Archiv für das Tag 'van der Vaart'

Auch Beiersdorfer und Bierhoff wurden kontaktiert

16. April 2014

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23 Uhr. Aktuelle Ergänzung Info-Veranstaltung siehe unten
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Die Kandidaten der Initiative HSVPlus sind raus – und sie rufen allgegenwärtig positive Reaktionen hervor. Auch bei mir. Denn die Zusammensetzung bietet alle Zutaten, die ein erfolgreicher Aufsichtsrat braucht. Sportliche Kompetenz ist mit Thomas von Heesen gegeben und wird von Peter Nogly zweifellos ergänzt. Mit Felix Goedhart und Dieter Becken stehen zwei erfolgreiche Geschäftsmänner für die Überwachung der Finanzen bereit, während mit Bernd Bönte einer der bekanntesten deutschen Sportmanager sein Wissen beim HSV einbringt. Zudem ist Karl Gernandt dabei, der als rechte Hand von Milliardär Klaus-Michael Kühne bekannt ist. Und das Argument, Gernandt sei als Ohr am Gleis für Kühne dabei lasse ich gern gelten – weil ich es nicht für schlimm halte. Im Gegenteil. Es ist üblich und vor allem: Es ist tatsächlich alternativlos. Denn bislang ist Kühne der einzige Kandidat für eine strategische Partnerschaft. Ihn zu verlieren, würde den HSV noch weiter zurückwerfen, als es die Vereinspolitik der letzten fünf Jahre geschafft hat.

Dass Kapital dringend nötig ist, ist ebenso unbestritten wie die finanzielle Potenz Kühnes (Geschätztes Vermögen 7,9 Milliarden Euro). Und Gernandt trifft im Aufsichtsrat auf Kollegen, die wissen, wie man mit solchen Geldgebern umgeht und wie man erfolgreich Unternehmen führt. Eine feindliche Übernahme erscheint mir in diesem Zusammenhang als sehr unwahrscheinlich. Zumal der Aufsichtsrat nicht das operative Geschäft leiten, sondern es kontrollieren soll.

Apropos: Für den operativen Bereich wird weiterhin nach DEN dominanten Figuren gesucht. Angesprochen wurde bereits der noch bis 2015 bei Zenit St. Petersburg unter Vertrag stehende Dietmar Beiersdorfer. Für den sportlichen Bereich. Intern bereits seit längerer Zeit gemunkelt aber noch nicht geschrieben wurde indes, dass auch Oliver Bierhoff angesprochen wurde – als möglicher neuer Vorstandsboss. Der Teammanager der Deutschen Nationalmannschaft und ehemalige HSV-Profi lehnte mit Verweis auf seine Vertragslaufzeit beim DFB (bis 2016) bislang ab. Allerdings könnte sich das Thema bei einem (hoffentlich nicht!!!) enttäuschenden WM-Abschneiden schlagartig aktualisieren.

Allem ist natürlich vorausgesetzt, dass HSVPlus im Mai mit mindestens 75 Prozent der Mitgliederstimmen gewählt wird. Wobei ich das schon allein mangels Gegenvorschläge als ebenfalls absolut alternativlos sehe.

Egal wie, niemand kann garantieren, das sich dieser mögliche, neue Aufsichtsrat nicht auch zerstreitet und plötzlich alles ausartet. Klar! Aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Aufsichtsrat deutlich besser funktioniert als der bisherige liegt in meinen Augen bei annähernd 100 Prozent. Relativ betrachtet ist das auch nicht schwer. Aber allein die Zusammenstellung wirkt auf den ersten Blick stimmig.


Mehr Probleme bei einer objektiv guten Zusammenstellung hat bislang noch Trainer Mirko Slomka, da ihm einige wichtige Spieler verletzungsbedingt fehlen. Und während Pierre Michel Lasogga wie von mir befürchtet für diese Saison nicht mehr infrage kommt, hoffen andere. Hakan Calhanoglu war schon heute wieder voll dabei und wirkte, als sei nie was los gewesen. Milan Badelj absolvierte ebenso wie Marcell Jansen ein individuelles Aufbauprogramm mit Rehatrainer Markus Günther, während Heiko Westermann hofft. „Ich werde auch am Donnerstag noch nicht mit der Mannschaft trainieren, dafür aber hoffentlich am Freitag“, so der Abwehrmann, der gegen Hannover bereits nach wenigen Minuten wegen einer alten, aufgebrochenen Verletzung ausgewechselt werden musste. „Ich werde am Ende in Absprache mit dem Trainer entscheiden, ob ich spielen kann oder nicht.“ Dass ihm ein zu früher Einsatz auch die letzte WM-Chance nehmen könnte, ist Westermann egal: „Wir wollen nicht absteigen. Ich auch nicht. Nur darum geht es im Moment.“

Und am Sonnabend kommt mit dem VfL Wolfsburg ein Gegner, der seine Klasse gegen Dortmund am Dienstag eindrucksvoll demonstrierte. Insbesondere offensiv boten die Niedersachsen gegen nicht minder gute Dortmunder ein hochklassiges Fußballspiel. „Das war schon beeindruckend“, sagt Westermann, „gerade vorn war Wolfsburg so stark, dass sie durchaus den einen oder anderen Treffer verdient gehabt hätten. Das wird nicht leicht für uns, ein ganz heißes Match.“ Das Gute daran: Unterschätzen ist diesmal wohl ausgeschlossen. Schnippisch formuliert.

Allerdings auch, weil der Trainer die Ansprache verändert hat, eine härtere Wortwahl nutzte. „Dass nach so einer Partie mal grober miteinander umgegangen wird ist völlig normal“, sagt Westermann, der die Wirkung der Traineransprache mit einem verschmitzten Lächeln wie folgt bewertet: „Das werden wir sehen am Sonnabend im Spiel. Reden allein bringt doch nichts. Wir sind alle heiß auf das nächste Spiel. Sagen wir so: Die Anspannung ist groß.“

Was Hoffnung macht ist die Tatsache, dass die Mannschaft zu Hause seit fünf Spielen ungeschlagen ist. Weshalb es auswärts einfach nicht funktioniert, weiß auch Westermann nicht. Mehr als ein Achselzucken kommt da nicht: „Es ist auch nicht zu erklären, weshalb. Aber für Sonnabend ist die Erkenntnis gut, dass wir zu Hause bislang eine andere Mannschaft sind als auswärts.“ Über alles weitere könne man sich ab Sonntagmorgen Gedanken machen.

Mehr im Blog lesen könnt Ihr heute Abend nach der Infoveranstaltung im Elysée, von der Euch Lars berichten wird. Ich melde mich dann morgen nach dem Nachmittagstraining wieder bei Euch. Bis dahin!

Scholle

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Ergänzung vom Abend, Info-Veranstaltung zum Ausgliederungskonzept. Etwa 250 Vereins-Mitglieder hatten sich im Spiegelsaal des Elysee-Hotels eingefunden, um ihre Fragen zu stellen. Der komplette Vereins-Vorstand, der Finanzchef und ein Jurist antworteten. Hier die Fragen und Antworten, zu denen es im Wesentlichen kam:

Was passiert mit der Raute im Fall der Insolvenz der AG?
Die Raute könnte vom e.V. wieder neu angemeldet werden, sie ist geschützt vor der Insolvenz der AG. Steuerrechtlich ist es allerdings nicht möglich, die Raute nach Ausgliederung im e.V. zu belassen.

Ist es möglich, in der AG eigenmächtig die Raute zu verändern?
Der e.V. bleibt die Muttergesellschaft der AG. Sollte es neue strategische Partner geben, entscheidet immer noch der e.V. als Mehrheitseigner der AG.

Dürfen Fanclubs die Raute weiter nutzen?
Ja, so wie bisher.

Ist die Marke im Insolvenzfall der AG dem Insolvenzverwalter ausgeliefert?
Einen absoluten Insolvenzschutz sieht das deutsche Insolvenzrecht nicht vor. Wir haben das Maximum an Schutz eingebaut. Im Übrigen könnte im Insolvenzfall der AG nur der e.V. wieder eine Bundesliga-Mannschaft anmelden. Im e.V.-Modell hätten wir das gleiche Problem, wenn nicht ein noch größeres.

Kann der e.V. nicht lieber die Marke behalten und per Lizenz an die AG abgeben – und kann nicht ebenso das Stadion beim e.V. bleiben?
Nein, so ist die Ausgliederung nicht tragfähig.

Wie sieht es aktuell mit dem Geld der Campus-Anleihe aus?
Wir haben es teilweise zur Liquiditätssicherung gebraucht, erste Baumaßnahmen eingeleitet, z.B. Bäume gefällt. Außerdem haben wir von dem Geld auch die Anlage zur Bestrahlung des Rasens angeschafft. Generell haben wir das Geld nach dem Projektverlauf eingeteilt und eingeplant. Morgen erhalten wir hoffentlich alle Baugenehmigungen, um weitere Schritte einzuleiten.

Wie ist der e.V. nach der Ausgliederung überlebensfähig?
Der e.V. trägt sich selbst. Im e.V. bleiben Erträge und Aufwendungen wie bisher. Das bleibt für den e.V. auskömmlich. Der e.V. entscheidet über die Ausschüttung von Gewinnen aus der AG auch an sich selbst.

Wie sieht es mit der Vermarktung durch Sportfive aus?
Der Vertrag mit Sportfive läuft bis 2020, es ist eine reine Vertriebspartnerschaft. Wenn wir etwas verkaufen, dann nur nach Zustimmung durch den HSV. Und das bleibt so bis 2020.

Ist ein Geschäft so wie bei Hertha möglich, wo ein Investor in großem Stil eingestiegen ist?
Das ist für den HSV keine erstrebenswerte Transaktion, diese Art Deal wie bei Hertha ist beim HSV nicht erwünscht. Dort ist es Rendite-orientiert – das wollen wir nicht.

Wie steht es künftig mit den Chancen der Amateure, sich zu vermarkten?
Es wird sich nicht so viel ändern. Die Bundesliga-Mannschaft ist der überragende Werte-Treiber des HSV. Sportfive ist unser exklusiver Partner. Es soll keine Kanibalisierungen geben, wenn z.B. Emirates auf der Brust der Bundesliga-Mannschaft ist, und eine andere Airline in einem anderen Bereich werben möchte.

Ist die Raute sicher nach der Ausgliederung?
Ja.

Was sagt imtech dazu, dass die AG sich den Namen „Volksparkstadion“ sichert?
Darüber haben wir nicht mit imtech gesprochen. Wir wollen das aber so machen wie geplant.

Wenn am 25. Mai HSV-Plus gewählt wird – ab wann ist die AG arbeitsfähig?
Wirksam werden die neuen Regelungen ab 1. Juli, das ist die Planung. Wir würden dann die Lizenz für die AG bekommen.

Wie sieht es überhaupt aus mit der Lizenz-Erteilung?
Die DFL tritt erst am Ende des Monats zu diesem Thema zusammen. Im Fall der Zweiten Liga rechnen wir mit einer Lizenz-Erteilung, die an Bedingungen geknüpft sein wird.

Steigt der HSV ab?
Wir gehen nicht davon aus. Wir bleiben in der ersten Liga, wenn wir so auftreten wie gegen Leverkusen – und nicht wie in Hannover.

Gibt es belastbare Zahlen, wie der e.V. finanziell nach einer Ausgliederung aussieht?
Es fließt mehr Geld von der AG in den e.V. als anders herum. Die Paul-Hauenschildt-Anlage bleibt auch im e.V. Für die Nutzung der Anlagen zahlt die AG dann Gebühren an den e.V. Konkret hat der e.V. nach unserer Rechnung Erträge in Höhe von ca.5,3 Millionen Euro, Aufwendungen von knapp 5 Millionen.

Was geschieht mit den Mitgliedsbeiträgen der Supporters?
Die bleiben komplett beim e.V.

Wenn der Campus kommt, nutzt die AG dann Ochsenzoll überhaupt noch?
Die AG wird weiter Ressourcen in Ochsenzoll nutzen. E.V. und AG verpflichten sich gemeinsam der Anlage Ochsenzoll.

Wenn viele Supporters austreten, was nach der Ausgliederung passieren könnte – gibt es Übergangs- oder Bestandsregelungen was finanziellen Ausgleich der Abteilung angeht?
Das ist nicht geplant. Warum sollte das auch geschehen mit den Austritten? Vergleichbare Vereine, die ausgegliedert haben, hatten keine massenweisen Austritte.

Welche Auswirkungen hätte eine e.V.-Pleite auf die AG?
Dieses Szenario ist kaum denkbar.

Wenn HSV-Plus am 25. Mai keine Dreiviertelmehrheit erhält – was passiert dann im Verein?
Der Vorstand ist darauf eingestellt, dass geht es weiter wie bisher.

Es wurden heute sechs Personen vorgestellt, die für den AG-Aufsichtsrat kandidieren– wer bleibt denn noch im Amt?
Nach dem Übergang bleibt der aktuelle Vorstand im Präsidium des e.V. In der AG bleiben Hilke und Jarchow. Was der neue Aufsichtsrat machen würde, ist jetzt nicht zu prognostizieren – alle aktuellen Vorstände haben jedenfalls laufende Verträge.

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