Archiv für das Tag 'van Nistelrooy'

Die Konkurrenz siegt – und Rudnevs trifft!

25. Januar 2014

Außer Spesen nichts gewesen. Einmal Volkspark hin und zurück, aber die Spieler nicht einmal in kurzen Hosen gesehen. Nicht mal in langen. Als ich zum Training kam, fuhren die ersten HSV-Profis bereits wieder nach Hause. Dabei war ich nicht zu spät – der HSV, wahrscheinlich ja der Trainer – hatte die bitterkalte Übungseinheit kurzfristig vorverlegt. So konnte ich dann wieder ins Auto springen – und wenigstens die zweite Halbzeit in der Bundesliga verfolgen. Und wo ich gerade dabei bin, in Dortmund ist gerade das 1:1 gefallen – und Sky-Reporter Fritz von Thurn und Taxis sagt zum Eigentor: „Money, Money, Money . . .“ Weil der Dortmunder Sven Bender das 1:1 geschossen hat, der „alte Fritz“ hat dabei wohl an Abba gedacht. Oder an die Torprämie, die sich Sven Bender nun aus Augsburg holen darf . . . Ja, auch das ist Fußball. Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech hinzu. Ging nicht nur „Money“ Bender so, sondern auch mir. Und? Richtig! Da muss man durch.

Matz_ab_ankuendigung_2000_Uhr

Ja, und der HSV? Es sollen alle gesund vom Platz gegangen sein. Weder war einer verletzt, noch ist einer erfroren. Bert van Marwijk hat, sicher ist sicher (falls ein Schalker Spion da war), nicht elf gegen elf spielen lassen, sodass nicht erkennbar war, wer denn nun morgen in der Startformation stehen wird. „Scholle“ hat es ja gestern bereits getippt (oder spekuliert), ich schließe mich dem nur an. Heiko Westermann wird hinten drin spielen, Zhi Gin Lam auch (rechts), und auf der Sechs darf Tolgay Arslan ran. Wohl ran. Ganz Genaues weiß man nicht, das ist ja auch ganz allein Sache des Trainers. Für mich ist es auch nicht die wichtigste Frage, wer spielt, sondern nur eine Frage, wie er spielt. Wie sie alle spielen. Jeder weiß doch, um was es hier geht, trotz der arktischen Temperaturen muss ein jeder HSV-Profi brennen.

Dafür muss auch der Coach sorgen. Mit seiner Ansprache muss Bert van Marwijk seine Jungs so richtig heiß machen – so sie es dann nicht schon von alleine sind. Der Niederländer hat über das Schalke-Spiel verraten: „Noch in der Kabine nach der Niederlage gegen Mainz habe ich den Spielern gesagt, dass jetzt nur Schalke zählt. Nur dieses Spiel ist wichtig, nur das. Auf dieses Spiel ist die ganz Vorbereitung abgestimmt, nur auf dieses eine Spiel.“ Dann mal los! Bei bislang nur zwei mickrigen Heimsiegen ist das eine mutige Aussage – aber vielleicht helfen ja die beiden „Neuen“. Irgendwie ist Ola John für mich der große Hoffnungsträger im harten Abstiegskampf, auch wenn er wahrscheinlich nicht von Anfang an spielen und stürmen wird, doch es geht ja auch als Joker. Übrigens, jetzt, wo die ersten Sonnabend-Spiele beendet sind: Artjoms Rudnevs trifft zum 1:0 für Hannover 96 (1:1 Ivica Olic – die kennen wir doch, oder?) – und der „kleine HSV“ gewinnt beim grün-weißen „Geheimfavoriten“ 3:1. Und da auch Nürnberg gewinnt (4:0 gegen den nächsten HSV-Gegner Hoffenheim!) und der SC Freiburg 3:2 gegen Leverkusen siegt – warm anziehen! Ganz warm anziehen! Der HSV rangiert an diesem Sonnabend um 17.30 Uhr an Platz 15, aber Frankfurt könnte am Abend noch mit einem Sieg über Hertha BSC vorbeiziehen. Und der Tabellenvorletzte Nürnberg ist vom HSV nur noch zwei Punkte entfernt. Daumen drücken!

Für den „großen HSV“ können wir jetzt bis zum Anpfiff ohnehin nicht mehr viel tun – außer Daumen drücken. Alles andere muss jetzt und am Sonntag von 17.30 Uhr an von den Spielern erledigt werden. Und da bei Schalke Julian Draxler fehlt und zudem der große HSV-„Killer“ Klaas Jan Huntelaar zunächst nur auf der Bank sitzen wird, habe ich auch kein ganz so schlechtes Gefühl (für den HSV). Sie sollten, die Hamburger, allerdings ein wenig auf Jefferson Farfan (in Super-Verfassung zurzeit) aufpassen, und dazu auch ein bisschen auf den „kleinen“ Max Meyer.

Und dann hoffen wir Hamburger und jeder HSV-Fan, dass es klappt. Ich habe im Abendblatt ja 2:0 getippt – 2:0. Wobei mir mein Freund „Petermann“ verbal den Vogel gezeigt hat: „Wovon träumst du eigentlich in der Nacht?“ Vom HSV. Ist, gebe ich zu, nicht immer ganz schön. So muss es wohl auch einem „Ehemaligen“ gehen. Ruud van Nistelrooy hat sich in dieser Woche zum HSV geäußert, er meinte auf „Sport1“: „In Hamburg wird immer noch ein Umbruch gemacht, zum wievielten Male eigentlich? Immer wieder ein Umbruch, Jahr für Jahr. Ich hoffe für den HSV, dass dieser neue Umbruch den Verein mal wieder hoch bringt, dass es dem HSV dann mal wieder gut geht. Das hoffe ich echt.“

Wer nicht, mein Ruud, wer nicht?

Ja, der im Umbruch befindliche HSV, was hat er in den letzten Jahren nicht alles an guten Spielern gehabt?! Gehabt! Fast alle guten Jungs sind weg, sind Hamburger Geschichte. Wenn ich da so an Freitag denke, an Mönchengladbach gegen Bayern. Aber hallo. Was hat sich der Jerome Boateng gemacht!? Der spielt eine Weltklasse-Partie nach der anderen. Der hat gestern, so glaube ich, nicht einen Fehler gemacht – überragend, ganz einfach überragend. Und wo ich gerade bei diesem „Eröffnungsspiel“ bin: Irgendein Anhang, ob der von Gladbach oder vom FC Bayern, hat dem HSV-Anhang ja ein Lied geklaut. „Immer Erste Liga.“ Ich dachte, ich träume. „Immer Erste Liga“, ja das ist der HSV, und andere übernehmen es für sich – so gesehen kann sich die HSV-Anhängerschaft ja die Hände reiben: Die „große“ Konkurrenz klaut in Hamburg. Das hat schon was. Wenn es schon nicht die Fußballer sind, die sich in den Mittelpunkt drängen, dann ist es wenigstens noch der Anhang. Glückwunsch. Da hat sich eine Idee verselbständigt.

So, ich komme ins Schwafeln. Aber einen habe ich noch. Neues von Thomas Doll. Der ist ja bekanntlich Trainer des ungarischen Traditions-Clubs Ferencvaros Budapest und hat das erste Testspiel mit 5:1 gegen einen Drittliga-Verein gewonnen. Nach dem Schlusspfiff wurden die Spieler und vor allem der Coach lautstark gefeiert. Und ich drück Thomas Doll kräftig die Daumen, dass das so weitergehen wird für ihn. Denn ich halte ihn immer noch für einen sehr guten Trainer – weil ich doch weiß, was ich von ihm in Ochsenzoll und im Volkspark gesehen habe.

Zu diesem Thema sendet der NDR an diesem Sonntag einen besonderen Bericht:

Thomas Doll hofft perspektivisch auf eine Rückkehr in die Bundesliga. “Ich werde eines Tages wieder in der Bundesliga auf der Trainerbank sitzen – das weiß ich. Wenn man seriös arbeitet und einen guten Job macht, dann ist auch alles wieder möglich”, sagte der 47 Jahre alte Trainer bei den Dreharbeiten zur Sportclub Reportage („Fußballtrainer im Wartestand“, Sonntag, 23.35 Uhr, im NDR Fernsehen).

Nach zwei Jahren ohne Trainerjob hat der ehemalige Coach des Hamburger SV und von Borussia Dortmund gerade seinen neuen Posten beim ungarischen Erstligisten Ferencvaros Budapest angetreten. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass er gerne in Deutschland geblieben wäre: „Zurzeit ist es aber so, dass es schwer ist für mich in der Bundesliga. Das ist schließlich kein Wunschkonzert.“

So, und nun habe ich zum Thema Mitgliederversammlung noch eine besonderen Mail erhalten. Und zwar von einem HSV-Mitglied, das am vergangenen Sonntag in Saal eins sitzen „musste“, weil die große Halle H schon wegen Überfüllung geschlossen worden war. Da ich bis zu dieser Mail keine Ahnung hatte, was im Saal eins los war, habe ich mich gefreut, davon zu erfahren. Für alle, die es ebenfalls interessiert – und noch ein wenig mehr als nur Saal eins:

Lieber Dieter!

Heute schreibe ich weniger den Blogvater-Dieter an, sondern vielmehr den HSV-Plus-Unterstützer und -Fan Dieter.

Da ich am vergangenen Freitag im Saal 1 des CCH war, haben wir uns leider nicht persönlich getroffen. Dennoch freue ich mich sehr, dass HSV-Plus die erste Hürde genommen hat. Vielen Dank auch dafür, dass du meine Frage aufgegriffen und im Forum meiner Meinung nach sehr hilfreich damit beantwortet hast, dass nicht taktisch gewählt werden, sondern vielmehr lediglich seinem Favoriten die Stimme gegeben werden sollte. Wie von mir befürchtet, zielten genau darauf ja verschiedene Konzepte ab.
Glücklicherweise ohne Erfolg. Allerdings ist dies wirklich nur das 1:0 für HSV-Plus gewesen. Beim anschließenden Tagesordnungspunkt fiel zwar noch nicht der Ausgleich, aber wir spielen nur noch mit zehn Mann, wenn man es mal in die Fußballersprache übersetzen will.
Wenn ich richtig informiert bin, dann stehst du dem Thema Fernwahl durchaus kritischer gegenüber. Ich plädiere dafür zwar grundsätzlich, halte diese Frage jedoch – und da bin ich bei Dr. Krohn – für eher nebensächlich, sofern HSV-Plus wirklich umgesetzt wird. Allerdings liegt genau dort das Problem. Sofern die fehlenden Prozente für die Fernwahl erreicht worden wären, wäre die endgültige Zustimmung für HSV-Plus wohl nur Formsache gewesen. So bin ich mir da leider nicht so sicher…

Getragen wird diese Befürchtung insbesondere von meinen Beobachtungen auf der vergangenen Mitgliederversammlung. So konnte ich im Saal 1 nach dem Vortrag Rieckhoffs nahezu ausschließlich Begeisterung vernehmen, keine Pfiffe oder Kritik, sondern eine absolut überwältigende Mehrheit, die das Konzept mit stehenden Ovationen gefeiert hat. Die anderen Konzepte hingegen erhielten nur ganz vereinzelt Applaus. Der Saal hatte zudem diverse Lücken.
Als es dann jedoch zur Abstimmung und den finalen Schlussworten kam, herrschte ein etwas anderes Bild vor. Der Saal war mittlerweile sehr gut besucht und von dem zuvor fast leeren Oberrang ertönten deutlich hörbare Pfiffe zu Rieckhoffs Konzept sowie ebenfalls deutlicher Jubel zum Konzept “HSV-Reform”. Ähnlich verhielt es sich bei der Frage zur Fernwahl, deren Ablehnung frenetisch bejubelt wurde. Was ich damit sagen will: Scheinbar wusste eine große Gruppe von Leuten, wann die Abstimmung ungefähr stattfindet. Zu genau diesem Zeitpunkt hat sie sich eingefunden. Die Tatsache, dass diese Gruppe relativ geschlossen auftrat – und dann auch für Unruhe im hinteren Bereich von Saal 1 gesorgt hat – lässt zudem befürchten, dass es sich dabei um eine organisierte Gruppe handelt. Von wem auch immer diese organisiert wurde… Befürchtet werden muss nun, dass diese “Organisation” im Sommer noch größeren Umfang erreichen wird, zumal ich bereits (nicht wenige) Stimmen vernommen habe, die sagten, dass sie sich nicht noch einmal zehn Stunden Versammlung antun werden und es die verbliebenen Mitglieder schon richten würden. Sofern viele so denken wäre dies natürlich absolut fatal…

Daher habe ich mir einmal Gedanken gemacht, wie zumindest ein “Sicherheitsnetz” gespannt werden könnte. Diese Vorgehensweise ist möglicherweise auch nicht uneingeschränkt fair, das sind die Überlegungen der HSV-Plus-Gegner aber erst recht nicht. Fakt ist, dass die Abstimmung zur Fernwahl nur gescheitert ist, da bereits diverse Familienväter zu dieser späten Stunde den Saal verlassen hatten und ihre Ja-Stimmen somit nicht mehr zur Verfügung standen. Gleichzeit waren zu diesem Zeitpunkt die “Gegner” von HSV-Plus deutlich zahlreicher im Versammlungsraum vertreten, als dies noch zu Beginn der Veranstaltung der Fall war. “Geradegerückt” werden könnte diese Situation nur dadurch, dass der TOP Fernwahl erneut auf die Liste aufgenommen wird. Ergeben würde sich – nach stundenlanger Diskussion über HSV-Plus und deren – ich will es nicht hoffen – Ablehnung durch wenige Stimmen jedoch im Anschluss nur wieder die gleiche Situation. Die Abstimmung zur Fernwahl scheitert, HSV-Plus dann im Zweifel ebenfalls auf Jahre, da die nötige Mehrheit knapp nicht erreicht wird. “Geknackt” werden könnte dieser Teufelskreis dann nur durch Zustimmung zur Fernwahl. Wie aber könnte diese relativ sicher erreicht werden? Zunächst steht der TOP am Ende der Tagesordnungsliste (so wird es ja vermutlich sowieso automatisch kommen). Direkt nach den Begrüßungsworten wird ein Antrag auf Änderung der Geschäftsordnung gestellt. Den überwiegend HSV-Plus-affinen Mitgliedern wird erläutert, dass eine Abstimmung am Ende unfair wäre, da viele Mitglieder dann schon zu Hause sind. Zudem werden alle HSV-Plus-Befürworter (die zumindest zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 75% betragen sollten) darum gebeten, dass sie ihre Stimme abgeben, damit – im Falle einer Ablehnung des Antrages – ALLE Mitglieder die Möglichkeit haben, sich zu diesem brisanten Thema durch Stimmabgabe zu äußern.

Eine solche Begründung – vorgetragen durch einen erfahrenen und charismatischen Redner wie z. B. Sven Kröger – sollte die 50 Prozent Mehrheit erhalten. Anschließend würde über das Thema Fernwahl abgestimmt und zwar dann, wenn noch der Großteil der HSV-Plus-Befürworter im Raum ist und vor allem bevor die HSV-Plus-Gegner ihre Mannen komplett herangekarrt haben. Eine Zustimmung zur Fernwahl würde dann zumindest Gewissheit geben, dass HSV-Plus auf einer nachfolgenden Mitgliederversammlung ausreichend Zustimmung erhält.

Meine Zeilen sind – wie eingangs erwähnt – der Befürchtung geschuldet, dass gewisse Stellen alles daran setzen werden, um den tatsächlichen Willen der HSV-Mitglieder zu “unterwandern”. Diese grundlegende Entscheidung sollte meiner Meinung nach im Zweifelsfall sowieso von allen HSVern getroffen werden und würde dann sicherlich auf eine Zustimmung von 80 – 90 Prozent kommen. Nur ist die Situation eben wie sie ist, und da ist es meiner Meinung nach zumindest eine denkbare “Notlösung” im Rahmen der vorliegenden Satzung zu handeln und den Kritikern von HSV-Plus nicht alle “Spielchen” durchgehen zu lassen.

Damit ist Ende für heute, morgen sind die „Helden“ gefragt und gefordert. Wir haben nach dem Spiel wieder „Matz ab live“ auf dem Programm, unsere Gäste sind das ehemalige Aufsichtsrats-Mitglied Axel Formeseyn und der frühere HSV-Torwart Jürgen Stars. Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns einschalten würdet.

Und noch einmal zurück zur Bundesliga von heute – und „Money, Money, Money“: Dortmunds Sahin traf zum 2:1, und damit war das Eigentor vom Tisch, aber Augsburg glich doch noch aus – zum 2:2-Endstand. Doch armer „Money“ Bender?

19.04 Uhr – bei Frankfurt – Hertha heißt es immer noch 0:0.
Ach, ich hätte es nicht schreiben dürfen – um 19.07 Uhr steht der HSV auf dem Relegationsplatz, denn Meier, ausgerechnet unser Alex Meier, schießt die Eintracht 1:0 in Führung. Prost Mahlzeit!

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