelt. Ob er gegen Dortmund wieder versuchen würde, bei einer derart klaren 1:1-Situation den Torwart zu umspielen? „Das mache ich vom Dortmunder Keeper abhängig.“

Klar aber ist, dass Son der Torschütze ist, der den letzten Heimsieg herbeigeführt hat. Am 14. April sorgte er für den 1:0-Erfolg, der den Weg zum Klassenerhalt ebnete. „Das war vielleicht der schönste Moment in meiner HSV-Zeit bisher“, sagt Son, „das war damals sehr wichtig für die Mannschaft und für mich.“

Im Moment von großer Bedeutung für den HSV sind die ersten Minuten der Spiele. Immer wieder wirkt die Mannschaft schläfrig, kritisiert anschließend die ersten Minuten der jeweiligen Partien. „Auch in Frankfurt haben wir uns noch vor dem Spiel deutlich gesagt, wie wichtig gerade die ersten Minuten des Spiels sind“, sagt Son, „und wir konnten uns anschließend nicht erklären, weshalb es wieder schiefgegangen ist.“ Auch Son selbst hat keine Ahnung, woran es liegt. „Ich bin mir sicher, dass alle zugehört haben. Daran kann es nicht liegen. Aber vielleicht war es auch Pech…“

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Klar ist, dass der HSV gegen Dortmunds bärenstarke Offensive insbesondere defensiv geschlossener auftreten muss. Und dabei ist der Ausfall von Jeffrey Bruma, der heute beim Abschlusstraining gar nicht mitmachen konnte, kein Vorteil. Der Niederländer klagt noch immer über Schmerzen im Knie und wird nahezu sicher ausfallen. Für Bruma rückt der eigentlich schon auf die Bank degradierte Michael Mancienne wieder in die erste Elf. Der Engländer wird nach seinen durchwachsenen Spielen zuletzt neben Heiko Westermann eine neue Chance erhalten, während Dennis Diekmeier rechts verteidigt. Zudem spielte Zhi Gin Lam beim Abschlussspiel in der A-Elf Linksverteidiger, womit klar schien, dass Marcell Jansen vorne links bleibt. Stand 16.55 Uhr: Gegenüber Frankfurt gibt es nur die zwangsweisen personellen Veränderungen Bruma und Jiracek, den Tolgay Arslan ersetzen wird.

Das allerdings änderte sich schnell, als sich Lam plötzlich an den Oberschenkel fasste. Nur wenige Minuten vor Trainingsende musste der kleine umfunktionierte Linksverteidiger vom Platz getragen werden. Eine noch nicht näher definerte Muskelverletzung zwang Lam zum Abbruch und Fink somit um schnellen Umbau. „Ich war mir klar, jetzt muss ich alles umwerfen“, so Fink wenig begeistert. Allerdings dürfte der Umbau schnell gehen: Jansen rückt auf die linke Abwehrseite, während Ivo Ilicevic, bei dem noch immer alle auf den Durchbruch hoffen, auf die linke Offensivseite. Sollte der Kroate, von dem ich mir bei dessen Verpflichtung so viel erhofft hatte, endlich das zeigen, was ihn in Kaiserslautern stark gemacht hat, wäre der Tausch Lam/Ilicevic nicht zwingend eine Verschlechterung.

Abwarten und Daumen drücken.

Wobei die Partie gegen Dortmund natürlich ungleich schwerer werden dürfte, trotz des Ausfalles von Ilkay Gündogan, den Sven Bender ersetzen wird. Ansonsten kann BVB-Trainer Jürgen Klopp auf seine beste Elf zurückgreifen. Auch auf den zuletzt lange fraglichen Keeper Roman Weidenfeller. „Die spielen schon richtig guten Fußball“, lobt Son. Und er hat Recht.

Ebenso wie viele hier im Blog, die genervt sind vom Thema Vereinspolitik. Schon der teilweise abstrusen Diskussionen wegen lasse ich heute selbige komplett außen vor. Und ganz ehrlich: das interessiert mich unmittelbar vor einem solchen Spiel auch nicht die Bohne. Dass die ganzen Themen bestehen bleiben, ist klar. Darauf sollten hier alle gefasst sein. Da kommen noch viele kleine, mal dunkle, mal weniger dunkle, mal heikle, mal weniger heikle Geheimnisse ans Tageslicht. Die Grabenkämpfe sind nunmal da. Ob wir es gut finden oder nicht. Und um dem/der einen oder anderen Blogger/-in zu antworten: Die Gerüchte um Arnesen kommen nicht von mir, sie stehen seit Monaten im Raum und wurden auch nicht von mir öffentlich gemacht, sondern von der SportBild. Intern gibt es einige Leute, die sich in diesem Thema um eine lückenlose Aufklärung bemühen. Einige von ihnen sind damit zufrieden, dass bislang nichts Illegales nachzuweisen war, andere suchen weiter. Dafür kann ich nichts. Aber ich werde Euch zu gegebener Zeit davon berichten. Allerdings werde ich hier einen Teufel tun und mich zwischen die Fronten setzen. Warum auch? Ich bin Berichterstatter und komme dieser Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen nach. Ich lasse mich nicht von der einen oder der anderen Seite einspannen. Auch nicht von denen hier im Blog, die mich immer wieder irgendwelchen Fraktionen zurechnen wollen und die teilweise ebenso kreative wie abstruse Presse-vs-HSV-Verschwörungstheorien enttarnt haben wollen.

Wobei: Ich frage mich eigentlich immer wieder beim Lesen dieser Kommentare, was für Berichterstatter diese Blogger wären, die völlig unbelegt und nachweislich substanzlose Gerüchte über andre Blogger, Dieter oder auch mich hier in die Welt setzen, während sie sich genau darüber bei mir und meinen Kollegen so massiv beschweren….

Egal! Schon gar nicht werde ich hier Namen derer nennen, mit denen ich beim HSV spreche, solange die es nicht ausdrücklich autorisiert haben. Ich werde aber gern in den nächsten Blogs immer darauf hinweisen, wenn ich noch einen Teil zum Thema Vereinspolitik/Arnesen etc. schreibe. Dann können die, die nicht an einer umfänglichen Berichterstattung interessiert sind, den Teil meiden, ohne sich zu ärgern. Das ist auch völlig okay und stört tatsächlich niemanden.

In diesem Sinne, hoffen wir endlich mal wieder auf einen Festtag in der Imtech-Arena. Am besten mit einem Überraschungserfolg (schon ein Remis wäre sowas) gegen Dortmund. Zumal ich mich noch sehr gut an einen Sieg vor sieben Jahren am 24. September 2005 gegen den FC Bayern erinnere. Damals war ein gewisser Rafael van der Vaart neu beim HSV und erzielte im Duell mit dem damaligen Titelträger Bayern München das wichtige 1:0. Am Ende siegte der HSV dank eines Traumtores von Piotr Trochowski am Ende mit 2:0 und sorgte für die so oft herbeigesehnte Initialzündung, die den HSV letztlich sogar bis in die Champions League führte. Dass wir das heute nicht erwarten können, ist klar. Erwarten können wir aber, dass sich dieser HSV zerreißt und dem spielerisch übermächtig wirkenden BVB alles abverlangt.

Bis morgen!
Scholle

So könnte der HSV spielen: Adler – Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen – Badelj, Arslan – Son, van der Vaart, Ilicevic – Rudnevs.

Eduardo kommt nicht zum HSV – Elia schon

3. August 2012

So, seit 14 Uhr gibt’s nen Aufnahmestopp für die Fragen an Herrn Jarchow. Ich werde die gesammelten Werke einmal überfliegen und nur die Fragen rausnehmen, die wie gestern erwähnt einfach nur den Sinn erfüllen, den HSV-Vorstandsvorsitzenden zu beleidigen. Aber, versprochen: grenzwertige Fragen bleiben drin. Und die schicke ich noch heute Abend per Email an Herrn Jarchow. Der Klubboss hatte davon bereits gelesen, als ich ihn gestern Nachmittag darauf ansprach. Und was in den letzten zehn Jahren als Ding der Unmöglichkeit galt, wird möglich. „Wenn ich gefragt werde, antworte ich“, so Jarchow, den auch die teilweise grenzwertigen Kritiken im Blog nicht aus der Fassung bringen. Im Gegenteil. Er bleibt ruhig. „Fragen bieten dem gefragten immer auch die Möglichkeit, mit Vorurteilen aufzuräumen. Dass ich es nicht schaffe, restlos jeden zu überzeugen, war mir klar, als ich mein Amt antrat.“

Und egal, wer hier was auch immer von Jarchow hält, so eine Aktion zollt mir allerhöchsten Respekt ab. Denn ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es in der Bundesliga keinen zweiten Klubboss gibt, der so etwas mitmachen würde. Das nur für die unter uns, die das als selbstverständlich erachten…

Selbstverständlich ist seit Messi sportlich nichts mehr. Dennoch gab es jetzt aus München Entwarnung. „Ich nehme den Cup sehr ernst“, sagt Bayern-Trainer Jupp Heynckes und kontert damit die etwas undurchdachte – oder einfach nur ehrliche? – Aussage von Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller. „Ich denke nicht, dass wir mit der ersten Elf auflaufen. Auch die anderen werden noch durchwechseln“, sagt Weidenfeller vor dem Halbfinale gegen den HSV am Sonnabend (16.30 Uhr/Sat.1 überträgt live). Nicht dabei sein wird Mario Götze (Bindehautentzündung), dafür aber Marco Reus, von dem offenbar nicht nur ich ein großer Fan bin fehlen. „Ich bin ein Fan von Reus“, sagte Frank Arnesen heute, „er ist kreativ, schnell, torgefährlich – eben ein moderner Angreifer.“

Aber leider keiner, den sich der HSV angeln kann. Ob demnächst der neue beim HSV zu erwarten ist? Wohl eher nicht. Frank Arnesen ließ durchblicken, dass wohl zuerst ein Innenverteidiger kommen dürfte. Zumindest ein Anfang.

Dabei hatte ich vor zwei Tagen gehört, dass der HSV unmittelbar vor der Verpflichtung des neuen Kreativen stünden. Nach gemeinsamen Recherchen mit meinem Kollegen Kai Schiller kamen wir auf den Namen Carlos Eduardo, der bei Rubin Kazan keine Rolle mehr spielt. Demnach hätte der HSV Interesse an der Verpflichtung des ehemaligen Hoffenheimers, der seit knapp zwei Jahren kaum noch spielt und den Kazan abgeben wolle. Die von transfermarkt.de kolportierten 15 Millionen Euro Marktwert werden auf Beraterbene mit inzwischen nur noch 5 Millionen Euro gehandelt. Ein Betrag, der dem HSV schwer fallen dürfte – der aber nicht unmöglich sein dürfte. Zumal dann nicht, wenn Eduardo zunächst mit Kaufoption ausgeliehen würde.

Allerdings hat sich diese Info nicht bestätigt. Stattdessen habe ich erfahren, dass Eduardo vor einem Wechsel nach Wolfsburg steht. Zumindest hat Trainer Felix Magath, er den Brasilianer schon im Winter zum Werksklub holen wollte, bei Kazan sein neuerliches Interesse hinterlegt. Dem Vernehmen nach geht es jetzt nur noch darum, dass Diego abgegeben wird. Und für den hätte ich einen Abnehmer…

Apropos Problemfälle. Ein solcher war (ist?) auch Eljero Elia. Zumindest beim HSV. Und auch bei Juventus Turin ist der Niederländer mit zweifellos überdurchschnittlichem Talent nicht glücklich geworden. Jetzt versucht es der pfeilschnelle Rechtsfuß bei Werder Bremen und ist mit dem Nordrivalen morgen und Sonntag zu Gast in der Imtech-Arena. Grund genug, den Rückkehrer zu befragen.

Eljero Elia über…
…seine Rückkehr nach Hamburg:
„Ich freue mich auf die Spiele im Liga-Pokal und auf das Wiedersehen mit al-ten Bekannten. Besonders mit Jeffrey Bruma, Dennis Aogo und Tomas Rincon stehe ich im Kontakt. Sobald ich mal frei habe, werde ich sie in Hamburg besuchen. Die HSV-Fans werden mich möglicherweise weniger herzlich begrüßen, aber das ist doch ganz normal. Mich macht das nur noch stärker.“

…die Gründe für seinen Wechsel zu Werder: „Ich hatte ein sehr schweres Jahr in Turin, habe eigentlich nie eine echte Chance bei Juventus erhalten. Ich wollte unbedingt wieder Fußball spielen, und diese Chance hat mir Werder geboten. Für mich ist der Wechsel nach Bremen auch deshalb so wichtig, weil ich endlich Konstanz in meinem Leben haben möchte. Ich habe auch meiner Freundin gesagt, dass ich keine Lust habe, nächstes Jahr schon wieder zu wechseln. Als Fußballer kann man natürlich niemals nie sagen, aber ich werde definitiv nicht zu einem anderen Verein mehr wechseln, der auf einem ähnlichen Level wie Werder ist. Gemeinsam mit unserer Tochter haben wir auch ein schönes Häuschen in Bremen bezogen, aus dem wir so schnell nicht ausziehen wollen.“

…über die Saisonziele von Werder und den HSV: „Ich bin mir sicher, dass wir mit Werder um einen europäischen Platz spielen können. Bremen ist schon in der vergangenen Saison sehr gut gestartet, ist dann leider in der Rückrunde etwas eingebrochen. Was den HSV betrifft, so weiß ich nicht ganz genau, was da in der kommenden Saison möglich sein wird. Wie in der vergangenen Spielzeit sind auch in diesem Sommer wieder viele gute Jungs wie Mladen Petric, Paolo Guerrero, Gökhan Töre oder David Jarolim verkauft worden. Es wird wohl keine ganz einfache Saison für Hamburg.“

…sein schweres Jahr in Turin: „Obwohl ich kaum spielen durfte, habe ich den Wechsel nie bereut. Juventus ist eine der größten Vereine der ganzen Welt, da musste ich mein Glück einfach versuchen. Aber mir ging es auch privat nicht so gut in Turin. In unser Haus wurde dreimal eingebrochen, da habe ich meine Familie zurück nach Holland geschickt. Für mich war es aber wichtig, dass ich auch so eine Phase in meinem Leben überstehe.“

…seinen Ruf als Problemprofi: „Ich weiß nicht, warum ich immer als Problemprofi abgestempelt werde. Obwohl ich in Turin nie spielen durfte, habe ich nie Ärger gemacht. Ich habe fast ein Jahr lang kein Interview mehr gegeben, weil ich lieber Taten statt Worte sprechen lassen wollte. Mein Wunsch ist, dass die Verantwortlichen in Turin eines Tages bereuen, mich haben gehen zu lassen.“

…eine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft: „Natürlich ist es mein Ziel, wieder für die Niederlande zu spielen. Dafür muss ich mich aber erst mal bei Werder mit Leistung anbieten. Für mich kann es ein großer Vorteil sein, dass Louis van Gaal neuer Bondscoach ist. Er ist ein Supertrainer, der mich damals als Bayerncoach unbedingt nach München holen wollte. Die Verhandlungen zwischen ihm, Bernd Hoffmann und meinem Berater waren damals auch sehr weit fortgeschritten, ein Wechsel nach München ist nur ganz knapp gescheitert.“

…seinen Wechsel der Berater: „Nach dem schwierigen Jahr in Turin wollte ich einen kompletten Neuanfang. Frank Schouten ist immer noch ein guter Freund von mir, aber trotzdem habe ich mich mit Rodger Linse für einen neuen Berater entschieden. Ich wollte einfach alles ändern, ich bin jetzt ein ganz neuer Ellie.“

…die Hilfe von Marko Arnautovic in Bremen: „Ich kenne Marko schon seit einer Ewigkeit. Wir haben gemeinsam in Enschede gespielt, er war 17 und ich war 19 Jahre alt. Und wir haben uns immer super verstanden, der Kontakt riss nie ab. Als ich beim HSV war hat mich Marko häufiger in Hamburg besucht und auch während meiner Juventus-Zeit haben wir viel miteinander telefoniert. Mit Marko ist es für mich hier ein wenig leichter.“

…sein zwiespältiges Verhältnis zu Medien: „In der Vergangenheit wurde nicht immer nur positiv über mich berichtet, aber das ist abgehakt. In Turin habe ich nur deswegen keine Interviews mehr gegeben, weil ich nicht gespielt habe. Aber wenn ich in Bremen wieder mehr spiele, dann ist es auch ganz normal, dass ich wieder häufiger Interviews gebe.“

In diesem Sinne, ich freue mich auf das Turnier. Bis morgen, dann wieder mit Dieter.

Scholle

Nächste Einträge »