Archiv für das Tag 'Victoria'

5:1-Sieg beim SC Victoria

31. August 2010

Versprochen gehalten, Spiel gewonnen. Vor einem Jahr hatte HSV-Chef Bernd Hoffmann dem künftigen Oberliga-Meister Hamburgs ein kostenloses Gastspiel zugesagt, das wurde am Dienstag eingelöst. An der Hoheluft traf der ersatzgeschwächte HSV auf den SC Victoria. Vor nur 2072 Zuschauern siegte die Veh-Mannschaft mit 5:1, Halbzeitstand 3:0.

Der HSV trat mit folgender Mannschaft an: Jaroslav Drobny, Hendrik Dettmann, Collin Benjamin, Dennis Aogo, Florian Brügmann; Robert Tesche, David Jarolim; Christian Groß, Paolo Guerrero, Piotr Trochowski; Daniel Nagy. Guerrero und Aogo spielten bis zur 70. Minute, Tesche und Jarolim bis zur 80. Minute. Drobny, Benjamin und Trochowski spielten durch.

Die Tore erzielten:
0:1 Groß auf Zuspiel von Guerrero.
0:2 Guerrero nach Vorarbeit von Trochowski.
0:3 Nagy auf Zuspiel von Tesche.
1:3 Freistoß Stephan Rahn (Hamburgs Amateur-Fußballer des Jahres).
1:4 Rafael Kazior.
1:5 George Kelbel.

Beste Noten verdienten sich in diesem Spiel Jarolim und Guerrero, dazu Kelbel aus der Regionalliga-Mannschaft.

Victoria-Coach Bert Ehm am Vorabend zu Hamburgs Trainer des Jahres gewählt, befand nach dem Spiel: „Alles war gut, ich bin zufrieden mit dem Spiel, mit dem Auftreten meiner Jungs und mit der Mannschaft, mit der der HSV hier antrat. Vorher hieß es ja in den Zeitungen, dass kaum ein Profi mitspielen würde, das hat uns einige Zuschauer gekostet – leider.“ Ehm weiter: „Das Spiel war sehr fair, und Armin Veh sowie sein Assistent Michael Oenning waren sehr nett zu uns, da gab es keinerlei Star-Gehabe, auch das war sehr erfreulich.“

Die 90 Minuten wurden von hamburgs Schiedsrichter des Jahres, Patrick Ittrich, sehr gut geleitet.

PS: Dank an “Benno Hafas” für die großartige Unterstützung.

21.34 Uhr

Eine Mannschaft mit Charakter

29. August 2010

Als das 1:1 in Frankfurt gefallen war, das Joris Mathijsen per Kopfball erzielt hatte, da gab es keinerlei Jubel bei Trainer Armin Veh. Er hatte Wichtigeres zutun. Der Coach sprach mit dem vor Sekunden ausgewechselten Eljero Elia. Eine kleine Mischung aus Trost und Erklärung. „Ich habe ihm nur gesagt, dass er nicht traurig sein muss, dass es im Fußball ja öfter mal passiert, dass man ausgewechselt wird“, sagte Veh. Schon in der Woche hatte der Coach mit dem Niederländer unter vier Augen gesprochen. Veh legte den Arm auf die Schulter Elias ging mit dem Nationalspieler über den Trainingsrasen. Veh: „Er ist ein junger Spieler, mit dem muss du öfter einmal reden, der hat unheimliche Fähigkeiten. Er muss nur dahin kommen, dass er Konstanz in sein Spiel bekommt. Wenn er es auf Dauer beweist, dann ist er wirklich ein guter Spieler.“

Armin Veh stoppte kurz, dann fügte er hinzu: „Elia ist ein guter Spieler, aber er muss auch noch torgefährlicher werden. Es ist da ähnlich wie bei Jonathan Pitroipa. Irgendwann ist das was zählt, was dabei heraus kommt. Entweder dass sie vorbereiten, oder dass sie abschließen. Aber sie bringen natürlich auch durch ihre Eins-gegen-eins-Situationen auch immer mal wieder einen frei, der dann den Pass geben kann. Das machen beide Spieler ja schon, aber das letzte Ding, das müssen sie noch lernen. Entscheidend ist doch, was dabei heraus kommt.“

Ich bin fest davon überzeugt, nach wie vor, dass Elia eine gute bis sehr gute Saison spielen wird. Aber es ist natürlich hervorragend, wie der HSV es lösen kann, wenn Elia einmal keinen guten Tag erwischt hat und er ausgewechselt werden muss. Diesmal ging Pitroipa nach links, Paolo Guererro nach rechts und der eingewechselte Piotr Trochowski nahm die zentrale Position hinter Ruud van Nistelrooy ein. In meinen Augen auch eine sehr gute Variante. Was letztlich aber unter dem Strich zählt ist das: Der HSV hat genügend hervorragende Möglichkeiten, auf beinahe alle Situationen mit Qualität zu reagieren.

An dieser Stelle sei kurz noch eingefügt: Am Montag ist trainingsfrei, Dienstag wird um 10 Uhr trainiert, um 19 Uhr findet dann das Testspiel beim SC Victoria statt, Mittwoch, Donnerstag und Freitag wird jeweils um 10 Uhr eine Einheit im Volkspark stattfinden, dann ist Sonnabend und Sonntag frei.

Ob Ze Roberto und Ruud van Nistelrooy Dienstag gegen den SC Victoria mitspielen werden, das ließ Armin Veh noch offen. Es sah am Sonntag eher nicht danach aus – die Angst, dass sich einer der beiden Routiniers verletzten könnte, ist offenbar zu groß. Was „Vickys“ Trainer Bert Ehm nicht akzeptieren möchte, ihm fehlt das Verständnis: „Diese Angst ist unbegründet. Wir sind doch keine Treter.“ Weiter sagt der Coach des Oberliga-Meisters: „Wenn der HSV schon ohne seine aktuellen Nationalspieler antreten muss, so wäre es doch fair, wenigstens mit jenen Spielern zu kommen, die noch in Hamburg sind. Gegen die Zweite des HSV könnten wir doch auch jederzeit in einem Testspiel antreten, deshalb hätte ich kein Verständnis dafür, wenn wir gegen die Regionalliga-Mannschaft antreten müssten, obwohl uns doch die Profis zugesagt wurden.“

1000 Karten wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt. Und: Immerhin werden Spieler wie Trochowski, Robert Tesche, Paolo Guerrero, David Rozehnal und wohl auch Dennis Aogo dabei sein. Aogo mischte am Sonntag schon wieder richtig gut im Training mit, und obwohl er noch nicht restlos fit ist („Hier und da zwickt es schon noch mal“), will er gerne eine Halbzeit auf der Hoheluft mitspielen. Denn, so sagt der Nationalspieler, das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (11. September) ist sein Ziel, da möchte er wieder im Kader sein.

Wo er dann zum Einsatz kommen wird, ist offen. Auf „seiner“ Position spielt derzeit noch Marcell Jansen. Der ist zwar noch nicht bei 100 Prozent, aber das, was daran noch fehlt, will er sich nun bei der Nationalmannschaft holen: „Das ist für mich wie ein Mini-Trainingslager. Ich will schnell wieder in Fahrt kommen.“

Armin Veh hätte Jansen liebend gerne in Hamburg behalten, um mit ihm trainieren zu können, aber Jansen sagt: „Wenn man zu EM-Qualifikationsspielen eingeladen wird, dann geht man da auch hin, das zeugt ja auch von Vertrauen des Bundestrainers. Und ich freue mich darauf, mit dieser jungen Mannschaft, mit der wir so gut bei der WM gespielt haben, den Weg fortsetzen zu können.“

In Frankfurt lieferte Marcell Jansen nicht unbedingt eine Glanznummer ab. Eher war das Gegenteil der Fall. Auch beim 0:1 war er beteiligt, obwohl er sagt: „Es war nicht mein Mann, der da geschossen hat. Ich wollte Joris Mathijsen helfen, der in der Mitte gegen zwei Frankfurter stand, das war für mich die gefährlichere Situation. Und wäre der Ball dann nicht abgefälscht worden, hätte Frank Rost die Kugel wohl mit dem Fuß gestoppt . . . Das war ja ein harmloser Schuss mit der Innenseite.“

Aber auch diesen Rückschlag hat das Team verkraftet. Wie schon in dem überlegen geführten Schalke-Spiel das überraschende 1:1 von Farfan. Ein Hinweis darauf, dass der Teamgeist wieder besser geworden ist (als noch in der vergangenen Saison?). Jansen sagt: „Jedes Jahr ist anders, jedes Trainer-Team arbeitet auch anders. Wir haben jetzt einen kleinen Vorteil, den wir auch nutzen müssen: Wir können uns jetzt die Liga konzentrieren. Diesen Vorteil müssen wir unbedingt nutzen, wir müssen uns auf die Liga konzentrieren. Und dann müssen wir auch in jedem Spiel in der Lage sein, das Glück zu erzwingen. Oder auch stärker sein, um die drei Punkte zu holen. Das war in der vergangenen Saison mit dem internationalen Wettbewerb unheimlich schwer, von daher müssen wir diesen kleinen Vorteil einfach nutzen.“

Aber, noch einmal auf die Frage zurück zu kommen: Gibt es nun eine bessere Stimmung im Team? Marcell Jansen: „Der Charakter der Mannschaft stimmt in dieser Saison, wir haben auch ein bisschen aus der vergangenen Saison gelernt, dass wir nicht gleich wieder sagen, dass alles gut ist. Es ist aber eine Qualität, dass wir nach einem Rückstand ruhig bleiben, um unser Spiel doch noch durchzubringen und noch zu gewinnen. Daran müssen wir aber hart weiter arbeiten, denn es wird viele Mannschaften geben, die noch ins Laufen kommen werden.“

Beruhigend ist da aber zu wissen, dass der HSV schon ins Laufen gekommen ist. Das macht vielleicht auch die Ausgeglichenheit im Team. Wie es das „Duell“ zwischen Aogo und Jansen hinten links gibt, so gibt es solche Zweikämpfe auch auf den meisten Positionen – sogar im Tor. So hat es sich Armin Veh gewünscht. In der vergangenen Woche ging es beispielsweise vor allem darum, ob Paolo Guerrero oder Mladen Petric zentral hinter van Nistelrooy spielt. Der Peruaner setzte sich schließlich (hauchdünn) durch. Und sagt: „Es tut der gesamten Mannschaft gut, wenn es solche Konkurrenzkämpfe gibt, und es tut auch mir gut. Dennoch habe ich keinerlei Probleme mit Mladen, wir verstehen uns trotz allem, er ist ein guter Spieler, er ist ein Knipser, hat eine sehr gute Technik.“

Paolo Guerrero hat viel Selbstvertrauen durch das Spiel in Frankfurt getankt, und er sagt von sich, dass er allmählich wieder zu jenem Rhythmus findet, den er benötigt, um seine Bestleistungen abrufen zu können. Paolo Guerrero: „Wenn du draußen sitzt, so kannst du deinen Rhythmus natürlich nicht finden. Und das Selbstvertrauen leidet auch.“ Selbstkritisch stellte er nach dem Frankfurt-Spiel fest: „Ich habe eine längere Zeit gebraucht, zu meinem Spiel zu finden, aber es wurde gegen Ende besser. Und zum Glück habe ich ja auch noch ein Tor geschossen, das baut mich auf.“

Der HSV-Anhang wird es mit Freude vernehmen.

PS: Dass es heute zwei Beiträge gegeben hat, das liegt an der Tatsache, dass der HSV ja durchaus erfolgreich in die Saison gestartet ist. Da gibt es dann eben eine solche Themen-Vielfalt, und die habe ich kurzerhand mitgenommen. Soll nicht so oft vorkommen, kann aber mal . . .

23.30 Uhr

Zeit für Jansen und Aogo

24. Juni 2010

Sonst heißt es im Fußball ja immer: Torwart und Linksaußen . . . Bei dieser Weltmeisterschaft aber muss man wohl sagen: Torwart und Schiedsrichter. Was hat sich wohl der dänische Keeper Sörensen bei dem 1:0 der Japaner gedacht? Wollte er hechtend Schmetterlinge fangen? Unfassbar schlecht. Auch beim 0:2 sah er nicht unbedingt gut aus. Und dann dieser Unparteiische aus Südafrika bei diesem Spiel: Mein lieber Mann, der ist aber auf Zack. Der muss im Alltag entweder General sein, oder Verkehrspolizist in der Hauptverkehrsstraße von Johannesburg. Dass die Spieler nicht noch vor ihm stramm stehen und dazu salutieren müssen, ist ein Wunder. Wie der gute Mann den Japanern ins Ohr gepfiffen hat, damit die endlich ihren Gesprächskreis, den sie Sekunden vor dem Anpfiff einberufen hatten, beenden, das hatte schon was. Habe ich auf jeden Fall noch nie gesehen. Aber man lernt ja nie aus, auch bei dieser WM nicht.

So, zuerst jetzt aber zum HSV. Allmählich nimmt es Formen an. Mit Tasci wird ernsthaft gesprochen, obwohl der Stuttgarter ja auch gelegentlich in diesen Tagen mit der WM zu tun hat, aber wozu gibt es Berater? Und ein Handy tut dann noch das Nötige. Ich glaube ja, dass es mit Serdar Tasci was werden könnte. Und dann dazu der Algerier Madjid Boughera, für den sich HSV-Boss Bernd Hoffmann ja höchst persönlich eingesetzt hat – das wäre doch schon mal ein Anfang. Der 27-jährige Nationalspieler ist Innenverteidiger, klingt für mich ein wenig nach „Boulahrouz“, und wenn er dann auch so einschlagen würde wie einst „Boula“, dann wären doch alle zufrieden, oder? Der Abwehrmann hat jedenfalls signalisieren lassen, dass es mit ihm in Richtung Hamburg losgehen könnte – der HSV ist jetzt am Zug. Klingt irgendwie gut.

Wenn auch nicht nach deutsch, hungrig, Talent, charakterstark, wenn ich ehrlich bin. Aber: Über den Charakter von Boughera, der noch für die Glasgow Rangers spielt, weiß ich ehrlich überhaupt nichts, Vielleicht hat er ja sogar einen absolut starken Charakter, dann würde er zumindest einen Punkt aus dem HSV-Anforderungsprofil erfüllen. Wie es heißt, das nur ganz nebenbei, sollen auch Sevilla und Liverpool an ihm dran sein. Abwarten. Mehr können wir alle nicht tun.

So: Zwei Kleinigkeiten noch zum HSV. Vor etwa einem Jahr hat Bernd Hoffmann allen kommenden Hamburger Meistern in der Oberliga in Aussicht gestellt, zu Saisonbeginn ein Freundschaftsspiel bei den Amateuren auszutragen. Ein Mann, ein Wort. Es ist Bewegung in diese Idee gekommen, beim SC Victoria freut man sich auf den HSV (und die Eintrittsgelder), das Spiel könnte Ende August oder Anfang September stattfinden. Zeit genug ist ja – leider.

Und dann ist morgen Freitag der 25. Juni (sorry, ich werde wohl alt. Oder zuviel Fußball nebenbei. Danke für Eure August-Korrektur!). Was sagt Euch dieses Datum? Richtig, vor 50 Jahren wurde der HSV in Frankfurt mit einem 3:2-Sieg über den 1. FC Köln Deutscher Meister. Anlässlich dieses Datums erscheint am Freitag eine Seite über diese wunderbare Mannschaft – und es werden zehn handsignierte Fotos von diesem Team verlost. Zehn im Abendblatt. Und dazu noch einmal 20 bei Matz ab. Das ist doch auch was, oder? Wer also Interesse daran hat, sollte sich hier im Blog melden, wenn diejenige oder derjenige dann ausgelost wird, danach werde ich mich bei den Gewinnern melden und nach der jeweiligen Adresse fragen, um das Foto (DIN A 4) per Post abschicken zu können. Okay? Noch etwas: Unterschrieben haben natürlich nur die heute noch lebenden HSV-Spieler, ich habe diese Unterschriften vor einigen Tagen selbst eingesammelt, als die Spieler zu Besuch beim Abendblatt waren.

So, noch einmal zurück zur WM. Und zur deutschen Mannschaft. Da wimmelte es ja im Spiel gegen Ghana plötzlich nur so vor HSV-Spielern. Alle Achtung. Nun aber erwarte ich eigentlich, dass zumindest auch Marcell Jansen mal von Beginn an zum Zuge kommen wird. Und eigentlich müsste nun auch Dennis Aogo kommen. Das HSV-Duo auf links, Jansen müsste nach vorne rücken, um dem pomadigen Herrn Podolski, der meilenweit von Bestform entfernt ist, mal kurz vorzumachen, was dynamischer Fußball ist. Aber indem ich das schreibe kapituliere ich auch schon, denn dass „Jogi“ Löw seinen erklärten „Liebling“ fallen lässt, halte ich doch für ausgeschlossen. Obwohl es klug wäre. Und irgendwas sollte nach diesem Ghana-Spiel schon mit der deutschen Formation passieren.

Was bis Sonntag zum England-Spiel mit Jerome Boateng (Wadenverhärtung) wird, vermag ich aus der Ferne nicht zu diagnostizieren, aber sollte er rechtzeitig fit werde, müsste er eigentlich für den pomadigen und unheimlich schwachen Per Mertesacker zum Einsatz kommen. Der Bremer Innenverteidiger nervt mich schon vom ersten WM-Spiel an, denn er macht immer einen auf lässig. Allein wenn er sich den Ball auf „Beckenbauer-Art“ mit der Sohle elegant nach vorne streichelt, bringt mich das auf die Palme, Der gute Mann sollte das spielen, was er kann: Eisern am Mann, kopfballstark (auch gelegentlich mal wieder im gegnerischen Strafraum!?) und stets mit kühlem Kopf. Aber auch in diesem Falle vermute ich, dass Löw keine Traute hat, um dem Bremer mal zu zeigen, dass es auch für ihn Grenzen gibt.

So, ganz zum Schluss möchte ich Euch noch sagen, wie traurig ich über den Tod von Trainer und TV-Kommentator Jörg Berger bin. Ein feiner Mensch, mit dem ich während der EM 2008 viel zu tun hatte, und den ich auch danach noch bei einigen Länderspielen traf. Wir haben immer ein wenig (oder auch länger) miteinander gesprochen, von seinem Krebsleiden war ihm nichts mehr anzusehen und anzumerken – und nun das. Wie tückisch ist diese Krankheit? Ruhe in Frieden, Jörg.

21.52 Uhr

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