Archiv für das Tag 'Siegenthaler'

Vier Wochen nach dem 25. Mai – jetzt ENDLICH nach vorn gucken!

22. Juni 2014

In den vergangenen Tagen, insbesondere bei der Debatte um die Äußerungen von Klaus-Michael Kühne, waren hier in den Kommentaren heiße Diskussionen entbrannt. Wer ist wofür verantwortlich? Fehlstart von HSV-Plus oder berechtigte Kritik der neuen Macher? Welche Rolle spielen Jarchow und Co. aktuell und behindern sie den Neustart?

 

In ganz großem Maße kommt darüber hinaus immer wieder der Wunsch auf nach Abrechnung mit dem aktuellen Vorstand und Aufsichtsrat. Diese Abrechnung wird hier stark eingefordert, um wirklich einmal Ross und Reiter zu nennen, um mit dem Grundübel aufzuräumen und reinen Tisch zu machen, so dass die Basis gelegt ist und die neuen Leute um Dietmar Beiersdorfer am 1. Juli dann auch offiziell anfangen können.

 

Offensichtlich gibt es ein paar unterschiedliche Wahrnehmungen was die Inhalte des Blogs in den vergangenen Monaten angeht. Man kann es wertfrei auf den vereinfachten Nenner bringen: Wir, die Blogschreiber, sind der Ansicht, die Missstände genannt zu haben und auch die dahinter stehenden Namen; kritische Blog-Kommentierer bestreiten dies und bemängeln zu weichen Umgang mit den Protagonisten. Soweit, mehr oder weniger, der Status Quo.


 

Gerade die momentane Übergangsphase sorgt für Nervosität. Mal abgesehen von den Äußerungen des designierten Aufsichtsrats-Vorsitzenden Karl Gernandt sowie dem Interview von Klaus-Michael Kühne ist wenig an die Öffentlichkeit gedrungen. Dietmar Beiersdorfer beispielsweise hält sich komplett zurück. Ansprechpartner sind nur die alten Macher, in erster Linie der Vereins-Vorsitzende Carl Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer. Von ihnen hören wir, dass sie eng mit Beiersdorfer und Co. in Kontakt sind und alles abgesprochen wird. Aus dem Kühne-Interview ist eine andere Perspektive herauszulesen – demnach kleben die „Alten“ an ihren Sesseln und geben ihre Positionen nicht vorzeitig auf, obwohl sie seit dem 25. Mai faktisch einer aussterbenden Spezies angehören. Wo die Wahrheit genau liegt, enge Absprache oder Dissenz, ist im Moment nicht objektiv zu bewerten.

 

Zurück zum Thema „Abrechnung“. Am Ende haben Carl Jarchow und Oliver Kreuzer die Beinahe-Katastrophe der vergangenen Saison zu verantworten, daran führt kein Weg vorbei. Es ist einfach, sie an den Pranger zu stellen, denn sie haben dafür ja auch eine Menge Angriffsflächen geboten.

 

Aber: Die Probleme des HSV liegen viel tiefer und sind mit der Opferung zweier Verantwortlicher doch nicht behoben. Das wurde in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Positionen immer wieder punktuell versucht.

 

Der Aufsichtsrat war schuld. Also folgte auf Udo Bandow dessen Stellvertreter Horst Becker. Die Wirtschaftsweisen kamen in das Gremium, besser wurde es nicht. Irgendwann übernahm Otto Rieckhoff das Amt, dann Alexander Otto, Manfred Ertel, Jens Meier. Die „Supporters“ schienen in der Mehrheit zu sein. Und jeder war auf seine Weise erfolglos in dem Sinn, den Niedergang des Vereins in den vergangenen Jahren nicht verhindert zu haben.

 

Auch die Vorstands-Personalien, die vom Aufsichtsrat angegangen wurden, haben keine Besserung gebracht. Das Ende von Bernd Hoffmann unter großem Tohuwabohu, der regelmäßige Wechsel auf dem Sportchef-Posten. Nach zu langer Phase der Vakanz, die durch das Ende der Ära Beiersdorfer begann, sowie den Herren Siegenthaler, Reinhardt, Sammer, Arnesen und letztlich Oliver Kreuzer, die teilweise im Amt, teilweise nur Kandidaten waren, steht der HSV immer noch nicht besser da.

 

Im Bemühen, den Verfall zu stoppen, wurde immer nur ein Mann entlassen, an dessen Stelle ein anderer kam, der sich dann wie sein Vorgänger aufrieb und verbrauchte. Natürlich waren es auch immer wieder individuelle Entscheidungen und Fehler, die die Arbeit des einen oder anderen kennzeichneten. Als Quintessenz blieb doch immer nur eins: das Scheitern.

 

Ebenso auf der Trainerposition. Stevens, Jol, Labbadia, Moniz, Veh, Oenning, Fink, van Marwijk, Slomka. Das sind die Namen seit 2007. Der jeweilige Neue würde den Laden in den Griff bekommen – diese Hoffnung blieb bis heute ebenso unsterblich wie unerfüllt. Dazu passt die stete Abwärtsentwicklung im Nachwuchs-Bereich in Norderstedt. Die U-Mannschaften des HSV hinken der Konkurrenz hinterher. Viele gute Trainer haben den Verein in den vergangenen Jahren verlassen, weil die übergeordneten Sportchefs sich diesem Bereich entweder nicht richtig widmen wollten oder konnten.

 

Im Sommer 2014 ist der HSV an einem Punkt angelangt, an dem sich endlich eine Erkenntnis durchgesetzt hat, die sich durch die Ausgliederung in eine Fußball-AG dokumentiert. Es muss ein radikaler Kurswechsel des ganzen Schiffs her, nicht nur diese ständige punktuelle Verändern dieser oder jenen misslichen Personalie. Das alte Modell der Flickschusterei, des Übeltäter-Suchens, des Messias-Verpflichtens, ehe man erkennt, dass sich hinter jedem Messias doch wieder ein gescheiterter Fehlerteufel verbarg, sollte zu einem Ende kommen. Es ging und geht HSV-Plus und sicher auch den 86,9 Prozent, die sich für die Ausgliederung ausgesprochen haben, nicht mehr um den nächsten Trainerwechsel, der die Wende zum Guten nach sich ziehen müsste. Es ging ihnen nicht um die Fortsetzung des personellen Austauschs nach altem Muster, sondern um einen grundlegenden Wandel des HSV.

 

Der alte HSV war lahm und schwach geworden. Er hat sich in inneren Kämpfen aufgerieben und produzierte keine Führungskräfte, die die Kraft und Fähigkeit besaßen, alle Lecks zu schließen. Das lag in dem einen Fall an der Schwäche des Einzelnen, im anderen Fall an der Größe des Lecks, dessen Stopfung manch erfahrenen Kapitän vor eine unlösbare Aufgabe gestellt hätte. Gleichsam gaben schwache Vorstände und Aufsichtsräte gern das Alibi an, in DIESEM HSV nicht besser arbeiten zu können und sowieso vorwiegend an den Altlasten zu leiden. Auch diese Haltung wurde zu einem Teil der Abwärtsspirale.

 

Es gibt wohl keinen anderen Bundesliga-Verein, der in den vergangenen Jahren derart viele Angriffsflächen bot und der auch derart heftig angegriffen wurde. Die Schwäche der Handelnden hat gleichsam dafür gesorgt, dass kleinste Störfeuer aus dem Umfeld für einen Schlingerkurs des gesamten Gebildes sorgen konnten. Ich erinnere mich an eine Mitgliederversammlung Anfang 2010. Der Verein hatte gerade mal wieder Schlagseite und zu diesem Zeitpunkt keinen Sportdirektor. Vereins-Boss Bernd Hoffmann war schwer angeschlagen, als plötzlich Bruno Labbadia im CCH ans Rednerpult ging. Labbadia hat dort in einer Grundsatzrede versucht, den Vereins-Vorstand zu stärken. Ein einmaliger Vorgang, soweit ich weiß. Ein Angestellter versucht seinen Vorsitzenden und damit den ganzen HSV auf Kurs zu halten, weil er die Gefahr des Auseinanderdriftens erkennt. So löblich Labbadias Versuch war, so sehr zeigte er auch damals die Schwäche der Verantwortlichen im Vorstand und Aufsichtsrat, die zu einer solchen Rettungsaktion nicht in der Lage waren.

 

Im Frühjahr dieses Jahres hat Bert van Marwijk nach wenigen Monaten im Amt seine Beobachtung in Worte gefasst: „Dieser Verein ist dabei, sich selbst zu zerstören.“ Van Marwijk erhielt für diesen Satz viel Zustimmung – und es steht auf einem anderen Blatt, dass er in seiner eigentlichen Aufgabe, gelinde gesagt, nicht gerade überzeugen konnte. Die Beobachtung jedenfalls, die saß.

 

Die Idee von den Initiatoren von HSV-Plus, allen voran Otto Rieckhoff, aus dem HSV e.V. eine HSV AG zu machen, ist an sich nicht revolutionär. Ein Dutzend anderer Bundesligisten hat vor den Hamburgern seine Struktur geändert, und sich wahlweise als AG oder KG ins Handelsregister eintragen lassen. Dies ist gewissermaßen der äußere Rahmen, der womöglich klug und zeitgemäß ist, der aber vor allem die innere Neuordnung des HSV in die Wege leitet. Ein anderes Denken, keine Klüngelei mehr, Einigkeit in den Zielen – kurz gesagt alles, was der HSV in den vergangenen Jahren in seiner Gesamtheit hat vermissen lassen. Beim HSV hat all das eine ungeheure Öffentlichkeit nach sich gezogen – viel mehr als anderswo. Oder haben die „Tagesthemen“ von der Ausgliederung bei Werder Bremen berichtet? Hat „Die Zeit“ sich Eintracht Frankfurt gewidmet? Beim HSV, so die bundesweite Einschätzung, hat die gesamte Debatte eine ganz andere Dimension – es ging und geht um das Überleben des Dinos.

 

Dahinter verschwanden Bedenken in Detailfragen. Mitglieder-Rechte, die Nutzung der Raute als Marke, einzelne Paragrafen im Übernahme-Vertrag, über die vor kurzer Zeit noch ausgiebig in der Mitgliederversammlung gestritten worden wäre, wurden von der Minderheit zwar angesprochen. Doch das Bedürfnis, und auch die Notwendigkeit, nach einer Veränderung des großen Ganzen war übermächtig.

 

Jeder Einzelne der in der Vergangenheit handelnden Personen wird übrigens Professionalität, das beste Bemühen für den HSV, personelle Verbesserung für sich beanspruchen und als Ziel gesetzt haben wollen – in seiner Gänze hat sich der Verein allerdings immer mehr zerrissen. Fehlentscheidungen summierten sich und zogen sich wie in einer Todesspirale immer weiter abwärts. Somit war aus meiner Sicht fast jeder Verantwortliche des HSV in den vergangenen Jahren gleichfalls Täter, weil natürlich nicht jeder Fehler mit den Strukturen zu entschuldigen ist, und Opfer, weil dieser gesamte Verein einfach kaum steuerbar war.

 

Welche Rolle Ihr Carl Jarchow, Joachim Hilke, Oliver Kreuzer, Oliver Scheel, Jens Meier und all die anderen in diesem Zusammenhang gebt – bitte bildet Euer eigenes Urteil. Sie alle sind hier und anderswo häufig zu Wort gekommen, ebenso wie ihre Kritiker. Die Karten liegen auf dem Tisch. In diesem Sinne waren auch die Aussagen von Klaus-Michael Kühne aus meiner Sicht „too much“. Was soll diese Ungeduld? In zehn Tagen weht ein anderer Wind, und zwar auch nach Kühnes Vorstellungen. Was die Ungeduld angeht, wird Kühne übrigens ziemlich sicher noch die eine oder andere harte Probe bestehen müssen. Geduld ist nämlich mit Sicherheit gefragt, wenn es um den HSV der Zukunft geht. Rom ist nicht an einem Tag erschaffen worden, und die Aufwärtsentwicklung des HSV, die sich alle erhoffen, ganz sicher nicht. Es wird dauern, ehe tragfähige Ergebnisse zu sehen sein werden. Dietmar Beiersdorfers Eigenschaft, für Nachhaltigkeit sorgen zu können, kann dem HSV dabei helfen. Aber mal eben husch-husch im Vorbeigehen wird hier nix besser – es ist ein langer Weg zurück für den HSV.

 

Inzwischen ist eine andere Zeitrechnung angebrochen. Und zwar die von Dietmar Beiersdorfer und Karl Gernandt. Natürlich ist es irritierend, wenn in den ersten Tagen nach der Entscheidung für die AG eine Reihe diskussionswürdiger Statements Gernandts zu lesen sind und sein Chef, Klaus-Michael Kühne, im Abendblatt vom Leder zieht. Beim Trainingsstart am Mittwoch, als die Berichte über die Krankschreibung Calhanoglus sowie das Kühne-Interview in aller Munde waren, habe ich mich mit einem langjährigen HSV-Mitarbeiter unterhalten. Wir waren uns einig, dass wir darauf keine Lust mehr haben. Dass sich die ständigen Störfeuer, die mit Fußball oder einem Aufbruch nichts zu tun haben, ohne Ende nerven. Gerade dies sollte mit dem 25. Mai beendet sein, umso größer die Verwunderung, dass durch genannte Äußerungen der neuen Macher scheinbar die alte Schablone wieder sichtbar wird.

 

Aber in den kommenden Wochen, beginnend mit dem 1. Juli, werden wir klarer sehen was die Intentionen der neuen starken Männer angeht. Die größten Hoffnungen ruhen dabei natürlich auf Beiersdorfer. Es besteht nach wie vor die große Chance, dass er mit den richtigen Weichenstellungen für den Umschwung sorgt. Und die Äußerungen von Gernandt und Kühne könnten, wenn sie auch nicht vergessen werden, in einem anderen Zusammenhang erscheinen und betrachtet werden.

 

Dass Karl Gernandt sich beispielsweise seit knapp zwei Wochen öffentlich aus dem Verkehr zieht, ist ja schon als erste Reaktion auf das Echo seiner Äußerungen zu werten. Doch halt: eine große Kritik bleibt. Trainer Mirko Slomka infrage zu stellen und dies nicht klarzustellen, ist ein Riesenfehler. Slomka geht angeschlagen in die Vorbereitung, und das ist schlecht. Dass der Coach selbst sich dann noch im ersten Interview vor den Kameras schützend hinter Kühne stellt, ähnelt vom Muster her dem Auftritt Bruno Labbadias. Und dieses Muster ist das falsche. Die HSV-Mannschaft ist nach wie vor instabil, sie hat sich ja auch gegenüber der Vorsaison bislang kaum verändert. Insofern benötigt sie dringend einen starken Trainer, der nicht von oben geschwächt werden darf. Es sei denn, man will ihn wirklich kurzfristig austauschen. Überspitzt formuliert ist Slomka bereits jetzt zum Abschuss freigegeben worden.

Zuletzt hat der ehemalige HSV-Präsident Wolfgang Klein heftige Kritik an Klaus-Michael Kühne geübt. Dessen Äußerungen seien Vereins schädigend, so Klein. Sicher gibt es nicht wenige, die Kühne deswegen am liebsten zum Mond schießen würden. Doch es ist heute wir vor dem 25. Mai: Der HSV befindet sich auch in wirtschaftlicher Abhängigkeit von seinem Gönner. So gesehen herrscht eine gewisse Hassliebe zwischen HSV und Kühne – und zwar von beiden Seiten. Auch diese Hassliebe in die richtige Richtung zu lenken, ist eine Aufgabe von Dietmar Beiersdorfer. Und es wird sicher nicht seine einfachste sein.

 

Heute Mittag ist die HSV-Mannschaft Richtung Schleswig-Holstein aufgebrochen. In Bredstedt hat um 17 Uhr ein erstes Testspiel begonnen – zur Halbzeit steht es 9:0. Nachher gibt es eine sportliche Aktualisierung dieses Fußball-Abends an der Küste.

 

Der HSV jedenfalls fährt später weiter nach Glücksburg, wo eine Woche Station gemacht wird.

 

So, und WM-technisch ruhen nachher alle deutschen Hoffnungen auf Klinsi und den USA.

Sportlicher Gruß von Lars
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Erster Test viele Tore. Das ist die Kurzfassung des HSV-Spiels in Bredstedt in Schleswig-Holstein vor 1.500 Zuschauern gegen eine Nordfriesland-Auswahl. Endergebnis: 16:0.
So spielte der HSV in der 1. Halbzeit: Drobny – Diekmeier, Tah, Westermann, Jansen – Kacar, Demirbay, Jiracek – Stieber, Rudnevs, Ilicevic
Und so in der 2. Halbzeit: Brunst – Westermann, Tah, Mancienne, Jiracek – Steinmann, Arslan – Zoua, Cigerci, Derflinger – Rudnevs
Tore: 1:0 Demirbay (4.), 2:0 Kacar (13.), 3:0 Demirbay (18.), 4:0 Demirbay (20.), 5:0 Demirbay (23.), 6:0 Stieber (29.), 7:0 Demirbay (30.), 8:0 Rudnevs (36.), 9:0 Rudnevs (37.), 10:0 Tah (47.), 11:0 Cigerci (66.), 12:0 Rudnevs (70.), 13:0 Zoua (80.), 14:0 Derflinger (84.), 15:0 Steinmann (88.), 16:0 Arslan (90.)
Trainer Mirko Slomka hat vor dem Spiel kurz sein Programm fürs Trainingslager in Glücksburg in der kommenden Woche erläutert. Zwei Einheiten pro Tag stehen an der Förde an, ehe es am kommenden Sonnabend auf der Rückreise zum zweiten Test kommt gegen den ETSV Weiche Flensburg. Was seine einschneidenden Personalien angeht, berichtete Slomka von vergeblichen Versuchen, Hakan Calhanoglu am Telefon zu erreichen. Mutmaßlich, so Slomka, habe Calhanoglu seine Handynummer gewechselt. Außerdem wusste Slomka davon zu berichten, dass Pierre Michel Lasogga einige Mal das Gespräch mit dem HSV-Trainer gesucht habe. Demnach wollte sich Lasogga erkundigen, was los sei mit seinem endgültigen Wechsel zum HSV. Eine Einigung ist bis dato noch nicht zu vermelden, aber einmal mehr dokumentiert die kleine Anekdote, dass es Lasogga offenbar kaum erwarten kann, zum HSV zurückzukehren.
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…und im April sind wir Fünfter. Mindestens…

17. Januar 2011

Das Thema Ruud van Nistelrooy ist natürlich weiterhin allesbeherrschend. Auch heute gab es zwar keine offizielle Anfrage und kein offizielles Angebot seitens Real Madrid. Dennoch drehte sich alles um den Angreifer, der nach eigener Aussage gern gen Madrid zurückwechseln würde. Und seit heute hat er auch wieder einen Funken Hoffnung. Bastian Reinhardt weichte seine eigenen Aussagen, wonach Ruud definitiv bleiben muss, leicht auf. „Wenn überhaupt etwas Bewegung in die Sache kommen sollte, dann müsste dies von Real Madrid ausgehen.“ Und zwar in Form eines Millionenangebots. Bislang wurde kolportiert, die Madrilenen wollten van Nistelrooy ablösefrei übernehmen, weil sie ihn vor einem Jahr auch ablösefrei nach Hamburg ziehen gelassen hatte. Das allerdings dementierte jetzt van Nistelrooys Berater Rodger Linse. Der umtriebige Spieleragent beteuerte, Real würde sehr wohl wissen, dass sie eine Ablösesumme zu zahlen hätten. Und sie seien auch dazu bereit. Allerdings, bis dahin gilt weiter Reinhardts Statement, wonach es der HSV in Kauf nehmen würde, dass der holländische Superstar im besten Fall kurz maulen wird oder sich im schlechtesten Fall derart hängen lässt, dass er sportlich keine Rolle mehr spielt. Was ich für richtig halte (ersteres) und was ich nicht glauben mag (letzteres).

Nun sind es bis zum Ablauf der Transferfrist aber noch zwei Wochen und in diesen Tagen kann viel passieren. Zum Beispiel kann Matthias Sammer dann schon das Sagen beim HSV haben und seine Vorstellungen müssen sich nicht zwangsläufig mit denen Reinhardts decken. Und sollte Real doch bereit sein, die eine oder andere Million zu investieren – ich mag gar nicht darüber nachdenken. Obwohl, doch! Denn einem Sammer würde ich absolut zutrauen, van Nistelrooy abzugeben und parallel schon einen adäquaten Ersatz parat zu haben.

Heute äußerte sich Sammer übrigens auf der DFB-Trainertagung in der Nähe Frankfurts zu den seit Tagen kursierenden Wechselgerüchten – und sein Statement ließ alles offen: „Derzeit habe ich nicht vor, beim DFB um eine Freigabe zu bitten. Aber was in den kommenden Tagen passiert, ist reine Spekulation. Ich bin mit dem HSV immer im Austausch gewesen, mal mehr, mal weniger“, sagte der Europameister von 1996. Es kam zumindest zu Kontakten mit HSV-Coach Armin Veh, lachend verließ man gemeinsam den Sitzungssaal. Und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte sich nicht zu viel entlocken lassen. „Ich sehe das höchst gelassen. Matthias hat einen Vertrag bei uns, und wenn sich daran etwas ändern sollte, wird er mit uns sprechen.“ Bundestrainer Joachim Löw geht davon aus, dass Sammer die Verantwortung für die Jugendarbeit im Verband behält. „Von einem Weggang können wir sicher nicht sprechen“, sagte Löw. Sammer habe ihm auch persönlich nichts über einen Wechsel zum HSV gesagt. „Ich habe auch nichts von einem Antrag gehört, dass er den DFB verlassen will. Daher gehe ich davon aus, dass Matthias Sammer beim DFB bleibt. Es macht ihm viel Spaß und er arbeitet mit viel Begeisterung“, sagte Löw heute, wissend, dass eine Personalie entschieden ist, die Sammer als Tiefschlag empfinden wird: U-21-Trainer Adrions Vertrag wird verlängert. Der Kontrakt, den Sammer unbedingt verhindern wollte. Adrion und Sammer führen seit Monaten eine offene Fehde. Einzig Löw, der im Streit mit Sammer die Verantwortung für die U21 erfolgreich für sich reklamierte, konnte Adrion bislang vor dessen Entlassung bewahren.

Genau genommen ist Sammer derzeit – und durch die Vertragsverlängerung Adrions wird dieser Umstand gefestigt – beim DFB ein Sportdirektor ohne direktes Aufgabengebiet. Ausgenommen die wenig prestigeträchtigen U-19- bis U-15-Nationalmannschaften. Sammer ist mit seinen Fähigkeiten tendenziell unterfordert. Schon deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass Sammer – sofern der HSV-Aufsichtsrat kein Veto einlegt – die Möglichkeit ergreifen wird, sich beim HSV neu zu verwirklichen. Und ganz ehrlich, ich würde dem DFB nach der Urs-Siegenthaler-Entscheidung zum zweiten Mal danken…

Sollten der HSV und Sammer letztlich ernst machen, wird mit einem Gehalt von zwei Millionen Euro spekuliert. Und auch Uwe Seeler zeigte sich von der Idee begeistert. „Das wäre eine großartige Lösung. Er würde dem HSV weiterhelfen.“ Zudem kamen Gerüchte auf, Sammer könnte den einstigen HSV-Torjäger Horst Hrubesch, derzeit erfolgreicher Jugendtrainer beim DFB, gleich mit an die Elbe bringen – in welcher Funktion auch immer. Und das wiederum begeistert mich. Endlich hätten wir mal eine echte HSV-Größe an einer wichtigen Stelle mit dem richtigen Aufgabengebiet eingebaut. Hrubesch hat seine Qualifikation über Jahre nachgewiesen – und seine Identifikation mit dem HSV steht für mich außer Frage. Leider dementierte das einstige Kopfball-Ungeheuer dementierte gegenüber dem Abendblatt jeglichen Kontakt: „Ich habe mit niemandem gesprochen und mich hat auch niemand angesprochen.“ Das wiederum könnte sich schnell ändern. Hoffentlich.

An der Arena war heute wieder ein enormes Medienaufkommen zu beobachten – und das, obwohl van Nistelrooy gar nicht vor Ort war. Nur sein bester Kumpel im HSV-Team, Joris Mathijsen stellte sich den Fragen – zu Ruud sagte er jedoch nichts. Vor allem das halbe Dutzend spanische Reporter, die solange in Hamburg bleiben wollen, bis das Thema durch ist, zeigte sich enttäuscht.

Und Mathijsen vermochte uns keine guten Nachrichten zu überbringen. Er machte uns nur wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins Team. „Mir geht es zwar ganz gut, aber ich bin noch nicht so weit, um gegen Frankfurt spielen zu können. Ich habe zwar keine Schmerzen mehr, aber das Sprunggelenk ist noch etwas dick.“ Aber es spricht für Joris, dass er im selben Atemzug seinem Vertreter Gojko Kacar zu dessen Leistung gegen Schalke gratulierte und sagte, er hätte in dieser Saison noch kein Spiel so entspannt auf dem Sofa verfolgt, wie dieses. Heute trainierte Mathijsen noch alleine mit Athletik-Trainer Markus Günther und absolvierte Kraft- und Steigerungsläufe.

Das heutige Mannschaftstraining war wenig spektakulär. Nur die Reservisten mussten ran, dafür aber recht intensiv auf 120 Minuten verteilt. Positiv: Die lange verletzten Petric, Benjamin und Stepanek konnten alle Übungen absolvieren und wurden vom neuen Konditionstrainer Günter Kern nach der Einheit noch bei straffen Diagonalläufen mit der Stoppuhr begleitet. Fast 20 Minuten hetzte er die drei Profis mit Nachholbedarf über den Platz, ehe auch sie duschen durften. Und ich bin mir sicher, dass Marcell Jansen Recht behalten wird. Der sagte schon im Trainingslager in Dubai scherzhaft voraus, dass Kern bei der Wahl zum unbeliebtesten Trainer des Trainerteams „sicher einer der Favoriten” wäre.

Es gelang uns nach der Übungseinheit noch, Petric zu ein paar Worten zu bewegen – doch beim Thema Ruud van Nistelrooy grinste er nur und schwieg sich aus. „Es geht mir gut, ich hatte keine Probleme heute. Wenn ich aufgrund der höheren Belastung in dieser Woche keinen Rückschlag erleide, steht einem Einsatz gegen Frankfurt von mir aus nichts im Wege.“ Das Spiel gegen Schalke hat Petric vor dem Fernseher verfolgt und war über das gute Auftreten seiner Kameraden nicht überrascht. „Bei dem Potenzial in unserer Mannschaft ist es klar, dass irgendwann eine Veränderung im Spiel auftauchen muss. Man sollte das Ganze jetzt aber nicht überbewerten, nur weil wir einmal hinten gut gestanden haben.“

Derzeit nur ein Randthema, aber es könnte sich entwickeln: Angreifer Tunay Torun, der mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht wird. Und das wohl nicht zu Unrecht. Denn angesprochen auf eine mögliche Veränderung wich er in die medienkompatiblen Statements aus. „Ich möchte nach meiner langen Verletzung den nächsten Schritt machen, mehr Einsätze bekommen.“ Tunay, den ich inzwischen seit ein paar Jahren kenne und der eines nicht kann: lügen, konnte nicht verbergen, dass er sich über eine Veränderung Gednaken macht. Wo er seinen nächsten Schritt plant? „Dazu möchte ich nichts sagen.“ Ob er es ausschließen könne, den HSV im Winter zu verlassen? „Dazu möchte ich nichts sagen.“ Ich weiß, dass Labbadia als Förderer Toruns gilt und beide einen sehr guten Kontakt pflegen. Aber die Frage ist: Bekommt er in Stuttgart mehr Einsätze? Immerhin stehen dort mit Cacau, Marica, und Pogrebnyak drei etablierte Kräfte im Angriff, und sogar der treffsichere Martin Harnik sitzt meist nur auf der Bank. Für Tunay würde allerdings sprechen, dass er beim VfB das erste Mal ein Neuzugang wäre. Das Stigma des Nachwuchstalentes aus den eigenen Reihen würde er mit einem Schlag ablegen.

Um dem morgigen Tag vorzugreifen, vor Mittwoch ist auf keiner der HSV-Baustellen mit konkreten Entscheidungen zu rechnen, denn zumindest im Fall Sammer muss der Aufsichtsrat morgen Abend (ab 18 Uhr) erst noch sein Votum abgeben. Thematisiert wird auch, welche Zukunft Bastian Reinhardt bei den Hamburgern hat. Denn zumindest formell wäre er seinen Job als Sportchef los, wenn man sich mit Sammer einigen sollte. Allerdings bin ich mir zu 100 Prozent sicher, dass Basti das so nicht einfach hinnehmen wird. Warum auch? Ihm kann man bislang keinen Vorwurf machen.

Zu guter Letzt noch eine gute Nachricht: Die Bundesliga darf für die Saison 2011/12 auf einen zusätzlichen Startplatz in der Europa League hoffen. Deutschland hat in der Halbzeit-Tabelle der Fairplay-Wertung der Uefa derzeit Platz fünf inne und liegt nur knapp hinter dem dritten Rang, der einen Extraplatz garantieren würde. Zum 31. Dezember 2010 wird das Ranking von Norwegen mit 8,34 Punkten angeführt. England (8,225) ist Zweiter vor Schweden (8,172), Irland (8,15) und Deutschland (8,148). Die drei nationalen Verbände, die bis zum 30. April die ersten drei Plätze innehaben, dürfen in der darauffolgenden Spielzeit einen Vertreter in die erste Qualifikationsrunde der Europa League entsenden – sofern sie auf einen Wert von über 8,0 Punkte kommen. Ausgewählt wird in der Regel der Klub der ersten Liga, der in der nationalen Fairplay-Wertung am besten platziert und nicht schon für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert ist.

Das dürfte dann für den HSV nicht mehr gelten. Denn: Bis dahin ist Sammer neuer Sportchef, van Nistelrooy in (ich krieg‘s nicht übers Herz, das aufzuschreiben, ich lass es weiter offen)…, Mladen Petric ist wieder in Topform, Veh wöchentlich mit der Luxusfrage konfrontiert, wen er in der Innenverteidigung draußen lässt, Borussia Dortmund ist seit vier Wochen Deutscher Meister, der FC St. Pauli mittendrin im Abstiegskampf – und wir haben wir den fünften Rang inne. Mit vier Punkten Vorsprung auf Hannover 96. Und zwei auf Bayern München…

In diesem Sinne: Nur der HSV!

19.23 Uhr

Sammer soll kommen – als Sportchef

14. Januar 2011

So traurig es ist, ich muss leider doch noch mal mit einem anderen als einem rein sportlichen Thema aufwarten. Ich hatte es anfangs der Woche schon geschrieben, ich kann die Baustelle Sportchef nicht begreifen. Da wird zwei Jahre lang gesucht, immer wieder wird behauptet, man sei ja gut aufgestellt – weil es in dem Moment passt. Das kam unisono vom Aufsichtsrat wie vom Vorstandsboss Bernd Hoffmann, der sich selbst aufschwang, die sportlichen Geschicke in die Hand zu nehmen. Und nachdem das eher schlecht denn recht funktionierte, musste ein Sportchef her. Schnell. Wie unvorbereitet die HSV-Führung war, offenbart sich jetzt. Jetzt, wo sie ihre eigene Lösung Bastian Reinhardt ablösen. Mit Matthias Sammer.

Das deutete sich seit Wochen an, seit einigen Tagen an wurde es konkreter – und jetzt wurde es uns bestätigt. Gewartet haben wir bis null Uhr, um unserer Printausgabe, die einen detaillierten Bericht dazu in ihrer Freitagsausgabe hat, nicht vorzugreifen.

Der DFB-Sportdirektor soll den Posten des HSV-Sportchefs übernehmen. Die Verhandlungen sind schon sehr weit, beide Seiten haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit. Schon am kommenden Dienstag wird sich der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung mit dem Thema beschäftigen, das trotz beiderseitigen Interesses noch einige Falltüren hat.

So wird Sammers Marktwert auf rund zwei Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Rund das zehnfache dessen, was Reinhardt aktuell verdient. Und mal eben der Gesamtetat des vierköpfigen Vorstandes. Allein der finanzielle Faktor könnte die spektakuläre Neuverpflichtung schon verhindern.

Das Argument, und das habe ich mir auch immer wieder so gesagt, Sammer habe beim DFB ja einen Rentenjob, einen krisensicheren Arbeitsplatz – der zieht nur noch bedingt. Sammer hat sich mit dem halben DFB überworfen, setzt seine Vorstellungen auch gegen alle Widerstände durch. Mit Oliver Bierhoff lebt er im offenen Clinch, beide Seiten arrangieren sich maximal. Mit Bundestrainer Joachim Löw soll es ein klärendes Gespräch geben, allerdings zoffen sich die beiden noch immer über die Verantwortung für die U-21-Nationalelf. Beide wollen entscheiden dürfen – und keiner lässt nach. Allerdings kann sich der bundesweit beliebte Löw der Rückendeckung des DFB-Vorstandes sicher sein. Sammer nicht. Und jetzt begrub Löw einen Wunsch Sammers quasi – seine Nachfolge als Bundestrainer. Für die brachte Löw jetzt Mainz-Trainer Tuchel und Dortmunds Klopp ins Spiel. Für Sammer das klare Zeichen, beim DFB sein letztes großes Ziel wohl nicht verwirklichen zu können. Zumindest nicht ohne einen harten Kampf mit viel Theater.

Aber zu seinem Glück hatte Sammer schon das HSV-Angebot. Das Interesse ist dem ehemaligen Meistertrainer und Europameister von 1996 schon seit Ende der Hinrunde bekannt. Bereits vor der Inthronisierung Reinhardts und unmittelbar nach dem Rückzug Urs Siegenthalers nahm der HSV lose Kontakt auf.

Sammer gilt als beherrschender Typ, nicht als Diplomat. Aber er gilt eben auch als akribischer Arbeiter. Seine Rolle als Sportdirektor nimmt Sammer so ernst, dass er sogar U-15-Nationalteams beobachtet. Kurzum: Sammer hat den kompletten Überblick über die größten Talente Deutschlands. Und das sogar bei den Männern und den Frauen.

Das Rechenbeispiel, mit dem sich auch der HSV-Vorstand (Reinhardt selbstredend ausgenommen) sowie der Aufsichtsrat beschäftigen. Denn: Allein ein oder zwei „Insidertipps“ aus diesem Gebiet könnten dem HSV die Mehrbelastung durch Sammers Gehalt auf längere Sicht einsparen.

Allerdings wäre mit Sammers Einstellung klar, dass es keinen neben ihm geben dürfte. Sammer ist der Chef. Ihm gehört der sportliche Bereich, der Trainer wäre ein Erfüllungsgehilfe. Fraglich, ob Armin Veh da mitmachen würde. Und noch fraglicher, wie der HSV eine weitere personelle Umstrukturierung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Abfindungszahlung mit sich bringen würde, bewältigen will. Denn, das ist dem Aufsichtsrat klar, finanziell kann sich der Klub derzeit keinen Fehler mehr erlauben. Die hat die Klubführung in den letzten zwei Jahren alle aufgebraucht. Mit Fehleinkäufen – und offensichtlich auch einer Fehlbesetzung beim Sportchefposten.

Gewinner gibt es bei dieser Hängepartie nicht. Im Gegenteil, der HSV kann nur verlieren. In der Zwischenzeit, weil der Klub keinen starken Sportchef hat. Und langfristig, wenn sich der Verein nach dem jetzt offenen Theater gegen Sammer entscheiden würde.

Und wenn es nach mir geht – ja, ich weiß, das tut es nicht, dennoch: – das Thema Sportchef allein beinhaltet für mich genug Potenzial, um alle Entscheidungsträger, die bislang an diesem Thema mitgewirkt haben, zum Rücktritt aufzufordern. Denn – Beiersdorfers Demission hin oder her – letztlich waren sie es im Team, die den HSV aus einer stringent positiven Entwicklung heraus unnötig, sogar fahrlässig ins Mittelmaß der Bundesliga haben abrutschen lassen. Und das geben sie mit der jetzigen Posse um einen neuen Sportchef nur nachträglich zu.

Allein ich wette, niemand will es gewesen sein. Wie immer.

0.00 Uhr

Jetzt bitte die richtigen Schrauben nachziehen

31. Oktober 2010

Es ist schon Wahnsinn, was hier manchmal abgeht. Und das meine ich komplett positiv. Das ist Leidenschaft. Und genau wie Ihr, bin auch ich ein leidenschaftlicher Fußballer, von der (meiner) ersten Stunde an. Das hat uns unfassbar viele, schöne Stunden gebracht. Für viele von uns schon auf dem Platz als Spieler. Aber genauso neben dem Platz. Bei mir waren es einst Uwe Seeler, Charly Dörfel und Co., später Kevin Keegan, Horst Hrubesch, Thomas von Heesen, Thomas Doll und letztlich auch die aktuelle HSV-Konstellation, die mir viel Freude bereitet haben. Oder eben auch Frust, Trauer und manchmal gar Verärgerung. Das ist in keiner Phase der letzten HSV-Jahrzehnte ausgeblieben. Das ist eben der kleine Nachteil, wenn man sich emotional so sehr an einen Fußballverein bindet.

Aber man (frau natürlich auch) lernt mit den Jahren, mit den Ereignissen umzugehen, sie zu verarbeiten und einzuordnen. Dazu gehört der Jubel, ganz klar. Nichts macht ein Fan lieber. Aber dazu gehört es einfach auch, klar und ohne Umschweife Fehler anzusprechen. Eben so, wie nach dem gestrigen Spiel. Wer in dem Spiel noch positive Ansätze (außer bei dem Youngster Son) hervorhebt, verklärt die Situation. Denn: Ein Klub, der wie der HSV den Anspruch formuliert, Champions League spielen zu wollen, der unterwirft sich im gleichen Atemzug auch einem sehr hohen Anspruch von außen. Und dieser kann nicht, auch nicht im Entferntesten, mit einer Niederlage in Köln erreicht sein. Egal, ob dabei ein Babak Rafati pfeift… Ich verstehe Fans, die immer positiv bleiben wollen. Optimismus ist wichtig. Aber das allein wäre als Analyse zu einseitig. Das wäre populistisch. Nichts anderes.

Deshalb habe ich gestern klar formuliert, was mir missfallen hat. Angefangen bei Drobny, der natürlich noch keine Sicherheit hat. Der aber als erfahrener Mann mit der Situation umzugehen wissen muss. Und dafür war er mir bei den vielen Flanken zu untätig. Er blieb auf der Linie kleben, traute sich nicht, alles vor ihm wegzuräumen auf dem Weg zum Ball. Ich hätte erwartet, dass er mit seinen 1.92 Metern dominanter auftritt. Ich bin mir wie die meisten hier auch sicher, dass er das kann. Ich weiß auch, dass er ein guter Typ ist, ein Teamplayer – aber in der Form ist er eben auch Teil einer langen Fehlerkette, die Spiele wie gegen lediglich aggressiv spielende, fußballerisch stark limitierte Kölner verlieren lässt. Das gehört in einer Analyse angesprochen.

Dass nach dem Spiel Heiko Westermann davon spricht, er und seine Kollegen hätten einen couragierten Auftritt hingelegt, verbuche ich ihm zuliebe mal unter dem Begriff „Zweckoptimismus“. Ich hoffe, dass er sich als Kapitän dazu berufen sah, das Positive zu suchen und der Mannschaft Mut zuzusprechen. Sollte er allerdings auch intern, im intimeren Kreis mit Mitspielern und Trainerteam, diese Auffassung von dem Spiel in Köln vertreten, würde ich mir Sorgen machen. Noch mehr als mir sein Auftritt in Köln (er war an allen drei Gegentoren beteiligt, dazu noch fast ein Eigentor) bereits macht.

Nein, das darf es nicht sein. Hier gehören Worte hin, die klar machen, was falsch läuft. Das kann man in vielen Worten versuchen, das kann man aber auch wie Armin Veh nach dem Spiel machen. Der sagte nur: „Wir haben den Anspruch, oben mitzuspielen. Dafür musst du in Köln gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Insofern genügen wir unseren eigenen Ansprüchen nicht.“

Trotzdem müssen solchen Worten Taten, in schlimmeren Fällen sogar konzeptionelle Veränderungen folgen. Ihr schreibt immer wieder mal, der HSV bräuchte jetzt den Neuanfang, der HSV solle auf junge Talente setzen. Das ist ein sehr reizvoller Gedanke. Zumal, wenn man sieht, wie beispielsweise ein Sidney Sam gestern bei Bayer Leverkusen aufdreht und die gesamte Schalke-Abwehr narrt. Solche Spieler würden uns in Hamburg sicher auch guttun. Allerdings, so formulierte es der Vorstand, koalierten bei Sam die sportlichen Qualitäten nicht mit den Menschlichen. Da sollen alte Verfehlungen Sams im Internat letztlich zum Zerwürfnis mit dem Vorstand geführt haben.

Abgehakt. Dieser HSV hat andere Sorgen. Sollte wieder ein internationaler Wettbewerb verpasst werden, müssen Spieler verkauft werden. Das hat Sportchef Bastian Reinhardt bereits klar gesagt. Deshalb sollten umso dringender und schnell nach Lösungen suchen, nicht weitere Fragen aufwerfen. Zumal am kommenden Sonnabend mit Hoffenheim und dem anschließenden Auswärtsspiel in Dortmund zwei sehr schwere Aufgaben bevorstehen.

Einige Lösungen bedingen sich aus den Rückkehrern. Ruud van Nistelrooy sollte bis dahin seine Knieprobleme überwunden haben. Auch Marcell Jansen könnte, sofern der gebrochene, linke kleine Zeh wieder in den Schuh passt, wieder mitwirken. Und, das ist vielleicht die wichtigste Rückkehr, Zé Roberto müsste seinen grippalen Infekt bis zum Hoffenheim-Spiel komplett auskuriert und körperliche Defizite wieder aufgearbeitet haben. Womit ich einen kleinen Einwurf machen muss: Ich hatte Trochowski gestern abgesprochen, seine Chance im zentralen Mittelfeld genutzt zu haben. Anschließend habe ich – auch weil ich kein Supertalent oder Carmen Nebel gucken wollte – das ganze HSV-Spiel noch mal in der Wiederholung komplett angesehen. Und ich muss sagen, dass Troche nach vorn einige gute Szenen hatte, die mir im ersten Moment gestern durchgerutscht sein könnten. Dennoch bleibe ich bei meiner Gesamtbeurteilung, dass es zu wenig ist. Troche hat alle Qualitäten, besser: er hat alle Voraussetzungen. Er ruft sie aber noch immer zu selten ab.

Da geht von Zé Roberto an guten Tagen mehr Gefahr aus. Für mich ist der Brasilianer, der gegen Bayern zuletzt zwar auch nicht seinen besten Tag hatte, aber dort offensichtlich schon grippegeschwächt ins Spiel gegangen war, das Kreative Herz des Teams. Hat Zé einen guten Tag, ist der HSV gut. Meistens zumindest. Fällt Zé ab, wie in der letzten Phase von Bruno Labbadia, geht beim HSV kaum etwas. Ein Vakuum, das Troche hätte füllen sollen, dies aber nicht ausreichend schafft.

Zudem kehrt David Jarolim zurück. Der Tscheche war in Köln schon im Kader, hat bis zum Hoffenheim-Spiel noch eine Woche, um wieder topfit zu werden. Hier steht Veh vor einer nicht ganz einfachen Aufgabe. Lässt er den vor seiner Verletzung unumstrittenen Jarolim wieder ran, oder versucht er, Gojko Kacars latenten Aufwärtstrend aus der Köln-Partie zu konservieren?

Und während Jansen selbstverständlich sofort wieder auf die linke Verteidigerposition rücken würde, muss sich Veh bei van Nistelrooys Rückkehr auch wieder mit dem Gedanken auseinandersetzen, das System wieder auf zwei Spitzen umzustellen. Zwar könnte Veh auch Guerrero herausnehmen und Petric auf die zentrale Position hinter der einzigen Spitze stellen – zumindest würde er so das System nicht neuerlich umbauen müssen. Aber ich glaube, dass das intern neue Probleme gäbe. Denn Vehs Grundsatz, ausschließlich nach Leistung zu gehen, konnte Petric mit drei Treffern in den letzten zwei Spielen sicher entsprechen.

Bleibt das Hauptproblem: die Abwehr. Ihr hattet gefragt, warum Besic außen nicht mal eine Chance bekommt. Ich glaube, dass das nichts ist, was wir Veh vorwerfen sollten. Vielmehr glaube ich, dass der Trainer sein Talent schützen will. Schließlich ist Besic ein Innenverteidiger. Würde man den Jungen nun auf einer für ihn ungewohnten Position debütieren lassen, könnte man ihn schnell verheizen. Und das wäre zu schade. Denn auch ich glaube, dass Besic mal ein richtig Guter wird. Allerdings am ehesten als Innenverteidiger. Und beim HSV wohlgemerkt. Auch wenn Veh diese beiden Posten momentan noch mit zwei Nationalspielern fest besetzt hat.

Womit ich mal wieder bei Westermann bin. Für den tut es mir wirklich leid, denn ich halte ihn für einen tadellosen Sportsmann, den ich jede Charakterfrage bestehen lassen würde. Dennoch, das weiß er selbst sicherlich auch, ist er fußballerisch limitiert. Er hat seine Stärken im Zweikampf, eigentlich auch in der Luft. Er schlägt schöne Diagonalpässe á la Jerome Boateng. Und er ist normalerweise torgefährlich bei Standards. Aber ihm fehlt die Übersicht im Offensivspiel, er ist kein Kreativer. Kommt er einmal mit dem Ball in Fahrt, dann läuft er sich fest oder spielt einen Fehlpass. Er wirkt dann auf mich zu oft wie ein Schlittschuhläufer, der nicht bremsen kann und dafür in die Bande fährt. Heiko muss wieder dahin kommen, Bälle zu gewinnen und sie sicher abzuspielen. Er muss, und das gilt für alle in der Mannschaft, wieder dahin kommen, seine Qualitäten optimal in die Mannschaft einzubauen. Um gut zu sein, muss er nicht mehr machen. Aber es darf eben auch nicht weniger sein.

Das wiederum zählt im Übrigen für alle im Team. In jedem Team. Es ist so allgemeingültig, dass es schon fast als Phrase bezeichnet werden kann. Aber es ist eben doch wahr. Ein wirklich gutes Spiel hat mehr Bausteine, als ein einzelner Spieler einbringen kann. Die besten Mannschaften sind die, die vom prädestinierten Zweikämpfer bis zum Edeltechniker alle Spektren ausreichend abdecken. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Spanier. Jahrzehntelang hatten sie mit die besten Fußballer, spielten einen begeisternden Kombinationsfußball. Sie gewannen aber keine Titel. Denn ihr System hatte den Haken, dass es zu wenig Wert auf Verteidigung und gute Abwehrspieler gelegt hatte. Statt effektiv zu spielen war Ästhetik Trumpf. Inzwischen spielen dort Typen wie Carles Puyol in der Abwehr – spezialisierte Zweikämpfer eben. Und plötzlich sind sie nicht mehr aufzuhalten.

Deswegen funktionierte der HSV mit einem Olic, deswegen funktionierte er mit einem Reinhardt. Beides keine Alleskönner. Ganz im Gegenteil. Aber eben Spezialisten. Und die fehlen dem HSV im Moment. Zum einen verletzungsbedingt, weswegen gerade in der Abwehr zu oft umgebaut und entsprechend improvisiert werden muss. Zum anderen, weil systematisch wie personell generell zu viel improvisiert wird. Angefangen in der Vorbereitung mit Petric als Rechtsaußen bis hin zu Robert Tesche in Köln als Außenverteidiger.

Der HSV muss sich grundsätzlich Gedanken machen. Denn offensichtlich scheint auch bei der Kaderplanung einiges schiefgelaufen zu sein. Ein Beispiel ist Lennard Sowah. Im Sommer als großes Talent aus der Premier League zum HSV geholt, ist er Veh nicht mal gut genug, um ihn die Reservebank auf 18 Mann auffüllen zu lassen. Stattdessen nahm Veh nur 17 Spieler mit. Und das obwohl Sowah ein gelernter Linksverteidiger ist. Warum? Ganz einfach: weil Sowah als Wunsch Urs Siegenthalers zum HSV kam. Der einst designierte HSV-Sportchef soll seinen Kopf mit aller Macht durchgesetzt haben, obgleich Veh von Beginn an gegen Sowahs Verpflichtung gewesen sein soll – und sie somit von Beginn an zum Scheitern verurteilt war.

Und eine Verpflichtung, die erahnen lässt, dass bei der Kaderplanung einiges schief gelaufen ist. Die Konstellation, mit Siegenthaler, Veh ab Mai mit dem Neuling Reinhardt war nicht optimal. Klar. Aber wie oft hören und sagen wir trotzdem noch, dieser Kader hat mächtig Potenzial? Dabei stützen wir unsere Meinungen auf die Namen der Spieler. Wir beschreiben die individuelle Klasse eines jeden Einzelnen im Team und summieren. Aber, da wiederhole ich mich – Achtung, Phrasenschwein!! – die besten elf machen längst nicht die beste Elf. Hier müssen schon im Winter die richtigen Schrauben festgezogen werden. Wenn das nicht passiert, droht uns nach den letzten, im Endeffekt erfolgreichen Jahren, ein böser Zerfall. Wer auf Champions-League-Niveau denkt, muss auch entsprechend arbeiten. Das gilt für die Spieler, dafür werden und wurden sie heftig kritisiert. Aber es gilt ganz sicher auch für die Vereinsoberen. Denn bei denen beginnt eine gute Saison. Mit der Kaderplanung.

In der Hoffnung auf Besserung: Nur der HSV!

Der “alte Fritz” und die neue “Zehn”

27. September 2010

Welch ein Echo! Fix was los bei „Matz ab“. Was ein solches 2:3 in Bremen doch nicht alles bewirken kann. Keine Angst, ich werde auf keinen einzelnen Beitrag (mehr) eingehen, ich finde es klasse, dass Ihr Eure Meinung äußert – auch wenn sie oftmals konträr zu meiner ist. So lange es so fair und in den meisten Fällen auch sportlich gehalten ist, ist absolut alles in Ordnung. Bin ich der Fußball-Gott? Schieße ich im Schlaf Tore? Nein. Ich teile Euch meine Auffassung vom Fußball und vom HSV mit – und Ihr mir Eure. So soll es sein. Und so wird es auch bleiben. Dass es darunter auch einige Missverständnisse gibt, liegt in der Natur der Sache, früher hätte ich versucht, sie aufzuklären, aber auch das wird nicht mehr stattfinden, denn inzwischen habe ich den Eindruck, dass ich auch ganz bewusst mal falsch verstehen werde.

So, zum HSV. Es geht um die „Zehn“. Jawoll, um die Nummer, die einst der Spielmacher auf dem Rücken über den Rasen schleppte. Leute wie Fritz Walter, Wolfgang Overath, Günter Netzer. Wenn ich hier von der „Zehn“ schreibe, dann sind nicht Leute wie Walter, Overath oder Netzer gemeint, sondern der Mann, der hinter der einzigen HSV-Spitze spielen soll. Das waren bisher Paolo Guerrero, Piotr Trochowski, Mladen Petric und Eljero Elia. Ihr könnt mir glauben, dass ich inzwischen sehr wohl weiß, dass keiner dieser vier Herren so spielen kann, wie Walter, Overath oder Netzer. Und dennoch sprechen inzwischen alle, sogar die Leute beim HSV, von der „Zehn“. Ich werde das auch beibehalten. Obwohl ich weiß, dass es in diesem modernen Fußball keinen Spielmacher mehr gibt. Alles klar?

Wobei ich bei Elia gelandet wäre. Es enttäuscht mich schon ein wenig, wenn ich einige Kommentare sehe, die den Niederländer regelrecht zum Teufel wünschen. Er wird von einigen Usern hier fast schon vernichtet. Dabei weiß niemand hier, was in Eljero Elia zurzeit vorgeht. Er wirkt beim Training verschlossen, er wirkt bei Spielen in sich gekehrt und keineswegs in jener spaßigen und freudigen Stimmung, in der man Fußball spielen sollte. Was den jungen Mann aber bewegt, womit er sich derzeit beschäftigt, das weiß niemand. Doch genau deswegen sollten sich alle hüten, diesen jungen Menschen derart anzuprangern, wie es hier in den letzten 24 Stunden geschehen ist. Denkt an den „Fall Robert Enke“. Was wurde damals nicht alles gesagt und geschrieben, wer gelobte seinerzeit nicht alles Besserung, sprach von einem menschlicheren und faireren Umgang untereinander?

Alles schon vergessen?

Viele von Euch blicken im Moment ja etwas neidisch nach Dortmund und Mainz. Ich gebe zu, ich auch. Da spielen Fußballer mit Spaß, mit Herz, mit Leidenschaft. Und sie spielen nicht nur, sie rennen auch. 90 Minuten. Ich habe die Aussage eines Bayern-Spielers nach der 1:2-Niederlage gegen das Tuchel-Team gehört: „Wir konnten nie in Ruhe den Ball kontrollieren, 90 Minuten lang stand uns mindestens ein Mainzer auf den Füßen, um zu stören.“ Ein besseres Kompliment kann man einem Underdog wohl kaum machen. Und das ausgerechnet von einem Bayern-Profi! Der den Mainzern zudem bescheinigte, dass sie die vorgegebene taktische Marschroute meisterhaft eingehalten hätten.

Warum klappt das in Mainz, warum auch in Dortmund?

Okay, es sind erst sechs Spieltage absolviert. Kein Experte weiß heute, wie lange die Mainzer oder auch Dortmunder Fußball-Herrlichkeit noch andauern wird. Beide Vereine können noch ihren Einbruch erleben, doch auch das wäre ganz normal, weil ja jeder Klub im Laufe einer Saison mal eine Schwächeperiode durchläuft. Aber im Moment sind Mainz und Dortmund das Tagesgespräch, wenn über die Bundesliga diskutiert wird. Und, das sagen nicht wenige: Das sind zwei Klubs, die offensichtlich weit weniger Geld in der Kasse haben, als der HSV. Deswegen wird dort mit Auge statt mit Millionen eingekauft. Vor allen Dingen junge Leute.

Der HSV hat auch junge Leute. Elf von diesen jungen Burschen sind derzeit ausgeliehen. Und einige trainieren mit den Profis, einige spielen in der „Zweiten“. Aber sie spielen eben nicht in der Mannschaft von Trainer Armin Veh.

Noch nicht, möchte ich sagen. Viele haben es offenbar noch nicht geschnallt, einige haben es ignoriert, andere wiederum wollen erst gar nichts davon hören – aber es ist schon vielfach von kompetenter HSV-Seite prophezeit worden: In der nächsten Saison wird es finanziell noch einmal enger für die drei großen Hamburger Buchstaben. Ohne internationalen Wettbewerb fehlt dem Klub viel Geld, so dass kaum noch einmal große Sprünge in Sachen Neuverpflichtungen getan werden können. Schmalhans ist dann der Küchenmeister. Und das ist auch gut so.

SO, HIER MUSS ICH NUN EINMAL KURZ VOR MITTERNACHT EINGREIFEN, FÜR ALLE, DIE JETZT ODER AM DIENSTAG LESEN: ICH MEINE DEN FINANZIELLEN ENGPASS FÜR DIE NÄCHSTE SAISON – WEIL DER HSV IN DIESER (!) SAISON KEINE ZUSÄTZLICHEN EINNAHMEN DURCH DEN INTERNATIONALEN WETTBEWERB HAT. ICH MÖCHTE ALSO NICHT, WIE VON EINIGEN HIER VERMUTET, BEREITS DIESE SPIELZEIT NACH NUR SECHS SPIELTAGEN ABSCHENKEN. UM GOTTES WILLEN, NEIN, NATÜRLICH NICHT. ABER ETLICHE HSV-OBEREN HABEN ZULETZT DOCH SCHON DURCHBLICKEN LASSEN, DASS 2011 DAS GELD NOCH KNAPPER WIRD, ALS IN DIESEM JAHR. DAS, NUR DAS WAR DAMIT GEMEINT.
(Hinzugefügt am Montag um 23.55 Uhr)

Jetzt geht es weiter im Original-Text:
Natürlich werden die Betriebsblinden nach wie vor Weltstars nach Hamburg fordern. Und selbstverständlich ist nur das Beste gut genug für den HSV, selbst wenn zweistellige Millionensummen gezahlt werden müssten. Und natürlich würde jeder noch so mittelmäßige Einkauf nur milde belächelt werden, denn nicht nur in Bayern sagen sie: „Mia sind mia.“ In Hamburg klingt das ganz ähnlich: „Wir sind schließlich wir.“ Ich höre heute schon das Geschrei jener, die teure Weltstars hier haben wollen – und total enttäuscht werden, ich aber freue mich auf diese Zukunft, denn:

Dann muss der HSV auch mal mit Auge kaufen, und nicht mit Millionen. Das würde für mich heute shcon bedeuten: Junge, hungrige Leute, die sich darauf freuen, mit der Raute auf der Brust um Bundesliga-Punkte kämpfen zu dürfen. Dann ist die Scouting-Abteilung gefragt, dann sind diejenigen Beobachter dran, ihr Können unter Beweis zu stellen. Und wenn dann der HSV solchen jungen, hungrigen und engagierten Spieler in seinen Reihen hat, dann dürfen wir alle auch davon träumen, dass hier endlich einmal jener Fußball gespielt wird, der den Fans zurzeit in Mainz und Dortmund präsentiert wird.

Welch herrliche Perspektive!

Bleibt nur zu hoffen, dass der HSV auch über Leute verfügt, die Fußballsachverstand und das dementsprechende Auge besitzen. Wobei ich dabei auch den Herrn Urs Siegenthaler noch mit einschließe. Er hat schließlich seine (beiden) Leute hier stationiert, die ihre Arbeit in seinem Sinne verrichten (sollen).

Und wenn dann der HSV eine so rollende und begeisterungsfähige Mannschaft besitzen sollte, die wir hier alle schon seit vielen Jahren sehen wollen, dann kann ich dazu nur sagen: Hamburg hat es endlich verdient! Weil doch viel zu lange schon gewartet wurde. Und weil es trotz der vielen, vielen Millionen, die hier in die Hand genommen wurden, immer viele, viele Enttäuschungen gegeben hat.

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle noch auf einen lesenswerten Beitrag, den uns (wieder einmal) der Trapper „Doc“ Seitenberg um 13:43 Uhr aus Berlin schickte. Lieber „Doc“, Du hast Dich wieder einmal selbst übertroffen, Dein Bericht, Deine Analyse ist genial, ich hoffe sehr, dass Deine Zeilen auch von kompetenter HSV-Seite gelesen und registriert werden. Du schreibst genau das, was viele HSV-Fans jetzt denken, Du schreibst es sachlich, fair, ohne jede Polemik – das ist einfach nur überragend, vielen Dank, Deine Beiträge schmücken unser „Matz ab“. Sehr sogar.

Ein ganz anderes Thema:

Nie wieder Bremen!“ So sagt es „Benno Hafas“ nach diesem zurückliegenden „Super-Sonnabend“. Ich kann das nachvollziehen. Er bekam, weil er HSV-Fan ist, einen Faustschlag an den Kopf. Das mag ein Bremer ja einem harmlosen Rentner antun, aber so langsam beschleicht mich das Gefühl, als ob es wieder schlimmer und brutaler wird, im deutschen Profi-Fußball. Oder habt Ihr eine andere Meinung dazu? Ich möchte an dieser Stelle gerne einen Brief veröffentlichen, den ich nach dem Hamburger Derby erhalten hatte. Er sollte allen Fußball-Anhängern zu denken geben. Den Absender-Namen schicke ich natürlich nicht mit, ich bitte um Verständnis:

Sehr geehrter Herr Matz,
die Vorkommnisse vor, während und nach dem Derby in Hamburg veranlassen mich, diese Zeilen an Sie zu richten.

Ich habe als „Buttje“ am Rothenbaum erstmals Seeler und Co. gesehen und habe seit dieser Zeit die Raute im Herzen und zeige sie noch heute in der Arena und bei div. Auswärtsspielen sichtbar am Körper.
Durch meine Tätigkeit bei der Polizei habe ich u. a. diverse Jahre tiefe Einblicke in die Fan-Problematik und Fankultur gewinnen können und kann die nicht nur bei den zuständigen Behörden, sondern auch
bei den Vereinen angesiedelten Projekte, die sich mit den Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt von Fußballfans befassen, nur positiv bewerten.

Leider sind Aggressivität und massive Gewalt zu ständigen Begleiterscheinungen bei Fußballspielen geworden. Pöbeleien, Beleidigungen, körperliche Angriffe und Wurfgeschosse jeglicher Art gegenüber den Sicherheitskräften sowie das Werfen und Abbrennen von pyrotechnischer Gegenstände gehören mittlerweile zum Alltag vor und in den Stadien und finden in der medialen Berichterstattung kaum noch Beachtung.

Dass bei den „ Fanmärschen „ wie auf der Reeperbahn aus der Anonymität heraus mittels Wurfgeschosse bewusst und gewollt Sachbeschädigungen und Körperverletzungen vorgenommen werden, ist sicher kein reines Hamburger bzw. HSV-Phänomen.

Der Vorfall bei der Einlasskontrolle am St.-Pauli-Stadion, wo man sich, ohne im Besitz einer Karte zu sein, Zugang in das Stadion verschaffte und dabei billigend Schäden an der Gesundheit unbeteiligter Personen in Kauf nahm, ist für mich eine neue Dimension der Gewalt. Nur dem besonnen Handeln der vor Ort befindlichen Polizeibeamten ist es zu verdanken, dass es zu keinen lebensgefährlichen Verletzungen kam.

Bisher habe ich dazu von den HSV-Verantwortlichen und den Vertretern des SC keine offizielle Stellungnahme vernommen. Hat man von dieser Seite sein Bedauern über die verletzten Beamten zum Ausdruck gebracht?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Übrigens: Ihr Blog wird von vielen Kollegen, die sowohl HSV- als auch Pauli-Fans sind, gelesen.

Ich, Dieter Matz, würde Ihnen gerne eine Antwort auf Ihren Brief geben – wenn ich denn eine hätte. Wie oben bereits skizziert, ich glaube dass es wieder mehr Randale gibt. Ich kenne HSV-Fans, die eigentlich ganz lieb, nett und zurückhaltend sind, die ich nie als gewaltbereit einschätzen würde – die beim Fußball aber ihr zweites Gesicht zeigen. Dann wird randaliert und geprügelt. Warum? Ich weiß es nicht. Ich werde demnächst versuchen, einmal (anonym) mit einem solchen HSV-Anhänger zu sprechen, darüber, was ihn zu dieser Gewalt animiert.

Ich kann an dieser Stelle nur immer wieder darum bitten: Macht den Fußball gewaltfrei, bitte bleibt besonnen, lasst Euch nicht von den Schlägern mitreißen oder provozieren. Man ist ganz sicher kein „Weich-Ei“, wenn man diesen Randalierern aus dem Wege geht.

Ich wünsche allen Verletzten, die in Bremen zu Schaden gekommen sind, weiterhin gute und schnelle Genesung. Alles Gute für Euch.

18.13 Uhr

Rozehnal soll gehen

3. August 2010

9.30 Uhr am Dienstagmorgen vor der Imtech-Arena: Irgendwie war heute Morgen alles anders, atmosphärisch vor allem. Das lag in erster Linie daran, dass der Kader des HSV endlich mal wieder vollständig und dann auch noch in Hamburg zum Training aufgaloppierte. 28 Mann trabten ab 9.45 Uhr zum Trainingsplatz, den jetzt Flutlichtmasten zieren. Tunay Torun (nach seinem Kreuzbandriss im Aufbautraining) folgte später, der angeschlagene Dennis Aogo (Probleme mit dem Ischias-Nerv) fehlte ganz. Ein kleiner Junge im Alter von acht bis zehn Jahren, so berichtete mir mein Kollege Christian Pletz, hatte ein ganz besonderes Ferienerlebnis. Eljero Elia und Tomas Rincon unterhielten sich auf dem gesamten Weg zum Trainingsplatz mit dem kleinen Fan und hatten ihre Arme auf seine Schulter gelegt. Der Knirps hatte rote Wangen und strahlte vor Stolz und Freude. So werden Leidenschaften geweckt. Solche Schilderungen lösen auch bei mir heute noch Gänsehaut aus.

Neuigkeiten gibt es beim HSV natürlich auch immer einige. Zum Beispiel die, dass der geplatzte Urs-Siegenthaler-Wechsel noch immer einige Frustration auslöst. Vor allem bei den Mitarbeitern des HSV-Vermarkters Sportfive. Den Grund dafür kann man hinter der Haupttribüne auf dem Parkplatz sehen. Dort steht nämlich ein kleines Containerdorf, aber nicht für Bauarbeiter oder für ausgefeiltes VIP-Catering bei der Saisoneröffnung, sondern für ebendiese Sportfive-Mitarbeiter, die bis vor der Sommerpause noch in den Räumen der Geschäftsstelle untergebracht waren – auf Ebene eins neben den Büros von Vorstandschef Bernd Hoffmann, der Presseabteilung und der Stadion-Organisation. Siegenthaler hatte umfangreiche infrastrukturelle Korrekturen angeregt, die baulich umgesetzt wurden. Aufgrund der personellen Aufstockung einiger Scouting- und Analysenbereiche wurde der Platz in der ersten Etage immer enger und die Sportfive-Leute wurden letztlich aus- und umquartiert. Nun hocken sie in ihren „Legebatterien“, nein, entschuldigt: Containern, und legen sich einen Einwurf entfernt von der wirklichen Geschäftsstelle ins Zeug. Einzig die Kommunikation mit den HSV-Mitarbeitern dürfte ab sofort automatisch ein bisschen leiden.

Eine kleine Ergänzung dazu um 19.12 Uhr: Eike Gyllensvärd, Sportfive-Teamleiter beim HSV, rief mich soeben an und stellte klar: “Wir sind überhaupt nicht frustriert, im Gegenteil, bei uns ist alles in bester Ordnung.”

Diese Stimme wollte ich nicht unterschlagen. Und noch etwas ist neu beim HSV. Der Klub wird nämlich „oben ohne“ in die Saison gehen. Meinen Informationen zufolge dauert es noch bis in den Herbst, ehe die Imtech-Arena ihren Dachschriftzug, den man normalerweise wunderbar von der Autobahn aus sehen kann, tatsächlich in luftiger Höhe tragen wird. Wenn ich ehrlich bin, habe ich trotz einiger Nachfragen noch keine abschließende Antwort bekommen, warum in den vergangenen drei Monaten keine Dachbuchstaben montiert werden konnten. Ist es die problematische Statik? Ist es der Herstellungsvorgang bei den Buchstaben? Egal – solange das Geld für den Erwerb des Namensrechts fließt, wird sich kaum einer an der No-Name-Arena stören. Ja, ja, ich weiß: Sie heißt natürlich trotzdem schon Imtech-Arena – und zu lesen ist das ja auch schon an der Arena.

Kommen wir zum wirklich Wichtigen: dem Sportlichen. Heute hat Trainer Armin Veh in Abstimmung mit Sportchef Bastian Reinhardt und seinen Assistenten weitreichende Entscheidungen getroffen, die natürlich nicht mehr überraschend sind, weil eh die meisten damit gerechnet haben. Zuerst wurden die Ex-Regionalligaspieler Dettmann und Labus zurück zu Rodolfo Cardosos Amateurteam geschickt. Zu ihnen gesellen sich im Trainingsalltag ab sofort Änis Ben-Hatira und Mickael Tavares. Letzterer spielt in Vehs Planungen keine Rolle mehr, hat trotz entsprechender Freigabe aber bislang keinen Verein gefunden, der sich für ihn und für den er sich selbst interessiert. Im Klartext könnte das heißen: Tavares sitzt seinen gut dotierten HSV-Vertrag bei den Amateuren aus. Sportchef Reinhardt wird natürlich alles daran setzen, dass es nicht so kommt. Er schaut ebenfalls nach Interessenten für den defensiven Mittelfeldspieler.

Als prominentester Streichkandidat gilt David Rozehnal. Der Tscheche bekam von der sportlichen Leitung mitgeteilt, dass er sich einen neuen Arbeitgeber suchen kann. Natürlich hoffen die Vorstände, dass durch einen Verkauf des Innenverteidigers wenigstens Teile der rund fünf Millionen Euro Ablöse für den Ex-Spieler von Lazio Rom eingespielt werden. Realistisch betrachtet kann der HSV aber froh sein, wenn er den Abwehrmann ablösefrei los wird und wenigstens dessen Gehalt einspart. Solange Rozehnal noch keinen neuen Verein gefunden hat, darf er bei den Profis mittrainieren.

Ein Wackelkandidat bleibt Eric Maxim Choupo-Moting. Trainer Veh setzt bei dieser Personalfrage auf eine gesunde Selbsteinschätzung des Angreifers. Will der Kameruner unbedingt spielen, sollte er sich anderweitig orientieren, denn mit Mladen Petric, Ruud van Nistelrooy, Paolo Guerrero und Heung Min Son liegen derzeit vier Angreifer vor dem aus Nürnberg zurückgekehrten Stürmer. Hat Choupo-Moting Geduld, will sich weiterentwickeln und für Kurzeinsätze empfehlen, um hier den Durchbruch zu schaffen, würde Veh ihn gerne mit in die Saison nehmen. Mein ganz persönliches Gefühl sagt mir: Da passiert noch etwas…

Noch einmal kurz zurück zum Fall Rozehnal. Falls jemand von Euch ähnlich wie ich nun an einer Hand die Innenverteidiger abgezählt hat und zum Schluss gekommen ist, dass diese Position ein bisschen dünn besetzt sein könnte, dem kann ich Entwarnung signalisieren. Trainer Veh betrachtet Guy Demel, Mohamed Besic und auch Collin Benjamin, die in der bisherigen Vorbereitung ja alle schon zum Einsatz kamen, als taugliche Alternativen zu den wohl gesetzten Heiko Westermann und Joris Mathijsen.

Das neue zentrale Duo werden die HSV-Fans morgen zur Saisoneröffnung gegen Chelsea London allerdings noch nicht zu sehen bekommen. Trainer Veh hat in Abstimmung mit den Spielern und der medizinischen Abteilung beschlossen, dass von den gestern zurückgekehrten WM-Fahrern nur Eljero Elia gegen den Premier-League-Klub zum Einsatz kommen wird. „Das Ergebnis interessiert mich nicht sonderlich“, sagt der Trainer zudem. Veh ist es wichtig, dass einige seiner Akteure weiterhin Spielpraxis auf ihren zugedachten Positionen sammeln, dass Bewegung und Spielfreude zu sehen ist.

Das passt bestens zum heutigen Training, das auf viele Besucher den Eindruck einer Auftakteinheit machte. Stabilisationsübungen, Kreisspiel, ein Passspiel in Zonen – das war es im Großen und Ganzen. Passt aber auch, denn im Grunde genommen hat jetzt der richtige Countdown für den Bundesligastart begonnen. Armin Veh hat bislang eine Vorbereitung mit erstaunlich wenigen Verletzungssorgen hinter sich gebracht, nun muss er in die Feinabstimmung gehen. Zunächst gedanklich, wer mit wem und in welchem System spielen soll, dann auch personell in Partien. Die Vorzeichen stehen wirklich gut. Und die Leidenschaft der meisten Fans ist eh längst geweckt – fast so stark wie bei dem kleinen Jungen, der heute Morgen so toll zum Trainingsplatz begleitet wurde.

16:38 Uhr

Das Veh-Resümee

30. Juli 2010

Das zweite Trainingslager der Saison ist beendet, der HSV läuft jetzt auf der Zielgeraden. Auf Sylt und in Längenfeld wurde wirklich hart gearbeitet, härter als in den vergangenen Jahren, so hatte ich das Gefühl, und auch die Spieler bestätigen es. So gesehen müsste der HSV eigentlich vor einer erfolgreichen Saison stehen: Neue Mannschaft, neuer Trainer, keine Verletzten – und dazu schon voll im Saft. Armin Veh stand nach dem Abstecher nach Österreich Rede und Antwort.

Zunächst einmal bezog er zum Thema Urs Siegenthaler Stellung: „Ich habe mit seiner Absage überhaupt nicht mehr gerechnet, das, was nun passiert ist, ist auch nicht nachvollziehbar für mich. Das ist doch für niemanden logisch, was da passiert ist – das Thema gibt es seit Februar. Und nun das. Für unseren Nachwuchsbereich wäre Siegenthaler in den nächsten Jahren unheimlich wertvoll gewesen.“ Grundsätzlich befindet der Chef-Coach: „Es wäre unheimlich wichtig für den HSV, einige Spieler aus dem Nachwuchs in die Bundesliga zu bringen, und Siegenthaler wäre prädestiniert dafür gewesen, neue Strukturen innerhalb des Vereins zu schaffen.“

Zum Fußball. Der HSV tritt morgen in Gelsenkirchen beim „Liga-total-Cup“ gegen Schalke 04 an. Für mich ein wenig unglücklich, denn Ihr alle wisst, dass Schalke auch zum ersten Bundesliga-Spiel des HSV in dieser Saison nach Hamburg kommen wird. Gut vorstellbar, dass bneide Trainer ein wenig pokern, um ja nicht schon alle Karten auf den Tisch zu legen. Beim HSV ist der Ex-Schalker Heiko Westermann leicht angeschlagen, so dass Veh sagt: „Ich weiß noch nicht, ob er spielen wird.“ Es soll jedes Risiko vermieden werden, Westermann fehlen (nach seinem Kahnbeinbruch) an der linken Wade noch einige Zentimeter an der normalen Muskulatur.

Für Veh steht natürlich der Ernstfall in der Liga an erster Stelle. Er will möglichst eine Punktlandung hinlegen, denn er sagt: „Wir sind noch nicht so weit, aber es wäre auch nicht richtig, wenn wir jetzt schon so weit wären. Aber diese Spiele in Gelsenkirchen werden uns natürlich weiter bringen, jedes Spiel hilft.“

Wobei es nicht nur Spiele sind, sondern auch das harte Training. Veh hat sein Programm in Längenfeld so durchziehen können, wie geplant – bis auf die Standards. Die wurden noch nicht geübt, weil die gesamte Mannschaft noch nicht beieinander ist. Armin Veh: „Aber das werden wir sicher noch bis zum Start trainieren.“

Am Montag kommen Marcell Jansen, Joris Mathijsen, Dennis Aogo, Piotr TRochwoski und Elejro Elia aus dem Urlaub. Sind diese WM-Fahrer dann auch automatisch gesetzt? Veh: „Mathijsen ist für mich gesetzt, aber dann muss man auch um seinen Platz kämpfen. Dass ich sage, dass jeder gesetzt ist, der nun zurückkommt, so ist es nicht. Das kann ja gar nicht der Fall sein, da müssen wir auch erst einmal die Werte überprüfen, in welcher Verfassung sie zurückkommen.“

Die Laktat-Werte der Spieler, die nun ständig trainieren konnten, wurden in der bisherigen Vorbereitung permanent kontrolliert (Blut), sie sind in Ordnung. „Wir haben konzentriert gearbeitet. Und wenn wir nun die Wochen bis zum Bundesliga-Start noch ohne Verletzungen überstehen sollten, dann hilft diese harte Vorbereitung jedem Spieler bis zum Ende der Hinrunde“, sagt Armin Veh.

Ein Lob hatte der Trainer für die „Alten“ parat: „Wie unsere älteren Spieler trainiert haben, mit welcher Lust, mit welchem Spaß, mit welcher Akribie, das war schon schön zu sehen, das machen nicht alle älteren Spieler so.“ Was ganz besonders auf Ruud van Nistelrooy zutrifft. Veh über den Niederländer: „Wenn er diese Vorbereitung so zu Ende bringt, dann traue ich ihm eine große Bundesliga-Saison zu. Die großen Spieler, die über so lange Zeit erfolgreich sind, die haben alle einen guten Charakter, und deswegen können sie beißen, deswegen trainieren sie so hart. Wenn man diese Charaktereigenschaften hat, kann man sich auch über Jahrzehnte auf einem solch hohen Level halten. Wie Ruud jetzt trainiert, wie er 100 Prozent gibt, das zeigt seine Klasse. Was übrigens auch auf Ze Roberto zutrifft.“

Ein „Oldie“ steht beim HSV auch im Tor. Wenn er denn tatsächlich auch dort steht: Frank Rost. Die bisherige Nummer eins hat mit Jaroslav Drobny eine ganz harte Konkurrenz an seine Seite bekommen, wer wird am Ende die Nummer eins sein? Für mich spielt in diesem Duell auch Wolfgang Hesl, der dritte Keeper im Bunde, eine nicht unwesentliche Rolle, denn: Im Training reden die drei Torhüter kaum einmal miteinander. Sie arbeiten konzentriert, aber sie schweigen. Und wenn es doch einmal ein Gespräch gibt, dann sind es Rost und Hesl, die miteinander reden. Drobny ist der große Schweiger – notgedrungen? Weil sich die anderen beiden Kollegen schon länger kennen? Spielt Drobny die Rolle des fünften Rads am Wagen? Veh: „Dass die drei Torhüter nicht miteinander sprechen, das stimmt nicht. Sie haben auch ihre Späßchen, zum Beispiel dann, wenn sie Fußballtennis spielen.“

Die neuen (und alte?) Nummer eins wird dann im Heimspiel gegen Schalke 04 zwischen den Pfosten stehen. Nicht schon im Pokalspiel, eine Woche vor dem Bundesliga-Start, sondern erst am 21. August. Doch Armin Veh sagt auch: „Ob dieser Torwart dann auch immer auf dem Rasen stehen wird, das lasse ich aber noch offen.“ Morgen, am 31. Juli, wird Frank Rost gegen Schalke spielen, Jaroslav Drobny dann am Sonntag – im Finale oder im Spiel um Platz drei.

Und noch eine Personalie sorgt beim HSV derzeit für Stimmung unter dem Dach: David Jarolim, der Ex-Kapitän. Ihn, so hatte es nach außen den Anschein, hatte Armin Veh zunächst nicht auf dem Zettel, doch das scheint der Schnee von gestern zu sein. Veh lobt den Tschechen: „Über Jaro habe ich mich als gegnerischer Trainer oft furchtbar aufgeregt, aber er ist ein richtiger Profi.“ Was nicht nur Veh in der bisherigen Vorbereitung sehen konnte – Alle haben es wahrgenommen. Jarolim hängt sich rein, gibt alles, marschiert voran – und hat seine Spielweise auch schon umgestellt, er trennt sich nun schon viel schneller vom Ball. Veh: „Das kann ich verraten, Jarolim ist ein richtiger Profi. Aber, auch das muss ich sagen: Er hat Konkurrenz. Es ist nicht so, dass er gesetzt ist bei mir, aber er gefällt mir, so wie er jetzt arbeitet, richtig, richtig gut. Wenn er sich nun noch schneller vom Ball trennt . . . Und das kann er, er macht es ja auch schon. Nein, das muss ich sagen, Jarolim überrascht mich schon – was für Qualitäten er hat.“

Die kommenden Tage bis zum Start werden für Armin Veh noch hart. Er muss die noch fehlenden fünf WM-Teilnehmer so schnell wie möglich an die Mannschaft heran führen, und er muss den Kader noch verkleinern. Drei oder vier Spieler werden noch gehen müssen. Auch für den erfahrenen HSV-Trainer keine einfach Aufgabe: „Das ist nicht schön, das macht man nicht gerne. Ich habe aber in meiner Laufbahn gelernt, dass es die Spieler schätzen, wenn man ehrlich zu ihnen ist. Besser so, als wenn man sie im Unklaren lässt. Es ist nicht schön, aber dafür bin ich leitender Angestellter des Klubs – und ich mache das nach meinem Kopf.“

Wen es erwischt, der wird ab sofort von der Bundesliga-Mannschaft getrennt. Der wird dann bei der Zweiten mittrainieren. Veh: „Alles andere bringt ja nichts, für beide Seiten nicht.“ Er hat für sich schon die Entscheidungen getroffen, aber er wird es erst in der nächsten Woche verkünden. Gut möglich, dass es neben Mickael Tavares auch Eric-Maxim Choupo-Moting treffen wird, es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass es Innenverteidiger David Rozehnal treffen wird, dass auch der Tscheche gesagt bekommt: „David, du darfst dir einen neuen Verein suchen.“ Wenn ich wieder einmal auf meinen Bauch höre, dann sagt der mir, dass das jähe Ende von Rozehnal beim HSV eher wahrscheinlich ist.

Übrigens: Der von Urs Siegenthaler geplante Psychologe hat seine Arbeit beim HSV schon aufgenommen. Aber nicht bei den Profis, sondern im HSV-Ochsenzoll. Er soll sich erst einmal im Hintergrund einarbeiten. Armin Veh dazu: „Er wird bei uns nicht offiziell eine Platz finden. Wenn es ein Spieler wünscht, dass er mit ihm arbeitet, dann habe ich gar nichts dagegen, dann ist es sicher auch wertvoll. Aber das ist dann auch etwas ganz Intimes. Dass der Psychologe aber nun beim Training ist und so weiter, das möchte ich nicht. Das wäre dann wieder einer mehr beim Team, und ich finde, wir sind so, wie wir im Moment besetzt sind, auch bestens aufgestellt. Mehr möchte ich einfach nicht. Manchmal kann weniger auch mehr sein.“ Bei der Gelegenheit: Ob Sportchef Bastian Reinhardt künftig auf der Bank Platz nehmen wird, ist noch nicht besprochen. Wir aber noch. Veh scherzt: „Alle Spieler, die Manager werden, können kein Spiel lesen . . .“ Und: „ich unterhalte mich während des Spiels lieber mit meinen Assistenten. Aber es ist mir egal, ob Bastian Reinhardt dort unten oder oben sitzt.“

Wie hält es Armin Veh eigentlich mit öffentlichen Aussagen der Spieler, die sich gegen die Mannschafts-Harmonie richten? Duldet er sie schweigend? Er zieht er Konsequenzen? „Ich bin keiner, der auch nur ansatzweise toleriert, dass man in der Öffentlichkeit keinen Respekt vor den Kollegen zeigt. Viele verlangen für sich Respekt, wissen aber gar nicht, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Dass man Rücksicht auf andere nimmt, das bedeutet Respekt. Wenn ich sehe, dass dagegen verstoßen wird, greife ich durch, egal wie der Spieler auch immer heißt.“

Unklar ist ebenfalls die Frage des neuen Kapitäns. Veh hat sich festgelegt: „Ein Torwart wir nicht Kapitän, er ist mir zu weit weg.“ Zudem steht fest: Der Kapitän sollte möglichst Stammspieler sein, also möglichst in jedem Spiel gesetzt sein. So wie wahrscheinlich Joris Mathijsen und Heiko Westermann. Nur als Beispiel. Der Kreis wird also schon ein wenig enger gezogen. Wer bleibt da noch übrig?

Veh wird es wissen. Jetzt schon. Bei der Gelegenheit: Herr Veh, wie fühlen Sie sich eigentlich beim HSV? Der Trainer sagt spontan: „Ich habe mich hier sehr schnell zu Hause gefühlt, was nicht so einfach ist. Für mich ist das aber ein gutes Zeichen.“

Und nun die letzte Frage: „Sie sind 20 Jahre Trainer, Herr Veh, Sie haben schwierige und weniger schwierige Mannschaften kennen gelernt – was für ein Team ist der HSV für Sie?“ Der Trainer antwortet: „Ich habe schon viel erlebt in meiner Laufbahn, aber ich hatte mit meinen Spielern eigentlich nie größere Probleme gehabt. Natürlich habe ich den einen oder anderen Spieler mal suspendiert – so zack. Aber ich habe eigentlich kein Beispiel. Natürlich kommt gelegentlich mal etwas Blödes heraus, das ist ja normal, aber Gravierendes? Das kenne ich nicht.“ Armin Veh sagt über den HSV: „Die Spieler, die jetzt hier sind, die sind okay. Das kann ich sagen. Die anderen, die noch fehlen, kann ich nicht beurteilen, ist ja klar.“ Grundsätzlich ist es aber so, sagt Veh: „Etwaige Vorfälle muss man mit Konsequenzen oder mit Nähe regeln. Oder Ende der Veranstaltung. Weil: Der Hampelmann bin ich nicht. Und der Kasper schon gar nicht. Da bin ich leider schon zu alt dafür, dass ich mir auf der Nase herumtanzen lasse.“

Das klingt alles ganz logisch. Und nach klaren Vorstellungen, Werten, nach Disziplin. Ich habe jetzt, nach diesen ersten Wochen mit Armin Veh, keinerlei Grund, an seinen Worten zu zweifeln. Veh, das habe ich hier von Anfang an geschrieben, ist für mich ein Realist wie er im Buche steht. Er weiß, wie der Hase zu laufen hat – ich bin mir absolut sicher, dass er dazwischenfahren wird, wenn etwas nicht so läuft, wie er es will. Er sagt über sich, kein Hampelmann und auch kein Kasper zu sein, ich sage: Armin Veh ist auch keine Luftblase. Der Mann weiß, was er will, er wird auf seine Werte pochen. Und er wird sich von uns, von Euch, von allen an seinen nun abgegebenen Vorgaben messen lassen müssen.

PS: An alle, die meinen dass ich zu viel schreibe (Trainerglück hat es angestoßen): Wenn es in Hamburg wieder ganz “normal” läuft, wird es pro Tag einen Bericht geben. Im Trainingslager ging es mal so, aber das wird nicht die Regel bleiben. Allerdings: Einige Sommergeschichten werden auch noch kommen . . .
Gute Nacht – oder guten Tag.

22.39 Uhr

Siegenthaler ohne Ende – und der große Ze

29. Juli 2010

Die Wellen schlagen hoch. Selbst in den österreichischen Bergen. Noch sind wir in Längenfeld, aber Urs Siegenthaler und seine Absage sorgen auch hier für tolle Stimmung. Die Wipfel vibrieren. Überall Fassungslosigkeit, Kopfschütteln, Enttäuschung, Ratlosigkeit. Wie konnte das geschehen? Es ist Wahnsinn, aber dieser Wahnsinn ist Realität.

Alle rätseln sie über ein Wort: warum? Und keiner hat eine Erklärung, denn die wird es wohl nie geben. Viele Vermutungen ziehen hier eine Runde nach der anderen. Hat Siegenthaler am Ende . . ? Nicht wenige nicken bei dieser Antwort. Es ist doch auch so: Vor dieser WM gab es nicht wenige Experten in Deutschland, die nach dieser WM das Ende für Bundestrainer Joachim Löw als fast beschlossen angesehen haben. Urs Siegenthaler, der beim DFB auf Honorar-Basis arbeitet, hatte seine Zukunft schon gesichert. So oder so. Er konnte beim DFB bleiben, wenn Löw bleiben sollte. Er hatte beim HSV eine Festanstellung, falls Löw gekippt werden sollte. Alles allerbest.

Und dann, vier Tage vor Dienstantritt in Hamburg, dieser Aufstand? Zufall? Ich kann, nein, ich will das nicht glauben. Darf ich Euch einmal schreiben, was Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, immerhin ein ehemaliger HSV-Profi, am 16. Februar wörtlich gesagt hat: „Ich freue mich für Urs Siegenthaler, dass er diese unglaublich spannende Aufgabe beim HSV übernehmen wird und gratuliere dem HSV zu dieser Entscheidung. Urs Siegenthaler hat mit seiner analytischen Arbeit wesentlich zum Erfolg der Nationalmannschaft beigetragen. Wir freuen uns, dass er uns zu 50 Prozent weiterhin zur Verfügung stehen wird.“

Ich muss dazu sagen, dass ich exakt 50 Prozent nicht lesen konnte, weil die Kopie dort eine Fehler hat. Aber egal, ob es 50, 60 oder 40 sind, Bierhoff hat diese HSV-Zusammenarbeit abgenickt – an jenem 16. Februar 2010.

Mehr möchte ich zu diesem Thema gar nicht sagen – im Moment jedenfalls nicht. Die Ereignisse hatten sich heute gegen 19 Uhr überschlagen, ich war gerade dabei, einen Bericht über Ze Roberto zu fertigen. Den lasse ich nun so einfließen, wie er vor 19 Uhr noch gedacht war:

Ze Roberto ist ein ganz streng gläubiger Mensch. Das weiß fast jeder HSV-Fan. Fußballer aber sind fast alle auch – mehr oder weniger – mit dem Aberglauben im Bunde. Auch der Brasilianer. Als er in Längenfeld zum Abschluss des Trainingslagers über die neue Saison sprach, wünschte er sich Erfolg für die Mannschaft. Und für sich: „Dass ich so gut spiele wie im vergangenen Jahr – ich mir nur keine schwere Verletzung mehr einfange.“ Bei diesen Worten klopfte er dreimal auf den Holztisch, an dem er saß. Hoffen wir mit ihm, denn einen gesunden und absolut fitten Ze Roberto kann der HSV sicher sehr gut gebrauchen, auch wenn dieser geniale Fußballer inzwischen schon 36 Jahre alt ist. Der Mann trägt Trikot-Größe S, an dem ist kein Gramm Fett zu sehen: Waschbrettbauch.

Dafür tut er etwas. Etwas? Sehr viel sogar. Er sagt: „Ich habe noch nie in meiner Karriere eine so lange, harte Vorbereitung mitgemacht, das sind schon sechs Wochen. Und noch immer keine Ende.“ Ze Roberto klagt aber nicht, er weiß, wofür er sich quält: „Wir haben Ziele. Genau dieses harte Training brauchen wir dafür. Und ich brauche es auch, ich bin kein junger Spieler mehr. Aber ich fühle mich besser denn je.“

Dazu passt, dass er den Spaß um Fußball wieder neu entdeckt hat. Ihm wurde in der vergangenen Saison ein nicht gerade gutes Verhältnis zu Trainer Bruno Labbadia nachgesagt, und der „große Ze“ leugnet es auch gar nicht. „Meine Motivation ist wieder groß. Wir haben jetzt wieder Lust am Fußball, diese Lust ist in der vergangenen Saison etwas zu kurz gekommen“, sagt er. Und ergänzt: „Wir spielen ein neues 4:2:3:1-System, das finde ich sehr gut. Und wir haben jetzt einen Trainer mit großer Erfahrung. Das ist sehr wichtig bei so einer jungen Mannschaft, wie wir sie haben.“

Ze blickt der neuen Saison uneingeschränkt optimistisch entgegen: „Wir haben durch die Neuzugänge mehr Qualität, davon bin ich überzeugt. Die Möglichkeit ist groß, dieses Jahr einen Titel zu gewinnen, und das ist mein großes Ziel.“

Eventuell gelingt auf Schalke am Sonnabend und Sonntag schon ein kleiner Achtungserfolg. Beim „Liga-total-Cup 2010“, der für den HSV morgen (16.45 Uhr, Sat1 überträgt live) mit dem Spiel gegen Magaths Schalke 04 beginnt. 60 000 Zuschauer werden in der Veltins-Arena erwartet, im zweiten Halbfinale stehen sich der FC Bayern und der 1. FC Köln gegenüber.

Schalke könnte übrigens mit Neuzugang Raul von Real Madrid antreten. Mit ihm hat Ze Roberto einst in Spanien in einem Team gespielt. „Raul ist ein großer Gegner. Er macht die Liga attraktiver und die Konkurrenz um den Bundesliga-Torschützenkönig größer.“ Die Wolfsburger Edin Dzeko und Grafite hat Ze Roberto auch auf dem Zettel, wenn es um die Krone geht, und seinen persönlichen Topfavoriten: HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy: „Ich glaube und hoffe, dass Ruud es schaffen wird.“ Dann scherzt Ze Roberto zum Abschluss noch ein wenig: „Oder ich werde es.“

Der HSV und sein Anhang hätte sicher nichts dagegen einzuwenden.

So, es ist nun kurz vor Mitternacht, um 5 Uhr wird aufgestanden, dann zum Flughafen München gefahren – und ab nach Düsseldorf. Ihr werdet an diesem Freitag etwas länger warten müssen, denn es geht erst weiter ins Hotel nach Gelsenkirchen. Dort wird geschrieben – also bitte etwas Geduld. Es wird, so viel kann ich schon verraten, das Resümee von Armin Veh nach diesem Trainingslager in Längenfeld geben. Es kann aber, noch einmal, spät werden.

23.43 Uhr

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