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Der HSV wagt den ganz großen Schnitt!

16. September 2014

Der HSV hat den totalen Umbruch gewagt. Ein mutiger Schritt, aber auch ein sinnvoller Schachzug, jetzt ist wirklich alles neu, was im seit Jahren schwächelnden Profi-Bereich zu erneuern war. Nach Chef-Coach Mirko Slomka mussten heute auch seine Assistenten ihre Koffer packen, das sind Nestor El Maestro, Zlatan Bajramovic, Fitness-Coach Nikola Vidovic und Torwarttrainer Ronny Teuber. Bei Bajramovic besteht noch die Möglichkeit, dass er wieder in den Nachwuchsbereich des HSV, aus dem er kam, zurückgehen wird. Das ist sicherlich der größte Schnitt, den der HSV gemacht hat, aber jetzt sind (fast) alle Posten in diesem neuen HSV tatsächlich neu besetzt, sodass nun tatsächlich von einem Neubeginn zu sprechen ist.

 


 

Um das gleich vorweg zu sagen: Ich finde diesen Schritt nicht nur mutig, wie eingangs schon geschrieben, sondern großartig. Was und wen hat der HSV nicht schon alles an Trainern hierher geholt? Es waren namhafte Männer dabei, sogar einen Vizeweltmeister hatten wir hier – nur gebracht haben sie alle nicht das, was sich die Verantwortlichen von ihnen erhofft hatten. Und mit ihnen hatten auch die vielen, vielen HSV-Fans gehofft, dass es nun irgendwann einmal wieder kontinuierlich bergauf gehen würde, das Gegenteil war der Fall.

 

Jetzt hat der HSV einen relativ unbekannten Mann geholt, und bewegt sich damit auf den Spuren des SC Freiburg, des FC Augsburg, der TSG Hoffenheim und Hannover 96, denn die Herren Tuchel, Weinzierl, Gisdol oder auch Torkut kamen damals, als sie Cheftrainer ihrer Clubs wurden, für die meisten Experten und Fans überraschend zu ihren Jobs. Diese Trainer aber hatten im jeweiligen Nachwuchsbereich schon aufhorchen lassen, indem sie gute Leistungen und Erfolge vorzuweisen hatten. Auf dieser Linie liegt nun auch der 44-jährige Josef „Joe“ Zinnbauer, der die U23 des HSV zu neuem Leben erweckt hat. Acht Spiele in der Regionalliga, acht Siege – das ist sensationell. Und alle Welt schwärmt von Joe Zinnbauer.

 

Sicherlich ist es ein wenig kurios, dass dieser Zinnbauer noch vom ehemaligen Sportchef Oliver Kreuzer aus Karlsruhe geholt worden ist, aber solche Geschichten schreibt eben der Fußball, und ganz besonders der Hamburger Fußball, der des HSV. Für mich ist das aber kein Grund, an Zinnbauer zu zweifeln oder zu mäkeln – der Mann kann es in meinen Augen, und er wird es hier beweisen. Egal, ob nun das erste Spiel, am Sonnabend gegen den FC Bayern, in die Hose gehen sollte. Der HSV geht einen Weg, der so noch nur vor einigen Jahren mal beschritten worden ist (Gerd-Volker Schock, Benno Möhlmann, Felix Magath), der aber absolut vernünftig ist. Zumal der Club kaum über die Finanzen verfügt, Mirko Slomka und einen anderen Chef-Coach über Jahre zu bezahlen. Slomkas Vertrag läuft noch bis Sommer 2016, muss also noch irgendwie weiter bezahlt werden, und diese Summe wird sicher in den siebenstelligen Bereich steigen. Der Vertrag von Zinnbauer läuft erst einmal unbefristet weiter, er wird sicherlich finanziell etwas angehoben – und bei Erfolg sicherlich auch dann befristet werden. Aber alles zu seiner Zeit.

 

Kurios ist an diesem Neuaufbau des HSV, dass mit Patrick Rahmen ein Mann an Zinnbauers Seite (als Co-Trainer) kommen wird, der seinerzeit noch von Thorasten Fink an die Elbe geholt worden war. Rahmen war erst kürzlich als Chef-Trainer des Nachwuchsbereiches des HSV eingestellt worden – und dieses Amt behält er – quasi nebenbei – auch weiterhin inne. Neuer Fitness-Coach wird Carsten Schünemann, neuer Torwarttrainer wird der frühere HSV-Keeper Stefan Wächter. Neuer Chef-Trainer der U23 wird der bisherige Coach der U16, Daniel Petrowsky, an seiner Seite bleibt Soner Uysal der Co-Trainer.

 

Was aus Thomas Westphal wird, den Mirko Slomka in diesem Sommer aus Hannover zum HSV (als Mannschafts-Betreuer) geholt hat, ist noch unklar. Wie schön, dass Joe Zinnbauer nicht auch noch zehn Mann oder mehr im Schlepptau hat – es würde wieder kosten und kosten und kosten. So gesehen ist Zinnbauer wirklich eine Billig-Lösung, aber das ist wahrlich nicht böse gemeint – der Mann könnte (und wird in meinen Augen) ein Glückgriff für den HSV werden. Auch wenn er am Sonnabend natürlich gleich vor einer ganz schwierigen Aufgabe stehen wird. Und dann am Mittwoch später noch einmal, mit der Auswärtspartie in Mönchengladbach.

 

Für Abendblatt-Blogs


 

Wer sich von Euch noch kein Bild von Joe Zinnbauer machen kann, aber gerne etwas mehr von ihm erfahren oder sehen möchte, der kann das bei „Matz ab live“ – wir hatten ihn am 18. August in der Sendung – nach dem Pokalspiel in Cottbus. Es ist sehenswert, ganz sicher, das haben mir damals gleich mehrere Matz-abber bestätigt. Morgen, am Mittwoch, wird Zinnbauer sein erstes Training bei den HSV-Profis leiten. Ganz sicher unter großer Beobachter der HSV-Fans.

 

Und wer ganz genau informiert sein will, was sich heute im Volkspark getan hat, wie sich das alles entwickelt hat – der sollte sich hier und jetzt auch die Pressekonferenz mit Club-Chef Dietmar Beiersdorfer ansehen. Es lohnt sich. Viel Spaß damit – und einen schönen Feierabend.
Und: Nur der HSV!

 

18.25 Uhr

 
Spät in der Nacht, von den Moderatoren geschickt, möchte ich einmal einen Beitrag von “Sfegthzt” veröffentlichen, heute geschrieben. Und dickes Kompliment von mir – selten mal etwas Besseres gelesen. Treffer! Das hier trifft den Nagel genau auf die Birne. Vielen Dank dafür:

Also manchmal ist es echt zum Kotzen hier.
Ist mir vollkommen egal ob ich jetzt gesperrt werde, aber was hier für Dummpfeifen ihren Blödsinn absondern ist Wahnsinn.
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Warum muss jeder neue Spieler, jeder Neue Trainer absolut jeder der irgendwas beim HSV macht immer gleich kaputtgeschrieben werden?
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Alle wollten Slomka raus haben. Jetzt ist er weg. Alle wollten Tuchel. Tuchel aber nicht.
Jetzt bringt der HSV einen jungen Konzepttrainer mit sehr großem Potenzial zur 1. Mannschaft und plötzlich ist er der größte Stümper aller Zeiten,
kann nicht, wird von Spielern ausgelacht etc. Sag mal tickt ihr noch richtig?
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Hannover, Freiburg, Mainz (2mal), Hoffenheim und was weiß ich noch wer haben doch vorgemacht wie Klasse so etwas funktionieren kann.
Aber nein die HSV Fans sind zu gut und kompetent für einen Regionalligatrainer oder was?
Die dümmsten Fans der Liga sind wir. Ohne Spass.
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Was spricht dagegen Zinnbauer die faire Chance zu geben, die er verdient?
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Notfalls kann man später nochmal reagieren wenn es überhaupt nicht funktioniert (was sicher nicht passiert) und dann vielleicht einen Kandidaten holen
der den hochwohlgeborenen HSV Fans besser gefällt. Vielleicht eine Mutation aus Tuchel, Klopp, Heynckes, Happel und Jesus persönlich. Aber der würde
sicherlich auch gleich wieder ans Kreuz genagelt.
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Und falls die Spieler den Trainer nicht ernst nehmen sollten, dann gehören die Spieler fristlos entlassen und auf Schadensersatz wegen
Arbeitsverweigerung verklagt. Nichts anderes. Das sollen Profis sein und keine Kindergartentruppe aus Hollywood

Gute Nacht. Oder für den Mittwoch: Guten Morgen!

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