Archiv für das Tag 'van Nistelrooy'

Tschechien: kein Super-Team, aber weiter

17. Juni 2012

Es ging doch nur um die Höhe der Siege. Mit welchen Experten ich auch sprach, mit welchen Fans ich auch immer über die Gruppe A diskutierte, eines war allen klar: Polen kommt weiter, weil Tschechien klar besiegt wird, und Russland kommt sowieso weiter, weil die in etwa 4:0, 5:0 gegen Griechenland gewinnen. Ja, und dann das! Wer kann das schon ahnen? Die Griechen gewinnen, die Tschechen gewinnen. Und beide Sieger kommen weiter. Trotz allem, egal wie groß diese Überraschungen waren – jetzt muss doch im Viertelfinale das Ende für diese beiden krassen Außenseiter kommen, oder? Aber man hat ja schon Pferde vor der Apotheke . . . Wenn ich dann aber an die deutsche Mannschaft denke, dann ist es doch irgendwie ein Freilos für Jogis Löwen – Griechenland oder Tschechien. Allerdings muss es heute ja auch erst einmal perfekt gemacht werden, und da habe ich dann doch noch einige kleine Zweifel, denn immerhin hat Dänemark ja die Niederländer besiegt. Und auch da sage ich: egal wie. Sie haben sie geschlagen, und warum sollte den Dänen ein ähnliches Husarenstück nicht noch einmal gelingen? Im Fußball ist alles möglich. Eine Phrase, aber sie stimmt immer wieder.

Über das Erfolgsgeheimnis der Tschechen befand übrigens (der zurzeit verletzte) Tomas Rosicky: „Wir wissen, dass wir nicht das Superteam sind. Aber wir haben einen großen Teamgeist, damit kann man weit kommen.“ Einen Seitenhieb auf die Niederlande konnte sich der Mittelfeldspieler vom FC Arsenal nicht verkneifen: „Sehen Sie sich Holland an. Großartige Fußballer, aber zu viel Egoismus.“

In der Tat hatten sich die Tschechen gegen Co-Gastgeber Polen und gegen knapp 30 000 fanatische polnische Fans als Mannschaft präsentiert. Da wurden bei Rosicky Erinnerungen an eigentlich längst vergessene Zeiten wach. „Der Teamgeist ist ähnlich wie 2004, auch wenn in dem Team damals die besseren Einzelspieler waren“, sagt der Dribbler (nicht zu verwechseln mit dem „kleinen Dribbelkünstler“). Die EM vor acht Jahren gilt als letztes Aufbäumen der einstmals goldenen Generation, als Rosicky und Co. erst im Halbfinale am späteren Europameister Griechenland scheiterten.

„Wir wissen, dass wir nicht das Super-Team sind.“ Passt irgendwie auch auf den HSV. Dem HSV vergangener Jahre. Und auch dem HSV der Zukunft? Dennis Aogo hat ja bei „Matz ab live“ gesagt, dass er die HSV-Mannschaft der vergangenen Saison schon auf einem guten Weg sah, eine echte Einheit zu werden. Das habe ich, ehrlich gesagt, nicht ganz so gesehen, aber vielleicht war da ja doch ein kleiner Fortschritt, weil doch einige Stars (u. a. Rost, van Nistelrooy, Ze Roberto, Mathijsen) gegangen waren, die ganz sicher nicht ganz so pflegeleicht waren. Aber als Einheit aufzutreten, dass ist ganz sicher auch eine Chance für den dann hoffentlich „runderneuerten“ HSV, um wieder mal bessere Tage erleben zu können. Und dabei hilft eventuell ja auch das Überlebens-Camp in Schweden. Ein bisschen. In erster Linie aber muss es auch jeder einzelne Spieler wollen – und sich dementsprechend ein- und unterordnen. Und wenn es dafür künftig einige Spieler mehr von der „Sorte Aogo“ geben würde, so würde ich auch denken, dass es in der kommenden Saison durchaus gelingen könnte.

Aber erst einmal ist ja EM. Und da ist Polen meine erste riesige Enttäuschung. Draußen, Ende. Aus. Hätte ich nie gedacht. Mit „halb Dortmund“, so meine Gedanken, kommen die mindestens ins Halbfinale. Denkste. Wobei die Polen ja immer super begannen, aber nach 30 Minuten war die Luft stets schon raus . . . Und die Dortmunder Größen Lewandowski und Blaszczykowski waren in Halbzeit zwei gar nicht mehr zu sehen. Wobei: total hinter meinen Erwatungen blieb ja der Lukasz Piszczek. Von dem kam nichts. Dabei war der für mich in der abgelaufenen Saison der beste Verteidiger in der Bundesliga. Aber „halb Dortmund“ reicht dann wohl doch nicht ganz aus.

Apropos aus. Ich werde mich nun vom Acker machen, um in Ruhe „Matz ab live“ vorzubereiten. Das findet heute ja wieder nach dem Schlusspfiff des Deutschland-Spiels gegen Dänemark (im „Champs“ in Schnelsen) statt. Hoffentlich wird das kein dänischer Käse. Sowohl die Sendung als auch das Spiel.

Zuvor möchte ich noch einmal kurz – und ohne zu jammern – auf die heutige Nacht im Blog eingehen. Es nützt ja nichts, wenn man immer die anderen User anprangert, dass die den größten Mist schreiben (abgesehen von mir und meinem beknackten Opa), sondern man sollte schon mal auf sich selbst schauen. Und anfangen, sich zu ändern. Denn es nützt ja auch nichts, wenn man die Bibel „verfasst“, sie hier reinstellt – und dann vor allen Dingen auch dadurch auffällt, dass man andere (HSV-)Personen beleidigt. Egal, ob man sich hinterher entschuldigt oder nicht. Das alles muss nicht sein! Aber das schreibe ich ja doch nur in den Wind . . . Im anonymen Internet muss es wohl so brutal und rustikal zur Sache gehen, sonst fühlt man (Mann) sich wohl nicht ganz so wohl.
Für mich ist und bleibt das trotz allem enttäuschend.

Einen wunderschönen EM-Sonntag noch für euch.

Und dann bis nach dem Spiel, mit HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow und dem freien Journalist Oliver Wurm, der, wenn ich ihn richtig verstanden hat, etwas unter die Leute bringen will. Was, wenn oder wie viel – ich weiß es nicht. Ich lasse mich überraschen.

PS: Beim HSV gibt es heute nicht den Hauch einer Bewegung. Nicht mal in Sachen Vertragsverlängerung von Marcell Jansen und Tolgay Arslan. Es sollten ja nur noch Kleinigkeiten zu klären sein, aber irgendwo scheint es noch zu haken.

16.12

Und noch ein PS: Der HSV feiert eine Meisterschaft! Tatsächlich. Die Ü-50-Herren sind an diesem Sonntag Hamburger Meister, weil sie im Endturnier dreimal gewonnen haben:
1:0 gegen Post SV, 3:2 gegen den SC Victoria und 4:0 gegen Dassendorf. Da dieser Titel erstmalig ausgespeilt wurde, ist der HSV sogar Premieren-Meister! Jetzt geht es im August um die norddeutsche Meisterschaft.

Arslan begeistert, Kacar ist heiß aufs Déja-vu beim FC Schalke ***AKTUALISIERT: 3:1-Sieg bei Victoria***

7. März 2012

*****Schlechtes Wetter, schlechtes Spiel. So einfach diese Gleichung klingt, so ärgerlich war sie für die anwesenden 678 Zuschauer im Stadion Hoheluft beim 3:1-Sieg des HSV gegen den Oberligisten SC Victoria. Tolgay Arslan (2.) besorgte die Führung, Marcus Rabenhorst glich aus, ehe Gojko Kacar eine Kopfball-Verlängerung von Heung Min Son zur schmeichelhaften 2:1-Pausenführung einschob und Ivo Ilicevic in der 87. Minute den Endstand besorgte. Schmeichelhaft, weil der HSV bis zur 70 Minute zwar deutlich mehr Spielanteile hatte – aber bei Kontern stets anfällig war und so Victoria Chancen ermöglichte.
Neben dem schwachen Gesamtauftritt besonders auffällig waren die Lustlosigkeit von Jeffrey Bruma (Beispiel: Er diskutierte nach einem Foul noch mit dem Schiedsrichter, als sein Gegenspieler bereits frei vor Neuhaus knapp scheiterte, 58.) – und Marcus Berg. Der Niederländer spielte mit Schal, was zunächst verwunderte, sich allerdings ob der mangelnden Bewegung über die gesamten 90 Minuten schnell erklärte. Und Berg? Er war auf dem Platz – und quasi unsichtbar. Dass er die Chance hat, für den Langzeitgesperrten Paolo Guerrero reinzurutschen war jedenfalls in keinem Moment zu erkennen.

Erfreulich: Gökhan Töre feierte nach seiner Knie-OP in der zweiten Halbzeit sein Comeback, wobei ihm die fehlende Spielpraxis und mangelnde Spritzigkeit noch deutlich anzumerken war. Aber, und das ist die Hauptsache: Er ist wieder da. „Es ist eine lange Trainingswoche, die wir glücklicherweise kurzfristig mit diesem Spiel zweier Traditionsteams bei toller Atmosphäre kurzweilig gestalten können“, zog Trainer Thorsten Fink zunächst ein positives Fazit, um dann nachzuschieben: „Es ging hier darum, den Spielern Spielpraxis zu ermöglichen, die zuletzt nicht so zum Zug gekommen sind. Aber wir hätten konsequenter sein müssen, hätten mehr Tore erzielen müssen“, so Fink mit Worten, die auch Victoria-Trainer Lutz Göttling hätte benutzen können. Denn auch der SC ließ insbesondere in der zweiten Halbzeit durch den starken Ex-Paulianer Maurizio d’Urso gute Gelegenheiten aus.
HSV: Neuhaus – Lam (45. Besic), Bruma, Mancienne, Westermann (60. Jansen) – Skjelbred, Tesche, Kacar (60. Ilicevic), Son – Arslan (45. Töre), Berg.
Tore: 0:1 Arslan (2.), 1:1 Rabenhorst (18.), 1:2 Kacar (22.), 1:3 Ilicevic (87.). – Schiedsrichter: Andreas Bandt (ETV). – Zuschauer: 678.*****

Heute wird es zwei Blogs geben – oder besser: heute am späteren Abend wird es vom Testspiel beim SC Victoria eine kurze Aktualisierung des ersten Blogs geben. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass der erste Blog heute anfänglich von einem Spieler dominiert wird, der auf dem Platz einen guten Eindruck macht und diesen außerhalb noch deutlich übertrifft: Tolgay Arslan. Eben jener Spieler, der sieben Monate nach einem ganz üblen Tritt von Wolfsburgs Ashkan Dejagah in einem unbedeutenden Testspiel (!) pausieren musste. Apropos: Auch dieses Foul und insbesondere deren Folgen sind ein Beispiel für die Unverhältnismäßigkeit bei Guerreros Acht-Spiele-Sperre (am Ende dazu zwei sehr lesenswerte Beiträge von Dylan und Eiche!), denn Dejagah bekam nur Gelb.

Aber gut, die Strafe für Guerrero ist nicht mehr abzuändern und in wenigen Tagen steht wieder Bundesliga-Fußball auf dem Programm. Ausgerechnet bei dem Klub, mit dem Arslan „Hass-Duelle“ in der Jugend verbindet. Immerhin spielte der intelligente Dribbler in der C-, der B- und der A-Jugend für Schalkes Erzrivalen Borussia Dortmund. „Auf dem Platz ging es zur Sache und an den Zuschauern war zu erkennen, dass das kein normales Spiel war“, erinnert sich Arslan an die kleinen Ruhrgebiet-Derbys. „Schon deshalb würde ich mich natürlich besonders darauf freuen, am Sonntag auf Schalke aufzulaufen. Für mich ist das ein besonderes Spiel.“

Und danach sieht es aus. Zumindest hat Trainer Thorsten Fink sehr früh angekündigt, dass Arslan aktuell im Kampf um die vakante Guerrero-Position die Nase vorn hat. So früh, weil Arslan damit sehr vernünftig umzugehen weiß. Trotz seiner gerade 21 Jahre Lebenserfahrung und seiner ersten echten Erstliga-Saison wirkt Arslan sehr reif. Und das hat seine Gründe. Nicht allein die schmerzlich lange Pause hat ihn wichtige Erfahrungen sammeln lassen. „Ich bin in dieser Phase eindeutig gewachsen. Ich habe eben etwas früher die Erfahrung gemacht, dass ich mir nie zu sicher sein darf. Die Verletzung hat mir verdeutlicht, wie schnell alles anders sein kann. Eben noch gefeierter Bundesliga-Spieler – und plötzlich ganz raus.“ Sorgen, dass das bei ihm so kommen könnte, hat er jedoch nicht. „Nein, ich glaube an mich und arbeite dafür auch zu hart.“

Der Offensivspieler nutzt dabei außerhalb des normalen Trainings das komplette Spektrum an Trainingsmöglichkeiten. Er trainiert nebenbei. „Mit unserem Physio Nikola Vidovic mache ich zweimal die Woche vor dem Training 30 Minuten Krafttraining. Im Moment ist Beinmuskulatur und Sprungkraft dran“, erzählt Arslan, der beeindruckend offen über sich spricht. „Ich bin offen für alles, was mir gegenüber gut argumentiert wird. Gutes nehme ich doch gerne an, da kann ich doch nichts verlieren.“ So auch bei seinem Mentaltrainer: „Ich nutze diese Möglichkeit schon länger. Und es hilft. Ich bin im Kopf schon deutlich weiter als vor einem Jahr. Ich bin deutlich ruhiger geworden, bin nicht mehr so hektisch. Ich habe gelernt, den Fußball voll zu genießen. Ich liebe diesen Sport und meinen Beruf. Und Spaß ist bekanntlich die beste Motivation…“

Arslan wirkt geerdet. Ebenso wie sein bester Kumpel und Bald-Wieder-HSVer Maximilian Beister, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt – aber eben viel von sich selbst erwartet. Beide verkörpern nicht nur den Umbruch beim HSV, sondern sind das Gegenteil von der oft zitierten „verzogenen Jugend“. Beide zeigen sich devot gegenüber ihren Privilegien und leiten aus ihrem (Luxus-)Leben eher Pflichten denn Rechte ab. Richtig gesund wird das alles – sportlich betrachtet – wenn dazu eine gesunde Portion Selbstvertrauen kommt.

Und die ist da. Bei beiden ehemaligen WG-Partnern. „Ich habe lange warten müssen, aber dann auch gut gearbeitet“, sagt Arslan, „deshalb habe ich zuletzt dreimal die Chance vom Trainer bekommen. Und ich glaube, ich konnte der Mannschaft jedes mal helfen. Wenn ich jetzt weiter dran bleibe, weiter hart und extra trainiere, wird es für jeden schwer.“ Zunächst am Sonntag auf Schalke für seinen ehemaligen Aachen-Teamkollegen Marcel Höger („Wenn ich die Form aus dem Training beibehalte, wird’s schwer für ihn“), der entweder rechts hinten oder auf der Sechs mit Arslan zusammenstoßen könnte. Aber auch für jeden Konkurrenten im eigenen Team. Dass sich der HSV gerade im Angriff nach dem beschlossenen Ende von Arslans Vorbild Mladen Petric („Er ist sehr torgefährlich und bewegt sich sehr gut zwischen den Innenverteidigern. Wir werden gut harmonieren“) beim HSV nach potenziellen Kandidaten umsieht – für Arslan kein Problem. Im Gegenteil: „Ich schaue von Spiel zu Spiel und bin offen für jede Konkurrenz. Sollen sie doch zwei oder drei Neue holen! Am Ende spielt immer der Bessere. Und sollte ich das mal nicht sein, arbeite ich noch länger und noch härter, bis ich es wieder bin.“ Im Moment ist er es. Auch weil Guerrero bekanntermaßen gesperrt ist. Zudem zeugen Heung Min Son und noch deutlich weniger Marcus Berg Anstalten, Arslan zu verdrängen.

Auch wieder obenauf ist Gojko Kacar. Der Serbe wird am Sonntag die Rolle vom gelbgesperrten David Jarolim einnehmen. „Ich hatte schon gegen Stuttgart damit gerechnet, dass ich spiele. Der Trainer hatte mir gesagt, dass es gut sein könnte“, so Kacar, dem am Ende dennoch Rincon vorgezogen wurde, obgleich dieser ein hartes Länderspiel mit Venezuela gegen Spanien (0:5) hinter sich hatte. Nachdem Rincon aber damals versicherte, topfit zu sein, setzte Fink überraschend doch auf den Venezolaner, neben dem Kacar jetzt das Mittelfeld dicht machen will. „Ich will mir meinen Platz zurückerkämpfen“, sagt der oft zurückhaltend wirkende, aber heute betont zielbewusst auftretende Serbe, „ich habe ja in der Hinrunde fast alles gespielt, bis ich in der Vorbereitung und dann auch noch in Köln das Pech hatte, einen Schlag zu bekommen. Aber jetzt bin ich gesund.“

Und mächtig geladen. Wer am Sonnabend beim 0:4 mal auf die HSV-Reservebank geachtet hat, der wird gesehen haben, dass Kacar in seiner schwarzen Winterjacke und dem langen Trainingsanzug fast schon aktiver war als ein Großteil der HSV-Spieler auf dem Platz. Immer wieder gestikulierte er wild. Einmal gegen eine Schiri-Entscheidung – aber vermehrt, um seine Kollegen auf dem Platz zu motivieren, sie anzustacheln. Kurzum: Er machte genau das, was sich die meisten bei ihm vermissen und sich von ihm auf dem Platz wünschen. „ Das Team ist das Wichtigste. Und wenn die Mannschaft zu ruhig wird, versuche ich, sie zu wecken.“ Das stimmte gegen Stuttgart. Aber auf dem Platz habe ich das von ihm noch nicht so oft gesehen – vorsichtig formuliert. Warum das so ist? Kacar zögert, lächelt – und sagt: „Ich will der Mannschaft immer helfen. Auf dem Platz und als Reservist. Mal sehen, was jetzt passiert…“

Zehn Spiele hat Kacar noch Zeit, seinen bisherigen Eindruck beim HSV aufzupolieren. Denn, und das sage ich, obgleich ich Gojko als ausgesprochen sympathischen Teamplayer kennenlernen durfte, bislang konnte Gojko in den bisherigen eindreiviertel Jahren noch nicht überzeugen. Das lag zum einen an Verletzungen, zum anderen an Positionsverschiebungen – aber ganz sicher am meisten an ihm selbst. Das weiß auch Kacar, der sich von seinem Comeback auf Schalke ein Deja-vu-Erlebnis erhofft. Immerhin hatte er beim letzten Spiel auf Schalke erstmals als Innenverteidiger gespielt. Der HSV gewann und Kacar zählte dabei zu den großen Stützen, indem er seinen Gegenspieler aus dem Spiel nahm. Dessen Name? Raul, seines Zeichens Weltklassefußballer von Real Madrid. „Ich habe mit dem Handy anschließend ein Foto gemacht. Damals wurde mir eine Statistik nach dem Spiel vorgelegt, in der die beiden Topstürmer Raul und Ruud van Nistelrooy miteinander vergleichen wurden. Es wurde verglichen, wer mehr Wirkung für seine Mannschaft erzielen konnte. Und alle Daten sprachen mehr als deutlich für unseren Ruud, der damals ja auch das Siegtor gemacht hatte“, freut sich Kacar, der Grund für Rauls schlechte Daten.

Und nach dem sehr überzeugenden Arslan, überzeugte uns Kacar heute mit seinem Optimismus. „Wir werden nach der schmerzhaften Niederlage gegen Stuttgart eine Reaktion zeigen. Und Schalke ist mental nicht wirklich gut drauf. Die haben gesperrte und verletzte wichtige Spieler. Für Kacar ein guter Moment, die eigene Tabellensituation zu verbessern. „Unsere Situation ist schlecht. Das ist nicht unser Tabellenplatz. Wir müssen noch höher kommen. Oder besser: Wir werden noch höher kommen. Dafür gibt es noch etliche Spiele, um das zu verbessern.“ Allerdings, das betont Kacar, müssten er und seine Kollegen dafür eine mächtige Steigerung bei Heimspielen hinlegen: „Wenn wir zu Hause so spielen würden wie auswärts, wäre alles gut. In der Heimtabelle sind wir Letzter – das ärgert mich tierisch.“ Nur gut, dass es am Sonntag zunächst wieder ein Auswärtsspiel ist.

In diesem Sinne, nachher (so gegen 21.30 Uhr) ergänze ich diesen Artikel mit dem Spielverlauf des (Auswärts-)Testspiels beim SC Victoria. Und ich setze Euch – wie versprochen – wieder zwei sehr lesenswerte Blogbeiträge, stellvertretend für die vielen anderen sehr interessanten Posts, ans Textende.

Scholle

Anbei die Beiträge. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber in beiden Posts finde ich mich irgendwo wieder! Aber lest selbst:

Von Dylan:

Hier nochmal etwas zu der Geschichtsverklitterung und der Meinung „früher war alles nicht so wild” – allein das man 30 Jahre danach noch dieses Foul kennt…
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Dann, nach dem gewonnenen Elfmeterschießen, nach dem Jubel, der grenzenlos war, weil das Team von Bundestrainer Jupp Derwall einen 1:3-Rückstand in der Verlängerung ausgeglichen hatte in diesem Jahrhundertspiel, der zweite folgenreiche Fehler. Noch auf dem Rasen sprach ihn ein Journalist auf Battiston an, der Franzose habe zwei Zähne verloren. Daraufhin sagte Schumacher diesen berühmten Satz: „Wenn es nur das ist, bin ich gerne bereit, ihm Jacketkronen zu kaufen.“ Das sei nicht böse gemeint gewesen, sagt er heute, „ich war einfach nur erleichtert, dass nicht mehr passiert war.“ Doch die Presse reagiert entsprechend. „Toni Schumacher, Beruf Unmensch. Er ist ein kleiner armseliger Wicht, ein Schwächling, der es nötig hat, andere zu verletzen“, schrieb beispielsweise die Sportzeitung L’Equipe.

Von diesen Dimensionen ahnt von den Spielern und Funktionären an diesem Abend keiner etwas. Keiner vom DFB-Stab bittet Schumacher zur Entschuldigung ins Krankenhaus, wo Battiston mit Wirbelbruch und Gehirnerschütterung liegt. Sie fliegen sofort nach Madrid, zum Finale. Erst dort erkennt Schumacher, was er angerichtet hat – während eines Telefonats mit seiner Mutter. „Es war schlimm, Harald. Es hat ganz übel ausgesehen, Junge.“ Sie hat diese vielen Wiederholungen im Fernsehen gesehen, die ihren Sohn als Unmensch zeichneten. Dass die Deutschen danach das Finale mit 1:3 gegen Italien verlieren, geriet zur Nebensache. Waren doch, so schrieb der Fußballhistoriker Schulze-Marmeling später, „die Bösewichte der Weltgeschichte mit diesem Spiel auch zu den Bösewichten des Weltfußballs
geworden“. Auch angesichts des vorangegangenen Skandalspiels von Gijon, als die Deutschen durch einen Nichtangriffspakt gegen Österreich (1:0) die
Zwischenrunde erreichten.

Als sich Schumacher ein paar Wochen später bei Battiston entschuldigte, erschienen in Metz mehr als 100 Journalisten, 20 Kameras filmen den Händedruck. Bis sich der Zorn des Publikums legte, dauerte es jedoch Jahre. Schumacher wurde „mit Psychoterror am Telefon verfolgt. In Briefen drohte man mir die Entführung meiner Kinder und Terroranschläge gegen meinen Klub an“ – Deutsche wohlgemerkt, nicht Franzosen.
http://www.tagesspiegel.de/sport/fussball/fussball-geschichte-das-monster-von-sevilla/980238.html
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Unten der Satz “Deutsche wohlgemerkt keine Franzosen” sollte wohl deine Aussage Trapper widerlegen es kam damals nur etwas von französischer Seite …auch in D haben nicht alle oder die wenigsten Beifall geklatscht. Aber in HH gab es ja paar verirrte die Paolo noch angestachelt haben sollen wie man las.

Und der von Eiche:

So so, Guerrero braucht psychologische Hilfe. Die Medien machen Meinung, ganz tolle Trainer und offizielle geben ihre Einschätzungen ab. Wie kann so etwas vorkommen? Ja, unglaublich, oder?.
Die Fans denken in Teilen schon, Guerrero ist in unserer Gesellschaft stigmatisiert, nicht mehr tragbar. Am besten, er verlässt Deutschland. Im Gegensatz zu U-Bahnschlägern, die grundlos Menschen totschlagen, Kinderschändern, Mördern und Vergewaltigern, die dürfen alle wieder in unsere Gesellschaft nach Verbüßen ihrer Strafe integriert sein. Guerrero sollte Deutschland verlassen. Er schadet dem HSV und bekommt eh keine faire Chance mehr in unserem Land.
Thomas Schaaf hat sich gestern empört über das Foul. Und Herr Fink verteidigt seinen Spieler noch, so wie ich jetzt auch. Ich gehöre also temporär mit Thorsten Fink zu einer Randgruppe unserer Gesellschaft. Wie kann man nur Guerrero verteidigen? Herr Schaaf, können Sie sich erinnern was vor einige Jahren so los war in
der Bundesliga? Da gab es einen kleinen Brasilianer, der war gut. Regelmäßig trat er aber fies hinter dem Rücken der Schiedsrichter teilweise auch vor deren Augen,auf ganz linke Art in seine Gegenspieler. Bis eines Tages das Fass überlief. Er rastete aus und würgte einen Gegenspieler auf dem Platz. Rot und Sperre! So weit, so gut. Sie Herr Schaaf, verteidigten diesen Jungen. Er musste regelmäßig einstecken, wurde getreten. Einmal brannte ihm die Sicherung durch. Das war menschlich und die gesellschaftliche Verurteilung ging ihnen zu weit, Herr Schaaf.
Ja, so war das. Und wissen Sie was? Ich konnte ihren Standpunkt nachvollziehen.
Der Herr Klopp, unsere Trainerkoryphäe! Ein Spieler muss sich unter Kontrolle haben, hat Vorbildfunktion. So etwas geht nicht, wie kann mansich nur so vergessen. Ja, Herr Klopp, wie kann man nur seine Fassung verlieren. Kann man sich gar nicht vorstellen, oder Herr Klopp?
Kennen Sie einen Trainer, der regelmäßig total aus der Fassung gerät? Der wie ein Irrer den 4. Offiziellen bepöbelt, völlig außer sich vor Wut. So dermaßen außer Kontrolle, dass es bis hin zu einer körperlichen Attacke gegen den 4. Offiziellen ging. Kann man, wenn man voll mit Adrenalin ist tatsächlich so dermaßen neben der Kappe liegen, dass man sich so vergisst, Herr Klopp? Ein Trainer, der einen Schiedsrichter, einen der noch nicht mal selbst entscheidet in dem Moment, sondern nur von außen zusieht, körperlich attackiert, ist so ein Trainer tragbar in der Bundesliga? Wie sieht’s aus Herr Klopp?
Langer Rede, kurzer Sinn. Es ist eine Schweinerei was da jetzt abläuft. Und alle die Klopps und Schaafs dieser Welt sollten mal ihre eigene Geschichte nicht vergessen, bevor sie sich zu Moralaposteln aufspielen und die Gesellschaft so beeinflussen, dass ein Mensch besser Deutschland verlassen sollte wegen eines rüden Foulspieles.

Unfassbar!

3:0 gegen Marbella – der vierte Sieg im vierten Test

11. Januar 2012

Es war nur ein ganz kurzer Moment – aber ein begehrtes Foto wäre es allemal gewesen, als sich heute um 10.38 Uhr HSV-Trainer Thorsten Fink und Basels Mittelfeld-Juwel Granit Xhaka am Trainingsplatz begrüßten. Dafür eilte Fink extra vom Platz aus zur Buseinfahrt des Marbella Football Centers, während seine Mannschaft weitertrainierte. Zwar hatte er nicht einzig Xhaka im Hinterkopf – aber eben auch. Und so kam es, dass sich der HSV-Coach und der 19-jährige Baseler innig umarmten. So überraschend und so schnell, dass es kein Fotograf festzuhalten vermochte. JU aus Q war mit seinem Handy natürlich sofort zur Stelle – aber auch er erfasste nur noch, wie sich Fink und Xhaka wieder trennten. Wobei, und da sind wir uns sicher alle einig, das eh wenig Bedeutung für den aktuellen Fall haben dürfte. Da geht es vielmehr um Vertragslaufzeiten, einen bestehenden Vertrag und eine hohe Ablösesumme.

Etwas interessanter und entscheidender kann da schon die kurze Umarmung Finks mit David Jarolim gewesen sein. Der Trainer hatte seinen Dienstältesten vor ein paar Tagen zum Gespräch auf dem Platz gebeten. Dabei erklärte Fink seinem Spieler, dass er ihn bei dessen Entscheidung – egal in welche Richtung sie gehen wird – unterstützen wolle. Sollte sich Jarolim also doch dafür entscheiden, in Hamburg zu bleiben, versprach Fink ihm eine ehrliche Chance. Allerdings erklärte der HSV-Trainer dem Tschechen, dass er mit ihm als Ersatz für Tomas Rincon plane. Der Venezolaner gilt im zentral-defensiven Mittelfeld als gesetzt und präsentierte sich im Trainingslager in guter Verfassung. Und der Platz daneben scheint an Robert Tesche zu gehen, nachdem Gojko Kacar verletzt ausfiel und noch immer ausfällt.

Der ehemalige Bielefelder hat die Tage im Trainingslager – natürlich auch durch die Verletzungen von Kacar und den kurzfristigen Ausfall von Per Skjelbred (Schienbeinprellung) – für sich nutzen können. Gestern gegen ADO Den Haag überzeugte der Mittelfeldmann. Allerdings nur in der ersten Halbzeit. Wie so oft wechselten sich bei dem 24-Jährigen Licht und Schatten schnell ab. „Er hat eigentlich alles, was man braucht“, hatten mir Armin Veh, Michael Oenning und der damalige Sportchef Dietmar Beiersdorfer gesagt, und dabei das sportliche Gesamtpaket Tesches hervorgehoben. Denn der gebürtige Wismarer hat einen starken linken und einen starken rechten Fuß, er ist ballsicher, passsicher, zweikampfstark, er hat ein sehr gutes Kopfballspiel, ist torgefährlich aber eben auch sehr gut defensiv einsetzbar. Gegen den Haag überzeugte Tesche sogar mit Kreativität – allerdings wieder nur teilweise.

Es ist immer dasselbe. Tesche wirkt „zu sehr in sich gekehrt“, hatte es einst Veh formuliert und von dem Gescholtenen gefordert, dass er endlich seinen Durchbruch schaffen müsse, wenn er in der Bundesliga dauerhaft eine Chance haben wolle. „Gestern ist er dann wohl aus sich herausgekommen“, lobte der aktuelle HSV-Trainer Thorsten Fink heute, „und er hat ein gutes Spiel gemacht.“ Tesche selbst sieht es ähnlich: „Ich rede deshalb aber noch nicht von der Stammelf“, so Tesche, „auch wenn mein klares Ziel ist, dass ich mehr spielen will.“ Eine Forderung, die der Allrounder vor genau einem Jahr schon einmal formulierte, damals mit einem Angebot von Hannover 96 im Gepäck. „Die Chance hätte ich genutzt, aber man wollte mich nicht gehen lassen. Und jetzt läuft es hier ganz gut.“ Die Appelle seiner Trainer in den bisherigen 2,5 Jahren beim HSV scheinen erhört worden zu sein. Tesche: „Na klar, mein Ziel ist es, das jetzt umzusetzen.“

Wie eben gegen Den Haag, in der in der ersten Halbzeit die vermeintlich stärksten elf Hamburger aufgelaufen sind. Tesche scheint auf dem Sprung in die Startelf für das erste Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund am 22. Januar in der Imtech-Arena. Und das trotz anhaltender Schwankungen, trotz der eher schwachen zweiten Halbzeit am Dienstag? Fink überlegt kurz, nickt und fordert, was seine Vorgänger bereits formuliert hatten: „Klar ist, Robert muss sich jetzt mal über längere Zeit beweisen. Denn wir haben auch andere Spieler, die auf der Position gut sind.“

Wobei Fink sicher weniger an Jarolim denn an Skjelbred oder Kacar gedacht haben dürfte. Hart, aber wohl die bittere Wahrheit für Jarolim, der sich weiterhin darum bemüht, den Verein zu verlassen. Und das mit klaren Vorstellungen. „Ich will mehr spielen, das ist klar. Und ich werde nicht wechseln, nur um zu wechseln. Ich werde keine Notlösung wählen.“ Schließlich wird es aller Voraussicht nach der letzte Verein für den 32-Jährigen werden. „Davon gehe ich aus“, so Jarolim, „deshalb werde ich nur wechseln, wenn es für mich auch über den Sommer hinaus Sinn macht und optimal ist.“ Um das zu schaffen, ist der Mittelfeldmann fast täglich im Kontakt mit seinem Berater Gordon Stipic – obgleich der seinem Mandanten noch keine Optimallösung präsentieren konnte.

Aber Jarolim bleibt ruhig. In allen Belangen. „Wir haben noch drei Wochen Zeit, um uns zu entscheiden. Und auch wenn ich hier bleiben muss bis Sommer, werde ich positiv bleiben. Ich muss diese Entscheidung des Trainers akzeptieren und werde mich weiterhin ganz normal in den Dienst der Mannschaft stellen. Ich verändere deshalb nicht mich. Noch weniger meinen Charakter. Es war auch klar, dass es nicht leicht wird, in der kurzen Winter-Wechselperiode etwas zu machen.“ Ob es dennoch schmerzt, dass er nach all den Jahren so in die zweite Reihe gedrückt wurde? „So ist der Profifußball nun einmal. Da brauche ich auch gar nicht erst rumzuheulen. Vielmehr denke ich, dass ich noch das eine oder andere Spiel machen werde, wenn ich bleiben sollte.“

Wie heute gegen UD Marbella, einen spanischen Viertligisten. Zusammen mit Per Skjelbred agierte Jaro im zentralen Mittelfeld. Und das weitgehend unauffällig. Zwar hatte der HSV nach drei Schusschancen für Arslan (6.), Sala (8.) und Lam in der elften Minute schon drei halbe Möglichkeiten zur Führung und verpasste durch Son per Freistoß (17.) und Mancienne per Kopfball jeweils an die Latte eine verdiente Führung, allerdings ohne direktes Zutun des dienstältesten HSVers.

Auch die ersten beiden Tore besorgte jemand anderes: Tolgay Arslan (52. und 56). Zunächst per Flachschuss ins lange Eck und anschließend per Strafstoß nach Foul an ihm selbst. Arslan war es auch, der seinen Gegenspieler nach der 2:0-Führung so in Rage brachte, dass dieser sich nicht mehr zu helfen wusste, nachtrat und des Feldes verwiesen wurde.

Und nachdem Son in der 85. Minute nach Pass von Lam noch die Chance aufs 3:0 verpasste, traf er in der 90. Minute zum 3:0-Endstand. “Ein gelungener Abschluss. Wir haben eine gute Einstellung gezeigt”, so Fink, der damit nach drei wirklich ansehnlichen, interessanten Tests gegen Benelux-Teams im vierten, eher unspektakulären Spiel den vierten Sieg feiern durfte.
So haben sie gespielt: Mickel (46. Neuhaus) – Bergmann, Mancienne, Rajkovic, Sternberg – Sala, Jarolim, Skjelbred, Lam – Arslan (62. Ingreso), Son.

Ach ja, und dann noch eine schöne Geschichte mit einem leider nicht so schönen Part: Mit ein paar geschätzten Kollegen hatte ich das große Glück, mir zwei Spiele des FC Malaga ansehen zu können. Eben jenen Klub, bei dem mit Joris Mathijsen und Ruud van Nistelrooy zwei ehemalige HSVer spielen. Nach dem ersten Spiel gegen Atletico Madrid waren wir mit Joris Mathijsen in der Mixed Zone verabredet – und der kam, sprach mit uns. Und Joris, der bei dem vorausgegangenen 0:0 die gesamten 90 Minuten auf der Bank saß, wirkte verbittert. Kein Wort wollte er über den HSV sprechen. Er sei gut angekommen in Marbella (hier wohnt er), fühle sich nach anfänglichen Gewöhnungsproblemen auch wohl – allerdings sei der FC Malaga noch nicht das, was er sich erhofft habe. Dennoch, den HSV verlassen zu haben bereue er nicht. „Nein“, so Mathijsen, „ich will nicht mehr über den HSV sprechen, das Thema ist abgehakt aus verschiedenen Gründen, die keine Rolle mehr spielen.“

Okay, das ist oft so, wenn Spieler wie Mathijsen beim HSV keinen neuen Vertrag bekommen. Allerdings ist es allemal besser, zu sagen, dass man nicht mehr über den HSV sprechen will, als sich so zu verhalten wie Ruud van Nistelrooy. Der aussortierte ehemalige Weltstar und Held meiner (späten) Jugend lieferte das ab, was man ihm in Hamburg auf Vorstandsebene nachgesagt hatte. Nachdem wir von der FC-Pressebetreuerin Susana Abella Adame trotz erster Absage doch noch Karten für das Copa-del-Rey-Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid am Dienstag doch noch Karten bekommen hatten und mit uns 12 niederländische Journalisten angefragt hatten, wurde Ruud für die Mixed Zone angekündigt. Dementsprechend warteten wir nach der 0:1-Niederlage des FC auf den einstigen Weltstar. Allein, er erschien nicht.

Dafür aber heute im Marbella Football Center zum heutigen Test. Mit seinem Sohn Liam (3) begrüßte er ehemalige Weggefährten. Als wir ihn darauf ansprachen, dass wir auf ihn gewartet hätten, lachte er kurz. Ich dachte zuerst, es sei nett, revidierte aber nach seiner Aussage: „Ich war auch da – nur nicht da, wo ihr wart.“ Ob wir ihn denn jetzt bei der Gelegenheit kurz sprechen könnten? Zunächst keine Antwort. Dann in despektierlichem Ton: „Nein. Aber viel Glück.“

Danke Ruud. Oder besser: Danke für nichts. Außer für die Erkenntnis, dass Du als Idol für mich nicht mehr geeignet bist. Trotzdem, und das meine ich ehrlich: auch Dir viel Glück!

In diesem Sinne, bis morgen! Dann mit dem Trainingslager-Fazit des Trainers.
Scholle (18.26 Uhr)

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