Archiv für das Tag 'Slomka'

Steinmann will es endlich allen beweisen: „Vor allem mir selbst“

2. Januar 2016

Will in Chemnitz zeigen, dass er in die Bundesliga gehört: Matti Steinmann (hier mit Lewis Holtby, und Jacques Zoua)

Will in Chemnitz zeigen, dass er in die Bundesliga gehört: Matti Steinmann (hier mit Lewis Holtby, und Jacques Zoua)

Als Matti Steinmann vor ziemlich genau 18 Monaten mit seinem frisch unterschriebenen ersten Profivertrag beim Bundesligateam mittrainieren durfte und anschließend sogar die Trainingslager „oben“ mitmachen durfte, wie er es sagt, war der damalige Trainer Mirko Slomka zuversichtlich: „Der Junge packt das. Er hat alles, was man braucht, um oben anzukommen. Und wenn er so weitermacht, ist er der nächste Bundesligaspieler aus dem eigenen Nachwuchs.“ Tatsächlich schien es, als könne Matti Steinmann den Erwartungen zumindest annähernd gerecht werden. Er trainierte gut, wurde von allen Seiten gelobt und durfte schon am vierten Spieltag in der Bundesliga seine Premiere feiern. Und das sogar gegen niemand geringeren als den Rekordmeister FC Bayern München. Wenn auch nur für drei Minuten…
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Ostrzolek-Berater Strunz: „Beim HSV haben 80 Prozent noch Luft nach oben – auch Matthias“

30. September 2015

Thomas Strunz, Berater von Matthias Ostrzolek

Thomas Strunz, Berater von Matthias Ostrzolek

Irgendetwas fehlt immer. Zumindest habe ich das Gefühl bei Matthias Ostrzolek. Der Linksverteidiger ist noch lange nicht in der Verfassung, wie sie ihn in Augsburg ausgezeichnet hatte. Dort schaffte er elf Torvorlagen in 74 Spielen. In Hamburg ist es genau eine in 34 Spielen. In dieser Saison ist der 25-Jährige noch gänzlich ohne Assist. „Aber er nähert sich und sein Spiel an“, hatte Bruno Labbadia zuletzt gehofft. Und Ostrzolek selbst sieht sich verbessert: „Mit der Sicherheit in unserem Spiel wachsen wir langsam. Auch ich.“ Die Frage ist nur, wie langsam er wächst. Denn nicht nur ich sehe den Linksverteidiger noch als Schwachstelle im System. Während Dennis Diekmeier es auf der rechten Seite mehr oder weniger erfolgreich zumindest immer wieder versucht, bleibt Ostrzoleks Offensivspiel über die linke Seite fast gänzlich in der Kabine. Querpässe und Ballverluste – mehr kommt selten dabei heraus. Wobei man bei aller Kritik auch ganz klar festhalten muss, dass sich zumindest sein Defensivverhalten stabilisiert hat. Und darauf kommt es zunächst einmal an, wie Labbadia vor einigen Wochen sagte: „Wir müssen erst Sicherheit gewinnen, um mutiger werden zu können. Und das dauert. Dafür brauchen wir Geduld.“
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Neuer Vertrag? Labbadia spürt „keinen Druck!“

14. September 2015

Freude: Bruno Labbadia mit Dennis Diekmeier in Mönchengladbach

Freude: Bruno Labbadia mit Dennis Diekmeier in Mönchengladbach

Bekanntlich gibt es kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Heute beim HSV half gegen das schlechte Wetter auch die schöne Erinnerung – nämlich die an das 3:0 in Mönchengladbach. Bruno Labbadia entspannt, die Spieler locker. Zwei freie Tage zum Genießen lagen hinter ihnen, aber es sollen keine entspannten Tage in dieser Woche bleiben. „Es war gut, aber es war bestimmt nicht alles super“, sagte Bruno Labbadia heute in einer sachlichen Bilanz. „Nächsten Sonnabend kann es schon wieder ganz anders sein.“ Dann kommt nämlich Eintracht Frankfurt in den Volkspark mit Torjäger Alex Meier. Dennoch, so Labbadia: „Es war unheimlich wichtig, dass wir das schwierige Auftaktprogramm bewältigt haben. Sechs Punkte – das ist ordentlich. Ich hoffe, das gibt uns weiterhin Auftrieb.“

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Neuer Vertrag – Gojko Kacar darf hoffen

16. Juni 2015

Der HSV schreibt auch schöne Geschichten. Und deshalb wird er uns auch nicht los. So, wie jetzt wieder mit der Rückkehr des Sympathieträgers und Jungtrainers Josef „Joe“ Zinnbauer. Letzte Serie von seinem Buddy Thorsten Fink vermittelt, engagierte ihn der inzwischen ausgeschiedene und abgefundene HSV-Sportchef Oliver Kreuzer für die Nachwuchsspieler: Und Zinnbauer startete mit der U23 mächtig durch. Acht Siege in den ersten acht Spielen – das reichte, um den Platz des parallel mit der Bundesligaelf erfolglosen Mirko Slomka zu übernehmen. Und trotz eines starken Anfanges und viel Lob von allen Seiten musste auch Zinnbauer gehen. Bis zur letzten Sekunde, sogar noch nach dem ersten Krisengespräch mit den Verantwortlichen HSV-Vorständen war er optimistisch, das Ruder rumreißen zu können und den Klassenerhalt zu schaffen: Dennoch musste er gehen. Den ganzen Beitrag lesen »

van der Vaarts leiser Abschied

12. Juni 2015

Während die Meldungen über Spielerwechsel in der Bundesliga nur so reintrudeln, gibt es vom HSV keinen Vollzug zu melden. Das ist nicht überraschend, und selbst die Personalie Süleyman Koc könnte sich noch einige Zeit hinziehen. Dessen Berater hat Druck gemacht und von einer grundsätzlichen Einigung mit dem HSV berichtet. Allerdings ist die Ablöse (zwischen 1,5 Millionen und 2 Millionen Euro) noch recht hoch. Nun also baut der Berater Druck auf den SC Paderborn auf, um von den Forderungen herunterzukommen. Ein nicht unübliches Spielchen, schließlich wollen alle Seiten Klarheit.
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Auf der Suche nach dem neuen Herzstück

7. Juni 2015

Champions-League-Finale in Berlin. 75.000 im Stadion, halb Spanien und halb Italien vor den Fernsehgeräten. Es geht um den höchsten Titel in Europa. Am Ende gewinnt der Favorit, freut sich ekstatisch, und der gemeine Hamburger sitzt auf dem Sofa vor der Glotze und denkt sich nur: Regt Euch doch nicht so auf, seid doch nicht so nervös – es ist doch nur Champions League.

Ja, was ist das alles im Vergleich zum Drama in Karlsruhe. Zweifelsohne eine andere Fußballwelt. Den ganzen Beitrag lesen »

Wie der Gang aufs Schafott

22. Mai 2015

Morgen endet die 52. Saison der Fußball-Bundesliga. Zum 52. Mal steht der HSV in der Endtabelle. Wir wissen ziemlich sicher, dass er allenfalls ein einziges Mal – nämlich im vergangenen Jahr – ähnlich schlecht dastand, wie er es morgen kurz vor halb sechs tun wird. Drei Mal war der HSV in den vergangenen 52 Jahren sogar an erster Stelle und wurde Deutscher Meister. Das ist lange her -und natürlich hat dieser Verein in den vergangenen Jahren alles dafür getan, falls dieses 52. Mal in Folge in der Bundesliga-Tabelle das vorerst letzte Mal sein wird. Weiß Gott hat er das.

Kennt Ihr das? Alle Welt fragt dich: Was glaubst du, wird das noch was? Ja, nein, vielleicht – die Antwort muss ebenso unklar bleiben wie unerheblich. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird an diesem 34. Spieltag irgendetwas passieren, was unerwartet ist. Als Favoriten gehen wohl der VfB Stuttgart nach zwei Heimsiegen in Folge ins Rennen und vielleicht auch Hannover 96, das nach dem 2:1 zuletzt in Augsburg Rückenwind bekommen haben dürfte. Aber vielleicht gilt das auch für die Freiburger nach ihrem Sieg gegen die Bayern. Oder profitiert am Ende der SC Paderborn, weil das Team von Andre Breitenreiter am wenigsten zu verlieren hat?

Am meisten zu verlieren hat der HSV. Er kann sein ganzes Selbstverständnis verlieren. Kein Dino mehr, keine ewige Uhr. Vielleicht auch keine vernünftige Perspektive. Denn nach heutigem Stand wäre das Rausposaunen des Ziels „sofortiger Wiederaufstieg“ unrealistisch. Dietmar Beiersdorfer und sein Team wären nicht nur für den ersten Abstieg der HSV-Geschichte verantwortlich, sondern sie hätten sich weitestgehend unmöglich gemacht, weil sie dies sogar mit dem teuersten HSV-Kader aller Zeiten „geschafft“ hätten.

Diese finanzielle Komponente würde dafür sorgen, dass sich der HSV strecken müsste, um das 10-Millionen-Euro-Loch zu stopfen, das für die Zweitliga-Lizenz offen ist. Ich gehe davon aus, und entsprechende Signale kommen aus dem Verein, dass dies gelingen würde. Freilich auf Kosten des Handlungsspielraumes für die Verstärkung der Mannschaft. Doch nachdem auch in dieser Saison Unsummen ausgegeben wurde für Spieler, die keine Mannschaft bilden konnten, muss der enge Gürtel kein zusätzlicher Nachteil sein.

Sollte es also schief gehen morgen – und ich sehe außer der Unberechenbarkeit der HSV-Mannschaft keinen rationalen Grund, warum es nicht schief gehen sollte -, dann beginnt ein neues Zeitalter. Nach allem, was wir in dieser Woche gehört haben, wird dieses neue Zeitalter mehr oder weniger mit den alten Figuren eingeläutet. Beiersdorfer an der Spitze, und auch Joachim Hilke und Frank Wettstein im Vorstand. Die sportliche Leitung mit Peter Knäbel und Bernhard Peters dürften weiter ihr Konzept verfolgen, das ja insbesondere eine mittelfristige Komponente hat.

Am vergangenen Wochenende war Matthias Sammer im aktuellen Sportstudio. Dort war sehr viel die Rede von Strategien und der Zusammenstellung einer Mannschaft. Sammer hat dort eine Kernaussage getroffen, die eins-zu-eins für den HSV gilt – wenn auch auf anderem Niveau. „Bei aller langfristigen Planung darf man nie das Tagesgeschäft aus den Augen verlieren.“

Und genau hier hat Beiersdorfer mit seinem Team den Kernfehler begangen – das Tagesgeschäft wurde vernachlässigt.

Insbesondere hat der Verein es versäumt, auf der Trainerposition konsequent auf einen starken Mann zu setzen. Mirko Slomka – von Anfang an unerwünscht und „enteiert“ durch Klaus-Michael Kühne. Joe Zinnbauer – er kam zunächst „bis auf weiteres“ (O-Ton Dietmar Beiersdorfer), hat es noch sehr gut gemacht, war doch aber immer nur der Platzhalter für Thomas Tuchel. Peter Knäbel – eine Verlegenheitslösung. Erst mit Bruno Labbadia kam ein richtiger Trainer. Vor dem 28. Spieltag auf dem letzten Platz. Hier wurde das Tagesgeschäft tatsächlich vernachlässigt.

Die Aufarbeitung der Saison bietet noch viele andere Perspektiven. Es gibt eine ganze Reihe weiterer „Schuldiger“ und Ungereimtheiten. Es gibt schlechte Startbedingungen und hausgemachte Fehler. Es gibt unerklärliche Transfer-Flops und – immer noch – einen üblen HSV-Virus der Selbstzufriedenheit, von dem sich die aktuelle Mannschaft nicht freimachen konnte.

Aber es gibt auch noch eine Chance: es gibt die Chance, dass sich morgen gegen Schalke das Blatt wendet. Der HSV ist noch im Spiel, so wie Frankfurt 1999 im Spiel war in einem der dramatischsten Abstiegs-Krimis aller Zeiten. Und so gehen wir alle in diesen Nachmittag in der Gewissheit, dass nichts unmöglich ist. Genauso groß ist die Gewissheit, dass Hoffnung beim HSV in den vergangenen Jahren noch immer enttäuscht wurde. Alles in allem eine merkwürdige Stimmungslage. Es ist wie der freiwillige Gang aufs Schafott.

Das Ding morgen wird der HSV nur mit positiven Emotionen bestehen können. Es muss ein Augsburg-Feeling ins Stadion kommen. Stimmung und Entschlossenheit vom ersten Schritt an. Wenn dieses Signal von unten kommt, dann werden die Tribünen einstimmen. Für dieses eine Spiel alles andere vergessen. Nicht mehr nachdenken, ob einen die Beine noch tragen, sondern einfach losrennen. Man nennt das: Glück erzwingen. So wie gegen Augsburg, so wie in Mainz, so wie gegen Freiburg.

Die allermeisten der 57.000 Zuschauer morgen im Stadion können nichts für die aktuelle Malaise. Sie leiden mit ihrem Verein, auch wenn sie sich noch so oft abgewendet haben. Sie haben den Abstieg nicht verdient. Hat der HSV ihn verdient? Sicher mehr als Paderborn oder Freiburg – aber die Fans im Stadion, sie haben den Abstieg nicht verdient!

Die Mannschaft des HSV ist heute nach einem Training um 17.03 Uhr aus Malente Richtung Hamburg gedüst. Im Elysee Hotel wird übernachtet – wie immer. Morgen nach einem Vormittag, dessen Stunden sich sicher hinziehen werden wie Kaugummi, geht’s dann irgendwann ins Stadion. Fans werden Spalier stehen und ihren Kickern zujubeln. Wie es in den Köpfen der Profis aussieht? Keiner kann es sagen. Richten sie sich noch einmal auf nach dem Stuttgart-Niederschlag? Völlig ungewiss. Der HSV verliert ja nicht nur sehr oft – er verliert oft auch viel mehr als nur ein Spiel. In Stuttgart hat er den Glauben verloren, den er sich in den Wochen zuvor mühsam aufgebaut hatte. Hat Malente jetzt gereicht, um diesen Glauben wiederzufinden? Hilft vielleicht der FC Schalke 04, der in Sachen Außendarstellung in dieser Woche auf HSV-Niveau war?

Es wird spannend morgen Nachmittag – und so wie wir unseren Verein kennen, wird es auch dramatisch.

So könnte sich der HSV retten: Adler – Westermann, Djourou, Rajkovic, Ostrzolek – Kacar, Jiracek – Stieber, Ilicevic, Olic – Lasogga

Dieter und Scholle begrüßen anschließend Ex-Profi Stefan Böger und Journalist Jan-Christian Müller zu „Matz-ab-live“.

Lars
18.10 Uhr

Hilfe! Labbadia will nichts ändern!

1. Mai 2015

Wenn am Sonntag gegen halb drei in der Mainzer Coface-Arena die Mannschaftsaufstellungen vor der Bundesliga-Partie von Mainz 05 gegen den HSV verteilt werden, dann wissen alle Hamburger Fans schon, ob’s was werden kann. Im Training hat sich auch heute angedeutet, dass Coach Bruno Labbadia die elf Spieler auf den Rasen lässt, die beim 3:2 gegen Augsburg in der Startelf standen. Wahrscheinlich weiß Labbadia nicht, dass statistisch alles gegen ihn spricht, wenn er dabei bleibt. In dieser Saison hat der HSV immer verloren, wenn der jeweilige Trainer einer Elf vertraute.

Allein vier Mal in dieser Saison ist eine unveränderte HSV-Formation in ein Stadion eingelaufen. Die eindeutige Bilanz: vier Niederlagen. So vertraute Trainer Mirko Slomka am 2. Spieltag gegen den SC Paderborn den Spielern, die in der Woche zuvor ein 0:0 zum Saison-Auftakt in Köln geholt hatten. Das Ergebnis war desaströs, der HSV ließ sich beim 0:3 gegen den Aufsteiger geradezu vorführen.

Joe Zinnbauer ist anschließend drei Mal gescheitert, wenn er versucht hatte, absolute Konstanz in die Mannschaft zu bekommen. Auf sein 0:0 zum Start gegen die Bayern folgte mit selber Elf ein 0:1 in Mönchengladbach. Später holte die Fighter-Truppe, die Leverkusen 1:0 niederrang, eine 0:2-Pleite in Wolfsburg ab. Und schlimm wurde es kurz vor Ende der Hinrunde. 0:0 in Freiburg – der Lohn für eine passable Leistung war Bewährung beim nächsten Heimspiel gegen Stuttgart – das Vertrauen des Trainers wurde mit einer schwachen Leistung und einer 0:1-Niederlage verspielt.

Und hier die komplette Liste der Startelf-Veränderungen in dieser Saison:

  • 1. Spieltag: 0:0 in Köln
  • 2. Spieltag: 0:3 gegen Paderborn (0 Veränderungen)
  • 3. Spieltag: 0:2 in Hannover (7)
  • Trainerwechsel Slomka / Zinnbauer
  • 4. Spieltag: 0:0 gegen die Bayern (2)
  • 5. Spieltag: 0:1 in Mönchengladbach (0)
  • 6. Spieltag: 1:2 gegen Frankfurt (1)
  • 7. Spieltag: 1:0 in Dortmund (2)
  • 8. Spieltag: 1:1 gegen Hoffenheim (2)
  • 9. Spieltag: 0:3 bei Hertha (2)
  • 10. Spieltag: 1:0 gegen Leverkusen (2)
  • 11. Spieltag: 0:2 in Wolfsburg (0)
  • 12. Spieltag: 2:0 gegen Bremen (1)
  • 13. Spieltag: 1:3 in Augsburg (3)
  • 14. Spieltag: 2:1 gegen Mainz (5)
  • 15. Spieltag: 0:0 in Freiburg (1)
  • 16. Spieltag: 0:1 gegen Stuttgart (0)
  • 17. Spieltag: 0:0 in Schalke (4)
  • 18. Spieltag: 0:2 gegen Köln (5)
  • 19. Spieltag: 3:0 in Paderborn (2)
  • 20. Spieltag: 2:1 gegen Hannover (1)
  • 21. Spieltag: 0:8 bei den Bayern (2)
  • 22. Spieltag: 1:1 gegen Mönchengladbach (7)
  • 23. Spieltag: 1:2 in Frankfurt (1)
  • 24. Spieltag: 0:0 gegen Dortmund (4)
  • 25. Spieltag: 0:3 in Hoffenheim (2)
  • 26. Spieltag: 0:1 gegen Hertha (4)
  • Trainerwechsel Zinnbauer / Knäbel
  • 27. Spieltag: 0:4 in Leverkusen (2)
  • 28. Spieltag: 0:2 gegen Wolfsburg (5)
  • Trainerwechsel Knäbel / Labbadia
  • 29. Spieltag: 0:1 in Bremen (2)
  • 30. Spieltag: 3:2 gegen Augsburg (3)

In dieser Statistik, die natürlich auch eine Spielerei ist (Verletzungen und Sperren finden keine Berücksichtigung) fallen zudem die beiden Ausschläge nach oben auf. Mirko Slomka hat bei seinem letzten Versuch, in Hamburg noch alles zu retten, Risiko gewählt. Nach dem 0:3 gegen Paderborn krempelte er das Team fast komplett um, was ihm anschließend in Hannover nicht den gewünschten Erfolg brachte. Ebenfalls sieben Änderungen nahm Joe Zinnbauer nach dem 0:8-Debakel bei den Bayern vor, was im nächsten Spiel wenigstens zu einem Teilerfolg führte.

Klar ist jedenfalls: Aufpassen, Herr Labbadia, ein und dieselbe Elf des HSV hat in dieser Saison noch nie in zwei Spielen hintereinander überzeugt.

Zum Alltag der Bundesliga-Mannschaft. Trainer Bruno Labbadia hat am Vormittag zur 90-Minütigen Einheit auf dem Rasen gebeten. Auch wenn das Training hinter den Planen stattfand, war doch deutlich zu hören, dass Labbadia immer wieder unterbrochen hat und geradezu penibel genau darauf achtete, dass seine taktischen Vorgaben erfüllt sein müssen. Verschieben, Löcher zulaufen, Räume ausfüllen. Da muss jeder Einzelne genau aufpassen, sonst stimmt das gesamte Gefüge nicht. Im Grunde ist diese Art von Training Taktik-Grundlage für eine Saison-Vorbereitung. Was dabei herauskommt, würde man als Labbadias Handschrift bezeichnen, so wie sie im Sommer 2009 deutlich wurde, als der Coach mit einer unzweifelhaft stärkeren HSV-Mannschaft Tabellenführer der Bundesliga wurde. Das ist übrigens keinem anderen Trainer in Hamburg nach ihm gelungen.

Was die Aufstellung angeht, müssen sich Valon Behrami nach seiner Rot-Sperre sowie Lewis Holtby nach seiner Gelb-Sperre weiter offenbar hinten anstellen. Ivo Ilicevic bleibt vermutlich im Team, wobei er meiner Auffassung nach ein erster Wackelkandidat wäre. Holtby über die linke Seite oder Marcell Jansen – das wären die Alternativen. Übrigens trainierte Maximilian Beister, über den in den vergangenen Wochen so viel geschrieben wurde, bei den Profis mit und darf sich Hoffnungen auf eine Kader-Nominierung machen. Das trifft zunächst nicht auf die jungen Ashton Götz, Mohamed Gouaida und Ronny Marcos zu, die gestern beim 1:2 der U 23 in Meppen auf dem Rasen standen und heute nur leicht ausliefen.

Nach dem Mannschaftstraining und den taktischen Spielen stand noch der Torabschluss auf dem Programm. Offenbar hat Labbadia vor, Mainz über deren rechte Abwehrseite zu knacken. Matthias Ostrzolek haute die (guten) Flanken rein, in der Mitte profilierten sich insbesondere Pierre Michel Lasogga und Heiko Westermann mit kernigen Abschlüssen. Knifflig wurde es nur einmal: Ivica Olic war im „Dreikampf“ mit zwei Gegenspielern am rechten Fuß getroffen worden und humpelte danach vom Trainingsplatz. „Ist aber kein Problem“, sagte Olic anschließend, so dass sein Einsatz in Mainz wohl nicht gefährdet ist.

Heute habe ich die Bundesliga-Studie der DFL 2015 in die Hände bekommen. Die Studie ist zwar bereits im Januar erschienen, doch sie enthält viele interessante Daten. Generell ist da von der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung der gesamten Liga und auch der 2. Bundesliga die Rede. Und es wird deutlich, dass der HSV zu den Vereinen gehört, die die Statistik noch deutlich nach unten zerren. Vieles im wirtschaftlichen Konstrukt des HSV ist ungesund. In Relation viel zu hohe Personalkosten, eine viel zu niedrige Eigenkapitalquote (11,5 % gegenüber 35,3 % in der Bundesliga) – nur fünf von 18 Bundesligisten haben zuletzt Rote Zahlen geschrieben. Mit einem Minus von 6,6 Millionen Euro gehörte der HSV natürlich dazu. Aber darauf wollte ich nicht hinaus, das ist überwiegend bekannt, und nicht zuletzt durch den Einstieg zweier Aktionäre (Klaus-Michael Kühne und Helmut Bohnhorst) sowie der Campus-Spende von Alexander Otto werden sich die Zahlen zum 30.6.2015 deutlich verschieben. Dennoch: Der „Bundesliga-Report 2015“ ist lesenswert, ich kann sie jedem empfehlen, der sich bis Sonntagnachmittag langweilt.

Morgen trainiert die Mannschaft noch einmal ohne Öffentlichkeit. Dieter hält Euch dann über das Tagesgeschehen auf dem Laufenden. Sonntag um 15.30 Uhr ist Anpfiff in Mainz – und in „Matz ab live“ begrüßen wir direkt anschließend Thomas von Heesen als Gast. Das solltet Ihr Euch vormerken.

Lars
18.15 Uhr

Der HSV ist Meister…

1. April 2015

im Machen halber Sachen. Außer in der Vorstandsetage gibt es in bislang noch jedem Bereich des Vereins halbe Sachen, offensichtliche Kompromissentscheidungen und offene Planstellen. Selbst im täglichen Training beherrschen Übergangslösungen und Kompromisse das Geschehen. In einer derart unsicheren Phase wie in diesem harten Abstiegskampf kann diese Unklarheit auf allen Ebenen ein wesentlicher Faktor werden. Befürchte ich. Aber der Reihe nach:

 

Der Nachwuchs: Bernhard Peters wischt hier seit Sommer radikal durch. Auf der einen Seite sorgt das für Unsicherheiten bei den Übungsleitern – auf der anderen Seite war das nach Jahren der Erfolglosigkeit zwingend notwendig. Selbst die Trainer der zwei wichtigsten Nachwuchsteams bekamen frühzeitig mitgeteilt, dass sie für diese Saison noch gut genug seien, ab der neuen Serie aber von anderen ersetzt werden. In der U23 soll ein Fußballlehrer kommen, während der gerade krankheitsbedingt als U23-Trainer zurückgetretene Daniel Petrowski den Fußballlehrer und Dauer-U19-Coach Otto Addo ablösen soll.

Kluger Kopf udn Stratege: Bernhard Peters sortiert den Nachwuchs um. Noch mit mäßigem Erfolg.

Kluger Kopf und Stratege: Bernhard Peters sortiert den Nachwuchs um. Bilsnag noch mit mäßigem Erfolg.

Seit der Mitteilung im Dezember läuft es bei beiden Mannschaften eher schlecht als recht. Dass jetzt ausgerechnet der vor Saisonbeginn bei der U23 gefeuerte und anschließend als Techniktrainer geparkte Rodolfo Cardoso interimsweise übernommen hat spricht für sich. Kurzum: Der Nachwuchsbereich gleicht weiter einer Baustelle ohne klares System. Noch. Denn wie zu hören ist, soll zur neuen Saison mit neuen Verantwortlichen strukturell Klarheit geschafft werden. Besser gesagt: Es muss Klarheit geschafft werden, will man in der Jugend der Konkurrenz nicht weiterhin hinterherlaufen.

 

Die Mannschaft: Auch heute pausierte Valon Behrami, obgleich er für die Schweiz zuletzt nicht auflaufen musste. Als absoluter Führungsspieler war er im Sommer angepriesen worden, obgleich er in allen Gesprächen vom Verein die Zusicherung einforderte, unter der Woche immer wieder pausieren zu dürfen, da seine Knie einfach nicht mehr hergeben. Im Gegenzug versprach er, jedes Spiel zu spielen – auch wenn er dafür mal Schmerzen in Kauf nehmen muss. Der HSV stimmte zu, weil er keine bessere Alternative hatte. Eine Kompromisslösung, die nur bedingt funktioniert. Trainieren kann Behrami selten. Zweifellos: Wenn er denn mal auf dem Platz ist, spielt Behrami sein Spiel und hilft dem HSV. Aber er musste im Winter operiert werden und fehlte in bislang sechs Rückrundenspielen. Erst dreimal wirkte er 2015 mit. Dass er sich intern ob seiner andauernden Trainingspausen mit der Mannschaft nicht optimal einspielen kann – keine Frage.

Fehlt oft - in Trainingseinheiten wie Spielen: Valon Behrami, der als "Aggressive Leader" der Mannschaft Impulse verleihen soll

Fehlt oft – in Trainingseinheiten wie Spielen: Valon Behrami, der als „Aggressive Leader“ der Mannschaft Impulse verleihen soll

 

Hinzu kam, dass die zweite, entscheidende Personalie nicht griff, und der Kapitän einfach sportlich nicht mitkam. Im vergangenen Sommer entschied sich der HSV nach langen Überlegungen, Rafael van der Vaart doch zu behalten. Mehr noch: Der Niederländer ist sogar der festgelegte Kapitän. Und als in den ersten Spielen deutlich wurde, dass der einstige Weltklassemann einfach nicht mehr das nötige Tempo hat, wurde er auf die Sechs geschoben. Für ihn musste ein junger und zweifelsfrei talentierter Spieler wie Tolgay Arslan weichen und im Winter letztlich sogar gehen. Dabei setzte van der Vaart in bislang einem einzigen Spiel positive Signale: Im Hinspiel gegen Bayer Leverkusen. Ansonsten fiel der Held alter HSV-Tage hinten über. Allein die Trainer versuchten ihn immer wieder ins Team zu drücken und konterkarierten damit ihr eigens ausgerufenes Leistungsprinzip zu offensichtlich.

 

Dass jetzt auch noch die Torwartposition neu diskutiert wird, dürfte der Sicherheit im Team nicht zuträglich sein. Im Gegenteil: Trotz Adlers guter Listungen und einer zweifellos besseren, längerfristigen sportlichen Perspektive, ist die Abwehr mit Drobny eingespielt. Der Tscheche war unumstrittene Nummer eins bis zur Roten Karte. Er galt und gilt als verbaler Antreiber und zuverlässiger Rückhalt. Eine Änderung auf der Position wäre vertretbar – aber unnötig. Zumal Drobny in der Mannschaft aktuell ein höheres Standing genießt als Adler.

 

Der Trainer: Nachdem Slomka im Sommer mangels Alternative weitermachen durfte, folgte Zinnbauer auf ihn. Beide Trainer hatten immer den Namen Thomas Tuchel, der über ihnen schwebte und sich bis heute hält. Auch die Mannschaft registrierte, dass die Trainer nicht erste Wahl waren – was nie gut ist. Die Akzeptanz des Chefs leidet und die unzufriedenen Spieler trauen sich noch eher, schlechte Laune zu verbreiten und der Teammoral zu schaden. Peter Knäbel ist jetzt schon der dritte Übergangstrainer in einer Saison – ein Indiz, das einen Abstieg erklären könnte.

 

Für Knäbel spricht, dass er als Direktor Sport der oberste Vorgesetzte der Spieler ist. Auch jetzt als Trainer und Direktor Profifußball in Personalunion. Die Spieler wissen also, dass sie sich gerade bei ihm nichts erlauben dürfen, wenn sie in Hamburg bleiben wollen. Das lässt zumindest ein wenig hoffen. Aber selbst der neue, von allen hoch gelobte und von den Spielern jetzt schon gefeierte Cotrainer Peter Hermann ist nur bis Saisonende da. Derart viel Unruhe und Unklarheiten hat sonst kein Bundesligaklub auf der Position der sportlichen Führung.

 

Und das alles, um die Position für einen Trainer offen zu halten, der dem HSV zwar positive Signale sendet, der aber noch nicht zugesagt hat? Hier geht der HSV ein enorm hohes Risiko, selbstverschuldet den Weg in die zweite Liga antreten zu müssen. Denn klar ist, dass Beiersdorfer vor der Saison die Defizite erkannt und angesprochen hatte – nur abzustellen wusste auch er sie nicht. Vor allem aber verwunderte mich heute der – absolut zutreffende! – Satz Beiersdorfers in der Bild: „Es funktioniert beim HSV seit Jahren nicht, weil die Mannschaftsstruktur nicht gefestigt ist. Das müssen wir ändern. Wir müssen eine klare Linie reinbringen, die vorgibt, welche Spieler und Trainer für uns infrage kommen.“ Worte, die der Vorstandsboss so auch schon vor der Saison sagte, bevor er zusammen mit seinen Kollegen 33 Millionen Euro in neue Spieler investierte.

 

 

Ihr seht, das Konzept 2014/2015 ist nicht nur ohne Erfolg – es besitzt keine Stringenz. Selbst die Entscheider, die den Weg beim HSV derzeit vorgeben, waren anfänglich nicht komplett. Die Kaderplanung im Sommer wurde jedenfalls nur anteilig vom Hauptverantwortlichen (Knäbel) getätigt, das dieser erst spät im Sommer mit dem HSV einig wurde. Ich behaupte, dass Dietmar Beiersdorfer trotz seiner unbestrittenen herausragenden analytischen Fähigkeiten bei seiner Zusage die Tragweite der hier vorherrschenden Mängel nicht bewusst war. Dadurch ist der HSV weiterhin nichts anderes als ein Flickenteppich. Es gilt das Motto: Irgendwie die Klasse halten „und dann mal so richtig umstrukturieren“. Dann wird alles anders – und vor allem besser. Diesmal auch wirklich…! Mit Tuchel samt neuem Trainerteam, mit vier sicheren und einigen weiteren Abgängen sowie Zugängen für rund 25 Millionen Euro soll dem seit Jahren inflationär genannten Umbruch in Hamburg endlich mal Genüge getan werden.

 

Und damit Ihr mich nicht falsch versteht, ich hoffe, dass es so kommt. Ganz klar. Ich glaube auch, dass Beiersdorfer, Knäbel, Peters und letztlich auch Tuchel einen Plan haben, wie das umzusetzen ist. Aber ich weiß eben leider auch, wie knapp es in der vergangenen Saison war und wie hart das Restprogramm in dieser Saison ist. Und eindeutige Ansätze, dass es dieses Jahr klappen wird, habe ich nicht. Ich sehe in jedem Bereich offensichtliche Mängel – ohne klare Stärken, die man dagegen setzen kann. Ich habe das Gefühl, dieses Jahr herrscht sogar etwas mehr Abstiegsangst vor als letzte Saison.

 

Dass (auch ich) ohne Rücksicht auf vorliegende Fakten immer wieder sage: „Ach, irgendwie wurschteln die sich da durch“ ist (zumindest bei mir) nicht mehr als Zweckoptimismus. Gegen die eigene Überzeugung oder realitätsfremd mag man das nennen – aber es ist angesichts der schon jetzt verkorksten Saison auch das letzte Stilmittel, um der Mannschaft zumindest moralisch von außen noch zu helfen. Eben so, wie es Fans machen. Und wahrscheinlich auch so, wie es die Beiersdorfer, Knäbel, Peters, Hermann und Co. inzwischen machen. Und egal wie es am Ende ausgeht: Wundern muss sich in diesem Verein niemand mehr.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird um 15 Uhr trainiert. Dann soll auch Marcell Jansen wieder dabei sein, der heute entgegen eigener Hoffnungen noch nicht wieder mittrainierte. Auch Valon Behrami soll am Donnerstagnachmittag wieder voll einsteigen.

 

Bis dahin.

Scholle

P.S.: Hier noch – absolut passend zum heutigen Thema – eine unterstützenswerte Aktion, wie ich finde. Lasse führt sogar mit seinem Burgerentwurf in Hamburg. Logisch….!!!

Der Link zur Abstimmung:
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http://meinburger.mcdonalds.de/burger/20763720322113

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