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Beister kämpft für sein Comeback: “Ich bin voll im Plan!”

28. Dezember 2014

Nun ja, jeden Tag neue Namen. So hatten wir es erwartet, so ist es in fast jeder Transferphase. Ich weiß nicht, wie es Euch dieses Jahr geht, aber gibt es in dieser Winterwechselperiode nicht tatsächlich mehr heiße Gerüchte als normalerweise? Xherdan Shaqiri zu Juventus Turin? Poldi zu Inter? Paulinho zur Hertha? Und zuletzt Hatem Ben Arfa zum HSV – obwohl, Pustekuchen. Da war der Spielerberater schneller als die Vereine. Zumindest hat der HSV den Transfer abgelehnt, noch bevor es zum ersten Treffen kam. Angeblich, weil der exzentrische, eigenwillige französische Nationalspieler schon charakterlich nicht ins HSV-Konstrukt passe. Stattdessen taucht heute der Name Paul-José M’Poku Ebunge auf. Der in Kinshasa geborene Linksaußen steht bei Standard Lüttich noch bis Saisonende unter Vertrag. Allein, dass der HSV tatsächlich – wie in Belgien berichtet – Interesse hat, ist bislang nicht bestätigt.

Zudem ist Marcell Jansen (noch) nicht einmal weg. Der Linksfuß will sich erst kurz nach Jahreswechsel mit seinem Berater Gerd vom Bruch beraten und dabei über das Interesse aus Portugal sprechen. Klar scheint, dass Benfica Lissabon den deutschen Nationalspieler per sofort verpflichten will und der HSV bereits wäre, Jansen für eine geringe Ablösesumme ziehen zu lassen. Auch, um Platz im Kader zu schaffen – quantitativ, aber vor allem etattechnisch. Einzig Jansen selbst scheint noch nicht hundertprozentig überzeigt von seinem Wechsel zum Champions-League-Teilnehmer.

Als Einsparung herhalten könnte auch Slobodan Rajkovic, sagt man. Ebenso wie Ivo Ilicevic, an dem sein Exklub Kaiserslautern Interesse signalisiert haben soll. Beim HSV besteht weiterhin der Wunsch, den im Gehalt mit knapp zwei Millionen Euro per annum teuren und dagegen selten auf dem Platz zu findenden Kroaten abzugeben. Zumindest hat Zinnbauer intern klargemacht, den verletzungsanfälligen Rechtsfuß nicht weiter einzuplanen, weil ihm bei dem 28-Jährigen die Zuverlässigkeit fehlen würde. „Wenn es immer wieder mal beim Spieler zwickt, dann überlegt man natürlich als Trainer“, hatte Zinnbauer unlängst gesagt. Dennoch, Ilicevic selbst scheint nicht wechseln zu wollen. Es sei denn, der HSV gleicht das Minus an Gehaltszahlung beim FCK aus…

M’Poku wäre vielleicht diesbezüglich vielleicht ein guter und gehaltstechnisch günstigerer Ersatz. Allerdings sehe ich den Ersatz eher in den eigenen Reihen: Maximilian Beister. Der Offensivmann ist nach seinem Kreuzbandriss vor einem Jahr und der Meniskus-Operation im September auf bestem Wege zurück in den Kader. Vor der Winterpause konnte er bereits voll mittrainieren. „Da waren auch ordentliche Zweikämpfe dabei“, freut sich der Jung-Unternehmer („Snax-Cup“) über die voranschreitende Genesung.

Nutzt die Winterpause, um nach knapp einem Jahr Pause in der Vorbereitung   wieder voll durchzustarten: Maximilian Beister

Nutzt die Winterpause, um nach knapp einem Jahr Pause in der Vorbereitung wieder voll durchzustarten: Maximilian Beister

Allein sein Kopf macht noch nicht so mit, wie er sollte. „Der Respekt vor einer erneuten Verletzung ist noch nicht ganz gewichen, was die Sache am schwierigsten macht, ehrlich gesagt. Denn es gibt tatsächlich nichts schwierigeres, als den eigenen Instinkt zu überlisten.“ Umso trauriger ist Beister über die Winterpause. Er hätte gern mit der Mannschaft durchtrainiert, um seinem Comeback auf dem Spielfeld näherzukommen.

Bis zum 5. Januar, zum offiziellen Trainingsauftakt an der Imtech-Arena, muss sich Beister nun noch gedulden, was ihm hör- und sichtbar schwerfällt. „Für mich kam die Pause denkbar ungelegen“, so Beister, der seine Ungeduld mit täglichem Aufbautraining im Athleticum des UKE zu, wo er Tag für Tag hart mit den HSV-Physios für seine Rückkehr schuftet, zu kompensieren versucht. „Ich bin laut medizinischer Abteilung voll im Plan und muss irgendwie versuchen, die Pause gut rumzukriegen, um am 5. Januar voll fit einzusteigen.“ Was er für den Kopf macht? „Nichts. Ich glaube, da gibt es auch nichts, was man sich antrainieren kann. Ich muss einfach wieder auf den Platz in die Zweikämpfe kommen und dabei spüren, dass alles hält. Ich muss meinem Körper wieder vertrauen können, dann kommt der Rest von allein.“ Klingt logisch.

Bis dahin wird es beim HSV, davon bin ich fest überzeugt, noch etliche potenzielle Zu- und Abgänge geben, die diskutiert werden. Grundsätzlich könnte man wahrscheinlich fast alle Spieler des HSV nennen. Denn der neue Direktor Sport, Peter Knäbel, steht vor der gleichen schwierigen Aufgabe wie seine Vorgänger im vergangenen Winter und den Wintern davor: Der HSV MUSS verkaufen, um an anderer Stelle nachbessern zu können. „Wir wären auch ohne Verkäufe in der Lage, uns zu verstärken“, sagte Knäbel unmittelbar vor der Winterpause, ergänzte aber sofort: „Allerdings ist das nicht unser Ziel. Wir wollen unseren Kader sukzessive optimieren. Auch dann, wenn wir dafür kleine Schritte nach und nach gehen müssen.“

Und das müssen sie. Sie machen es dem Vernehmen nach auch. Zunächst werden die Verträge der Youngster (A. Arslan und Marcos sind bereits verlängert, Götz und Gouaida sollen in Kürze folgen) über das Saisonende hinaus verlängert werden. Zudem werden talentierte Profis beobachtet und angesprochen. Ganz sicher noch deutlich mehr als bisher genannt wurden. Aber der HSV muss seine Netze auch sehr weit auswerfen, um am Ende mit seinen bescheidenen finanziellen Möglichkeiten überhaupt Ertrag zu haben. Womit auch schnell erklärt ist, weshalb der HSV trotz seines aktuellen Überangebotes in der Verteidigung sowie der bevorstehenden Rückkehr von Jonathan Tah Innenverteidiger Kevin Akpoguma auf dem Zettel haben soll. Der 19-Jährige steht noch bis 2017 bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag, woher ihn Bernhard Peters kennt – und offenbar empfehlen kann.

Ok, normalerweise sollte die Verpflichtung eines Innenverteidigers in meinen Augen auch keine Priorität haben, wenn man sich die Liste der Baustellen im HSV-Kader von oben nach unten durchsieht. Aber durch das Interesse des HSV ist zumindest deutlich, dass die Verantwortlichen auch die Defensive für die neue Saison umplanen wollen. Obwohl momentan einzig die Abwehr zufriedenstellend agiert. Bedenkt man aber, dass alle Beteiligten die Rückkehr von Tah als festen Bestandteil der Kaderplanung für die kommende Saison sehen, Johan Djourou gerade erst fest verpflichtet wurde, zudem Cléber Reis frisch eingekauft wurde und der Vertrag mit Heiko Westermann in den nächsten Wochen verlängert werden soll, scheint die Zeit von Gojko Kacar als auch Slobodan Rajkovic im HSV-Dress über den Sommer hinaus immer unwahrscheinlicher – wenn nicht gar ausgeschlossen. Und das ist einerseits logisch, andererseits auch sehr schade, da beide als Prototypen in Sachen gute Einstellung gelten.

In diesem Sinne, heute gab und gibt es definitiv keine Transfers mehr zu vermelden. Ich werde demnach heute auch nicht noch mal den Blog „updaten“ müssen. Hoffe ich…

Bis morgen!

Scholle

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