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Rotiert van der Vaart aus dem Team? ***Ergänzt: Green “versuchts” …

11. Februar 2015

Joe Zinnbauer scherte sich nicht darum, dass er Geburtstag hat. Auch ein Rafael van der Vaart musste an seinem 32. Geburtstag zwischenzeitlich ins B-Team wechseln. Zinnbauer testete aus, was gegen die Bayern am Sonnabend greifen kann. Oder besser, er probiert, ob der HSV überhaupt ein Mittel hat. Zuerst mit van der Vaart, Diaz und Stieber im zentralen Mittelfeld, dann mit Jiracek, Diaz und Stieber. Ergo: Stieber und Diaz im Stamm – über van der Vaart oder Jiracek denkt Zinnbauer offenbar nach. Zumindest sollen die Spieler das so auffassen. Und ich hoffe, dass Zinnbauer tatsächlich darüber nachdenkt. Denn in München wird der HSV nicht mit zwei spielerischen Sechsern (Diaz und van der Vaart) hinter einem eher defensivschwachen Zehner wie Stieber bestehen können. Weniger noch, der HSV würde das Zentrum meiner Meinung nach komplett abgeben.


Aber noch ist Zeit, noch ist nichts entschieden. Diaz und Stieber scheinen im Vorteil – obgleich Letztgenannter heute bei uns in der Presserunde war. Das letzte Mal war er das vor dem Köln-Spiel, als alle dachten, er würde einige Tage später beginnen. Letztlich ließ Zinnbauer ihn aber doch draußen. „Ich hoffe, dass das kein schlechtes Omen ist“, scherzt der Linksfuß.

Grund genug, an seine Startelfnominierung zu glauben hat er jedenfalls. Eineinhalb Treffer in den letzten zwei Spielen, zwei Siege mit ihm auf der Zehn – vieles spricht für Stieber, der selbst noch lange nicht zufrieden ist. „Ich muss hier noch sehr viel beweisen“, so Stieber, der gegen Hannover der laufstärkste HSVer war. „Laufen kann ich immer. Und im Moment geht es nur um Ergebnisse. So gern wir selbst schöneren Fußball spielen wollen – der Kampf geht vor.“


Fürwahr. Wenn es einmal schwierig war, schönen Fußball zu spielen, dann bei diesen Bayern. Trotzdem setzt Stieber auf die Außenseiterchance. „Wir wissen, dass wir wieder alles geben müssen – und diesmal sicher noch etwas mehr. Wir müssen wieder über den Kampf kommen und auf die eine, kleine Chance warten, um einen Treffer zu machen“, so Stieber, der, einmal im Flow, sogar noch nachlegt: „Vielleicht ja auch zwei Tore – immerhin haben die Bayern im Moment auch einige Probleme.“ Oha. Mutig, beim FC Bayern von Problemen zu sprechen…

Dabei ist Stieber definitiv kein Lautsprecher. Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Ungar ist zurückhaltend, fleißig, lernwillig – und ein absoluter Teamplayer. Darüber gemeckert, dass er in der Hinrunde nicht mehr als Reservist war, hat er nie. Er hat Gas gegeben. „Ich habe immer weitergemacht, weil ich ein Ziel habe. Das heißt immer noch: Stammspieler beim HSV.“ Mit seinen letzten beiden Spielen hat er sich dem Ziel zweifellos genähert – dennoch ist er noch weit davon entfernt.

Sollte er es irgendwann erreichen – er hätte es sich hart verdient. Denn leicht wurde es Stieber in Hamburg nicht gemacht – bis heute nicht. Von Anfang an galt er als Wunschspieler von Oliver Kreuzer und hatte nach dessen Demission in Hamburg eine Menge Skepsis der neuen HSV-Verantwortlichen zu verdauen. Er schluckte die bittere Pille wortlos und hielt durch. „Zoltan macht es im Moment gut, hat eine gute Vorbereitung gespielt“, lobte Zinnbauer zuletzt. Worte, die Stieber beflügeln. „Es tut gut, Vertrauen zu spüren. Aber ich darf mich nicht darauf ausruhen. Ich möchte mich hier jeden Tag empfehlen. Auch in München.“ Dass es dort – wie zuletzt häufiger – ein Debakel gibt, schließt Stieber aus: „Neun Gegentore werden wir ganz sicher nicht kassieren. Es wird ein hartes Spiel. Aber wir sind ganz sicher nicht ohne Chance.“

Apropos empfehlen: Das wurde Nicolai Müller zuletzt nach wiederholt äußerst mäßiger Leistungen vom Direktor Profifußball nahegelegt. Peter Knäbel hatte die Leistungen des Zugangs vom FSV Mainz kritisch beleuchtet – ebenso wie der Spieler selbst, der mit sich selbst nicht zufrieden ist und Besserung gelobte. Heute im Training ließ er den Worten erste Taten folgen. Der Außenstürmer war einer der Besten im A-Team, ackerte wie ich ihn lange nicht gesehen hatte und kam sogar – endlich – zu Torabschlüssen. Das wollte ich nach aller Kritik an dem Rechtsfuß unbedingt erwähnen. Ebenfalls auffällig: Matthias Ostrzolek. Der Linksverteidiger, der von Ronny Marcos verdrängt worden ist, spielte zunächst in der A-Elf, ehe ihn Marcos ersetzte – und ging als Punktsieger aus dem Duell. Mehr als nett zu erwähnen ist das sicher noch nicht. Klar. Aber es gefiel.

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In München zu gefallen dürfte gegen den unfassbar starken Arjen Robben (Ostrzolek oder Marcos) indes unfassbar schwierig werden. Fast so, wie als Offensivspieler aufzutrumpfen – dachte ich zunächst. Allerdings hat Müller eine hervorragende Stärke: Tempo. Er ist prädestiniert für schnelles Umschalten, fürs Konterspiel. Und genau das will Zinnbauer ja spielen lassen. Generell – und in München ganz sicher im Speziellen. Und sollte er Müller entsprechend einsetzen und dieser seine Aufgabe endlich auch entsprechend annehmen – es könnte für Müller die Chance sein, nach langer Zeit mal wieder zu überzeugen.

So, wie es Marcelo Diaz bislang schaffte. Beim Kurzeinsatz in Paderborn wusste der Chilene ebenso zu gefallen wie gegen Hannover. Mein Kollege Kai Schiller führte heute ein (sehr gelungenes!) Interview mit dem neuen Taktgeber im HSV-Mittelfeld, das morgen im Printteil des Abendblattes erscheint. Darin kommt Diaz menschlich ebenso gut rüber, wie zuletzt sportlich. Er sagt über sich selbst, er sei Perfektionist, vom HSV überzeugt und habe noch große Ziele. Auch gegen den FC Bayern. „Wenn man mit der Einstellung ins Spiel geht, dass man nur nicht zu hoch verlieren will, dann verliert man. Ich will aber gewinnen. Punkt. Vielleicht gewinnen wir, vielleicht spielen wir Unentschieden. Aber auf jeden Fall tue ich alles dafür, dass wir nicht verlieren. Ich denke immer nur groß“, so Diaz, der hinzufügt: „HSV gegen Bayern – das ist doch genau so ein Spiel, das man als Fußballer liebt. Für so ein Spiel bin ich in die Bundesliga zum HSV gewechselt.“

Was bleibt ist die Hoffnung. Und ich lege mich fest: Dass der HSV in München am Sonnabend besser auftritt, als seine Anwälte heute im Arbeitsrechtsstreit mit dem ehemaligen Fitnesstrainer Vidovic vor Gericht, ist ziemlich sicher. Denn nachdem man Vidovic zunächst 120000 Euro angeboten hatte, dachten die Anwälte, das Angebot drücken zu können, da Vidovic auf HSV-Tankkarte privat 13 Liter getankt hatte. Vidovics Anwalt hatte zuvor 200000 Euro Abfindung gefordert. Vor Gericht heute stellte der Vorsitzende Richter schnell fest, dass es keine gütliche Einigung geben würde, nachdem die HSV-Anwälte gar eine Strafanzeige gegen Vidovic in Erwägung zogen und nur noch zwei Monatsgehälter á 15000 als Abfindung boten. Der Richter riet den HSV-Anwälten, das ursprüngliche Angebot von 120000 Euro zu erneuern – Vidovics Anwalt hätte das angenommen, die HSV-Anwälte schlugen aus. Ergebnis: Der Richter riet erneut dazu, das Angebot auf die vertraglich geregelten 90000 Euro zuzüglich zwei Monatsgehälter (30000) zu erhöhen. Jetzt hat der HSV bis zum 25. Februar Zeit, sich zu entscheiden. Sollte man sich bis dahin nicht einigen können, wird die Verhandlung am 25. März fortgesetzt.

Fortschritte machen in der Zwischenzeit die Verletzten beim HSV. Dennis Diekmeier, Matti Steinmann und Valon Behrami absolvierten Lauftraining, während Pierre Michel Lasogga sogar mit dem Ball arbeiten konnte. Dass Johan Djourou heute im Training beim Abschlussspiel rausgenommen wurde, nannte Trainer Zinnbauer anschließend „abgesprochen“ und „nicht beunruhigend“. Der Schweizer soll am Sonnabend in München beginnen.

In diesem Sinne, bis morgen! da wird um 15.30 Uhr trainiert.
Scholle

***Julian Green kritisiert HSV***

Julian Green manövriert sich ins Abseits. “Mit mir hat bisher weder der Trainer noch der Sportdirektor gesprochen. Ich habe selbst aus der Presse erfahren, dass ich ab jetzt angeblich für die U23 spiele”, postete der 19-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Er wolle beim HSV Stammspieler werden. “Das war und ist mein Ziel und war der Grund für meinen Wechsel. Ich bin Lizenzspieler, habe mir nichts zu Schulden kommen lassen und gebe in jedem Training alles”, schrieb Green.*

Was hat Joe Zinnbauer vor?

21. November 2014

Das war mal eine Nebeleinheit heute Nachmittag. „Verschleierungstaktik“, twitterte der HSV schon am Morgen beim Blick über den diesigen Trainingsrasen heraus. Von „Fog – Nebel des Grauens“ war die Rede – und nicht wenige Zuschauer fragten sich besorgt, wie der Brasilianer Cleber wohl seine mutmaßlich erste Trainingsschicht bei derartigen Bedingungen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überstehen würde.

Zumindest die Sorge bezüglich des Südamerikaners war unbegründet. Cleber mischte munter mit, natürlich mithilfe dicker Handschuhe, einer Mütze und der langen Trainingshose. Ihm war sogar großer Einsatz anzusehen und auch anzuhören. Es ist schon jetzt unverkennbar, wenn seine dunkle Stimme über den Trainingsplatz dröhnt. Und die von Cleber war heute bei weitem nicht die einzige. 24 Feldspieler hat Trainer Joe Zinnbauer dabei gehabt, es wurde in verschiedenen Formen auf kleinem Feld geübt. Es war sehr laut und augenscheinlich, dass Zinnbauer zwei Absichten verfolgte.

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Zum einen deuteten die Übungen auf kleinem Feld immer wieder darauf hin, dass auch übermorgen im Nordderby gegen Werder Bremen ein harter Kampf um jeden Zentimeter im Mittelfeld erwartet wird. Das Spiel eng machen, sich dort zweikampfstark und mit schnellen Zuspielen behaupten. Das erwartet uns alle also am Sonntag ab 15.30 Uhr im ausverkauften Volkspark. Zum zweiten möchte Zinnbauer durch den bewusst großen 24er-Kader den Konkurrenzkampf am Leben halten. Zum vermeintlichen Stamm zählten heute beispielsweise Mohamed Gouaida, Ronny Marcos, Ashton Götz, Julian Green – dafür mussten sich Matthias Ostrzolek oder auch Tolgay Arslan mit einer möglichen Reservisten-Rolle vertraut machen. Rafael van der Vaart könnte sich gegen Bremen im defensiven Mittelfeld wiederfinden.

Es ist kaum zu erwarten, dass Zinnbauer gleich ein ganzes Quartett unerfahrener U-23-Spieler ins Nordderby schicken wird. Aber warum sollte eigentlich nicht Mohamed Gouaida sein Debüt in der Bundesliga geben? Links im Mittelfeld fällt Marcell Jansen aus. Die Variante mit Lewis Holtby hat bei Hertha BSC nicht geklappt. Zoltan Stieber konnte dort ebenfalls noch nicht begeistern und Ivo Ilicevic bleibt fürs erste wegen seiner ständigen Verletzungen und Trainingspausen ein unsicherer Kandidat. Warum also nicht Gouaida, der vergangenen Sonnabend beim 2:2 der U 23 durch ein wundervolles Tor (übrigens nach Doppelpass mit Philipp Müller und nicht Ahmet Arslan, wie ich vergangene Woche irrtümlich geschrieben hatte) den Endstand erzielte? Der Bursche hat schon was, ist schnell und selbstbewusst. 21 Jahre alt ist der Franzose mit tunesischen Wurzeln, der in Straßburg geboren wurde, und den der HSV im Sommer vom SC Freiburg geholt hat.

Abwarten, was Joe Zinnbauer wirklich plant. Wie Ihr auch im Video von der heutigen Pressekonferenz hören könnt, möchte sich der Trainer alle Optionen offen halten. Wobei er auch klar sagt, dass vor den jungen Nachrückern immer noch eine Reihe Älterer steht, die „einen Schritt“ voraus seien. Aber punktuell kann man sicher mit einem jungen die alte Garde aufmischen. Nach den Länderspielen der vergangenen Woche sind vor allem die beiden Schweizer mit leichten Beschwerden zurückgekehrt. Allerdings gab es heute auch gleich Entwarnung. Sowohl Valon Behrami als auch Johan Djourou konnten im Training wieder dabei sein. Ihr Einsatz am Sonntag ist nicht gefährdet.

Auffällig ist ja vor diesem Nordderby, dem 101. Der Bundesliga-Geschichte, dass sich die Protagonisten mit allzu viel Gedröhne zurückhalten. Das mag auch wiederum zwei Gründe haben. Auf der einen Seite polarisiert die Werder-Truppe in Hamburg sicher nicht mehr so wie mit Tim Wiese oder Torsten Frings. Auf der anderen Seite ist die sportliche Lage sowohl an Weser wie an Elbe alles andere als dafür geschaffen, große Töne zu spucken. Wie würde sich das anhören, wenn die HSVer posaunen würden, Werder aus dem Stadion zu pusten? Da muss man nur mal die Heimstatistik rausholen. Und Werder, mit der zweitschwächsten Deckung der Liga, steckt in etwa so tief im Schlamassel wie der HSV.

Der Weg der beiden Vereine in den vergangenen Jahren lief ja parallel nach unten. Werder Bremen stand zwischenzeitlich fünf Mal in Folge in der Champions League. Geblieben ist von entsprechenden Einnahmen und vom hohen Marktwert der Spieler – nichts. Der HSV war internationaler Dauergast in den 2000er Jahren. Davon geblieben ist – noch weniger als nichts. Beide Nordvereine können ruhig als Prototypen herhalten für diejenigen Bundesliga-Vereine, die mit allergrößtem Aufwand und größtmöglichem Transferrisiko ihre Mannschaft aufgepumpt haben. Der sportliche Erfolg gab ihnen kurzfristig recht, doch sportliche Schwächephasen brachten das ganze Konstrukt zum Einsturz. Der HSV überhob sich (und überhebt sich noch) an seinen viel zu hohen Personalkosten. Werder wurde Opfer einiger teurer Transferflops. Als die Zeiten der genialen Spielmacher Micoud, Diego und Özil vorbei war, wurde teuer investiert in Nachfolger (Arnautovic, Carlos Alberto), die die Erwartungen nicht erfüllten. Was in Hamburg aufgefressen wurde durch zahllose Abfindungen, das ging auch an Werder nicht vorüber. Dort hat man darüber hinaus in Steine statt weitere Beine investiert. Das Stadion wurde umgebaut. Nachhaltig und sinnvoll, aber für den Moment ist Werder Bremen sportlich in einer tiefen Delle. Die Truppe ist eindeutig nicht gut, und nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Franco di Santo im Sturm besitzt der HSV ja berechtigte Hoffnungen, diesmal als Sieger vom Platz gehen zu können.

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Apropos Abfindungen. Vier Stunden tagten die DFB-Schlichter gestern mit den Anwälten des HSV und von Mirko Slomka und Nestor el Maestro. Dann war der Gütetermin friedlich beendet. Mehr als 1,4 Millionen Euro Abfindung wollte allein Slomka haben. Am Ende soll eine Summe von 1,8 Millionen herausgesprungen sein. Damit können wir zusammenfassen, dass der Ex-Trainer von Hannover 96 für seine sieben Monate in Hamburg knapp 2,5 Millionen Euro eingestrichen hat. Das ist etwas weniger als Bert van Marwijk für die knapp sechs Monate seiner Amtszeit erhalten hat. Es ist doch schön zu sehen, wie gnädig der HSV mit seinen leitenden Angestellten umgeht. Nicht, dass daraus nachher noch ein Sozialfall wird.

Aber im Ernst: Was ist da eigentlich los in den verantwortlichen Gremien des HSV? Was haben Anwälte, Vorstände und Aufsichtsräte für löchrige Verträge ausgehandelt? Wieso wird da ständig die Abfindung eingeklagt und nach oben verhandelt? Gibt’s das bei anderen Bundesligisten? Cardoso, Addo, Kreuzer, Slomka, el Maestro, van Marwijk – allein in den vergangenen Monaten? Die Verträge liegen dem HSV natürlich nur intern vor. Aber das hier ganz offensichtlich fehlerhaft gearbeitet wurde, liegt zunächst auf der Hand. Bei Kreuzer, so viel ist klar, hat der neue Aufsichtsrat bei der Vertragsumstellung Kreuzers von e.V. auf AG ein Versäumnis begangen und eine ursprünglich gültige Abfindungsregelung nicht übernommen. Glückwunsch dazu! Alle anderen Dinge, wie auch gestern von Scholle zum Fall Otto Addo beschrieben, sind im einzelnen sicher unterschiedlich. Zwei Prozesse stehen übrigens noch an. Am 1. Dezember geht es vor dem Arbeitsgericht um die fristlose Kündigung von Oliver Kreuzer. Und der Gütetermin mit dem ehemaligen Fitness-Trainer Nikola Vidovic, der heute vor dem Arbeitsgericht sein sollte, wurde kurzfristig verlegt. Dazu diese Mitteilung des Arbeitsgerichts:

Herr Vidovic wurde beim HSV e.V. mit Arbeitsvertrag vom 19. Oktober 2011 befristet bis zum 30. Juni 2014 eingestellt. Dieser Arbeitsvertrag wurde nachfolgend bis zum 30. Juni 2016 verlängert. Herr Vidovic war direkt dem Cheftrainer unterstellt. Das Arbeitsverhältnis ging später auf die HSV Fußball AG über. Mit Schreiben vom 16. September 2014 wurde Herr Vidovic durch die HSV Fußball AG freigestellt und am 22. September zum 31. Oktober 2014 gekündigt. Gegen diese Kündigung wendet sich Herr Vidovic vor dem Arbeitsgericht Hamburg. Weil beide Seiten eine einvernehmliche Regelung derzeit für nicht möglich halten, haben Sie beantragt, den Gütetermin vom 21.11.2014 zu verlegen, und den Kammertermin unmittelbar anzuschließen. Daher hat der Vorsitzende den Termin vom 21.11.2014 aufgehoben und zur mündlichen Verhandlung Termin anberaumt auf den 11. Februar 2015.

Verrückt, diese Prozessflut. Eigentlich kann es nicht im Sinn des Vereins sein, dass die anberaumten Verhandlungen tatsächlich öffentlich stattfinden. Im Zweifel würde wohl nur offenbar, welche Versäumnisse der HSV sich vorzuwerfen hat.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf eine neue Sonderausstellung im HSV-Museum. Mit 40 geladenen Gästen wurde vorhin der neue Bereich eingeweiht, der noch bis Ende des Jahres zu sehen sein wird und „Charly“ Dörfel gewidmet ist. „Charly“ selbst war anwesend, und das ist umso erfreulicher, weil der geniale Linksaußen von einst ja gerade einen Krankenhausaufenthalt hinter sich hat. Aber, wie er selbst jetzt wohl sagen würde: „Unkraut vergeht nicht!“ Also: Ein Blick ins Museum lohnt sich mal wieder.

Morgen wird noch einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Für die Matz-ab-live-Sendung am Sonntag nach dem Nordderby haben Dieter und Scholle den ehemaligen Torwart Sven Neuhaus zu Gast. Ein zweiter Gast folgt wie immer.

Lars
18.52 Uhr

Ein bisschen Rieckhoff, ein bisschen Hieronymus – und einige neue Gerüchte

17. November 2014

Oh Mann, was für ein zäher Tag. Kein Training, keine Spieler erreichbar, die Offiziellen nicht im Haus. Und das keine sieben Tage vor einem Nordderby. Ach was, vor DEM Nordderby gegen Werder Bremen immerhin. Erst morgen um zehn Uhr geht es weiter. Noch ohne die Nationalspieler, die sich heute via Twitter von ihren verschiedenen Länderspielstationen meldeten. Apropos Meldung, eine davon wurde mir just von meinem Blog-Freund Leon Heinemann zugespielt. Demnach soll im Winter das 18-jährige Sturmtalent Batuhan Altintas zum HSV wechseln. Nach Drmic und dem jungen Schweizer ist das bereits der dritte Name, der mit dem HSV in Verbindung gebracht wird. Zumindest berichtet das der türkische Radiosender „Lig Radyo“. Demnach soll sich der HSV mit Altintas’ abgebendem Klub Bursaspor auf den Wechsel verständigt haben – was durchaus Sinn ergeben würde. Denn der Verein selbst hat den Youngster wettbewerbsübergreifend bis Juni 2015 gesperrt. Der junge Mittelstürmer soll im Sommer Vertragsverhandlungen (Vertrag läuft im Sommer 2015 aus) platzen lassen haben und seither in Ungnade gefallen sein. Totes Kapital also für den türkischen Erstligisten – es sei denn, er wird noch vor seinem Vertragsende verkauft. Bei einem Marktwert von knapp 400000 Euro ein machbares Geschäft für den HSV – sofern der eine oder andere hier nicht mehr gebrauchte Spieler abgegeben werden kann.

Allerdings ist das so genannte „Tote Kapital“ etwas, was man beim HSV nur zu gut kennt. Leider. Monat für Monat überweisen die hiesigen Verantwortlichen Funktionären Millionen von Euro, obwohl diese schon lange nicht mehr tätig sind. Und in dieser Woche will man sich von wenigstens zweien dieser Angestellten endgültig trennen. Am Donnerstag hat der HSV seinen Schlichtungsgespräch in Sachen Mirko Slomka, am Freitag den Arbeitsgerichtstermin mit dem ehemaligen Fitnesstrainer Nikolai Vidovic. Beide waren telefonisch nicht zu erreichen, was eigentlich auch nur logisch ist. Dennoch dürften diese beiden Termine unmittelbar vor dem Nordderby noch mal interessant werden. Zumindest dann, wenn man sich – wie erwartet wird – nicht sofort einigen kann.

Interessant und täglich neu befeuert wird auch das Thema Präsident im e.V., der im Januar gewählt werden soll. Zuletzt wurden hier Carl Jarchow und Oliver Scheel als potenzielle Kandidaten geführt, ehe auch Otto Rieckhoffs Name genannt wurde. Zwar weniger vom bestimmenden Beirat, dafür aber von einer Entourage, die schon ziemlich weit gediehen ist. Den Schatzmeister und seinen Vizepräsidenten bringt der einstige Kopf der HSV-Plus-Bewegung gleich mit. FussballRieckhoff soll sich sein Team bereits zusammengestellt haben. Und zwar namentlich mit dem Vorzeige-Fan Axel Formeseyn sowie dem Unternehmer Dr. Konstantin Rogalla (HSV-Realos). Allein im Beirat wurde der Name Rieckhoff bislang eher beiläufig genannt. Gefragt wurde Rieckhoff noch nicht nach seiner Bereitschaft. Zwei Monate vor der wichtigen Mitgliederversammlung sicher kein Grund für den einstigen Aufsichstratsboss, nervös zu werden.

Im Gegenteil, Rieckhoff selbst lässt alles auf sich zukommen und will sich selbst gar nicht äußern. „Das behalte ich auch so lange bei, wie ich es für nötig halte“, so Rieckhoff, der sich auch über die Vorwürfe nicht ärgert, er würde sein eigenes Versprechen brechen. „Sollen die anderen doch reden“, ist Rieckhoffs einziges Statement. Wobei Rieckhoff sehr wohl weiß, dass die anderen genau das tun. Der 63-Jährige hat sich in seiner Zeit als Werbeträger von HSV-Plus nicht nur Freunde gemacht. Im Gegenteil. Selbst innerhalb der HSV-Plus-Bewegung gab es etliche Zerwürfnisse. Die einstigen 83-er-Helden, die auf Werbeveranstaltungen oft den Platz neben Rieckhoff einnahmen, stiegen mit der Wahl am 25. Mai geschlossen wieder aus.

Wobei einer von ihnen jetzt als Kandidat für den Posten des Präsidenten immer wieder genannt wird: Holger Hieronymus. Der ehemalige HSV-Sportchef und DFL-Geschäftsführer soll beim Beirat, der die zur Wahl stehenden Kandidaten letztlich zulässt, mehr als einen Befürworter haben. Fussball„Ich weiß davon nichts“, so Hieronymus heute, „und ich beschäftige mich mit dem Thema auch nicht unnötig.“ Ob er es sich anhören würde, wenn der Beirat an ihn herantritt. „Ich bin gut erzogen, von daher schon aus Respektsgründen ja. Zudem bin ich grundsätzlich an HSV-Themen immer interessiert. Aber ich kann auch sagen, dass es mir ohne Amt momentan auch sehr, sehr gut geht. Ich vermisse nichts – abgesehen vom sportlichen Erfolg des HSV.“

Und damit will ich den vereinspolitischen Sch… auch schon wieder zurücklegen. Nicht, weil er mich nicht interessiert. Nein, nur, weil ich weiß, dass das ganze Theater leider wieder früh genug und dann mit annehmbarer Sicherheit auch in Massen auf uns zukommt. Im Vorfeld der Strukturreform hat dies bei mir zu einem Overkill Vereinspolitik geführt. Ich bekam täglich neu vor Augen geführt, dass es in diesem Zusammenhang einen verschwinden geringen Anteil wirklich ehrlicher Kandidaten gibt, denen es ausschließlich um den Verein geht. Und diese Erfahrung hat meine Leidensfähigkeit mit dem HSV einst auf eine harte Probe gestellt. Und solche Phasen brauche ich nicht allzu oft…

Brauchen tue ich dagegen Fußball. Den ehrlichen Fußball auf dem Platz. Und der nimmt morgen mit der ersten Trainingseinheit in dieser Woche um 10 Uhr wieder Fahrt auf. Ich werde da sein und melde mich im Anschluss daran bei Euch. Mit Fußball. Viel Fußball hoffentlich…

Bis dahin!
Scholle

Der HSV wagt den ganz großen Schnitt!

16. September 2014

Der HSV hat den totalen Umbruch gewagt. Ein mutiger Schritt, aber auch ein sinnvoller Schachzug, jetzt ist wirklich alles neu, was im seit Jahren schwächelnden Profi-Bereich zu erneuern war. Nach Chef-Coach Mirko Slomka mussten heute auch seine Assistenten ihre Koffer packen, das sind Nestor El Maestro, Zlatan Bajramovic, Fitness-Coach Nikola Vidovic und Torwarttrainer Ronny Teuber. Bei Bajramovic besteht noch die Möglichkeit, dass er wieder in den Nachwuchsbereich des HSV, aus dem er kam, zurückgehen wird. Das ist sicherlich der größte Schnitt, den der HSV gemacht hat, aber jetzt sind (fast) alle Posten in diesem neuen HSV tatsächlich neu besetzt, sodass nun tatsächlich von einem Neubeginn zu sprechen ist.

 


 

Um das gleich vorweg zu sagen: Ich finde diesen Schritt nicht nur mutig, wie eingangs schon geschrieben, sondern großartig. Was und wen hat der HSV nicht schon alles an Trainern hierher geholt? Es waren namhafte Männer dabei, sogar einen Vizeweltmeister hatten wir hier – nur gebracht haben sie alle nicht das, was sich die Verantwortlichen von ihnen erhofft hatten. Und mit ihnen hatten auch die vielen, vielen HSV-Fans gehofft, dass es nun irgendwann einmal wieder kontinuierlich bergauf gehen würde, das Gegenteil war der Fall.

 

Jetzt hat der HSV einen relativ unbekannten Mann geholt, und bewegt sich damit auf den Spuren des SC Freiburg, des FC Augsburg, der TSG Hoffenheim und Hannover 96, denn die Herren Tuchel, Weinzierl, Gisdol oder auch Torkut kamen damals, als sie Cheftrainer ihrer Clubs wurden, für die meisten Experten und Fans überraschend zu ihren Jobs. Diese Trainer aber hatten im jeweiligen Nachwuchsbereich schon aufhorchen lassen, indem sie gute Leistungen und Erfolge vorzuweisen hatten. Auf dieser Linie liegt nun auch der 44-jährige Josef „Joe“ Zinnbauer, der die U23 des HSV zu neuem Leben erweckt hat. Acht Spiele in der Regionalliga, acht Siege – das ist sensationell. Und alle Welt schwärmt von Joe Zinnbauer.

 

Sicherlich ist es ein wenig kurios, dass dieser Zinnbauer noch vom ehemaligen Sportchef Oliver Kreuzer aus Karlsruhe geholt worden ist, aber solche Geschichten schreibt eben der Fußball, und ganz besonders der Hamburger Fußball, der des HSV. Für mich ist das aber kein Grund, an Zinnbauer zu zweifeln oder zu mäkeln – der Mann kann es in meinen Augen, und er wird es hier beweisen. Egal, ob nun das erste Spiel, am Sonnabend gegen den FC Bayern, in die Hose gehen sollte. Der HSV geht einen Weg, der so noch nur vor einigen Jahren mal beschritten worden ist (Gerd-Volker Schock, Benno Möhlmann, Felix Magath), der aber absolut vernünftig ist. Zumal der Club kaum über die Finanzen verfügt, Mirko Slomka und einen anderen Chef-Coach über Jahre zu bezahlen. Slomkas Vertrag läuft noch bis Sommer 2016, muss also noch irgendwie weiter bezahlt werden, und diese Summe wird sicher in den siebenstelligen Bereich steigen. Der Vertrag von Zinnbauer läuft erst einmal unbefristet weiter, er wird sicherlich finanziell etwas angehoben – und bei Erfolg sicherlich auch dann befristet werden. Aber alles zu seiner Zeit.

 

Kurios ist an diesem Neuaufbau des HSV, dass mit Patrick Rahmen ein Mann an Zinnbauers Seite (als Co-Trainer) kommen wird, der seinerzeit noch von Thorasten Fink an die Elbe geholt worden war. Rahmen war erst kürzlich als Chef-Trainer des Nachwuchsbereiches des HSV eingestellt worden – und dieses Amt behält er – quasi nebenbei – auch weiterhin inne. Neuer Fitness-Coach wird Carsten Schünemann, neuer Torwarttrainer wird der frühere HSV-Keeper Stefan Wächter. Neuer Chef-Trainer der U23 wird der bisherige Coach der U16, Daniel Petrowsky, an seiner Seite bleibt Soner Uysal der Co-Trainer.

 

Was aus Thomas Westphal wird, den Mirko Slomka in diesem Sommer aus Hannover zum HSV (als Mannschafts-Betreuer) geholt hat, ist noch unklar. Wie schön, dass Joe Zinnbauer nicht auch noch zehn Mann oder mehr im Schlepptau hat – es würde wieder kosten und kosten und kosten. So gesehen ist Zinnbauer wirklich eine Billig-Lösung, aber das ist wahrlich nicht böse gemeint – der Mann könnte (und wird in meinen Augen) ein Glückgriff für den HSV werden. Auch wenn er am Sonnabend natürlich gleich vor einer ganz schwierigen Aufgabe stehen wird. Und dann am Mittwoch später noch einmal, mit der Auswärtspartie in Mönchengladbach.

 

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Wer sich von Euch noch kein Bild von Joe Zinnbauer machen kann, aber gerne etwas mehr von ihm erfahren oder sehen möchte, der kann das bei „Matz ab live“ – wir hatten ihn am 18. August in der Sendung – nach dem Pokalspiel in Cottbus. Es ist sehenswert, ganz sicher, das haben mir damals gleich mehrere Matz-abber bestätigt. Morgen, am Mittwoch, wird Zinnbauer sein erstes Training bei den HSV-Profis leiten. Ganz sicher unter großer Beobachter der HSV-Fans.

 

Und wer ganz genau informiert sein will, was sich heute im Volkspark getan hat, wie sich das alles entwickelt hat – der sollte sich hier und jetzt auch die Pressekonferenz mit Club-Chef Dietmar Beiersdorfer ansehen. Es lohnt sich. Viel Spaß damit – und einen schönen Feierabend.
Und: Nur der HSV!

 

18.25 Uhr

 
Spät in der Nacht, von den Moderatoren geschickt, möchte ich einmal einen Beitrag von “Sfegthzt” veröffentlichen, heute geschrieben. Und dickes Kompliment von mir – selten mal etwas Besseres gelesen. Treffer! Das hier trifft den Nagel genau auf die Birne. Vielen Dank dafür:

Also manchmal ist es echt zum Kotzen hier.
Ist mir vollkommen egal ob ich jetzt gesperrt werde, aber was hier für Dummpfeifen ihren Blödsinn absondern ist Wahnsinn.
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Warum muss jeder neue Spieler, jeder Neue Trainer absolut jeder der irgendwas beim HSV macht immer gleich kaputtgeschrieben werden?
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Alle wollten Slomka raus haben. Jetzt ist er weg. Alle wollten Tuchel. Tuchel aber nicht.
Jetzt bringt der HSV einen jungen Konzepttrainer mit sehr großem Potenzial zur 1. Mannschaft und plötzlich ist er der größte Stümper aller Zeiten,
kann nicht, wird von Spielern ausgelacht etc. Sag mal tickt ihr noch richtig?
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Hannover, Freiburg, Mainz (2mal), Hoffenheim und was weiß ich noch wer haben doch vorgemacht wie Klasse so etwas funktionieren kann.
Aber nein die HSV Fans sind zu gut und kompetent für einen Regionalligatrainer oder was?
Die dümmsten Fans der Liga sind wir. Ohne Spass.
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Was spricht dagegen Zinnbauer die faire Chance zu geben, die er verdient?
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Notfalls kann man später nochmal reagieren wenn es überhaupt nicht funktioniert (was sicher nicht passiert) und dann vielleicht einen Kandidaten holen
der den hochwohlgeborenen HSV Fans besser gefällt. Vielleicht eine Mutation aus Tuchel, Klopp, Heynckes, Happel und Jesus persönlich. Aber der würde
sicherlich auch gleich wieder ans Kreuz genagelt.
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Und falls die Spieler den Trainer nicht ernst nehmen sollten, dann gehören die Spieler fristlos entlassen und auf Schadensersatz wegen
Arbeitsverweigerung verklagt. Nichts anderes. Das sollen Profis sein und keine Kindergartentruppe aus Hollywood

Gute Nacht. Oder für den Mittwoch: Guten Morgen!

Von van der Vaart, Holtby, Zoua und anderen

26. August 2014

Es rappelt ganz ordentlich im Karton. In der letzten Woche der Sommer-Transferperiode geht es erfahrungsgemäß immer recht turbulent zu, so auch in Hamburg. Beim HSV wird hinter den Kulissen noch versucht und versucht und versucht. Ob damit auch die Aufregung um Rafael van der Vaart zusammenhängt, das ist noch unklar. Fest steht, dass es das Gerücht gibt, der HSV-kapitän wechselt in die Türkei, angeblich soll der Erstliga-Vertreter Trabzonspor „dran“ sein. Angeblich. Der Berater von van der Vaart soll gegenüber dem türkischen Sender „NTVSpor“ bestätigt haben, dass es Kontakt zu dem türkischen Club gibt, und dass es auch bereits Gespräche mit den HSV-Verantwortlichen gegeben haben soll. Davon weiß beim HSV aber – angeblich – niemand. Und ich habe dazu Stimmen von maßgeblichen HSV-Herren eingeholt, die das zwar nicht schriftlich bestätigen wollen, die aber fest davon ausgehen, dass da „nichts dran“ ist. Wir werden es abwarten müssen. Ebenso geht es mit der Personalie Lewis Holtby. Der ehemalige Schalker, jetzt in London bei Tottenham Hotspur, steht auf der Wunschliste des HSV, vor Wochen hat HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer auch schon mit dem (früheren) Nationalspieler gesprochen, aber der Mann ist teuer. Viel zu teuer für den HSV, der nach wie vor kein Geld hat. Auch hier heißt es abwarten.

 

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Sollte sich die Sache mit van der Vaart und der Türkei konkretisieren, dann wäre der Weg wohl frei für Holtby. Der Niederländer dürfte nur dann gehen, wenn Holtby parat stünde. Obwohl „einige Herren“ Holtby auch dann schon beim HSV sehen, wenn van der Vaart hier und in Hamburg bleibt und beim HSV sein Teamkollege wird. Wie gesagt, fix was los – und das sicher nicht nur beim HSV. Aber eben auch. Bei der Gelegenheit: Jacques Zoua soll dann doch tatsächlich ein Angebot eines türkischen Clubs vorliegen haben. Und sollte der Kameruner Hamburg noch auf den letzten Drücker verlassen, so würde sich der HSV natürlich noch um einen neuen Stürmer bemühen. Der würde dann aber jung sein müssen – und unter dem Motto „perspektivisch“ verpflichtet werden. Man darf gespannt sein, was sich noch bis zum 2. September um zwölf Uhr tun wird.

 

Erfreulich ist, dass es finanziell wohl ein bisschen aufwärts gehen wird, denn das erste Heimspiel der Saison, am Sonnabend um 15.30 Uhr ist Anstoß gegen Aufsteiger SC Paderborn, läuft so gut wie auf „ausverkauft“ hinaus. Bislang sind 50 000 Karten verkauft – und das gegen einen Underdog wie Paderborn. Alle Achtung! Die Hamburger (und natürlich jene, die aus der Umgebung kommen), sind doch wieder hungrig auf den HSV, und auch etliche HSV-Fans, die nach den letzten Spielzeiten die Nase restlos voll hatten, sind wohl doch bereit, ihren Lieblingen eine letzte Chance einzuräumen. Schön zu sehen. Nun muss die Mannschaft nun nur noch bereit sein, auch tatsächlich alles zu geben.

 

Heute beim (zweimaligen) Training wurde alles gegeben. Es ging schön zur Sache, und das ist natürlich auch gut so – an einem Dienstag (vor einem Sonnabend-Spiel). Da wurde nicht nur mit dem ball gearbeitet, sondern die letzte halbe Stunde auch ohne. Soll heißen: laufen. Und es wurde gelaufen. Muss ja auch, wenn der HSV weiterhin so fit bleiben will, wie es bislang den Anschein hatte. Und ich kann sagen, dass die Spieler (fast) alle einen absolut fitten und austrainierten Eindruck machen. Sie sind, nein, ich will es mal so formulieren, sie wirken auf mich so, als würden sie wesentlich lauffreudiger, williger, emsiger, engagierter und konzentrierter bei der Sache sein.

 

Und festmachen möchte ich das in diesem Fall mal an Tolgay Arslan, der erstens auf mich ein wenig schlanker wirkt als noch in der Vorsaison (er war natürlich nie dick, aber jetzt macht er auf mich einen absoluten fitten Eindruck). Er spielt schneller, er läuft schneller, er wirkt auch ideenreicher auf mich, er beißt. Wenn er das nun noch für 90 Minuten und dann jedes Spiel hinbekommt, dann dürfte auch er ein Gewinn für diesen HSV sein. Wobei ich bei ihm ja immer die Gefahr gesehen habe (und nicht nur ich), dass er nach einem guten Spiel und den damit verbundenen guten Kritiken leicht etwas zurückfallen ließ und ein wenig auf „halblang“ machte. Diese Zeiten aber dürften bei diesem neuen HSV vorbei sein, nicht nur für Arslan, sondern bald auch für jeden anderen Spieler. Wenn der Kader komplett ist und wenn tatsächlich alle fit sind, dann rappelt es auch innerhalb des Teams im Karton, dann wird sich jeder zusammenreißen müssen, auch im Training immer alles und somit 100 Prozent geben müssen, um am Wochenende dabei zu sein. Rosige Zeiten für den Trainer, die Fans und den Verein.

 

Noch aber sind eben nicht alle fit. Sorgenfalten sehe ich noch bei den Verantwortlichen auf der Stirn, wenn es um Nicolai Müller geht. Der aus Mainz gekommene Flügelflitzer hat auch heute nicht mit der Mannschaft trainieren können, Müller leidet unter Adduktoren-Problemen. Er hat auch heute nur ein Lauftraining absolviert und wird das nun von Tag zu Tag leicht steigern. Nach jeder Einheit wird genau untersucht, wie sein Körper auf die stets leicht gesteigerten Anforderungen reagiert. Und dann wird von Tag zu Tag entschieden, wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann – und soll. Ein Einsatz am Sonnabend gegen Paderborn ist zum jetzigen Zeitpunkt aber wohl auszuschließen.

 

Zugang Zoltan Stieber stand am Vormittag auf dem Platz, absolvierte auch die ganze Einheit, aber am Nachmittag fehlte er. Eine Vorsichtsmaßnahme. Der ehemalige Fürther soll das Pensum auch von Tag zu tag steigern, um dann am Sonnabend eventuell schon im Kader zu sein. Ebenfalls aus Vorsicht wurden Rene Adler und Ivo Ilicevic von der Nachmittagseinheit befreit, beide trainierten im Stadion individuell – Ilicevic wurde von Fitness-Coach Nikola Vidovic „beschäftigt“. Heute gefehlt hat auch Nachwuchsmann Matti Steinmann, der sich eine Kapselverletzung zugezogen und für fünf Tage eine Pause erhalten hat. Noch nicht wieder in Hamburg gesehen wurde Maximilian Beister, der Pechvogel des HSV (nach Kreuzbandriss nun eine Meniskus-OP) weilt zur Reha noch in Düsseldorf und soll in der kommenden Woche wieder nach Hamburg und damit zum HSV zurückkehren.

 

Ein HSV-Profi, der als „unkaputtbar“ gilt und eigentlich immer dabei ist, das ist Heiko Westermann. Der Abwehrmann sollte in den ersten beiden Pflichtspielen dieser Saison ja bekanntlich eher auf der Bank sitzen als auf dem Rasen herumtollen, aber es kam anders. Der ehemalige Kapitän spielt. Auch deshalb, weil andere nicht spielen können. Gespannt bin ich darauf, wie es nun weitergehen wird mit „HW4“, denn nun ist ja mit dem Brasilianer Cleber ein neuer Innenverteidiger verpflichtet worden. Ob der Südamerikaner schon am Sonnabend auflaufen wird? Oder ob Trainer Mirko Slomka der Abwehr, die in Köln gut spielte und die Null hinten stehenließ, noch einmal eine neue Chance geben wird? Ich weiß es nicht, habe auch kein Bauchgefühl zu diesem Thema. Cleber hat heute einen guten Eindruck auf mich gemacht. Und ich musste immer dann, wenn er in Aktion trat, an Dietmar Beiersdorfer denken, der ihn ja in die Nähe von „Khalid Boulahrouz gestellt hat. Das stimmt, habe ich so bei mir gedacht, Cleber guckt nicht nur teilweise so böse wie einst der „Kannibale“, sondern er geht auch ebenso zur Sache. Er ist schnell, hat ein gutes Auge, wirkt absolut athletisch und er ist hart in seinen Aktionen.

 

Das kann durchaus etwas werden mit ihm. Und ich glaube auch fest daran, dass es mit ihm etwas wird, denn ich weiß, wer diesen Mann über Wochen und Monate alles unter die Lupe genommen hat – das sind Fußball-Kenner, die ihr Handwerk verstehen. Es sollte mich sehr, sehr wundern, wenn das mit Cleber nicht hinhauen sollte – aber da wir ja schon etliche Brasilianer (oder auch Südamerikaner) hier in Hamburg erlebt haben, die es dann letztlich doch nicht gebracht haben, werden wir auch in diesem Punkt abwarten müssen. Und ich, das dürfte niemanden wundern, vertraue nach wie vor Heiko Westermann, den ich mir nicht aus dieser Mannschaft wegdenken kann. Wir konnten ihn heute zu seiner Situation und natürlich auch zur bislang letzten HSV-Verpflichtung fragen, und Westermann stand – wie immer – zur Verfügung und gab bereitwillig Auskünfte über sein Innenleben.

 

Wie kann es angehen, dass die schlechteste Abwehr der vergangenen Bundesliga-Saison (75 Gegentore!) in Köln meistens sicher stand und 90 Minuten ohne Gegentreffer blieb. Heiko Westermann hat da eine einfache Erklärung: „Das ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft, das hat nicht nur mit der Viererkette zu tun. Das habe ich immer gesagt. Wir haben kompakter gestanden, haben die Abstände untereinander eng gehalten. Und ein großer Unterschied zur Vorsaison ist auch die Tatsache, dass vor uns ein Valon Behrami steht, der viel abräumt. Er ist immer bei uns, bildet mit der Innenverteidigung ein Dreieck, sodass da kaum etwas durchkommen kann.“ Lag es mehr an der Schwäche der Kölner oder an der Stärke des HSV? Westermann: „Wir haben wenig zugelassen. Wir haben in der gesamten Vorbereitung gute Spiele abgeliefert, in denen wir kaum etwas zugelassen haben – außer in dem Spiel gegen Lazio. Ansonsten aber haben wir sehr konzentriert gearbeitet, und das muss auch unser Ziel für die nächsten Aufgaben sein.“ Dann fügt er noch hinzu: „Ansonsten muss man ja betonen, dass das ja auch erst der erste Spieltag war, also schön auf dem Boden bleiben – wir wollen das jetzt natürlich zu Hause bestätigen.“

 

Jetzt geht es gegen Paderborn. Der zweite Aufsteiger. Das wird ebenso schwer, wie zuletzt die Spiele in Cottbus und in Köln. Die der HSV letztlich positiv „gemeistert“ hat, auch wenn es im Pokal das Erfolgserlebnis erst nach einigen Elfmetern gab, und weil es in Köln immerhin keine Niederlage, sondern ein Pünktchen gab. Was mir nach diesem 0:0 in Müngersdorf auffiel war die Tatsache, dass dieser Punkt fast wie ein Sieg gefeiert wurde. So bescheiden sind wir in Hamburg (und Umgebung) schon geworden. Westermann: „Diese beiden kleinen Erfolgserlebnisse taten gut, damit haben wir nach außen und auch für uns ein positives Gefühl geschaffen, und nun gilt es, vor der Länderspielpause zu Hause nachzulegen und einen Dreier einzufahren – vor ausverkauftem Haus wahrscheinlich.“

 

Ich habe Heiko Westermann explizit nach der Fitness innerhalb der Mannschaft gefragt, nach der „neuen Fitness“ im HSV. Und er antwortete: „Wir brauchen uns nicht darüber zu streiten, darüber haben wir auch in der letzten Saison einige Male gesprochen – wir waren in der Endphase der Saison nicht fit. Und wir hatten viele Verletzte. Jetzt haben fast alle Spieler die Vorbereitung mitgemacht, wir haben heute wieder eine ordentliche Einheit absolviert, und das alles wird uns zugute kommen. Ich denke trotz allem, dass wir noch mehr machen können, als zuletzt in Köln. Vor allem im Umschaltspiel. Dann kriegen wir vielleicht auch noch mehr Chancen.“ Und seine persönliche Fitness? Alles bestens? Muss eigentlich, denn wenn ich an die 90 Minuten im Westen zurückdenke, dann trat Westermann nicht nur in der Abwehr sehr gut in Erscheinung, sondern trabte auch dann nach vorne, wenn Rafael van der Vaart einen seiner gefühlt 78 Freistößen in den Kölner Strafraum schoss. Zu solchen Ausflügen muss ja auch Kraft und Kondition da sein – für 90 und mehr Minuten. „Ich fühle mich gut. Ich habe ein Spiel in der Innenverteidigung gemacht, ansonsten spielte ich rechts, und da musste ich ein wenig mehr laufen – das gibt Kraft. Ich bin fit, habe jede Trainingseinheit mitgemacht, und das ist gut. Nun ist es wichtig, fit zu bleiben und eine gute Saison mit dem HSV zu spielen“, sagt Heiko Westermann.

 

Dass nun ein Brasilianer für den Posten des Innenverteidigers geholt wurde – stört ihn das? Er sagt: „Das stört mich nicht. Warum auch? Konkurrenz belebt das Geschäft, und ich versuche, meine Aufgabe dort hinten so gut wie möglich zu machen, versuche den Laden da hinten so dicht wie möglich zu halten – ich werde auch diese Saison meine Spiele bekommen. Ansonsten gibt es zu diesem Thema nichts weiter zu sagen.“ Stimmt wohl. Obwohl „HW4“ über seinen neuen Konkurrenten dann noch hinzufügt: „Er muss sich erst einmal einleben hier, wir haben nicht einen Spieler, der Portugiesisch spricht. Er versteht kein Englisch und kaum Spanisch, das ist nicht einfach für ihn, aber wir werden ihn da so gut es geht unterstützen.“ Das ehrt ihn und die gesamte Mannschaft. Und fußballerisch? Was denkt er über Cleber: „Er ist ein guter Junge, gibt Gas, er ist auch körperlich gut drauf und gut gebaut. Ich glaube, er wird sich hier gut und schnell einleben – und dann wird man sehen.“

 

Apropos neu: Was erwartet Heiko Westermann noch von diesem HSV? „Zoltan Stieber war nicht dabei, auch Nicolai Müller nicht, und das sind schon Spieler, die technisch sehr versiert sind und auch enorm schnell. Die haben uns in Köln vielleicht ein bisschen gefehlt, obwohl es bestimmt auch gut ist, auswärts im ersten Spiel 0:0 zu spielen. Ansonsten denke ich schon, dass wir noch besser spielen können, und das muss primär auch unser Ziel für Sonnabend sein, da noch eine Schippe mehr draufzulegen. Um uns auch mehr Chancen zu kreieren“, sagt Heiko Westermann und ergänzt über den Gegner: „Ich habe Paderborn schon in der letzten Saison genau beobachtet, die Mannschaft ist taktisch gut aufgestellt, sie versucht zwischen den Linien gut Fußball zu spielen, das ist ganz sicher keine Laufkundschaft, die am Sonnabend in den Volkspark kommt. Es wird sogar ein verdammt hartes Ding, aber ich bin auch optimistisch, dass wir das packen werden.“

 

Westermann der Optimist. Er ist nach außen hin kaum zu erschüttern. Ich frage mich, wie es im Inneren bei ihm aussieht? Ob er da wirklich so gelassen ist, wie er jetzt wirkt. Schließlich wusste in Hamburg jeder, dass er zunächst nur auf die Bank sollte, dass Trainer Slomka mit der Viererkette Diekmeier, Kacar, Djourou und Jansen spielen lassen wollte. Heiko Westermann will nicht zurückblicken, sagt eisern: „Ich habe alles abgehakt, was zuletzt war, das ist alles vergessen. Ich bin auch kein nachtragender Mensch. Letztes Jahr ist vergessen, die letzten Jahre sind vergessen. Wenn das nicht so wäre, dann wäre es falsch zu sagen: ‚Ich bleibe hier und gebe mein Bestes. Das wäre dann ja Schwachsinn.’ Ich habe das abgehakt, anders geht es ja nicht.“

 

Okay, die zurückliegenden Spielzeiten hat er abgehakt, aber die neue Saison begann ja auch nicht gerade vielversprechend. Wie denkt er darüber? „Was ich denke, das ist hat nicht zu interessieren. So ist das im Fußball. Da rechnet man mit einer Sache, aber es passiert doch alles ganz anders. Ich bleibe positiv, was soll ich auch machen? Ich werde jetzt nicht nach Hause gehen und heulen. Es geht immer weiter.“ Für ihn (hoffentlich) positiv. Das ist das Stichwort. Denn so geht es derzeit, man hört es aus allen Ecken und immer wieder, im Club zu. Endlich. Es herrscht Ruhe, es reden nur die Leute, die auch reden dürfen – der HSV berappelt sich allmählich. So sieht es auch Westermann, der dazu befindet: „Man hört zurzeit nur Positives. Es herrscht eine engere Verbundenheit im Club, auf allen Ebenen. Das ist auch wichtig, damit der HSV wieder eine positive Marke wird. Daran arbeiten wir, und das kann man am besten mit Erfolgen tun, das ist unsere Aufgabe, dass müssen wir Spieler erledigen.“

 

Und vielleicht auch ein wenig die Fans? Es haben sich ja einige von ihrem Lieblings-Club abgewandt. Der HSV-Blog war zwar in Köln auch ausverkauft, dennoch war es nie so laut, wie in den Vorjahren in der HSV-Kurve. Ist diese Tatsache auch dem Spieler Heiko Westermann aufgefallen? Er bekennt: „Das stimmt schon. Dadurch, dass die Ultras da keine Stimmung mehr machen, merkt man schon, dass es leiser geworden ist. Das muss man schon sagen. Ich weiß nicht, wie das nun am Sonnabend wird, aber ich hoffe doch sehr darauf, dass uns 50 000 HSV-Fans anfeuern werden.“ Oder sogar mehr?

 

Wäre schon toll, wenn alle dabei mithelfen würden, dass es mit den drei großen Hamburger Buchstaben wieder und allmählich bergauf gehen würde.

 

PS: Morgen, am Mittwoch, wird im Volkspark um 10 Uhr und um 15.30 Uhr trainiert! Sehr gut.

 

19.19 Uhr

Es bleibt dabei: Campus soll kommen

10. Juli 2014

Tag Nummer sechs in China ist der Abreisetag. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka wird darüber nicht ganz böse sein, denn neben den neuen Eindrücken in Fernost war es auch eine anstrengende Tour, wie mir Alexander Laux, der fürs Abendblatt vor Ort ist, heute noch einmal versicherte. Zwei lange Flüge, zwei Testspiele in feucht-schwülem Klima, dazu eine Reihe von Trainingseinheiten und PR-Terminen. Eine reine Lustreise war das nun ganz sicher nicht bei teilweise gefühlten 46 Grad Celsius, wie es in Guangzhou offiziell hieß. Außerdem „musste“ das Team ja am Mittwochmorgen um 4 Uhr auch noch aus dem Bett, um Deutschland gegen Brasilien zu gucken….

Zum Abschluss ging es deswegen heute auch etwas lockerer zu. Fitness-Coach Nikola Vidovic ließ die Spieler nicht im Freien schwitzen, sondern verlegte die Abschluss-Einheit in den Hotel-eigenen Swimming Pool im „Hilton Foshan“. Dabei konnten sich diejenigen HSV-Profis von der Arbeit im Becken befreien, die es schafften, das 25-Meter-Becken komplett durchzutauchen. Keine einfache Aufgabe, einige haben es dennoch geschafft und anschließend zugesehen, wie der Rest der Truppe unter Vidovic im Wasser ackern musste. Ab 13 Uhr Ortszeit hatte die Mannschaft dann komplett frei, konnte sich noch einmal in der Stadt umgucken, ehe um 21 Uhr chinesischer Zeit die Fahrt zum Flughafen anstand. Geht mit der Zwischenlandung alles glatt, dann landet der HSV um 7.40 Uhr morgen früh in Fuhlsbüttel.

Von dort geht es übrigens direkt in die Ferien. Wie angekündigt, wird es anschließend eine freie Trainingswoche geben, ehe Mirko Slomka seine Mannen am Sonnabend, den 19. Juli, wieder zum zweiten Teil der Saison-Vorbereitung im Volkspark empfängt. In diesen freien Tagen, so die Ansage der Coaches, sollen die Profis allerdings nicht nur auf der faulen Haut liegen, sondern sich durchaus sportlich betätigen. Gewünscht sind keine langen Ausdauereinheiten (die Werte sollen hier durch die Bank gut sein), sondern Sportspiele, denn ab kommendem Wochenende wird Spritzigkeit und Explosivität auf dem Stundenplan stehen.

Vor dem Rückflug nach Deutschland hat Slomka angedeutet, dass dieser zweite Vorbereitungsteil sehr wohl „krasser und intensiver“ werden wird als der erste. Und der hatte es ja schon in sich: extreme Trainingsbedingungen in China, die vielen 1000-Meter-Tempoläufe, der Drill-Parcourt im Trainingslager in Glücksburg. „Wir haben schon auf verschiedene Art und Weise Grenzerfahrungen gemacht“, sagte Slomka.

Sorgen bereitet aktuell nur ein Spieler: Ivo Ilicevic – wieder einmal. Der Kroate musste wegen einer Oberschenkel-Verhärtung kürzer treten. Keine schlimme Sache, aber die Anfälligkeit des schnellen Außenstürmers für Muskelverletzungen scheint einfach nicht zu beheben zu sein. Er wurde vorsichtshalber aus dem Trainingsbetrieb genommen, um nicht noch eine ärgere Verletzung zu provozieren. Auf jeden Fall soll Ilicevic am 19. Juli mit voller Kraft dabei sein.


Mirko Slomka hat gute Hoffnung, dass sein Team dann durch den einen oder anderen neuen Spieler verstärkt werden kann. „Finanziell hangeln wir uns am Limit entlang, das ist ja bekannt“, so Slomka. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang, dass auch noch weitere Spieler den Verein verlassen, damit der Gehaltsetat endlich merklich entlastet wird. Dieser Posten war und ist aktuell immer noch die wirtschaftliche Achillesferse des HSV.

In diesem Zusammenhang wird Slomka in der kommenden Woche auch weitere Gespräche mit dem neuen starken Mann, Dietmar Beiersdorfer, führen. „Didi ist ja sowieso genau der richtige für den HSV“, freut sich der Trainer. „Er hat bei seiner Vorstellung schon gesagt, dass er den HSV wieder als Fußball-Verein führen möchte. Das ist der richtige Ansatz.“ Dass die personellen Planungen in enger Abhängigkeit stehen von der Partnerschaft mit Gönner Klaus-Michael Kühne, ist Slomka natürlich klar. Und Slomka sagt: „Ich bin nicht sein erster Ansprechpartner, das sind natürlich Vorstand und Aufsichtsrat. Aber ich würde Herrn Kühne trotzdem gern mal kennen lernen. Für mich ist es wichtig, was der Verein nun tut und sagt, und wie es weitergeht.“

Abschließend hat Mirko Slomka auch noch einmal von einem Telefonat mit Hakan Calhanoglu berichtet. Der junge Türke, der inzwischen munter in Leverkusen kickt, hat den HSV-Trainer angerufen. „Er hat sich entschuldigt, dass er nicht zurückgerufen hat“, berichtet Slomka. „Er meinte, die Situation sei einfach schwierig für ihn gewesen.“ Slomka, milde gestimmt, hält Calhanoglu immer noch für einen außergewöhnlichen Spieler, der seinen Weg gehen werden. Nur eine Bewertung gibt der HSV-Trainer über den Ex-HSV-Spieler ab: „Er hätte sich dem HSV gegenüber klarer verhalten sollen.“

So, nachdem Scholle gestern und vorgestern das Thema HC9 schon zwei Mal beerdigt hat, tue ich das heute auch noch ein drittes Mal – aller guten Dinge…..

Heute ist auch Tag drei von Dietmar Beiersdorfer beim HSV. Seine vielbeachtete Vorstellung gestern ist hier ausführlich beschrieben und kommentiert worden. Hier und anderswo wurde nach den teilweise sehr emotionalen Worten Beiersdorfers oft gesagt, er sei kein großer Redner. Welche Kriterien gelten für diese Beurteilung? Mag sein, dass nicht alles geschliffen rüberkam. Aber das ist auch gar nicht das oberste und wichtigste Kriterium, um eine Botschaft glaubhaft zu hinterlegen. Didi hat aus seinem Herzen und mit seiner HSV-Begeisterung gesprochen. Und dass dies authentisch war, hat, so glaube ich, jeder im Presseraum des Stadions gespürt und bestimmt auch fast jeder vor dem Bildschirm.

Mir hat es ungeheuer gut gefallen, wie er bemüht war um jedes richtige Wort, um jedes Bild, dass seine Gefühlslage beschreiben und die Mission, in der er sich sieht, ausdrücken sollte. Dietmar Beiersdorfer ist kein Schwätzer aus dem Rhetorik-Seminar.

Ab und an könnte er etwas zuverlässiger bei den Journalisten zurückrufen, aber diese „Schwäche“ hat Didi auch schon als Sportchef gehabt. Oder sieht dies hier jemand von Euch etwa als „Stärke“?

Wie auch immer – Dietmar Beiersdorfer hat auch das Thema „Campus“ angeschnitten. Er hat sich voll hinter dieses Projekt gestellt, das der Verein ja mit seiner Anleihe in Höhe von 17,5 Millionen Euro finanzieren möchte. Ist das Campus-Geld mittlerweile schon versickert in den löchrigen HSV-Kassen? Wird der Baubeginn künstlich verzögert? Hatte von Beginn an gar niemand die ehrliche Absicht zu bauen, sondern sah der HSV-Vorstand dies nur als verzweifelte Methode, um schnell an Geld zu kommen?

Keine dieser Fragen wird vom HSV-Vorstand glaubhaft beseitigt werden können, ehe nicht tatsächlich die ersten Bauarbeiten vor der Südost-Ecke des Stadions erkennbar sind. Ich habe mich heute bei einigen HSVern umgehört, um aus ihrer Sicht den Stand der Dinge zu erörtern. Fest steht, dass aktuell vorbereitende Bau-Maßnamhem getroffen werden. Wer zuletzt mal am Stadion war, hat dort Bagger stehen sehen, die Wege aufgerissen haben. Hier werden bereits die Versorgungsleitungen vorbereitet, die vor jedem Bau angelegt werden müssen.


Bis Steine liegen, dauert es noch einige Monate. Die Verträge mit dem General-Unternehmer sind noch nicht unterzeichnet. Das soll demnächst erfolgen, so dass dann auch ein zuverlässiger Zeitplan entstehen kann. Wird nun aber auch Zeit, und nicht zuletzt deswegen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Ex-Aufsichtsrats-Boss Alexander Otto, dessen Architekten den Campus entworfen haben, sich nun auch mit Geld-werten Mitteln am Campus beteiligt. In jedem Fall hat der HSV im Etat für die Saison 2014/15 einen erheblichen Millionenbetrag für die ersten Baumaßnahmen eingeplant. Und die werden auch investiert, unabhängig davon, das wurde mir heute nochmal versichert, ob dieser Etat etwa durch höhere Spielergehälter belastet wird als vorgesehen.

Formal muss der HSV dann noch Ausweichflächen schaffen oder finden für die insgesamt siebeneinhalb Fußballfelder, die am Ende für die Profis und den Nachwuchs zum Trainieren zur Verfügung stehen sollen.

Also: Was diese Planungen angeht, geht es beim HSV voran. Spät zwar, aber spätestens im Herbst, wenn ja nun wirklich Steine zu sehen sein werden, können wir ganz leicht überprüfen, ob der Absicht Taten gefolgt sind. Eine Bemerkung am Rande: Noch immer hat der HSV, gegen dessen alten Vorstand ja ein Ermittlungsverfahren erwirkt wurde wegen angeblichen Betrugs im Zusammenhang mit der Campus-Anleihe, offenbar keine Fragen der Staatsanwaltschaft bzw. auch keine konkreten Angaben über etwaige Vorwürfe erhalten. Scheint, dass dieses Verfahren nicht gerade mit verschärfter Eile geführt wird. Das kann dem HSV nur Recht sein, im Moment kann sich der AG-Vorstand über mangelnde Arbeit nicht beklagen.

Soweit für heute, liebe HSV-Freunde, noch zwei Tage bis zum WM-Finale!
Gruß von Lars

P.S: Aktuelle Transfergerüchte: HSV ist dran am Nürnberger Mittelfeldspieler Hiroshi Kiyotake vom 1. FC Nürnberg (Bild); HSV ist dran am belgischen Rechtsverteidiger Luis Pedro Cavanda von Lazio Rom (Zeitungen in Italien). Für beide Nachrichten habe ich keine Bestätigung bekommen, aber klar ist, dass die Anzahl der Meldungen zunimmt, seit Beiersdorfer im Amt ist.
P.P.S.: Herzlichen Glückwunsch, lieber Scholle, zum Geburtstag! Wohin sollte ich alle Matz-abber noch mal für die Feier schicken???

Jens Meier kündigt Rückzug im Mai an – und Slomka baut mächtig um

21. Februar 2014

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen – besagt ein Sprichwort. Und Mirko Slomka setzt es beim HSV um. Der neue HSV-Trainer baut die Mannschaft im vergleich zum Braunschweig-Spiel mächtig um. „Ich hoffe für das Spiel gegen Dortmund auf eine Aufbruchstimmung“, sagte uns der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Meier heute im Interview, das ihr hier im Blog findet. Und diese Hoffnung scheint berechtigt zu sein. Die Anhängern demonstrierten zuletzt und werden auch am Sonnabend vor, während und nach dem Dortmund-Spiel beweisen, was es heißt, Geschlossenheit zu demonstrieren. Zum einen natürlich resultierend aus der Trauer und der Verbundenheit zu dem am Dienstag verstorbenen Kultmasseur Hermann Rieger. Zum anderen aber auch ob der schwierigen sportlichen Situation. Es gelten keine Ausreden mehr, „der Verein muss in sich eng zusammenstehen“, fordert Meier. Und er deutet an, worum es geht: Alle müssen sich jetzt, so schwer es auch fällt, dem Wohle des Vereines unterordnen. Jede kleine Ablenkung könnte letztlich den Absturz bedeuten.

Und das weiß auch Heiko Westermann. Der ehemalige Kapitän ist beim HSV seit seinem Wechsel im Juli 2010 in der Startelf gesetzt, sofern er gesund und spielberechtigt ist. Beides gilt auch für morgen – und dennoch droht dem Defensivspieler erstmals gesund die Reservistenrolle. Statt seiner werden Slobodan Rajkovic und Johan Djourou die Innenverteidigung bilden. „Wir müssen auch manche Dinge verändern, allein um das Bewusstsein der Spieler neu zu wecken“, hatte Slomka bei seinem Amtsantritt gesagt. Und jetzt setzt er es um. Mit Westermann als prominentestes Opfer.

Obwohl sich Westermann selbst so nicht bezeichnen will. Im Gegenteil: Der Mann, der hier rauf und runter diskutiert wird, beweist einmal mehr, dass er als Mannschaftsspieler vorbildlich ist. Denn so enttäuscht er auch die Anzeichen seines Bankdaseins wahrgenommen hat, so selbstlos geht er damit um. Ob er sauer ist? „Nein“, sagt Westermann, „sauer ist das falsche Wort. Obwohl es mich auf der Bank zerreißen würde, nicht aktiv auf dem Platz dabei sein zu können weiß ich aber auch, dass ich mich in unserer jetzigen Situation dem Ganzen unterzuordnen habe.“

Ob diese im Abstiegskampf zwingend notwendige Haltung schon bei der ganzen Mannschaft angekommen ist, ließ Westermann unbeantwortet. Aber er weiß um sein Standing innerhalb der Mannschaft und sieht sich in der Pflicht: „In dieser Phase könnte der Trainer den Platzwart aufstellen – wenn wir am Ende dadurch Erfolg haben, ist mir alles recht. Für beleidigt sein ist jetzt der falscheste Moment. Angesichts unserer sportlichen Situation hat keiner von uns ein Recht dazu.“ Vor allem er nicht. „Der HSV ist für mich eine Herzensangelegenheit. Deshalb will ich immer aktiv helfen, ich werde mich auch nie mit der Bank zufrieden geben. Das wäre auch falsch. Aber gerade weil mir der HSV so wichtig ist, werde ich jetzt die Konzentration aller nicht mit dümmlichen Eitelkeiten stören. Ich werde einfach weiter sportlich alles geben, was in meiner Kraft steht.“ Und den Rest entscheidet dann der Trainer.

Und der hat einige Ideen, die er gegen Dortmund umsetzen will. Nach dem Abschlusstraining heute waren es drei Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien, die als letzte vom Trainingsplatz kamen. Neben dem kroatischen Fitness-Trainer Nikola Vidovic hatten dessen Landsmann Milan Badelj sowie der Serbe Slobodan Rajkovic ein Lächeln auf den Lippen. Nachvollziehbar, denn die beiden werden morgen in der Partie gegen Borussia Dortmund zur Startelf des HSV gehören.

Bei Innenverteidiger Rajkovic hatte sich diese Entwicklung in den vergangenen Tagen angedeutet und ja auch durch das klare Statement von Trainer Mirko Slomka gestern Unterfütterung erhalten. Für den bulligen Serben kommt es nun also wirklich zum Kaltstart. Sein erstes Bundesliga-Spiel in dieser Saison steht auf dem Plan. Das erste Pflichtspiel für den HSV seit dem Mai 2013.

Vielleicht ist es DIE Chance seiner Karriere, um wieder echter, aktiver Fußball-Profi zu werden. Die Anlagen für den AbstiegsKAMPF bringt er schon allein durch seine sehr kampfbetonte Spielweise mit. Nun kann er auch Charakterstärke nachweisen – und das wird er, da bin ich mir sicher. Auch wenn nach einer so langen Pause sicher keine Wunderdinge zu erwarten sind – Rajkovic wird alles geben. Weil er ein absoluter Teamplayer ist und seine Chance sieht. So gesehen ist die Entscheidung von Mirko Slomka für den Linksfuß aus Belgrad absolut vertretbar – aber sicher auch mutig. Denn Rajkovic, der Mann ohne Wettkampfpraxis, spielt an der Seite von von Johan Djourou, dem Mann ohne gute Leistungen zuletzt. Daher bleibt zu hoffen, dass Slomkas Mut belohnt wird.

Der HSV-Trainer durfte indes aufatmen, als Mittelfeldspieler Milan Badelj heute signalisierte : “Alles okay!” Seine Blitzheilung nach Bänderriss im Fuß aus dem Pokalspiel gegen Bayern soll das HSV-Mittelfeld mit spielerischer Klasse versehen. Badelj soll somit an der Seite des für den Kampf stehenden Tomas Rincon Linie ins Spiel bringen. Alternativen besitzt Mirko Slomka ohnehin kaum noch. Ouasim Bouy musste das Training heute mit Fieberanfällen abbrechen. Er düste mit seinem Fahrzeug anschließend nicht mit ins Mannschaftshotel, sondern fuhr schnurstracks nach Hause.

Übrigens gab es auch einen kroatischen Pechvogel heute. Der befürchtete Muskelfaserriss bei Ivo Ilicevic stellte sich in einer Kernspintomographie zwar als nicht so schwerwiegend heraus, eine Zerrung im Oberschenkel ist es aber doch. Zwei Wochen Pause für den anfälligen Ilicevic. Wieder einmal.

Zu den glücklichen Ost-Europäern hätte sich heute auch Petr Jiracek gesellen können. Auch der Tscheche steht vor einem Comeback in der Startelf. Neun Einsätze hatte Jiracek erst in dieser Saison. Bei Fink galt er als durchgefallen, bei van Marwijk als nicht berücksichtigt. Nun darf er auf seiner Lieblingsposition im linken Mittelfeld wirbeln. Insgesamt werden also sieben Positionen gegenüber dem Braunschweig-Spiel neu besetzt. Das ist mal ein Wort.

Rafael van der Vaart, der ja mit einer Fußverletzung nicht zur Verfügung steht, hat heute eine 45-Minütige Laufeinheit hinter sich gebracht. Dies ist sechs Tage nach der Verletzung ein weiteres gutes Genesungszeichen. Nächste Woche Mannschaftstraining – diese Vorstellung Slomkas könnte sich also tatsächlich bewahrheiten.

Ansonsten hat Mirko Slomka heute im geheimen Training kein elf-gegen-elf simuliert (so viele Leute hatte er auch gar nicht zusammen), sondern nutzte die Einheit zu anderen Spielformen. Nach etwa einer Stunde war das Training beendet. Nun heißt es Akku aufladen, um alle Kräfte für den Favoriten in Schwarz-Gelb zur Verfügung zu haben.

In der Zwischenzeit ist ein heißer Termin offiziell geworden. Die ordentliche Mitgliederversammlung, auf der endgültig über HSV-Plus abgestimmt werden soll, ist auf Sonntag, den 25. Mai, terminiert worden. Die Veranstaltung findet in der imtech-Arena statt.

Seite heute wissen wir, dass Jens Meier dann nicht mehr Vorsitzender des HSV-Aufsichtsrates sein wird. Wie oben bereits angekündigt, hatten wir heute die Gelegenheit, ein langes und ausführliches Interview mit dem Chef des Hamburger Hafens zu führen. Dort erklärte Meier, dass er sein Amt zunächst behalten möchte, um das Gremium geschäftsfähig zu halten. Auch als Zeichen für den Neuanfang, der auch aus seiner Sicht nötig ist, möchte er in die Versammlung Ende Mai dann aber nicht mehr in dieser Funktion hineingehen.

Der HSV hat Schlagseite – dieses Zugeständnis musste Jens Meier natürlich machen. Er nimmt in unserem Gespräch Stellung zu den Turbulenzen rund um die Gespräche mit Felix Magath, sein aktuelles Verhältnis zum Vorstand – und Meier schildert aus seiner Sicht auch, wie sich sein umstrittenes Gremium in den nächsten Wochen und Monaten nach den insgesamt sechs Rücktritten zu verhalten hat. Selbst zu den Problemen mit seinem Handy-Akku gibt es auch eine Auskunft.

Morgen nun steht das immens wichtige Spiel gegen Borussia Dortmund auf dem Programm. Irgendwie sind wir alle ja darauf vorbereitet, dass es eine Niederlage gibt. Dortmund ist klarer Favorit, zuletzt wieder in Form gekommen. 13 Treffer hat der BVB in der Rückrunde bereits erzielt – häufiger traf kein anderes Team. Nur zwei Mal konnte der HSV in diesem Jahr über ein Tor jubeln (durch Lasogga und Ilicevic in Braunschweig) – seltener traf auch kein anderes Team.

Gegen die Hamburger spricht die gnadenlos schlechte Heimbilanz – für den HSV die stete Hoffnung auf Besserung, erst recht nach dem Trainerwechsel. Natürlich wird es auch ein ganz spezieller Tag, weil er in der Erinnerung an den verstorbenen Hermann Rieger gehalten sein wird. Sicher wäre es auch in Hermanns Sinne, wenn nach der Schweigeminute zu seinen Ehren 90 Minuten lang gelaufen, geschrien, gekämpft und angefeuert wird, um dem HSV zum Klassenerhalt zu verhelfen. Mehr noch, er selbst würde alles in seinen Kräften stehende dafür geben. Daher bleibt zu hoffen, dass die Spieler dieses Erbe erkennen und sich ihrer verantwortung dem verein und sich selbst gegenüber bewusst werden. So, wie Heiko Westermann

Und so will der HSV spielen: Adler – Diekmeier, Djourou, Rajkovic, Jansen – Badelj, Rincon – Calhanoglu, Arslan, Jiracek – Lasogga.

Hoffentlich klappt es morgen zumindest mit einem Teilerfolg. Wir melden uns wie immer gegen 18 Uhr nach dem Spiel bei Euch mit einer neuen Ausgabe von Matz ab live.

In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle & Lars

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