Archiv für das Tag 'Tah'

Es geht wieder los. Endlich.

4. Januar 2015

Achtung, nicht ernst gemeint: Ich konnte heute Joe Zinnbauer, Dietmar Beiersdorfer, Uli Hoeneß und Sepp Blatter telefonisch nicht erreichen. Das nur als Grundlage für den einen oder anderen, eine Fehde zwischen mir und einem Profi bzw. einem Offiziellen zu wähnen. Grund: Aus den Fingern gesogene Geschichten über jene Personen – logisch.

 

Aber im Ernst, als ich Euch gestern schrieb, dass Tolgay Arslan telefonisch nicht zu erreichen war, hatte ich parallel SMS-Kontakt zu ihm und er erklärte mir, dass er unterwegs sei und erst heute anrufen könne. Das ist nicht unüblich und vor allem auch vollkommen okay. Zumal dann, wenn die Spieler mal Urlaub haben. Und glaubt mir, ich erreiche jeden Tag irgendwen nicht. Und das bedeutet nicht immer automatisch, dass der- oder diejenige sauer ist. Auch Arslan nicht, mit dem ich heute in Kontakt stand. Offiziell etwas sagen wollte er aber nicht mehr.

Und auch das ist okay. Immerhin ist die Situation für ihn nicht leicht. Beim HSV hat man ihm deutlich gemacht, nicht mehr auf ihn zu setzen. Aber solange es keinen Wechsel zu vermelden hat, ist und bleibt er HSVer. Jetzt muss er ruhig bleiben und hoffen. Hoffen, dass sich im Winter noch etwas für ihn ergibt. Oder er beißt in den sauren Apfel, sich gegen alle Widerstände beim HSV doch durchzusetzen.

Fakt ist, dass der HSV neben Maximilian Beister morgen und Jonathan Tah zur neuen Saison noch einen dritten Zugang für die neue Serie hat. Und zwar einen, der mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat und die Position von Arslan haben will: Kerem Demirbay. Der Linksfuß gilt beim 1. FC Kaiserslautern bereits als unverzichtbar. Deshalb haben die dort verantwortlichen die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben, das Talent doch noch erwerben zu können.Fussball Bislang allerdings ohne Erfolg. Und ich hoffe, das bleibt auch dann so, wenn Demirbay der einzige Spieler im Winter bliebe, den der HSV noch zu Geld machen könnte. „Ich gehe klar davon aus, im Sommer wieder zum HSV zurückzukehren“, sagte Demirbay unmittelbar vor der Winterpause nach einem Gespräch mit HSV-Sportdirektor Peter Knäbel. Und fragt man beim HSV nach, glauben das auch hier alle. Oder besser gesagt: Knäbel und Co. planen mit Demirbay.

Im Gegensatz zu Jacques Zoua, der es bei Erciyesspor in der Türkei auf vier Treffer in 13 Spielen bringt und dort aufzublühen scheint. Sollten die Türken Interesse haben, würde der HSV den Kameruner zweifellos abgeben. Ebenso wie Lasse Sobiech, den man gern mal vergisst, wenn es um die Nennung der Innenverteidiger mit HSV-Vertrag geht. Aktuell ist der sympathische Blondschopf beim FC St. Pauli auf Leihbasis und zählt zum Stammpersonal. Sollte der Millerntorklub bereit sein, eine (kleine) Ablöse zahlen, würden Beiersdorfer und Co. auch den 23-Jährigen abgeben. Allerdings gab es bislang weder für den einen noch für den anderen eine offizielle Anfrage.

Das ist sowohl bei Tah als auch bei Demirbay anders. Wie bei Demirbay der FCK hatte Düsseldorf bei Tah auf eine Kaufoption gedrängt. Beiersdorfer verneinte standhaft und hat damit alles richtig gemacht. Denn beide Spieler zeigen, dass sie das Potenzial haben, in der Bundesliga zum Stammpersonal zu gehören. „Kerem hat alles, was man braucht, um in der Bundesliga Fuß zu fassen“, lobt FCK-Manager und Ex-HSV-Profi Markus Schupp, der im Trainingslager in der Türkei die Vertragsgespräche mit seinen Spielern aufnehmen will. Ob er dabei auch einen neuen Versuch startet, Demirbay vom HSV loszueisen? „Wir werden uns besprechen. Auch mit dem Spieler. Dann entscheiden wir.“ Nun denn. Ich kann nur hoffen, dass der HSV weiter standhaft bleibt und Demirbay ebenso wie Tah definitiv im Sommer zurückholt. Denn gerade Demirbay hatte im Sommer in der Vorbereitung bewiesen, dass er das Potenzial zum Stammspieler hat. Einzig atmosphärische Störungen zum Trainerteam Slomka/Stilz/Bajramovic führten im Sommer dazu, dass er gehen musste. „Ich habe damals leider nicht die Chance bekommen, die ich mir verdient hatte. Das war schade. Aber das ist Vergangenheit“, so Demirbay.

Die Zukunft des HSV beginnt morgen. Am Montagmorgen starten Zinnbauer Mannen (zusammen mit der U23) in der Alsterdorfer Sporthalle mit ihren Leistungstests. Nach einer Führung durchs neue (Übergangs-)Trainingszentrum folgt eine Ansprache von Zinnbauer an die Mannschaft, ehe es gegen zehn zu den Leistungstests geht. Dafür hatten alle Pulsuhren sowie ihren individuellen Trainingsplan mit in die Winterpause bekommen. Erst am Dienstag geht es dann wieder auf dem Platz an der Imtech-Arena zum Training. Und wenn man sich den Rest der Vorbereitung anguckt, ist das eine Testphase mit ordentlichen Gegnern. Im Trainingslager in Dubai (11. Bis 22. Januar) spielt der HSV am 15. Januar gegen Frankfurt, am 18. Januar gegen FK Astana, am 21. Januar gegen Manchester City sowie am 25. Januar zum letzten Test gegen Odense BK. Lars ist wie gesagt im Trainingslager dabei und wird Euch berichten, inwieweit Zinnbauer seinen Plan, nach der Defensive jetzt das Offensivspiel zu optimieren, umsetzen kann. Vor allem auch, wie sich die Neuen (der Neue?) machen. Zuletzt wurden viele Namen genannt – und es sind auch weiterhin viele Namen im Spiel. Auch der, den meine Bild-Kollegen nannten: Zdravko Kuzmanovic. Angesichts der Tatsache, dass eben jener Demirbay im Sommer zurückkehrt und Tolgay Arslan noch nicht weg ist, für mich etwas überraschend.

Steht beim HSV auf dem Zettel: Zdravko Kuzmanovic (hier noch im VfB-Dress), der derzeit bei Inter Mailand unter Vertrag steht

Steht beim HSV auf dem Zettel: Zdravko Kuzmanovic (hier noch im VfB-Dress), der derzeit bei Inter Mailand unter Vertrag steht

Ich glaube weiterhin, dass der HSV einen spielerisch starken Angreifer braucht. Jemanden, der mit Rudnevs und/oder Lasogga harmoniert. Und zwar besser als die beiden – was nicht allzu schwer fallen dürfte. Sollte sich Holtby letztlich auf links einspielen, Beister wieder fit werden und dazu noch ein spielstarker Angreifer geholt werden, hätte Zinnbauer wieder Möglichkeiten, die Offensive variabler zu gestalten. Und genau da will er hin. Nein, genau da muss er hin.

So, und nach dem letzten Tag Winterpause geht es morgen wieder in die Vollen. Endlich. Ich freue mich darauf.

Bis morgen,
Scholle

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