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Zinnbauer: “Der HSV wird nicht absteigen”

3. März 2015

Allmählich kommt die Normalität zum HSV zurück. Hoffentlich. Personell aber scheint es wieder bergauf zu gehen, denn am heutigen Training nahmen Valon Behrami und Cleber Reis schon mal wieder teil, und am Rande trainierten Marcell Jansen, Ivica Olic und sogar Pierre-Michel Lasogga. Mit allen Spielern rechnet Trainer Joe Zinnbauer spätestens am Donnerstag, und dann wären sie wahrscheinlich schon wieder eine Alternative für das enorm schwere Sonnabend-Spiel gegen Borussia Dortmund. Fünf neue Leute, das wäre schon mal was, obwohl sicher noch nicht alle so fit sind, dass sie von Beginn an spielen könnten, aber von der Bank kommend wäre ja auch schon ein kleiner Fortschritt. Und sollten sich die guten Trainingseindrücke, die der Trainer zurzeit und in diesen Tagen von Rafael van der Vaart hat, verstärken, so wäre der Niederländer sogar die sechste Alternative. Wenn sich bis zum Sonnabend keiner eine neue Verletzung zuzieht, das ist schon klar.

 

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Joe Zinnbauer flog an diesem Tag mit Sportchef Peter Knäbel noch zum Pokalspiel Dynamo Dresden gegen Dortmund. Um sich an Ort und Stelle über die zurzeit großartige Form der Borussen zu informieren. Ich habe es schon erwähnt, eigentlich ein schier unmögliches Unterfangen für den HSV (sorry, die Eile – und immer noch die Nässe!), auch nur ein Pünktchen gegen Kloppos Truppe zu ergattern. Aber war es nicht auch im Hinspiel schon so? Und was gab es damals? Richtig. Warum soll das nicht ein weiteres Mal passieren? Ja, warum nicht? Die HSV-Mannschaft müsste doch eigentlich nur einmal über sich hinaus wachsen. „Die letzten Male war es schon so, dass Dortmund gegen den HSV nicht gewinnen konnte, da hoffe ich natürlich, dass das so bleibt“, sagt Zinnbauer und gibt zu: „Ich freue mich, dass Dortmund wieder auf dem Vormarsch ist, vor allen Dingen für den Jürgen freut es mich.“ Der Jürgen? Damit ist sein ehemaliger Mainzer Teamkollege Jürgen Klopp gemeint, der BVB-Trainer. Der wird allerdings nichts zu verschenken haben, denn die Dortmunder Aufholjagd soll ja eigentlich noch in der Champions League enden . . . Zinnbauer erwartet natürlich auch, wie jeder Hamburger, ein schweres Spiel: „Es war doch klar, dass die Borussia noch einmal so kommen würde, denn dazu steckt ja viel zu viel Qualität in dieser Mannschaft.“ Ich habe, das gebe ich gerne zu, speziell unheimlich Angst vor Marco Reus, denn ich halte ihn für den zurzeit besten deutschen Fußballer. Und wenn ich an das Spiel in München zurückdenke, da spielt bekanntlich der zurzeit beste Bundesliga-Spieler, Arjen Robben, und der hat dem HSV beim 8:0 ja enorm zugesetzt. Hoffentlich erwischt nicht auch Reus einen solchen Schokoladentag. Hoffentlich.

 

Vieles hängt natürlich auch davon ab, wie sich der HSV an diesem Sonnabend präsentieren wird. Ob der BVB so spielen darf, wie er will, oder ob da eine Truppe dagegenhält, weil sie nicht absteigen will? Zinnbauer: „Im Moment ist es so ja, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Bis auf die Bayern. Es ist alles so eng beieinander, es ist so ausgeglichen, und deshalb glauben wir an unsere Chance. Wir sind auch schon mit einer positiven Stimmung nach Frankfurt gefahren, weil wir davon überzeugt waren, dass wir dort gewinnen können, auf jeden Fall dort nicht verlieren. Letztlich haben wir verloren, aber wir haben in der zweiten Halbzeit auch mit nur zehn Mann weiter nach vorne gespielt – und hatten auch die Chance zum 2:2.“ Stimmt. Nur ist das wieder erstarkte Dortmund, wenn auch auswärts in Hamburg, ein doch etwas anderes Kaliber als Frankfurt, das muss man schon mal sehen.
Doch wie heißt es so schön im Fußball: Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden . . . Eben.

 

Ja, und da ich gerade bei Fußball-Weisheiten bin, so kann man dann auch schnell noch einmal auf eine weitere kommen: Wenn ein Trainer eines Anstiegskandidaten nicht in der Kritik stehen würde, wäre das nicht normal. Und in Hamburg gab es das Gerücht, dass Bruno Labbadia wieder zum HSV zurückkehren könne. Für Joe Zinnbauer. Den aber interessiert so etwas nicht sonderlich: „Das gehört zum Geschäft, aber wir lassen uns da nicht aus der Bahn werfen.“ Mit „wir“ meint er sich. Natürlich. Der HSV-Coach weiter: „Dass in unserer Situation eine solche Spekulation aufkommt, ist doch völlig klar, aber wir haben Dortmund vor der Brust, wir werden uns nur darauf vorbereiten, darauf konzentrieren wir uns, alles andere kann man eh nicht steuern.“

 

Bei der Gelegenheit: Das Gerücht, dass Bruno Labbadia als Trainer zum HSV zurückkommen könnte, würde, ist zum Glück ja wirklich nur ein Gerücht. Es wurde hier, bei „Matz ab“, aber sehr wohl angenommen – und so mancher Witz gerissen. Über das Verhältnis Labbadia/Matz. Es ging dabei vielfach über die Tatsache, dass ich damals keine Handynummer des HSV-Trainers bekam. Das wird mir heute noch immer von einem HSVer, der sehr wohl noch an wichtiger Stelle sitzt, vorgeworfen. Es wird mir unterstellt, dass ich den Herrn Labbadia nur deswegen nicht mochte, weil er mir seine Handynummer nicht gegeben hat. Damals wie heute sage ich: Quatsch. Das ist wirklich der größte und absolut totale Quatsch. Ich hatte die Handynummer, ich habe sie immer noch, es gibt (und gab) sehr wohl Kollegen aus dem Süden der Republik, die sie erstens hatten, und die sie mir zweitens gegeben haben. Fest steht aber auch: Labbadia ist nie ans Telefon gegangen, wenn ich angerufen habe. Damit musste aber nicht nur ich leben, sondern fast alle Hamburger Kollegen von mir. Fast alle. Sage ich bewusst.
Ich aber hatte nur deswegen etwas gegen den Trainer Labbadia, weil er einfach viel zu viel erzählt hat – beim Training. Er erzählte einigen erfahrenen Jungs, die 30, 40 und 50 Länderspiele auf dem Buckel hatten, wie Fußball zu gehen hat. Und das machte der Trainer sowohl im Sommer, als auch bei minus zehn Grad. Letztere Temperaturen sorgten mitunter dafür, dass die Spieler auf dem Rasen anfroren. Nein, ein Witz, aber die Spieler drehten teilweise ab und durch – innerlich. Weil sie froren. Und sie sagten es uns dann auch danach (mit leicht vorwurfsvollem Unterton). Motto: „Ihr bekommt doch auch mit, was da läuft, wie das läuft – das ist doch nicht normal . . .“ Stammspieler waren das, keine Ersatzspieler.
Und diejenigen „Matz-abber“, die fast bei jedem Training sind (und damals waren), die wissen, wovon ich spreche. Sie haben alles miterlebt. Es wurde im Training mehr erzählt als trainiert. So war das damals. Und ich erinnere mich noch genau, dass mich nicht nur ein „Matz-abber“ fragte, wann denn die Herren Profis mal so richtig trainieren und vor allem laufen würden.

Nein, ich muss es noch einmal so deutlich sagen: Ich hatte Angst um den HSV. Mehr nicht. Das war keine fehlende Handynummer, keine Eitelkeit oder sonst etwas, sondern nur die pure und nackte Angst, dass der HSV abmarschieren könnte. In Liga zwei. Deswegen habe ich Labbadia schon Ende Januar, Anfang Februar wegen des (oder seines) Trainings kritisiert. Was zur Folge hatte, dass er nicht mehr mit mir sprach, und sein Co-Trainer Eddy Sözer wieder per Sie mit mir kommunizierte. Aber das waren noch die geringsten Übel.

So, und nur so lief das damals (und heute?) mit Bruno Labbadia und mir. Wobei ich schon zugeben muss, dass ich mir ein zweites Mal (es wäre ja, nachdem ich ihn als HSV-Spieler kommen und gehen sah, sogar das dritte Mal) nicht mehr antun würde. Dann wäre ich eben Voll-Rentner.

 

Zurück zum heutigen HSV, der ja immer noch „abmarschieren“ könnte, das ist mir sehr wohl bewusst. Und wenn ich an den nächsten Sonnabend denke, wird mir auch dann nicht wohler, wenn ich an die Rückkehrer denke, das gebe ich auch zu. Zinnbauer aber hat Vertrauen in seine Mannschaft, und er setzt auf den Willen seiner Mannen: „Wenn wir die Fans wieder mitnehmen, wenn wir wieder die kämpferische Leidenschaft auf den Platz bringen, wie gegen Gladbach, und dazu auch die wichtigen spielerischen Akzente nicht vergessen, dann hoffe ich, dass die Mannschaft gegen Dortmund wieder die richtige Reaktion zeigen wird. Wenn die Einstellung stimmt, dann ist das schon mal die Basis. Und dann ist trotz der Tatsache, dass Borussia Dortmund derzeit einen so guten Lauf, die Chance für uns gegeben, dass wir da etwas mitnehmen.“

 

Naja, hoffentlich hat er seinen Optimismus behalten – nach diesem Nachmittag. Da spielten die Profis gegen die eigene U23 – und das Spiel endete 2:2. Es wurden nicht 90 Minuten gespielt, sondern höchstens 80. Vielleicht noch einige Minuten weniger. Aber es war eher kümmerlich, was da (in erster Linie von den Profis) geboten wurde. Die A-Elf spielte mit: Brunst; Ahmet Arslan, Cleber, Westermann, Marcos; Behrami, van der Vaart; Beister, Ilicevic; Green, Rudnevs. Die Torfolge: Eigentor Rudnevs (32.), 1:1 und 2:1 Beister (50., 65.) und 2:2 Andre Branco aus der U19, der zwei Minuten vor dem Abpfiff eine glänzende Vorarbeit von Roan Kwon nutzte – der Koreaner war im Stile eines 100-Meter-Sprinters Heiko Westermann enteilt und legte den Ball mustergültig zur Mitte, sodass nur noch vollendet werden musste. Ein großartiges Tor.

 

Auffällig an diesem wenig berauschenden Kick, der sich voll dem Wetter anpasste (Dauerregen und schlimmer Wind): Cleber machte seine Sache solide, spielte das was er soll und kann – er dürfte so bei 90 Prozent sein. Valon Behrami gefiel mir ganz und gar nicht, muss ich zugeben. Er wirkte mir gelegentlich nicht bei der Sache, mitunter überheblich, er tänzelte gelegentlich über den Platz, als müsste er sich das gar nicht so wirklich antun. Das war nicht der Behrami, den ich in der Hinrunde kennengelernt habe. Er legte sich auch zweimal – nicht gerade fein – mit Gegenspielern an. Einmal mit Sven Mende, dem er den Ball wütend aus der Hand schlug, und dann mit Francis Adomah, dem er einige weniger schöne Worte an den Hals legte – nein, das war nicht schön. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er sauer war, dass er in einer solchen Mannschaft mitspielen musste. Und dass er erst jetzt gemerkt hat, welche Qualität seine Mitspieler haben. Hat natürlich nichts von der Klasse SSC Neapel . . . Nein, Behrami hat mir nicht gefallen, aber vielleicht wollte er sich auch nur ein wenig für Sonnabend hochfahren, oftmals heißt es ja, dass er diese Aggressivität braucht. Na dann.

 

Nahtlos an sein Frankfurt-Spiel knüpfte Artjoms Rudnevs an, der zwei, drei oder auch vier sehr gute Chancen kläglich vergab. Im Moment trifft der Lette nichts – außer den einen oder anderen guten Bekannten. Ivo Ilicevic hatte nur zu Beginn ein, zwei Szenen, fiel ansonsten nicht auf. Gleiches gilt auch für Rafael van der Vaart, der in diesem hektischen Spiel nicht so in Erscheinung trat, wie es sich Trainer Zinnbauer wohl erhofft hatte. Van der Vaart hatte vor dem Seitenwechsel durchaus ein, zwei, drei gute Szenen, aber für seine Ansprüche (und die des HSV) müsste er die ganz sicher öfter haben. Im zweiten Durchgang war er dann kaum noch zu sehen. Umgekehrt lief es bei Maximilian Beister. Er spielte in der ersten Halbzeit rechts draußen, dort trat er nicht in Erscheinung, später war er neben Rudnevs eine der beiden Spitzen, schoss beide Tore und wirkte wesentlich gefährlicher auf mich, als vorher.
Hinten rechts durfte sich Mittelfeldspieler Ahmet Arslan (aus der U23) versuchen – und er machte seine Sache durchaus nicht schlecht. Mal sehen, ob er sich auf diese Art eventuell mal in die Profi-Truppe kämpfen kann.
Bei den Spielern der Zweiten gefielen mir besonders Mende, Adomah, Kim, Steinmann und Derflinger, alle anderen waren sehr engagiert und wollten sich für höhere Aufgaben empfehlen. Das war gut zu sehen.
Bei der Gelegenheit: Vielen Dank an “el presidente” Benno Hafas, für den Schirm! Du bekommst ihn wieder, Benno, irgendwann!

 

Dann möchte ich, gegen Ende des Beitrags, noch kurz auf das Frankfurt-Spiel zurückkommen. Ein Kollege aus Hessen sagte mir heute, dass Schiedsrichter Florian Meyer bereits eine Woche vor dem HSV-Spiel Kontakt mit der Eintracht hatte. Und zwar beim Bundesliga-Spiel Mainz 05 gegen Frankfurt (3:1). Dort hagelte es Frankfurter Kritik an Schiedsrichter Dr. Felix Brych (München), und explizit Trainer Thomas Schaaf und Sportchef Bruno Hübner beschwerten sich mehrfach und vehement beim vierten Mann: Florian Meyer. Wie kann das sein, dass Meyer dann eine Woche später Frankfurt gegen HSV pfeifen darf? Das ist ein Unding. Geht gar nicht. Und wieso lehnt Meyer es denn auch nicht ab, wo er doch so von zwei Frankfurter Offiziellen angepöbelt worden ist? Das muss er doch den Oberen der Schiedsrichter mitteilen und sagen, dass er nicht sofort noch einmal mit dieser Eintracht und den Eintrachtlern zu tun haben möchte. Ich bin jedenfalls sprachlos, dass es so etwas geben kann.

 

Zumal mir mein hessischer Kollegen heute auch noch sagte, dass später, nach dem Spiel vom vergangenen Sonnabend, im Kollegenkreis gesagt und festgestellt worden ist, dass so gut wie alle Kann-Entscheidungen in dieser Partie pro Eintracht Frankfurt ausgefallen sind.

Kann man nur hoffen, dass so etwas dem HSV nicht so schnell noch einmal widerfährt. Man kann es nur hoffen. Sonst wird es noch düsterer für die Rothosen.

 

Beim HSV war man ob dieser Meyer-Ansetzung auch ganz schön geplättet, um es mal salopp zu umschreiben. Auch Joe Zinnbauer, der heute aber auch kämpferisch sagte: „Wir werden nicht absteigen, wir werden unsere Punkte noch sammeln. Wir haben noch elf Spieltage, zum Schluss wird der HSV nicht absteigen – und fertig.“

 

Sein Wort und Fußball-Gottes Ohr – aber dazu komme ich noch am Ende des heutigen Beitrags.

 

Kurz möchte ich auch noch auf Joe Zinnbauer persönlich eingehen. Kürzlich schrieb ich, dass er mir im Moment gar nicht gut gefällt, weil er sehr, sehr mitgenommen aussieht – natürlich. So etwas geht ja auch nicht spurlos an einem Trainer vorbei. Abstiegskampf ist die Hölle. Auch privat. Ganz sicher. „Kein Trainer wird sagen: ‚Juhu, jetzt haben wir Abstiegskampf.’ Das Privatleben eines Trainers ist natürlich wesentlich ruhiger, wenn man elf Punkte vom Abstiegskampf entfernt ist. Aber dann hat man wieder Druck, um noch in die Europa League zu kommen. Du hast als Trainer kaum Ruhe, aber das, genau das will ich ja auch. Ich will keine Ruhe. Das bin ich nicht. Ich brauche immer Action, ich muss Gas geben können, ich muss irgendwas bewegen können. Stillstand brauche ich nicht, bringt auch nichts. Das ist völlig normal in meinem Leben, meine Familie kennt das auch so von mir, alles ist gut.“

 

Aber es wäre doch auch bestimmt nicht schlecht, wenn es noch einen kleinen Tick besser wäre, oder? Dann mal los!

 

Ja, und dann muss ich noch ein Versäumnis gestehen. Bei „Matz ab live“ am vergangenen Sonntag hatte ich ganz zum Schluss etwas angedeutet, was ich dann doch nicht gehalten habe. Vor einigen Tagen hat mir mein langjähriger Kumpel Rolf Höfert, einst Kapitän beim HSV-Nachbar, einen Witz per Mail geschickt. Dieser Witz besagt, dass der HSV auf keinen Fall absteigen KANN. Und wer nun, bevor ich auf diesen Witz komme, zusammenzuckt, wie ich mit Höfert einen Kumpel von den „Braunen“ habe, der sollte wissen, dass wir uns schon seit der Jugend kennen. Er bei Paloma, ich bei BU. Wir sind Meister geworden, er leider nicht – geht ja nur einer. Aber er nimmt mir das immer noch (im Scherz) übel. Der Unterschied zwischen uns ist aber der: Er wurde Profi, ich nicht. Höfert sollte einst sogar zum FC Bayern, ging dann aber in die Schweiz und lebt seit gefühlt 35 Jahren bei Bern. Wir hatten und haben aber immer noch reichlich Kontakt, obwohl er ein „Brauner“ ist und ich eine „Rothose“. Er ist aber, wenn er in Hamburg ist, auch immer bei den HSV-Spielen . . . Er ist eben in erster Linie Hamburger. Immer noch. Und er liest jeden Tag „Matz ab“, sieht sich auch immer „Matz ab live“ an.

 

So, und nun der Witz:

Uli Hoeneß kommt eines Tages in den Himmel. Der liebe Gott persönlich begrüßt ihn an der Eingangstür und sagt: „Es ist eigentlich nicht üblich, dass ich jeden Neuzugang hier oben persönlich begrüße, aber in Ihrem Falle mache ich gerne eine Ausnahme. Sie haben so viel für den FC Bayern und den deutschen Fußball getan, Sie haben den Menschen geholfen wo Sie nur konnten, Sie haben den ärmsten Leuten Geld gespendet, Sie haben auch einige Vereine vor dem Untergang bewahrt. Das haben wir hier oben sehr wohl registriert. Und deswegen haben wir Ihnen auch extra ein kleines, feines und niedliches Häuschen herrichten lassen. Das bekommen wirklich nur ganz wenige Leute, Sie dürfen sich geschätzt fühlen durch uns.“
Uli Hoeneß reibt sich die Hände, bedankt sich und fragt, wo denn das Häuschen stehen würde. Gott sagt: „Wenn Sie mal schauen wollen, dort drüben, auf Wolke sieben. Sie können von hier aus sofort hinfliegen.“
Gesagt, getan. Schon im Anflug auf das Häuschen sieht Hoeneß die Bayern-Flagge im Garten wehen. Als er das Haus betritt, sieht er die Fußmatte mit dem Bayern-Emblem. Innen ist alles dezent in rot-weiß gehalten, die Vereins-Hymne „Stern des Südens“ wird gespielt – alles vom Feinsten. Hoeneß geht an ein Fenster, um die Umgebung zu erforschen – und erschrickt: Neben seiner Wolke sieben erblickt er einen riesigen Palast, alles in den Farben schwarz-weiß-blau gehalten. Die Diener laufen alle in schwarz-weiß-blauen Anzügen herum, die Damen des Hauses tragen HSV-Trikots, die Raute weht an allen Ecken des Palastes, es gibt einen schwarz-weiß-blauen Swimmingpool, es gibt einen riesigen Wellness-Bereich in schwarzweiß-blauen Farben, Lotto-King-Karls „Hamburg meine Perle“ läuft rauf und runter, sogar der Rasen ist schwarz-weiß-blau.
Wütend schließt Hoeneß das Fenster und beschließt, sofort zu Gott zurück zu fliegen. So geht es nicht. Das sagt er dem Chef dann auch unmissverständlich: „Was hat dieser Beiersdorfer, was ich nicht habe? Wieso hat der einen so riesigen Palast, und ich nur ein so mickriges Häuschen? Was hat dieser Beiersdorfer schon für den deutschen Fußball getan? Nichts! Gerade mal ein Länderspiel. Das ist nicht nur lächerlich, was hier passiert, das ist auch im höchsten Maße ungerecht. Wieso hat Beiersdorfer einen solchen Palast?“
Der liebe Gott bleibt während des Protestes gelassen und ruhig, mahnt dann auch Hoeneß: „Halten Sie jetzt mal den Ball flach, in diesem Palast wohnt nicht Dietmar Beiersdorfer, sondern ich.“

Und lässt ein solcher HSV-Fan den HSV auch tatsächlich ins Verderben rennen? Und absteigen? Nein, nein, nein. Das haben wir doch schon im Sommer 2014 erlebt. Mit 27 Pünktchen. Und wo spielt der HSV mit diesen 27 Pünktchen immer noch? Eben.

 

PS: Morgen, am Mittwoch, wird um 15 Uhr im Volkspark trainiert.

 
18.39 Uhr

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