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Blogteil 1: Kein Tuchel, dafür Knäbel und mindestens ein Schweizer?

30. Juli 2014

„Ich habe mehrfach betont, wie beeindruckt ich war, mit welcher Ruhe Mirko Slomka unsere Mannschaft nach seiner Amtsübernahme durch die schwere Situation geführt hat. Jetzt hat er die Möglichkeit, die Spieler nach seinen Vorstellungen auf eine Saison vorzubereiten. Ich bin dabei sehr angetan von seiner Arbeitsweise und bekomme dabei ausschließlich positive Rückmeldungen. Damit kann man die Spekulation ein für allemal beenden. Mirko Slomka hat meine Volle Unterstützung.“ Dass er bei Beratern mit Tuchels Wechsel zum HSV kokettieren würde sei eine Beleidigung seiner Intelligenz.

 

Ein Statement, das alles sagt, was zu sagen ist.

 

Somit bleibt klar, dass die heute heißeste Nachricht in Sachen Tuchel einzig die HSV-fremde ist, dass Tuchel nicht Co-Trainer von Joachim Löw werden wird. Und wer Dietmar Beiersdorfer in den letzten Jahren beobachtet hat, der weiß, dass in diesen Sätzen eine Wut mitschwingt, wie sie sich der 50-Jährige nur selten erlaubt. Ebenso wenig wie Urlaub. Beiersdorfer hat in seiner ersten Phase als Sportchef des HSV fast nie Urlaub gemacht, war immer für den HSV unterwegs. Und daraus hat er gelernt.

 

Deshalb holt sich Beiersdorfer aktuell starke Verantwortliche ins Boot. Auf der Trainerposition hat er ihn gefunden, ebenso im Nachwuchs, der Bernhard Peters unterstellt wird. Zudem soll weiterhin Peter Knäbel, der sportliche Direktor der Schweizer Nationalelf als Sportchef zum HSV kommen. Die Gespräche stocken allerdings noch ein wenig. Hintergrund ist, dass Knäbel mehr Entscheidungsmöglichkeiten einfordert als ihm Beiersdorfer zugestehen will. Und vor allem ist man sich beim HSV noch nicht ganz sicher, ob die Kombination Knäbel/Bernhard nicht zu wissenschaftlich, also zu „kopflastig“ sein könnte. Zumal, nachdem mit Slomka ein dritter Sportwissenschaftler am sportlichen Ruder ist. Dennoch, die Gespräche sollen auf einem guten Weg sein.

 

Klar scheint bislang nur, dass sich Beiersdorfer in dieser Transferperiode um die Kadergestaltung hauptverantwortlich kümmern wird. Das zwar im steten Austausch mit Aufsichtsrats-Vize Thomas von Heesen und vor allem natürlich Trainer Mirko Slomka. Und deshalb konnte der „Vorsitzende Vorstand Sport“ auch nicht wie geplant am Mittwoch ins Trainingslager nach Österreich reisen. Stattdessen standen Verhandlungen an. Mit diversen Klub. Auch mit dem FSV Mainz, bei dem Tuchel noch bis Sommer 2015 unter Vertrag steht. Allerdings drehten sich die Gespräche um den Spieler Nicolai Müller, für den der HSV angeblich bereit ist, rund 4 Millionen Euro Ablöse zu zahlen. Und nachdem FSV-Manager Christian Heidel zuletzt immer wieder betont hatte, einen verkauf eher nicht in Betracht zu ziehen, schwenkte er jetzt (absolut erwartungsgemäß) um: „Wenn Nicolai wechseln will, müssen wir wirtschaftlich zufrieden sein und bräuchten eine Alternative“, sagte Heidel der „Sport Bild“. Zudem ist Beiersdorfer in Sachen Valon Behrami aktiv, der beim SSC Neapel keine Rolle mehr spielen soll. Für den Schweizer National-Sechser hat der HSV ebenfalls ein Angebot von rund 4,5 Millionen Euro hinterlegt. Zeitgleich bieten Inter Mailand (angeblich 7 Millionen) und Atlético Madrid mit. Starke Konkurrenz – aber die ist bei Spielern der gehobenen Kategorie eben normal.

 

 

Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor könnte Johan Djourou werden, der wie gestern berichtet mit Behrami gut befreundet ist und ihm vom HSV berichtet. „Ich habe ihm erzählt, dass der HSV ein großer Klub ist“, so Djourou, der mit Behrami ebenso wie mit dem zweiten Schweizer auf dem HSV-Wunschzettel in der „Nati“ zusammenspielt: Mittelfeldspieler Blerim Dzemaili. Und da Da Dzemailis Vertrag nur noch ein Jahr läuft, können die „Azzurri“ nur noch dieses Jahr eine Ablöse kassieren. Und in den Poker stieg neben dem HSV auch der AC Milan ein.

Und nur für diejenigen, die noch keinen Zusammenhang sehen: Knäbel soll als Sportdirektor kommen und steht durchgehend und in ständigem Austausch mit Beiersdorfer, der anschließend zwei Nationalspieler ausgerechnet des Verbandes holen will, für den Knäbel hauptverantwortlich ist.


Meine Prognose: Knäbel kommt. Und mit ihm mindestens einer der Schweizer Nationalspieler. Momentan am wahrscheinlichsten ist der als letztes in der Galerie aufgeführte Valon Behrami. Und das neben Müller, Ostrzolek und einem weitern Innenverteidiger. Aber dazu später mehr. Ich wollte Euch hiermit möglichst zeitnah einen ersten Stand der Dinge durchgeben, damit Ihr informiert seid. Den sportlichen Teil lasse ich heute Abend in diesen Blog einfließen und werde die Headline entsprechend mit ****AKTUALISIERT**** ergänzen.

 

Bis später!

 

Scholle

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