Archiv für das Tag 'Skjelbred'

***Engländer vermelden Holtby-Wechsel zum HSV****Es geht endlich wieder los – ohne Demirbay und Skjelbred

29. August 2014

****Aktualisiert: Holtby-Wechsel fix? Englische Zeitungen vermelden den Wechsel von Holtby zum HSV als perfekt – der HSV dementiert. Noch….*****

Endlich Heimspieltag. Der SC Paderborn kommt. Und die HSV-Fans sind wieder heiß auf ihren HSV. Knapp 53000 Tickets sind nach Angaben des HSV bislang abgesetzt – und ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie die Stimmung sein wird. Dass es genügend Gründe gibt, diese Mannschaft anzufeuern ist fraglos. Das stand bei den echten Fans nie infrage. Auch jetzt in AG-Form nicht. Auch deshalb appellierte Marcell Jansen an die Fans – was ich grundsätzlich okay finde. Zumal auch ich hoffe, dass sich letztlich die Qualität der Arbeitenden beim HSV über die Rechtsform hinwegsetzt und sich am Ende wieder eine große HSV-Gemeinde Sonnabend für Sonnabend für den HSV in Bewegung setzt.

Und es gibt neben den sportlichen Punkten auch im Umfeld schon viele erfreuliche Bewegungen. „HSV Schnack“ (www.HSVC-Schnack.de) hat die Supporters auch medial wieder als Abteilung aufleben lassen, Poptown hat seinen Rückzug vom Rückzug bekanntgegeben. Und im berühmt-berüchtigten Block 22c sind auch nicht viele Plätze frei geblieben. Allein, ob von dort oben weiter Stimmung gemacht wird, ist offen. Aber es gibt Anzeichen, die hoffen lassen. Weil dieser HSV ein endlich seriöses Gesamtbild abgibt.


Trainer und Mannschaft haben hart gearbeitet, der Vorstand hat seine Arbeit ebenso ruhig wie intensiv erledigt und der Aufsichtsrat – der taucht so gut wie gar nicht mehr auf. Ergo: Der HSV hat gelernt. Und die HSVerinnen und HSVer honorieren das. Es mag zwar nur ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung sein. Aber es ist eben auch der erste kleine richtige Schritt seit langer Zeit. Umso schöner wäre es, wenn die gesamte Vorbereitung letztlich mit dem Transfer von Lewis Holtby ob als Kauf oder (sehr wahrscheinlich) als Leihgeschäft – egal. Es würde eine Vorbereitung abrunden, die so lief, wie man es sich vom HSV wünschen darf. Eben komplett anders als in den letzten drei, vier Jahren.

Und so bin ich mir sicher, dass der HSV auf Sicht wieder Erfolg haben wird. Mehr als in der Vorsaison ist selbstredend. Weniger geht ja auch nicht. Aber ich glaube, dass der HSV sich im Nachwuchs ebenso gut aufstellt, wie er es oben mit den getätigten Transfers begonnen hat. Entsprechend gelassen sollte Marcell Jansen daher auf die erneute Nicht-Nominierung reagieren. Er hat jetzt genug Zeit, sich über Leistungen beim HSV wieder anzubieten. Und er hat einen verein, der zumindest wieder die Chance hat, sich nach oben zu entwickeln. „Und genau das habe ich vor“, sagt der Linksfuß, der gegen Paderborn voraussichtlich wieder in der Startelf stehen wird.

Im Abschlusstraining heute agierte er ebenso wie die ebenfalls erneut nicht für die Nationalelf nominierten Rene Adler und Heiko Westermann im A-Team. Übrigens in exakt jenem Team, das auch gegen Köln von Beginn an auf dem Platz stand. Soll heißen: Adler – Diekmeier, Djourou, Westermann, Jansen – Behrami, Badelj – Arslan, van der Vaart, Ilicevic – Lasogga.

Ebenfalls dabei sein wird Cléber. Der Brasilianer feiert sein Debüt beim HSV. Als Reservist. „Ich habe in Brasilien schon gespielt und bin fot hergekommen“, so der Brasilianer, der Maori-Zeichen auf den Arm tätowiert hat. Zeichnungen, wie sie von Kriegern getragen werden. „Ich bin ein Kämpfer. Und ich bin auf alles vorbereitet. Ob Bank oder Startelf“, sagt Cléber, der noch nichts über Paderborn gehört hat, aber von Ex-Fußballer Edson Büttner nicht nur in Hamburg begleitet wird, sondern auch über die Gegner informiert wird. Die Spekulation, der FC Barcelona habe einmal Interesse an einer Verpflichtung gehabt, wies Cléber von sich: „Nein, da ist nichts dran.“ Was er von seiner ersten Saison in Hamburg erwartet? „Ich hoffe, dass ich mich schnell adaptieren kann und meine Spielweise dem HSV helfen wird.

Nicht mehr dabei waren Kerem Demirbay und Per Skjelbred. Obwohl sie beide noch pünktlich vor Trainingsbeginn an der Arena auftauchten. „Ich habe mich noch von der Mannschaft verabschieden wollen“, sagt Demirbay, der ab sofort für den 1. FC Kaiserslautern spielen wird. Für ein Jahr auf Leihbasis, am Sonntag geht es los. „Vorher besuche ich noch meine Familie“, so Demirbay, der dessen erster Frust über die fehlende Chance in Hamburg verflogen zu sein scheint. „Natürlich ist man erstmal enttäuscht, wenn man nach einer guten Vorbereitung keine Spielzeit bekommt. Aber mit der Entscheidung, zu Lautern zu wechseln bin ich sehr zufrieden. Der FCK ist ein Topklub, wo ich hoffentlich genug Spielzeit bekomme.“ Sollte er. Heute zwar noch nicht, dafür aber schon in einer Woche, wenn es wieder am Freitagabend dann gegen den FSV Frankfurt geht.


Zudem hat Demirbay nachträglich eine hohe Wertschätzung erhalten. Denn trotz des dringenden Wunsches des FCK, den Deutsch-Türken sofort zu kaufen, blieb der HSV hart. „Ich weiß, dass Herr Beiersdorfer recht viel von mir hält. Und das ist ein gutes, ein motivierendes Gefühl“, freut sich Demirbay, der letztlich im Guten wechselt und gern gestärkt zurückkommen will. Und selbst der Wunsch des FCKL nach einer Kaufoption blieb vom HSV unerfüllt. „Das zeigt mir, dass ich nicht alles falsch gemacht haben kann in Hamburg“, so Demirbay.

Ebenfalls nichts falsch gemacht hat zweifellos Per Skjelbred. Zumindest spielte er eine sehr ordentliche letzte Saison in Berlin, absolvierte eine gute Vorbereitung beim HSV und blieb auch in den letzten Tagen, in denen sich sein Wechsel zurück nach Berlin konkretisierte, nichts schuldig. „Ich freue mich, dass beide Vereine eine gute Lösung gefunden haben“, so Skjelbred, der in Berlin auch wieder auf seine Familie trifft, die dort wohnen geblieben war. Heute sammelte auch er seine Sachen zusammen und reiste ab. Für 1,3 Millionen Euro wechselt der Norweger in die Hauptstadt.

Daher: Alles Gute, Per! Alles Gute Kerem!

Richtig Gutes erfährt der HSV auch im Nachhinein von und für Vadis Odjidja-Ofoe. Der Mittelfeldspieler war im Januar 2008 für 400000 Euro aus Anderlecht zum HSV gewechselt, um im Januar 2009 nach Brügge zu wechseln. Und das für 900000 Euro – zuzüglich einer Vertragsklausel, die besagt, dass der HSV an einem möglichen Weiterverkauf beteiligt werden muss. Mein belgischer Kollege, der mich darüber informierte, sprach von einer 20-Prozent-Beteiligung des HSV. Und das wären noch mal 600000 Euro, sollte der Wechsel des 25-Jährigen zu Norwich für die jetzt bekannt gewordenen drei Millionen Euro Ablöse realisiert werden.

Geld, das der HSV für den Transfer seines absoluten Wunschspieler Lewis Holtby dringend braucht. Denn der Mittelfeldspieler, der in England bislang rund fünf Millionen Euro verdienen soll, wird egal wie nicht billig. Obwohl der 23-Jährige bereits sein soll, für einen Wechsel nach Hamburg auf einen Teil seines Gehaltes zu verzichten. Dafür leiht der HSV den Wunschspieler für ein Jahr aus – mit Kaufoption. Und ich bleibe dabei, dass dieser Wechsel stattfinden wird. Weil der HSV in Person Dietmar Beiersdorfers Holtby weiterhin unbedingt will. Ob zusätzlich noch ein Perspektivspieler für den Angriff geholt werden kann, hängt maßgeblich am Verhandlungsverlauf mit Tottenham.

Und obgleich für heute nicht mehr viel zu erwarten sein soll, ist das für morgen sicher anders zu sehen. Denn da sollte mit einer ähnlich disziplinierten Leistung wie in Köln ein Dreier drin sein. Auch ohne Holtby. In diesem Sinne, ich hoffe auf ein stimmungsvoll gefülltes Stadion und auf ein Spiel, das diese gute Stimmung nicht nur verdient, sie zudem fördert und am besten noch steigert.

Bis morgen,
Scholle

Nächste Einträge »