Archiv für das Tag 'Trainer'

Favre gehört zu den Top-Kandidaten

18. Mai 2010

Herzlichen Glückwünsch erst einmal. Nein, noch nicht zu einem neuen Trainer und auch noch nicht zu einem Sportdirektor (auch wenn es wohl Nico Hoogma werden wird), aber zu einer ganz besonderen Mega-Leistung von Euch allen: Heute konnte unser Blog Kommentar Nummer 100.000 verzeichnen. Dylan1941 blieb es vorbehalten ihn zu schreiben. Ich finde, das ist echt mal einen Applaus wert. Frau M schaut mich gerade an, als ob ich einen an der Birne hätte, nur weil ich meinem Laptop zuklatsche. Ich sage es Euch jetzt mal ganz offen und ehrlich: Es gab nicht wenige, die dachten, dass dieser Matz-ab-Blog ein kompletter Reinfall werden würde. Ich habe mir zwischenzeitlich zwar immer wieder Sorgen um den Umgangston gemacht, aber angesichts der Leidenschaft und Sachlichkeit, mit der dem HSV hier in diesem Forum von vielen treuen Schreibern begegnet wird, stand und steht die Existenz dieses Blogs außer Frage. Dafür möchte ich mich auf diesem Weg einmal bedanken. Ich glaube sogar, dass es manchem Verantwortlichen des HSV gut tun würde, die Beiträge im Blog zur regelmäßigen Pflichtlektüre zu machen. Ich persönlich fühle mich jedenfalls oft gut informiert und noch häufiger gut unterhalten. Selbst in den traurigsten sportlichen Momenten hat mir der HSV auf diesem Weg sogar Spaß gemacht.

So, genug mit den emotionalen Bemerkungen. Kommen wir doch lieber wieder zu ein paar Fakten, die den HSV betreffen. Heute gab es ja schon wieder jede Menge Spekulationen und vermeintlich endgültige Personalentscheidungen, die es zu kommentieren gilt. Eine bei den Supporters verbreitete Meldung, Lucien Favre und Nico Jan Hoogma stünden bereits als Neuzugänge fest, kann ich an dieser Stelle nicht bestätigen. Hoogma, das habe ich ja eben schon geschrieben, wird das Amt des Sportdirektors zwar zu 99 Prozent bekleiden, aber in Sachen neuer Coach ist die Angelegenheit noch nicht so weit vorangeschritten. Meine Informationen besagen, dass Favre einer der drei Kandidaten ist. Mit ihm hat der Vorstand schon gesprochen, er soll auch einen guten Eindruck hinterlassen haben, aber perfekt ist seine Vertragsunterschrift in Hamburg damit noch lange nicht. Denn die HSV-Bosse haben sich noch mit mindestens zwei weiteren Trainern getroffen und besprochen. Ich weiß leider immer noch nicht, wer von den Kandidaten nun DER Favorit ist.

Ricardo Moniz, der von so vielen Spielern ja für den Job favorisiert wird, muss sich also noch ein bisschen länger gedulden. Eigentlich, so lautete die Prognose des Vorstands, sollte der Technik- und kürzlich zum Interimscoach beförderte Niederländer heute eine definitive Aussage erhalten, wie für die kommende Spielzeit geplant wird. Für Moniz käme ein Verbleib in der Hansestadt eh nur für den Fall in Frage, dass er beim HSV Trainer Nummer eins wäre. Und da der Vorstand diese Entscheidung in Sachen Cheftrainer erst nach dem unterschriebenen Sportdirektoren-Vertrag treffen wird, heißt es für Moniz nun weiterhin: Gedulden – erst einmal eine weitere Woche.

Ein paar personelle Entscheidungen sollen aber doch schon gefallen sein, ich gehe mal davon aus, dass es sich hierbei um interne Besprechungen zwischen Urs Siegenthaler und dem Vorstand handelt. Der Vertrag mit Mickael Tavares, den Leihclub Nürnberg ja nicht weiter beschäftigen will, soll in Hamburg möglichst aufgelöst werden. Der Berater des Mittelfeldspielers sucht bereits nach Alternativen für den Spieler. Ich denke, das ist auch die einzig vernünftige Lösung.

Im Fall David Rozehnal halten sich die Verantwortlichen noch etwas bedeckter. Kaum verwunderlich, schließlich gibt es in diesem Bereich nach dem Abschied Jerome Boatengs eine erhebliche Lücke, da mag man den zu Saisonbeginn für 5,3 Millionen Euro verpflichteten Tschechen (noch) nicht alternativlos wegschicken. Ich weiß aber, dass seine Position und seine Person nach der Sportchef-Entscheidung noch einmal eingehend diskutiert werden wird.

Zwischen allen Stühlen sitzt derweil Sydney Sam – allerdings braucht er sich nicht wirklich Sorgen zu machen. Leverkusen würde ihn gerne aus Kaiserslautern holen, die Pfälzer selbst würden ihn ebenfalls gerne halten, und beim HSV hängt seine mögliche Rückkehr von anderen Personalfaktoren im Kader ab. Sam sollte seinen Urlaub genießen und darf dann entspannt schauen, mit welchem Verein er in die Vorbereitung startet. Voller Tatendrang und Selbstvertrauen wird er nach dem Aufstieg mit dem FCK ohnehin sein.

So, bevor ich mich mit Wenns und Abers und anderen Eventualitäten beschäftige, beende ich den heutigen Beitrag lieber. Faktisch können wir über Personalien sowieso erst ernsthaft weiter diskutieren, wenn der neuen Sportdirektor bestätigt ist und seinen ersten Hauptauftrag, den neuen Trainer vorzustellen und mit ihm eine gemeinsame Linie vorzugeben, erledigt hat. Über Pfingsten wird all das bestimmt geschehen. Aber der HSV wäre nicht der HSV, wenn es nicht vielleicht doch vorher noch zu einer Überraschung kommen könnte. Vielleicht ja mal eine positive.

18:35 Uhr

Hoogma – Profi mit Profil

17. Mai 2010

Heute Mittag dachte ich plötzlich, es sei etwas ganz Schlimmes passiert. Ich habe im Zusammenhang mit der wahrlich unschönen Verletzung Michael Ballacks von einem „Drama“ gelesen, von einer „Tragödie“ und von einem „Schicksalsschlag“. Ganz ehrlich, so niederschmetternd diese Nachricht für die deutsche Nationalmannschaft auch ist, so fehlerhaft finde ich in diesem Zusammenhang die Wortwahl. Dramen, Tragödien und Schicksalsschläge gibt es auf der Welt leider wirklich jeden Tag, aber die Verletzung eines Fußballprofis zählt mit Sicherheit nicht zu dieser Kategorie.

Und noch etwas: Ich möchte an dieser Stelle zwar keine Lanze für Jerome Boatengs ungestümen Bruder Kevin-Prince brechen, der Ballacks WM-Träume sehr brutal beendet hat, aber ihn jetzt wie einen Schwerverbrecher darzustellen, ihn zu beschimpfen und ihm diese rüde Attacke wie einen „Mordanschlag“ anzukreiden, halte ich auch falsch. Bitte missversteht mich nicht: Ich sehe es ähnlich wie Mehmet Scholl, der forderte, dass KP Boateng so lange gesperrt werden müsste, bis Ballacks Verletzung wieder verheilt ist. Aber ich warne vor übertriebenen Verbalattacken gegen den Übeltäter. Ich behaupte erstens, dass er Ballack nicht mutwillig ins Krankenhaus getreten hat; fahrlässig ja, aber nicht mutwillig. Und zudem gefällt es mir nicht, wenn solche im Fußball nun mal vorkommenden Fouls dazu führen, dass dem „Täter“ eine Welle des Hasses entgegen schwappt. Ich liefere Euch auch gleich die Begründung dazu: Es gibt immer wieder Menschen, die mit derartigen emotional gesteuerten Hasstiraden nicht klarkommen – und dadurch entsteht immer die Gefahr eines körperlichen Gewaltausbruches. Und diesbezüglich stehen jetzt auch meine vielen Kollegen in den Medien in der Verantwortung. Sie müssen zügeln, bremsen, dafür sorgen, dass ein potenzielles WM-Aus unserer Nationalmannschaft nicht gleich an einem Menschen aufgehängt wird. Ich hoffe, Ihr versteht mein Anliegen ein wenig.

Die meisten von Euch haben wahrscheinlich gehofft, dass ich an dieser Stelle jetzt endlich mal ein Geheimnis lüften könnte. Doch ich muss Euch (mal wieder) enttäuschen. Mein Kenntnisstand in Sachen Sportdirektor ist folgender: Nico Hoogma ist die im Aufsichtsrat erklärte Nummer eins, und auch der Vorstand soll mit dieser Lösung einverstanden sein. Wie die Kooperation Hoogma/Urs Siegenthaler aussehen kann/wird, soll in den kommenden Tagen ebenso geklärt werden wie der Kompetenzbereich. Auch wenn einige von Euch jetzt möglicherweise wieder einen Krisenförderer Matz an dieser Stelle sehen, sage ich es mal so, wie ich es denke und fühle: Wird Hoogma zum Vorstand Sport gekürt, bleibt dem DFB-Spion Siegenthaler „nur“ die Chefscout- und Sichterrolle. Ich kann mir sogar vorstellen, dass er nach all dem Tohuwabohu der vergangenen Tage und Wochen dann noch seinen Rückzug erklären wird. Und wenn es so kommen sollte, ist es auch nicht mehr schlimm, finde ich jedenfalls. Mein Bauchgefühl geht in diese Richtung. Darum fragt mich bitte nicht nach Quellen.

Keine Sorge, es handelt sich heute keinesfalls um Bauchschmerzen. Ich fand es sehr informativ und mitunter auch amüsant, Eure Kommentare zur aktuellen Lage zu schreiben – die Reinstell- und Freigabeproblematik mal ausgenommen. Frankino hat eine Frage aufgeworfen, die auch mir zuletzt auf den Nägeln brannte: Wer entscheidet eigentlich was und wann? Die Antworten liegen auf der Hand: 1. Der Aufsichtsrat bestimmt den Sportchef für den Vorstand. 2. Der Vorstand bestimmt den Trainer.
Was das heißt, liegt auf der Hand: 1. Es wird keinen Trainer geben, bevor der Sportchef nicht installiert wurde. Und da das aus terminlichen Gründen erst nach Pfingsten komplett über die Bühne gehen kann – auch wenn sich derweil viele Verantwortliche um eine schnellere Lösung bemühen -, werden wir den neuen Coach wohl auch erst in der letzten Mai-Woche erfahren. Um wen es sich dabei handelt, steht noch weitgehend in den Sternen.

Meine letzten Infos zur Trainersuche besagen, dass es unabhängig vom Sportchef einen Kandidatenkreis von maximal drei Coaches gab, die im Vorstand favorisiert wurden. Bleibt zu hoffen, dass Hoogma mit einem dieser Kandidaten bereits vertraut gemacht wurde und auch ein positives Bild von ihm hätte. Denn ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als im WM-Monat Juni tagtäglich zu bibbern und zu hoffen, dass der HSV endlich einen neuen Coach präsentiert. Ganz abgesehen von den ganzen Personalfragen, die dann natürlich auch unbeantwortet blieben.

Es wird höchste Zeit für eine Menge Antworten. Und damit Ihr mir nicht immer vorwerft, ich würde nur die Diskussionen anheizen ohne Farbe zu bekennen. Ich hielte Hoogma als Sportdirektor für eine vernünftige Lösung. Vernünftig? Ich sehe die Wort-auf-die-Goldwaagenleger schön schmunzeln. Ja, aber vernünftig ist meines Erachtens das richtige Wort. Ob er eine gute Lösung ist, weiß man eh erst nach einer gewissen Amtszeit. Aber das Profil des Holländers passt. Er hat Führungsqualitäten (schon als Spieler gehabt), er hat im Managementbereich Erfahrungen sammeln können und ist mit Sicherheit keine „Marionette“, wie sie viele Hoffmann-Kritiker auf dieser Position befürchtet hatten/haben. Hoogma hat Profil und ist ein Vollprofi. Ob die Ehrendivision in den Niederlanden nun eine zweitklassige Liga ist oder nicht, spielt da meines Erachtens gar keine Rolle. Denn wenn man die Bewertungen vieler Experten über Stuttgarts Trainer Christian Gross liest, spielt es ja auch keine Rolle, dass er aus einer vermeintlich zweitklassigen Liga (Schweiz) in die Bundesliga gekommen und hier durchgestartet ist.

Vor allem hat Hoogma im Gegensatz zu Siegenthaler in der aktuellen Lage aber einen Vorteil: Er hätte Zeit, die wichtigen Zukunftsfragen des HSV sofort zu klären. Das hätte der Schweizer alleine aus WM-Gründen nicht. Sollte er sich entgegen meines Bauchgefühls trotzdem um die mittel- und langfristige Kaderplanung bemühen können, indem er Supertalente nach Hamburg lockt und sie auf die erste Mannschaft vorbereitet, würde ich mich verneigen. Es wird wirklich allerhöchste Zeit, dass mal wieder ein eigener Nachwuchsspieler den Weg ganz nach oben packt. Ich kann einfach nicht glauben, dass nur bei den Bayern, auf Schalke und in Stuttgart Jungspunde rumlaufen, die erstligatauglich sind.

17:50 Uhr

Hoffmann spricht sich für Rost aus

5. Mai 2010

Da war er endlich in seinem Element. Pass auf Ruud van Nistelrooy, der Niederländer nimmt den Ball an der Strafraumlinie an, tunnelt Naldo und versenkt den Ball eiskalt und haarscharf an Tim Wieses Kopf vorbei zum 1:0 für seinen HSV. Da gibt es sogar Applaus der Kollegen auf dem Rasen. Okay, Naldo war nicht Naldo, sondern Henrik Dettmann – und Wiese war Wolfgang Hesl. Und es ging auch nicht um Punkte wie beim Nordderby am Samstag in Bremen, sondern es passierte im heutigen Trainingsspiel, bei dem Trainer Ricardo Moniz seine Profis genau unter die Lupe nahm. „Volles Tempo, präzises Passspiel, richtiges Abwehrverhalten“, forderte er ein. Eine echte Spielsimulation also mit elf gegen elf – da war einiges zu erkennen.

Zunächst die wichtigsten Aspekte. Erstens fehlte neben den Langzeitverletzten Tunay Torun und Marcell Jansen nur ein Mann: Zé Roberto. Der Brasilianer hat sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen und es ist fraglich, ob er bis Sonnabend wieder auf die Beine kommt. Nun ratet mal, wer in der A-Elf seinen Platz als „Sechser“ neben David Jarolim eingenommen hat. Falsch – nicht Tomas Rincon, sondern Robert Tesche. Ich muss gestehen, dass mich das auch ein wenig überrascht hat. Aber Rincon, das zeigte sein Auftritt im B-Team heute auch, scheint derzeit nicht gerade ein Formhoch zu durchleben. Und Tesche machte seine Sache mit einigen Abstrichen recht gut.

Die Viererabwehrkette vor Frank Rost war die gewohnte und leider nicht immer bewährte, und in der Offensivabteilung wirbelten links Jonathan Pitroipa, rechts Piotr Trochowski (für mich einer der Besten in dieser Einheit) und ganz vorne das Duo Mladen Petric und van Nistelrooy. Moniz weiß, dass ein, wenn nicht DAS Erfolgsrezept gegen Bremen die Organisation des Mittelfeldes sein wird. Darum unterbrach er die Einheit auch an einigen Stellen und zeigte den Beteiligten klar auf, wo der Schlüssel zum Erfolg liegen könnte. Im Unterschied zu seinem Vorgänger Bruno Labbadia brauchte der Niederländer aber keine 14 Minuten für diese Anmerkungen, sondern zwei. Und anschließend ging’s rasant weiter. Meine Anmerkung von gestern, atmosphärisch sei die Luft raus, gilt für heute jedenfalls nicht.

Naja, ein paar Ausnahmen gibt es aber doch. Vor allem Marcus Berg scheint das Saisonende extrem herbeizusehnen. Obwohl er in Bremen als Stürmer Nummer drei die erste Einwechselalternative sein müsste (Paolo Guerrero ist ja noch gesperrt), hinterließ er einen ganz schwachen Eindruck. Kein richtiges Aufbäumen, kein Leben, keine Leidenschaft und leider noch weniger Durchsetzungsfähigkeit. Der Schwede braucht die Sommerpause dringend und muss mal ein bisschen Abstand vom HSV gewinnen.
Eljero Elia, dem ich ja schon einen Großteil meines letzten Beitrags gewidmet hatte, ist auch längst noch nicht in alter Bestform. Aber, und das bewerte ich positiv, er setzt alles daran, so kurz vorm Saisonende noch einmal auf die Bühne Bundesliga zurückzukehren. Heute „verballerte“ er im Training zwar eine Chance der Marke „Gehteigentlichgarnichtvorbei“ dermaßen, dass er einige blätterbehangenen Äste in luftiger Höhe rasierte, aber das gehört eben auch mal dazu. Sollte Moniz in Bremen eine Offensivalternative von der Bank brauchen, bin ich mir sicher, wird Elia zu seinen ersten Kandidaten zählen.

Einige von Euch sind ja nach wie ziemlich spitzfindig. Nur weil ich eine Vokabel wie „Basteln“ in meiner Überschrift verwendet habe, werden Parallelen zwischen Vorstandsarbeit und Bastelstunden im Kindergarten gezogen. Dabei sehe ich Bernd Hoffmann und seine Mitstreiter keinesfalls in einer Kleinkinder-ähnlichen Lage und Arbeitsweise. Sie haben es derzeit nicht einfach (wer hat das schon?) und müssen mit so vielen Puzzleteilen (bitte nicht schon wieder spitzfindig bewerten) klarkommen, dass ich mehr als gespannt bin, wie die Zukunft des sportlichen Bereichs aufgestellt sein wird. Urs Siegenthaler hat seine klaren Vorstellungen ja nun mehrfach nach Außen und Innen getragen. Mal sehen, wie gut sich seine Pläne realisieren lassen.

Obwohl sich Bernd Hoffmann ja eigentlich nicht mehr so häufig zu sportlichen Dingen äußern will, hat er es nun doch noch getan. Und das zu Recht. Er hat nämlich (wie ich) gar kein Verständnis dafür, dass bei der Frage nach dem dritten WM-Fahrer aus dem Torwartbereich überhaupt nicht von Frank Rost die Rede ist. „Frank gehört auch laut Statistik zu den besten Keepern der Liga. Er ist erfahren, er hat seine Qualität unterstrichen, für mich müsste er mit zu den Favoriten zählen, nachdem Rene Adler das Turnier abgesagt hat“, sagt Hoffmann. Dass gestern ausschließlich Namen wie Jens Lehmann und der favorisierte Jörg Butt genannt wurden, versteht Hoffmann nicht. Das hinter vorgehaltener Hand immer wieder ausgesprochene Argument, Rost sei kein „ruhiger dritter Mann“, tauge also nicht für diesen Posten bei einer WM, lässt der HSV-Boss jedenfalls nicht gelten: „Wir sehen Frank doch schon etwas länger hier beim HSV. Und er bringt sich sehr wohl gezielt, besonnen und keinesfalls aufmüpfig in die Mannschaft und den Verein ein.“

Morgen fällt die Entscheidung. Dann wird Joachim Löw seinen vorläufigen 30-Mann-Kader bekannt geben. Es gibt ja kühne Optimisten, die mit vier Hamburgern in der DFB-Auswahl rechnen: Trochowski, Boateng, Jansen und Aogo. Ich habe da meine Zweifel. Maximal drei sehe ich im 30-Mann-Aufgebot – Aogo nicht -, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Und im Fall Jansen wird ja eh die medizinische Abteilung noch ein Wörtchen mitreden. Da er sich noch in der Rehaphase befindet, tendiere ich auch eher zu etwas mehr Skepsis, was seine Teilnahmechancen betrifft.

Zum Schluss noch kurz etwas zur Trainerfrage. Ich habe mich seit gestern weiterhin aufmerksam umgehört, wirkliche Neuigkeiten konnte ich aber nicht in Erfahrung bringen. Der Name Erik Gerets hält sich weiterhin im Umlauf, aber ehe ich mich in Spekulationen und Gerüchten verstricke, die dann möglicherweise doch widerlegt werden, halte ich es in diesem Fall mal mit hanseatischer Zurückhaltung. Ich verspreche Euch aber: Sobald ich etwas Neues erfahre, teile ich es Euch mit.

Bis morgen.

PS: Einige von Euch treffe ich ja vielleicht heute Abend beim Kreisligaspiel meines Kollegen Christian Pletz, SV Eidelstedt II – GW Eimsbüttel (19 Uhr, Sportplatz Redingskamp 25), bei dem seine Eidelstedter mit einem Sieg Meister werden könnten. Der Kuchen von Frau P für die Matz-abber steht schon in seinem Auto.

14:55 Uhr

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