Archiv für das Tag 'Töre'

Jetzt fehlt nur noch van der Vaart

29. August 2012

Der HSV ist eben Herzensangelegenheit. Dem Klub geht es, sagen wir mal, nicht gerade rosig, der Klub hat sich fast schon ans Verlieren gewöhnt, aber die Fans klammern sich an jeden Strohhalm, der greifbar ist. Deshalb gab es an diesem Mittwoch einen großen „Bahnhof“ für zwei Neue: Milan Badelj und Petr Jiracek wurden wohlwollend von über 800 HSV-Anhängern empfangen und bei bestem Sommerwetter mit begleitetem Applaus auf dem Weg zum Training begleitet. Vor ein paar Tagen hatte mein Kollege Jürgen Schnitgerhans von der Bild geschrieben, dass die Herren des HSV „endlich aufwachen sollen“, und prompt wachten sie auf. Jetzt wird alles gut? Ich bin davon überzeugt, weil ja beim HSV noch ein Name in der Pipeline steckt: Rafael van der Vaart. Bei den Fans, die heute im Volkspark waren, war der Name des „kleinen Engels“ in aller Munde. Die meisten sind davon felsenfest überzeugt: „Raffa wird auch noch kommen . . .“ Abwarten.

Für Abendblatt-Blogs


Auf jeden Fall hatte die Online-Redaktion der Bild am heutigen Nachmittag für Verwirrung gesorgt, denn für ein paar Minuten war dort zu lesen, dass die Rückkehr des Niederländers zum HSV perfekt sei. Diese Nachricht wurde aber nur Minuten später ersatzlos aus dem Verkehr gezogen. Wussten die Kollegen schon mehr? Oder wurde da nur für den Fall der Fälle geprobt? Sei es wie es sei, bis Freitag wird es wohl spannend bleiben, dann schließt das Transferfenster des Sommers 2012. Ich denke ja, dass HSV-Sponsor (-Mäzen, -Gönner, – Investor) Klaus-Michael Kühne doch noch zuschlagen wird. Er wollte van der Vaart, er hat immer um ihn gekämpft, und er wird sich diese Chance nicht entgehen lassen, ihn persönlich nach Hamburg zu bringen. Sonst würde es doch wohl noch lange heißen: „Selbst die vielen Kühne-Millionen haben es nicht geschafft, Raffa wieder in den Volkspark zurück zu bringen . . .“

Und auch wenn es eine gewisse Disharmonie zwischen der HSV-Führung und Kühne gab – in diesem Fall werden die Herren an einem Strang ziehen. Denn, auch das schrieb der Kollege Schnitgerhans, es ist bereits fünf nach Zwölf, und das haben nun doch alle im HSV erkannt. Sie tun doch jetzt, wenn auch erst in letzter Sekunde, aber sie tun. Sie gehen sogar Risiko, und zwar kein ganz so kleines, vielleicht ist es sogar größer als jenes Risiko, das einst die (der) Vorgänger von Carl-Edgar Jarchow im Verborgenen eingingen – und dabei verloren. Uwe Seeler hat es bereist vor vielen Wochen gesagt: „Ein Abstieg käme den HSV teurer, als jetzt Risiko zu gehen.“ Diesem Aufruf (?) sind die Führungsherren nun gefolgt – und das lobe ich deshalb auch einmal ausdrücklich. Es hätte auch weiterhin tief und fest geschlafen werden können, aber nein, der HSV ist aufgewacht und versucht alles. Auch wenn es dem Klub (finanziell) sehr wehtun wird. Denn Geld, das wissen inzwischen alle, ist eigentlich keines mehr da. Deshalb noch einmal: Kompliment für diesen risikoreichen Weg (in Sachen Finanzen). Aber nur so war diese fast schon festgefahrene Situation noch zu retten – nur noch so. Und nun heißt es Daumendrücken, dass dieser Weg auch zum Erfolg führt. Das heißt, der Nicht-Abstieg des HSV ist nun hoffentlich am Ende dieser Saison beschlossene Sache. Andernfalls könnten diese Schüsse, die nun losgelassen worden sind, auch schnell nach hinten gehen . . . Was wir alle nicht hoffen wollen – natürlich nicht.

Dass sowohl Milan Badelj als auch Petr Jiracek Verstärkungen für den HSV sind, das steht für mich außer Frage. Diese beiden Spieler bedeuten „Soforthilfe“, sie werden schon am Sonnabend in Bremen mit von der Partie sein – obwohl das natürlich noch nicht gleichbedeutend mit einem Auswärtssieg sein muss (sein wird). Dazu gibt es dann doch noch immer die eine oder andere Baustelle mehr, die noch zu beackern sein wird. Vor allen Dingen die im Angriff. Denn nach wie vor frage ich mich, wen dann der Herr van der Vaart schicken soll? Da käme für mich in erster Linie Maximilian Beister in Frage, und dann Artjoms Rudnevs. Wobei ich glaube, dass die Stunden des Letten nun schon am Sonnabend im Weserstadion schlagen wird. Ob das letztlich ausreichend für, für eine ganze Saison, das vermag ich abschließend nicht zu beurteilen, aber ich habe da nach wie vor meine Zweifel. Doch zu Not könnte in Sachen Angriff ja noch im Winter nachgebessert werden – zur Not.

Erst einmal ist die Freude darüber, dass zwei aktuelle Nationalspieler neu zum HSV gekommen sind, groß. Milan Badelj (er spricht sich Badel aus – mit einem ganz kleine, verschluckten J am Ende – aber mehr Badel) ist 23 Jahre alt und hat gestern noch für Dinamo Zagreb (in und gegen Maribor) den Einzug in die Champions League klar gemacht. Und nun droht ihm der Abstiegskampf in der Bundesliga. Er sagt: „Das ist der Fußball.“ Und: „Ich hatte schon vorher beim HSV zugesagt, bevor wir mit Dinamo die Champions League erreicht hatten.“ Das ist Schicksal. Er freut sich aber schon auf das Derby, und er weiß: „Bremen – HSV ist wie HSV gegen St. Pauli. Ich weiß um die Bedeutung, ich habe die Bundesliga immer im Fernsehen verfolgt. In Kroatien wissen alle, dass der HSV ein großer Klub ist.“

Hoffentlich bleibt er das auch – aber Badelj, der in vier Jahren für Dinamo Zagreb 188 Spiele absolvierte, soll ja mithelfen, dass es so bleibt. Aber er sagt: „Es ist doch erst ein Spieltag vorbei, ich muss mir erst ein Bild machen, was möglich ist –aber ich will immer das Maximale erreichen, das ist klar.“ Informationen über den HSV und die Bundesliga hat er sich vom ehemaligen HSV-Spieler Josip Simunic und auch vom früheren HSV-Liebling Ivica Olic eingeholt, und natürlich von Landsmann Ivo Ilicevic. Badelj wird übrigens künftig die Nummer 14 tragen, die von David Jarolim. Und die einst Johan Cruyff weltberühmt gemacht hat. Der Kroate sagt: „Ich weiß, dass das eine berühmte Nummer ist, ich möchte damit auch großen Erfolg haben.“

Die Rückennummer 19 wird in Zukunft Petr Jiracek (26) auf dem Rücken tragen. Der vom VfL Wolfsburg gekommene Profi wirkt im ersten Moment ein wenig schüchtern und introvertiert – auf dem Platz, das hat die Europameisterschaft in diesem Jahr gezeigt, ist der langmähnige Mittelfeldspieler allerdings alles andere als zurückhaltend. Da ist der Dauerläufer ein großer Kämpfer, der mit Herz und Leidenschaft zur Sache geht – und zwar 90 Minuten.

Kurios: Bei der heutigen Vorstellung von Jiracek spielte ein „Schweiger“ eine oder die große Rolle: Jaroslav Drobny. Der Torwart war der Übersetzer, obwohl Petr Jiracek schon gut Deutsch versteht und auch schon sprechen kann. Sicher ist sicher. Drobny hat seit vielen, vielen Monaten nichts gesprochen, dass er es heute tat, ist ihm sehr hoch anzurechnen – Respekt. Und der Keeper verriet sogar, was er über seinen Landsmann (als Fußballer) denkt: „Ein guter Typ, ein Super-Typ, jeder weiß, er war unser bester Mann bei der EM, er genießt in der Nationalmannschaft einen sehr guten Ruf und genießt auch viel Respekt in Tschechien.“ Und Drobny verriet auch: „Petr weiß, dass die Fans jetzt viel von ihm erwarten, er wird auch alles geben und immer für den HSV kämpfen, doch die Leute sollen bedenken, dass er allein es auch nicht schaffen kann.“ Natürlich nicht. Aber die beiden Neuen werden den einen oder anderen Nebenmann (oder alle?) ganz sicher mitreißen – zum Wohle des Klubs. „Ich hoffe, dass wir so in jedem Spiel einen Schritt nach vorne machen werden“, sagt Jiracek. Wir hoffen mit ihm.

Und wo ich gerade bei Tschechen bin: David Jarolim hat nun (doch) beim FC Evian in Frankreich unterschrieben. Hat sich dann doch nur um einen Tag verschoben. Ich habe „Jaro“ im Namen aller „Matz-abber“ zu seinem neuen Arbeitgeber gratuliert – und er hat sich per SMS bedankt.

Dann war heute der Sportchef in aller Munde. Es wird in diesen Tagen viel über die Zukunft von Frank Arnesen spekuliert. Auch bei „Matz ab“. Viele fragen sich, warum der Däne so plötzlich im Blickpunkt steht – und längst nicht mehr unumstritten ist. Einige sprechen (und schreiben) sogar schon von Trennung und Abschied aus Hamburg, doch davon weiß ich erstens nichts, und zweitens habe ich zu einem solchen Gerücht auch keinerlei Nahrung erhalten. Ich gehe davon aus, dass Frank Arnesen noch lange beim und für den HSV arbeiten wird.

Warum er so in „Ungnade“ (wenn man das so sagen kann?) gefallen ist, liegt sicherlich auch darin begründet, dass der HSV in Sachen Verpflichtungen nicht so richtig „in die Pötte“ gekommen ist. Mal hieß es, es soll ein Zehner kommen, dann hieß es (von Arnesen), dass wenn es keinen Zehner gibt, es auch keiner geholt wird. Da spielte eine gewisse Ratlosigkeit mit hinein, die wiederum andere HSVer sprachlos machte. Und wenn Milan Badelj zum Beispiel für Kroatien spricht, dass der HSV in seiner Heimat immer noch ein großer Klub ist, dann denken vielleicht auch die Verantwortlichen daran, dass ein HSV vielleicht doch ein wenig offensiver an die Neuverpflichtungen herangehen könnte. Frank Arnesen wirkte aber oft auch ein wenig zu zögerlich und zauderhaft.

Was eventuell auch noch für ein wenig Verdruss sorgte ist die Tatsache, dass der Däne den HSV-Kader, dem von fast allen Experten in Deutschland ein schlechtes Zeugnis ausgestellt wurde (können die wirklich alle irren?), immer als absolut bundesligatauglich hinstellte und lobte. So nach dem Motto: „Der Veranstalter lobte die Veranstaltung.“ Vielleicht hatten die HSV-Führungsherren aber ja auch nur Angst, dass Arnesen diese Einschätzung tatsächlich so meinte, wie er sie stets nach außen verkündete. Und das hätte dann in der Tat bedeutet, dass da irgendetwas nicht so richtig stimmt und im Lot ist – beim HSV. Nämlich die Sache mit dem Anspruch und der Wirklichkeit.

Und dazu finde ich, um mich nicht zu drücken, dass Frank Arnesen tatsächlich mehr für sein glückliches Händchen wird tun müssen. Ich habe ihm im vergangene Jahr stets in Schutz genommen, als es um die Verpflichtungen der fünf Chelsea-Buben Rajkovic, Bruma, Mancienne, Sala und Töre ging. Der Grund für meinen Zuspruch: Es sollte jeder einmal für sich versuchen, „ohne“ Geld einzukaufen. Und Arnesen hatte so gut wie kein Geld in der Hand, musste aber etwas „anschleppen“. Dafür hat er aus der Not eine Tugend gemacht. Das war in meinen Augen gut. Dass er dann mit den „richtigen“ Einkäufen, mit Ivo Ilicevic und Per Ciljan Skjelbred, ein wenig (heftiger) daneben lag, das wird ihm heute ganz sicher angekreidet. Zumal mit Artjoms Rudnevs in diesem Jahr ja auch noch ein Spieler kam, auf den „ganz Hamburg“ immer noch wartet – dass er sich entwickelt. Und das sollte sich jeder (hier) einmal vor Augen halten: Jiracek und Badelj werden am Sonnabend wohl gleich zum Einsatz kommen, auf Rudnevs haben wir bislang vergeblich gewartet. Er wird nun wohl in Bremen kommen, das mag wohl sein, aber ich sage trotz allem: Soforthilfe sieht anders aus. Aber nun hoffen wir eben alle auf Sonnabend. Mit Rudnevs, Badelj, Jiracek und vielleicht sogar mit der „ewigen 23“. Ich hoffe und glaube daran.

Übrigens: Im Blog wird geschrieben, dass ich am Sonntag Gast im Doppelpass von „Sport 1“ bin, aber das kann ich nicht bestätigen – ich weiß von nichts.

PS: Morgen ist um 10 Uhr Training im Volkspark (sorry, nicht 19 Uhr, das war ein Tippfehler, danke für den Hinweis)

19.42 Uhr

Das darf einfach nicht der HSV-Anspruch sein…

22. August 2012

Es tut schon weh, Europa League zu sehen. Nicht weil der HSV nicht mitspielt – das geht vielen anderen Mannschaften auch so. Solche Zeiten kann man überstehen und sich neu aufstellen. Solche Zeiten bieten sogar ungeahnt große Chancen. Aber: es schmerzt, weil der Abstand des HSV zum großen europäischen Bühne so groß wie lange nicht mehr ist – und vor allem, weil er immer größer wird. Inzwischen ist sich der HSV nicht einmal mehr einig über den gemeinsamen Weg. Da sagt Frank Arnesen ganz offen, dass es Spieler gibt, die nur mit der Hilfe von Herrn Kühne zu finanzieren wären und dass darüber nachgedacht wird, der Kontakt zum Speditionsmilliardär da ist. Auf der anderen Seite widerspricht Klubboss Carl Jarchow seinem (immerhin auch) Vizepräsidenten und schließt eine Kooperation aktuell aus. Da sagt Arnesen, dass er keinen Spieler holen werde, nur um einen zu holen und Trainer Thorsten Fink sagt auf derselben Veranstaltung, dass auf jeden Fall noch ein kreativer Mittelfeldmann kommen werde. Es passt im Moment auf Führungsebene eben genau so viel zusammen, wie auf dem Platz.

Und dass das nicht viel ist, weiß inzwischen fast jeder. Auch hier im Blog, wo sich noch immer einige unerschütterliche Fans unfassbar über Dieter gestrigen Blog aufregen, haben die meisten Fans erkannt, dass Fantreue nicht nur blindes vertrauen in die Verantwortlichen bedeutet sondern auch, den Finger in die offene Wunde zu legen. Das äußert sich in den verschiedensten Formen – und zum Glück immer häufiger auch in konstruktiver Kritik. Denn das, was sich beim HSV derzeit abspielt, ist mit „fahrlässig“ noch beschönigt umschrieben. Oder glaubt hier irgendjemand, dass ein Frank Arnesen mit diesem Kader zufrieden ist? Glaubt jemand ernsthaft, dass Thorsten Fink keine Neuen mehr fordert? Beide wissen nur zu gut, dass es bei ausbleibendem Erfolg als allererstes um ihre Köpfe gehen wird. „Die Situation ist wie sie ist“, sagt Arnesen nur noch, „damit muss ich arbeiten.“

Klingt nach hundertprozentiger Überzeugung, meint Ihr nicht…?!?

Nein, liebe Blogger, was Dieter geschrieben hat, trifft es. Es herrscht momentan eine giftige Mixtur aus persönlichen Eitelkeiten, falscher Vorsicht bei Neueinkäufen und Ideenlosigkeit. „Wir holen keinen Zehner, nur um einen zu holen“, hat Arnesen heute wiederholt. Und das kann er nur deshalb gesagt haben weil er schon einen Namen parat hat. Denn alles andere käme seinem Scheitern gleich. Oder ist es zu verstehen, dass der Mann mit dem dicksten Notizblock Europas, wie der sympathische Däne vorgestellt wurde, es in den letzten Monaten (eigentlich seit Amtsantritt) nicht geschafft hat, eine passende Alternative aufzutreiben? „Wir haben das eingenommene Geld ungefähr wieder in Neue investiert“, sagte der Sportchef heute. Soll heißen, das Guerrero- und Töre-Geld sowie die eingesparten Gehaltsmillionen bei Petric stecken in Adler, Rudnevs, Scharner, Beister und Badelj. Geld für einen Zehner? „Im Moment müssen wir nach anderen Lösungen suchen“, so Arnesen ausweichend. Es ist einfach kein Euro mehr da, obwohl der Zehner die von allen immer und immer wieder beteuerte Priorität hatte. Bitter.

Heute wird wieder das Fass van der Vaart aufgemacht. Selbst Fink und Arnesen wollen einen Transfer des Niederländers nach Hamburg auf den letzten Metern der Transferfrist, die am kommenden Sonnabend endet, nicht ausschließen und wanden sich bei den Nachfragen. Arnesen sagte zwar, dass der Niederländer „im Moment kein Thema“ ist, allerdings feuerte er die Spekulationen noch an. Bei Tottenham wüsste man, dass Präsident Daniel Levy immer wieder Transfers in den letzten Sekunden der Transferfrist durchziehen würde. „Der braucht diesen Kick“, so Arnesen, der mit diesen Aussagen bei seinem eigenen Vorstandsboss keine Freudensprünge ausgelöst haben dürfte. Immerhin wäre van der Vaart nur mit sehr großzügiger Hilfe von Kühne finanzierbar…

Apropos Jarchow: Gestern wurde der Klubboss auf der NDR-Veranstaltung gefragt, warum er die von Euch gestellten Fragen nicht beantwortet hätte. Und bei aller Kritik – diesmal ist Herr Jarchow absolut schuldlos. Ich habe ihm die Fragen einmal leicht gefiltert zugeschickt – ihn dabei aber nicht erreicht. Deshalb, ganz klar: Mein Fehler! Als ich von Jarchow hörte, er hätte die Fragen nicht bekommen, hatte ich die Idee, die Fragen nicht schriftlich beantworten zu lassen, sondern vor der Kamera, da so sicherlich deutlich mehr Fragen beantwortet werden könnten. Das hatte ich leider vergessen, hier mitzuteilen, aber das machen wir jetzt. Dieter und ich sind dafür mit Jarchow für Mitte kommender Woche – weil wir das erste Spiel in der Bundesliga unbedingt abwarten wollten – verabredet. Wir werden dann eine Matz-Ab-Sendung drehen und möglichst viele Eurer Fragen von Carl Jarchow beantworten lassen. Dessen Zusage steht.

Sitzen wird am Wochenende Zhi Gin Lam. „Dennis wird den Vorzug erhalten“, ließ sich HSV-Trainer Thorsten Fink heute am Rande der Präsentation der neuen Panini-Bilder entlocken.

Einschub in eigener Sache: Kommt es nur mir so vor oder vermarktet der HSV wirklich alles, was es zu vermarkten gibt? Und wo bleibt dann das eingenommene Geld? Aber okay, es seien noch eine Menge finanzieller Altlasten abzuarbeiten, sagt Jarchow, der seinerseits optimistischer ist als manch anderer. Die Negativstimmung schon im Vorfeld einer Saison habe er so noch nie miterlebt, sagt Jarchow. Und damit mag er Recht haben. Auch damit, dass genau in dieser mehr als geringen Erwartungshaltung von außen eine große Chance liegt.

Aber mal im Ernst: geht es darum? Oder wäre es nicht für alle Beteiligten von Vorteil, eine Art Aufbruchstimmung mit neuen (meinetwegen auch alten) Hoffnungsträgern zu verbreiten? Ich befürchte, wir kommen irgendwann soweit, dass die HSVer sich im Recht sehen, wenn sie nur nicht absteigen. Und das ist ein Anspruch, der so unfassbar niedrig ist. Es ist ein Nicht-Anspruch, den die Nummer eins in einer der reichsten Städte Europas meiner Ansicht nach nicht haben darf.

Der Anspruch fürs Wochenende ist zumindest noch ein Sieg. Zum Glück. Und den plant Thorsten Fink mit einigen Umstellungen. Heung Min Son wird voraussichtlich erneut die Rolle des verletzten Tolgay Arslan bzw. des noch nicht gefundenen kreativen Mittelfeldspielers übernehmen. Diekmeier wie bereits erwähnt Lam ersetzen und Jacopo Sala dafür Maxi Beister auf rechts. Trotz seines Treffers gegen Karlsruhe kritisierte Fink heute seinen Rückkehrer. „Er muss defensiv noch mehr machen, dort dazulernen“, so Fink, der Sala die Rolle als rechter Mittelfeldmann zutraut und dem Italiener gutes Training attestierte. Zudem machte Fink heute Per Skjelbred Hoffnungen auf einen erneuten Startelfauftritt am Sonnabend gegen Nürnberg. „Er hat im Moment die Nase vorn“, so Fink.

Dieter hat den Status Quo sehr emotional, aber absolut passend beschrieben. Und auch seine Forderung, dass alle Beteiligten endlich aufwachen müssen, unterstütze ich zu 100 Prozent. Sie ist richtig. Und wichtig. Denn mit diesem Kader und der bislang unbegründeten Hoffnung auf Besserung in die Saison zu gehen, wäre fahrlässig. Das weiß Fink und macht intern Druck. Das weiß Arnesen, der nicht umsonst die Fässer Kühne und van der Vaart öffnete bzw. offen ließ und zudem den in großen Teilen sicherlich notwendigen aber in dieser Form auch gefährlichen Konsolidierungskurs öffentlich anprangerte („Wir dürfen uns nicht kaputtsparen“). Und das wissen inzwischen selbst die Spieler. Einige äußern sich hinter vorgehaltener Hand, andere übernehmen Verantwortung. Immerhin ging einer von ihnen inzwischen zu Arnesen und fragte offiziell nach, was personell noch geplant sei, weil er sich Sorgen macht.

In diesem Sinne, noch ist Zeit. Wenn auch nicht mehr viel. Aber immerhin noch etwas Zeit, um bisherige Mängel aufzuarbeiten.

Bis morgen,
Scholle

Arnesen: “Wir haben fantastisch gearbeitet.”

29. Juli 2012

Schon in der Ära vor Carl-Edgar Jarchow war – kurzfristig – einmal die Idee geboren worden: „Wir verpflichten nur noch Spieler, die unter 30 Jahre alt sind, und wir verpflichten vor allem nur noch charakterstarke Spieler.“ Ja, das war ein großes Vorhaben, aber nach dem Motto „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“ wurden diese Vorhaben schon nach wenigen Wochen über den Haufen geschmissen. Nun aber, und zwar ohne große Worte, scheinen „charakterstarke“ Spieler wieder total „in“ zu sein beim HSV. Schon bei Artjoms Rudnevs schwärmte Sportchef Frank Arnesen: „Er hatte ganz plötzlich viele Angebote anderer Klubs, aber er hatte bei uns schon zugesagt, deswegen war es für ihn keine Frage, den anderen Angeboten zu widerstehen – er ist ein charakterstarker Spieler, er musste über andere Klubs gar nicht erst nachdenken.“ Ähnlich verhielt es sich zuletzt auch mit Milan Badelj. Plötzlich mischte Fenerbahce Istanbul mit, aber weil Badelj ein „charakterstarker“ Spieler ist, wie Arnesen weiß, war das Angebot der Türken keine Konkurrenz für den HSV. „Er hatte uns zugesagt, dabei blieb er – weil auch er charakterstark ist“, sagte Arnesen nicht ohne ein wenig Stolz in der Stimme. Für den (neuen) Teamgeist beim HSV können solche Spieler ganz sicher nur von Vorteil sein. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

Rudnevs zum Beispiel könnte ja, wenn er es nicht auf Anhieb in die Mannschaft schafft, eventuell sauer sein – und überreagieren. Könnte. Ist er aber charakterstark, dann ordnet er sich dem Wunsche des Trainers und auch des Erfolgs der Mannschaft unter – und macht gute Miene zum für ihn schlechten Spiel. Es könnte so sein, muss aber auch nicht. Vielfach wurde ja schon kritisiert, dass „Scholle“ und ich den Letten schon viel zu früh zu schlecht sehen. Mag sein, dass da etwas dran ist, aber ich gebe zu bedenken: Lobt man den neuen HSV-Stürmer – und er bringt es später nicht, dann heißt es doch auch (schon oft genug erlebt): „Ja, hinterher kann man so etwas immer leicht sagen, das hätte man aber auch gleich wissen und sehen können . . .“ Wie gesagt, oft genug hier schon gelesen.

Dabei will ich dem guten Artjoms Rudnevs ja gar nichts Böses. Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn der aus Polen gekommene Torjäger hier knipst, knipst, knipst und knipst und die ganze Bundesliga aufmischt. Doch danach sieht es zurzeit eben noch nicht aus. Und da ich schon einige Spieler, auch Stürmer, beim HSV kommen und gehen gesehen habe, habe ich mir auch schon ein Urteil gemacht. Ich glaube eben, dass er es schwer haben wird. Und ich hoffe eben, dass ich später sagen kann, dass ich mich erstens geirrt habe, und dass ich mich mit dem HSV und seinem Sportchef freuen kann, einen solchen „Goldfisch“ an Land gezogen zu haben.

Wobei ich mal eines sagen möchte: Ich mache meinen Job nun über 30 Jahre, da hat man vielleicht schon einen Blick, wohin der Wagen rollt. Allerdings fällt mir jetzt spontan ein, dass ich mich mal ganz gravierend bei Oliver Bierhoff geirrt habe. Als der damals den HSV verließ, habe ich zu mir gesagt: „Den guten Oliver siehst du nie wieder . . .“ Und dann wurde er in Italien Torschützenkönig. So spielt das Leben (eines Journalisten) dann auch. Ich habe mich gewiss auch einige Male noch in HSV-Spielern geirrt, und deswegen will ich ja auch nicht behaupten, dass Rudnevs ein Fehleinkauf wird – wir wollen mal abwarten. Bislang ist er für mich aber noch nicht der Reißer, den der HSV dringend benötigt.

Ich habe Artjoms Rudnevs auch speziell bei seinem letzten Spiel beobachtet. Beim 6:0-Erfolg in Norderstedt kam er in der zweiten Halbzeit. Der Lette schoss ein Tor, als er einen Querpass von Heiko Westermann (?) nur noch aus wenigen Metern ins Tor lenken musste. Danach hatte er noch gute und beste Einschusschancen, traf aber nicht noch einmal:

52. Minute, Rudnevs allein vor dem Norderstedter Torwart, der Schuss des HSV-Stürmers aus sieben Metern fliegt links am Tor vorbei.
55. Minute, das Norderstedter Tor ist (fast) leer, der Keeper hatte gerade einen Schuss des HSV abgewehrt, der Ball kommt zu Rudnevs, Fallrückzieher aus acht Metern – der Ball fliegt über das leere Tor.
61. Minute, Rudnevs erneut allein vor dem Norderstedter Torwart, schießt aber aus 13 Meter mit links am langen Eck vorbei.
72. Minute, Tolgay Arslan schickt Rudnevs halbrechts steil, der Lette läuft im EN-Strafraum zum Ball, kann ihn aber nicht stoppen, die Kugel rutscht ihm unter dem Fuß durch nach rechts Richtung Eckfahne, Chance vertan, das Publikum stöhnt laut auf. Hätte Rudnevs den Ball gestoppt, wäre er erneut ganz allein vor dem Keeper aufgekreuzt.

Das waren nur einige Momentaufnahmen, sie müssen nicht unbedingt gegen Rudnves sprechen. Der Stürmer hat sich ganz gut bewegt, wirkte quirliger als sein „Vorgänger“ Marcus Berg (der bis zum Halbzeitpfiff stürmte), auch schneller, nicht aber unbedingt ballsicherer. Rudnevs sucht aber den direkten Weg zum Tor, während Berg, um mal bei dem vielleicht größten Rudnevs-Konkurrenten zu bleiben, zu oft den Weg zum Tor abbricht und den Ball auch dann noch vertändelt.

So, das waren meine Eindrücke vom Freitag. Überrascht bin ich immer nur, wenn ich lese und höre, dass man den guten Rudnevs noch lange nicht abschreiben darf – weil er ja erst einige Tage beim HSV sei. Das ist ja richtig, nur sagen es auch einige Leute, die Rudnevs noch nie live haben spielen oder trainieren sehen. Quasi Hellseher. Aber gut, auch die werden eines Tages sehen, ob sie mit ihren Einschätzungen richtig lagen. Wir bleiben dran an diesem Thema.

Kurz fällt mir, wo ich gerade bei HSV-Sturm bin, eine Szene aus Norderstedt ein, die einige Fans auf die Palme brachte. Marcus Berg lief allein auf das gegnerische Tor zu, drehte aber ab – Ball weg. Da schlug ein HSV-Fan vor Wut gegen die Tribünenwand und fluchte laut: „Lasst uns die Stürmer tauschen. Berg zu Norderstedt, und wir nehmen den Norderstedter Sa Borges Dju – dann gewinnen wir zweistellig.“ Weil der Oberliga-Stürmer in der ersten Halbzeit (gegen die HSV-Innenverteidigung Bruma/Nörgaard) wirklich ganz groß aufzog, dreimal allein vor Torwart Mickel stand (aber alles vergab).

Einige von euch haben ja auch gemeint, dass Artjoms Rudnevs auch deswegen noch nicht so erfolgreich beim HSV spielt, weil er nicht richtig eingesetzt wird. Der Zehner fehlt – vor allem Rudnevs, so hieß es. Dazu sei gesagt: Der Zehner kommt ja noch (nicht wenige behaupten inzwischen wieder, dass der HSV wieder oder immer noch an Rafael van der Vaart herumgräbt!), aber es gibt auch einen Spieler, der die „Zehn“ irgendwann (schon bald?) drauf haben könnte: Tolgay Arslan. Er hatte viele gute und sehr gute Szenen in Norderstedt, dribbelte sich einige Male schön an vier oder fünf Norderstedtern vorbei, um dann den Ball zu passen. Neben mir stand am Freitag Thomas Doll, der Dribbler vor dem Herrn. Er sagte mir einst, dass er von seinem Teamkollegen Andreas Thom gelernt habe. Der sagte einst zu Doll: „Wenn du einen Gegenspieler umdribbelt hast, dann darfst du nicht denken, dass due es schon geschafft hast. Dann musst du erst recht Gas geben, denn sonst kommt noch das lange Bein – und weg ist der Ball. Das sollte sich Tolgay Arslan mal zu Gemüte führen, denn auch in Norderstedt war es so: Arslan an einem Mann vorbei, dann ließ er es langsamer angehen – langes Bein des Norderstedters und schon war das Dribbling gestört oder unterbrochen.

Insgesamt aber, das möchte ich schon noch einmal herausheben, konnte jeder sehen, was Tolgay Arslan an den Füßen hat. Er kann im Grunde genommen schon unheimlich viel – und nun noch einen Tick schneller werden (im Laufen und Spielen), dann kann es auch noch mal mit der „Zehn“ (beim HSV) etwas werden.

Kleine Pause in meinem Bericht – weil ich froh bin, dass Medien-Direktor Jörn Wolf das jetzt nicht lesen kann (in der Wildnis von Schweden). Er hatte mich in Norderstedt kritisiert: „Du tust manchmal so, als wenn nur du die Fußball-Weisheiten mit Löffeln gefressen hast. Das was du weißt, das wissen ganz sicher auch unsere maßgeblichen Leute, mache dir keine Sorgen.“ Ja, ich weiß, manchmal klingen meine Vorschläge und Beiträge sicherlich ein wenig besserwisserisch oder altklug, aber das liegt mir im Grunde genommen fern. Ich möchte eigentlich nur aufzeigen, wie ich es sehe, wie ich es eventuell machen würde – machen lassen würde. Alles zum Wohle des HSV, nicht zu meinem eigenen. So, musste geschrieben werden, nun geht es weiter im Text.

Über Ivo Ilicevic habe ich bei uns gelesen, dass er in der vergangenen Saison oft verletzt gewesen ist, und dass er deswegen keine so großen Leistungen anbieten konnte. Auch das mag ja stimmen, aber ich gebe zu bedenken, dass der ehemalige Lauterer ja im EM-Aufgebot seines Landes stand. Er muss also auch mal so „fit“ gewesen sein, dass er bis dahin gekommen ist. Dass er dann verletzt passen musste (quasi auf die letzte Minute), das ist dann sicherlich seiner Verletzungsanfälligkeit geschuldet, deswegen bin ich mal gespannt, wie sich der Flügelflitzer so weiter entwickeln wird. Ich bin da weiterhin skeptisch, da bin ich ganz ehrlich.

Apropos entwickeln. Heung Min Son hat – wie es aussieht – beim Trainer zurzeit sehr gute Karten. Wie es heißt, ist der Koreaner auf der rechten Außenbahn zurzeit gesetzt. Vor Maximilian Beister, vor eventuell Ilicevic, vielleicht auch noch Jacopo Sala. Son scheint heute (im Juli/August 2012) reifer und erholter, er scheint es immer besser zu begreifen, dass die Fußball-Bundesliga, das Profi-Geschäft allgemein kein Kindergeburtstag ist. Wenn er diesen Weg weiterhin so zielstrebig beschreitet, dann kann er es vielleicht doch noch einmal bis zum Stammspieler schaffen. Dazu darf er aber nicht nachlassen, dazu muss er weiterhin eine gewisse Ernsthaftigkeit (die er jetzt zu haben scheint) an den Tag legen. Was aber nicht heißen soll, dass er den Spaß am Fußball (und an der Sache) in der Kabine lassen soll, wenn es auf den Rasen geht. Er ist ja auch ein lustiges Kerlchen und muss nur ein gesundes Mittelding finden.

Überrascht war ich in diesen Tagen (vor Schweden) von Robert Tesche. Von ihm heißt es ja, dass er den HSV bei einem passenden Angebot doch noch verlassen will. Legt er sich deswegen so besonders ins Zeug? Oder kämpft er vielmehr um seine (letzte?) Chance? Chancen genug hat er ja von den Trainern Michael Oenning und Thorsten Fink erhalten, keine Frage, genutzt aber hat er keine. Gegen Barcelona II und Eintracht Norderstedt war Tesche aber immer auf Achse, er wollte sich zeigen, er wollte mitspielen – das sah aus, als hätte er nun (endlich) den nötigen Biss. Und das auf ungewohnter Position, denn in Norderstedt (und nicht nur dort) spielte er fast so etwas wie zweite Spitze. Mal abwarten, wohin ihn der Weg noch führt – vielleicht ja sogar in die HSV-Mannschaft . . .

Daraus hat sich Gökhan Töre ja verabschiedet, und in Norderstedt bin ich einige Male darauf angesprochen worden, ob es richtig war, den Deutsch-Türken ziehen zu lassen? Ich glaube das ja! Töre hatte nach einer glänzenden Hinrunde, in der er oft (und völlig zu recht) gefeiert wurde, den Boden unter den Füßen verloren. Er war nie ein Mannschaftsspieler, aber er entwickelte sich in dieser Beziehung leider immer mehr zurück. Und es gab in meinen Augen niemanden in seinem Umfeld, der ihn von diesem Weg hätte abbringen können – und wollen. Schade eigentlich, denn der junge Mann hat es in den Füßen, er könnte mit einem klaren Kopf ein ganz Großer im Fußballgeschäft werden – aber da hatte der HSV ja auch schon einmal einen ähnlichen Fall, auf den er am zweiten Bundesliga-Spieltag treffen wird. Hoffentlich, da habe ich jetzt schon meine Befürchtungen, schießt Eljero Elia „seinen“ HSV in Bremen nicht ab. Hoffentlich.

Thomas Doll hatte Elia einmal in der vergangenen Saison mit Juventus Turin spielen sehen (in einem Freundschaftsspiel) und war beeindruckt von ihm. Und Doll sagt jetzt: „Ich bin überzeugt davon, dass Thomas Schaaf den Elia noch einmal zurück in die Spur bringen wird. Elia kann alles, und er wird wissen, dass Werder seine letzte Chance ist.“
Im letzteren Punkt aber hege ich große Zweifel. Wenn Elia das endlich begriffen haben sollte, dann wäre er ja tatsächlich doch noch erwachsen – und das über Nacht? Das geht doch nicht. Es sei denn, Schaaf hilft tatsächlich etwas nach . . .

So, dann hat Frank Arnesen noch kurz Stellung bezogen – in Sachen Verpflichtungen. Der Däne sagte: „Ich werde nicht nervös, im Gegenteil, ich bin sehr zufrieden. Mit Milan Badelj haben wir Zugang Nummer vier, das ist so gut wie sicher. Er freut sich sehr auf Hamburg, und das zeigt seine gute Einstellung, denn es gab für ihn die Möglichkeit, bei einem anderen Klub (Fenerbahce) sehr viel mehr Geld zu verdienen. Für Dinamo Zagreb geht es in der Champions-League-Qualifikation um Leben und Tod, denn nur in diesem Wettbewerb erzielen sie richtig hohe Einnahmen. Badelj muss gegen Sheriff Tiraspol spielen. Fliegen sie raus, dann ist es kein Problem, dann kommt er schnell zum HSV. Gehen sie weiter, dann müssen wir ein weiteres Mal darüber reden.“

Und dann könnte es noch später gehen, als jetzt gedacht (nach dem ersten Bundesliga-Spieltag). Das wäre bitter. Aber auch nicht zu ändern, denn der HSV muss sich den Gegebenheiten anpassen – den finanziellen. Über den Mittelfeldspieler sagte Frank Arnesen: „Badelj ist ein Sechser mit großen Qualitäten im Offensivspiel, dadurch sind wir einen großen Schritt weiter. Nun schauen wir uns nach einem Mittelfeld-Angreifer und einem Innenverteidiger um. Rajkovic werden wir verkaufen, das steht fest, und es gibt auch viele Vereine, die nach ihm gefragt haben. Aber noch ist nichts konkret.“

Generell befand der HSV-Sportchef noch: „Thorsten Fink und ich verfolgen einen Plan, durch die Verkäufe von Guerrero und Töre haben wir sehr gute Geschäfte gemacht, wir haben sie für viel Geld verkauft und fantastisch gearbeitet.“

Alles wird gut.

17.31 Uhr

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