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Adler: „Man lebt hier HSV“

28. September 2012

Das Geburtstagsspiel. 125 Jahre HSV, das geht voll ab. Hoffentlich spielt der Gast auch mit. Das heißt, mitspielen wird er ganz sicher, aber wird sich Hannover 96 auch als freundlicher Gast erweisen? Und die Punkte in Hamburg lassen? Da habe ich, muss ich zugeben, doch leise Zweifel, denn zu oft hat uns der „kleine HSV“ schon vor das Schienbein getreten. Ist ja auch Derby-Time. Und irgendwie sind sich ja die Bremer und die „Roten“ einig, immer wenn es gegen den HSV aus Hamburg geht. Dann geht es voll zur Sache. Geburtstag oder Abstiegsgefahr? Das spielt keine Rolle. Und genau deshalb läuft doch alles auf einen eher gnadenlosen Gast hinaus, wenn die Partie an diesem Sonnabend um 15.30 Uhr angepfiffen wird. Aber inzwischen muss sich der „große HSV“ ja auch hinter den meisten Bundesliga-Klubs nicht mehr verstecken. Oder gar Angst haben. Der Hamburger HSV ist aufgewacht und spielt seit zwei Begegnungen richtig guten Fußball. Weiter so!

Wobei mir just in diesem Moment einfällt, wie oft uns doch richtige „Gurkenspiele“ des HSV in der jüngeren Vergangenheit noch als „guter Fußball“ verkauft wurden. Verbal natürlich nur, aber es hat schon genervt. Nun aber muss das Spiel des HSV nicht mehr – hoffentlich jedenfalls – schön geredet werden, jetzt ist es Fußball. Dank Rafael van der Vaart. Bin nur gespannt, wer den Elfmeter gegen Hannover schießt – wenn es denn einen geben sollte? Ob es die „ewige 23“ noch einmal versuchen wird? Von mir aus gerne – weil ich auch keinen anderen Spieler sehe. Und, ich habe das gerade nachlesen können, Jörg Butt hat von seinen 21 Elfmetern, die er für den HSV einst schoss, auch nicht alle verwandelt. Zwei Fehlschüsse waren dabei – dann hat vdV seine Elfer-Serie eben gleich mit einer Fahrkarte begonnen . . .

Wir hatten heute das Vergnügen, mit Rene Adler sprechen zu können. Einem absoluten Leistungsträger, der von allen Seiten nur Lob erfährt, der sofort Verantwortung in diesem – für ihn neuen – HSV-Team übernommen hat. Adler tut dem HSV gut, sehr gut sogar, und er sagt: „Ich bin bestimmt kein Lautsprecher, aber ich bin einer, der stets klare Worte findet. Man muss sich gegenseitig Sicherheit geben, und da ist Kommunikation auf und außerhalb des Platzes wichtig.“

Der Adler ist hier mit einer Punktlandung angekommen. Ein Spieler, auf den eines voll zutrifft: Soforthilfe. Der Mann ist einfach nur klasse. Und er macht jedem HSV-Fan nur Spaß. Und Spaß hat offenbar auch er gleich in seiner neuen Wahl-Heimat gefunden. Nach dem Dortmund-Sieg hatte er den Medien gesagt: „Ich habe so viel Spaß am Fußball wie nie zuvor. Nach meiner Verletzungspause bin ich körperlich auf Topniveau, dazu kommt die nötige Lockerheit. Und ich fühle mich richtig wohl beim HSV, hier passt alles für mich. Trotz des schlechten Starts war und bin ich total davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen.“

Heute relativierte Rene Adler allerdings etwas: „Mit solchen Aussagen muss man vorsichtig sein, denn auch in Leverkusen hatte ich eine wunderschöne Zeit. Gerade die Zeit mit Trainer Michael Skibbe, da waren wir noch die jungen Wilden, mit Barnetta, Kießling, Rolfes und Adler – da hatten wir jede Woche drei Spiele, hatten riesige Erfolge, sind durch die Welt gereist – das war toll. Und eine sehr schöne Zeit war auch die mit Trainer Jupp Heynckes, der war so erfahren, da hatten wir Erfolg, er hat uns geführt und gesagt, wo es lang geht. An diese Zeiten habe ich gute Erinnerungen.“ Dann ergänzt Adler: „Wenn man dann ein Jahr nicht gespielt hat, wenn man so lange verletzt war, dann ist es natürlich besonders schön, wenn man wieder spielen kann und darf. Ich fühle mich topfit, und ganz besonders schön ist es für mich, vor einer solchen Kulisse wie in Hamburg spielen zu können.“

Eine ganz besondere Wertschätzung genießen bei Rene Adler die Fans: „Ich habe anfangs oft den Kopf geschüttelt – und zwar positiv, denn es sind immer so viele Menschen da, die uns beim Training zusehen, die uns und dem Verein ihre Freizeit opfern – das habe ich in der Form noch nie erlebt, das ist unglaublich, da ziehe ich jeden Hut, den ich habe. Man lebt hier HSV.“

Dann gibt Adler zu: „Ich habe mich vor dem Start in Hamburg schon gefragt, ob ich auch woanders als in Leverkusen funktioniere. Deshalb ist es für mich auch eine Bestätigung, denn ich habe es noch einmal geschafft, oder ich schaffe es noch einmal. Ich habe es geschafft, aufgrund meiner Leistung die Mannschaft von mir zu überzeugen, den Verein und hoffentlich auch die Fans. Dass ich sie durch sportliche Leistungen und durch meine Persönlichkeit überzeuge, das liegt mir sehr am Herzen.“ Und dann fügt Rene Adler etwas ganz Wichtiges ein: „Was ich allen garantieren kann ist das, dass ich mit absoluter Leidenschaft und mit absoluter Hingabe für den Verein spiele. Das ist mir schon wichtig. Ich möchte nicht als Söldner betrachtet werden. Nur bei einem Verein zu spielen und einfach nur seine Arbeit zu machen, das ist mir zu wenig. Ich will hier einen guten Job machen, mit Leidenschaft, da muss schon etwas mehr dahinter sein, und deswegen genieße ich diese Zeit jetzt auch besonders intensiv.“ Adler weiter: „Für einen solchen Traditions-Klub wie den HSV zu spielen, auch wenn wir einige Probleme hatten, das genieße ich intensiv. Gemeinsam mit den Jungs, mit dem Verein und mit den Fans um die drei Punkte zu fighten, dass ist schon etwas Besonderes.“ Und er gibt zu: „Zumal ich Abstiegskampf ja gar nicht kenne, mit Leverkusen standen wir nie so weit unten. Und wenn sich das dann so wie nach dem Sieg gegen Dortmund entlädt, dann ist das einfach nur traumhaft. Das war schon eines der geilsten Spiele, die ich bisher machen durfte.“

Über seine Rolle in der neuen Umgebung sagte Adler noch: „Ich sehe es auch als meine Aufgabe an, Dinge, die ich aufgrund meiner Erfahrung erkenne und die nicht so gut laufen, anzusprechen. Ich spreche dann mit den Führungsspielern, mit dem Heiko, mit dem Cello, mit dem Raffa und auch mit dem Trainer darüber. Beim HSV spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle, hier hat man in dieser Beziehung viel mehr zu tun als in Leverkusen. Hier wird man als Führungsspieler viel mehr in die Verantwortung genommen, vom Trainer, aber auch vom Vorstand. Hier wird immer wieder ein Feedback verlangt, das finde ich gut, das finde ich auch wichtig.“

Für Trainer Thorsten Fink war das Gladbach-Spiel das beste HSV-Spiel, seit er hier den Coach gibt. Auch Rene Adler sagt: „Ich habe selten eine Partie erlebt, in der wir den Gegner spielerisch so beherrscht haben. Wir haben uns den Gegner mit Geduld zurechtgelegt. Und ich nehme aus dieser Begegnung auch das Positive heraus – ich erwarte von unserer Mannschaft einfach, dass wir das gegen Gladbach können, auch gegen Dortmund – und jetzt gegen Hannover 96. Und was ich auch erwarte, dass wir aus unseren Fehlern die Lehren ziehen.“ Und die Fehler in Gladbach waren? Adler: „Wir haben in der Schlussphase den Ball nicht mehr gehalten, haben zu viele Bälle verschenkt. Und das wird uns so nicht mehr passieren, denn es hat sich jeder von uns sehr über dieses 2:2 geärgert. Ich glaube wirklich nicht, dass wir so blöd sind und diese Fehler noch einmal machen. Da sehe ich uns aber auf einem guten Weg – und wir werden uns nun auch an der guten Leistung von Gladbach messen lassen.“

Dann gilt es an diesem Sonnabend, bei diesem Jubiläumsspiel gegen Hannover 96. Adler: „Jeder darf Fehler machen, aber jeder sollte bemüht sein, keine Fehler zu machen. Volle Konzentration, jeder versucht erst einmal, seine Leistung zu bringen – dann bin ich überzeugt davon, dass wir auch Hannover schlagen können. Ich bin wirklich guter Dinge, dass wir nun in jedem Spiel einige Schritte vorwärts machen werden.“

Schön wäre es ja, denn dann stünde einem großen und großartigen Abend nichts mehr im Wege.

Apropos Abend: Der NDR berichtet von der HSV-Gala (etwas zeitversetzt) an diesem Sonnabend, und um 0.00 Uhr beginnt dann die Sendung „Nur der HSV”. Das ist eine 60-minütige NDR-Dokumentation zum 125-jährigen Jubiläum. Wie gesagt, am Sonnabend/Sonntag um Mitternacht und dann am 30. September um 14 Uhr die Wiederholung. Im NDR Fernsehen. Das wird ein bestimmt toller HSV-Fernseh-Abend, ein MUSS für jeden Fan. Viel Spaß dabei. Und wer live bei der Gala ist, der sollte den Recorder einschalten und alles aufnehmen!

Dann noch ein zweites Mal zu diesem HSV-Fest: Die Festschrift ist auf dem Markt, und dieses Werk ist eine „Bombe“. Ein Traum, und auch ein MUSS für jeden HSVer. Mitglieder bekommen es vom Verein kostenlos, wer sich eines kaufen möchte (für acht Euro), dann ab in die HSV-Shops – oder das „Super-Ding“ über den HSV (bestellen). An diesem Heft, nein, es ist fast ein Buch, hat der „Macher“ ein halbes Jahr gearbeitet. Ein fleißiger Mensch, dieser Axel Formeseyn, ein dickes und auch ganz großes Kompliment.

Axel, Du hast Deinen Beruf verfehlt, Du könntest einer von uns sein!

Kurz noch zum HSV-Kader: Neu dabei ist wieder der zuletzt gesperrte Petr Jiracek, von dem ich fset annehme, dass er von Beginn an spielen wird. Natürlich. Die Rote Karte von Frankfurt und von Wolfgang Stark ist für mich immer noch der größte Witz seit Jahren. Deshalb muss der Tscheche unbedingt wieder ran – und zwar sofort.
Thorsten Fink nimmt 19 Mann mit, morgen muss einer von ihnen auf die Tribüne.

So, ich bin am Ende.

Ehrlich gesagt vollkommen. Die technischen Störungen (die ich in meiner Not “Eiche” zurief) waren keine Ausrede, sondern Tatsache. Sorry. Ich war aber echt verzweifelt. In Mölln und Umgebung. Soll heißen: Frau M. ist zurzeit in einer Reha-Klinik in Lehmrade. Ich habe sie heute abgeholt, wollte eigentlich in ihrem Klinik-Zimmer schreiben, um den Bericht pünktlich fertig zu haben. Das ging auch – nur hatte ich dort keinen Internet-Anschluss. Null. Es rührte sich nichts. Ich bin gelaufen und gelaufen. Erst in der Klinik, dann draußen – nichts zu machen. Sachen packen und ab. Nach Mölln. Am Marktplatz auf einen Parkplatz gestellt – immer noch nichts. Wahnsinn. Ich habe an Dresden gedacht. Dresden zu DDR-Zeiten. Weil man in Dresden kein West-Fernsehen empfangen konnte. Tal der Ahnungslosen wurde das glaube ich genannt. Mölln und Umgebung und Internet – das scheint nicht zu passen. Aus der Klinik-Leitung sagte mir eine Dame: „Wir hoffen, dass wir in zwei Jahren eine Glasfaser-Leitung gelegt bekommen . . .“ Was mir wenig half. Und mich auch nicht aufmuntern konnte.

Also durchstarten. Wir nach Norderstedt – und da ging es wieder in altbewährter Manier. Tolle Erfahrung jedenfalls. Und Frau M. hätte sich das Wiedersehen ganz sicher nicht so „knurrig“ und hektisch vorgestellt . . .

20.43 Uhr

Das kam von “Randnotiz” – und es ist ganz wichtig. Danke. Los geht es:

Hinweise vom HSV für morgen:
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HSV-Spiel:
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Die Fangruppe Chosen Few hat gemeinsam mit mehreren hundert HSVern zum 125. Geburtstag eine große Choreographie gebastelt.
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Wir bitten alle Stadionbesucher mindestens 15 Minuten vor Anpfiff ihre Plätze einzunehmen und die Anweisungen auf den verteilten Flyern zu beachten.
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Die ausgeteilten Elemente sind nach der Choreo ein Geburtstagsgeschenk an jeden einzelnen und dürfen gerne mit nach Hause genommen werden.
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HSV-Feier:
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Liebe HSVer,
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wir freuen uns, Sie morgen anlässlich des 125-jährigen Geburtstages unseres HSV zur Gala zu begrüßen. Die Veranstaltung in der O2 World Hamburg beginnt morgen am 29.09.2012 um 19:30 Uhr. Der Einlass erfogt ab 17:30 Uhr.
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Nach einem kurzem Empfang erwartet Sie eine spannende Reise durch 125 Jahre HSV begleitet von Music Acts, Comedians und internationalen Gästen!
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Bitte nehmen Sie bis 19:15 Uhr Ihre Plätze ein, da es sich gleichzeitig um eine TV-Aufzeichnung handelt, die am gleichen Abend ab ca. 22:00 Uhr im NDR Fernsehen übertragen wird.
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Durch das Bundesligaspiel des HSV gegen Hannover 96 in der gegenüberliegenden Imtech Arena, das um 17:15 Uhr endet, muss mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rund um die beiden Arenen gerechnet werden. Bitte planen Sie dies bei Ihrer Anreise mit ein.
Hinweise vom HSV für morgen: . HSV-Spiel: . Die Fangruppe Chosen Few hat gemeinsam mit mehreren hundert HSVern zum 125. Geburtstag eine große Choreographie gebastelt. . Wir bitten alle Stadionbesucher mindestens 15 Minuten vor Anpfiff ihre Plätze einzunehmen und die Anweisungen auf den verteilten Flyern zu beachten. . Die ausgeteilten Elemente sind nach der Choreo ein Geburtstagsgeschenk an jeden einzelnen und dürfen gerne mit nach Hause genommen werden. . .

HSV-Feier: . Liebe HSVer, . wir freuen uns, Sie morgen anlässlich des 125-jährigen Geburtstages unseres HSV zur Gala zu begrüßen. Die Veranstaltung in der O2 World Hamburg beginnt morgen am 29.09.2012 um 19:30 Uhr. Der Einlass erfolgt ab 17:30 Uhr. . Nach einem kurzem Empfang erwartet Sie eine spannende Reise durch 125 Jahre HSV begleitet von Music Acts, Comedians und internationalen Gästen! . Bitte nehmen Sie bis 19:15 Uhr Ihre Plätze ein, da es sich gleichzeitig um eine TV-Aufzeichnung handelt, die am gleichen Abend ab ca. 22:00 Uhr im NDR Fernsehen übertragen wird. . Durch das Bundesligaspiel des HSV gegen Hannover 96 in der gegenüberliegenden Imtech Arena, das um 17:15 Uhr endet, muss mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rund um die beiden Arenen gerechnet werden. Bitte planen Sie dies bei Ihrer Anreise mit ein.”

So, das war “Randnotiz”, nun ich zum Schluss noch einmal:

Ein Grußwort an “Javert”: Genau damit (einem solchen Kommentar!) habe ich gerechnet. Vielen Dank. Ich freue mich über jeden Menschen, der technisch begabter ist als ich. Beim nächsten Mal nehme ich den Herrn Javert mit nach Mölln – garantiert. Der wird mir dann den Internet-Weg weisen.