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Abschied von 2014 – nicht ohne Stefan de Vrij…

31. Dezember 2014

Es ist der 31. Dezember, das bedeutet Abschied nehmen. Abschied nehmen von einem sportlich enttäuschenden Jahr für den HSV. Und es bedeutet, Abschied zu nehmen von einem Jahr mit neuen Rekordzahlen in Sachen Matz-Ab-Blog. So viele Leser und insbesondere Zuschauer bei den Matz-ab-Live-Sendungen hatten wir noch nie. Wir bewerten die Zahlen zwar definitiv nicht über, aber sie sind für uns Mandat und Verpflichtung zugleich, diesen Blog in Zukunft nicht minder aufwändig zu betreiben. Danke dafür!

Auch für mich heißt es heute, Abschied zu nehmen. Allerdings nur vom Jahr 2014 und nicht in der Form, wie es gestern ein anonymer Blogger hier versuchte, als Fakt zu posten. Der-/diejenige schrieb gestern, ich würde heute bekanntgeben, dass ich ab dem 2. Januar einen neuen Arbeitgeber hätte und hier aufhöre. Und – für die einen klingt das wahrscheinlich wie eine Drohung, für die anderen vielleicht eher positiv: Dem ist NICHT so. Ich werde weiterhin mit viel Freude an dieser Stelle meine Blogs verfassen, mich über Eure Kommentare freuen und ärgern, mich mit Blogger-Meinungen auseinandersetzen, mich über den HSV ärgern und freuen sowie in den Sendungen live diskutieren. Kurzum: Ich werde (wie Lars und Dieter sowieso) weiterhin alles geben, damit Ihr immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge bleibt. Nur eines werde ich nicht mehr: Ich werde mich nicht mehr rechtfertigen, wenn irgendeine Eintagsfliege irgendwas behauptet. Das ist dieses mal eine Ausnahme. Weil ich es selbst versprochen hatte.  Leider.

Und es ist schon lange her, dass ich über den niederländischen Nationalspieler Stefan de Vrij schreib. Genau genommen schrieb ich damals am 8. Juli:

Der niederländsiche Nationalspieler entschied sich gegen einen Wechsel zum  HSV und für Lazio Rom.

Stefan de Vrij entschied sich gegen den HSV und für Lazio Rom.

In Hamburg traf sich der HSV-Boss am Wochenende mit Huub Stevens’ Sohn Maikel, der auch mal für den HSV gearbeitet hat und zu dem Beiersdorfer ebenso wie zum Vater ein exzellentes Verhältnis pflegt. Dabei soll es, so habe ich es jetzt gehört, um den niederländischen Nationalspieler Stefan de Vrij gegangen sein, den Spielerberater Maikel Stevens vertritt. Der 22-Jährige passt voll in das von Slomka, Kreuzer und Beiersdorfer vor zwei Wochen erstellte Anforderungsprofil: Er ist mit 22 Jahren noch jung, er ist als Nationalspieler aber erfahren. Er ist 1,89 Meter groß, kopfball- und zweikampfstark, schnell – und er wäre damit sicher ein Führungsspieler beim HSV. Problem ist, dass der Niederländer einen Marktwert von für den HSV ohne Kühne unrealistischen sechs Millionen Euro hat. Das Gute ist, sein Vertrag beim holländischen Erstligisten Feyenorord Rotterdam läuft in einem Jahr aus.

Und daran ist tatsächlich nicht ein Wort falsch. In dem hier reingestellten Video bestätigt das Dietmar Beiersdorfer, der damals federführend sportlich Verantwortliche (Knäbel war noch nicht im Amt). Er bestätigt den Kontakt zu de-Vrij-Berater Maikel Stevens und auch das ernsthafte Interesse an dem Abwehrspieler de Vrij. Ich habe ihm damals vor Zeugen (Mediendirektor Jörn Wolf und Lars Pegelow, der das Video drehte, waren auch dabei) noch mal den Text vom 8. Juli in ungekürzter Schriftform vorgelegt und ihn gefragt, ob er in der besagten Textpassage irgendetwas findet, was nicht der Wahrheit entspricht.

 

Dietmar Beiersdorfer kurze, eindeutige Antwort: “Nein.”

 

 

Und dafür muss ich Dietmar Beiersdorfer, der in diesem (und vor allem dem heutigen) Blog mitliest, ausdrücklich danken! Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass ein Vorstandsboss des HSV so ein Interna öffentlich bestätigt. Ich behaupte sogar, dass das ansonsten kein Vorstandsboss irgendeines Bundesligaklubs machen würde. Schon gar nicht als Zeuge. Warum auch? Andere Journalisten interessiert es gar nicht, ob anonym im Netz irgendwer irgendwas über sie behauptet. Sich wehren kann man eh kaum. Ich schere mich normal auch nicht darum, wenn andere Blogger nimmermüde ihre Lügen verbreiten. Nur dieses eine Mal konnte ich nicht aus meiner Haut. Wieder: Leider. Wobei, so rechtfertige ich das für mich, in der Form wurde bislang auch noch kein mir bekannter Kollege (von ernstgenommenen Bloggern) verleumdet.

 

Wollte den Niederländer Stefan de Vrij im Sommer 2014 nach Hamburg lotsen: HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer

Wollte den Niederländer Stefan de Vrij im Sommer 2014 nach Hamburg lotsen: HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfe

Dieser Fall gestaltete sich auch sonst in einigen Punkten anders. Diesmal hatte ich nach genau genommen zwei Verteidigern gefragt. Neben de Vrij, der mir offiziell bestätigt wurde, hatte ich damals nach Wollscheid gefragt, der mir gegenüber aber deutlich dementiert wurde. Nach meinen Nachfragen wurde ich von HSV-Seite gebeten, den Namen de Vrij noch möglichst klein zu halten, da die eh nicht besonders große Chance, den Nationalspieler nach Hamburg zu bekommen, noch kleiner würde, wenn ich die Geschichte nicht – wie geschehen – im Konjunktiv sondern als Fakt aufgeschrieben hätte. So war es handwerklich alles sauber.

Als dann aber am 13. Juli, dem WM- Finaltag, plötzlich der Blogger „Denyo Kindvall“ die besagte Lüge über mich und diese Story so verbreitete, dass sie sogar im bundesweit millionenfach beachteten „BILD-Blog“ auftauchte und via social media weiterverbreitet wurde, sah ich Handlungsbedarf. Leider.

Denn heute weiß ich, dass ich es damals schlichtweg hätte ignorieren müssen. Ich hatte meine Wut damals aber nicht ausreichend unter Kontrolle. Ich rief umgehend bei Beiersdorfer an und bat ihn, mir die Zitate offiziell zu geben, damit ich mich diesem Vorwurf maximal glaubwürdig entledigen kann. Beiersdorfer sagte zu – allerdings unter der Prämisse, dies erst dann machen zu können, wenn der de-Vrij-Wechsel (wohin auch immer) feststeht. So kam es letztlich zu dieser Ausnahme, die mich zu 100 Prozent entlastet. Und die ist jetzt da. Verspätet.

Apropos: Dass aber ein Teil der Glaubwürdigkeit auf dem Weg bliebe, weil ich länger als angekündigt gebraucht habe, halte ich für widersinnig. Zumindest habe ich in meinem Jura-Studium seinerzeit etwas anderes gelernt. Gibt es Beweise für einen Freispruch, gilt dieser. Wann auch immer. Im schnellen Verfahren ebenso wie in einem über Jahre geführten Verfahren. In beiden Fällen sogar uneingeschränkt. Ergo: Kritik nehme ich natürlich als berechtigt an – eine (Teil-)Verurteilung jedoch nicht.

Und so schön es (vor allem aus sportlicher Sicht für den HSV) gewesen wäre, wenn der Niederländer letztlich hier gelandet wäre, de Vrij ging bekanntermaßen zu Lazio Rom. In dem hier reingestellten Videointerview, das ich so im September nach etlichen Anläufen führen konnte, bestätigt Beiersdorfer sowohl das offizielle Interesse an de Vrij als auch die Kontaktaufnahme diesbezüglich mit Maikel Stevens. Er nennt sogar den entscheidenden Grund („Finanziell out of reach“), weshalb der Defensivmann letztlich bei Lazio und nicht in Hamburg landete.

 

 

Und Beiersdorfers Bestätigungen sind mehr als ausreichend. Glaubwürdiger als er, der die Kontaktaufnahme tätigte und die Verhandlungen führte, kann keiner sein. Das hätte ich im September so reinstellen können. Dennoch wollte ich mehr.

Schon wieder: Leider.

Denn das war der Faktor, der letztlich die große Verzögerung bis heute nach sich zog. Ich wollte auch Maikel Stevens’ Aussagen dazu bekommen und mit Beiersdorfer ein längeres Gespräch mit mehreren Themen und der klaren Stellungnahme zu de Vrij führen. Erst das Einschreiten meiner Blogkollegen hielt mich davon ab. Sie rieten mir, das Video in den Blog zu stellen und das Thema damit endgültig abzuhaken. Aber ich wollte diesen Blogger ausfindig machen und habe alle mir zur Verfügung stehenden Mittel bemüht. Das allerdings gestaltete sich entgegen erster, deutlich optimistischerer Ansagen unserer IT-Fachleute so schwer, dass es am Ende nicht mehr sicherzustellen war und ist. Zum letzten Mal heute: LEIDER.

Aber das perfideste an dieser Geschichte war für mich, dass selbst die, die hier immer wieder eine Klarstellung von mir eingefordert haben, nicht bereit waren, mir den Verfasser „Denyo Kindvall“ mit natürlichem Namen zu benennen. Obwohl wenigstens eine Bloggerin (zumindest war der Blogger-Name weiblich) behauptete, ihn zu kennen, ließ sie meine Nachfragen unbeantwortet – während sie sich nicht zu schade wahr, zeitgleich gegen mich zu hetzen und die Aufklärung einzufordern..

Nun gut, dass sich der Verleumder selbst nicht meldet, war mir eigentlich von Beginn an klar. Nachdem ich klargemacht hatte, gegen diesen Blogger vorgehen zu wollen, ist er weder hier noch irgendwo sonst wieder aufgetaucht. Klar, dass er nicht die Traute hatte, sich bei mir zu melden, um die Sache friedlich aus der Welt zu schaffen. Er hat seinen viel zitierten Beitrag (http://hypocomm.blogspot.de/2014/07/stefan-de-vrij-zum-hsv-oder-so.html?m=1) sogar umgehend gelöscht, nachdem ich mit Konsequenzen für diese Art der Verleumdung gedroht hatte. Dieser „Denyo Kindvall“ ist nichts anderes, als ein Wichtigtuer, der einen Tag für Schlagzeilen sorgen wollte und dann Angst bekam, als er überhaupt erst die Folgen dessen erahnen konnte. Aber, das muss ich zugeben: Sein größter Erfolg liegt darin, dass ich darauf eingegangen bin…

Nun gut, so funktioniert das Netz leider auch. Möchtegern-Aufklärer und Couch-Blogger ohne Zugang zum HSV feiern einen anonymen Lügner ohne auch nur den Hauch eines Beweises für dessen Aussagen. Auch hier. Sie setzen Behauptungen unreflektiert in die Welt, wie sie abstruser nicht sein können. Und der größte Teil von Ihnen wird nicht einmal jetzt den Schneid geschweige denn den Anstand und/oder das Ehrgefühl haben und sich für ihre Vorverurteilung und Verbreitung der widerlegten Lüge entschuldigen.

UND: Ich persönlich brauche sie von diesen Bloggern ebenso wenig wie diese Blogger selbst. Wer mir in der Sache de Vrij trotz Beiersdorfers klarer Aussagen nicht glauben will, den lade ich nur allzu sehr von Herzen dazu ein, diesen Blog zu meiden. Denn der- oder diejenige will definitiv nicht die Wahrheit lesen, schreiben oder hören – dieser Person geht es lediglich darum, Ärger zu machen.

Dennoch, und so will ich das Jahr 2014 blogtechnisch dann auch beenden: Ich entschuldige mich noch mal für die Verzögerung und vor allem für meine übereilige Ankündigung, alles mit Ende der Transferperiode aufzuklären. Das war so gar nicht zu halten, da es nicht alles allein in meiner Macht lag. Ich hoffe aber auch, dass dieses Beispiel Warnung genug ist, wie schnell man in Verruf gerät, ohne sich sofort wehren zu können. Denn gerade in meinem Beruf ist es wichtig, Quellen zu haben, die glaubwürdig sind und die mir vertrauen. Dazu gehört natürlich, dass diese Quellen von mir niemals preisgegeben werden.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann mit dem ersten Blog im Jahr 2015 – in dem „Jahr des neuen HSV“. Hoffentlich.

Euch allen bis dahin einen feierlichen Übergang. Rutscht gut rein, bleibt dem HSV weiter gewogen, unterstützt ihn so enthusiastisch und leidenschaftlich wie immer, freut und leidet hier im Blog mit uns – aber vor allem: bleibt gesund. Alle. Auch die, die mir vielleicht nicht (mehr) glauben.

Euch allen nur das Beste,
Scholle

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