Archiv für das Tag 'van Marwijk'

***Aktualisiert***Cleber ist da – und Tah soll bleiben

20. August 2014

***Aktualisiert: HSV diskutiert Verleihe von Jonathan #Tah, sagt Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer bei NDR 90,3.***

Während in der Imtech-Arena die komplette HSV-AG-Belegschaft den Worten ihres Vorsitzenden Dietmar Beiersdorfers lauschten, kam der neue Innenverteidiger des HSV, Cléber Janderson Pareira Reis, pünktlich um 14.25 Uhr in Fuhlsbüttel an. Als Entourage hatte er einen Freund und seinen Berater dabei. Alle drei fuhren vom Flughafen ins Elysee-Hotel, wo der Brasilianer leben wird, bis er eine eigenen Bleibe gefunden hat. Wobei das alles natürlich seine Unterschrift voraussetzt. Für vier Jahre soll der Innenverteidiger bleiben, sofern nichts Unerwartetes passiert und er den Medizincheck am Donnerstag besteht. Morgen Abend wäre der Deal dann perfekt. Der HSV wäre um einen Innenverteidiger reicher – und um drei Millionen Euro ärmer, denn so viel muss Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer als Ablösesumme an Corinthians überweisen.

Dass Cléber gern sofort spielen würde ist logisch. Allerdings erscheint das bei nur einer Einheit vorweg (zudem die meist kürzere, weniger intensive Abschlusseinheit) eher unwahrscheinlich. Zudem hat der HSV mit Johan Djourou, Heiko Westermann und Jonathan Tah drei gesunde, im Training befindliche Innenverteidiger. Letztgenannter ist hier immer wieder und aktuell auch Thema. Was passiert mit dem hoch gelobten Talent, das seit Monaten keine Rolle mehr zu spielen scheint? „Ich werde jetzt ganz sicher nicht weglaufen“, sagte Tah heute nach dem Training.

Für Abendblatt-Blogs



Cool? Oder eher gespielt cool?

Auf jeden Fall die richtige Antwort. Denn Tah muss jetzt kämpfen. Er muss vielleicht sogar schon stärker sein, als man von ihm erwarten darf. Nachdem ihn die Vertragsgeschichte (Angeblich hatte der Vater die Verträge lanciert, weil er nicht beteiligt war) im vergangenen Winter angeblich zu sehr abgelenkt hatte, war er raus. Warum auch immer. Denn in der Abwehrmitte hatte der HSV durchgehend massive Probleme. Nein, anders formuliert: Hier hat der HSV noch immer Probleme.

Schon deshalb halte ich den Kauf von Cléber für folgerichtig. Westermann hatte bei Slomka zuletzt innen keine Rolle mehr gespielt und ist nur aus der Not heraus nach innen gerückt. Wobei auch das diskutabel war, denn Tah war/ist gesund. Aber wie dem auch sei, Westermann war ein Kompromiss. Und das weiß der ehemalige Kapitän auch. Zumal die Cléber-Verpflichtung ein weiterer deutlicher Fingerzeig für Westermann ist

Zumal Tah innerhalb der Mannschaft einen großen Befürworter hat: Rafael van der Vaart. Der Mannschaftskapitän schwärmt geradezu von seinem Youngster-Kollegen: „Jona ist ein super Spieler. Unter van Marwijk war er sicherlich unser bester Spieler. Und daran muss er denken. Ich habe schon mit ehr vielen Innenverteidigern zusammengespielt, aber er ist gerade 18, so groß, so schnell – und mit einem super Passspiel. Jeder weiß, was er kann. Ich bin der Meinung, für den HSV wäre es ganz wichtig, so einen Spieler zu behalten und ihm ganz, ganz viel Vertrauen zu schenken.“

Stimmt. Wobei es mich überhaupt nicht stört, wenn am Ende zwischen drei guten Verteidigern zu wählen wäre und es einen guten treffen würde. Denn dann wäre der HSV endlich qualitativ da, wo er sein will, um wieder ruhigere Tabellengefilde anzusteuern. Sorgen um Tah macht sich van der Vaart nicht. „Jona muss einfach weiter hart trainieren. Er muss diese schwierige Phase durchstehen. Dann wird er auch wieder ins Team kommen.“ Es würde mich freuen. Zumal ich trotz Slomkas Vorliebe für Djourou auch die Kombination Tah/Cléber nicht für ausgeschlossen halte. Im Gegenteil, ich fände sie sehr interessant. Denn wenn ich das glauben kann, was ich über Cléber gehört und gesehen habe, dann hat der HSV einen guten Fang gemacht.

Zu sehen sein wird er am Freitag. Wobei, auch das nur für einige wenige, denn dort wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. „Endlich das letzte Mal Vorbereitung“, wie van der Vaart findet. Der Kapitän ist wahrscheinlich glücklicher als jeder andere, dass die Schinderei der ewig langen Vorbereitung vorbei ist. „Endlich geht es los“, so van der Vaart, der sich selbst auf einem Top-Level wähnt und Optimismus verbreitet. „Wir können nach Köln reisen und viel erwarten. Wir sind besser als in der letzten Saison.“

Letzteres ist relativ betrachtet nicht schwer. Auch nicht für van der Vaart selbst, der nach eigener Aussage eine seiner schlechtesten Saisonhälften hinter sich hat. „Für mich ist es wichtig, fit zu bleiben. Momentan läuft es gut. Aber es wird auch wieder anders kommen. Bis dahin will ich Tore schießen und Vorlagen geben.“ Dass er zwischenzeitlich immer wieder zum verkauf stand – zumindest so gemutmaßt wurde – es kratzt van der Vaart nicht.
„Im Fußball kann immer alles passieren, da ist so eine Diskussion normal. Damit kann ich umgehen. Deshalb hat mich die Diskussion auch nicht gestört. Aber ich habe mich immer auf den HSV fokussiert. Darauf, fit zu werden und zu bleiben. Jetzt bin ich es. Ich bin körperlich und vom Kopf her fit. Und ich weiß, dass ich so für die Mannschaft auch wichtig sein kann.“ Ebenso wie seine neuen Mitspieler. „Wir haben Qualität dazubekommen. Ein paar Topspieler. Wie Behrami Weltklasse. Und mit Müller einen, wo wir hoffen, dass er schnell fit wird – sie alle werden uns weiterhelfen, uns besser machen.“

Hoffen wir es. Allerdings ist Müllers Einsatz am Sonnabend in Köln nahezu ausgeschlossen. Dafür ist Lasogga heil geblieben. Und wie wichtig der für den HSV ist, wissen alle. Auch van der Vaart: „Er ist körperlich sehr präsent. Wir haben beide sehr gut zusammengespielt. Ich bin froh, dass er wieder beim HSV ist.“

In diesem Sinne. Bis morgen. Da melde ich mich im Anschluss an die Pressekonferenz. Vielleicht ja schon mit der Unterschrift Clebers und Neuigkeiten in Sachen Stürmertransfer. Zumindest sickerte heute durch, dass sich der HSV eine Abgabe Rudnevs’ sehr wohl vorstellen kann. Danzig ist weiter interessiert – und dank Thomas von Heesen gut informiert. Der Aufsichtsrats-Vize ist nicht nur mit den Problemen des HSV sehr vertraut – er ist bei dem polnischen Erstligisten zudem Teilhaber. Und obgleich ich von Heesen für äußerst loyal halte und es in diesem Fall für alle Seiten von großem Vorteil sein kann – diese Konstellation ist zweifellos diskutabel.

In diesem Sinne, morgen mehr.

Scholle

Nächste Einträge »