Archiv für das Tag 'Sözer'

“Hier haben wirklich alle wieder richtig Spaß!”

19. Oktober 2012

Wahnsinn, wie unser Blog-Netzwerk funktioniert. Da stehe ich mit zwei Bloggern, unterhalte mich – und binnen weniger Minuten ist sogar der Inhalt des Gesprächs online. Nicht hundertprozentig korrekt wiedergegeben – aber online und für alle zugänglich. Ebenso wie die beste Nachricht es Tages: Rafael van der Vaart ist fit. „Ich kann spielen, der Trainer hat Grünes Licht, mich aufzustellen“, so der Niederländer auf Nachfrage. Leichte Adduktorenprobleme hätte der Topspieler des HSV nach seinen beiden Länderspiel(tor)en für die niederländische Nationalelf gehabt, wurde gestern mitgeteilt – und heute belächelt. „Ich wusste von Beginn an, dass er spielen können würde“, so Trainer Thorsten Fink mit einem Lächeln, „aber man weiß ja nie. Am Donnerstag haben wir ihn geschont, heute hat er voll mitgemacht. Ohne Probleme. Deshalb ist er am Sonntag auch dabei.“

Van der Vaart machte tatsächlich ohne Probleme mit. Mehr noch: das Abschlussspiel, das die A-Elf haushoch (auch wenn Fink behauptetet, es wäre nur 3:0 gewesen) gewann, dominierte der Niederländer mit seinen Geistesblitzen. Hier mal ein kleiner Stoß mit der Fußspitze, hier ein No-Look-Pass (passen, ohne dabei in die Passrichtung zu gucken) und dort ein Tor – van der Vaart war extrem spielfreudig. „Ich bin in Hamburg wieder fit und glücklich“, so der Mann mit der Rückennummer 23. „Das war in Tottenham auch so – aber hier herrscht ein ganz anderer Druck. Das ist schöner.“ Zumal dem Niederländer das ihm entgegengebrachte Vertrauen, die hohen Erwartungen an ihn sowie natürlich die mit ihm verbundene Hoffnung schmeicheln. Und das ganze Lob scheint nicht abzuebben. Heute wartete ein holländischer Radioreporter auf van der Vaart, um anschließend auch Fink über seinen neuen Top-Scorer zu befragen. Und Fink holte weit aus: „Rafa wollten alle im Klub. Es gibt wohl keinen bei uns, der ihn nicht mindestens einmal angerufen hat, um ihm Hamburg nahezulegen. Und mit ihm haben wir das Winner-Gen dazubekommen. Neben ihm wachsen die anderen, die vorher noch an sich gezweifelt haben. Er ist mein verlängerter Arm, der mir Feedback gibt.“

Worte, die den erfahrenen van der Vaart zwar nicht zwingend die Schamesröte ins Gesicht treiben. Aber sie spornen auch einen Star wie ihn noch an. „Es macht mir auch Spaß hier“, so der Linksfuß, der für seine Pause am Donnerstag die Anstrengungen der letzten Wochen seit Bekanntwerden seines Wechsels zum HSV anführte. „Ich habe sehr viel gespielt und wenig geschlafen. Aber die Pause war nicht nur für den Körper gut, sondern auch für mich“, sagt van der Vaart, dem ich angesichts des heutigen Trainings geneigt war, alles zu glauben. Und ganz ehrlich, sollte ein Tag Pause immer solche Folgen haben, dann bitte, Herr Fink: Schonen Sie Rafael van der Vaart morgen noch einmal. Es lohnt sich…

Wobei, genau das soll zu seiner Zeit beim HSV ein gewisser Bruno Labbadia anders gesehen haben. So zumindest wird sich erzählt. Dass das so nicht wahr ist, dürfte jedem Fußballkenner klar sein. „Der HSV hat sehr teuer aber auch sehr gut eingekauft“, lobt der heutige Stuttgart-Trainer die Verpflichtung eben jenes van der Vaarts, bezieht dabei aber auch Milan Badelj und Petr Jiracek mit ein. „Ich bin auch wenig überrascht, dass der HSV so gut dasteht. Die Mannschaft wurde immer schlechter gemacht, als sie war.“ Und wenn es glücklicherweise in Hamburg schon keiner macht, dann wenigstens die Gegner: „Der HSV hat ganz klar die Möglichkeit, noch viel weiter nach vorn zu klettern. Es ist eine Mannschaft, die in die Europa League kommen kann.“

Ist ja auch nicht sein Druck, den er da aufbaut.

Wobei Labbadia nach seinem verpatzten Saisonstart und seiner drastischen Wutrede vor zwei Wochen beim nächsten HSV-gegner mächtig unter Druck steht. Manager Fredi Bobic leugnet das branchenüblich noch, aber viel erlauben darf sich der VfB nicht mehr, will man dort seinen Trainer behalten. Ob er den Druck spürt? Labbadia verneint: „Ich habe keinen Druck. Ich freue mich auf das Spiel.“

Klar, was soll er auch anderes antworten. Dabei bin ich mir sicher, dass Labbadia weiß, dass eine Niederlage sein Aus besiegeln könnte. Dafür hat der VfB trotz der minimalsten Ausgaben in der Ersten Liga (keiner gab weniger als der VfB _ 200000 Euro – aus) zu hohe Ansprüche. Immerhin sind die Schwaben in der letzten Saison mit einer nahezu identischen Mannschaft in die Europa League eingezogen. Allerdings, und das muss man dazu sagen, hat Labbadia nicht zuletzt durch den Kreuzbandriss Cacaus (Gute Besserng aus Hamburg!) erhebliche Probleme in der Offensive. Inzwischen steht dem akribischen Coach nur noch Vedad Ibisevic zur Verfügung. „Viel darf nicht mehr passieren“, sagt Labbadia, der gern noch einmal kurz vor Transferschluss 17 Millionen Euro wie der HSV ausgegeben hätte. Dennoch, und so war der Ex-Bayern-Profi in Hamburg auch, Labbadia bleibt klar. Loyal eben. „Das wünscht sich natürlich jeder Trainer. Aber ich gehe den Weg des Vereins.“ Und der heißt: Sparen.

Kennen wir doch auch irgendwoher, oder?

Und nur um eines klarzustellen: ich halte Labbadia samt seinem Cotrainer Erdinc „Eddy“ Sözer für einen sehr guten Trainer. Dass er in Hamburg gescheitert ist, hat mich dennoch nicht überrascht, da Labbadia als weitgehend beratungsresistent zu Hamburger Zeiten keinen Sportchef an seiner Seite hatte – wenn man Bernd Hoffmann und Katja Kraus mal nicht als solche werten mag. Aber ich bin mir sicher, dass Labbadia mit Dietmar Beiersdorfer zusammen in Hamburg großen Erfolg hätte haben können. Immerhin bestätigen selbst die Spieler, die bei Labbadia durchs Rost fielen dem Deutsch-Italiener fachliche Qualitäten, wie sie selten zu sehen sind.

Aber okay, wo wir schon bei Konjunktiven sind: Stellt Euch mal vor, Sven Ulreich hätte nicht so hervorragend gehalten in den letzten Jahren. Dann wäre Rene Adler heute nicht in Hamburg.

Warum?

Immerhin verdrängte Ulreich so Bernd Leno beim VfB, den wiederum Leverkusen nach seiner Leihphase unbedingt weiterverpflichten wollte und konnte. Wäre aber Leno zurück nach Stuttgart – Leverkusen hätte Adler wohl niemals ziehen lassen…

Insofern: Danke Sven Ullreich! Danke Bernd Leno!

Ein großer Dank geht auch an Milan Badelj, der am Sonnabend beim Abschlusstraining wieder mitmischen soll und nach eigener Aussage spielen will. Der Kroate ist hart im Nehmen und will trotz Bänderanrisses mit einem bandagierten Knöchel alles geben. „Klar ist aber auch, dass ich ihn nur dann bringe, wenn er 100 Prozent geben kann“, sagt Fink, der die Einsatzwahrscheinlichkeit Badeljs auf 60:40 schätzt. „Es ist eben ein reines Schmerzproblem“, so Fink, wissend, dass Badelj nach eigener Aussage zur Not auch ein, zwei Schmerztabletten nehmen will, um zu spielen.

Sollte Badelj wider Erwarten nicht auflaufen können, will Fink wie heute im Abschlussspiel auflaufen. Soll heißen: Jiracek rückt ins zentral-defensive Mittelfeld und Maxi Beister auf die linke Außenbahn. Das Riesentalent hat seine Rückenprobleme („Ich habe mir einen Nerv eingeklemmt, den wir mit zweimal Physio und Strombehandlung in den Griff bekommen haben“) auskuriert und brennt auf seine Chance. „Ich habe immer gesagt, dass ich geduldig bin“, sagt Beister und lacht dabei, „vielleicht bekomme ich ja jetzt meine Chance.“

Wie Beister herrschte heute bei den HSV-Spielern allgemein gute Laune. Nach Trainingsende wurden weiter fleißig Standards, Torabschlüsse und für die Torhüter Flankenbälle geübt. Oder es wurden bereitwillig Autogramme geschrieben und Interviews gegeben. „Es macht einfach allen wieder Spaß“, sagt Dennis Diekmeier, selbst ein Gewinner der letzten vier Spiele. „Der Erfolg trägt dazu bei. Deshalb gibt es für uns für Sonntag auch nur ein Ziel: Gewinnen“, so Diekmeier, der in seiner noch jungen Karriere ausgerechnet gegen den VfB in fünf Spielen noch nie gewinnen konnte. Aber – und das ist das gute Omen – das galt für Diekmeier auch vor dem Spiel gegen Dortmund. „Insofern kann ja nichts mehr schiefgehen“, so der Rechtsverteidiger, der ebenso wie Fink daran glaubt, dass sich der HSV mit einem Sieg im Mittelfeld vorerst festsetzen wird. Wobei der Trainer beim holländischen Radioreporter noch weiter ging. Auf die Frage, was denn das Ziel mit dem HSV in dieser Saison sei, antwortete er: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz – und jetzt auf dem Boden bleiben. Wenn wir jetzt nicht abheben und weiter Punkte sammeln, ist das auch drin.“

Absolut. In diesem Sinne: Bis morgen. Dann wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert und Dieter ist wieder am Ball. Sogar die nächsten drei Wochen lang, da ich mich vorerst in meinen Urlaub (der erste 2012) verabschiede und mich am 12. November wieder zurückmelden werde. Ich hoffe, dass wir bei meiner Rückkehr sieben Punkte mehr auf dem Konto haben, der NTSV sogar 9. Ich hoffe, dass beim HSV alle zuletzt angeschlagenen Spieler zurückkehren und Trainer Thorsten Fink ein mächtiges Problem in Sachen Kaderberufung (am Sonntag ist übrigens Paul Scharner dabei, Rincon und Kacar noch nicht) hat. Und vor allem hoffe ich, dass Ihr alle hier genau wie in den letzten Tagen und Wochen weiter so konstruktiv diskutiert. Unterstützt Dieter bitte, denn 21 Tage lang jeden Tag einen Blog schreiben ist anstrengend. Körperlich wie mental. Ich weiß das zu beurteilen…

In diesem Sinne, uns allen weiterhin schöne Fußballtage!

Bis bald,

Euer Scholle

Die Zeugnisse – Teil vier

13. Mai 2010

Stand jetzt gehe ich davon aus, dass der HSV in der kommenden Woche einen neuen Sportchef vorstellen wird. Alles spricht für Nico Hoogma, den die Herren Aufsichtsräte von Heracles Almelo loseisen wollen. Der ehemalige HSV-Kapitän ist ein großartiger Sportsmann, er ist gradlinig, ein feiner Mensch, er genießt in und um Hamburg herum einen erstklassigen Ruf – und genau deswegen passt er nun bestens zum HSV. Klar, die Herren brauchen doch jetzt ein Erfolgserlebnis, um die Negativ-Schlagzeilen zu stoppen, und das passt ein Held wie Hoogma bestens ins Beuteschema der Räte. Dann man los.

Übrigens: Eben hatte ich mich vertippt. Ihr hattet es nicht mitbekommen, aber ich habe gelacht. Stand dort doch der Name Hoogman. Besser wäre es noch gewesen, wenn ich Hoogmann geschrieben hätte – erinnert mich fatal an Kurt Jara. Der ehemalige HSV-Trainer kam am 8. Oktober 2001 als Nachfolger von Frank Pagelsdorf (okay, ein paar Tage auch noch Holger Hieronymus) nach Hamburg und glänzte mit erschreckendem Wissen, denn: Jara sprach nicht nur am ersten Tag von seinem „Kapitän Hoogmann“, sondern auch noch Wochen danach. Fand ich höchst peinlich, finde es immer noch höchst peinlich, es gab davor oder danach auch kaum etwas Vergleichbares. Mal abgesehen davon, dass sich Kurt Jara auch mal in einer Pressekonferenz über seinen Co-Trainer „Armin Reutershagen“ geäußert hatte – kann ja mal passieren. Dürfte aber eigentlich trotz allem nicht. Ist jedoch schon vergessen. Es gibt Wichtigeres.

Bevor ich zu den letzten Zeugnissen komme, schnell noch ein Anekdötchen in Sachen Torhütern. Ich wurde in den letzten Tagen oft gefragt, wen ich denn ins Tor der Nationalmannschaft stellen würde? Wiese oder Neuer? Da erinnerte ich meine Gesprächspartner stets an die Saison 1997/98. Damals standen HSV-Trainer Frank Pagelsdorf drei Torhüter zur Verfügung: Richard Golz, der aus Südkorea geholte Sascha Ilic (kam vom Klub Daewoo Soccer) und Jörg Butt, den Felix Magath noch vom damaligen Manager Bernd Wehmeyer beobachten und dann vom VfB Oldenburg holen ließ. Butt, der beim Zweitiga-Klub VfB kein Stammkeeper war, hatte keiner auf dem Zettel. In den Testspielen vor der Saison spielten Golz, Ilic und Butt in bunter Reihenfolge. Dann der Hammer: Am 26.Juli fand im Volkspark das Ui-Cup-Halbfinale gegen den SC Bastia statt. Die Medienwelt war sich einig: Zu diesem Spiel müsste Pagelsdorf in Sachen Nummer eins endlich Farbe bekenne: Golz oder Ilic? Und wer spielte? Genau: Butt. So kann es auch gehen. Wobei ich diesmal, da bin ich ehrlich, nicht dran glaube, dass Butt an Wiese und Neuer vorbeipreschen wird.

So, zu den letzten HSV-Zeugnissen der verkorksten Saison 2009/10.
Zuerst die Trainer:

Bruno Labbadia: Note fünf.
Ich, inzwischen längst als Wendehals geoutet, bekannt und geschätzt, schreibe mir jetzt die Wahrheit von der geschundenen Seele: Ich war skeptisch, als Labbadia verpflichtet wurde, denn die Kollegen aus Leverkusen berichteten mir in jenen Tagen nicht viel Gutes über den künftigen HSV-Trainer. Da der Vorstand um Bernd Hoffmann aber sogar eine Ablöse an Bayer gezahlt hatte, tröstetet ich mich damit: Es wird schon passen, die Sache mit dem Bruno, der HSV hat sich erkundigt und ihn auch beobachten lassen. Es muss ganz einfach klappen.
Und es klappte dann ja auch bestens. Ich lobte Labbadia, weil der ein gutes Training machte, weil er unheimlich viel mit den Spielern sprach, oft korrigierte. Und er ließ Dinge, die zuvor in einem Spiel nicht optimal funktioniert hatten, gleich danach im Training üben, damit sich die Fehler nicht wiederholen. Gute Sache, hatte ich so zuvor noch von keinem anderen HSV-Trainer gesehen.
Dann kam der Herbst, es kamen die vielen Verletzte – und Labbadia wich von seiner Linie ab, er wirkte ein wenig verunsichert, ich hatte auch den Eindruck, dass sein Selbstbewusstsein statt bei 100 Prozent nur um die 60 Prozent hatte. Irgendwie litt Bruno Labbadia auch immer ein wenig unter “Verfolgungswahn“. Dinge, die ihm in den Zeitungen zu negativ dargestellt wurden, die aber eigentlich total harmlos waren, stellte er stets – völlig humorlos – richtig. Seine Begründung: „Das lief damals in Leverkusen genau so, und es war der Anfang vom Ende für mich. Deswegen will ich das gar nicht erst einreißen lassen.“ Okay.
Der HSV spielte trotz der vielen Verletzten eine hervorragende Hinrunde, hatte sogar den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt. Und dennoch lief es nicht mehr rund. Das Training wurde in meinen Augen eintönig – aber niemand von den Spielern meckerte. Also alles normal? Der eine Trainer hat seine Methode, ein anderer Coach eben eine andere. So lange der Erfolg da ist, so lange gibt es kaum etwa zu kritisieren. Und in der Winterpause stand der HSV ja noch in Sichtweite zur Spitze.
Was Labbadia wohl unterschätzt hat, ich eventuell auch, was die Distanz zu den Spielern. Es gab nie eine Einheit Mannschaft/Trainer. In keiner Phase der Saison. Das wurde mir von vielen Spielern bestätigt. Es gab kaum Einzelgespräche auf dem Platz, ich habe es nicht einmal gesehen, dass Labbadia seinen Arm auf die Schulter eines seiner Spieler gelegt hätte – nicht einmal. Oft habe ich bei dieser Distanz so bei mir gedacht: Der Coach könnte seinen Jungs, die nicht seine waren, eigentlich ein Trainingslehrbuch mit auf den Platz geben, mit der klaren Anweisung: „Heute trainiert ihr die Seiten 238 bis 249. Und wenn ihr dann fertig seid, könnt ihr in die Kabine.“ Es war keine Herzlichkeit da, es war immer nur frostig, eine total unpersönliche Atmosphäre.
Und das Training wurde noch einen Tick schlechter. Kiebitze und Fans standen draußen, bei teilweise minus zehn Grad, und die Spieler standen zu oft. Sie froren, während Labbadia seine Vorträge hielt. Aber, was ich den Spielern ankreide: Sie sagten es uns, dass sie unzufrieden seien, sie beschwerten sich nicht, sie fanden es nur gut, dass wir draußen das genauso sehen würden, wie sie auf dem Platz. Aus der Sport Bild habe ich erfahren, dass die Mannschaft sehr wohl mit dem Trainer über den „Standfußball“ bei Minusgraden gesprochen hat, aber es wurde nicht besser. Labbadia schaltete für mich auf stur, er war beratungsresistent – und zwar total.
Am 6. März schrieb, ich komme immer wieder darauf zurück (und Ihr könnt es im Blog zu jeder Zeit nachlesen), unser „Matz-abber“ Benno Hafas in der Art: „Dieter, wann trainiert die Mannschaft eigentlich mal Kondition? Laufen die nachts durch den Volkspark? Laufen sie heimlich, wenn keiner der Fans zusehen kann? Das ist doch zu wenig, was dort gemacht wird.“
Zu der Zeit hatte sich der Trainer schon mit vielen „Häuptlingen“ in der Mannschaft angelegt. Dazu hatten verschiedenste Aktionen geführt. Das Verhältnis Mannschaft/Trainer wurde immer angespannter, auch immer distanzierter. Wenn Bernd Hoffmann ganz langsam darauf hingewiesen wurde, dass da doch etwas nicht stimmen könne, antwortete er immer stereotyp: „Wir können immer noch die beste und erfolgreichste Saison seit 1983 spielen.“ Ja, das war zu jener Zeit nicht von der Hand zu weisen. Was hätten wohl Journalisten von ihren Lesern gehört, wenn sie zuvor alles in Grund und Boden geschrieben hätten – und der HSV wäre Gewinner der Europa League geworden und hätte zudem noch Platz sechs (mindestens) eingenommen? Der Beruf des Journalisten wäre doch von denen, die jetzt jammern, wir alle hätten viel zu spät oder gar nicht reagiert, noch mehr verdammt und durch den Schmutz gezogen worden. Motto: Die Sensationsschreiberlinge müssen doch immer nur alles schlecht sehen, sonst sind sie nicht zufrieden . . .
Der HSV steht aber nach dieser Saison mit total leeren Händen da. Danke für nichts. Ich kann aber nicht erkennen, dass ich oder das auch meine Kollegen die Schuld daran tragen, denn: Der Verein hätte handeln müssen. Und die Mannschaft auch. Die Spieler hätten zum Vorstand gehen müssen, um über diese Missstände zu berichten. Und der Vorstand, vielleicht auch der Aufsichtsrat, hätte sich mindestens ein paar Mal im Monat beim immer schlechter werdenden (ich schrieb es bereits) Training sehen lassen. Aber: null! Entweder war ich beim Training, oder es war mein Kollege Christian Pletz da. Vom Vorstand habe ich nie jemanden gesehen, von den zwölf Räten auch nichts. Und wenn der Aufsichtsrat nun sagen würde, dass sei ja „operatives Geschäft“, so würde mein Hals blitzschnell wieder auf das Doppelte (mindestens) anschwellen, denn: Wenn ich als Rat sehe, dass der Verein abstürzt, dann mache ich mir Gedanken, woran das liegen könnte. Und dann erkundige ich mich (auch bei dem einen oder anderen Journalisten), oder ich lasse mich mal beim Training sehen. Aber: Dazu gehört natürlich auch, dass man als Rat erkennt, was da im Training passiert – beziehungsweise nicht passiert. In diesem Punkt haben alle versagt, restlos.
Und zum Abschluss noch einmal zu Bruno Labbadia: Ändert er sich nicht, bleibt er als Trainer bei seiner unnahbaren Art, dann wird er in Liga eins (Deutschland) wohl nie wieder eine Chance bekommen. Selbst der knurrige und oft finster drein schauende Huub Stevens war mehr Mensch und Freund der Spieler, und das soll schon etwas heißen.

Co-Trainer Eddy Sözer: Note fünf.
Zu schwach, zu linientreu, zu unkritisch seinem „Chef“ gegenüber. Er hätte regulieren können, aber er gehorchte immer nur. Und was bei den Spielern nicht besonders gut ankam (weiß ich von ihnen): Er korrigierte sie mitunter auch sehr lautstark und entschieden. Was ganz sicher auch nicht verkehrt ist, aber da ist im Gesamt-Verhältnis Mannschaft/Trainer nicht stimmte, hätte sich Sözer besser einige Male mehr zurückhalten sollen. Schließlich befehligte er gestandene Nationalspieler, die wesentlich mehr in ihrem Fußballerleben erlebt haben als der Labbadia-Assi. Da würde ich dem Eddy Sözer mal empfehlen, einen Blick nach Schalke zu riskieren. Wie sich dort ein Seppo Eichkorn als Assi von Felix Magath geschickt zurückhält, ohne dabei aber keineswegs nichts zu machen, das ist großartig.

Techniktrainer Ricardo Moniz: Note drei.
Er hat nie etwas Böses oder Negatives über seinen Chef gesagt, und ich glaube auch, er würde es nicht einmal in 30 Jahren tun. Der Mann ist loyal – und ertrug alles mit Fassung. Er hat eine ganz andere, viel offenere Art als Labbadia, und damit kam er schon während der Saison immer sehr gut an. Schade, dass Moniz wohl zu Red Bull wechseln wird.

Torwarttrainer Claus Reitmaier: Note drei.
Okay, der ehemalige Bundesliga-Torwart schlich oftmals wie anteilnahmslos über den Rasen, aber er hat meines Erachtens ein gutes Training gemacht. Ich weiß nicht, wie Frank Rost darüber denkt, aber sollte er anderer Meinung sein als ich, so könnte ich das wohl akzeptieren, würde aber darauf verweisen, was für ein Programm alles vorherigen Torwarttrainer des HSV hier abgespult haben – und das war gar nichts. Da hatte Reitmaier schon einiges mehr zu bieten.

Reha-Trainer Markus Günther und Leistungsdiagnostiker Manfred Düring bleiben ohne Note.

Dem Vorstand um Bernd Hoffmann gebe ich die Note fünf.
Zu wenig um die wichtigste Sache gekümmert, die es im HSV gibt: die Mannschaft. Von einem Vorstand erwarte ich, dass er rechtzeitig gewisse Strömungen erkennt, das aber wurde hier total versäumt, verharmlost, verniedlicht, verdrängt. Die Zahlen, die Wirtschaftlichkeit des HSV sind okay, aber das ist nur die eine Sache, der Sport die andere Seite der Medaille. Und wenn der Vorstand nicht die Zeit gehabt hat, um sich zu kümmern, dann hätte es spätestens der (fehlende) Sportchef machen müssen. Auf den aber wurde verzichtet, weil es wohl den Gedanken gab: „Das bisschen Sportchef können wir auch – nebenbei.“ Der absolut größte Fehler.

Dem Aufsichtsrat gebe ich die Note sechs.
Zu wenige gekümmert, zu wenig kontrolliert, zu wenig, nein, viel zu wenig Ahnung von der Materie, zu viele ahnungslose Leute, die sich nur bei den Spielen im Volkspark sehen ließen. So stelle ich mir den Aufsichtsrat des HSV auf jeden Fall
NICHT
vor. Und, wie oben bereits geschrieben: Die Herren sollen mir nicht wieder, wie schon so oft, mit der Ausrede „operatives Geschäft“ kommen, in das sie nicht eingreifen dürfen. Wenn etwas falsch läuft, dann gehe ich der Sache auf den Grund – das aber hat niemand getan. Ich habe nie einen Aufsichtsrat beim Training gesehen (abgesehen von Horst Eberstein vor langer Zeit) – aber ich habe in den Jahren zuvor sehr wohl Dietmar Beiersdorfer entdeckt, der dem Training beiwohnte. Ich behaupte einmal: Hätte ein Sportchef das Training erlebt, hätte er gesehen, welche Strömungen es zwischen Mannschaft und Trainer gibt – er hätte eingegriffen, er hätte eingreifen müssen. Oder er hätte seinen Job verfehlt.

Aber es wird jetzt ja alles besser. Weil Urs Siegenthaler den absoluten Blick für Fußball hat, und weil der neue Sportchef (Nico Hoogma?) auch einen Blick für die wichtigen Dinge im Alltag eines Profi-Sportvereins haben wird. Das ist keine Satire, das ist die Wahrheit, ich bin von der nun kommenden Trendwende überzeugt. Weil es gar nicht anders sein kann. Und weil Bernd Hoffmann vor Jahren ein Ziel verkündet hat, nämlich den HSV wieder in die Spitze Europas führen zu wollen. Der Vorstandsvorsitzende hat Fehler gemacht, diese Fehler wird er sich sicher auch im stillen Kämmerlein oft genug selbst vorgeworfen haben, aber er wird auch seine Lehren daraus ziehen. Weil er Erfolg haben will, weil er sein Versprechen einhalten möchte.

Noch zwei kurze Anmerkungen:

Zur Veranstaltung am Mittwoch im Volkspark von mir weiterhin kein Wort. Obwohl mir Freunde berichtet haben, dass sie es sehr gut gefunden hätten, wenn die gesamte HSV-Mannschaft nicht schon im Urlaub, sondern dabei gewesen wäre. Alle schwören: Den Spielern wären die Tränen gekommen.

Und zum “Länderspiel” Deutschland gegen Malta (3:0): Super war die Premiere von Dennis Aogo, ganz herzliche Glückwünsche aus Hamburg zum ersten A-Länderspiel – und auch zu einer sehr guten Leistung. Großartig war, dass zwei weitere HSV-Spieler (Jerome Boateng löste Aogo ab) dabei waren, wenn sich auch Piotr Trochowski nicht so unbedingt in den Vordergrund spielen konnte.

20.24 Uhr

Das Alibi der Mannschaft ist jetzt weg

26. April 2010

Es war 10.14 Uhr, als sich die Tür vom Mannschaftstrakt in Richtung Parkplatz noch einmal öffnete und ein Lockenkopf namens Ricardo Moniz heraustrat und in Richtung Trainingsrasen joggte. Die meisten Fans vor der Nordbank-Arena wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sie soeben den neuen Coach der Profis an sich vorbeiflitzen sehen hatten. Die Spieler wussten es. Sie hatten die Nachricht vom Vorstand zuvor in der Umkleide übermittelt bekommen.

Während sich also ein Großteil der Reporterschar mit Kameras und Mikros vor dem Eingang zur Buseinfahrt versammelte, hielt der Hoffentlich-Vier-Spiele-Trainer seine erste Einheit mit acht Reservisten und Ergänzungen fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Moniz, der auch in diesem Blog schon wegen seiner Leidenschaft, seines mitunter sehr harten Umgangstons und seiner fachlichen Qualität thematisiert wurde, machte alles wie immer. Nein, das stimmt doch nicht ganz: FAST wie immer. Er stellte Hütchen auf, ließ Paolo Guerrero, David Rozehnal, Marcus Berg, Tolgay Arslan, Bastian Reinhardt, Henrik Dettmann, Tom Mickel und Miroslav Stepanek Passübungen machen, während sich Frank Rost und Wolfgang Hesl mit Torwart-Trainer Claus Reitmaier aufwärmten. Anschließend folgten Passübungen in Spielform – mit lauten und unmissverständlichen Anweisungen des Vollblutfußballers Moniz -, Abschlussübungen und ein intensives Fünf-gegen-Fünf-Abschlussspiel, bei dem der neue Interimscheftrainer (er wechselt nach der Saison zu Red Bull Salzburg) immer wieder als verbaler Antreiber und Korrektor auftrat. Anschließend sammelte er die Hütchen wieder allesamt ein und wurde mit seinen Spielern durch den Nebeneingang des Stadions in die Kabine „geschleust“.

Was nun anders war im Vergleich zu sonst? Ganz einfach: Moniz machte beim Abschlussspiel nicht mit. Unter Bruno Labbadia hatte er fast täglich mitgekickt, war immer als einer der emotionalsten, lautstärksten und aggressivsten Zweikämpfer aufgetreten. Diesmal beobachtete er seine sonstigen „Mitspieler“ nur, lobte und kritisierte sie. Und war beim abschließenden Elfmeterschießen auch für das eine oder andere Lächeln zu begeistern. Bis Donnerstag, das weiß Moniz genau, gilt es noch einiges aufholen – vor allem im Bereich Spaß und Leidenschaft.

Dass es überhaupt zur Inthronisierung Moniz‘ gekommen war, hatte sich in der Nacht von Sonntag auf Montag entwickelt. Vorstandschef Bernd Hoffmann war mit seinen Mitstreitern alle Wenn und Abers, Hättes und Könntes durchgegangen. Oberste Priorität aller Überlegungen: Wie kann die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, im Halbfinalrückspiel in Fulham zu bestehen und es als Sieger zu beenden? „Nach einem Gespräch mit den Trainern sind wir dann heute Morgen zur Entscheidung gelangt“, sagte Hoffmann. Er sprach von einem „alternativlosen Weg“, von einem „einstimmigen Ergebnis bei der Vorstandsentscheidung“.

Kurz und stark verkürzt zusammengefasst lässt sich die Entscheidung der sofortigen Beurlaubung Labbadias so beschreiben: Labbadias Abgang war das i-Tüpfelchen eines in sich komplett zerstörten Verhältnisses zwischen Team und Coach. Mit der Beurlaubung wurde den Profis das große Alibi genommen, das einige von ihnen zuletzt immer wieder bemüht hatten, extern und intern. Moniz gilt als optimales Mittel zum Zweck. Er kennt die Mannschaft, die Probleme, kennt Fulham und ist intern anerkannt. Er strotzt vor „Feuer“ und Tatendrang, ließ sich trotz seines seit mehreren Wochen feststehenden Wechsels nach Österreich nie hängen. „Er soll die paar Prozentpunkte wecken, die zuletzt etwas verschüttgegangen sind“, sagte Hoffmann mit sorgenvoller Miene.

Die Bundesligasaison ist gelaufen, nun setzen alle Beteiligten alle Hoffnungen in das Rückspiel in London. Danach, beziehungsweise nach dieser Saison, wird es eine schonungslose Analyse der Bosse geben. Und mancher aktueller Stammspieler wird sich möglicherweise einer Verabschiedung aus charakterlichen Gründen ausgesetzt sehen. Abwarten.

Moniz selbst präsentierte sich am ersten Tag seines 16-Tage-Cheftrainer-Engagements nach 71 Trainingsminuten konzentriert. Er sprach von einem „dramatischen Tag“ und führte weiter aus: „Ich bin mit Bruno und Eddy Sözer emotional sehr verbunden und schätze sie als Mensch und Trainer.“ Einen Vorwurf Labbadias habe es für Moniz‘ Amtsübernahme nicht gegeben. „Ich bin überzeugt von dieser Lösung, sonst hätte ich es nicht gemacht“, sagte der Niederländer, der es als seine Pflicht sieht, „den Spielern Leidenschaft zu vermitteln und nun mit ihnen gemeinsam den Knopf zu drücken“. Auf geht’s, kann man da nur sagen.

Zu Bruno Labbadia ist eigentlich schon alles gesagt worden. Ich habe mir trotzdem noch einmal die Mühe gemacht, wie früher nach Trainerentlassungen einen abschließenden Kommentar zu schreiben, um das Kapitel endgültig abzuhaken:

Es musste so kommen, keine Frage. Diese Trainer-Entlassung war überfällig, denn der HSV hat sich unter der Regie von Bruno Labbadia zurückentwickelt. Trotz der Tatsache, dass erneut das Halbfinale der Europa League erreicht worden ist. Fakt ist: Der HSV stürzt in der Tabelle im Gegensatz zum Vorjahr, als Platz fünf erreicht wurde, dramatisch ab.

Dabei war der Start des HSV mit seinem neuen Trainer im Sommer 2009 grandios. Hamburg stürmte die Tabellenspitze. Und weckte Begehrlichkeiten, sorgte für große Träume der Fans. Dann gab es die vielen Verletzten, die den HSV dramatisch schwächten, und dennoch: Als es in die Winterpause ging, sah alles noch gut aus. Nicht mehr so blendend wie im Herbst, aber alle hatten das Gefühl: Hier geht noch etwas.
Ging ja auch. Nur in die falsche Richtung. Vier Siege in der Bundesliga-Rückrunde, das ist blamabel, peinlich, für jeden Fan entsetzlich. Der HSV hat die zweit- oder drittteuerste Mannschaft der Liga, trotz aller Verletzungen hätte mit dieser namentlich super besetzten Truppe mehr erreicht werden können – vielleicht sogar müssen?

Bruno Labbadia hat sich in diesem Jahr immer hinter den Widrigkeiten des Herbstes versteckt: „Wir wissen ja, woran es liegt, wir wussten, dass es 2010 schwer für uns werden würde.“ Die Frage aber hat niemand gestellt: Wieso wusste es der HSV, dass es schlechter laufen würde?
Es lief vor allen Dingen deswegen schlecht, weil das Verhältnis Mannschaft/Trainer schon Richtung Jahresende immer schlechter geworden war, weil das Verhältnis schließlich total zerrüttet war. Wer es als Trainer im Laufe eines Dreivierteljahres schafft, sich mit Spielern wie Ze Roberto, Frank Rost, Mladen Petric, David Jarolim, Dennis Aogo, Piotr Trochowski, Jerome Boateng „auseinander zu leben“ (oder besser: zu verkrachen), der darf sich nicht beschweren, dass eine solche Mannschaft nicht mehr funktioniert, dass dermaßen vor den Kopf gestoßene Spieler nicht mehr für ihren Vorgesetzten durchs Feuer gehen.

Bruno Labbadia wollte sich stets korrekt verhalten, er ist unbeirrt seinen Weg gegangen. Das mag in den meisten Fällen klug sein (besonders im Profi-Sport) – zum HSV hat es nicht gepasst. Der Trainer hat es nicht mitbekommen, wie sehr er sich Tag für Tag von der Mannschaft entfernt hat. Das war keine Einheit mehr, das waren zwei Gruppen: hier Labbadia, dort die Mannschaft. Ein solches Gebilde kann in der Wirtschaft eventuell funktionieren, im Sport muss das zum Misserfolg führen. Ich habe menschliche Gesten des Trainers vermisst, dass er einmal einen Spieler in den Arm nimmt, um ein Einzelgespräch zu führen – so etwas gab es nicht. Ich jedenfalls habe es nie gesehen.

Dabei hat der Trainer viel gesprochen. Unendlich viel sogar. So viel, dass es den Spielern zu den Ohren heraus kam (Tatsache, nicht erfunden!). Was andere Trainer in Jahrzehnten zu wenig gesprochen haben, hat Bruno Labbadia alles in ein, zwei Monaten aufgeholt. Und er hat für die nächsten Jahre vorgelegt. Für mich sein Kardinalfehler. Über das Trainingsprogramm ließe sich vortrefflich streiten – aber jeder Coach hat seine eigene Philosophie. Für mich, und ich weiß, dass es viele, viele Kollegen gab, die es ganz genauso sahen, war dieses Training viel zu lasch. Ich kann es vergleichen, denn seit dem Stabwechsel von Ristic auf Happel habe ich das HSV-Training verfolgt – weicher war es nie. Und ich werde niemals den Tag vergessen, als „Benno Hafas“, ein eifriger Trainingsbesucher, hier bei „Matz ab“ die Frage stellte: „Wann übt der HSV eigentlich mal Kondition? Laufen die ganz geheim durch den Volkspark? Oder was und wann machen die etwas, ohne dass wir Fans es sehen?“ Treffender hätte es niemand formulieren können.

Pech für den HSV: Er steht nun vor einem riesigen Scherbenhaufen. Und er muss nun wieder einmal von vorne beginnen, etwas Vernünftiges und Erfolgsversprechendes aufzubauen. Das kann wieder dauern. Meine große Hoffnung aber heißt Urs Siegenthaler. Dieser Mann ist ein absoluter Fachmann, ihm vertraue ich, dass er in Hamburg in Bestzeit etwas auf die Beine stellt. Alle HSV-Fans sollten diese Hoffnung übernehmen – mehr bleibt im Moment nicht.

PS: Eine personelle Hiobsbotschaft gab es heute übrigens auch noch. Tunay Toruns Knieverletzung aus dem Freitagtraining entpuppte sich als Kreuzbandriss. Damit fällt der Offensivspieler mindestens ein halbes Jahr lang aus. Bitter. Ich wünsche auf diesem Wege gute Besserung!

15:22 Uhr

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