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Die Lage nach der Niederlage in Augsburg

30. November 2014

„Wir sind wieder ein Stück weitergekommen, auch wenn die Ergebnisse nicht passen. Aber die werden irgendwann kommen, da bin ich mir ganz sicher.“ Hat HSV-Trainer Joe Zinnbauer abends bei seinem zweiten Auftritt im ZDF-Sportstudio gesagt. Eine mutige Aussage, denn zu Buche stand und steht ja immerhin die 1:3-Niederlage in Augsburg. Im April 2013 gab es letztmalig in der Bundesliga zwei Siege in Folge, gegen Mainz und Düsseldorf. Seit dieser Zeit tritt der HSV kräftig auf der Stelle. „Ich kann mich selber nicht mehr hören, immer die gleiche Scheiße zu erzählen“, sagte Kapitän Rafael van der Vaart nach dem 13. Spiel dieser Saison. Der HSV hat bislang 27 Spieler eingesetzt, aber, das ist das große Dilemma, er hat immer noch keine Elf gefunden.

 


 

Immerhin hat mit Ronny Marcos, der von allen Spielern, die auf dem Augsburger Rasen standen, die meisten Kilometer abriss (über 13!), einmal mehr ein Talent aus der U23 sein Debüt gegeben. Nach Matti Steinmann, Ashton Götz, Mohamed Gouaida und Tolcay Cigerci bereits der fünfte Mann aus dem Nachwuchs – in meinen Augen der richtige Weg. Auch wenn dieser noch sehr, sehr steinig und mühsam wird. Aber ganz wichtig dabei: Zweifel, ob Joe Zinnbauer der richtige Trainer für den HSV sei, wischte Profi-Direktor Peter Knäbel heute kurz und schmerzlos vom Tisch: „Ich zweifle grundsätzlich nicht, wir bereiten uns auf das nächste Spiel genauso beharrlich vor wie auf das letzte Spiel.“ Sehr gut. Trotz der Tatsache, dass es unter Joe Zinnbauer in zehn Bundesliga-Spielen erst drei Siege gab. Alle wussten, dass diese HSV-Genesung nicht über Nacht funktionieren würde.

 

Bitter nur, dass jetzt Heiko Westermann ausfallen wird. Für „HW4“ ist die Hinrunde gelaufen, er zog sich in Augsburg in der 31. Minute eine schwerere Knie-Verletzung zu. Diagnose: Innenbandanriss im linken Knie. „Mit Heiko verlieren wir unseren stabilsten Spieler“, sagte Knäbel mit betretener Miene. Es gibt, leider, leider, etliche HSV-Fans, die das ganz anders sehen. Aber jedem seine Meinung, keine Frage – ich schließe mich deshalb Peter Knäbel an. Vorbehaltlos.

 

Obwohl es, da beißt die Maus keinen Faden ab, an allen Ecken und Enden kneift. Der HSV, das ist klar, sucht seine Formation, sucht noch nach dem Weg, dort unten raus zu kommen – und er probiert, experimentiert. Dazu gehören die jungen Leute aus der U23. Natürlich. Zinnbauer hatte es bei seinem Amtsantritt am 17. September gesagt, dass er „seinen“ Leuten die Chance geben wird – wenn die arrivierten Profis nicht so funktionieren, wie er es sich vorstellt und wünscht. Von der Club-Führung hat Joe Zinnbauer die Unterstützung – ganz offenbar. Peter Knäbel sagte heute: „Jeder Spieler kann jeden Tag seine Qualität und seine Bedeutung für den HSV beweisen. Am sinnvollsten macht er das, indem er die entsprechenden Zahlen liefert. Das heißt: Duelle gewinnen, Torschüsse nicht nur auf das Tor, sondern ins Tor, und indem er dabei ist, wenn der HSV gewinnt.“
Das ging wohl in erster Linie an Holtby und Lasogga. Die – etwas überraschend (?) – draußen blieben. Knäbel sagt generell: „Die Spieler, die von Joe Zinnbauer jetzt mal durchrotiert worden sind, haben die Entscheidung akzeptiert. Das ist eine Grundlage des Profi-Geschäfts. Kein Spieler hat bei einem solchen großen Kader eine Garantie, dass er spielt. Gegen Augsburg hat Joe Zinnbauer versucht, mehr Geschwindigkeit nach vorne rein zu bringen, das hat sich in den ersten 15 Minuten gerechnet, vom Resultat zur Halbzeit her war das auch in Ordnung.“

Trotz allem sollten sich die Herren Profis, die nun auf der Bank oder sogar nur zu Hause saßen, einmal hinterfragen, was sie besser machen könnten. Artjoms Rudnevs hat auf eine mehrfache Nichtberücksichtigung die richtige Antwort gegeben, jetzt sind die anderen „Jungs“ gefragt. Dazu gehören auch Zoltan Stieber, Ivo Ilicevic und Gojko Kacar – neben Holtby, Arslan und Lasogga.

 
Wobei die erste Halbzeit des HSV gut war. Dabei bleibe ich. Es war vielleicht die beste Halbzeit, die der HSV in dieser Saison gespielt hat. Vielleicht, darüber könnte man streiten. Dass es dann doch keinen Sieg gab, das lag wohl auch am schnellen 1:1 in der 49. Minute. Matthias Ostrzolek rutschte, als er zu spät gegen Djurdjc kam, in den Mann – Freistoß. Das war schon dumm. Dann segelte dieser Freistoß in den Fünfer, wo alle HSV-Spieler – nebst Johan Dhourou und Cleber) abtauchten. Einige Experten forderten rückblickend, dass Jarolsav Drobny hätte die Linie verlassen müssen, aber wie soll das gehen, wenn so viele Leute unmittelbar vor ihm stehen? Geht er raus und berührt einer der Vorderleute die Kugel, dann sieht er erst recht alt aus. Es war meiner Meinung nach ein Fehler, dass die HSV-Defensive so weit hinten stand, und es war natürlich falsch, sich nur abzuducken statt hoch zu springen. Und ich behaupte mal, wie wohl auch Knäbel: Mit Westermann da hinten drin wäre das nicht passiert.

 

Bei Tor Nummer zwei sahen die Youngster Ashton Götz und vor allem Mohamed Gouaida nicht gut aus, aber auch die Innenverteidiger nicht. Hätten sie besser gestanden, hätte der letzte Mann dieser Kette, nämlich der Augsburger Bobadilla, nicht an den Ball kommen können. Und über Tor Nummer drei müssen wir nicht diskutieren – das war ein Witz-Elfmeter. Obwohl ich die ganze Nacht nicht darüber lachen konnte, und auch heute nicht. Heute morgen war ich beim Oberliga-Spiel Paloma gegen Germania Schnelsen (2:1), ich haben niemanden gefunden, der das sagte, was offenbar der „Ober-Guru“ Dr. Markus Merk sagte: „Das war ein klarer Elfmeter.“ Soll, ich wiederhole, soll Merk gesagt haben – ich habe es nicht gehört. Und wenn er es tatsächlich gesagt hat, dann kommen mir nur noch mehr Zweifel an dieser ganzen Schiedsrichterei. Wobei ich weiß, dass Merk bei seinen ehemaligen Kollegen ohnehin schon seit geraumer Zeit unten ist, weil er als „Ober-Ober-Schiedsrichter“ immer alles besser weiß (auf Sky), als die Kollegen, die auf dem Rasen stehen. Und da muss man eben mal sagen: „Das war ein klarer Elfmeter.“

 

Das war es natürlich nicht. Und ich finde es bitter, wenn man dann sagt: „Daran lag es nicht, dann hätte der HSV eben nur 1:2 verloren.“ Jeder Fußballer weiß aber doch, dass ein 1:2 schneller zu egalisieren ist, als ein 1:3. Und gerade die HSV-Spieler wissen es am besten. Bei 1:2 hätte doch noch die Chance bestanden, dass sich der gegnerische Torwart die Kugel wieder selbst in die Kiste schmeißt . . . Weil ein zweites HSV-Tor in einem Spiel? Das wäre ja ohnehin die Krönung der Auslese. Und man will ja auch gar nicht zu viel auf einmal verlangen.

 

Unabhängig von diesem Skandal-Elfmeter, den dieser Herr Doktor sich da zurechtpfiff, hat der HSV natürlich auch in Halbzeit zwei schlechter gespielt. Weil dieses 1:1 zu schnell kam. Mittelfeldspieler Valon Behrami fand deshalb in Augsburg mahnende und vor allem offene, ehrliche Worte nach dieser Niederlage: „Nach dem 1:1 in der zweiten Halbzeit war es wie immer, wir schalten ab, und zwar komplett, es passiert nichts mehr. Das ist die Verantwortung der älteren Spieler. Spieler wie ich, Rafael van der Vaart und Johan Djourou. Aber wir haben nichts gemacht, das ist unser Fehler. Das ist eine Frage des Charakters, das ist sicher. Das liegt an der Professionalität, aber die kann man nicht kaufen. Entweder hat man das, oder man hat es nicht.“

Über die Zufriedenheit, über die ja kürzlich auch Sport-Direktor Bernhard Peters gesprochen hatte, sagte Behrami: „Wenn man denkt, man hat etwas erreicht, wenn man zwölf Punkte nach zwölf Spielen hat, dann liegt man damit total falsch – wir haben nichts erreicht.“
Und zur aktuellen personellen Situation befand der Schweizer: „Die jungen Spieler kommen mit Spaß und Freude zu uns. Aber uns können auch die erfahrenen Spieler helfen. Die hatten wir heute auf der Bank, die haben Qualität, das sind wichtige Spieler für uns, wie Holtby, Lasogga und auch Arslan. Die jungen Spieler sind gut für die Konkurrenz, so muss jeder mehr machen im Training und im Spiel. Aber wir brauchen die Qualität dieser Spieler, obwohl es natürlich auch klar ist, dass das die Entscheidung des Trainers ist.“

 

Zur Lage mit den jungen Leuten fällt mir dabei noch ein Name ein, den ich an diesem Wochenende in der ARD-Sportschau vernahm. Beim Spiel Werder gegen Paderborn (4:0) spielte der 22.jährige Janek Sternberg von beginn an mit, und er spielte nicht nur mit, er gehörte mit zu den besten Bremern. Und Sternberg war ja auch mal einer, der die Raute auf der Brust trug. Auch hin und wieder bei den Profis. So kann es gehen.

 
Apropos junge Leute: Matti Steinmann, diesmal unser Mann bei „Matz ab live“, (neben seinem Teamkollegen Ahmet Arslan – nochmals vielen Dank), sah ja vor einer Woche beim Spiel in Norderstedt die Gelb-Rote Karte. Er ließ sich deshalb schnell am Meniskus operieren, versäumt daher wohl kein einziges Spiel, denn nun geht es in die Winterpause. Und danach ist Matti wieder fit. Ein “älterer Herr” dagegen wird wohl nicht so schnell fit: Rene Adler. Weil die Rückenprobleme des Nationaltorhüters (a.D.) nicht besser werden, fliegt Adler morgen nach München, um sich dort von Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen zu lassen.
Unterdessen deutete Peter Knäbel an, dass der HSV den Vertrag mit Jaroslav Drobny demnächst verlängern wird. Gut so.

 

Ja, und dann ist inzwischen klar (und wohl auch bekannt), dass Carl-Edgar Jarchow als Präsident des HSV vom Mai an nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Für mich war das schon seit längerer Zeit klar, deswegen habe ich das nicht mehr als das ganz große Thema angesehen. Dass ich seinen Schritt durchaus bedauere, das will ich gerne bekennen, obwohl ich dafür natürlich von vielen Freunde um die Ohren bekomme. Ist egal. Jedem seine Meinung, ich schrieb es bereits. Und Jarchow hat vor allem den einen Fehler gemacht (zum Wohle des HSV), indem er nicht ausplauderte, was er für einen tollen Verein bei Amtsantritt vorgefunden hat. Dabei möchte ich es belassen, das allein wird wieder genügend Öl ins Feuer gießen – das wird für mehrere Tage reichen.

 

Ein erfreulicheres Thema ist das neue Uwe-Seeler-Buch, das unser geschätzter Abendblatt-Kollege Jens Meyer-Odewald geschrieben hat, das nun auch rechtzeitig zum Weihnachtsfest erschienen ist. Es ist ja auch in der rechten Spalte neben dem Matz-ab-Bericht zu sehen. Und ich habe es im neuesten Matz-ab-live auch entsprechend angepriesen. Dazu habe ich nun auch ein weihnachtliches Gewinnspiel vorbereitet. Drei Bücher „Uns Uwe – ein Hamburger mit Herz“ werde ich verlosen. Drei Bücher, von Uwe Seeler (so hoffe ich – ich bemühe mich) für den Gewinner namentlich signiert, und die ich von den ehemaligen Meisterspielern von 1960 auch unterschreiben lassen werde, gehen noch vor dem Fest an die Gewinner.

 

Die Frage, die ich stelle und die zu beantworten wäre, ist ganz einfach:

Für welchen Verein ist Uwe Seeler – neben dem HSV – noch auf Punktejagd gegangen?

Es können die Antworten (bis zum nächsten Sonntag) bei „Matz ab“ im Internet (per Email an: blog*at*matz-online.net) abgegeben werden, oder per Post:

Dieter Matz
Sportredaktion Hamburger Abendblatt
Axel-Springer-Platz 1
20355 Hamburg

 

Dann noch schnell dies und das:

Manfred aus Lünen schrieb mir kürzlich (und er trug es auch beim Matz-ab-Treffen persönlich vor!):

 

Dieter, ich möchte noch einmal an unser Gespräch wegen der Weitergabe der Mail-Adressen erinnern. Über das Abendblatt kann man bei Angabe der Postleitzahl erkennen, wie viele HSV-Mitglieder im Ort wohnen (bei uns sind es drei Mitglieder).
Die Anregung kam von Erhard W. (HSV57) aus Ölbronn, wir möchten so vielleicht Fahrgemeinschaften zu den Spielen zu organisieren.

Bitte rege es doch einmal im Blog an, der eine oder andere Matz-abber wird es lesen und sich die Adressen von den Mods geben lassen.

 

Dann gab es kürzlich schon ein Gewinnspiel bei uns, und da kam ein Gewinner aus Hille. Ich wusste nicht, wo dieses Hille liegt (ich kannte früher nur das BU-Brüderpaar Hansi und Fredy Hille) – aber der Matz-abber schrieb mir und klärte mich auf:

 

Hallo Herr Matz,
habe mich sehr über den Gewinn des Heftes von Oliver Wurm aus Ihrem Quiz gefreut. Ich will Ihnen gerne erklären wo Hille liegt.
Hille liegt etwa 20 km entfernt von Minden (Melitta Werke – GWD Minden) in Ostwestfalen.
Hille ist eine Handball-Hochburg und lieferte schon mehrere Nationalspieler.
Es seien nur drei Namen genannt:
Jimmy Waltke (erzielte bei der WM 1978 im Endspiel gegen die UDSSR in 193 Sekunden 3 entscheidene Tore vom 14:12 bis zum 16:12. Deutschland wurde bekanntlich mit 20:19 Weltmeister.

Rainer Niemeyer (Torwart) wurde ebenfalls 1978 Weltmeister.
Sein Sohn Arne Niemeyer spielte in der Saison 2008/2009 für den HSV Hamburg und spielt heute bei GWD Minden.

Frank von Behren, 167 Länderspiele für Deutschland
Vize-Europameister 2002 und Silbermedaille bei Olympia 2004.

Sie sehen, dass sich unser Dorf Hille nicht zu verstecken braucht.

Mit freundlichen Grüßen aus Hille, Helmut F.

 

Dann möchte ich schnell noch auf eine interessante Geschichte hinweisen. Im WDR und im NDR Fernsehen läuft heute wieder „Dittsche“ – sehenswert. Und um 23.35 Uhr geht es im NDR-Fernsehen um Fußball. Der Bericht heißt:

 

Flucht aus der Kurve

 

Die Entfremdung zwischen der Vereinsführung und einem Teil der Fans – in der Bundesliga keine Seltenheit mehr. Beim Hamburger SV sind etliche Anhänger ausgestiegen, nachdem im Sommer die Profiabteilung in eine AG ausgegliedert wurde. In Hannover besuchen Ultras und andere Gruppierungen seit Beginn dieser Saison die 96-Spiele nicht mehr, weil der Club in der vergangenen Spielzeit die Busanreise zum Derby nach Braunschweig angeordnet hatte. Nur wer im organisierten Konvoi mitfuhr, bekam seine Eintrittskarte. Die Situation ist verfahren, eine Lösung der Konflikte nicht in Sicht – dabei leidet die Stimmung im Stadion spürbar.
„Wir sind offen, mehr kann ich nicht anbieten. Wir sind da, wir laufen nicht weg“, sagte 96-Boss Martin Kind bei den Dreharbeiten zur „Sportclub Reportage“. Das sehen die Fanvertreter anders: „Herr Kind sagt immer so schön: Dialog ist keine Einbahnstraße. Doch er will sagen, wie es läuft und nicht.“ Sie fordern, dass sich Kind „dafür entschuldigt, dass den Auswärtsdauerkarteninhabern die Karten vorenthalten wurden“. Für den Unternehmer kommt das nicht in Frage: „Warum sollten wir uns entschuldigen? Bei allem Verständnis für Dinge, aber eine Entschuldigung ist nicht nötig.“
In Hamburg haben einige Fans im Juli einen neuen Verein gegründet, den HFC Falke, der mittlerweile 350 Mitglieder zählt. Mit dem HSV haben sie abgeschlossen: „Ich vergleiche mich manchmal mit einem Alkoholiker“, sagt Ex-Vorstandsmitglied Christian Reichert: „Ich bin auf Entzug, habe aber einen Vorteil: Meine Rückfallgefahr ist gering. Denn was ich am HSV geliebt habe, gibt es nicht mehr.“
HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer würde die Aussteiger allerdings gerne zurückgewinnen: „Ich verstehe den HSV, den ich 1986 als Spieler kennengelernt habe, immer noch als den HSV wie er hier und heute ist, auch wenn es mit der AG und dem e.V. verschiedene Rechtsformen gibt.“ Auch Kind fehlt etwas: „Dieser harte Kern der Fans ist wichtig, weil sie f ür die Stimmung stehen und weil sie eine unglaubliche Loyalität zum Fußball, zu ihrer Marke haben“, sagt der 96- Präsident. Die Reaktion eines Fanvertreters ist indes bezeichnend und verdeutlicht die tiefe Kluft: „Loyalität zu einer Marke? Ich bin doch nicht Fan einer Marke, ich bin Fan eines Vereins!“

 
PS: An diesem Montag haben die Profis trainingsfrei.
 

So, das war es heute wieder mal in etwas längerer Form, ich wünsche trotz allem noch einen schönen ersten (Rest-)Advent. Und morgen einen großartigen Start und eine tolle und erfolgreiche Woche,

Dieter

 
18.28 Uhr

Tag sechs ohne Sportchef: Kreuzer-Verhandlungen auf Sonnabend vertagt

28. Mai 2013

Die Sportchefsuche zieht sich. Nicht, weil täglich neue Kandidaten verhandelt werden, sondern vielmehr, weil sich der Karlsruher SC noch schwer tut, seinen Sportchef Oliver Kreuzer ziehen zu lassen. Noch immer steht das HSV-Angebot: 100000 Euro Ablösesumme, ein Freundschaftsspiel zuzüglich etwaiger Erfolgsprämien. Wobei mich allein letzteres schon ein wenig schmunzeln lässt. Aber egal, das Angebot hat auch beim KSC gleichbleibendes Interesse hervorgerufen: nämlich gar keins. Und deshalb ruhen die Verhandlungen.

Ein Grund, weshalb ich mich heute aus Prinzip der Berichterstattung in der Causa Kreuzer entziehen wollte. Aber irgendwie geht das nicht. Dafür ist die Position dann doch zu wichtig. Selbst die HSV-Nationalspieler in den USA beschäftigt das Thema, sie üben Kritik an der Sportchefsuche in ihrem Verein. Verteidiger Dennis Aogo sagte NDR Info: „Die wichtige Phase ist ein halbes Jahr vor der Transferperiode. Jetzt sind alle Vereine aktiv. Man muss das schon wesentlich früher machen. Das haben wir nun verpennt.“ Sein Teamkollege Marcel Jansen reagierte auf das Hin und Her in Sachen Sportchefsuche mit Sarkasmus: „Das kann mich nicht mehr frustrieren. Ich bin das schon gewohnt.“ Nationaltorwart René Adler hofft auf eine schnelle Lösung: „Das ist natürlich blöd für die Spieler. Gerade der Transfer oder Verbleib von Son steht jetzt noch an. Das ist für alle nicht optimal.“

Stimmt. Und die Aufsichtsräte merken, dass ihnen steife Brisen entgegenwehen. Für Sonntag sind schon etliche Aufrufe gestartet. Insbesondere Manfred Ertel soll auf der Mitgliederversammlung am Sonntag mit Kritik an seiner Arbeit und der Hoeneß/JVA-Entgleisung nicht verschont werden. Im Gegenteil. Es bahnt sich mal wieder eine Versammlung an, die deutlich machen wird, wie wenig momentan in diesem Verein stimmt. Zumindest strukturell kann man das sagen – denn dazu ist auch die Besetzung des Sportchefpostens zu zählen.

Dieser Verein ist aufgebläht in allen Bereichen. Angefangen bei den Aufsichtsräten, die eine zu gewichtige Rolle einnehmen. „Bei uns hören sie ein, vielleicht zwei- und maximal dreimal im Jahr etwas vom Aufsichtsrat“, hatte mir Uli Hoeneß vor einem Jahr in einem Interview gesagt, „und das ist, wenn Verträge abgesegnet und Budgetplanungen abgenommen werden. Ansonsten überlässt man uns das operative Geschäft, weil man uns vertraut.“ Und der Erfolg gibt den Bayern seit Jahrzehnten Recht. Wobei erschwerend hinzukommt, dass der FC Bayern München den Luxus genießen kann, im Aufsichtsrat honorige Vorstände größter deutscher Unternehmen wie adidas, VW, Telekom, Burda und Audi sitzen zu haben, die parallel dafür sorgen, das Geld durch ihre Unternehmen dem Verein zufließen. In München hilft der Aufsichtsrat mit seinem Einfluß auf die deutsche Wirtschaft – in Hamburg nimmt die Wirtschaft Einfluss auf den HSV. Und das ist wenig hilfreich.

Aber das ist alles nicht neu. Auch nicht die Problematik, im Sommer, in der finalen Phase der Kaderplanung, plötzlich führungslos zu sein. Ok, besser formuliert: an entscheidender Stelle unbesetzt. Und das wird auch noch dauern. Da KSC-Präsident Ingo Wellenreuther weiterhin im Türkei-Urlaub weilt übernahm sein Vize Günter Pilarsky die Geschäfte und teilte dem HSV mit, am Rande des DFB-Pokalendspiels ein Treffen arrangieren zu wollen. Bis dahin solle sich – was auch totaler Quatsch ist, weil unrealistisch – KSC-Manager Kreuzer einzig um die Badener kümmern. Ein sicher nicht ernst gemeinter Vorschlag sondern vielmehr der Versuch, dem HSV seine Macht zu verdeutlichen. Und unmittelbar bevor ich diesen Blog online stellen konnte, kam dazu folgende „SportBild“-Agentur:

„Herr Jarchow ist zwar formal nicht zuständig, hatte aber trotzdem das Bedürfnis mal mit mir zu sprechen“, sagt Wellenreuther, der zuvor stets mit dem eigentlich zuständigen HSV-Aufsichtsrat gesprochen hatte. „Herr Jarchow befürwortet Verhandlungen am Verhandlungstisch. Ein Treffen dafür ist nun für kommenden Samstag an einem neutralen Ort avisiert. Eine Bestätigung durch den Aufsichtsrat des HSV habe ich dafür aber noch nicht.“

Ob Jarchow dafür von seinen direkten Vorgesetzten ein Mandat erhalten hatte? Jarchow selbst war nicht zu erreichen. Und obgleich der erste Impuls fast natürlich war, dass sich dort neuer Ärger zwischen dem Vorstandsboss und dem AR anbahnt, scheint eine andere Variante logischer: Jarchow selbst ist momentan der sportlich entscheidende Verhandlungspartner. Sollte als Ablösesumme für Kreuzer auch ein Leihspieler vorgeschlagen werden, wäre es seine Entscheidung, zu sagen, wer das ist. Und ob es gemacht wird.

Und ein wenig später gab es dann auch Entwarnung. Der Vorgang war abgestimmt. Denn auch der Aufsichtsrat ist sich einig, dass alles andere als eine schnelle Einigung noch viel schlimmer wäre als Missachtungen interner Protokolle. Denn schon jetzt verlieren beide Klubs. Besser gesagt: Sie haben schon verloren. Kreuzer ist beim KSC nicht mehr tragbar. Und der HSV kann die verloren gegangene Zeit für wichtige Transfers nicht mehr zurückholen. Und das in der Saison, für die sowohl Trainer Thorsten Fink als auch Klubboss Carl Jarchow zuletzt einen internationalen Tabellenplatz als realistisches Ziel ausgegeben hatten. Sollte dieses Ziel verpasst werden, hätten alle Beteiligten schon wieder ein dankbares, definitiv auch gültiges Alibi: den Aufsichtsrat. Allein das würde mich als Kontrolleur schon ankotzen. Schon wieder steht uns ein Jahr bevor, in dem keiner der Verantwortlichen, weder das Trainerteam und noch weniger der Sportchef, wirklich an einem Ziel gemessen werden kann.

Am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung sollten sich die Mitglieder dennoch erst einmal Gedanken darüber machen, inwieweit ein reines Aufsichtsrats-Bashing weiterhilft. Denn, und das habe ich schon häufiger gesagt, das Problem ist, dass die Mitglieder einen solchen Aufsichtsrat quasi selbst ins Leben gerufen haben. Die einen mit Stimmzettel, die anderen, weil sie nicht zu den Wahlen erschienen sind. Aber vor allem, indem sie Satzungsänderungen zu Strukturveränderungen immer wieder ablehnen. Schon Bernd Hoffmann wurde einst übel angezählt, als er davon sprach, die Profiabteilung auszugliedern. Warum? Weil damals die Zeit schlichtweg noch nicht reif war und über das Beispiel Abramowitsch/Chelsea schnell Ängste geschürt werden konnten. Es fehlte damals an Aufklärung. Es fehlte an einer Verdeutlichung der Folgen und Auswirkungen einer Ausgliederung, wie sie passenderweise die immer wieder als Vorbild für den aktuellen Umbruch genannte Borussia Dortmund vollzogen hat. Dort ist die Profiabteilung eigenständig – ohne Scheich und mit unbeschadetem Erhalt der jahrelangen Klubtradition. Oder habt ihr mal irgendwann irgendwas gehört oder gelesen, dass dort die Fans demonstrieren? Nein, weil es funktioniert. Sehr gut sogar.

Das allein ist sicherlich kein Persilschein für Hamburg – aber zumindest ein positives Beispiel. Und so wenig die Zeit unter Hoffmann reif war, so ist sie es jetzt. Wenn sich die Vereinsoberen die Mühe machen, ihre Mitglieder ausreichend über Kosten, Chancen und Risiken aufzuklären. Schade, dass die Zeit am Sonntag nicht dafür genutzt wird, sondern höchstwahrscheinlich dazu, den verantwortlichen ihre Fehler vorzuführen und die Kritisierten selbst vorzuführen. Denn egal wie verdient die Kritik an der HSV-Führung auch ist, nach vorn orientierte Lösungsansätze zu diskutieren würde diesem angeschlagenen HSV jetzt deutlich mehr helfen.

In diesem Sinne,
Scholle

P.S.: Interviews und weitere Meldungen findet Ihr wie immer auf unserer neuen Facebook-Seite www.facebook.com/groups/matzab. Unter anderem ist dort noch einmal die Rasant-Sendung vom Montag zum Thema Kreuzer zu sehen. Ebenso wie ein Interview mit Aufsichtsrat Ronny Wulff.

P.P.S.: Janek Sternberg verlässt den HSV – und wechselt zu Werder Bremen. Das allerdings nicht, ohne seinem Noch-Klub einen mitzugeben. Auf seiner facebookseite schreibt er:

Hey Leute,
gestern war mein letztes Training für den HSV.
Nach 6 wundervollen Jahren ist es nun Zeit für einen Tapetenwechsel. Es fällt mir schwer, denn mein Herz hat schon als kleiner Junge nur für den HSV geschlagen.
Ich finde es schade, dass Spieler aus dem eigenen Nachwuchs beim HSV nur „sehr selten“ eine Chance bekommen sich zu beweisen. Ein Geheimnis ist das ja nicht

Ich hoffe ihr unterstützt mich auch in Zukunft weiterhin. Egal wo es hingeht.
Aber ich bin mir sicher, ich kann mich da auf euch verlassen.
Ich danke euch!

Die HSV-Defensive unter der Lupe

21. Dezember 2012

Andere (Zeitungen, Fernsehen, Journale) hören damit auf, wir legen damit los: mit der Beurteilung der HSV-Hinrunde. Jeder Spieler wird von mir unter die Lupe genommen und beurteilt, das hat schon Tradition. Sonst haben „Scholle“ und ich das abwechselnd gemacht, aber der Vater in spe hat Urlaub genommen, also werde ich es diesmal alleine schaffen müssen. Und keine Angst, es geht auch – natürlich. Der Start wird jetzt mit der Defensive erfolgen, und darin enthalten sind natürlich auch die Torhüter.

Jaroslav Drobny ist die Nummer eins des HSV, mit dem tschechischen Nationalkeeper lege ich los. „Jaro“ kann nicht glücklich sein, weil er nur der Ersatzmann ist, und er ist es auch ganz bestimmt nicht. Dennoch, beim Training sieht man ihn oft lachen – es muss Galgenhumor sein. Weil er im Grunde genommen fertig ist mit dem HSV. Was man wiederum auch bei den Trainingseinheiten nicht sehen kann, denn er lässt sich ganz gewiss nicht hängen. Und das finde ich geradezu fantastisch – und vorbildlich. Gespannt bin ich allerdings, ob dem guten „Jaro“, der seit einem Jahr (oder schon länger?) nicht mehr mit der Presse spricht (bis auf die Vorstellung von Landsmann Petr Jiracek), die ganze Situation dann doch mal auf den Keks geht – und er seine Konsequenzen zieht. Und den Verein wechselt. Angebote müsste er eigentlich genug erhalten, denn seine Klasse hat er in der vergangenen Saison oftmals bewiesen.

Rene Adler ist mit der Rückennummer 15 die Nummer eins des HSV – und das ist wörtlich zu nehmen. Adler ist einfach nur klasse, und zwar in allen Lebenslagen. Dass er im Tor sensationell gut ist, davon konnte sich in Hamburg bereits jeder überzeugen. Der Mann scheint mitunter acht Arme zu haben – und wie er dazu fliegt, wie er abhebt, wie er durch die Lüfte segelt – unglaublich. Hinzu kommt, dass dieser Rene Adler auch ein Vorbild-Profi ist, der eine hervorragende Einstellung zu seinem „Job“ mitbringt, und noch ein wenig höher ist zu bewerten, dass der Nationaltorwart auch ein großartiger Mensch ist. Das „Gesamtpaket“ Adler, wie ich es mal nennen möchte, ist in sich zu 100 Prozent stimmig, ich glaube, dass der einer der besten Neueinkäufe des HSV in den letzten 30 Jahren ist. Für die Nummer 15 gibt es von mir eine dicke Eins.

Tom Mickel kann sich, wenn er nicht gerade bei der Zweiten (in der Regionalliga spielt), nur im Training zeigen. Und das tut er. Sehr gut sogar. Geht es nach den Leistungen während der Woche, hätte ich keinerlei Probleme, wenn er einmal als Ersatzmann zwischen die Pfosten müsste. Er könnte es, keine Frage. Allerdings, und das hat er dann auch in der Regionalliga-Mannschaft gezeigt, dürfte es an Spielpraxis mangeln – daran hapert es natürlich. Und das ist beim einem Torhüter noch von viel größerer Bedeutung, als bei einem Feldspieler. Ich bin auch bei Mickel gespannt, wie lange er sich noch das „fünfte Rad am Wagen“ antun wird.

Sven Neuhaus ist der vierte Mann unter den HSV-Torhütern und hat quasi keine Chance auf einen Einsatz in der Bundesliga. Schade eigentlich, denn er zeigt auch im Training, dass er es drauf hätte. Ich tippe mal, dass es seine letzte Saison beim HSV sein wird – oder er geht eventuelle auch schon in diesem Winter. Über Neuhaus kann ich auch nur das Beste sagen, er hatte bei „Matz ab live“ einen großartigen und überaus sympathischen Auftritt – er passt eigentlich sehr gut zum HSV, bis auf die Tatsache, dass er auf Dauer nur ein „Trainings-Weltmeister“ sein wird.

Dennis Diekmeier hat sich in dieser Spielzeit „berappelt“ und gezeigt, warum ihn der HSV eins als großes Verteidiger-Talent aus Nürnberg an die Elbe geholt hat. Keine Frage ist, dass Diekmeier zugelegt hat, dass er deutlich besser geworden ist. Keine Frage ist aber auch, dass er noch zulegen muss. Und zwar offensiv wie defensiv. Er muss noch an sich arbeiten, und wenn das beim HSV nicht erkannt (und gemacht wird), dann muss er selbst dafür sorgen. Sonst steht er eines Tages mit leeren Händen im Volkspark und sagt: „Ich war mein ein Talent, aber ich habe nichts daraus gemacht. Und die Nationalmannschaft habe ich auch nur im Fernsehen gesehen.“ Also, da muss noch mehr kommen, auch viel mehr Eigeninitiative. Als junger Spieler sollte man, das höre ich von den “Alten” immer wieder, nicht schon damit zufrieden sein, dass man es bis zum HSV geschafft hat. Wie hat Ditmar Jakobs früher immer gesagt: “Weiter, weiter, immer weiter . . .”

Michael Mancienne hatte seinen absoluten Tiefpunkt in Frankfurt, als ihm bei der 2:3-Niederlage Knoten in die Beine gespielt wurden. Was anschließend passierte, ist für mich eine Art Wunder. Der Engländer ging zum Trainer in die Kabine und entschuldigte sich nicht nur für diesen unterirdischen Auftritt, sondern versprach auch gleichzeitig, dass es so etwas nie wieder geben würde. Und? Er hielt Wort. Bislang jedenfalls. Auch Mancienne ist einer der Aufsteiger der Saison, auch wenn für ihn gilt: Da muss noch mehr kommen, da ist noch Luft nach oben.

Heiko Westermann ist inzwischen aus dieser HSV-Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Der Kapitän ist für mich ebenfalls eine glatte Eins, und das gilt für seine Leistungen auf dem Platz – als auch für seine Auftritte als Kapitän in den Katakomben der Arena. Wie sich Westermann, der sich 90 Minuten lang für sein Team (und den HSV) zerreißt, an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat, das ist phänomenal, das ist auch vorbildlich. Er hat es allen gezeigt, auch seinen größten Kritikern – die inzwischen schweigen und längst nicht mehr pfeifen.

Marcell Jansen ist ebenfalls eine positive Überraschung dieser Saison. Um „Jogi“ Löw zu gefallen (?), um wieder eine Chance in der Nationalmannschaft zu erhalten, spielt er nun wieder Linksverteidiger. Ich hatte meine Vorbehalte, das gebe ich gerne zu, aber Jansen hat gezeigt, dass er kann – wenn er will. Und jetzt will er plötzlich. Er kämpft, er grätscht, er geht zur Sache – verzichtet fast ganz auf seinen ehemals gezeigten Alibi-Fußball. Nur so geht es. Und jetzt muss er beweisen, dass er gewillt ist, diese Leistungen auch über eine ganze Saison zu bringen. Es wäre zu seinem persönlichen Vorteil, auch zum Vorteil für Trainer Fink und somit auch für den HSV. Wenn Jansen von großen Verletzungen verschont bleibt, dann steht ihm eigentlich nichts im Wege, weiterhin 100 Prozent zu geben. Er muss es, denn sonst dürfte er auch wieder draußen (oder nur weiter vorne?) sein.

Dennis Aogo war zu Saisonbeginn erkrankt, fiel längere Zeit aus – und verlor seinen Stammplatz an Marcell Jansen. Viel Pech für den Nationalspieler, der es nun im Mittelfeld versuchen muss. Und da seine Sache nicht nur nicht schlecht macht, sondern sehr, sehr gut. Was ihm dennoch nicht sonderlich gefallen dürfte, weil er in der Nationalmannschaft mit Sicherheit niemals einen Platz im Mittelfeld erhalten wird. Deswegen hängt Aogo immer noch an „hinten links“, und ich bin gespannt, wie es in diesem Duell (mit Jansen) bis zum Sommer weitergehen wird. Dass Aogo ein absoluter Teamplayer ist, das beweist er in den Spielen, denn er rennt in erster Linie für die Mannschaft. So war er schon immer, was leider nicht allen HSV-Fans aufgefallen ist. Auch in den schlechtesten Zeiten des HSV war Aogo immer bemüht, etwas für diese Mannschaft und für dieses Team zu tun. Und das ist vielleicht auch sein großer Nachteil. Eventuell sollte er mal nur an sich denken, oder auf jeden Fall viel mehr, denn wenn er an sich denken würde, dann würde er feststellen, dass er – wie im „Fall Diekmeier“ viel mehr für sich selbst tun müsste. Auch in seinem „Fall“ gilt: Tut es keiner vom HSV für ihn, dann muss er es selbst für sich tun. Und da gibt es durchaus Beispiele, die es ihm vorgemacht haben.

Zhi Gin Lam ist ein Talent, Thorsten Fink ist davon überzeugt, dass er auch ein Verteidiger-Talent ist – ich bin es nicht. Und es dürfte auch noch lange, lange dauern, ehe ich davon überzeugt sein werde. Ich glaube sogar, dass es diesen Tag (und dieses Aha-Erlebnis – für mich) niemals geben wird. Es wird meiner Ansicht nach keinen zweiten „Philipp Lahm“ in der Bundesliga geben, auch wenn es ein Weihnachtswunsch von Thorsten Fink ist. Unserem HSV-Lam fehlt die körperliche Bereitschaft, „hinten links“ zur Sache gehen zu können. Das mag ja noch kommen, aber im Moment ist noch nicht viel davon zu erkennen.

Paul Scharner kam – und war verletzt. Und als er fit war, da sah er Rot. Welch ein dramatischer Saisonverlauf für den Österreicher, von dem ich mir zu Saisonbeginn doch so einiges erhofft hatte. Ich hatte den Nationalspieler Scharner mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, aber davon ist nichts, absolut nichts übrig geblieben. Aber was noch nicht war, dass kann ja vielleicht noch einmal kommen. Er müsste nur sein Temperament zügeln, sonst dürfte es noch mehr Erlebnisse geben, die diese Rote Karte in Freiburg. Wenn Scharner noch einmal (s)einen Fußball-Frühling erleben will, dann muss er in diesem Punkt an sich arbeiten – und zwar ganz hart. Härte allein macht es eben nicht in der Bundesliga, dazu gehört auch ein gutes Auge. Das hat er bislang noch nicht gezeigt.

Jeffrey Bruma hätte eigentlich alles, um in dieser HSV-Mannschaft Stammspieler zu sein – nur zeigt er es viel zu selten. Phasenweise sogar gar nicht. Ich habe das Gefühl, dass er es noch nicht kapiert hat, dass er im Begriff ist, eine großartige Karriere zu verschenken. Es nützt nichts, dabei zu sein. Und es nützt auch nichts, zu resignieren und mit einem gelegentlichen Anflug von Galgenhumor durch den Trainings-Alltag zu gehen. Lernt er es nicht, dass er beißen muss, dass er kämpfen muss, dass er dem Trainer eine hundertprozentige Einstellung zeigen muss, dann wird er – auf jeden Fall in Hamburg – auf der Strecke bleiben. Was für mich ein Jammer wäre, denn – wie gesagt – er hätte allemal das Zeug dazu, Stammspieler dieser Mannschaft zu sein. Nur Einstellung muss er lernen – aber schafft er das noch? Ich habe meine Zweifel.

Slobodan Rajkovic kam als „harter Hund“ zum HSV, trat in einem Training auch (gegen Heung Min Son) als ein solcher auf, war danach auch in einem Abendblatt-Interview ganz hart (gegen den Trainer) – und hatte damit seine Zukunft in Hamburg schon verspielt. Bedauerlich. Er hat die gesamte Situation unterschätzt, er hätte weder das eine noch das andere tun dürfen – er weiß es heute selbst am besten. Jetzt allerdings ist es zu spät, die Gräben wird er nicht mehr zuschütten können – er wird wohl im Winter gehen müssen – in diesem Winter.

Janek Sternberg ist ein Talent aus der Regionalliga, kam aber über diese Rolle (ein Talent zu sein), nie hinaus. Und wenn er bei Rodolfo Cardoso (in der Zweiten) spielt, dann müsste er sich in meinen Augen viel mehr abheben – um mal eine Chance „ganz oben“ erhalten zu können. Das ist bislang aber (noch) nicht passiert, er muss sich viel mehr ins Zeug legen, muss auch körperlich noch zulegen.

So, das war die Abwehr (oder die Defensive) des HSV, morgen folgt das Mittelfeld.

Kurz noch in eigener Sache, zum Thema Post für Matz. Vielen, vielen Dank für die viele Weihnachtspost, die ich von euch erhalten habe, ob nach Hause oder in die Firma – das ist einfach überwältigend. Ich werde ganz sicher nicht allen antworten können, deswegen möchte ich mich auf diesem Wege bedanken. Ich freue mich tierisch darüber, ihr seid einfach nur klasse, das ist alles ein Traum, das ist gigantisch und sensationell! Danke, danke, danke.

Und dann gab es natürlich auch jede Menge normaler Posts. So wie die von unserem „Mainzelmännchen“ (sorry, Horst!), von Horst Schlau:

Hallo Dieter, hallo Scholle,

war nicht mal davon die Rede, dass ihr nach dem letzten Punktspiel auf die bevorstehende Mitgliederversammlung eingehen wollt ???
Oder auf die Kandidaten ???
Oder ist euch das Thema zu heiß ???
Gruß horst :-)

Dazu möchte ich sagen: alles zu seiner Zeit. Haben wir jetzt schon Januar? Nein, der Franz würde fragen: „Na, is denn jetz scho Weihnachten?“ Der „Scholle“, der übrigens dieses Versprechen abgegeben hat, wird sich des Themas annehmen. Wahrscheinlich zwischen den Festtagen. Täglich „Matz ab“, ihr wisst ja . . .

Schnell noch eine Ergänzung zu meinem Abendblatt-Artikel von heute. Weil ich verschiedentlich schon geflachst wurde, dass mein Jugendtrainer vergeblich mit mir Sonderschichten eingelegt hat – ich habe es ja nicht geschafft, ein Fußballer zu werden. Das mag stimmen, ich gebe es ja auch – teilweise – zu. Immerhin stand ich mal in einem Jahresbuch des “Kicker”, als dort alle Regionalliga-Mannschaften vorgestellt wurden. Ich war im Kader von BU, und die Regionalliga war damals Zweite Liga (hinter der Bundesliga). Aber bevor jemand nachblättert, ob ich jemals ein Regionalliga-Spiel für BU gemacht habe: nein! Nur Freundschaftsspiele. Und irgendwann bin ich dann aus disziplinarischen Gründen aus dem Verein geflogen – und zum Wandsbeker FC in die Bezirksliga gegangen, mit dem wir dann über die Landesliga in die Verbandsliga – heute Oberliga – aufstiegen. Dann stoppte ein Trainingsunfall (Schien- und Wadenbeinbruch, alle Bänder durch) meine “große Karriere”.
Sonst noch Fragen?

Jetzt soll es feierlich werden:
Zu den Festtagen wird es dann auch wieder ein Gedicht von mir geben – auch das ist Tradition. Obwohl ich schon mal vor Neid erblasst bin, obwohl mir doch schon die Show „gestohlen“ worden ist, denn es gab ja schon ein XXXL-Gedicht, und zwar von „Papa@home”.

Großartig, dieses Werk, darüber wird schon in Hamburg gesprochen. Tatsächlich! Und da hier nicht alle „Matz-abber“ die User-Beiträge lesen, möchte ich es noch einmal veröffentlichen. Ein tolles, ein großes Gedicht. Am liebsten würde ich sogar auf meines verzichte . . .

So, der “Papa” schickte folgende Zeilen (die ich nicht verändert oder bearbeitet habe) – nehmt euch bitte eine Tag frei – und Zeit:

“Ich möchte auch gerne einmal auf das Jahr zurückblicken”:

Wie gings dies Jahr dem HSV,
Nicht alles war doch total mau,
So manches war auch richtig gut,
Bei anderen Dingen stieg die Wut.
Wovon ich euch nun jetzt berichte,
Ist meine zweizwölfer HSV-Geschichte.
.
Das Jahr fing ziemlich frostig an,
Weil man davor kaum mal gewann,
Der Fink war mittlerweile da,
Doch schaffens wirs noch bis Europa?
.
Der Start ging ziemlich in die Buchsen,
Weshalb die grauen Haare wuchsen,
Es hieß eindeutig: Abstiegskampf,
Jetzt hieß es kämpfen – mit viel Dampf.
.
Der Dino sollte weiterleben,
Und jeder sollte danach streben,
Es kamen manche schlimme Spiele,
Und Siege gabs nicht wirklich viele.
.
Blockaden oder Trainer raus,
Das alles blieb in Hamburg aus,
Ne Choreo gabs – und keine Flammen,
Alle rückten eng zusammen.
.
Und dann mit allerletzter Kraft,
Wars dann doch gaaaaanz knapp geschafft,
Der Jubel kannte keine Grenze,
Erleichterung in voller Gänze.
.
Das wolln wir nie nochmal erleben,
Und danach wollten alle streben…
.
Es ging rasch in die Sommerpause,
Einer blieb jedoch zu Hause,
Frank Arnesen – er musste suchen,
dabei auch viele Flüge buchen.
.
Wir brauchten Spieler – mehrere,
Und wenn es geht auch bessere,
Rudnevs, Adler und den Beister,
Die Presse meinte – so ein Kleister.
.
„Wie kann man denn bloß sowas kaufen,
Zu schlecht, verletzt – ein müder Haufen“.
.
Dann wollte Kühne Rafa haben,
Dazu ganz nebenbei noch sagen,
Dem Jarchow was er falsches tut,
Worauf nun dieser hatte Wut,
Es sah echt aus wie Kindergarten,
Von Erwachsenen darf man sicher mehr erwarten!
.
Das Thema schien schon bei den Akten,
derweil holte Arnesen noch so’n Beknackten,
Zumindest wenn man der Presse glaubte,
Hatten wir mit Badelj die nächste Graupe.
.
Und Arnesen, der arme Mann,
Sah wie schnell es kommen kann,
Plötzlich war er selbst der Dumme,
Der nur macht Geschäfte, krumme.
.
Die Presse macht oft was sie will,
Und schiesst sich ein mit viel Gebrüll,
Die Story ist das Wichtige,
Die Menschen oft nur das Nichtige.
.
Doch Arni ließ sich nicht beirren,
Von diesen ganzen vielen Wirren.
.
Dann ging sie los, diese Saison,
Doch nach 2 Spielen wars das schon,
Raus im DFB-Pokal,
Kein Punkt, kein Tor – KATASTROPHAL!
.
Noch kein einz’ges Spiel gewonn’,
Doch dafür prügeln sich Rajkovic und Son,
Der Eine redet sich um Kopf und Kragen,
Mit Fink wird er sich erst viel später vertragen.
.
Was sollen wir tun – die Kasse leer,
Ein guter Rat muss schnellstens her:
.
Hr. Jarchow zerrt an Arnis Zopf,
„Wir ham nur noch nen rostgen Knopf,
Die anderen beiden, nebenbei,
liegen jetzt bei Chelsea 2“
.
Doch Jarchow, er erinnert sich:
„Auf meiner mailbox warn da nicht,
Noch viele Anrufe, son Scheiss,
Von Onkel Kühne aus der Schweiz“.
.
„Ich hatts den Wählern doch versprochen,
Und mit dem Mann ja auch gebrochen,
Ich wollte ihn ja ignorieren,
Und mich nicht wieder echauffieren,
Doch jetzt in allerhöchster Not,
Da will ich sein kein Idiot“
.
Carl-Edgar greift zum Telefon:
„dann hol ihn, den verlornen Sohn –
Und eins ist klar, das sag ich dir,
Wir schreiben es auch auf Papier,
Geschenkt will ihn nämlich nicht,
du bist und bleibst ein Bösewicht“
.
Und wenig später – kaum zu Glauben,
In Hamburg große Menschentrauben,
Der kleine Engel schwebte nieder,
Nun hatten wir ihn endlich wieder.
.
Ein dieser Stelle großer Dank,
dass sie letzendlich Ihr Gezank,
Hr. Jarchow und Hr. Kühne haben,
Zum Wohl des Clubs dann doch begraben.
.
Durch Rafa ging ein großer Ruck –
Durchs Team, ganz Hamburg, Rucki-Zuck.
.
Was dieser Mann hat hier vollbracht,
Das hätt kein anderer wohl geschafft,
Bei soviel Druck und soviel Hypen,
Trotz allem auf dem Boden bleiben.
.
Hut ab, dass dieser junge Mann,
Als Star sympathisch bleiben kann,
Und dazu noch kämpft und rennt,
auch guten Fußball nicht verpennt.
.
An die ganze Familie van der Vaart,
wir sind total in euch vernarrt,
Schön dass ihr wieder zu Hause seid,
Und bitte bleibt hier – bis in Ewigkeit.
.
2 Niederlagen folgten noch,
Dann wurds besser, doch, doch, doch,
Wie haben wir es dann genossen,
Den BVB –zack – abgeschossen.
.
Am 6. Spieltag – nach Belieben,
Folgten schon Punkt 5 bis 7,
Und dann an diesem Tag – Hurra,
Wurd’ unser HSV 125 Jahr!
.
Es wurde gefeiert bis tief in die Nacht,
Gesungen, getrunken, gratuliert und gelacht,
Geträumt wurde auch – von der alten Zeit,
Wer weiss – vielleicht ist es ja bald wieder so weit…
.
…Denn Im Campus sollen bald ganz in Ruhe,
Viele Talente schüren Ihre Schuhe,
Die Fans haben es mal wieder getan,
Ihr Geld gegeben für diesen Plan,
Auf diese kann der HSV Vertrauen,
Um wieder in eine gute Zukunft zu schauen.
.
Doch zurück zur Hinrunde, und was noch so war,
Wir verloren nämlich trotzdem – mal hier mal da,
Doch im großen und Ganzen muss man sagen,
Es ging bergauf – da kann man nicht klagen,
24 Punkte und Platz 10,
Und bestimmt wird es nächstes Jahr weiter aufwärts gehn…
.
Ein kleiner Ausblick sei deshalb noch getan,
Was wünsch ich mir, was steht noch an?
.
In Kürze gibts 4 Neue für den Aufsichtsrat,
Ich wünsche Ihnen in der Tat,
Genauso wie den anderen Acht,
Dass endlich wird hier aufgewacht.
.
Dass Interna bleiben endlich geheim,
Und alle arbeiten NUR für diesen Verein,
Dass – auch wenn es ist eine schwere Prozedur,
Man dem HSV verpasst endlich ne moderne Struktur.
.
Dass die Fernwahl in naher Zukunft wird kommen,
Damit eines jeden Fans Stimme wird vernommen,
Denn alle Fans lieben Hamburg zwar sehr,
Doch kommen ganz Viele auch von woanders her,
Es sind nicht viele und weiss Gott nicht die meisten,
Die sich Kosten für Reise & Hotel können leisten,
.
Die besten Entscheidungen in einer Demokratie
Werden gebildet durch DIE Strategie,
Dass möglichst Viele durch Ihre Stimme,
Mitentscheiden wer gewinne,
Und nicht nur wenige darüber bestimmen,
In welche Richtung der HSV wird schwimmen.
.
An alle Handelnden – bitte bedenkt ganz genau
Es heisst nicht „nur Ich“, sondern „nur der HSV“
.
Hr. Carl Edgar Jarchow wünsche ich sehr,
Dass unsere Kasse nicht für immer bleibt leer,
Dass er findet sehr schnell ne Idee,
Das Geld wieder zu mehren – das wäre ok.
.
Und dass er zukünftig nicht mehr dazu neigt,
mit dem Finger auf seinen Vorgänger zeigt,
Denn die anderen Finger derselben Hand,
Zeigen immer auf einen selbst – das ist ja bekannt.
.
Hr. Jarchow ich wünsche dass Sie es schaffen
dass der HSV nie mehr möge erschlaffen,
dass Sie – bei all konstruktiver Kritik,
ihn führen zurück an die Spitze der Republik.
.
Frank Arnesen, achja, das sei noch geschrieben,
Seine Transfers jetzt plötzlich alle lieben,
Noch vor ein paar wenigen Wochen,
Wurde ihm der Sachverstand abgesprochen.
.
Nunja – so schnell gehts heutzutage zu,
Jetzt lassen ihn alle – hoffentlich – mal in Ruh,
Zu wünschen sei ihm für das kommende Jahr,
Dass er – vielleicht schon im Januar,
die Kasse macht mal wieder voll,
Oh ja – das wäre wirklich toll,
Und dass er im kommenden Sommer dann,
Sein dickes Adressbuch wieder benutzen kann.
.
Hr. Fink – ich bin sicher – Sie machen das schon,
Ich wünsch Ihnen, dass sie bleiben, bis zu Ihrer Pension.
Und auch dieses wünsche ich Ihnen:
Dass Sie bringen neuen Glanz in unsere Vitrinen.
.
Denn Träume sind zum träumen da,
Doch mancher Traum wird manchmal wahr,
Durch Fleiß, viel Glück und Kreativität,
Ganz schnell kanns werden Realität…
.
Uns Fans wünsche ich die notwend’ge Geduld,
Es war alles ja nicht unsere Schuld,
Doch der Umbruch war nötig und er braucht nun mal Zeit,
Und bald ist die Truppe sicher wieder so weit,
Dass wir reisen können – ob nach Mailand oder Madrid,
Doch jetzt heisst es erstmal – Schritt für Schritt…
.
Euch allen wünsche ich für 2013,
Dass alle eure Wünsche in Erfüllung gehn!
.
Eine frohe Weihnacht wünsche ich allen,
Ich hoffe euch hat mein Rückblick gefallen!

17.56 Uhr

Ein richtig guter Tag für Fink

4. Oktober 2012

Er hat es getan. Und ich finde, er hat es weitgehend gut gemacht. Und damit meine ich Slobodan Rajkovic, der sich heute öffentlich entschuldigt hat. Entschuldigt für das Interview, das er mir nach seiner Suspendierung im August gegeben hatte. Damals fühlte sich der Serbe zu Unrecht ausgeschlossen und rechnete mit Trainer Thorsten Fink ab. Heute sagt er: „Ich war in einer Situation, in der ich wahrscheinlich nicht wusste, was ich tat. Aber ich wollte bestimmt niemandem im Verein und im Umfeld etwas Böses. Ganz im Gegenteil. Der Verein steht immer hinter uns und wir Spieler müssen das zu schätzen wissen. Aber in dem Moment des Interviews habe ich das völlig ausgeblendet. Ich war nicht ich selbst.“

Kann sein. Allerdings könnte es Rajkovic mit der Wahrheit dann doch etwas genauer nehmen. Denn wir hatten das Interview nicht am Tag des Eklats geführt, sondern Tage danach. Dennoch antwortet er auf die Frage, ob er sich heute anders ausdrücken würde, etwas missverständlich: „Selbstverständlich. Ich würde in jedem Fall erstmal nach Hause fahren und einen kühlen Kopf bekommen. Ich habe daraus gelernt.“ Den kühlen Kopf hatte er. Hätte er zumindest haben müssen, da er das fertige Interview mehrfach zum gegenlesen bekommen hatte und wir zwischen Interview- und Erscheinungstermin noch mal einen Tag hatten.

Aber okay, Rajkovic will wieder ein Teil der Mannschaft werden – darum geht es. Dafür entschuldigt er sich förmlich und auch so, dass ich es ihm glaube. Denn Rajkovic ist ein sehr emotionaler Typ. Sein Ehrgeiz ist vielleicht manchmal etwas überbordend – aber ich glaube ihm, dass er sich beim HSV wieder durchbeißen will. Dass er seine Entschuldigung nicht via Abendblatt formuliert hat – völlig okay. Ich hatte es ihm mehrfach angeboten, ihm gesagt, dass er genau den gleichen Rahmen bekäme, um seine Äußerungen von einst zu relativieren und zu entschuldigen. Aber er wollte nicht, entschied sich jetzt spontan nach dem Training mit der Welt und der Mopo zu sprechen. Und wisst ihr was? Ich freue mich mehr darüber, dass er sich entschuldigt hat, als dass ich traurig darüber bin, dass er es nicht bei mir gemacht hat.

Rajkovic hat tatsächlich Stil. Er schämt sich nicht, eigene Fehler einzugestehen. Dass er mit einer Entschuldigung beim HSV momentan nicht weit kommen wird, scheint dennoch klar. „Er ist ein junger Mensch der Fehler macht“, sagte Fink heute, „und das akzeptiere ich. Aber so schnell geht das dann auch wieder nicht.“ Soll heißen: Rajkovic muss sich gedulden. Allerdings glaube ich, dass Fink mit dem Linksfuß abgeschlossen hat und an eine Begnadigung nur dann denken würde, wenn er personell in eine derartige Not getrieben wäre. Und danach sieht es momentan nicht aus. Im Gegenteil: Mit Paul Scharner kommt voraussichtlich schon gegen Fürth ein weiterer Innenverteidiger nach überstandener Verletzung dazu. Zudem kehren mit Gojko Kacar (“Nach dem Training habe ich noch immer leichte Schmerzen – aber ich bin überglücklich, wieder dabei zu sein”) und Tomas Rincon zwei weitere Defensivspieler nach überstandenen Verletzungen zurück. „Für den Kader ist es wahrscheinlich noch zu früh“, so Fink, das käme erst dann in Frage, wenn sich ein weiterer Spieler verletzt. Wobei sich Sternberg (zum Glück als einziger) in Posen verletzt hat.

Ansonsten setzt Fink auf die siegreiche Elf der letzten Wochen. Petr Jiracek soll dabei den verletzten Ilicevic ersetzen. „Petr kennt diese Position“, so Fink, der den Tschechen jedoch in Posen fast überall einsetzte – außer als Linksaußen. Dennoch, Jiracek hat auf der linken Seite bei der EM stark gespielt und erhielt den Vorzug vor Maxi Beister, wie Fink heute erklärte. „Maxi muss defensiv noch etwas lernen“, so Fink, „er wird in Zukunft kommen.“ Vorerst aber setze er auf die Kämpferqualitäten Jiraceks. „Wir brauchen in Fürth einen Fighter.“

Insgesamt erwartet Fink eine kampbetonte Partie. Und mit der J-Seite (Jiracek, Jansen) ist er gut besetzt. Anders gestaltet sich das auf der rechten Seite, auf der in meinen Augen noch ein kleines Ungleichgewicht bei Diekmeier und Son herrscht. „Sonni hat überragende Qualitäten nach vorn“, umschifft Diekmeier geschickt die Frage, ob Son zu wenig nach hinten arbeitet, „ich muss ihn nach hinten immer stellen. Und er hört sehr gut“, so der Rechtsfuß, der sich seinen Platz auf der rechten Abwehrseite von Jeffrey Bruma in dessen Verletzungspause mit kompromissloser Defensivarbeit und einer für seine Verhältnisse harte Zweikampfführung zurückerobert hat. „Ich wollte mich unbedingt aufdrängen und zeigen, dass ich in die Mannschaft gehöre. Da ist es wichtig, richtig aggressiv zu sein.“

Immerhin kriegt Diekmeier momentan nicht genug vom HSV – und passt sich gleich in den Tag der Poesie beim HSV ein. „Als Fußballer willst du nicht unten rumgurken. Deshalb war das nach dem Dortmund-Sieg so ein geiles Gefühl. Das war wie eine Droge – und von der wollen wir hier alle noch viel mehr.“ Es sei ein Glücksgefühl, das man die ganze Zeit mit sich herumträgt. „Ich werde auch in der Stadt und sonst überallanders aufgenommen. Selbst zuhause ist meine Familie besser drauf. Wahrscheinlich, weil ich nicht immer so ne Flunsch ziehe.“

Kann sein. Wichtiger war für mich aber heute zu hören, dass es in er Mannschaft stimmt. Durch die letzten Zugänge hat sich innerhalb der Mannschaft eine Hierarchie gebildet, die sportlichen Ursprunges ist. Soweit hatten wir es ja auch schon hier im Blog. Diekmeier ergänzte heute: „Bei uns stimmt im Moment einfach die Mischung aus jungen und erfahreneren Spielern.“ Es stimmt also genau das, was seit vergangener Saison, seit dem Beginn des großen Umbruchs, nicht gestimmt hatte. Und das ist gut so.

Sieben Punkte machen halt was her. Im Training heute herrschte gute Laune. Scharner bewies seine Entertainer-Qualitäten und Fink, dass er mal ein richtig Guter war. „Drei Dinger hab’ ich gemacht“, erzählte der HSV-Coach stolz, wobei einer der drei Treffer eher als Eigentor seines Gegenspielers zu werten war. Allerdings legte Fink auch zwei Tore auf – Respekt!

Noch wichtiger als die Gute Laune war allerdings die Nachricht, dass die beiden heute fehlenden Torhüter Rene Adler und Jaroslav Drobny nicht ausfallen. „Drobo hat eine Schleimbeutelentzündung an der Achillesferse“, so Fink, der den Tschechen dennoch morgen mit nach Fürth nehmen will. Sollte Drobny am Sonnabend nicht in den Kader können, würden Sven Neuhaus oder Tom Mickel als Backup des heute noch leicht grippekranken Adlers nachrücken. Der zuletzt überragende Keeper war heute zwar nicht auf dem Platz, ließe sich aber pflegen und soll schon am Freitag wieder voll mit der Mannschaft trainieren können. Genau wie Heiko Westermann, der mit seinem Faserriss an der Hüfte heute das Schusstraining aussetzte. „Bei Heiko sieht das alles wieder sehr gut aus“, so Fink, dem es heute richtig gut gehen dürfte. Zumal auch Dennis Aogo nach auskurierten schlechten Blutwerten am Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigt.

Sieben Punkte im Rücken, gesunde Topspieler, mit Greuther Fürth einen nicht zu unterschätzenden aber auch absolut schlagbaren Gegner vor der Brust – und dann noch die Entschuldigung Rajkovics. Es passt vieles. „Die Mannschaft hat gemerkt, wie sie gefeiert wird. Und das genießen wir. Wir müssen uns jetzt in das Gewinnen verlieben – nicht ins Verlieren…“ Wahre (Fußball-)Poesie – und mit Sicherheit ein gutes Schlusswort für den heutigen Blog.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird um 10.30 Uhr trainiert. Öffentlich.

Scholle

P.S.: Der HSV testet am kommenden Mittwoch (10. Oktober) beim Bezirksligisten VfL 93 am Borgweg. Tickets (zwischen 8 und 12 Euro) gibt es auf der VfL-Geschäftsstelle, im HSV-Ticketcenter, bei Sport Duwe und im Sportshop Schnelsen. Das allerdings ohne die Länderspielreisenden Rudnevs und Rincon. Rudnevs spielt am 12. Oktober mit Lettland in Bratislava gegen die Slowakei und am 16. Oktober in Riga gegen Liechtenstein. Rincon trifft am 16. Oktober mit Venezuela auf Ecuador.

“Wir wollen Dortmund die Serie kaputtmachen”

20. September 2012

Wer suchet, der findet. So zumindest beim HSV. Allerdings gilt dieses Motto nicht im Bezug auf den Trainer und die richtige Abwehrformation, sondern vielmehr für die Kritiker. Dieser HSV steht mit null Punkten nach drei Spieltagen nämlich an sich schon ziemlich hilflos da und muss sich die Kritik gefallen lassen. Und das leider noch zu oft berechtigt – und noch leiderer (ich weiß, dass es dieses Wort nicht gibt – aber es verstehen hoffentlich trotzdem alle, was gemeint ist…) das ist oft komplett unnötig. Wie auch heute.

Hintergrund: Am Dienstag ließ sich Vorstandsboss Carl Jarchow bei der Vorstellung der Fan-Anleihe dazu hinreißen, Trainer Thorsten Fink das uneingeschränkte Vertrauen mit folgender Aussage auszusprechen: „Es gibt keine Trainerdiskussion intern. Wir sind von ihm überzeugt, es gibt auch kein Zeitfenster für eine derartige Entscheidung.“ Was gut gemeint war, wurde heute von Sportchef Frank Arnesen konterkariert. Der Däne sagte, angesprochen auf eine erste Beurteilung der Fink’schen Arbeit in dieser Saison: „Thorsten hat jetzt die Ruhe, zu arbeiten. Das ist sein Kader. Nach der Transferperiode haben wir gesagt, dass wir sehr zufrieden sind mit unserem Kader. Und daran messen wir uns. Auch Thorsten. Aber das wird nicht am Sonnabend oder an dem kommenden Mittwoch passieren. Bis zum 16. Dezember haben wir noch 14 Spiele, danach ziehen wir ein Fazit.“ Also doch… Die Frage ist nur, warum Arnesen sich nicht einfach seinem Vorstandsvorsitzenden anschließt und das Zeitfenster seines Trainers komplett offenlässt. Stattdessen stellt er (diese Formulierung habe ich mir bei meinem geschätzten Kollegen Kai Schiller geklaut) das Zeitfenster zumindest schon einmal „auf Kipp“.

Das wiederum wird beim Thema Arnesen und seine Transfers nicht so einfach. Auch heute musste sich der Däne kritische Fragen gefallen lassen, konterte die aber mit einem Lächeln. Weshalb er einen Berater ohne Lizenz bezahlt habe? „Ich verstehe das nicht, das ist doch keine Story“, so Arnesen wissend, dass der DFB eine von der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV) erstattete Anzeige an den Weltverband Fifa weitergeleitet hat. „Es ist doch alles transparent. Ich glaube, die müssen dem nachgehen, wenn jemand auch nur den leisesten Verdacht äußert. So simpel ist das. Es waren drei Agenten, die einer Firma angehören. Nur der Chef der Firma hat keine Lizenz, die anderen schon.“ Insofern sei es mal wieder viel Gebrüll um nichts. Sagt Arnesen. „Ich muss schon ein bisschen lachen, wenn ich das Theater sehe.“

Das wiederum kann ich nicht. Ich finde es nicht zum Lachen, was sich gerade innerhalb des HSV abspielt. Neben den sportlichen Problemen gibt es offensichtlich eine mal wieder wachsende Zerrissenheit unter den Entscheidungsträgern. Im Aufsichtsrat haben sich längst drei Blöcke gebildet. Während der Großteil dem offiziellen AR-Statement folgt („Es gibt keinen Anlass, an der Integrität Frank Arnesens zu zweifeln“) und immer dabei stur auf fehlende Beweise verweisen, stehen dem Vernehmen nach nur noch wenige der zwölf Kontrolleure auch wirklich bedingungslos hinter Arnesen. Zudem gibt es eine wachsende Zahl Kontrolleure, die den Dänen per sofort loswerden wollen. Klar ist aber, dass dieses Thema nicht abgearbeitet werden kann, solange sich nicht eine Fraktion der Hardliner zum Rückzug entschließt. Und danach sieht es derzeit nicht aus. Im Gegenteil.

Dabei hat der HSV derzeit sportlich genug Probleme. Der Fußball kommt bei der ganzen Vereinsmeierei mal wieder zu kurz. Und das, wo am Sonnabend Größeres auf dem Plan steht: Der Deutsche Meister kommt! Mit dem derzeit besten Stürmer der Liga, wie ich finde. Oder hat jemand Besseres gesehen als das 1:0 am Dienstag in der Champions League gegen Ajax? Mehr noch: wann haben wir so eine Szene das letzte Mal beim HSV gesehen? Ich erinnere mich tatsächlich nicht mehr…

Und das gegen die desolate HSV-Abwehr derzeit. Nur Hoffenheim (11) und Stuttgart (7) kassierten mehr Gegentreffer als der HSV (6). „Wir haben in Frankfurt besseren Fußball gespielt“, lobte Kapitän Heiko Westermann heute, um auch ehrlich zuzugeben: „Nur hinten machen wir einfach noch zu viele Fehler.“ Welche? Viele. Zu viele eben, um Spiele zu gewinnen. Dennoch hat Westermann ein Beispiel parat: „Wir müssen eben in einigen Szenen auch einfach mal den Ball rausschlagen, anstatt ihn immer rausspielen zu wollen.“ So zumindest hätte der HSV in Frankfurt alle drei Gegentore vermeiden können. Zudem ist die HSV-Abwehr alles andere als eingespielt. Bislang spielte noch keine Viererkette in zwei Pflichtspielen nacheinander von beginn an. „Von eingespielt sein kann hier wirklich keine Rede sein“, sagt Westermann, „bislang haben wir sehr viel getauscht.“ Vier Pflichtspiele mit vier Formationen – eine Serie, die am Sonnabend mit höchster Wahrscheinlichkeit auf fünf erweitert wird. So soll Jeffrey Bruma (Fink: „Er hat eine Reizung im Knie. Ich hoffe, dass er am Donnerstag trainieren und dann gegen Dortmund auflaufen kann“) neben Westermann ins Abwehrzentrum rücken, Dennis Diekmeier den Niederländer rechts ersetzen. Auf der linken Seite muss sich Fink wieder dem Ausschlussverfahren bedienen: wer ist weniger ungeeignet? Soll er doch Marcell Jansen nach hinten ziehen, obwohl er vor zehn Tagen das noch kategorisch („Ich wäre ja schön blöd, unseren bislang Offensivstärksten genau da einzusetzen, wo er seine Schwächen hat“) ausgeschlossen hatte? Oder doch wieder Zhi Gin Lam, der alles andere als zu überzeugen wusste? Janek Sternberg jedenfalls scheint keine große Rolle zu spielen, obgleich der Youngster seit ewiger Zeit im Training hinten links spielt. „Ich habe eine Formation im Kopf, die Dortmund schlagen kann“, orakelte Fink heute, ohne preisgeben zu wollen, wer denn nun hinten links beginnen wird. Wie man den BVB schlagen kann? Finks großspurige Antwort: „Das werden sie am Sonnabend sehen. Ich habe da meine Strategie.“

Klingt interessant. Nur zu gern würde ich auch daran glauben. Schon allein, um endlich die von allen Seiten immer wieder als Allheilmittel angeführte „Initialzündung“ zu haben. Und natürlich, um die Uraltserie von 36 unbesiegten Spielen in Folge nicht zu riskieren und schon gar nicht an den BVB (es wäre das 32. Unbesiegte Spiel für die Dortmunder) abzugeben. „Die Wahrscheinlichkeit steigt ja, dass die Dortmunder irgendwann verlieren. Es wäre toll, diese Serie zu unterbrechen. Es spornt ein wenig an.“

Aha. Klingt ja total danach, dass alle megaheiß auf das Spiel sind…

Im Training war davon heute jedenfalls nicht viel zu sehen. Im Gegenteil. Das heute war eine der Einheiten, in der die Probleme besonders offenkundig wurden. Kein Kampf, wenig Tempo – wobei Fink das offenbar so wollte. Zumindest wies er seine Stürmer anfänglich an, den Gegner nicht unter Druck zu setzen und Zweikämpfe zu vermeiden. Allerdings dürfte auch Fink nicht gewollt haben, dass sich diese Körperlosigkeit durch die gesamte Einheit zieht. Vom Kampf um die raren Stammplätze war nichts zu spüren. Im Gegenteil. Bis auf Adler, der immer wieder seine Vorderleute antrieb („Was ist hier los?“), und den gesperrten Petr Jiracek sowie Sternberg, knallte niemand dazwischen. Und das, obwohl fast durchgehend gespielt wurde. Das war wirklich nichts heute. Dachte ich. Allerdings sieht das HSV-Kapitän Heiko Westermann anders: „Die Stimmung bei uns ist wirklich gut“, widerspricht der HSV-Vorarbeiter meinen dunklen Vorahnungen, „die nächsten Spiele werden sicher ganz schwer. Gegen Dortmund sind wir ganz klar Außenseiter. Aber wir haben jetzt die Qualität, um alle Gegner schlagen zu können.“

Und während Westermann angespannt und etwas genervt wirkte, mal wieder zu erklären, weshalb etwas nicht läuft beim HSV, versuchte sich Fink wieder in dem, was er am besten kann: im Optimismus verbreiten. „Wenn der Deutsche Meister kommt, ist das doch was Tolles“, so der HSV-Trainer, „dazu ein ausverkauftes Haus und einige Spieler, die ihr erstes Heimspiel spielen. Und: Wir haben nichts zu verlieren.“ Nichts? Außer drei Punkte…

Aber okay, Fink wollte die Außenseiterrolle seiner Mannschaft offenbar nur symbolisieren. Ob er sich und seine Mannschaft damit nicht zu klein redet? „Nein. Wir werden versuchen, nach vorne zu spielen. Das können wir auch. Wir wollen Dortmund ärgern und dabei die Fans von beginn an mitnehmen. Wir wollen Spaß haben.“

So, wie die geballte Prominenz am Nachmittag bei der Ehrung von Willi Reimann, Thomas von Heesen, Udo Bandow und Günter Netzer sowie postum Fritz Laband und Branko Zebec. Da wurde gelacht, gescherzt und sich in den Arm genommen. Allerdings machten sich auch die alten HSV-Granden Sorgen um den HSV. „Es ist nicht schön, was beim HSV passiert“, fasste es der ehemalige Weltklassespieler und HSV-Manager Günter Netzer zusammen, „aber natürlich ist das alles noch zu reparieren. Es kann doch aber nicht sein, dass der HSV noch einmal etwas mit dem Abstieg zu tun haben wird.“ Netzer schien keine Erklärung für die Sorgen des HSV zu haben. „Es ist eine Leidensgeschichte in diesen Wochen. Aber der Verein wird nicht mit dem Abstieg zu tun haben, wenn alle mitziehen.“ Zumal Netzer als alter Mittelfeldstratege einen Lichtblick ausgemacht hatte: „Rafael van der Vaart ist eine wundervolle Verpflichtung die dem HSV sehr gut tun wird. Aber er wäre mit der Aufgabe überfordert, es alleine schaffen zu müssen.“ Von Heesen ging im Spaß sogar noch einen Schritt weiter: „Man wundert sich eigentlich nur, dass van der Vaarts Fuß hier noch nicht verewigt wurde“

Kommt noch. Da bin ich mir absolut sicher. Zumal dann, wenn van der Vaart am Wochenende den ersten Saisonsieg einläutet…

In diesem Sinne, bis morgen. Dann mit leider nicht öffentlichen Training.

Scholle

P.S.: Bei der 125-Jahr-Gala am 29. September komplettiert Sylvia van der Vaart das Moderatoren-Team um Alexander Bommes, Judith Rakers und Reinhold Beckmann. Otto Waalkes führt ein 15-Minuten-HSV-Special auf und ehemalige HSV-Größen wie Barbarez, Töfting und Meijer treten gegen ein Team aus Olympioniken an. Für die Veranstaltung sind noch 2000 Tickets zu erwerben, 10000 sind bereits verkauft.

Rudnevs trifft doppelt beim 10:0 gegen Zillertalauswahl

8. Juli 2012

Es war der letzte Abend des Trainingslagers in Marbella. Der HSV hatte uns Journalisten zum Abschluss in ein nettes Restaurant eingeladen. Eine gemütliche, ungezwungen Runde sollte es werden – und die wurde es am Ende auch. Allerdings musste einer anfänglich leiden: Nikola Vidovic. Der Arme hatte sich neben den Trainer gesetzt, und hatte links neben sich noch einen Platz frei. Und das war meine Chance. Mit allen aus dem Trainerstab hatte ich schon gesprochen, nur mit dem Fitness-Guru noch nicht. Ich setzte mich also neben Vidovic, was diesen wiederum Böses erahnen ließ. Ein Journalist, der ihn nicht kennt, sitzt die nächsten zwei, die Stunden neben ihm. Da waren Fragen programmiert. Und der kroatische Kickboxmeister galt bis dahin nicht unbedingt als Mann der vielen Worte. Finstere Blicke aber hatte er parat. Für lau.

Allerdings änderte sich das relativ schnell. Zu meinem Glück. Über den HSV kommend, gelangten wir schnell bei seiner Geschichte. Und die hatte es in sich. Ihr könnt ja mal seine Heimatstadt googlen. Gebt Vukovar und „Bilder“ ein, dann könnt ihr schon erahnen, was mir der damals noch relativ frische HSV-Fitnesstrainer erzählte. Die grausame Geschichte des Bürgerkrieges, bei dem sein Heimatort von 6000000 (in Worten: sechs Millionen!!) Granaten zerbombt wurde. 84 Tage lang bombardierten Serben die Grenzstadt, bis am Ende nur noch 2000 von anfänglich über 40000 Einwohnern übrig blieben. Von diesen wiederum wurden 1500 in Arbeitslager verfrachtet und weitere 300 auf einem offenen Feld hingerichtet und in einem Massengrab vergraben. Eine brutale Geschichte, an die lediglich die früher sonntäglichen Geschichten vom Opa meines besten Freundes Marc Schemmel herankamen. Und Opa Schemmel, ein Mann mit imponierendem Format, war während des zweiten Weltkrieges Gefangener im KZ Neuengamme…

Warum ich Euch das alles erzähle?

Weil ich hoffe, Euch so ein besseres Bild von dem engen Vertrauten des Trainers zu machen. Denn dieser Nikola Vidovic ist ein Selfmade-Mann. Einer, den nach eigener Aussage nichts mehr erschüttern kann. Er hatte damals alles verloren. Familienangehörige, sein Heimatstadt, und seinen hart erarbeiteten Job als Fitnesscoach der kroatischen Nationalmannschaft. Sein gerade beendetes Studium der Sportwissenschaften war plötzlich nichts mehr wert – denn Vidovic flüchtete nach München. Hier angekommen, fing er zunächst als Türsteher im Szene-Club „P1“ an. Über Kontakte wurde er zudem tagsüber als Fitnesstrainer im Fitnessclub Grünwald angestellt, wo er letztlich Thorsten Fink kennenlernte. „Ich hatte in Deutschland bei null beginnen müssen. Nein, bei minus zehn“, erzählt Vidovic heute, „aber ich war es gewohnt, mich durchzukämpfen.“

In Kroatien hatte das begonnen, als er grundlos verprügelt und schwer verletzt worden war. Anschließend schwor sich Vidovic, der damals Basketball spielte, sich fortan selbst beschützen zu wollen. Er begann mit Selbstverteidigung, lernte Kickboxen. „Ich war schon immer ein Sportjunkie. Ich kann nicht ohne Sport“, so Vidovic, der dieses Selbstlob beeindruckend untermauerte, indem er sich letztlich den kroatischen Kickbox-Meistertitel sicherte. „Ich bin kein Freund von halben Sachen“, so die simple Erklärung des Mannes für die Überstunden. „Der ist immer da, wenn du ihn brauchst“, hatte mir David Jarolim zuletzt erzählt, bei dem das oft nötig war. Ebenso wie bei Gojko Kacar vor seiner Verletzung sowie Mladen Petric und aktuell Maxi Beister. „Sie wollten Extraschichten machen, Boxen lernen. Das mache ich nach den Einheiten“, so der 48-Jährige, dessen Kraftausdauer beim HSV trotz des derben Altersunterschiedes noch kein Spieler erreicht hat.

Zumindest erzählen die Spieler das so. Voller Respekt. Denn Vidovic ist nicht einer, der mit einer Trillerpfeife im Mund die Spieler quält. Nein, er macht alle Übungen selbst mit – oder zumindest vor. „Zeigen ist besser als 1000 Worte. Zum einen lernen es die Spieler so schneller, zum anderen sehen sie, dass ich weiß, wovon ich spreche.“ Dass das wiederum bedeutet, dass er selbst immer topfit sein muss – für Vidovic kein Problem. „Ich will mich ja fit halten. Ich muss es sogar. Ich kann eben nicht ohne. Nicht mal Heiligabend…“

Das für Vidovic diese Sommertage wie Weihnachten sind, hat einen anderen Grund. Mit einem breiten, zufriedenen Grinsen erzählt er: „Es ist das erste Mal beim HSV für mich, dass ich eine richtige, komplette Vorbereitung gestalten kann. Und ich will die Spieler stärker machen.“ Denn da ist nach seiner Auskunft noch Luft nach oben. „Alle haben ihr Programm in der Pause gut absolviert. Und wer noch etwas nachzuholen hat, der kommt eben zu mir in die Extraschicht.“ Dort wiederum muss Vidovic auch immer wieder Spieler wegschicken. „Tolgay Arslan will sehr viel. Da muss ich aufpassen, dass die Dosis stimmt. Genau so bei Heung Min Son, den ich immer eher etwas bremsen als puschen muss. Und Paolo Guerrero natürlich“, sagt Vidovic und lacht: „Der ist auch manchmal etwas zu motiviert. Vielleicht niete ich ihm ja demnächst einen Yoga-Kurs an…“

Sehr zufrieden ist Vidovic auch mit den drei Neuen. Insbesondere Rene Adler hat es dem Kroaten angetan. „Rene ist richtig gut drauf. Der hat sehr gut gearbeitet in den letzten Monaten, das sieht man. Rene ist sehr stabil.“ Und sehr präsent, wie zuletzt auch an dieser Stelle immer wieder berichtet wurde. Heute kam der 27-Jährige zu uns in die Runde. Und er lieferte einen Auftritt ab – entschuldigt, dass ich schon wieder so ein Kompliment machen muss -, der meinen ersten sehr guten Eindruck von ihm bestätigte. Der ehemalige Leverkusener ist nicht mehr der ehemalige Leverkusener. Den Blick zurück meidet er, den Blick in den Spiegel genießt er hingegen. Insbesondere, wenn er seine HSV-Klamotten trägt. „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diesen Anblick genieße. Die Klamotten stehen mir. Mehr noch: Mir kommt es sogar schon so vertraut vor, als wäre ich schon Jahre hier.“

Ist er aber nicht. Dafür aber hat die Nummer 15 (sollte Drobny doch noch den Verein wechseln, erhält er dessen Rückennummer eins) bereits in den ersten sieben Tagen eine Führungsrolle eingenommen. „Rene verfügt über fußballerische Fähigkeiten, wie es nur wenige Torhüter haben“, hatte uns Torwarttrainer Ronny Teuber erzählt, „und das merkt man auch in seinen Ansagen. Er ist eben ein Fußballer, der ein richtig gutes Auge hat, Situationen gut einschätzt und entsprechend seine Vorderleute dirigiert.“ Kurz gesagt: Adler ist der erste Spieler der Sorte Führungsspieler, wie sie Trainer Thorsten Fink unlängst gefordert hatte.

Und diese Rolle gefällt Adler. „Ich werde nicht in diese Rolle gedrängt. Ich finde es einfach selbstverständlich, von hinten zu dirigieren, weil ich von dort alles vor mir habe. Ich habe als Torwart doch den besten Blick auf das Geschehen, daher ist es nur logisch, dass ich versuche, zu führen. Ich fühle mich dazu verpflichtet. Und ich trage gern Verantwortung.“ Dass dies auch mal unangenehme Gespräche bedeutet, schreckt ihn nicht ab. „Da musst du auch schon mal jemanden zusammenscheißen, ganz klar. Aber du musst auch wissen, wie du mit wem redest. Es ist eher kontraproduktiv, wenn du jemanden zusammenstauchst, der danach Zitterfüße bekommt. Aber all das werde ich mir während der Vorbereitung erarbeiten. Auch dafür sind diese Wochen.“

Es sind notwendige Wochen, wie das Spiel gegen den TSV 1860 Rosenheim zeigte. Insbesondere spielerisch hapert es beim HSV noch. Und das, obwohl Fink gerade die spielerische Komponente hervorheben will. Um hier fundierter nacharbeiten zu können, reiste Spielanalyst Sören Meier extra mit ins Trainingslager nach Österreich. Neben den Testkicks sollen auch alle Einheiten auf dem Rasen aufgezeichnet werden, um sie anschließend auszuwerten.

Wobei der Test gegen die Zillertalauswahl nicht als wertvoll erachtet werden kann. Was allerdings diesmal nicht am HSV, sondern an der Ortsauswahl lag, die maximal Bezirksliganiveau hatte. Dennoch war es ein Laune machender Nachmittag bei bestem Sommerwetter in dem schmucken, kleinen Jahnstadion in Hippach. Das lag vor allem an der guten Stimmung der rund 1000 Anhänger. Das Spiel hingegen begann mal wieder sehr schleppend. Erst in der 21. Minute traf der als hängende Spitze aufgebotene Robert Tesche zum 1:0. Und während in der 23. Minute sogar der Ausgleich hätte fallen müssen. Jeffrey Bruma unterschätzte einen Freistoß und der dahinter postierte Zillertaler hätte nur mit dem Kopf ins Tor verlängern müssen, köpfte jedoch Rene Adler direkt in die Arme. Besser machten es Berg (24.) und noch mal Tesche (42.), die das Halbzeitergebnis auf 3:0 hochschraubten. Erst in der zweiten Halbzeit, in der die Amateurauswahl einbrach, drehte der auf allen elf Positionen ausgetauschte HSV auf. Maxi Beister (54., 89.), Macauley Chrisantus (61.), Tolgay Arslan (63., 83.) und Artjoms Rudnevs (76., 80.) trafen zum 10:0-Endstand.

Was wir aus dem Spiel mitnehmen können? Nicht viel. Außer einem Sonnenbrand bei dem einen oder anderen Zuschauer. Wir Journalisten hatten uns alle eingecremt. Weil Rene Adler das vorher angesagt hatte. Der Mann übernimmt eben Führung. In allen Bereichen.

In diesem Sinne, bis morgen! Sonnige Grüße aus dem schönen Zillertal,

Scholle

HSV: Adler (Mickel) – Lam (Norgaard), Bruma (Mancienne), Besic (Sternberg), Aogo (Jansen) – Sala (Skjelbred), Westermann (Steinmann) – Töre (Chrisantus)Tesche (Arslan), Son (Beister) – Berg (Rudnevs).
Die Spieler in Klammern sind allesamt in der 46. Minute eingewechselt worden.

HSV-B verliert gegen Kopenhagen 2:3

20. Februar 2012

Das Werder-Spiel gehört der Vergangenheit an, dieses 1:3 ist abgehakt: „Das muss doch ganz schnell gehen, denn das nächste Spiel steht ja bereits am Freitag auf dem Plan. Deswegen können wir uns mit der Niederlage doch nicht mehr so lange beschäftigen. Wir haben das per Video aufgearbeitet, und nun blicken wir der Partie gegen Mönchengladbach entgegen“, sagte Thorsten Fink am Mittag. Stunden später gab es aber zunächst das Testspiel gegen den FC Kopenhagen. Das heißt: Die Spieler, die gegen Werder spielten, die gingen auf einen 45-Minuten-Lauf im Volkspark (Fink: „Ein guter Lauf ist gesund“), zuvor wurde von allen im Kraftraum gearbeitet. Bis auf Mladen Petric, der einen Bluterguss im Oberschenkel hat und deshalb pausierte. Und die Reservisten durften dafür dann gegen die Dänen ran, verloren diese Partie aber mit 2:3.

Die B-Elf begann mit Neuhaus, Skjelbred, Bruma, Mancienne Sternberg; Tesche, Kacar; Son, Ilicevic; Arslan; Berg.
Kopenhagen ging in der 13. Minute in Führung. Vorausgegangen war ein kapitaler „Bock“ von Torwart Sven Neuhaus, der Jeffrey Bruma den Ball zentral 22 Meter vor dem Tor zu spielte, obwohl drei Dänen um den Niederländer herum standen. Prompt passierte das, was auch passieren musste – Bruma verlor die Kugel, einmal hielt Neuhaus noch, dann traf Pape Diouf.

Der HSV tat sich schwer, ins Spiel zu kommen, die Dänen waren in den ersten 25 Minuten besser, aber dann. Die erste Hamburger Chance hatte Ivo Ilicevic, der halbrechts allein auf das Tor zu, doch Torwart Christensen konnte abwehren. Vielleicht wäre ein kurzer Querpass zum mitgelaufenen Son angebrachter gewesen, als es allein zu versuchen – aber vorher hatte es eine solche Szene schon einmal umgekehrt gegeben, als Son eigensinnig schoss.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nach einem Ilicevic-Freistoß (halbrechts, 30 Meter) kam Bruma frei zum Kopfball, traf die Kugel aber nicht richtig, sodass Christensen halten konnte (29.). Bei der folgenden Ecke kam Michael Mancienne zum Kopfball, wieder gehalten. Und 60 Sekunden später hieß es dann 1:1. Eckstoß Tolgay Arslan, Kopfball Gojko Kacar (war vor Christensen am Ball), der Ausgleich.

Marcus Berg hatte – nach einem sehr guten Pass von Robert Tesche – in der 36. Minute das 2:1 auf dem linken Fuß, schoss aber zu hoch; Eckstoß, weil Christensen noch eine Hand dran hatte. Der Ball hätte aber ohnehin nicht den Weg ins Tor gefunden. Kurz vor der Pause vergab Son nach einem sehenswerten Doppelpass mit Berg das 2:1, allein vor dem FCK-Tor blieb wieder Christensen der Sieger (42.). Zu lässig verschenkt.

Aus der Pause kamen wieder die Dänen etwas besser, aber die erste große Tormöglichkeit hatte der HSV: Ilicevic schickte Arslan, der umkurvte Torwart Christensen, traf aber nur das Außennetz. Trotz allem gab es großen (und verdienten) Beifall der (von mir geschätzt) 300 Zuschauern (54.).

In der 61. Minute gab es zwei Auswechslungen beim HSV: Kacar und Ilicevic, es kamen Zhi Gin Lam und Muhamed Besic. Letzterer ging auf die rechte Außenposition der Viererkette, die nach dem Seitenwechsel Tesche eingenommen hatte – Skjelbred ging dafür auf die Sechs. Letzter Wechsel beim HSV in der 79. Minute: Kevin Ingreso kam für Sternberg.

Für Besic begann das Spiel bravourös, denn auf Zuspiel von Janek Sternberg kurvte Besic fünf Meter vor dem FCK-Strafraum von rechts zur Mitte (wie weiland Helmut Rahn), es folgte ein Linksschuss – der in den Winkel flog. Um es mit Oskar Klose (eine ehemaliger und großer Radio-Reporter) zu sagen: „Das war ja ein Ball, den Christensen in seiner Gefährlichkeit ein wenig unterschätzt hatte . . .“ Der Keeper griff, griff und griff, so als wolle er Schmetterlinge fangen – Tor. Trotz allem: ein sehr schönes Tor.

2:1 für den HSV in der 64. Minute, doch vier Minuten später stand es auch schon 2:2. Kopenhagens Nordstrand (heißt tatsächlich so) hatte knallhart getroffen.

Auffällig beim HSV: Tolgay Arslan, der sich zeigen wollte (und es auch tat), dann auch Michale Mancienne, der kaum einen Fehler beging. Dazu hatten Gojko Kacar und Ivo Ilicevic einige gute Szenen mehr als andere Kollegen. Ab und an blitzte auch bei Heung Min Son etwas auf, aber er kann trotz allem mehr.

Sven Neuhaus im Tor sah nicht immer souverän aus, aber eines muss auch noch hinzu gefügt werden: mit dem Fuß ist er manchmal zu lässig. Wenn er seinen gedeckten Vorderleuten den Ball in die Füße spielte, brachte er sie mitunter arg in Bedrängnis. Muss ja nicht sein . . . Am 2:3 in der 81. Minute, wiederum von Nordstrand erzielt, war Neuhaus allerdings schuld- und machtlos.

Für Schiedsrichter-Fans sei am Rande gesagt: Das Spiel wurde von Harm Osmers geleitet. Der junge Mann ist nicht verwandt oder verschwägert mit dem früheren Bremer Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers (erinnert Euch an das Helmer-Phantom-Tor bei Bayern gegen Nürnberg), Harm Osmers trägt rein zufällig diesen Namen – und kommt aus Hannover.

Zurück zur ersten Mannschaft und damit zur Bundesliga-Saison.

Der HSV auf dem Weg zur grauen Maus? Viele haben anscheinend Angst davor, dass der HSV nur noch „austrudeln“ lässt . . . Weil es weder groß nach oben noch groß nach unten geht. Thorasten Fink aber sieht das etwas anders: „Ich sehe das anders, denn nach unten geht ja immer was. Wenn man nun verliert, dann steht man zu Hause gleich wieder unter Druck. Wir haben auch vor dem Bremen-Spiel schon gesagt, dass wir unten noch nicht ganz raus sind. Wir haben uns mal etwas Luft verschafft, aber wir wollen unter die Top Ten, und da sind wir noch nicht. Von daher haben wir noch große Ziele in den nächsten Wochen, ich auf jeden Fall mit der Mannschaft, denn sie hat das Potenzial, um noch weiter nach oben zu kommen.“

Dann rudert Thorsten Fink noch ein wenig zurück: „Das darf auch nicht so falsch rüberkommen, wenn ich mal sage, dass wir noch nicht reif für Europa sind. Ich sage mal, dass meine Mannschaft dazu nicht zu schlecht ist, nur müssen wir alles noch weiter einspielen. Solche Ziele anzupeilen geht nur, wenn man eingespielt ist, wenn man sicher ist, wenn man auch dann, wenn man zurück liegt, seine spielerische Linie durchzieht. Da braucht man gefestigte Leute, und das geht auch nur, wenn man lange mit den Leuten gearbeitet hat – oder es kann. Die Leute müssen vertrauen in das System haben, und das geht nicht innerhalb von ein paar Wochen. Die Mannschaft hat aber schon das Potenzial, höher zu spielen als jetzt. Es gibt aber immer wieder Kleinigkeiten zu verbessern, und daran werden wir arbeiten.“

Das beste Beispiel für Fink ist der kommende Bundesliga-Gegner. Borussia Mönchengladbach spielte in der vergangenen Saison gegen den Abstieg, steht nun aber vor dem Einzug in die Champions League. Fink: „Daran sieht man, dass sich alles erst entwickeln muss.“ Und: „Die Gladbacher spielen schnell, spielen immer schnell nach vorne, sind konterstark, können aber auch vorne das Spiel machen. Sie können defensiv gut spielen, die Spieler passen alle sehr gut zueinander, das Team hat einen guten Charakter. Und das reicht dann schon oft aus, vorne mit zu spielen, denn andere Mannschaften, die man vorne erwartet haben, schwächeln eben das eine oder andere Mal.“

Dass der HSV aber in Mönchengladbach „etwas holen“ kann oder auch wird, damit ist im Moment ja wohl nicht zu rechnen, denn erstens Ist die Borussia vom Kaliber her mit Dortmund, Bayern und auch ein wenig mit Bremen anzusiedeln, außerdem hat der Tabellenzweite derzeit ja einen sensationellen Lauf. Trotzdem denkt Thorsten Fink ein wenig anders über die kommende Partie: „Wir haben in Gladbach nichts zu verlieren, können da befreit aufspielen – wer rechnet schon damit, dass wir dort gewinnen? Das aber könnte unser Vorteil sein, wir können dort frech aufspielen, und wer weiß, was dann für uns dabei herausspringt? Wir haben ja, nur weil wir nun ein Spiel verloren haben, nicht unser Selbstvertrauen eingebüßt. Wir hatten davor doch dreimal super gespielt und schon Konstanz gehabt – das war ja schon ganz gut.“

16.59 Uhr

Mit Jarolim gegen Oldenburg

29. Juli 2011

Keine Angst vor großen Tieren. Obwohl es ja für den HSV erst einmal gegen die „kleinen Tiere“ geht, nämlich im DFB-Pokal gegen den VfB Oldenburg. Aber darum ging es im heutigen Abschlusstraining nicht vordringlich. Es war nur eine putzige Szene, die mich an die „Angst“ erinnerte: Als auf drei Stationen „Sechs gegen Zwei“ gespielt wurde, herrschte beste Stimmung auf dem Rasen, es wurde gelacht, gescherzt und geflucht. Letzteres von jenen Spielern, die in den Kreis mussten – um dort hinter dem Ball herzujagen. Bei acht Leuten war es besonders heiter und laut, das gab es mitunter das reinste „Indianergeheul“ zu hören: Eljero Elia, Romeo Castelen, Änis Ben-Hatira, Jaroslav Drobny, Ashton Götz, Janek Sternberg und Torwarttrainer Ronny Teuber. Und nun zu jener Szene mit „keiner Angst“. Als Drobny in der Mitte war, der Ball hoch oben in der Luft, da sprang der mindestens einen Kopf kleinere Ashton Götz dem langen Keeper so vehement in die Seite, dass der größte Mühe hatte, seinen körperlichen Vorteil auszunutzen. Keine Angst vor großen Tieren eben – der Kleine ging mächtig zur Sache. Machte er übrigens nicht nur in dieser Szene, ich hab den Eindruck, dass der 18-Jährige immer selbstbewusster wir und deshalb frisch und unbekümmert mit – und aufspielt. Und ich habe mir dabei gedacht: Da kommt mal wieder einer, bei dem man die Hoffnung hat, dass er sich bis ganz oben durchbeißt. Obwohl das sicher noch dauern wird.

Das Programm von heute: Erst wurde sich warmgelaufen, dann gab es Direktspiel, Pässe in den Fuß des Mitspielers, dann bat Konditionstrainer Günter Kern zum Hügel, an dem es fünf Minuten lang kurze Sprints gab – es folgte „Sechs gegen Zwei.“ Zum Abschluss wurden Spielzüge eingeübt, Standards geschlagen, die Abseitsfalle geübt (!) – und es gab auch ein Abschlussspielchen. Um 12.09 Uhr verteilte Trainer Michael Oenning die roten Hemden – für die Stammformation. Wobei alle Trainingskiebitze ganz genau hinsahen, ging es doch um die Frage: Robert Tesche oder David Jarolim? Nachdem Dennis Aogo, Mladen Petric und Heung Min Son ihre Hemdchen schon einkassiert hatten – gab es das „Rot“ auch für? And the winner is: „Jaro“. Vorläufig jedenfalls.

Zwei Szenen hatten vor dem Spiel noch für Erheiterung gesorgt: Als Son ein Abpraller vor die Füße flog, da flog ihm auch Drobny entgegen – der Torwart hatte einen Nachschuss des Südkoreaners erwartet. Son aber täuschte den Schuss nur an, Drobny flog „falsch“ – und Son schob den ball lässig in die Mitte, wo Petric vollendete. Die Fans lachten und freuten sich, am lautesten aber lachte Eljero Elia, der mit dieser Finte von Son wohl auch nicht gerechnet hatte. Gut gemacht! Und den Hoch-und-Weit-Preis des Tages gab es für Gojko Kacar, der den Ball aus kurzer Entfernung nicht nur über das Tor setze, sondern auch über den Fangzaun. Das war eine Kunst. Der Serbe hielt sich entsprechend die Hände vor sei Gesicht. Romeo Castelen hatte eine ähnliche Szene, schaffte es aber nicht, den großen Zaun zu überwinden, es fehlten ein, zwei Zentimeter.

Beim Spiel selbst schoss dann Mladen Petric (nach einem herrlichen Töre-Pass) das einzige Tor – indem er den Ball mit der Sohle an dem herausstürzenden Tom Mickel vorbeizog und aus spitzem Winkel einschoss. Da gab es donnernden Applaus von den Rängen.
Und gestaunt wurde auch noch danach, als es zur Entspannung ein kurzes, aber heftiges Scheibenschießen“ gab. Große Bewunderung erntete zuerst Janek Sternberg, der den Ball gegen Mickel in den oberen linken Winkel schlenzte – herrlich. Auch Petric gelang später noch ein ähnlicher Treffer.

Etwas zurückhaltender war an diesem Tag Heung Min Son. 18 Tore hat er in der Vorbereitung erzielen können, in Oldenburg soll diese Serie fortgesetzt werden. „Unsere Mannschaft ist bestens vorbereitet, wir haben ordentlich Gas gegeben – und wir haben trotzdem immer unseren Spaß gehabt, jetzt kann es losgehen“, sagt Son erwartungsfroh und führt an: „Ich weiß nicht, ob wir besser als in der vergangenen Saison werden, aber ich hoffe es.“ Hat er sich ganz sicher vorgenommen, weiterhin viele Tore für den HSV zu schießen, aber er hält den Ball flach: „Wichtig ist nicht, ob ich Tore schieße, sondern wichtig ist nur, dass wir als Mannschaft Erfolg haben. Ich hoffe, dass wir mit dem Gewinnen schon morgen beginnen.“

Vor einem Jahr hatte Son in der Vorbereitung auch ähnlich gut getroffen, und dann verletzte er sich im Saisoneröffnungs-Spiel gegen Chelsea schwer, zog sich einen Bruch des Mittelfußes zu. Diesmal kommt die Saisoneröffnung erst am Dienstag, im Spiel gegen den FC Valencia. Spielt er mit? Er sagt: „Natürlich, keine Frage. Daran, dass ich mich erneut schwer verletzen könnte, denke ich überhaupt nicht. Das wird nicht mehr passieren.“ Die Fans würde es sicherlich erfreuen, wenn Son fit und frisch in die Saison starten könnte, denn er ist inzwischen der Hamburger Publikumsliebling geworden. Er sagt: „Ich freue mich, wenn sich die Fans freuen, und wir spielen ja auch viel für sie, damit sie Spaß und Freude haben. Und ich will einfach nur Spaß haben, wenn ich Fußball spiele, das ist mir wichtig.“

Und das kann man auch sehen. Er gibt auch im Training immer alles – mit Spaß. Und es ist ihm egal, auf welcher Position er zum Einsatz kommt: „Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt, und ich gebe dann mein Bestes. Ich habe kein Problem damit, wenn ich nicht in der Spitze spiele, ich kann es auch links oder rechts, oder auch hinter der Spitze. Alles kein Problem für mich.“

Hauptsache Spaß. Und Hauptsache Sieg.

So sieht es wohl auch bei Dennis Aogo aus. Der Nationalspieler gehört ja noch immer jenem Kreis an, aus dem der Trainer in der kommenden Woche den Kapitän bestimmen wird. Und ganz sicher ist es auch so, dass Aogo in der Hierarchie der neuen HSV-Mannschaft einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Der Mann hat einfach immer etwas zu sagen. Und ich finde das ausgesprochen gut so, denn je mehr Spieler Verantwortung übernehmen, umso besser ist es um den Teamgeist beim HSV bestellt. Und ich habe nicht erst seit der „Neuzeit“ beim HSV, die mit dieser Mannschaft Einzug gehalten hat, den Eindruck, dass sich Aogo um einen besseren Zusammenhalt in der Truppe bemüht.

Zum Pokalspiel an diesem Sonnabend sagt Aogo: „Über den Pokal gibt es den schnellsten Weg nach Europa, deswegen sollten wir uns da richtig gut drauf konzentrieren. Und nicht durch Leichtsinnigkeit früh ausscheiden. Ich nehme den Wettbewerb sehr, sehr ernst, ich nehme auch die kleinen Gegner sehr ernst, es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Großer an einem Kleinen scheitert. Deswegen gilt meine ganze Konzentration diesem Spiel. Die Spieler des VfB Oldenburg werden wie um ihr Leben kämpfen, das sollten wir wissen.“

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Es war schön zu sehen, wie Michael Oenning heute nach dem Training seine Mannen noch einmal um sich versammelte. Alle saßen (im Halbkreis) auf dem Hosenboden, Oenning kniete vor seinen Spielern – und erzählte (wohl) von dem, was er erwartet, was seine Mannschaft erwartet, vielleicht auch von der Wichtigkeit dieses Wettbewerbs. Wie schön wäre es, wenn alle, wirklich alle ganz genau zugehört hätten . . .

So wird der HSV morgen spielen: Drobny; Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo; Kacar, Jarolim; Töre, Son, Elia; Petric.

So, schnell noch eine Nachricht des HSV (bezüglich der nächsten Woche):

Am kommenden Dienstag (Anstoß 19.15 Uhr) feiert der HSV seine offizielle Saisoneröffnung mit einem Testspiel gegen den FC Valencia. Für die Partie gegen den spanischen Champions-League-Teilnehmer wurden bislang 24 000 Tickets verkauft. An den Vorverkaufsstellen sind noch Karten in allen Kategorien verfügbar. Kinder zahlen im Vorverkauf auf allen Plätzen nur acht Euro, Erwachsene zwischen zehn und 35 Euro. An der Tageskasse wird es nur ein begrenztes Kontingent an ermäßigten Tickets geben, weshalb der HSV bittet den Vorverkauf zu nutzen.

Bei der Saisoneröffnung wird neben dem Fußball ein buntes Rahmenprogramm geboten. Bereits ab 16.00 Uhr findet auf der Westplaza eine Aktion vom neuen Exklusiv- und Hamburger Weg-Partner Hanwha Solar statt. Auf der NDR Bühne wird ein DJ schon vor dem Anpfiff für gute Stimmung sorgen. Zum Talk sind Spieler und Verantwortliche des HSV eingeladen. Nach dem Spiel wird Stadionsprecher Lotto King Karl eine gute halbe Stunde seine Songs zum Besten geben. Auch Exklusivpartner Entega beteiligt sich mit einer Eventfläche am Stadiongelände, auf der unter anderem eine Hüpfburg, eine Schussgeschwindigkeitsanlage und eine Torwand auf die Fans warten.

Und noch eine Nachricht vom HSV: Robert Tesche hat seinen bis Sommer 2012 laufenden Vertrag vorzeitig bis zum Jahre 2014 verlängert.

Allen Matz-abbern und Ihren Lieben ein wunderschönes (und erfolgreiches) Wochenende.

17.44 Uhr

3:1 und 1:3 in den Niederlanden

23. Juli 2011

„Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden einig sind, ist ein verlorener Abend.“

Sagte einst Albert Einstein.

Der HSV ist noch nicht abgestiegen, der HSV spielt immer noch in Ersten Bundesliga – und ich bin immer noch guter Hoffnung. Trotz des „Schlachtfestes“. Ich will mich auch nicht groß rechtfertigen, ich will erst recht nicht zurückrudern, ich will nur sagen: Dieser HSV ist meiner Meinung nach noch nicht in der Lage, Deutscher Meister zu werden. Richtig? Und dann möchte ich sagen, dass mir deswegen angst und bange wird, weil in der vergangenen Saison auch Klubs in Abstiegsgefahr waren, die damit niemals gerechnet hätten: Stuttgart, Wolfsburg, Schalke, und, und, und. Und das könnte immerhin auch dem HSV passieren. Und das hat nichts damit zu tun, dass im Trainingslager Zillertal sehr gut gearbeitet wurde. Bundesliga ist kein Kindergeburtstag – lasst uns doch alle mal abwarten.

So, alles andere überlasse ich jedem von Euch.

Zum Turnier in den Niederlanden. Der HSV trat am Abend gegen den Viertliga-Vertreter VV Berkum mit folgender Mannschaft an:
Hesl, Götz, Labus, Sternberg, Jansen; Jarolim, Besic; Castelen, Nagy, Behrens; Ben-Hatira.
Dieses Team spielte auch gegen Zwolle, es gab keinen Wechsel.

Die erste Mannschaft des HSV hatte zuvor 90 Minuten lang im Stadion trainiert, mit von der Partie Mladen Petric, der morgen wohl gegen den FC Groningen spielen wird, und auch Robert Tesche, der zuletzt wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte.

Erfreulich: Romeo Castelen war erstmalig seit dem 20. September 2009 wieder einmal von Beginn an dabei, und der Niederländer war davon absolut begeistert. Vor dem Anpfiff schüttelte er jedem Bekannten lächelnd die Hand – es war vor nur 1200 Zuschauern (darunter 120 HSV-Fans) das Comeback des Jahres. Um es vorweg zu nehmen: Castelen spielte in den ersten 45 Minuten (so lange dauerte die Partie gegen Berkum) unauffällig.

Der HSV gewann diese Auftaktpartie, die teilweise einem Fehlpass-Festival glich, mit 3:1. Und führte dabei schon nach einer Minute und 39 Sekunden 1:0. Das Tor hatte Hanno Behrens erzielt, er nutzte die gute Vorarbeit von Marcell Jansen. Auch auf der Gegenseite klingelte es entsprechend schnell, denn nach zwei Minuten und 33 Sekunden hieß es schon 1:1. Der umjubelte Torschütze der niederländischen Amateur-Truppe war van der Meule. Er profitierte von einer Fehlerkette des HSV, an der Janek Sternberg, Robert Labus und Jansen beteiligt waren. Ohnehin machte die HSV-Defensive in diesem Kick eine denkbar schlechte Figur.

Und die Niederländer wirkten nicht nur übermotiviert, sie waren es auch. Sie gingen teilweise recht robust, überhart und auch unfair zur Sache. Höhepunkt dieser Treterei war ein böses Foul von van Egmond, der David Jarolim ganz übel von den Beinen holte. Der Tscheche musste einige Zeit behandelt werden.

Das zweite HSV-Tor erzielte Änis Ben-Hatira auf Vorarbeit von Daniel Nagy (13.), das 3:1 markierte Muhamed Besic (28.), der von Jarolim und Ben-Hatira in Co-Produktion bedient wurde.

Und nun noch das zweite Spiel:
Der irgendwie unmotiviert wirkende HSV hat gegen den FC Zwolle (Zweite Liga) mit 1:3 verloren. Das Ehrentor erzielte David Jarolim, der nach einem Foul (oder war es eine Schwalbe?) den Elfmeter zum 1:2 verwandelte (35.). Den 1:3-Endstand in diesem sehr mäßigen Spiel markierte der junge Ashton Götz (seit einer Woche 18) mit einem Eigentor.

Jarolim, so interpretiere ich das, spielte 90 Minuten in der „Reserve“, weil Sören Bertram, den eine Magen- und Darm-Grippe plagte, ausgefallen war.

Und noch etwas Erfreuliches:

Die Geburtstagskarte der „Matz-abber“ ist heute DOCH NOCH angekommen! Super. Frau M. hat sich sehr gefreut und bedankt sich ganz, ganz herzlich.

Gute Nacht!

20.18 Uhr

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