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Nullnummer in Köln, der HSV holt einen Punkt

23. August 2014

Das war doch mal ein Saisonauftakt, bei dem nicht groß gemeckert werden kann. Der HSV holt beim Aufsteiger 1. FC Köln mit einem 0:0 einen verdienten Punkt. Davon hatten viele Hamburger Fans vorher geträumt, sie hätten diesen Zähler auch vorher unterschrieben – ob sie es nach den 90 Minuten getan hätten, bleibt fraglich. Der HSV hatte die Kölner meistens unter Kontrolle, geriet selten einmal in Gefahr, hatte seinerseits aber einige gute Möglichkeiten, um auch drei Punkte mit an die Elbe zu bringen. Immerhin keine Niederlage, und wenn jetzt das Heimspiel gegen den zweiten Aufsteiger SC Paderborn gewonnen wird, dann kann doch von einem guten und gelungenen Saisonauftakt gesprochen werden. Wenn. Aber das müsste die HSV-Truppe schon hinbekommen, sie stellte sich am Rhein durchaus verbessert vor, vor allen Dingen in körperlicher Hinsicht. Darauf kann aufgebaut werden, darauf muss jetzt auch aufgebaut werden – endlich einmal wieder auswärts in der Bundesliga nicht verloren.

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Es ist ja aber irgendwie auch tragisch: Da holt der HSV fünf neue Spieler, und nur einer spielt im ersten Bundesliga-Spiel von Beginn an. So gesehen gab es, wie schon beim Pokalauftritt in Cottbus, wieder einmal (nur) den alten HSV zu sehen. Ohne Matthias Ostrzolek, Nicolai Müller, Zoltan Stieber und Cleber hielt der HSV aber den Aufsteiger Köln dennoch bestens in Schach, von Elan, Schwung oder gar Euphorie war bei den Westdeutschen nichts erkennbar. Weil der HSV auch sehr diszipliniert und konzentriert zur Sache ging, das letzte Risiko scheute und sein Spiel mit Bedacht vortrug. Torchancen blieben aber auf beiden Seiten rar. Im HSV-Strafraum gab es in Halbzeit eins nur einmal wirklich Gefahr, aber zum Glück konnte Heiko Westermann in der fünften Minute einen Ball noch soeben aus dem Fünfmeterraum kratzen. Ansonsten blieben die Kölner, bei denen der ehemalige Hamburger Miso Brecko inzwischen Mannschaftskapitän ist, harmlos.

 

Wobei der HSV auch nicht die Gefahr ausstrahlte, die sich Trainer Mirko Slomka wahrscheinlich erhofft hatte. Vorne versuchte sich Pierre-Michel Lasogga als Einzelkämpfer, hatte aber in dem Österreicher Wimmer einen unerbittlichen Gegenspieler, der meistens wie eine Klette an dem HSV-Torjäger hing.

 

Eine Schrecksekunde hatte der HSV in der Anfangsphase zu überstehen, denn in der zehnten Minute signalisierte Rafael van der Vaart zur Bank: „Probleme mit dem rechten Oberschenkel.“ Er schlug dennoch einen Eckstoß von der linken Seite, das war schon verwunderlich. Artjoms Rudnevs machte sich am Rande schon warm, setzte sich aber alsbald wieder auf die Bank, denn der Niederländer hatte sich seine muskulären Probleme offenbar noch aus dem Oberschenkel laufen können. Freistoß auf Freistoß schlug van der Vaart im Laufe des ersten Durchganges vor das Kölner Tor, doch nur einmal kam wirkliche Gefahr auf. Westermann stieg in der 23. Minute am Fünfmeterraum zum Kopfball in die Luft, verfehlte die Kugel aber um Millimeter – und Kölns Keeper Horn hatte das Glück, dass er den Ball noch im Nachfassen unter Kontrolle bringen konnte, fast wäre der Schuss von van der Vaart auf direktem Wege ins Tor geflogen.

 

Danach spielte der HSV deutlich überlegen, ließ die Kölner kaum zur Entfaltung kommen, kreierte aber für sich kaum Torchancen. Es dauerte bis zur 45. Minute, ehe es wieder einmal nach einem HSBV-Tor „roch“. Flanke von Dennis Diekmeier, auf Höhe Elfmeterpunkt legte van der Vaart den Ball per Kopf auf Lasogga ab, der sich direkt versuchte, aber die Kugel nicht richtig traf – sie flog weit am Tor vorbei – Halbzeit.

 

Ein Wort noch zum Unparteiischen Wolfgang Stark (Landshut), der ganz gewiss kein Heimschiedsrichter war und das Spiel aber bestens unter Kontrolle hatte. Nur einen (kleinen) Fehler leistete er sich in der 22. Minute, als der Kölner Lehmann den guten Tolgay Arslan böse foulte, aber die Gelbe Karte in der Tasche des 23. Mannes stecken blieb.

 

Im zweiten Durchgang stürmte der HSV munter weiter. Und hatte gleich zwei sehr gute Möglichkeiten. Ivo Ilicevic flog in eine Rechtsflanke von van der Vaart in den Ball, köpfte aus sieben Metern, aber Kölns Schlussmann Horn stand wieder einmal genau richtig (48.). Und noch einmal Ilicevic, der links in den Strafraum eindrang und den Ball zurück auf van der Vaart legen wollte. Es blieb beim Vorhaben, denn das Spielgerät wurde in letzter Sekunde von einem Kölner abgefangen – bitter (49.). Danach kamen die Aufsteiger zu ihrer ersten Möglichkeit im zweiten Durchgang, als sich Ujah unbemerkt von allen freilaufen konnte. Die Flanke von Halfar kam, aber der Kopfball von Ujah konnte Rene Adler nicht wirklich gefährden, der HSV-Tormann hielt mühelos (51.).

 

Nach 65 Minuten kamen die Kölner mehr und mehr, aber die HSV-Defensive stand eisern, auch wenn es den einen oder anderen Querschläger gab. Große Gefahr ging von den Kölnern aber auch in der Schlussphase nicht aus.

 

“In der zweiten Halbzeit hätten wir ein Tor machen können, wenn nicht sogar machen müssen. Insgesamt bin ich zufrieden, nach 75 Gegentoren in der Vorsaison diesmal zu Null, das war eine ordentliche Leistung und kann sich sehenlassen, wir haben konzentriert gespielt, und man hat gesehen, dass wir marschieren können”, sagte Trainer Mirko Slomka in seinem Resümee.

 

Der HSV mit: Adler; Diekmeier, Westermann, Djourou, Jansen; Badelj, Behrami; Arslan, van der Vaart, Ilicevic; Lasogga.

 

Die Einzelkritik:

 

Rene Adler verbrachte einen geruhsamen Nachmittag, die Kölner stellten ihn vor keine große oder gar riesige Probe.

 

Dennis Diekmeier stellte sich in Köln enorm unternehmungslustig vor, brachte sich immer wieder schwungvoll ein und flankte auch gut. Das war eine sehr ansehnliche Vorstellung.

 

Johan Djourou spielte 90 Minuten souverän, hatte alles im Griff und gefiel auch als Dirigent seiner Abwehr. Kopfballstark. Gegen Ende des Spiels begann er ein wenig zu wackeln.

 

Heiko Westermann spielte sehr konzentriert und überlegt, rettete zweimal in höchster Not – aber ein Ding hat er ha immer, bei dem gezittert werden muss: In der 64. Minute „bediente“ er im HSV-Strafraum den Kölner Halfar, doch dessen Schuss flog hoch und weit am Tor vorbei – zum Glück.

 

Marcell Jansen brachte sich besser als zuletzt in Cottbus ein, hatte nach hinten kaum schwache Szenen, könnte nach vorne aber sicherlich etwas mehr machen. Note drei.

 

Milan Badelj war offenbar bemüht, den schlechten Eindruck aus dem Cottbus-Spiel vergessen zu machen, und das gelang über weite Strecken auch. Dennoch kann er es besser.

 

Valon Behrami war die dominante Persönlichkeit im Mittelfeld, seine defensive Arbeit auf der Sechs ist klasse und zuverlässig. Eine große Stütze.

 

Tolgay Arslan begann stark und konnte diese Leistung auch gut konservieren. Wirkte spiel- und enorm einsatzfreudig, dazu auch trickreich und mitunter aggressiv. Eine gute Mischung, nur muss er die dann auch für 90 Minuten und in den nächsten Spielen an den Tag legen – und nicht gleich wieder übermütig werden.

 

Rafael van der Vaart war der Standard-König, sein linker Spann muss eigentlich geschwollen sein. Note zwei. Gab sich spielfreudig und übernahm auch Verantwortung, auch wenn er sicher noch um einiges besser werden kann. Sah Gelb wegen Meckerns.

 

Ivo Ilicevic begann einsatzfreudig, doch schon nach zehn Minuten tauchte er ab. Im zweiten Durchgang gab er wieder richtig gut Gas, diesmal hielt er länger durch. Insgesamt aber zu ungefährlich, wenn er mit Zug zum Tor unterwegs ist, da muss ganz einfach viel mehr kommen.

 

Pierre-Michel Lasogga mühte sich, brachte aber nichts, wirklich nichts zustande – er ist aber natürlich auch noch lange nicht bei 100 Prozent. Dennoch wichtig, weil er für jede Abwehr eine ständige Gefahr darstellt.

 

PS: Morgen, am Sonntag, soll im Volkspark um zehn Uhr trainiert werden.

 

PSPS: Wir sind jetzt gleich mit „Matz ab live“ auf Sendung, wir sprechen mit Stefan Schnoor und Andreas Fischer über das Köln-Spiel und generell über den HSV.

 

PSPSPS:

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