Archiv für das Tag 'Trochowski'

Traumtore – Son übt sie mit dem Papa

27. Oktober 2012

In der 60. Minute wiederholte Hans-Jürgen „Ditschi“ Ripp seine Meinung, die er schon mehrfach vor und in der Halbzeitpause geäußert hatte: „Dieses Spiel kann der HSV gar nicht mehr verlieren. Augsburg ist zu schwach, und der HSV steht gut und spielt clever.“ Auf den Punkt gebracht, diese Analyse. So souverän sah das aus – und da gilt es, das Wort souverän zu unterscheiden von gut. Gut hat der HSV nämlich nicht so oft während dieser 90 Minuten gespielt, aber dennoch war dieser Dreier doch nur höchst selten in Gefahr. Für mich eigentlich nur beim Stande von 0:1, als der Augsburger Werner mit Beginn der zweiten Halbzeit gleich „zwei Elfmeter“ ausließ, als er aus fünf Metern neben das HSV-Tor köpfte. Ein kleines Wunder, einen solchen Ball nicht mal auf das Tor zu bekommen – aber natürlich gut für den HSV. Und als Werner dieses „dicke Ding“ liegen ließ, der HSV auf 2:0 erhöhte, da war das Spiel gelaufen. Auch deshalb, weil der durchaus engagierte und sehr wohl bemühte FC Augsburg eben viel schlechter spielte als der HSV.

Wer nicht weiß, wer „Ditschi“ Ripp ist: Er war der Libero der Europapokal-Gewinner-Mannschaft von 1977, und er saß gestern gemeinsam mit dem Linksverteidiger der HSV-Sieger-Elf, Peter Hidien, bei „Matz ab live“. Vielen Dank auch noch einmal an dieser Stelle an die beiden Hamburger EC-Helden, sie waren prima Gäste, es hat mir viel Spaß gemacht. Und wer die Sendung nicht gesehen hat, der sollte dieses kalte und vielleicht sogar auch noch verschneite Wochenende dazu nutzen. Ist ja auch ein wenig HSV-Geschichte, die dort ver- und bearbeitet wurde.

Aber zurück zum Augsburg-Spiel.
Einer der großen Gewinner im HSV-Team war der 1:0-Torschütze. Heung Min Son wird immer stärker zu einem Hoffnungsträger des HSV. Der Südkoreaner, nun fünf Saisontore (insgesamt 13 in der Bundesliga für den HSV), hat vor allen Dingen seinen linken Fuß ganz erstaunlich entwickelt. Ich schrieb es bereits: Wie gegen Dortmund ließ er einen herrlich präzisen und dennoch auch harten Schlenzer mit links von der Strafraumgrenze los. Solche „Dinger“ hat er früher noch nicht so drauf gehabt, aber mit 20 Jahren ist man eben im besten Alter, um (schnell) zu lernen. Das hat er in den vergangenen Monaten offensichtlich getan. Auch wenn er gelegentlich noch ein wenig weich erscheint (in Augsburg, das sage ich ausdrücklich, war das aber diesmal nicht der Fall), wenn es um die Zweikampfführung geht. Aber er kann ja auch nicht alles auf einmal erledigen, er muss ja noch Ziele haben . . .

„Und er ist ja auch noch jung, er weiß, dass er noch ein bisschen konstanter werden muss. Aber wenn man das Tor sieht, das war einfach nur überragend“, lobte Nebenmann Rafael van der Vaart.
Der Niederländer hätte es nicht besser machen können, hat schon viele solcher Klasse-Treffer erzielen können, aber es ehrt ihn, dass er so über Son spricht. Aber so ist sie, die „ewige 23“, ein Teamplayer. Son war nach diesem Sieg und seinem Treffer natürlich bestens gelaunt: „Solche Tore machen Spaß. Und solche Treffer kommen vom Üben, aber jetzt muss man so weiter üben.“ Heung Min Son übt aber nicht nur beim HSV-Training, sondern auch mit seinem Vater (der fast bei jedem Training am Rande steht und alles ganz genau beobachtet). Wong-Jung hat sicherlich ganz entscheidenden Anteil am Höhenflug seines Sohnes, auch wenn der sagt: „Mein Vater ist schon sehr anstrengend, sehr kritisch. Er wird jetzt sagen: ‚Schnell vergessen, nächste Woche spielen wir wieder.’ So ist er immer.“

Sons Traumtor war ansonsten aber einer der wenigen Höhepunkte in dieser Partie. Offensiv trat der HSV höchst selten mal in Erscheinung, vornehmlich in Halbzeit eins war da Harmlosigkeit Trumpf. Allerdings war Augsburg ja noch harmloser, und im zweiten Durchgang konnte der HSV dann ja auch noch einen (kleinen) Zahn zulegen. Mit dem 2:0 von Artjoms Rudnevs (63.) war die Partie quasi entschieden. Auch deshalb, weil der HSV ist trotz der vielen Abspielfehler meistens gut verstand, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. So nahmen die Hamburger den unternehmungslustigen Schwaben doch erheblich an Motivation. Dennoch befand HSV-Sportdirektor Frank Arnesen: „Wir müssen noch mehr bringen.“ Ganz sicher. Denn so schwach wie Augsburg sind nicht viele Mannschaften. Aber der Däne fügte auch noch an: „Wir wollen uns ja auch noch nicht ganz oben ansiedeln, sondern unter die Top ten kommen.“ Im Moment rangiert der HSV auf Platz sechs – international! Welch eine schöne Momentaufnahme.

Aber der HSV ist eben nicht nur „runderneuert“ worden, sondern auch auf Vordermann gebracht. Dank van der Vaart („Kein überragender Fußball von uns, aber trotzdem gewonnen.“), der in meinen Augen dafür gesorgt hat, dass alle jetzt viel konzentrierter und auch engagierter zu Werke gehen. Im Training. Und in den Spielen. Seit sieben Bundesliga-Begegnungen ist der „kleine Engel“ nun wieder beim HSV, in dieser Zeit führte der 29-Jährige den Abstiegskandidaten mit 13 Punkten aus dem Keller. Auch wenn van der Vaart nicht immer glänzt, schon gar nicht immer in Bestform spielt – er hat die Sinne seiner Nebenleute geschärft. Eindeutig. Alle haben eine Schippe drauf gelegt, jeder reißt sich nun mehr zusammen – auch wenn es immer noch die gelegentlichen Aussetzer wie die gegen den VfB Stuttgart gibt. Dennoch ist unübersehbar, dass sich der HSV stabilisiert hat. Linksverteidiger Marcell Jansen scheint das indirekt zu bestätigen: „Wir haben in Augsburg nach schwachem Beginn eine Reaktion gezeigt. Da war ich selber verwundert, denn wenn man mal die vergangenen Jahre zurückblickt, sind wir meistens untergegangen oder haben den Faden komplett verloren.“

Trainer Thorsten Fink, der während der Partie beim FCA nicht sonderlich aufgeregt wirkte (aber das war wahrscheinlich nur von außen betrachtet so), befand nach dem verdienten Dreier: „Wir haben den Sieg nicht gestohlen, heute hat die Effektivität gesiegt.“ So ist es. Und Augsburgs Torwart Simon Jentzsch gab dann auch zu: „Am Ende konnte man das Gefühl haben, wir hätten noch drei Stunden länger spielen können und es wäre kein Tor gefallen.“

Nun wird sich am Sonnabend im Volkspark (Anstoß um 18.30 Uhr) zeigen, in wie weit dieser HSV schon wieder den ganz Großen der Liga schon wieder nahe gekommen ist. Die Bayern geben ihre Visitenkarte ab. Eigentlich noch immer mindestens eine Nummer zu groß für den um Anschluss bemühten HSV, aber Wunder soll es ja vor allen Dingen im Fußball immer wieder einmal geben. Und der erfahrene Rafael van der Vaart blickte wohl auch deshalb ein wenig optimistisch in Richtung nächstes Wochenende: „Wir können jedes Spiel gewinnen – auch gegen die Bayern.“

Naja, wir werden es ja ohnehin abwarten müssen.

Dann gab es auch noch diese – für mich sehr betrübliche – SID-Meldung:

Das Verletzungspech bei Ex-Nationalspieler Piotr Trochowski (früher HSV) reißt nicht ab. Nachdem der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler vom spanischen Fußball-Erstligisten FC Sevilla vor wenigen Tagen wegen eines Knorpelschadens im Knie operiert werden musste und acht Monate ausfällt, wurde bei einer weiteren Röntgenuntersuchung beim Ex-Hamburger ein Schienbeinbruch festgestellt. Trochowski muss sich erneut einem Eingriff unterziehen, bei dem eine Metallplatte eingesetzt wird. Trochowski befindet sich zurzeit noch in Denver/US-Bundesstaat Colorado. Er hatte sich bei der 2:3-Niederlage Ende September gegen den FC Barcelona verletzt. Wegen seiner starken Auftritte in Sevilla hatte sich Trochowski zuletzt Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gemacht.

PS: Morgen (Sonntag) wird im Volkspark nicht trainiert. Sie haben es sich verdient.
Aber: Wer dennoch nicht ganz auf den HSV verzichten will, der sollte sich um 14 Uhr in Norderstedt die Zweite im Regionalliga-Spiel gegen den VfB Lübeck ansehen. Wahrscheinlich mit Paul Scharner – allein der “Ösi” ist ein Erlebnis.

18.11 Uhr

Beister: “Düsseldorf ist kein Thema”

23. Oktober 2012

Er war der Gewinner des Stuttgarts-Spiel – trotz der schmeichelhaften 0:1-Niederlage des HSV: Maximilian Beister. Der U-21-Nationalstürmer war zur Pause eingewechselt worden, gab mächtig Gas und beeindruckte den Trainer. Thorsten Fink lobte den 22 Jahre alten Angreifer und stellte erstmalig auch einen Auftritt in der Stammformation in Aussicht – nach zuletzt sieben Einwechslungen in dieser Saison. HSV-Coach Fink hat ja auf der linken Mittelfeldposition mehrere Optionen, aber Beister scheint im Moment die besten Karten zu haben. Er oder Ivo Ilicevic, der heute wieder auf dem Platz zu sehen war, wo er mit Reha-Trainer Markus Günther ein Einzeltraining genoss. Eine weitere Möglichkeit aber wäre sicherlich auch, Dennis Aogo hinten links zu bringen, und Marcell Jansen wieder nach vorne zu ziehen. Abwarten, für welche Variante sich Fink entscheiden wird. Es geht ja nun schon bald los, der HSV muss bekanntlich schon am Freitag wieder ran – bei den unbequemen Augsburgern.

„Maxi“ Beister wäre sicherlich die offensivere Aufstellung, was bei dem kampf- und defensiv-starken Tabellensechzehnten, der erst einmal gewonnen hat (bei 5:11 Toren), nicht verkehrt wäre. Angriff ist – oder soll ja – die beste Verteidigung (sein). Aber noch gab es vom Trainer keinen Hinweis, dass Beister nun „losgelassen“ wird. „Es gab bislang noch kein Signal des Trainers, ich warte ab und bereite mich wie auf jedes Spiel vor.“ Immerhin ist Thorsten Fink bei Beister kurz nach dem Stuttgart-Auftritt vorstellig geworden, um dem Angreifer mitzuteilen, dass er „zufrieden“ mit dem Maxi-Spiel gewesen sei. Das ist doch schon mal was. So etwas dürfte es in dieser Saison noch nicht (oft) gegeben haben. Für Beister aber großer Anlass zur Freude: „Wenn der Trainer mit mir zufrieden ist, dann ist das für mich noch kein Grund zu sagen, dass ich selbst mit mir zufrieden war. Es war vielleicht ein guter Schritt nach vorne für mich, aber trotzdem muss ich weiter hart an mir arbeiten – hart arbeiten wie alle anderen. Wenn der Trainer zufrieden ist mit mir, das ist für mich kein Grund, mich darauf auszuruhen.“

Die meisten Experten hatten „Maxi“ Beister einen steilen und schnellen Weg in die HSV-Stammformation zugetraut, aber bislang ging alles stets über die Bank. Der Unterschied zwischen der Ersten und der Zweiten Bundesliga scheint doch größer als gedacht. Beister sagt: „In der Ersten Liga wird mehr Fußball gespielt, in der Zweiten Liga wird mehr Wert auf die kompakte Defensive gelegt, auch auf ein gutes Zweikampfverhalten – das ist schon ein anderer Fußball, der in Liga eins gespielt wird, oftmals auch viel schneller.“ Die Umstellung dauert an, oder hat gedauert – wie man will. Er sagt selbst: „Ich stecke in dieser Phase noch drin, ich muss mich noch daran gewöhnen – aber ich bin, so denke ich, auf einem guten Weg. Ich merke das von Woche zu Woche, dass ich mich schon an gewisse Dinge gewöhnt habe.“

Maximilian Beister wirkt bei diesen Sätze reif und abgeklärt – anders als ein 22-Jähriger. Er über sich: „Ich schätze meine Situation schon ganz realistisch ein, denn in meinem ersten halben Jahr in Düsseldorf klappte das anfänglich nur stockend, und dann kam das von Spiel zu Spiel. Je mehr Einsatzzeiten ich bekommen habe, je besser lief es dann. Deshalb weiß ich für mich, dass es gut ist, mit Zeit zu geben. Und auch der Trainer gibt mir die Zeit, er redet mit mir und er vertraut mir. Deswegen kann ich das schon gut einschätzen, obwohl man als Spieler natürlich immer spielen will. Ich setze mich auf keinen Fall unter Druck, das kann ich nur sagen – ich blicke auf jeden Fall positiv in die Zukunft.“

Natürlich. Und spielen wollen sie stets immer alle. Aber bei ihm gab es zuletzt auch das Gerücht, dass er zurück zur Fortuna nach Düsseldorf will. Nur ein Gerücht? Oder doch mehr? „Maxi“ Beister bezieht Stellung: „Das Gerücht kam nicht von mir. Ich habe keine Ahnung, woher das kam, ich habe mich mit diesem Thema auf jeden Fall nicht beschäftigt. Ich war bei der U-21-Nationalmannschaft, da gab es ganz andere und viel wichtigere Themen, da habe ich bestimmt nicht an einen Wechsel oder an Fortuna Düsseldorf gedacht.“ Dann erklärt er unmissverständlich: „Mich interessiert dieses Thema nicht, ich habe mich damit nicht auseinander gesetzt, es wird auch in Zukunft kein Thema für mich sein, denn ich sehe meine Zukunft beim HSV, ich habe hier vier Jahre unterschrieben, meine Aufgabe liegt beim HSV. Es waren zwei sehr schöne Jahre in Düsseldorf, aber ich habe hier nun meine Aufgabe zu erfüllen, und nur darauf konzentriere ich mich.“

Dass „Maxi“ Beister für Zeitungen fotografiert wurde, als er neben Fortuna-Trainer Norbert Meier während eines Spiels auf der Bank saß, ist für den HSV-Spieler absolut kein Indiz für einen sich anbahnenden Wechsel: „Ich bin da nicht von allein hingegangen, sondern wurde gefragt, ob ich mich dorthin setzen möchte. Das habe ich dann getan. Ich habe dort nicht nur mit dem Trainer gesessen, ich habe dort mit vielen Personen gesessen, mit denen ich Freundschaften pflege. Und damit ist dieses Thema für mich auch nun beendet.“ Okay.

Der Mann weiß was er will. Und tritt auch selbstbewusst auf. Das gefällt mir. Das gefiel mir schon in seiner „ersten“ HSV-Zeit, und noch immer bin ich sprachlos, dass der HSV damals Beister gleich für zwei Jahre ausgeliehen hatte, während alle anderen HSV-Leihspieler nur für ein Jahr weg aus Hamburg waren. Aber das waren eben auch andere Zeiten, Zeiten, in denen es keinen Sportchef gab, der das Talent von „Maxi“ Beister hätte erkennen können. Aber gut, nun ist er wieder da, und auch wenn der Start stotternd verlief, so sagen der Trainer und auch der Sportchef Frank Arnesen unisono, dass sie von Beister nicht nur viel halten, sondern auch noch sehr viel erwarten, und dass sie auf ihn bauen.

Und es ist fast schon kurios, dass der Lüneburger sein Talent ja immer (oder auf jeden Fall meistens) bei der Nachwuchs-Nationalmannschaft gezeigt hat – durch ein stets engagiertes Spiel und mit erfolgreichen Torschüssen. Auch durch Beister-Tore hat der DFB den Start bei der U-21-Europameisterschaft geschafft. Und nun hat er auch für diese Mannschaft nur ein Ziel: „Wenn ein deutsches Team an einer EM teilnimmt, dann will dieses Team natürlich auch gewinnen, das ist doch klar. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, wir verstehen uns alle super – und wir haben auch die Qualität, um Europameister werden zu können.“

Und nebenbei mit dem HSV in die obere Tabellenhälfte – das wäre doch auch etwas. Jetzt, wo die Mannschaft doch noch entsprechend verstärkt worden ist. „Maxi“ Beister schwärmt von Rafael van der Vaart: „Er ist absolut positiv für mich, ich werde von ihm profitieren. Ein Rafael van der Vaart gibt immer alles für die Mannschaft, und er hat in den letzten Jahren so viele klasse Leistungen gezeigt und damit bewiesen, was er für eine Klasse hat, und trotzdem nimmt er sich hier nichts raus. Er ist ein absoluter Teamspieler, man kann als junger Spieler zu ihm gehen und sich Tipps holen, man kann sich ganz normal mit ihm unterhalten – und auf dem Platz kann er eben den einen oder anderen entscheidenden Pass schlagen.“

Dass Beister diese gewissen Anfangsschwierigkeiten beim HSV gehabt hat, soll ja auch an leichten Schwächen in seiner Defensivarbeit gelegen haben. Aber auch in diesem Punkt zeigte er sich zuletzt – in den Begegnungen mit der Schweiz – bei der U-21 – verbessert. Fast hätte ich geschrieben, deutlich verbessert, aber auch ein Freund von mir machte mich auf diesen >Umstand aufmerksam. Beister selbst konstatiert: „Ich glaube schon, dass ich mich in den letzten drei Wochen defensiv gesteigert habe, dass konnte man auch in den EM-Qualifikationsspielen sehen. Da hat das in meinen Augen sehr gut geklappt.“ Weiter führt er aus: „Wir Offensivspieler denken natürlich offensiv, deswegen ist es so eine Sache mit der Defensive. Wie versuche ich meine Defensivaufgaben zu verbessern, daran denkt man sehr wohl, aber ich denke, dass ich auch in dieser Beziehung schon einen Schritt nach vorne gemacht habe.“ Er gibt dann aber auch zu: „Ich weiß sehr wohl, dass ich da noch eine Schippe drauf legen muss, dass ich mich auch in taktischen Dingen noch verbessern muss – aber ich bin da, so glaube ich, schon auf einem guten Weg.“

Am Freitag in Augsburg wird er das unter Beweis stellen können. Er sagt: „Meine Erinnerungen an Augsburg sind nicht die besten, wir haben da mal 2:1 zur Pause geführt und noch 2:5 verloren. Der FCA ist eher defensiv eingestellt, man muss Geduld haben, man darf auch bei einem Spielstand von 0:0 in der 60. Minute nicht die Ruhe verlieren, sondern man muss weiter versuchen, sein Spiel zu spielen. Und man muss die Chancen, die man dann hat, auch eiskalt nutzen. Und wenn wir konzentriert spielen, die Zweikämpfe gewinnen und die zweiten Bälle erobern, dann werden wir auch mit einem Dreier nach Hamburg zurückkehren.“

Na, das ist doch mal ein Wort, „Maxi“!
Also nur beherzigen, diese Dinge, dann klappt es wahrscheinlich auch mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison.

In Sachen Aufstellung bin ich persönlich nicht nur gespannt, was Thorsten Fink nun mit Maximilian Beister vor hat. ich denke auch an die HSV-Defensive. In diesem Punkt stand in der Spiel-Information zu lesen, die es vor der Stuttgart-Partie vom HSV (für alle Journalisten) gegeben hat: “Der HSV und der VfB Stuttgart sind die beiden Bundesliga-Teams, die die meisten Schüsse auf das eigene Tor zulassen.” Da gibt es also auch noch harte Arbeit für das Trainer-Team zu verrichten. Und fast unbemerkt gab am vergangenen Sonntag ja ein “neuer Mann” seinen Einstand beim HSV: Paul Scharner. Wenn auch nur für die letzten fünf Minuten (für Son), wenn auch nur als Kopfball-Ungeheuer im Angriff. Geplant ist der Österreicher aber ja für die Innenverteidigung, und da wäre es sicher auch ein wenig hilfreich für den HSV, wenn es da (mal) einen Spieler geben würde, der auch das eine oder andere Mal kräftig zulangen oder dazwischen hauen kann. Man darf gespannt sein, wann Scharner dort hinten seine Vorzüge einbringen darf – und zwar von Anfang an. Ich, das will ich nicht verhehlen, würde mich freuen, wenn das recht bald geschehen könnte. Dann, so denke ich, würde der HSV in dieser geschilderten Statistik bestimmt nicht länger auf dem letzten Platz herumdoktern . . .

So, ein ganz anderes Thema:
Als ehemaliger HSV-Profi ist man ja nie so richtig aus dem Blickfeld aller Rothosen-Freunde. Deswegen nun noch diese Meldung: Piotr Trochowski ist in den USA wegen eines schweren Knorpelschadens operiert worden. Der „kleine Dribbelkünstler“ wird deshalb acht Monate pausieren müssen – was für eine Strecke. Und: Nationalmannschaft ade. Unglaublich gut aber die Aktion der Mannschaftskollegen vom FC Sevilla, die vor dem Erstliga-Spiel am Montag (gegen Mallorca, 3:2 gewonnen) alle ein T-Shirt trugen, auf denen beste Grüße und Genesungswünsche an „Troche“ zu lesen waren. Tolle Aktion!

Und dann noch ein Hinweis in eigener Sache:
Am Freitag gibt es die nächste Folge von „Matz ab live“ aus dem „Champs“ in Schnelsen (Burgwedel), und zwar mit zwei besonderen Gästen. Es sind Spieler aus jener HSV-Mannschaft, die dem Klub erstmalig – 1977 – einen Europapokal in die Vitrine stellten. Ihr Kommen haben die Abwehrrecken Peter Hidien und Hans-Jürgen „Dittschi“ Ripp. Darüber freue ich mich sehr – und ich hoffe, dass ihr nach dem HSV-Spiel in Augsburg einschalten werdet.

PS: Morgen wird um 10 Uhr im Volkspark trainiert.

19.39 Uhr

Lam verletzt sich – hoffen auf die Überraschung

21. September 2012

Vorneweg etwas in eigener Sache: Heute heiratet unser Moderator Dennis in Reinbek seine Freundin Bianca. Im Namen aller Blog-Verantwortlichen möchte ich ihm und seiner Lieben auf diesem Wege alles Gute und eine lange, gesunde, gemeinsame Zukunft wünschen. Zudem ist es eine tolle Gelegenheit, ihm sowie seinem Kompagnon Andre für die tolle Moderation dieses Blogs zu danken. Was die beiden leisten können tatsächlich nur die beurteilen, die es täglich miterleben. Und daher: Chapeau, meine Herren! Das ist ganz großer Sport.

Womit ich wieder zum HSV überleiten will. Da war für den heutigen Freitag ein geheimes Training angesetzt. Und das war auch gut so. Es klingt aus dem Mund (der Feder) eines Journalisten vielleicht etwas komisch, zumal der von den persönlichen Eindrücken lebt – allerdings kann ich mich in der aktuellen Situation diesbezüglich auch mal gut zurücknehmen. Zumal in Sachen Beurteilung der Einheiten nicht immer Einigkeit herrscht. Aber okay, das ist ein anderes Thema.

Und zwar ganz sicher nicht für heute. Denn die ersten Punkte sollen her – egal wie. Und wenn ein Geheimtraining dabei hilft, ist es die Mühen und den Verzicht unsererseits allemal wert. Dass es am Ende doch ein offenes Training wurde, war dann eher der Schonung des Stadionrasens geschuldet. Zudem wollte Trainer Thorsten Fink beim Abschlusstraining nicht nur seine erste Elf zusammenspielen lassen, sondern noch den einen oder anderen Spezialeffekt trainieren. Wobei sich die Spezialeffekte auf die Abwehrarbeit konzentriert haben dürften. Denn noch immer ist die Defensive die Achillesferse, obgleich der Sturm an sich noch nicht zu bestechen wusste. Gegen den BVB sollte Heung Min Son eigentlich als Spitze agieren. Im Abschlusstraining beorderte ihn Fink dann allerdings doch wieder auf die rechte Außenbahn und ließ dafür Artjoms Rudnevs vorne spielen. Nur gut, dass der Südkoreaner positionell nach eigenen Angaben keine Präferenzen hat. „Ob links, rechts, hinter den Spitzen oder ganz vorn ist mir egal. Hauptsache, ich spiele.“

Und das wird er gegen Dortmund. Das tut er schon seit einigen Spielen. Unter Fink ist Son zum Stammspieler mutiert, obgleich positionell abweichend. „Ich bin natürlich ganz zufrieden mit der Entwicklung“, sagt Son und meint damit seine persönlich, aber nicht die Entwicklung der gesamten Mannschaft. Das wiederum verwundert mich ein wenig, da ich noch immer fest davon überzeigt bin, dass Son nicht annähernd das abruft, was in ihm steckt. Noch immer hat der beidfüßige Offensivspieler zu viele Ballverluste, zu viele unnötig verlorene Zweikämpfe. Und noch immer kommt der schussgewaltige Südkoreaner zu selten zum Abschluss. Dass er mehr Potenzial hat, als bislang gezeigt, sieht Son ähnlich. „Ich muss im Training noch eine Menge Gas geben und mich noch weiter entwickeln.“

Dabei helfen soll auch Rafael van der Vaart, den Son „eine Bombe“ nennt. Von dem Niederländer will Son profitieren. In Form von gekonnten Zuspielen – aber vor allem auch von dessen Erfahrung. „Rafael ist ein Riesenspieler. Er hat ein gutes Auge, das Passspiel. Ich bin sehr, sehr froh, dass er zurückgekommen ist. Von ihm kann ich noch sehr viel lernen.“

Vor allem aber soll van der Vaart, und darauf hofft auch Son, für den sportlichen Aufschwung sorgen. „Wir haben vier Pflichtspiele verloren – das ist nicht gut. Die Tabelle sieht schon scheiße aus.“ Stimmt. Und etwas überraschend fügte Son hinterher: „Aber die Stimmung in der Mannschaft ist super.“ Einen kurzen Augenblick habe ich gestockt – dann aber wurde klar, dass Son nur sagen wollte, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat, dass sie trotz der Niederlagen nach vorn blickt. Gerade auch, weil mit van der Vaart, Badelj und dem leider noch zwei Spiel gesperrten Jiracek viel Qualität hinzugekommen ist. Son: „Wir haben Qualität. Wir dürfen uns einfach nicht zu viele Gedanken machen.“

Wohin das führen kann, war in den letzten Spielen zu erkennen. Auch bei ihm selbst. „Ich habe bei meiner ersten großen Chance zu viel nachgedacht. Das war mein Fehler.“ Anschließend habe zu lange seiner der Chance nachgetrauert. „Ich habe immer wieder gedacht, dass wir mit meiner Chance geführt hätten, dass das ganze Spiel anders gelaufen wäre.“ Bis zu seinem eigenen Treffer. Dort habe er instinktiv gehandelt. Ob er gegen Dortmund wieder versuchen würde, bei einer derart klaren 1:1-Situation den Torwart zu umspielen? „Das mache ich vom Dortmunder Keeper abhängig.“

Klar aber ist, dass Son der Torschütze ist, der den letzten Heimsieg herbeigeführt hat. Am 14. April sorgte er für den 1:0-Erfolg, der den Weg zum Klassenerhalt ebnete. „Das war vielleicht der schönste Moment in meiner HSV-Zeit bisher“, sagt Son, „das war damals sehr wichtig für die Mannschaft und für mich.“

Im Moment von großer Bedeutung für den HSV sind die ersten Minuten der Spiele. Immer wieder wirkt die Mannschaft schläfrig, kritisiert anschließend die ersten Minuten der jeweiligen Partien. „Auch in Frankfurt haben wir uns noch vor dem Spiel deutlich gesagt, wie wichtig gerade die ersten Minuten des Spiels sind“, sagt Son, „und wir konnten uns anschließend nicht erklären, weshalb es wieder schiefgegangen ist.“ Auch Son selbst hat keine Ahnung, woran es liegt. „Ich bin mir sicher, dass alle zugehört haben. Daran kann es nicht liegen. Aber vielleicht war es auch Pech…“

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Klar ist, dass der HSV gegen Dortmunds bärenstarke Offensive insbesondere defensiv geschlossener auftreten muss. Und dabei ist der Ausfall von Jeffrey Bruma, der heute beim Abschlusstraining gar nicht mitmachen konnte, kein Vorteil. Der Niederländer klagt noch immer über Schmerzen im Knie und wird nahezu sicher ausfallen. Für Bruma rückt der eigentlich schon auf die Bank degradierte Michael Mancienne wieder in die erste Elf. Der Engländer wird nach seinen durchwachsenen Spielen zuletzt neben Heiko Westermann eine neue Chance erhalten, während Dennis Diekmeier rechts verteidigt. Zudem spielte Zhi Gin Lam beim Abschlussspiel in der A-Elf Linksverteidiger, womit klar schien, dass Marcell Jansen vorne links bleibt. Stand 16.55 Uhr: Gegenüber Frankfurt gibt es nur die zwangsweisen personellen Veränderungen Bruma und Jiracek, den Tolgay Arslan ersetzen wird.

Das allerdings änderte sich schnell, als sich Lam plötzlich an den Oberschenkel fasste. Nur wenige Minuten vor Trainingsende musste der kleine umfunktionierte Linksverteidiger vom Platz getragen werden. Eine noch nicht näher definerte Muskelverletzung zwang Lam zum Abbruch und Fink somit um schnellen Umbau. „Ich war mir klar, jetzt muss ich alles umwerfen“, so Fink wenig begeistert. Allerdings dürfte der Umbau schnell gehen: Jansen rückt auf die linke Abwehrseite, während Ivo Ilicevic, bei dem noch immer alle auf den Durchbruch hoffen, auf die linke Offensivseite. Sollte der Kroate, von dem ich mir bei dessen Verpflichtung so viel erhofft hatte, endlich das zeigen, was ihn in Kaiserslautern stark gemacht hat, wäre der Tausch Lam/Ilicevic nicht zwingend eine Verschlechterung.

Abwarten und Daumen drücken.

Wobei die Partie gegen Dortmund natürlich ungleich schwerer werden dürfte, trotz des Ausfalles von Ilkay Gündogan, den Sven Bender ersetzen wird. Ansonsten kann BVB-Trainer Jürgen Klopp auf seine beste Elf zurückgreifen. Auch auf den zuletzt lange fraglichen Keeper Roman Weidenfeller. „Die spielen schon richtig guten Fußball“, lobt Son. Und er hat Recht.

Ebenso wie viele hier im Blog, die genervt sind vom Thema Vereinspolitik. Schon der teilweise abstrusen Diskussionen wegen lasse ich heute selbige komplett außen vor. Und ganz ehrlich: das interessiert mich unmittelbar vor einem solchen Spiel auch nicht die Bohne. Dass die ganzen Themen bestehen bleiben, ist klar. Darauf sollten hier alle gefasst sein. Da kommen noch viele kleine, mal dunkle, mal weniger dunkle, mal heikle, mal weniger heikle Geheimnisse ans Tageslicht. Die Grabenkämpfe sind nunmal da. Ob wir es gut finden oder nicht. Und um dem/der einen oder anderen Blogger/-in zu antworten: Die Gerüchte um Arnesen kommen nicht von mir, sie stehen seit Monaten im Raum und wurden auch nicht von mir öffentlich gemacht, sondern von der SportBild. Intern gibt es einige Leute, die sich in diesem Thema um eine lückenlose Aufklärung bemühen. Einige von ihnen sind damit zufrieden, dass bislang nichts Illegales nachzuweisen war, andere suchen weiter. Dafür kann ich nichts. Aber ich werde Euch zu gegebener Zeit davon berichten. Allerdings werde ich hier einen Teufel tun und mich zwischen die Fronten setzen. Warum auch? Ich bin Berichterstatter und komme dieser Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen nach. Ich lasse mich nicht von der einen oder der anderen Seite einspannen. Auch nicht von denen hier im Blog, die mich immer wieder irgendwelchen Fraktionen zurechnen wollen und die teilweise ebenso kreative wie abstruse Presse-vs-HSV-Verschwörungstheorien enttarnt haben wollen.

Wobei: Ich frage mich eigentlich immer wieder beim Lesen dieser Kommentare, was für Berichterstatter diese Blogger wären, die völlig unbelegt und nachweislich substanzlose Gerüchte über andre Blogger, Dieter oder auch mich hier in die Welt setzen, während sie sich genau darüber bei mir und meinen Kollegen so massiv beschweren….

Egal! Schon gar nicht werde ich hier Namen derer nennen, mit denen ich beim HSV spreche, solange die es nicht ausdrücklich autorisiert haben. Ich werde aber gern in den nächsten Blogs immer darauf hinweisen, wenn ich noch einen Teil zum Thema Vereinspolitik/Arnesen etc. schreibe. Dann können die, die nicht an einer umfänglichen Berichterstattung interessiert sind, den Teil meiden, ohne sich zu ärgern. Das ist auch völlig okay und stört tatsächlich niemanden.

In diesem Sinne, hoffen wir endlich mal wieder auf einen Festtag in der Imtech-Arena. Am besten mit einem Überraschungserfolg (schon ein Remis wäre sowas) gegen Dortmund. Zumal ich mich noch sehr gut an einen Sieg vor sieben Jahren am 24. September 2005 gegen den FC Bayern erinnere. Damals war ein gewisser Rafael van der Vaart neu beim HSV und erzielte im Duell mit dem damaligen Titelträger Bayern München das wichtige 1:0. Am Ende siegte der HSV dank eines Traumtores von Piotr Trochowski am Ende mit 2:0 und sorgte für die so oft herbeigesehnte Initialzündung, die den HSV letztlich sogar bis in die Champions League führte. Dass wir das heute nicht erwarten können, ist klar. Erwarten können wir aber, dass sich dieser HSV zerreißt und dem spielerisch übermächtig wirkenden BVB alles abverlangt.

Bis morgen!
Scholle

So könnte der HSV spielen: Adler – Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen – Badelj, Arslan – Son, van der Vaart, Ilicevic – Rudnevs.

Jarchow: “Es gibt keine Trainer-Diskussion!”

18. September 2012

Das ist doch typisch! Kaum verliert der HSV einige Spiele, schon schießt sich die Presse auf den Trainer ein. Solche oder ähnliche Kommentare kenne ich aus den vergangenen drei Jahrzehnten zur Genüge. Immer ist es die Presse, die die Trainer an- und dann auch noch abschießen. Was ich stark bezweifle, aber ist der Ruf erst ruiniert, schießt es sich ganz ungeniert . . . Beim Training werde ich immer häufiger auf einen Trainerwechsel beim HSV angesprochen, und bei „Matz ab“ wird ja auch schon fleißig, emsig und häufig über einen neune HSV-Coach gesprochen. Hier einmal nur zwei Beispiele:

Von „schaengel” kam folgender Beitrag:

Was mich besonders wundert…warum schreibt denn die (lokale) Presse nichts über unseren Trainer? Ist denn nur hier im Blog die Stimmung so Anti oder gibt es ein Agreement zwischen der Presse und dem Verein?
Wenn man mal bei Google News nach „Fink” sucht, erscheint keinerlei „offizielle” Presseschelte, nur die Berichte von uns Uwe oder die herausragenden Aussagen von ThoFi wie „HSV hat Potenzial für TopTen”.
Warum ist es da (noch) so still? Was sagen den die Blogväter?

Und von „Peter Panther” gibt es das hier zu lesen:

Thorsten Fink vergisst bei seinem ganzen Gelaber und der Bitte nach mehr Zeit, dass er die längste Vorbereitungszeit hatte, die es je in der Bundesliga-Historie gab. Dazu mag er wohl nicht einsehen, dass er lediglich drei neue Spieler einbauen musste, die allesamt im Mittelfeld beheimatet sind, ergo jetzt die schlechte Defensiv-Leistung zu kritisieren, für die er letztlich Schuld trägt, denn die Abwehrreihe ist unverändert.

Mich stört auch, dass mangelnde Erfahrung herhalten soll, denn ein Jansen, Aogo (wenn auch jetzt verletzt), ein Westermann, dahinter ein Adler im Tor, sind erfahrene Profis, die schon durch Stahlbäder gingen. Da muss es möglich sein, die schwächeren Leistungen von Mancienne, Bruma oder Diekmeier zu kompensieren. Ging ja früher bei Boateng auch, wenn der sich mal wieder ’nen Klops leistete. Und alle drei haben auch schon in der vergangenen Saison ihre Spiele gemacht, ergo hätte Fink ihre Fehler in der Vorbereitung erkennen und ggf. abstellen müssen, bzw. sie ggf. nicht mehr aufstellen dürfen. Sich dann wegen einer Lappalie mit Raikovic zu überwerfen ist dann natürlich besonders clever, zumal wegen einer Sache, die bei jedem zweiten Bayern-Training Standard ist…

Alles in allem, ich schrieb es gestern bereits, ist Fink ein Maulheld, der mit vermeintlich großen Visionen angetreten ist und kläglich zu scheitern droht, eigentlich schon gescheitert ist. Das die Einkäufe von Arnesen dazu beitragen mag ich nicht wirklich glauben, denn mit Beister, Jiracek, Adler, Badelj und van der Vaart hat man gute Leute am Start, die zudem mit Jansen und Westermann eine solide Startelf aufbieten können. Das es im Sturm noch hakt gebe ich zu, allerdings kommen wir ja meist nicht mal vor das gegnerische Tor…

Man sollte sich langsam mal nach ’nem neuen Trainer umsehen… Das Fink noch seine Chance nutzt, halte ich für sehr unwahrscheinlich!

Wohl gemerkt, und auch richtig bemerkt: Die Presse hält sich in diesem Punkt hanseatisch-vornehm zurück. Weil die Zeit im Moment und in meinen Augen auch noch lange nicht reif ist für einen neuen HSV-Trainer. Jeder weiß, dass sich der HSV seit einem Jahr im Umbruch befindet – und so etwas kostet eben seine Zeit. Und jeder zweite (User) weiß, dass der HSV kein geld mehr in der Kasse hatte, immer noch hat. Das Geld, was nun noch in letzter Sekunde für Petr Jiracek und Rafael van der Vaart floss, hatte der Verein gar nicht, wird der Verein auch in den nächsten fünf Jahren und mehr immer noch nicht haben. Der HSV hat viel riskiert – ich schrieb es bereits, finanziell ist es ein ganz heißer Tanz auf der Rasierklinge.

Und wenn der HSV kein Geld für neue Spieler mehr hat(te), dann gibt es erst recht kein Geld mehr für eine Trainerentlassung. Die zudem auch viel zu früh käme. Thorsten Fink hat doch völlig recht: Diese neue HSV-Mannschaft, die jetzt erstmalig in Frankfurt auf dem Rasen stand, die benötigt noch einige Zeit, um sich stetig besser einzuspielen. Und alle sollten ihr auch diese Zeit einräumen. So schwer es auch jedem Fan fällt. Zudem sollten die Ungeduldigen einmal kurz nach Hannover blicken. Dort startete Trainer Mirko Slomka vor zwei Jahren auch unglaublich schlecht, er stand auf der Liste der Trainer-Entlassungen auf Platz eins – und dann startete 96 bis heute unglaublich gut durch. Deswegen wird es von mir auch keine Forderungen nach einer Trainer-Entlassung beim HSV geben. Alles wird sich von allein ergeben. Gewinnt Thorsten Fink, dann geht es auch aufwärts mit dem HSV, bleibt er in den nächsten Wochen sieglos, dann wird der HSV – wohl oder übel – handeln müssen. Ich sage ganz klar: handeln müssen. So ist das Geschäft. Das weiß auch Fink. Aber noch besteht keinerlei Anlass zu einer solchen Handlung, auch kein Anlass zur Hektik oder gar Panik.
Immer schön flach halten, den Ball. Das Ding wird doch noch. Da bin ich mir absolut sicher.

Wobei ich gerne noch einmal im Matz-ab-Archiv gekramt habe. Denn das schrieb ich einst an dieser Stelle:

Tagesarchiv für den 14. August 2012

Die Zeile lautete:

Defensive okay – die Offensive muss nachlegen

14. August 2012

Und da stand zu lesen:

Zur Lage seiner Mannschaft befand Thorsten Fink im Anschluss daran: „Wir haben vor Saisonbeginn gesagt, dass wir an der Defensive arbeiten wollen, das haben wir getan, unsere Defensive ist jetzt verstärkt, wir habe da gut gearbeitet. Und nun müssen wir natürlich wieder versuchen, beides zu können: Abwehr und Offensive. Wir müssen nicht nur gut verteidigen können, wir müssen auch gut angreifen können, wir müssen auch im Ballbesitz bleiben, und wir müssen auch gut kontern können. Das alles gehört zum guten Fußball. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass wir besser und schneller nach vorne spielen können.“

Grundsätzlich befindet Fink: „Wir haben auch schon in der vergangenen Saison gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können, das haben wir auch jetzt gegen große Gegner gezeigt, da hat meine Mannschaft bezeigt, dass sie nichts von ihrem Können verloren hat. Wenn wir in jedem Spiel gut stehen und wir gewinnen 1:0, dann muss man auch zufrieden sein. Dass wir dann mit der Zeit wieder etwas erarbeiten können, ist ja auch klar. Man muss nicht alles von der Mannschaft erwarten, dass wir schon alles perfekt können – wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen.“ Und Fink sagte auch: „Wir haben jetzt in 13 Spielen neun Gegentore bekommen, das ist nicht viel in der Vorbereitung, von daher bin ich damit schon mal zufrieden. Dass wir im Moment noch nicht so spielen können wie was weiß ich wer, das sollte keiner erwarten – und das hat ja auch keiner erwartet. Denn wenn wir schon alles so gut könnten, dann müssten wir auch schon wieder Ansprüche haben – und die haben wir im Moment nicht. Wir haben den Anspruch, dass wir uns im Spiel nach vorne verbessern wollen, und dass das eine oder andere auch gegenüber der vergangenen Saison besser klappt – und auch das haben wir schon bewiesen. Standardsituationen sind zum Beispiel schon verbessert worden, defensiv ist das okay – und offensiv war auch schon einiges ganz gut. Ich sehe schon einige Entwicklungen.“

Das ist eigentlich der Punkt, den ich zu kritisieren habe. In aller Ruhe, sachlich, und ohne (s)eine Entlassung und ohne seinen Kopf zu fordern! Kritik ist und muss erlaubt sein, wenn sie oberhalb der Gürtellinie angesiedelt ist, und diese hier ist oberhalb der Gürtellinie angesiedelt:
Thorsten Fink sieht mir zu schnell und zu viel zu rosig – bei seiner Mannschaft. Die Spiele nach diesen Aussagen haben ihm das Gegenteil gezeigt. Zur Erinnerung: Das, was da am 14. August gesagt wurde, war vor dem KSC-Pokalspiel. Und dann noch einmal zur Erinnerung: Nach dem Liga-Total-Cup in Hamburg, also einige Tage vorher, hatte Thorsten Fink in einem Interview mit der Bild versprochen: „Wir werden am ersten Spieltag zu 100 Prozent da sein.“

In kurzen Hosen? Auf dem Rasen? Pünktlich?

Das meine ich: Fink setzt sich mit diesen Aussagen auch selbst gewaltig unter Druck. Wie oft sollte schon „die Post nach oben abgehen“? Statt tiefer zu stapeln greift der HSV-Trainer stets in die Vollen. Und wenn es dann schief geht, wenn der HSV dann wieder nur verloren hat, dann ist die Enttäuschung von mal zu mal größer. Weil der Trainer doch versprochen hat, das es endlich und schon bald aufwärts geht – mit dem HSV.

Deswegen begrüße ich es auch ausdrücklich, dass Thorsten Fink nun um Zeit und Geduld bittet. Jetzt, nach vier Niederlagen. Die Zeit des HSV wird kommen, da bin ich mir absolut sicher, aber es wird auch sicherlich noch dauern. Gegen Dortmund erwarte ich nichts, gegen Mönchengladbach kann es eventuell den ersten Punkt geben, gegen Hannover gibt es zum 125. Geburtstag noch eine Pleite, aber danach wird dann die Zeit des HSV kommen.
Mal sehen, ob ich zum Propheten tauge . . .

Aber gebt dem HSV und damit auch dem Trainer noch Zeit. Ihr alle habt doch beklagt, dass es in den letzten acht Jahren acht Trainer-Entlassungen beim HSV gegeben hat. Ihr habt beklagt, dass niemals Kontinuität in den Laden kommt, wenn stets und ständig (und bei der kleinsten Krise) sofort der Trainer vor die Tür gesetzt wird. Okay, jetzt ist es schon keine kleine Krise mehr, aber es sind in der Liga doch auch erst drei Spieltage absolviert. Nun haltet einmal tapfer durch, so schwer es auch fallen mag. Ich leide doch wie ihr unter dieser Misserfolgs-Serie. Aber mit den letzten (sehr guten) Verstärkungen, mit Milan Badelj, Petr Jiracek und Rafael van der Vaart, muss und wird sich der Erfolg doch auch bald einstellen. Und sollte der Trainer nun zum Dortmund-Spiel seine Mannschaft erfolgreich umkrempeln, dann geht es vielleicht auch schon (oder noch) etwas schneller.

Obwohl die Ungeduld eines jeden Fans, das sei absolut noch einmal bestätigt, auch völlig normal ist – bei dieser Tabellensituation. Und auch eine gewisse Unruhe im Klub. Carl-Edgar Jarchow, der Vorstandsvorsitzende, gab zu: „Die ganze Situation erfreut mich natürlich nicht, das ist ja klar, aber die Unruhe im Verein hält sich noch in Grenzen. Wir wissen natürlich, dass der Saisonstart schlecht war, die Fans sind enttäuscht – wir sind es auch. Aber wir haben ja auch noch Maßnahmen getroffen, die uns hoffen lassen, das es ist der Zukunft anders wird.“ Auf die Frage eines TV-Kollegen, ob der Trainer noch fest im Sattel sitzt, sagte Jarchow: „Ich werde hier mit Ihnen keine Trainer-Diskussion führen.“

Carl-Edgar Jarchow weiter: „Es gibt auch intern bei uns keine Diskussion über den Trainer. Weil dafür die Grundlage fehlt. Wir sind von dem Trainer überzeugt, dass er mit dieser Mannschaft vorankommt, deswegen gibt es da auch keine Diskussionen.“

Und wenn der HSV am 29. September, wenn der 125. Geburtstag gefeiert wird, immer noch so trostlos durch die Bundesliga bummelt? Was ist dann? Jarchow: „Wir werden auch dann das Jubiläum feiern, wenn wir bis dahin nicht so erfolgreich waren. Aber ich wünsche mir das natürlich anders, keine Frage.“

Einen nicht ganz unwichtigen Punkt möchte ich – im Zusammenhang mit dem Trainer – auch noch kurz ansprechen: Stichwort Kondition. Auch heute wurde ich wieder während des Trainings darauf angesprochen (wie fast jeden zweiten Tag!): „Wann trainiert diese Mannschaft eigentlich mal Ausdauer? Und wann schleichen die Spieler mal vor Erschöpfung vom Platz, sodass sie kein fröhliches Lied mehr auf den Lippen pfeifen können?“ Ich sage dann immer und immer wieder: „In der Bundesliga wird wissenschaftlich trainiert, da gibt es kaum noch einen Schleifer als Trainer . . .“ Ausnahmen bestätigen die Regel, aber in Hamburg gab es schon seit vielen, vielen Jahren keinen mehr. Eigentlich seit der Ära Felix Magath. Und alle anderen Trainer nach dem Felix haben so trainiert, wie jetzt Thorsten Fink. Also alles völlig normal. Hätte der HSV keine Kondition, keine Kraft, keine Ausdauer, dann hätte er in Frankfurt nicht mit zehn Spielern bis zum Schluss um den Ausgleich kämpfen können. Konnte der aber. Der HSV war in den letzten 20 Spielminuten das deutlich konditionsstärkere Team. Wohl gemerkt, mit zehn Mann. Es liegt also nicht daran, dass die Mannschaft im Training zu wenig gequält wird.

Nur die Ruhe also, obwohl, das gebe ich zu, ich ganz gerne auch mal den einen oder anderen Tag erleben möchte, an dem die HSV-Profis „vom Platz kriechen“, weil sie fix und foxi sind. Das müssen wohl meine masochistische Züge sein . . . Früher war eben alles wie früher, auch die Schinderei. Obwohl, wenn ich mich nicht irre hat Thorsten Fink auch zu Beginn der Vorbereitungszeit gesagt: „Qualität kommt von Qual.“ Wie er das wohl gemeint hat?

Noch kurz zu einem Wechsel, der gegen Dortmund anstehen könnte: Der ehemalige Dortmunder Thorsten Fink könnte den ehemaligen Dortmunder Tolgay Arslan aufstellen (weil Petr Jiracek gesperrt fehlen wird). Und Arslan befindet: „Das wäre super, ich freue mich drauf. Weil es gegen den Meister geht, und weil ich ja noch einige Dortmunder kenne, mit ihnen spielte ich einst in der Jugend zusammen für den BVB.“ Mit Reus, mit Götze und in der U-Nationalmannschaft mit Gündogan. Über Arslan hatte Thorsten Fink ja gesagt, dass der sich bestens mit Rafael van der Vaart versteht. Dazu der Deutsch-Türke voller Selbstbewusstsein: „es ist vielleicht zuviel gesagt, aber es stimmt schon. In den Testspielen stimmte es zwischen uns. Er spielt auch Fußball, ich denke, wir beide denken das Gleiche, und dann ist es vielleicht einfacher, mit einem Fußball zu spielen, der vielleicht auch auf der Straße groß geworden ist.“
Es war von Rafael van der Vaart die Rede.

Dass Tolgay Arslan nun auf der Sechs zum Einsatz kommen könnte, also sein Spiel defensiver angelegt sein müsste, das stört ihn nicht. Der Trainer hatte gesagt, dass er Arslan deswegen in dieser Woche noch intensiv im Training beobachten werde, ob er auch defensiv kann? Tolgay Arslan noch einmal voller Selbstvertrauen: „Ich kann defensiv. Das wird man sehen. Ich werde giftig sein. Natürlich werde ich dem Trainer beweisen, dass ich das kann. Man sagt immer, dass ich ein offensiver Spieler bin, aber ich werde das Gegenteil das beweisen. Jetzt spiele ich eine Position hinter der, die ich sonst spiele, aber ich werde es allen zeigen, dass ich es auch da kann.“
Auf geht’s, Tolgay, lass es krachen!

Kurz noch ein Satz zur Jubiläums-Anleihe. Ihr werdet es in allen Zeitungen und im Fernsehen sehen können, am 29. September so es so weit sein. Die Dinger sehen gut aus es gibt sechs Prozent pro Jahr (über sieben Jahre), und es gibt drei verschiedene Schmuck-Urkunden, auf denen jeweils die HSV-Vergangenheit (die gute!) abgebildet ist. Ich werde mir diese Schmucksachen ins Haus holen, klarer Fall! Es gibt sie für 125 Euro, für 404 Euro (weil Uwe Seeler einst in seiner großen Laufbahn 404 Tore für den HSV in Pflichtspielen erzielt hat) und für 1887 Euro, die Global-Urkunde gibt es für 500 Euro und für jeden Betrag mehr, der durch 500 teilbar ist.

Ein ganz anderes Thema:

Er hat die Raute immer noch ganz tief im Herzen – und Hamburg auch. Logisch, selbstverständlich, natürlich – klar. Als ich heute mit David Jarolim sprach, war seine erste Frage: „Was war da los in Frankfurt?“ Und dann: „Wieso hat der HSV 2:3 verloren?“ „Jaro“ wollte es genau wissen, woran es lag, dass es wieder nur eine Niederlage gab. Er selbst hatte 3:0 gewonnen. Der erste Saisonerfolg von seinem neuen Arbeitgeber FC Evian Thonon Gaillard, der Aufsteiger Bastia bezwang. Jarolim war 80 Minuten mit von der Partie und sagte: „Das war ganz schön hart, denn es war mein erster Einsatz seit vier Monaten. Dafür aber ging es ganz gut.“

Seine Mannschaft muss bei der „Jaro-Premiere“ wohl auch ganz gut gespielt haben, denn solche klaren Siege sind in Frankreich eigentlich nicht an der Tagesordnung. „In Frankreich wird etwas anders Fußball gespielt. Es ist irgendwie schneller und auch hektischer“, sagt „Jaro“, der aber dafür sorgte, dass immer dann Ruhe ins Spiel kam, wenn es nötig war. Er hielt den Ball klug und verteilte ihn auch geschickt. Sehr zur Freude seines neuen Trainers, der nun auch die Doppelrolle als Sportdirektor innehat. „Als ein solcher hat er mich vor Wochen nach Evian geholt. Er ist schon über 20 Jahre im Verein und legt großen Wert auf Disziplin, das finde ich sehr gut“, sagt „Jaro“, der gleich nach seiner Ankunft eine Trainerentlassung beim FC Evian miterleben durfte. Aber da hatte der tschechische Dauerläufer ja durch seine HSV-Zeiten gewisse oder auch beste Erfahrungswerte einzubringen . . . Das macht nur noch härter.

„Es ist landschaftlich wunderschön hier“, berichtet David Jarolim über seine neue „Wahl-Heimat“, hoch in den Bergen des Genfer Sees. Endlich einmal hat ein HSV-Spieler seinem neuen Klub im ersten Spiel gleich ein Erfolgserlebnis beschert. Es geht doch. Übrigens: Von dem Siegtor, das Piotr Trochowski am Wochenende für den FC Sevilla gegen Real Madrid schoss, hatte Jarolim auch in Frankreich schon gehört. Er sagte: „Das freut mich für Troche, ein solches Erfolgserlebnis wird ihm sicher viel Selbstvertrauen geben – und ein Siegtor gegen Real Madrid schießt man ja auch nicht alle Tage.“ Wie wahr.
Evian TG hat nun vier Punkte und liegt auf Tabellenplatz 15 (von 20 Vereinen).
Weiterhin alles Gute in Frankreich und mit dem FC Evian, „Jaro“.

Und für euch natürlich einen wunderschönen Feierabend.

PS: Am Mittwoch wird um 16 Uhr im Volkspark geübt.

18.11 Uhr

Matz ab feiert dritten Geburtstag – danke!

6. August 2012

Vielen Dank für die zahlreichen Glückwünsche zum Dreijährigen! Es gab für mich viel Post und auch Anrufe, und zwar aus aller Welt! Danke dafür, danke auch für eure Treue. Drei Jahre „Matz ab“, wie die Zeit vergeht. Und es ist auch so, als würden es schon so viele Jahre mehr sein, die wir gemeinsam auf dem Buckel haben – gefühlt sind es für mich mindestens zehn Jahre “Matz ab“. So intensiv war das alles, verlief das alles. Ich habe viele, viele großartige Menschen kennen und schätzen gelernt, es gab hervorragende Begegnungen und Erfahrungen – das war schon traumhaft. Und dafür bedanke ich mich noch einmal ausdrücklich. Natürlich gab es auch gelegentlich Ärger, aber darüber möchte ich an einem solchen Tag gar nicht erst schreiben. Mir tut es nur um jene Leute Leid, das sage ich offen und ehrlich, die zuerst ganz „große Matz-abber“ waren, die dem Blog überaus positiv gegenüber standen, die dann aber mit der Zeit abgesprungen sind. Ich trauere in dieser Hinsicht vielen Menschen nach, die ich auch persönlich kennen lernen durfte, von denen ich auch menschlich total beeindruckt und begeistert war – die es dann aber vorzogen, nicht mehr zu unserem Kreis gehören zu wollen. Schade kann ich dazu nur sagen – ich vermisse euch. Und allen anderen „Matz-abbern“ möchte ich an diesem Tag zurufen: „Auf die nächsten drei Jahre!“

Um einmal einen Glückwunsch aus der Flut der vielen Glückwünsche herauszupicken:

Von „suedstern”:

„hallo herr matz und herr scholz,
herzlichen glückwunsch zum 3jährigen. ich halte mit meinen aufkleber am
auto und auf meinem pc in ganz wuerttemberg zur stange. viele hsv fans im
sueden sprechen mich auf grund meiner aufkleber an. diese grüße ich auch
hiermit. sie sind bei weitem nicht so negativ eingestellt, wie viele hier
im blog. das ist wahrscheinlich die gnade der weiten entfernung zu ihrem
lieblingsverein.
viele grüße w.w.“

So, zurück zum Wesentlichen:

„Internet ist das Schwerste was es gibt.“ Das sagten (und bestätigten) mir am Wochenende viele Kollegen, die es von „außerhalb“ in den Volkspark gezogen hatte, um den „Liga-total-Cup“ zu verfolgen und darüber zu berichten. Recht haben sie, aber auch darüber will ich nicht groß schreiben (und reden). Hier treffen sich eben verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen zum Fußball allgemein und zum HSV ganz speziell. Diese Leute alle unter einen Hut zu bekommen, ist nicht zu schaffen, dank des großartigen Moderatoren-Teams aber geht es „Matz ab“ heute wesentlich besser als noch vor eineinhalb Jahren. Deswegen bedanke ich mich auch an die drei Moderatoren – und zwar ganz ausdrücklich und von Herzen. Ihr macht einen tollen Job, quasi rund um die Uhr, das ist sensationell und hervorragend. Danke.

Es gab bei „Matz ab“ in diesen drei Jahren ein stets Auf und Ab. Es gab viele Höhepunkte, auch viele Tiefpunkte – aber der absolute Knüller in dieser Geschichte ist und bleibt der „Fall van Nistelrooy“, den die beiden „Matz-abber“ „Eiche Nogly und Jacek Dembinski „aufdeckten“. Das war einmalig, es wird wohl auch einmalig bleiben, aber vor allem werden wir (ich auf jeden Fall) noch in Jahrzehnten darüber sprechen. Das Zusammenspiel zwischen Fans und den HSV-Verantwortlichen war in dieser Geschichte nahezu perfekt – ich bin, das gebe ich gerne zu, noch heute davon begeistert, wie das damals alles (unter der Decke) lief. Auch dafür noch einmal vielen Dank – und (immer noch und immer wieder) meine Hochachtung, ihr Experten!

In dem Zusammenhang, und damit komme ich zum aktuellen Tagesgeschehen, gab es am Wochenende auch eine Mal, die wie folgt aussah:

„Moin Dieter,
haben wir nun unseren langersehnten Spielmacher? In Italien heißt es heute, dass Jorquera, der schon seit Wochen immer mal wieder mit uns in Verbindung gebracht wird, nun tatsächlich zu uns wechseln soll/wird. Vielleicht kannst Du/könnt Ihr Dich/Euch ja mal beim Liga-Total Cup danach umhören.

Gruß, NicNac“

Ein neuer „Fall van Nistelrooy“? Nicht ganz. Erstens wird dieser Name schon seit einiger Zeit in Hamburg gehandelt (das Abendblatt hatte ihn vor 14 Tagen gespielt), zweitens wissen auch die anderen Medien der Stadt von diesen Verhandlungen. Es soll „etwas dran sein“, aber mehr wohl auch noch nicht. Der HSV hat mit Jorquera gesprochen, aber perfekt ist noch nichts – wenn es klappen sollte, dann werden wohl auch noch einige Tage ins Land ziehen. Cristobal Andres Jorquera Torres ist vor zwei Tagen 24 Jahre alt geworden, er ist 1,74 Meter groß und aktueller Nationalspieler Chiles. Er spielt beim italienischen Erstliga-Klub FC Genua, er ist Rechtsfuß und hat laut „Transfermarkt“ einen aktuellen Marktwert von „nur“ 1,8 Millionen Euro.

Wie geschrieben, es ist „etwas dran“, aber „etwas dran“ war auch an anderen Spielern immer mal wieder etwas – deswegen abwarten. Es könnte aber immerhin sein, dass es mit dem Chilenen endlich etwas werden könnte. Ein kleiner Fortschritt.

Von noch einem Südamerikaner ist (und war?) ja auch im Zusammenhang mit dem HSV die Rede: St. Paulis Abräumer Carlos Zambrano. Soll aber nichts dran sein. Soll. Man weiß es ja aber nie so genau. Und dann taucht in den letzten Stunden immer wieder ein neuer Name auf: Der 32 Jahre alte Österreicher Paul Scharner, der sich eine Woche bei Eintracht Frankfurt auf- du fitgehalten hat. Die Hessen werden den 1, 93 Meter großen Innenverteidiger, der zuletzt in England spielte (West Bromwich Albion und Wigan), aber nicht verpflichten. Auch deshalb, weil sie Zambrano holen wollen . . . Scharner dürfte aber für den HSV so etwas wie (jetzt) erste Wahl sein, ich rechne eigentlich stündlich damit, dass er unter Vertrag genommen wird.

Dann kämen also Milan Badelj und Paul Scharner, aber wie steht es um einen Stürmer? Der HSV, das offenbarte doch der Liga-total-Cup ganz eindrucksvoll, braucht einen Angreifer. Dringend. Händeringend. Bitte, bitte. Uwe Seeler („Der HSV braucht noch einen Brecher“) hat es schon lange erkannt, der letzte HSV-Anhänger jetzt spätestens am Sonntag. Ein Stürmer muss her. So wird das nichts. Wobei ich doch gar nichts gegen Artjoms Rdnevs habe. Er soll ja bleiben und sich entwickeln. Es kann ja mit ihm noch was werden, aber der HSV benötigt trotz allem noch einen Stürmer. Wer das nicht sieht, der sollte sich später nicht wundern . . .

Ich sprach heute mit HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow. Ich wollte von ihm wissen, ob der HSV diese Baustelle überhaupt auf dem Plan hat. Jarchow antwortete gelassen: „Wir wissen, wo wir noch etwas tun müssen, davon können Sie ausgehen. Und wir müssen sicherlich auch – alles im Rahmen unserer Möglichkeiten – etwas tun . . .“ Ein Glück. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Oder? Denn ich sage mir ja auch: „Wenn Carl-Edgar Jarchow das weiß, hoffentlich weiß es auch der Sportchef. Denn zuletzt hieß es vom HSV ja immer nur: Wir brauchen einen Zehner und einen Innenverteidiger. Von einem Stürmer war weit und breit nichts zu hören . . .“

Und wo ich gerade mit dem Vorstandsvorsitzenden gesprochen habe, da habe ich auch nach Klaus-Michael Kühne gefragt. Herr Jarchow, gibt es eigentlich noch Kontakt zum großen HSV-Gönner, Mäzen und Sponsor? Jarchow: „Gibt es, das schläft auch nicht ein, denn der alte Vertrag mit Herrn Kühne läuft ja immer noch weiter.“ Okay. Aber bezüglich eines neuen Engagements des Milliardärs? Jarchow: „Da war das Interview, das Herr Kühne zuletzt gegeben hatte, ja nicht gerade hilfreich und förderlich.“ Das mag so sein, wäre ja auch nur normal. Nach den Aussagen. Carl-Edgar Jarchow sagte aber zur „Mitarbeit“ Kühne auch noch: „Das Engagement war ja mehr oder weniger auf einen Namen reduziert, nämlich Rafael van der Vaart, und wie alle wissen, hat das nicht geklappt.“ Stimmt. Deswegen glaube ich auch, dass der Herr Kühne seinen noch immer laufenden Vertrag erfüllen wird, aber ein neues Engagement wird es wohl (so schnell) nicht wieder geben.
Schade eigentlich.

Kühne war immer mein großer und auch mein letzter Strohhalm, an den ich mich geklammert habe. Auch im Hinblick auf einen neuen Stürmer. Und wenn ich so daran denke, dass es der Herr Kühne einst ja auch schon ganz gut mit „seinem“ HSV gemeint hat, so sollte er einmal daran denken, kurz über seinen eigenen Schatten zu springen: Dieser HSV braucht dringend Soforthilfe, Herr Kühne, Sie könnten helfen, weil Sie dazu in der Lage sind – und wenn Sie und auch Ihre Frau den Verein lieben, dann helfen Sie bitte noch einmal. Trotz aller unterschiedlicher Meinungen. Es geht doch nur um den Klub.

Dieser HSV braucht Ihre Hilfe, Herr Kühne, mehr denn je!

Und wenn ich dazu noch einmal auf Zugang Artjoms Rudnevs zurückkommen darf. Dazu gibt es immer wieder Mails, zwei davon möchte ich euch einmal zu Gemüte führen:

„Hallo Herr Matz,

warum sieht man den Spieler Rudnews schon jetzt so negativ? Es war einmal, so fangen viele Märchen, bei einem Heimspiel meines HSV wurde ein neuer Spieler eingesetzt, ich hatte einen Platz auf der alten Haupttribüne in der ersten Reihe, konnte also die Spieler beim warmmachen wunderbar beobachten. Es war ein neuer großer Spieler dabei, er kam von Rot Weiss Essen.
Der Mann war nach meinem ersten Eindruck ein Antifussballer, jeder Ball sprang ihm vom Fuss. Der Spieler hieß übrigens Hrubesch, also bitte etwas Geduld.
Mfg. Peter W.“

Und von unserer treuen Seele „Nordbert” kam zum Thema die folgende Mail:

„Moin Dieter, moin Leute,

ich erinnere mich noch an einen gewissen Bernardo Romeo, der schon ein ziemlicher Knipser war. Mit dem Ball alleine auf den Torwart durfte man ihn nicht loslassen, aber im Strafraum war er großartig und hatte enormen Unterhaltungswert (zumindest, wenn man HSV-Fan war). Wenn ich es richtig erinnere, hat Dein Kumpel Thomas Doll (bitte berichtigt mich, wenn ich hier falsch liege) ihn damals nicht mehr haben wollen, weil er nicht mehr in das Spielsystem paßte. Nun finde ich, daß Toreschießen schon in ein HSV-Spielsystem passen sollte, aber Thomas Doll war da in der Tat der weitsichtigere Mensch, denn seitdem haben ja alle HSV-Trainer am System ohne Toreschießen festgehalten und soviele Fachleute können sich ja nicht irren… :roll:

Ich sehe das Problem, das Rudnevs und Berg vermutlich bekommen, eher darin, daß sie nicht mit den Vorlagen gefüttert werden, die sie brauchen, um eine gute Torquote zu erzielen. Von Marcell Jansen, der in seiner HSV-Anfangszeit irre gefährliche, flache Hereingaben von der Grundlinie aus geschlagen hat, kommt so gut wie gar nichts mehr. Dennis Diekmeyer geht vorsichtshalber kaum noch zu Grundlinie. Ecken sind traditionell seit Jahren högscht ungefährlich (gegen Barca sah das besser aus, ich habe mich echt gewundert – wäre schön, wenn das konserviert werden könnte). Ein Problem übrigens, mit dem meiner Meinung nach auch Van the Man zu kämpfen hatte. Von Laufwunder Petric ganz zu schweigen. Ich mache mir von daher weniger Sorgen wegen unserer Stürmer, sondern sehe die Probleme vor allem beim Anspiel in die Spitze.“

Dazu habe ich ja auch schon etwas geschrieben (im Abendblatt). Es gab eine Saison, in der der HSV gleich vier hochbegabte „Daddelbrüder“ (Spielmacher) in seinen Reihen wusste, die alle einen Stürmer einsetzen konnten. Rafael van der Vaart, Stefan Beinlich, Sergej Barbarez und Piotr Trochowski. Das war in der Saison 2005/06. Der HSV belegte Platz drei in der Liga und schoss dabei die viertmeisten Tore (53). Das gelang mit vier Vorlagengebern. Jetzt aber sucht der HSV einen! Und ob der es dann reißen wird? Da braucht man schon eine gehörige Portion Optimismus. Aber ich will ja nicht meckern, ich harre aus. Und warte auf die Dinge, die da noch passieren sollen – und müssen.

Noch aber sieht es doch so aus: Rudnevs ist hinter Marcus Berg bislang Stürmer Nummer zwei. Weil er sich erst noch umstellen muss. Berg aber war zuletzt meistens Stürmer Nummer drei – hinter Paolo Guerrero und Mladen Petric. Wie soll das jetzt gehen? Wir alle haben es ansatzweise gegen Dortmund und Bayern gesehen – es geht nicht. Oder auf jeden Fall nicht viel. Ich kenne keinen auswärtigen Journalisten, der am Wochenende in der Arena saß, der sich nicht große Sorgen um den HSV macht – um den Dino. Sie alle wollen, dass der HSV drin bleibt, aber sie alle wissen auch, dass das noch sehr, sehr schwer werden wird. Sie alle haben Hamburg jedenfalls äußerst nachdenklich verlassen, wenn es in ihren Gedankengängen um die sportliche Zukunft des HSV ging.

Aber gut, es geht heute und morgen ja auch noch nicht los. Und die Verantwortlichen bleiben ja noch total ruhig. Trainer Thorsten Fink jedenfalls scheint im Moment die Ruhe selbst zu sein: „Wir werden am ersten Spieltag zu 100 Prozent da sein.“ Und: „Ich sage klipp und klar, dass der HSV nicht zu den Abstiegskandidaten gehören wird. Wir sind rund um Platz zehn anzusiedeln.“

Hoffentlich. Damit wäre ich sehr, sehr zufrieden. Sehr. Aber sagen kann man ja viel. Wie ich schreiben. Nur was dann hinten dabei rumkommt, das werden wir erst in einigen Wochen erleben. Kurios ist, dass mir auf meinem Schreibtisch heute – genau in diesem Zusammenhang – die „HSV live“ vom 17. März 2012 entgegenflatterte. Der HSV erwartete den SC Freiburg zum Punktspiel. Und da steht auf Seite 34: „Wir werden dieses Spiel gewinnen!“ Gesagt hatte es damals in einem vereinseigenen Interview Trainer Fink. Er sagte ganz zum Schluss: „Wichtig ist der Sieg, nur das zählt. Wir werden dieses Spiel gewinnen. Punkt.“
Der HSV verlor 1:3.

Denn etwas sagen oder eine Prophezeiung ist das eine, und die Realität etwas ganz anderes.

Einen schönen „Matz-ab“-Geburtstag wünsche ich euch allen.

PS: Training ist morgen (Dienstag) zweimal im Volkspark. Um 10 Uhr, und dann am Nachmittag eigentlich um 15.30 Uhr. Aber meine Kollegen sprechen in diesem Fall von 18.30 Uhr. Also könnte es durchaus spät werden.

17.57 Uhr

Der alte Kaltz kann es immer noch

9. Juni 2012

„Und immer dran denken – die Gefahr kommt über rechts.“ Hat Manfred „Manni“ Kaltz bei seiner Abfahrt aus Norderstedt gesagt. Der frühere Nationalverteidiger war Beifahrer von Uli „die Kante“ Borowka, Kaltz ließ schnell die Fensterscheibe herunter und gab mir noch schnell den kostenlosen Tipp. Dann ging es für die beiden ehemaligen Profis in die Fisch-Auktionshalle, wo sie sich das EM-Spiel Deutschland gegen Portugal ansehen werden. Nicht allein. Es sind viele Gäste der Sparda-Bank geladen, und viele Alt-Internationale. Die spielten am Nachmittag auf dem Rasenplatz von Eintracht Norderstedt gegen eine Hamburger Presse-Auswahl. Halbzeit 0:0, Endstand 3:0. Für die „Ehemaligen“ – natürlich, möchte man meinen. Aber die Sieger hatten mehr Mühe als erwartet.

Der Veranstalter hatte mit 4000 bis 5000 Zuschauern gerechnet, gekommen waren bei Hamburger Schmuddelwetter um die 300. Die Autogrammjäger unter ihnen kamen auf ihre Kosten, denn die Stars von gestern stellten sich bereitwillig zu vielen Fotos und zu den begehrten Unterschriften. Auch Schiedsrichter Bernd Heynemann (Magdeburg) verteilte fleißig die von ihm geforderten Autogrammkarten.

Organisiert und aufgestellt hatte das Star-Ensemble der ehemalige HSV-Spieler Stefan Schnoor, der in Ermangelung von Angreifern gelegentlich sogar als Sturmspitze aufkreuzte (und auch das 1:0 per Abstauber erzielte!). „Du warst schon immer ein verkappter Stürmer“, sagte ich ihm während des Spiels, aber er antwortete: „Eher ein verkappter Zehner.“ Fritz Walter, Wolfgang Overath, Günter Netzer . . . Stefan Schnoor.

Aber er hatte natürlich eine gute Mannschaft beisammen. Neben Kaltz und Borowka waren die ehemaligen HSV-Profis Jochen Kientz, Bastian Reinhardt, Peter Nogly, Ingo Hertzsch (aus Leipzig angereist!) und Thomas Vogel dabei. Zudem Michael Rummenigge, Thomas Helmer und Marco Bode, der für mich der beste Mann bei den „Alten“ war, der sogar einen sehenswerten Fallrückzieher riskierte – und auch ein Abstaubertor erzielte. „Man, man, der Bode hat es aber noch drauf“, sagte Presse-Abwehrmann Christian Pletz (unser Matz-ab-Pletzi) später anerkennend. Gut war aber auch, ich ziehe den Hut vor ihm, „Manni“ Kaltz. Alle Achtung. Die Pässe, die Standards und die Flanken kamen wie zu seinen besten Tagen. Presse-Torwart Oliver Hinz von Altona 93: „So schießt sie kein Spieler in der Oberliga Hamburg. Kaltz bringt sie genau dorthin, wo er sie auch hin haben will. Erste Sahne.“ Kaltz, 59 Jahre alt, kann es immer noch. Wie er über das gesamte Spielfeld (mit Ball) stolzierte und mit einem sehenswerten Lupfer gegen den Pfosten das 2:0 (Bode) vorbereitete – einfach nur klasse.

Bei den Medien-Vertretern spielten – neben anderen – auch Sky-Moderator Patrick Wasserziehr sowie HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf, der seinem Unmut über das „schlechte Spiel“ der Presse-Truppe stets freien Lauf ließ. Immerhin gab er nach dem Schlusspfiff zu: „Hat trotz allem Spaß gemacht. Und wenn ich etwas gemeckert habe, so liegt es schlicht und einfach daran, dass ich immer gewinnen will.“ Aber gegen einen Sieg der Medien-Vertreter hatten natürlich die Altmeister doch erhebliche Einwände.

So, es ist EM. Und in einigen Minuten sind auch wir Deutsche voll dabei und mittendrin. Deswegen halte ich mich heute mal kurz und knapp – die Spannung steigt, auch bei mir. Obwohl ich immer noch leicht pessimistisch bin. Ganz leicht.

Aber obwohl ich in der Obdachlosen-Zeitung „Hinz und Kunzt“ ja schon einige EM-Nähkästchen geschrieben habe, gibt es da noch ein ganz kleines, was ich hier schnell noch zum Besten geben möchte. Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden. Bundestrainer Erich Ribbeck, der ehemalige HSV-Sportchef. Der hatte in den Wochen vorher stets verkündet: „Ich werde keinen Spieler mit in den EM-Kader nehmen, der noch kein Länderspiel gemacht hat.“ Ein Mann, ein Wort. Da HSV-Torwart Jörg Butt noch kein Länderspiel bestritten hatte, fragte ich Ribbeck einmal kurz unter vier Augen: „Gilt das auch für Jörg Butt?“ Ribbeck: „Ja, Butt wird vorher noch seinen Einsatz erhalten . . .“

Und es gab da ja auch noch zwei Testspiele für die deutsche Mannschaft. Am 3. Juni gegen Tschechien – aber beim 3:2-Sieg spielte Oliver Kahn 90 Minuten durch. Dann der letzte Test vor dem EM, am 7. Juni in Freiburg gegen Liechtenstein. Ribbeck kündigte in der Pressekonferenz an: „Da wird Jens Lehmann zwischen den Pfosten stehen.“ Wie Lehmann? Und Butt?

Ich ging nach der Pressekonferenz zu Erich Ribbeck, wieder ein kurzes Gespräch unter vier Augen: „Herr Ribbeck, und was ist mit Butt? Sie haben mir doch gesagt, Butt würde auch noch vor der EM seinen Einsatz erhalten . . .“ Ribbeck setzte eine grimmige Miene auf und sagte kurz und knapp: „Sie immer mit Ihrem Butt, Butt, Butt, Aber keine Angst, Herr Matz, er bekommt seinen Einsatz, auch wenn ich es für den dritten Mann im Tor nicht unbedingt für nötig erachte.“

2:1 stand es bei Halbzeit in Freiburg gegen Liechtenstein, dann kam Butt. Er kassierte zwar auch noch einen Gegentreffer vom Fußballzwerg, aber Deutschland gewann 8:2. Und „Butti“ hatte seinen ersten Länderspiel-Einsatz – ich war happy, er war happy – alle waren zufrieden. So hatte ich beim HSV-Torwart vielleicht 25 Prozent meine Finger im Spiel, dass er gegen Liechtenstein ran durfte – aber ganz aufmerksame „Matz-abber“ werden sich erinnern, dass ich einst Sven Kmetsch (ehemaliger HSV-Kapitän) zu Zeiten von Berti Vogts in die DFB-Auswahl „sabbelte“. Da aber waren es mindestens 95 Prozent. Kmetsch schaffte aber nur zwei Einsätze . . .
Den Kritikern (meinen Kritikern) sei gleich entgegnet: Mehr HSV-Spieler waren es aber nicht. Auch bei Piotr Trochowski oder Dennis Aogo hatte ich meine Finger nicht im Spiel. Aber Butt und Kmetsch zeigen, dass es im „großen Fußball“ gelegentlich auch ganz amateurhaft und hemdsärmelig zugehen kann – da gibt es dann keinen Unterschied zu (m)einem kleinen Verein um die Ecke.

So, nun ist EM, und zwar Hochstimmung. Das Spiel Niederlande gegen Dänemark (0:1) bestärkt mich darin, dass es nicht unbedingt ein Turnier für die Favoriten geben wird.

Apropos Dänemark: Da spielt ein Mann namens Lars Jacobsen mit. Der war von 2002 bis 2003 HSV-Profi, brachte es auf 22 Einsätze (ein Tor) und ging wieder, weil ihn der HSV nicht mehr wollte. Quasi durchgefallen. Der 32-jährige Verteidiger vom FC Kopenhagen spielt aber schon seit jener Zeit stets für Dänemark (50 Länderspiele). War aber für den HSV einst ein wenig zu schlecht . . . So kann es gehen.

Falls es gleich auffällt, dass ich ein wenig heiser bin: Ich war heute „Trainer“ der Presse-Auswahl, und da habe ich gelegentlich ein wenig zu laut über den Platz gegrölt. Übrigens: gleich nach dem Schlusspfiff der Partie Deutschland gegen Portugal gibt es wieder „Matz ab live“ – wir sehen uns.
Eine schöne EM für alle.

19.52 Uhr

Adler und die Hoffnung auf bessere Zeiten

17. Mai 2012

Unser aller „Jaro“ hat heute Geburtstag. 33 Jahre jung ist er geworden. Aber einen neuen Verein konnte er zu seinem Geburtstag noch nicht präsentieren. Das dauert wohl noch 14 Tage – oder so. Wobei ich mir eigentlich sicher bin, dass es mit David Jarolim ein Wiedersehen in der Bundesliga geben wird. Auf jeden Fall, bevor ich es vergessen: „Herzlichen Glückwunsch, Jaro, und alles Gute für die Zukunft!“

Und euch – „allen Matz-abbern“ – alles Gute zum Vatertag.

An genau jenem 7. Mai teilte der HSV die Verpflichtung von Torwart Rene Adler mit:

Jetzt ist es amtlich. Der Hamburger SV hat René Adler verpflichtet. Der zehnmalige deutsche Nationaltorhüter unterschrieb am Donnerstag (17.05.12) einen Vertrag bei den Rothosen bis zum 30.06.2017. Den Medizincheck hatte Adler bereits Anfang März erfolgreich absolviert. „Ich hoffe, dass ich als Teil der Mannschaft dazu beitragen kann, dass wir hier in Hamburg erfolgreich Fußball spielen“, sagte der 27-Jährige.

Sportchef Frank Arnesen freute sich, den Wechsel nun perfekt gemacht zu haben: „Wenn man einen deutschen Nationaltorwart mit 27 Jahren ablösefrei holen kann, dann ist das eine spezielle Chance. Diese haben wir genutzt. Ich hoffe, dass er über gute Leistungen beim HSV in die Nationalelf zurückkommen kann. Er ist sehr optimistisch und ehrgeizig, wieder an seine alte Form anknüpfen zu können“.

Im vergangenen Jahr kämpfte sich Adler nach einer Patellasehnenoperation durch die Reha und feierte im April sein Comeback in der Regionalligamannschaft von Bayer Leverkusen. „Ich denke, dass ich absolut gestärkt aus dem vergangenen Jahr hervorgehen werde. Es war eine harte Zeit. In der Reha musste ich auch durch viele Täler gehen. Aber am Ende hat sich alles ausgezahlt. Ich fühle mich jetzt topfit und bin bereit“, so der Torhüter.

Ich habe in den letzten Wochen viel über den Adler-Transfer nachgedacht. Heute muss ich sagen, dass ich große Hoffnungen in den ehemaligen Nationaltorwart setze. Er war, bevor er sich verletzte, meine Nummer eins in Deutschland, und ich glaube, er war es auch beim Bundestrainer (trotz Manuel Neuer – der, zugegeben, jetzt ein ganz Großer ist). Wenn Adler beim HSV so hält, wie er einst gehalten hat, dann wird sich die Mannschaft auch besser fangen, besser spielen und besser abschneiden. Davon bin ich überzeugt. Sollte Adler aber ähnliche Startprobleme haben, wie vor einem Jahr Jaroslav Drobny (als er ein Jahr hinter Frank Rost nur auf der Bank gesessen hatte), dann denke ich an nichts Gutes. Und nichts Gutes bedeutet in diesem Falle, dass ich an die Saison 2011/12 denke.

Aber: Es tut sich jetzt, wo die Sommerpause schon angebrochen ist, immerhin doch einiges beim HSV, denn am Vortag hatten bereits Klub-Chef Carl-Edgar Jarchow (57) und Vorstandmitglied Joachim Hilke (43) ihre Verträge um zwei Jahre verlängert (laufen jetzt bis zum 15. Mai 2015). Es gibt hier bei „Matz ab“ ja pro und kontra, und falls ich gefragt werden sollte, so antworte ich ganz klar: Ich freue mich über diese Verlängerungen, denn erstens braucht der HSV irgendwann einmal so etwas wie Kontinuität, und zweitens haben beide Herren, Jarchow wie Hilke, in meinen Augen gute Arbeit geleistet. Jarchow hat in erster Linie wieder Ruhe in den HSV gebracht (im Zusammenspiel mit Aufsichtsrats-Chef Ernst-Otto Rieckhoff), und es sollte jedem klar sein (ich hoffe es auf jeden Fall), dass er nach diesem mäßigen Start, den er von heute auf morgen und ohne eine Kröte in der Kasse antreten musste, nicht noch die Tore hat selbst schießen können. Und Joachim Hilke hat längst sehr gute und hervorragende Arbeit auf dem Sektor Marketing geleistet, er wird von Insidern jedenfalls nur und ständig hoch gelobt. Und ich schließe mich da vorbehaltlos an.

Nicht vergessen: Tore schießen können beide Herren nicht, sollen sie aber ja auch nicht – Gegentreffer verhindern ebenfalls nicht. Das soll denn doch sie sportliche Seite des Klubs richten. Und wenn ich hier so einige Zuschriften lese, warum Jarchow und auch Hilke bislang in ihrem Schaffen für den HSV versagt haben sollen, dann muss ich ganz ehrlich gestehen: Jeder, der das geschrieben hat, sollte sich seine eigenen Zeilen besser noch einmal durchlesen – die Antworten, welche Chancen diese neue HSV-Führung bei Amtsantritt hatte, die sind zumeist schon in diesen Beiträge gegeben worden. Wenn ich nur mal an den Namen Marcus Berg erinnern darf. Das – und vieles mehr – darf einfach nicht ausgeklammert, verdrängt oder vergessen werden.

Eines aber muss ich auch noch sagen (dürfen): Dass die Verträge mit Jarchow und Hilke jetzt, einige Tage vor der Fortsetzung der Miedergliederversammlung, verlängert wurden, das finde ich – gelinde gesagt – dann doch etwas (mehr als) merkwürdig. Dazu bestand eigentlich keine große Eile, aber die Herren müssen es ja wissen . . .

Noch einmal möchte ich auch auf die letzte Partie der Saison, das 6:1 in Lüneburg (am vergangenen Dienstag), zurückkommen. Von der 57. Minute an spielte ja eine kleine Rasselbande für den HSV. Und mit „klein“ meine ich auch „klein“. Der große Franz Beckenbauer warnt seine Bayern ja vor dem Finale der Champions League (am Sonnabend, 20.45 Uhr) gegen den FC Chelsea besonders vor den Standards der Engländer: „Denn da spielen sehr große und sehr kräftige Spieler mit – und die haben wir nicht.“ Auf die Größe kommt es an. Das wusste auch Thorsten Fink schon in der abgelaufenen Saison, denn er baute auch deswegen zunächst und lange auf Robert Tesche, weil der Coach uns stets sagte: „Ich muss auch daran denken, dass wir uns bei Standards des Gegners in den Kopfballduellen zur Wehr setzen können. Und Robert Tesche kann das.“

Ich schreibe das deswegen, weil der HSV ganz sicher eine Reihe von guten und hoffnungsvollen Talenten hat, aber die meisten Spieler davon sind klein im Wuchs. Viele Kleine aber in einer Mannschaft bedeutet automatisch, dass man immer mal wieder Probleme bei den gegnerischen Standards hat. Natürlich weiß ich, dass nicht alle dieser kleinen Spieler auch bei den (HSV-)Profis auflaufen werden, aber ich denke insgesamt, dass die Scouting-Abteilung auch darauf achten sollte (und das soll nicht besserwisserisch klingen!). Aber noch einmal: Lange Zeit war ich enttäuscht, was da alles so beim HSV unter dem Namen „Talent“ herumlief. Die Jungs (Dennis Bergmann, Janek Sternberg, Angelo Langer, Christian Norgaard, Matti Steinmann und Manuel Pulido) aber, die in Lüneburg mit waren, die haben für mich ihr Talent auch unter Beweis gestellt. Der eine mehr, der andere etwas weniger. Stark fand ich den „Uwe-Seeler-Verschnitt“ Pulido, gut waren Steinmann und Norgaard (er ist sogar ein etwas größerer junger Mann) – mit Ehrgeiz bei der Sache waren sie alle.

Dann habe ich mir mal Gedanken um den vom HSV gesuchten „Kreativen“ gemacht. Der „Zehner“. Den es ja eigentlich gar nicht mehr gibt. Aber es wird ja jetzt in der Tat ein Mann gesucht, der die Fäden in der Hand haben soll, der Ideen haben und der das Spiel lenken soll. Solche Leute sind heute kaum noch zu finden, und wenn einer gefunden wird, dann ist er teuer. Das wird auch der Herr Kühne noch merken . . .

Wer aber war der „Zehner“ früher beim HSV? “Mein” erster HSV-Spieler mit der Rückennummer 10 war Klaus Stürmer. Eigentlich kein „richtiger“ Zehner, denn Stürmer sah oft wie ein richtiger Stürmer aus – neben seinem „Zwilling“ Uwe Seeler. Klaus Stürmer ging eher auf Torejagd, als dass er den Regisseur geben wollte. Ein Halbstürmer eben. In der Bundesliga war dann Ernst Kreuz der erste „Zehner“ des HSV. Der „Lange aus Aschaffenburg“, der einst dem kleinen Knaben Felix Magath das Kicken beibrachte (als Straßenfußballer auf dem Bolzplatz – Tatsache!), konnte den tödlichen Pass spielen, er konnte dribbeln, er produzierte Ideen auch unter Bedrängnis. Der Mann war einfach nur gut – aber ein wenig zu weich für den harten Profi-Fußball. Bekam er „auf die Socken“, dann ging bei Kreuz gar nichts mehr. Das hatten schnell alle Gegner heraus.

Nach oder neben Kreuz spielten auch Peter Wulf und der von Altona 93 geholte Heiko Kurth auf halblinks. Ohne größere Erfolge zu haben. Danach versuchte es der HSV mit Manfred Pohlschmidt, Werner Krämer, Franz-Josef „Bubi“ Hönig und den von Werder Bremen geholten Hans Schulz. Es lief aber nie so wie von den Verantwortlichen erhofft. Lange Zeit fehlte dem HSV ein echter „Zehner“. Der kam erst wieder mit Hans „Buffy“ Ettmayer, der 1975 kam. Ein richtig guter Spielmacher, der aber seine beste Zeit schon (beim VfB Stuttgart) hinter sich hatte. Allerdings zeigte er den Hamburgern auch in der Bundesliga, wie Mann einen Ball mit dem Po stoppen kann. Ein riesiges Erlebnis. Mit größtem Gelächter. Ein Jahr später verpflichtete HSV-General Peter Krohn seine „Fernsehliebe“ (weil er ihn immer in der Sportschau beim 1. FC Saarbrücken spielen sah) Felix Magath. Der brachte es auf Anhieb auf 30 Spiele, „Buffy“ schaffte nur noch zwei – und ging im folgenden Sommer.

1986 hörte Magath als Vizeweltmeister auf, er wurde HSV-Manager. Es kam ein anderer „Zehner“, nämlich Miroslav Okonski. Von Lech Posen – wie jetzt der Lette Artjoms Rudnevs. Ein Jahr später holte der HSV dann noch einen zweiten „Zehner“, das war Uwe Bein – und sowohl „Oko“ als auch Bein spielten in einem Team. Heute wohl undenkbar. 1989 gingen beide, und es kam Armin Eck vom FC Bayern. Fortan ging es sogar dann, wenn Eck und Thomas Doll im Team standen. 1992 holte sich der HSV den Bulgaren Yordan Letschkow, der es gemeinsam mit Thomas von Heesen richten sollte – und es meiner Meinung nach auch lange Zeit recht gut tat. 1994 ging von Heesen, 1996 ging Letschkow – und es kam Rodolfo Cardoso (bis 97). Er wurde abgelöst von Jacek Dembinski, doch der Pole kam nie über eine Rolle des Mitläufers hinaus. Ein ähnlicher Typ wie Ernst Kreuz.

Deshalb versuchte sich der HSV 1998 mit Aleksander Kurtijan (von Zimbru Chisinau). Der hatte in einem Länderspiel gegen Deutschland die gesamte DFB-Abwehr schwindelig gespielt und lächerlich gemacht – aber in Hamburg bekam der kleine Mann aus Moldawien (schnell, dazu ein brillanter Techniker) nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe. Er ging nach einer Saison zurück – nach nur acht Bundesliga-Spielen. Sein Nachfolger wurde Cardoso, zu dem sich 2000 Sergej Barbarez gesellte. Wobei Barbarez eher ein „Zehner-Typ“ wie Klaus Stürmer war. Sowohl Cardoso als auch Barbarez spielten dann auch in einer HSV-Mannschaft. 2003 kam Stefan Beinlich, der ebenfalls mit Barbarez zusammen in einem Team spielte, bis sie 2006 gemeinsam gingen. Weil 2005 Rafael van der Vaart gekommen war – der „Zehner“ mit der 23 auf dem Rücken. Alle drei Spieler, also Barbarez, Beinlich und van der Vaart, standen mehrere Male gemeinsam für den HSV auf dem Platz.

All diese Namen und „Zehner“ zeigen mir, dass der HSV eigentlich immer bemüht war, einen Spielmacher in seinen Reihen zu haben. Mal klappte es, mal klappte es nicht. Meine Rangliste dabei – die ersten fünf Regisseure: Felix Magath, Rafael van der Vaart, Thomas von Heesen, Sergej Barbarez und Rodolfo Cardoso. Bleibt mir nur zu hoffen, dass der HSV eines Tages einmal wieder einen Spieler dieser Qualität präsentieren wird. Wenn es wohl auch noch nicht in diesem Jahr klappen kann – bis auf die Geschichte, dass van der Vaart zurückkehren wird (könnte).

Kurz noch einmal zum „Spiel“ Düsseldorf gegen Hertha – oder auch nur in die Nähe: Es gibt ja solche Highlights nicht nur in Deutschland, wie der Sport-Informations-Dienst (SID) zu berichten weiß:

Während des Final-Hinspiels um die Fußball-Regionalmeisterschaft von Sergipe (Brasilien) ist es zwischen den beiden Trainern zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen. Nachdem der Schiedsrichter Celso Teixeira (AO Itabaiana) und Gilberto Pereira (AD Confianca) wegen wiederholten Verlassens der Coachingzone des Feldes verwiesen hatte, prügelten die beiden Streithähne auf dem Weg in die Kabine aufeinander ein. Erst Polizeibeamte und Ersatzspieler konnten die beiden Trainer voneinander trennen.

Auch nach dem Spiel, das Itabaiana 3:1 gewinnen konnte, ging der Streit weiter. Pereira behauptete, von Teixeira „mit mehreren unangenehmen Wörtern beleidigt“ worden zu sein. Daraufhin meinte Teixeira: „Das ist absurd, ich weiß nicht worüber er sich beklagt. Das ist nicht der Platz für einen Kampf, aber wenn er mit mir außerhalb des Platzes kämpfen will, können wir einen Tag und eine Zeit abmachen.“
Am Sonntag findet das Rückspiel statt.

Erstmal geht es nur um Fußball. Aber mal abwarten. Ich finde das ja okay, denn endlich spricht es mal ein Trainer aus: Ein Treffen, kurz (oder von mir aus auch lang) auf die Glocke – fertig. Dann geht es entweder ins Krankenhaus oder zum Bestatter.
Stimmt überhaupt: Warum muss nur in den Fußballstadien geprügelt und verhauen werden?
Und Boxen ist doch ein so schöner Sport, der rauf und runter im Fernsehen übertragen wird. Diese beiden brasilianischen Trainer würden sicher auch hier noch den einen oder anderen Sender finden. Obwohl sich ganz bestimmt auch zwei bis 68 deutsche Trainer auftreiben ließen . . .

Das wäre doch auch etwas für Fans. 100 Mann gegen 100 Mann, und dann los. Statt einer Cherleader-Flotte stünden dazu ganz „normale“ Fans mit Bengalos in den Händen Spalier. Und solche urgewaltigen Kämpfe müssten dann natürlich auch mit Heim- und Auswärts-„Spielen“ ausgetragen werden, selbstverständlich müsste auch eine Tabelle geführt werden – mit Auf- und Abstieg. Und nur „die Harten komm’ inn Garten“: Geklammert, genäht und gegipst werden dürfte nur in der Halbzeitpause. Denkbar und toll wäre dazu ein Finale der „letzten Überlebenden“ in der Stierkampfarena von Mallorca. Moderieren könnte das dann zum Beispiel Thomas Gottschalk, der hätte dort ein Heimspiel und sucht ja auch noch (immer oder schon wieder) eine neue Sonnabend-Show zur besten Sendezeit . . .

Und in den Stadien würde es dann vielleicht doch mal wieder vorrangig um Fußball gehen.

So, um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Ich mag keine Gewalt, ich verurteile Gewalt, Schlägereien haben beim Fußball nichts, aber auch absolut nichts zu suchen. Dennoch sind wir hier im Moment wieder auf dem Weg, unseren (geliebten) Sport wieder einmal total nach unten zu ziehen. Siehe Karlsruhe, siehe Düsseldorf. Es tut mir nur noch weh . . . Und wenn ich die Hilflosigkeit aller (Verband, Vereine, Polizei) miterlebe, dann frage ich mich, wer hier noch irgendetwas im Griff hat? Es sind zu viele Ahnungslose am Werk, und auch zu viele Leute, die alles nur verharmlosen (wollen). Das, was sich zuletzt hier im Lande abgespielt hat, ist eine Schande!

Und wenn ich gefragt werde, wie der DFB am Freitag entscheiden soll, dann sage ich ganz klar, dass ich für ein Wiederholungsspiel wäre. Und zwar vor leeren Rängen. Damit beide Fan-Parteien (Fortuna und Hertha) merken, dass es so ganz einfach nicht mehr weitergehen kann. Und auch nicht darf. Wobei anzumerken ist, dass sich ja auch etliche Spieler gründlich daneben benommen haben – was erst jetzt so allmählich ans Tageslicht kommt.
Es ist einfach nur beschämend.

So, und wenn ich oben mit „unser aller Jaro“ begonnen habe, dann ende ich heute mal mit dem „kleinen Dribbelkünstler“. Für alle, die sich dabei nicht so sehr hochfahren, wenn sie etwas über Piotr Trochowski lesen:

(S)Ein Jahr FC Sevilla liest sich so:

Zwei Einsätze in der Europa League, 35 (von 38) Spiele in der Ersten Liga Spaniens, drei Pokalspiele – ein Tor! Insgesamt ein Tor. Was natürlich zu wenig ist. In acht Punktspielen wurde „Troche“ eingewechselt, in 16 wurde er ausgewechselt. Insgesamt spielte er 2634 Minuten (in allen Wettbewerben). Das ist ganz sicher keine schlechte Bilanz für das erste Jahr – in einer der besten Ligen der Welt (in der Fünf-Jahres-Wertung Platz zwei vor Deutschland!). Der FC Sevilla wurde Tabellenneunter (14 Niederlagen, 13 Siege, elf Remis – hatte sich sicherlich mehr versprochen.

PS: Morgen (Freitag) kein Training im Volkspark (nein, nur ein Scherz zum Vatertag). Lasst es gut ausklingen.

17.09 Uhr

Arnesen blickt zurück – und nach vorn

1. Mai 2012

Saisonausklang in Hamburg. Die Rettung ist geschafft, ein Bundesliga-Spiel steht noch auf dem Programm, dann steht schon fast der Urlaub (und die EM) vor der Tür. Das war an diesem 1. Mai deutlich zu spüren. Die morgige Trainingseinheit war eigentlich nur eine Autogrammstunde mit Ball. Größtenteils wurde in drei Stationen das berühmte „Sechs-gegen-zwei“ gespielt. Danach warteten die etwa 300 Fans darauf, dass die Spieler für Fotos posierten und Autogramme gaben. Ich behaupte einmal, dass dabei alle auf ihren Kosten gekommen sind. Die letzten drei Profis, die schrieben, schrieben, schrieben und lächelten, die hießen Mladen Petric, Dennis Aogo und Paolo Guerrero. Unermüdlich – Kompliment! Und womit die HSV-Spieler am Morgen begannen, so hörten sie auch abends wieder auf. Nach dem 12:0-Sieg in Schönkirchen schrieb sich auch die „zweite Garnitur“ ihre Finger wund. Das war Werbung pur für den HSV. Auch dafür muss ich mal ein Lob aussprechen. Es wurde wieder geschrieben bis zum Abwinken. Autogramme, Autogramme, Autogramme. Und, um noch kurz einmal auf die zuvor abgelaufenen 90 Minuten zu kommen: Natürlich möchte ich diesen Kick nicht überbewerten, ganz sicher nicht, es ging schließlich gegen einen Klub aus der sechsten Liga, aber die Art und Weise, wie der HSV spielte und siegte, das gefiel mir, das war absolut okay. Ich hatte das Gefühl, dass den Spielern endlich einmal wieder wichtig war, Fußball zu spielen, zu zaubern – einfach nur mal wieder Spaß zu haben. Und das ist allen wirklich sehr, sehr gut gelungen. Wie gesagt, beste Eigenwerbung war das!

Morgens hatte bereits Frank Arnesen mit für ihn typischen – weil optimistischen – Sätzen Einblicke in seine nun beginnende harte Arbeit gewährt. „Franks Bastelstunde“ hat begonnen. Der Sportchef muss nun in den nächsten Wochen und Monaten den neuen HSV auf die Beine stellen. Und er muss dabei, wie die Spieler in Schönkirchen, ganz sicher auch wieder ein wenig zaubern können. Aber, so stellt es sich für mich dar, Arnesen will es nicht nur anpacken, er hat ganz offensichtlich auch Spaß an diesen Aufgaben. Vielleicht auch deshalb, weil er nun gemeinsam mit „seinem“ Trainer Thorsten Fink einen Plan entwickelt und in der Tasche hat, wie der diesen desolaten HSV wieder flott machen kann – und wird. Es gibt diesen Chef-Plan, das ist sicher, das erkennt man ja schon daran, dass mit Mladen Petric und David Jarolim zwei gestandene Spieler gehen müssen, die jahrelang zum Stammpersonal des HSV gehörten. Die aber nun – ganz offensichtlich – nicht mehr damit beauftragt wurden, eine neue Hamburger Spielweise zu kreieren. Vielleicht, so stelle ich mir das mal laienhaft vor, geht es in Zukunft alles einen Gang (oder gleich mehrere Gänge) schneller in Richtung Tor des Gegners. Wie gesagt, die Pläne dazu hat Arnesen in der Tasche, nun muss er diese Vorhaben nur noch in die Tat umsetzen. Soll heißen: das geeignete Personal für den künftig schnelleren HSV zu finden, die entsprechenden Goldfische an Land zu ziehen und dort dann langfristig unter Vertrag zu nehmen.

Das fängt bei der Nummer eins an. Rene Adler. Soll ja kommen. Aber kommt er wirklich? Original-Kommentar Arnesen: „Ich weiß es nicht.“ Das klang am Sonnabend noch viel optimistischer. Nach dem 0:0 gegen Mainz hatte der Sportchef noch gemutmaßt, dass es eventuell schon in dieser Woche einen Vollzug mit dem Adler zu vermelden geben könnte. Und nun „ich weiß es nicht“. Oder ist Frank Arnesen einfach nur etwas vorsichtiger geworden? So wie sein Trainer?

Wird Thorsten Fink gefragt, wie es um den oder den anderen neuen Spieler für den HSV steht, dann sagt der Coach immer nur: Ich rede nur über Spieler, die beim HSV auch unter Vertrag stehen.“ Gut so. Arnesen drückte sich heute so ähnlich aus: „Ich will alles geklärt und unterschrieben haben, erst dann möchte ich darüber sprechen.“ Na bitte, es geht doch!

Auf die Frage, ob sich der HSV neben einem Rene Adler auch noch einen Jaroslav Drobny (noch ein Jahr Vertrag) wird leisten können, antwortete Frank Arnesen wie meistens ganz ehrlich: „Der HSV hatte vor einer Saison mit Frank Rost und Drobny ebenfalls zwei erstklassige Torhüter unter Vertrag. Den Trainer freut es, wenn er zwei so starke Keeper hat. Und zu den Finanzen: „Ist das finanziell eine gute Situation? Nein, wahrscheinlich nicht. Ist das aber eine finanziell unmögliche Situation? Nein, das ist sie auch nicht. Weil es hier ja nur um ein Jahr geht. Wir müssen abwarten, bis wir alles mit beiden Torhütern geklärt haben.“

Die Sommerpause wird, nicht nur wegen der EM, noch eine spannende Angelegenheit. – aus HSV-Sicht. Und dabei steht nicht nur die Frage, wer als Verstärkung kommen wird, im Mittelpunkt, sondern auch die Problematik, wer gehen wird. Wer gehen muss, wer gehen will. Auch in dieser Beziehung gibt es einen Generalstabsplan, abgesegnet von den Herren Fink und Arnesen. Letzterer sagte: „Es gibt sicher auch Kandidaten, die den HSV deswegen verlassen wollen, weil sie nicht genügend gespielt haben. Das gibt es nach jeder Saison. Und wir müssen in den nächsten Monaten sehen, wie wir das abarbeiten werden. Wir wissen aber, wen wir wollen – nur wissen wir vielleicht noch nicht, was der eine oder andere Spieler von uns will.“ Wobei der Sportchef allgemein mit deutlich abnehmenden Tendenzen auf dem Transfermarkt rechnet. Stichwort weltweite Finanzkrise. Arnesen: „Spanien, Italien, Frankreich – alle diese Länder werden Probleme haben, und dadurch wird der An-und-Verkauf-Markt in diesem Jahr sicherlich kleiner werden.“

Und zu diesem Thema hatte Thorsten Fink ja bereits am Wochenende gesagt: „Wir werden sicherlich keine tausend Spieler holen. Wir verstärken uns gezielt.“ Wobei spannend bleiben wird, welche und wie viele Spieler von sich aus noch gehen wollen. „Bis 31. August ist der Markt offen, und in dieser Zeit kann es natürlich auch sein, dass Spieler von uns Angebote von anderen Vereinen bekommen können. Wir wollen zwar nicht wieder so viele Neuzugänge wie im vergangenen Jahr, aber die Transferfenster sind ja immer sehr lange geöffnet – da ist immer vieles möglich“, sagt Frank Arnesen. Ohne Kommentar steht dabei ein Transfer an erster Stelle, den bis vor einer Woche noch niemand (in Deutschland) für möglich halten konnte: Markus Marin zum FC Chelsea. Unfassbar für mich, aber auch Real Madrid hat ja mit Khedira und Özil schon beste oder gute Erfahrungen mit deutschen Spielern gemacht. Unmöglich ist auch auf diesem Markt ganz offenbar nichts.

Allerdings: Welcher HSV-Spieler könnte nach dieser miserablen Saison noch das Interesse anderer Verein geweckt haben? Ich sehe eigentlich niemanden. Mit Abstrichen vielleicht Dennis Aogo, der auf dem Weg ist, eine herausragende Führungspersönlichkeit des HSV zu werden. Vielleicht auch noch Tomas Rincon, der ja mit seinen 24 Jahren noch ein sehr junger Spieler ist, der sich in den Jahren in Hamburg aber schon als sehr lernfähig erwiesen hat.

In den Augen von Frank Arnesen haben sich aber einige Hamburger Spieler in dieser Saison weiterentwickelt: „Jeffrey Bruma hat gut angefangen, Dennis Diekmeier ebenfalls, Dennis Aogo hat sich sehr gut gemacht, nicht nur auf dem Platz, auch in der Kabine – das ist sehr wichtig. Michael Mancienne weiß nun auch, was Bundesliga ist, als er beim HSV begann, da hatte er keine Ahnung von der Bundesliga. Jetzt aber ist er voll da, er hat zuletzt hervorragend gespielt. Wie Bruma auch. Allgemein ist unsere Verteidigung viel stärker geworden, viel konstanter – bis auf das Hoffenheim-Spiel, wo wir alle schlecht ausgesehen haben. Ich auch. Die letzten zwei Monate waren aber sehr gut.“

Im Mittelfeld bescheinigt Frank Arnesen erstens Tomas Rincon einen guten Sprung nach vorn, dazu Heung-Min Son. „Son ist ein vernünftiger und schlauer Junge. Es hat ein halbes Jahr gedauert, ehe er wieder nach oben gekommen ist, aber jetzt hat man gesehen, dass er wieder seine alte Stärke zurück hat. Ich habe einen Son gesehen, der wieder an seine Stärke, die er einst schon hatte, angeknüpft hat. Er war untergegangen, aber jetzt ist er wieder oben – und so etwas will ich sehen, er hat das sehr gut gemacht.“

Letzter HSV-Spieler in dieser Reihe ist Jacopo Sala. Arnesen: „Er hatte kein schönes erstes Jahr, da war er nur verletzt. Dann aber war plötzlich da, und es war schon überraschend, dass er so viele Spielminuten bekommen hat – und dass er so gute Spiele gezeigt hat.“ Arnesen fasste zusammen: „Es gibt schon einige Spieler bei uns, die durch den harten Abstiegskampf gelernt und weitergekommen sind. Deswegen denke ich auch realistisch, dass wir in der nächsten Saison mit diesen Spielern weiter nach oben kommen werden – es wäre für mich nur normal.“

Und für mich bleibt es nur zu hoffen – dass es so kommt.
Aber warum soll es eigentlich nicht so kommen? Lassen wir uns doch alle mal überraschen. Und indem ich das schreibe, geht mir, warum auch immer, der Name Sala durch den Kopf. Den habe ich heute so gut Fußball spielen sehen wie noch nie in einem Bundesligaspiel. Der Mann hat Talent, das wusste ich, aber dieses Talent wird er vielleicht dann noch mehr entwickeln können, wenn er ohne den ganz großen (Abstiegs-)Druck aufspielen kann. Heute war das schon mal ganz locker-flockig, er zeigte (mir), was er alles mit der Kugeln anzufangen versteht, wenn man mit Spaß spielen kann und auch will. Mir macht das Mut – auch wenn mich nun schon wieder viele nach einem lächerlichen 12:0 über einen Sechstliga-Klub nur milde belächeln werden.
Lächelt ruhig. Ich sage nur: abwarten.

Wobei ich zum Abschluss des Abends, ich kann es ja nicht lassen, ich muss die Finger in die Wunde legen, gerne an dieser Stelle noch einmal allen Experten danken möchte, die einst Piotr Trochowski, unseren (meinen) kleinen Dribbelkünstler, hier im Volkspark vom Hof jagten. Ihr, die das veranlasst habt, ihr habt richtig daran getan, das sehe ich jetzt auch ein, denn: Wäre Trochowski jetzt noch beim HSV gewesen, dann wäre der HSV bestimmt, nein, ganz sicher abgestiegen. Gegen diese ganz „Kringel-lingel-lei“ wäre ja kein Mensch mehr angekommen. Erst der kleine Dribbelkünstler als „Kringeldreher“, dazu auch noch David Jarolim – nein, das hätte garantiert keiner überlebt, erst recht nicht der Dino, unser Dino. Deswegen war es schon klug, erst den einen, nun den anderen vor die Tür setzen zu lassen. Nach Trochowskis Aus wurde es, wir haben es alle eindrucksvoll erlebt, erleben müssen, ja schon deutlich besser (weil krass weniger „Kringel-linge-lei“), und nach „Jaros“ Aus wird es ganz sicher noch einmal viel besser werden. Muss ganz einfach so sein.

In diesem Sinne: nur der HSV!
Wir für euch, ihr für uns.

Guten Abend.

PS; Am Dienstag wird im Volkspark um 10 Uhr geübt.

20.57 Uhr

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