Archiv für das Tag 'Seeler'

Wenn Son erst einmal Welt-Fußballer ist . . .

13. Februar 2013

Sorry vorab für die Verspätung, heute war hier (in meinem Redaktions-Computer) der Teufel los. Unglaublich. Ich konnte meinen geschriebenen Text nicht in den Blog stellen, da konnte ich mich auf den Kopf stellen. Viele Kollegen haben geholfen, damit es doch noch klappt – vielen Dank dafür. Und ich hoffe mal, dass der Computer sich bis morgen wieder erholt hat. . .

Los geht es:

Es gibt noch keine Entwarnung. Im Gegenteil. Heute sprach der HSV das aus, was ich gestern noch vorsichtig umschrieb: Es handelte sich bei Nationaltorwart Rene Adler tatsächlich um eine Bauchmuskelzerrung. Das ist höchst bedauerlich, denn damit ist nicht zu spaßen. Und es könnte deswegen durchaus eng werden für das Gladbach-Spiel am Sonnabend. Adler war auch heute nicht auf dem Trainingsplatz anzutreffen . . . Es darf gezittert werden.


Ansonsten herrscht im Training eine gute Stimmung, es wird konzentriert „gearbeitet“, und es geht in den Trainingsspielchen schön zur Sache. Besonders dann, so habe ich das Gefühl, wenn die Kugel in der Nähe von Maximilian Beister ist. Der Stürmer kann vor Kraft (oder vor Frust?) kaum an sich halten, er lässt es in fast jedem Zweikampf ordentlich krachen. Der Stachel sitzt offenbar tief. Weil er derzeit nicht zum Einsatz kommt, denn Artjoms Rudnevs und Heung Min Son haben im Moment deutlich die Nase vorn – weil sie einen fast unglaublichen Lauf haben. Beide. Dabei bescheinigt Trainer Thorsten Fink seinem „dritten Mann“, nämlich Beister, dass er sich zurzeit in sehr guter Verfassung befindet, dass er gut trainiert – dass er nur das Pech hat, dass zwei andere Stürmer sehr gut drauf sind. Was natürlich kein Trost für Beister sein kann, denn er sieht auf sich, er will spielen. Klar. Aber da sind dem Trainer schon die Hände gebunden, er kann ja nicht dazu kommen, freiwillig auf Son oder Rudnevs zu verzichten – da würde sich die Konkurrenz des HSV schön die Hände reiben.

Wobei es für mich nach wie vor sensationell erscheint, dass sich Rudnevs und Son so großartig gesteigert haben. Ich kann mich noch genau an den 27. Juli 2010 erinnern – als Son im Trainingslager in Längenfeld (Österreich) sein erstes Interview gab.

„Scholle“ schrieb damals für das Hamburger Abendblatt:

„Er atmete unüberhörbar tief durch. Geschafft! Heung Min Son hatte seine erste eigene Pressekonferenz mit Erfolg absolviert. Der Auftritt vor den Reportern im HSV-Trainingslager verlangte ihm sichtlich mehr Mut ab als seine Gastspiele auf dem Rasen. Dort hat der 18-jährige Südkoreaner zuletzt so brilliert, dass er inzwischen als feste Größe im Profi-Kader des HSV zählt. Ja, der Stürmer ist sogar mit sieben Treffern bester Vorbereitungsschütze des HSV. Trainer Armin Veh ist überzeugt: „Son kann mit 18 Jahren schon so viel wie andere Profis mit 30 Jahren nicht.”
Mit asiatischer Höflichkeit lächelt Son dennoch alle großen Ambitionen einfach weg: „Ich weiß, dass ich mich hinten anstellen muss. Wir haben mit Paolo Guerrero, Mladen Petric und Ruud van Nistelrooy Super-Stürmer.” Maxim Choupo-Moting nennt er in diesem Zusammenhang lieber nicht – schließlich hat er den vom 1. FC Nürnberg zurückgekehrten Leih-Profi in der Werteskala von Trainer Armin Veh bereits überholt.
Erwähnen würde Son dies natürlich nie. Nur keine großen Sprüche. Er redet leise in schon akzeptablem Deutsch, mitunter bittet er höflich, die Frage noch einmal zu wiederholen. Etwa als er seinen Lieblingsort in Hamburg verraten soll. Son zögert, nennt dann den Hafen. Und lächelt.

Sehr viel mehr wird Son auch noch nicht von Hamburg gesehen haben. Die „Ich lebe nur für den Sport”-Phrase gehört zum Standard-Repertoire vieler Profis. Auf Son trifft sie zu. Mit 16 kam er im Rahmen eines DFB-Austauschprogramms mit Südkorea nach Deutschland – mit ihm versuchten sich zwei weitere Koreaner beim HSV, drei heuerten beim 1. FC Nürnberg an. Nur Son biss sich durch: „Ich hatte ein Ziel. Profi beim HSV zu werden.”

So stand es damals im Abendblatt. Auffällig war damals: Son verbrachte im Training sehr viel Zeit mit Ruud van Nistelrooy. Nach fast jeder Trainingseinheit fachsimpelten sie. Es war ein ungleiches Duo. Hier der Fußball-Azubi, dort der 34-jährige Weltstar. „Ich habe früher nie diese Hilfe bekommen, vielleicht mache ich es deshalb bei ihm”, sagte der Holländer.

Es hat sich bezahlt gemacht – für Heung Min Son. Heute stand er neben mir. Nichts ist mehr von dem kleinen „Knaben“, von dem kleinen „Bürschchen“ von damals zu erkennen. Größer ist er geworden, klar, und auch breiter. Ohne ein Gramm Fett auf dem Körper, natürlich nicht, Aber er hat Muskeln bekommen, er hat in diesem Punkt deutlich zugelegt. Es macht sich bezahlt, dass er auch – neben dem, Fußballtraining auf dem Platz – viel und oft und hart im Kraftraum schuftet. Der junge Mann, 20 Jahre jung, gibt alles, um ein ganz Großer des Fußballs zu werden. Viele Jungs in seinem Alter ruhen sich oft auf dem, was sie bislang erreicht haben, aus, Son aber gibt weiter Vollgas. Da weiß ganz offensichtlich einer, was er will. Und er wird dabei auch von der ganzen Familie unterstützt. Die Geschichte, seine Geschichte könnte auch heißen: „Von einem der auszog, über Hamburg die Fußball-Welt zu erobern.“ Inzwischen, und ich gebe zu, dass das seine Zeit brauchte, inzwischen bin ich absolut davon überzeugt, dass Son seinen Weg nach ganz oben nicht nur gehen will, sondern auch gehen wird.
Und bevor ich es wieder vorgehalten bekomme: Ich weiß, dass ich, so vermute ich, vor einem halben Jahr noch ganz anders geschrieben habe. Inzwischen aber hat Heung Min Son solche rasanten Fortschritte gemacht, wie ich sie damals niemals von ihm vermutet habe. Niemals.

„Wir sind zurzeit alle sehr gut drauf, die Stimmung in der Mannschaft ist gut, das ist klar, aber feststeht auch, dass wir diesen 4:1-Sieg in Dortmund schnell vergessen müssen, damit wir am Wochenende gegen Gladbach wieder Vollgas geben können“, sagt Heung Min Son und fügt an: „Es macht natürlich mehr Spaß, wenn man gewinnt. Und jetzt müssen wir diesen Schwung nutzen, um am Sonnabend wieder zu gewinnen. Es geht immer weiter, immer Vollgas, immer Vollgas.“

Der HSV hat sein Sturm-Duo entdeckt und gefunden, beide Spieler ergänzen sich gut. Son sagt: „Wir arbeiten sehr, sehr hart, und wir bleiben nach dem Training auch oft noch auf dem Platz und schießen viel. Und wenn man viel schießt und viel trainiert, dann macht sich das auch beim Spiel bezahlt. Ich arbeite hart, und ich habe auch viel Spaß, Fußball zu spielen.“
Aus Korea kommt viel Post von den Fans, die machen viele verrückte Sachen – weil ich jetzt einen so guten Lauf habe. Im Internet wird viel geschrieben, über Audio wird viel berichtet – und die Zeitungen in der Heimat schreiben auch sehr viel. Das ist im Moment schon mehr geworden.

Dass er nicht abhebt, darauf achten sein Vater, die gesamte Familie und auch sein Berater Thies Bliemeister. Son sagt: „Die passen ganz genau auf, die sind auch sehr kritisch und auch sehr hart. Wenn ich etwas falsch mache, dann ist mein Papa schon sauer auf mich. Er will, dass ich immer nur gut spiele, jedes Spiel. Ich will das auch, aber es funktioniert leider nicht immer.“ Aber immer öfter, da ist sicher. Kürzlich sagte Trainer Thorsten Fink über Son: „Wenn er am Strafraum frei zum Schuss kommt, dann ist das meistens auch ein Tor, er hat einen sehr, sehr guten Schuss.“

Damit das nicht in einen „falschen Hals“ kommt, fügt Heung Min Son noch hinzu: „Ich bin jetzt auch nicht der kleine Junge, der alles das tut, was sein Papa sagt. Wenn ich mich müde fühle, dann sage ich ihm auch schon, dass ich nicht mehr trainieren möchte. Das ist klar. Dennoch ist mein Papa schon sehr wichtig für mich.“ Zumal der Vater bei jedem Training am Rande steht und seinen Filius ganz genau beobachtet. Und nach der Einheit gibt es dann die Einzelkritik a la Son: „Er sagt mir auch nach jedem Training, was ich falsch gemacht habe – und wie es besser gehen kann.“

Für mich ist es nach wie vor ein „kleines Wunder“, dass Son seine schönsten Tore mit dem linken Fuß erzielt. Den linken Fuß hatte er zu Beginn seiner HSV-Zeit eigentlich nur, damit er nicht umkippt. Heute sagt er: „Ich habe sehr viel geübt. Auch im Urlaub, da habe ich mit meinem Papa in Korea viel geübt. Und hier bleibe ich, wie schon gesagt, nach dem Training noch oft auf dem Platz und übe auch immer wieder mit links zu schießen. Mit links, so glaube ich, schieße ich inzwischen besser als mit rechts.“ Und er sagt noch lächelnd: „Als ich zuletzt gegen Werder Bremen mit rechts getroffen habe, war ich schon ein wenig überrascht . . .“

Als Heung Min Son gefragt wurde, ob er noch solo sei, oder ob es da schon eine Freundin gäbe, sagt er: „Solo – leider.“ Und er ergänzt: „Ich will auch ein bisschen meine Ruhe haben – aber deutsche Frauen sind schon sehr hübsch . . .“ dann „haut“ er noch einen raus, als es um das Thema Freundin geht: „Ich werde weiter hart arbeiten, und wenn ich dann Welt-Fußballer bin, dann kommt die Freundin von ganz allein.“
Hundertprozentig.

Am Sonnabend kann Heung Min Son ja mal den nächsten „raushauen“ – indem er Mönchengladbach ein, zwei oder drei „reinhaut“. Ganz Hamburg drückt ihm dabei die Daumen. Und damit wäre er dann auch schon einen Schritt weiter – in Richtung Welt-Fußballer. Und Freundin.

Dass Borussia Mönchengladbach morgen, am späten Donnerstag, noch ein schweres Spiel gegen Lazio Rom zu absolvieren hat, ist inzwischen allen bekannt. Dass das Spiel am Sonnabend, wenn die Gladbacher nach Hamburg kommen werden, kein Selbstgänger für den HSV wird, sollten trotz allem alle wissen. Und wer es nicht glaubt, der sollte sich eines vergegenwärtigen:
Gladbach hat alle vier bisherigen internationalen Europa-League-Spiele dieser Saison ohne Niederlage überstanden. Das Stichwort ist Auswärtsspiel. Wer sehen will, wie gut die Borussia zwei Tage vor dem HSV-Spiel drauf ist, der sollte am Donnerstag um 21.05 Uhr auf Sendung sein, Kabel eins und Sky übertragen live aus Gladbach.

Und dann gibt es da in Kürze noch eine Sendung, auf die sich alle Fans von Uwe Seeler freuen dürfen. Ich freue mich auf jeden Fall. Es handelt sich dabei um „Das Erdinger Star-Interview“ auf SPORT1: Fußball-Ikone Uwe Seeler spricht mit Moderatorin Caroline Voit über seinen Legendenstatus, Fußball von damals und heute, warum er 1961 ein Angebot von Inter Mailand ausgeschlagen hat, die heutigen hohen Spielergehälter, die Erziehung seines Vaters und seine eigene Vaterrolle, wie er seine Frau kennenlernte und wie er ihr einen Heiratsantrag machte. Das komplette „Erdinger Star-Interview“ mit Uwe Seeler wird am Freitag, 15. Februar, ab 19:45 Uhr ausgestrahlt.

Im Folgenden vorab ausgewählte Zitate:

Uwe Seeler sagt über …

… seinen Legendenstatus in Deutschland:„Ich bin stolz darauf, dass ich da, wo ich hinkomme, gerne gesehen bin. Ich bin schon 40 Jahre aus dem Fußball raus und werde trotzdem gern gesehen, auch erkannt. Das freut mich natürlich. Ich glaube, das ist in der schnelllebigen Zeit heute wirklich außergewöhnlich. Und wenn die Leute nett zu mir sind, dann bin ich auch zu den Leuten nett, aber ich sehe das als ganz normal an. Das Schönste auf der Welt ist, normal zu sein – und das bleibe ich! Aber da habe ich keine Probleme – es ist einfach so: Man ist wie man ist, und da kommt man am Weitesten damit.“

… den Fußball von damals und heute: „Man sollte keine Vergleiche ziehen. Wir haben in der Regionalliga eine Aufwandsentschädigung von 320 DM im Monat gekriegt, vielleicht mal nachher 400. Und selbst mit dem Beginn der Bundesliga 1963 sind ja die Gehälter vorgeschrieben gewesen. Als Nationalspieler durfte ich 1.250 DM brutto verdienen – da hätte ich mir heute in Hamburg nicht mal eine Wohnung leisten können für meine Familie.“

… die hohen Spielergehälter im heutigen Profifußball: „Ja, gut, das ist die Entwicklung. Die Spieler wären ja blöd, wenn sie das, was sie kriegen können, nicht nehmen würden. Ob immer das Preis-Leitungs-Verhältnis stimmt? Darüber kann man nachdenken!
[…] Der Fußball boomt ja unheimlich und ich hoffe, dass das auch die nächsten Jahre noch so bleibt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht überzieht – auch nicht mit den Gehältern, dass man immer vernünftig kaufmännisch wirtschaftet. Aber man sieht ja, wie schnell das bei den Vereinen immer mal auf und ab geht. Ich sehe das bei meinem HSV eben im Moment auch, dass unheimlich viele Schulden da sind. Das muss man nach Möglichkeit vermeiden, damit nichts Schlimmeres passiert!“

… seinen Vater: „Wenn wir mal Verletzungen hatten oder wegen dicker Knöchel gejammert haben, hat er gesagt: ‚Kommt ihr Beiden mal her, ich will hier keine Weicher im Haus haben, also macht ‘nen nassen Lappen drum und in zwei Tagen ist alles weg‘. Das, was er gesagt hat, hat er immer in kurzen Worten gesagt, aber das hat gesessen. Da er selbst ein harter Bursche war, konnten wir nicht widersprechen!“

… seine eigene Vaterrolle: „Ich war immer der Gute – ich durfte nicht schimpfen. Das Schlechte hat meine Frau gesagt. ‚Schimpfen tue ich, sonst sagen die nachher: Wenn der Papi kommt, schimpft er immer – und das ist auch nicht gut‘. Das war bei uns alles immer sehr gut eingeteilt, aber die Idee meiner Frau. Sie hat mir auch immer gute Dinge und Positives zugesteckt, wenn ich nach Hause gekommen bin: ‚Lob mal hier, lob mal da – und dann war ich immer der Gute!“

Uwe Seeler auf die Frage, warum er 1961 das Angebot von Inter Mailand ausgeschlagen habe: „Die haben unheimlich viel Geld geboten! Ich habe mich aber für den Beruf und den schwereren Weg entschieden. Ich bin nach wie vor glücklich, dass ich beides so gemacht habe. Der Trainer, der mich unbedingt haben wollte, hat mir nur übersetzen lassen, dass er überhaupt nicht verstehen könne, dass ein Mensch so viel Geld ausschlägt. Aber ich bin glücklich, zufrieden, habe meinen Beruf und meinen Leistungssport Gott sei Dank durchziehen können. Mit ein bisschen guten Willen geht vieles. Ich bin heute noch froh, dass ich die Entscheidung so getroffen habe. Es wäre schlecht, wenn ich das heute bereuen würde.“

Uwe Seeler auf die Frage, wie er seine Frau kennenlernte: „Über den HSV natürlich. Sie hat Handball gespielt und ich war Fußballer. Und da haben wir uns mal auf einem Silvesterfest kennengelernt – die Chemie stimmte gleich und das Vertrauen war da. So sind wir dann beide groß geworden, haben früh geheiratet: drei Kinder, sieben Enkelkinder. Wir sind eine Großfamilie – das macht unheimlich viel Spaß!“

Seeler über den Heiratsantrag: „Also, das waren ganz andere Zeiten: Mit einer Tafel Schokolade. Sie hat nur gelacht und ich glaube, ich habe mich auch a bisserl blöd dabei angestellt, aber sie hat natürlich sofort ja gesagt.“

PS: Morgen, am Donnerstag, wird im Volkspark um 10 Uhr trainiert.

19.07 Uhr (und ab – ich bin fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes!)

Wieso lässt Veh solchen Fußball spielen?

4. Februar 2013

Fix was los im Postfach. Da rappelt es im Karton. Ich bin begeistert. Zuschriften, Mails, Telefonate ohne Ende – herrlich. Fußball-Hamburg diskutiert über Levin Öztunali und die Folgen eines Wechsels. Und alles so unglaublich sachlich, das hätte ich nie für möglich gehalten. Traumhaft. Und so respektvoll – in Richtung Uwe Seeler, das hatte ich gar nicht erwartet. Toll. Es müssen das Mittelstürmer-Idol ja doch noch viele, viele „Matz-abber“ spielen, schießen, kämpfen und meckern gesehen haben. Ich habe das auch, deswegen trage ich einen Mann, der so viel, so unglaublich für den deutschen, für den Hamburger und für den HSV-Fußball getan hat, auch immer noch auf Händen. Das wird, das möchte ich jedem anderen Seeler-Fan sagen, auch bis an mein Lebensende so bleiben. Und da wäre es mir egal, ob mir der Ehrenspielführer die Freundschaft kündigen würde, oder nicht. Übrigens bin ich kein Duz-Freund von Uwe Seeler – und noch ein „übrigens“: Macht euch keine Gedanken, ich glaube alles das, was ich über Uwe Seeler geschrieben habe, es ist mein voller Ernst! Und ich glaube es nicht nur, ich bin davon restlos überzeugt. Und habe dabei null Promille im Blut. Auch keine andere Droge, bevor es einer schreibt und vermutet.

Zum Thema Öztunali erhielt ich, wie geschrieben, viele, viele Mails. So auch diese, die nun folgt. Die gab es gleich mehrfach, ich habe mich entschieden, diese Version zu veröffentlichen:

Sehr geehrter Herr Matz,

natürlich verfolge ich auch mit etwas „Trauer“ den Verlauf um den Seeler-Enkel.
Nicht nur, dass ich aus rein romantischen Gründen einen Verbleib von Levin Öztunali (LÖ) gerne gesehen hätte, sehe ich vielmehr den bevorstehenden Bruch mit „Uns Uwe“ selber als Problem an. Könnten Sie bitte, wenn Sie das nächste mal Kontakt mit Uwe haben ihm folgenden Bericht vorlegen?

Bayer verliert den Kampf um Sarr.

Enttäuschung und Frustration bei Bayer 04 Leverkusen: Das umworbene Verteidiger-Talent Marian Sarr verlässt den Werksklub und wechselt zu Borussia Dortmund. Für Geschäftsführer Holzhäuser bietet der Vorfall Anlass zur Generalkritik. Bayer 04 Leverkusen verliert eines seiner Top-Talente. Wie der Klub am Mittwoch bestätigte, wechselt Marian Sarr in der Winterpause zu Borussia Dortmund. „Es war keine einfache Entscheidung für uns. Hätte man auf Vertragserfüllung bestehen sollen, vielleicht sogar müssen? ?Leverkusen erhält für den Junioren-Nationalspieler eine Ablösesumme. Über die Höhe wollte der Klub nichts sagen. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist Leverkusen außerdem an der weiteren Entwicklung des Spielers finanziell beteiligt, wenn diese positiv verlaufen sollte. So wird zum Beispiel ein weiterer Betrag fällig, wenn Sarr in der Bundesliga zum Einsatz kommen sollte …

Mod-Edit: Auch Dieter darf keine kompletten Texte zitieren ohne Einverständnis des Urhebers. Den kompletten Artikel findet ihr hier (danke auch an den Schenefelder für den Link): http://www.ksta.de/bayer-04/verteidiger-talent-bayer-verliert-den-kampf-um-sarr,15189374,21183104.html

Vielleicht beruhigt Herr Seeler sich dann ja etwas, wenn er realisiert, dass der Club, zu dem sein Enkel jetzt wechselt, genauso „armselig“ und „seelenlos“ ist!?

Vielleicht greifen Sie selber diese Geschichte in Ihrer Berichterstattung mal mit auf!?

Außerdem finde ich es ziemlich merkwürdig, wie ungescholten Mete Öztunali aus dieser Geschichte herauskommt. Man muss sich mal vor Augen halten, dass dort ein bezahlter Angestellter des HSV in der Öffentlichkeit schlecht über seinen Arbeitgeber berichtet!?
Ein Mann, dessen Aufgabe es war junge Leute zum HSV zu lotsen, ihnen zu erklären, dass der HSV für die Förderung seiner Karriere das Beste sei!

Und das sag ich, als einer, der seinerzeit mit Mete im Tor bei TuRa Harksheide den Aufstieg in die Landesliga schaffte. Ich bin sehr enttäuscht von ihm!

(Der Name des Absenders ist mir bekannt, ich möchte ihn zu seinem Schutz nicht veröffentlichen!)

Zum Thema Öztunali gab heute auch HSV-Sportchef Frank Arnesen noch folgendes Statement heraus:

Wir haben Levin Öztunali die größtmögliche sportliche Perspektive beim HSV geboten. Ab Sommer hätte er voll bei den Profis mit trainiert. Darüber hinaus haben wir ihm ein wirtschaftliches Angebot unterbreitet, dass es in dieser Form für einen Nachwuchsspieler beim HSV noch nicht gegeben hat. Dass Levin und seine Familie sich dennoch entschieden haben, in der Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen und den HSV zu verlassen, respektieren wir. Möglicherweise lastet außerhalb Hamburgs als Uwe Seelers Enkel ein geringerer Druck auf ihm.

Es ist nicht richtig, dass Levin daraufhin vom Trainings-und Spielbetrieb des HSV suspendiert wurde. Allerdings ist es gängige Praxis und Teil unserer Ausbildungsphilosophie, dass Spieler mit weiterlaufenden Verträgen vorrangig gefördert und eingesetzt werden, was bislang nur nie öffentlich thematisiert wurde. Unser Vorgehen habe ich Levins Vater Mete Öztunali heute in einem persönlichen Gespräch erläutert, um möglicherweise entstandene Missverständnisse zu klären. Ich werde auch noch mit den betreffenden Trainern unseres Nachwuchsleistungszentrums Kontakt aufnehmen, um den weiteren Umgang mit Levin genau abzustimmen.
Nach einem Telefonat mit Levins zukünftigem Club Bayer Leverkusen, haben wir mit der Familie ebenfalls die bestehende Möglichkeit erörtert, einen sofortigen Wechsel in die Wege zu leiten. Diese Möglichkeit wurde aber von der Familie abgelehnt, da Levin bis zum Sommer in Hamburg bleiben möchte.

So, so viel für heute zum Thema Öztunali und Seeler. Die Zeitungen morgen werden wieder voll davon sein, und deswegen möchte ich euch auch nicht damit überfrachten. Alles hat ein Ende – nur die Frankfurter Wurst hat zwei . . . Um damit einen eleganten Überganz zu schaffen und noch einmal kurz auf das „Matz-ab-live“-Video hinzuweisen. Diesmal, falls es sich noch nicht herumgesprochen hat, mit Kult-Masseur Hermann Rieger und Ex-Torwart Jürgen Stars. Beiden sei an dieser Stelle noch einmal gedankt, Hermann war wegen der späten Sendung erst um kurz vor Mitternacht daheim, das nenne ich Einsatz. Und zu „Starski“ Stars möchte ich noch eines sagen: Er war Ersatztorwart beim HSV, „nur“ Ersatztorwart, aber allen diejenigen, die ihn nie zwischen den Pfosten haben fliegen sehen, sei gesagt: Stars war ein wirklich starker Keeper, ich habe zum Schluss oft auch gegen ihn gespielt, da war er stets der Beste seiner Mannschaft. Und er hat nicht umsonst noch zum Schluss seiner Karriere in Kanada und Amerika gespielt. Das möchte ich nur noch schnell anfügen, weil Ersatztorwart so „niedrig“ klingt. Schließlich hatte er einen so guten Mann wie Rudi Kargus vor sich – jahrelang.

Apropos jahrelang. Heute hat Lotto King Karl Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch unserer einzigartigen „Perle“, die ja auch schon seit Jahren für uns singt. Lotto, Du bist ein ganz Großer, Du bist auch ein ganz großer HSV-Fan, ich hoffe, dass Du noch viele Jahrzehnte auf dieser gelben Knaack-Bühne im Norden der Arena stehen wirst (gemeinsam mit Carsten Pape) und über Hamburg und den HSV singen wirst. Bleib schon gesund, alles Gute!

Noch einmal möchte ich – aus gegebenem Anlass – auf das Frankfurt-Spiel zurückkommen. Weil es etliche „Matz-abber“ gibt, die darauf hinwiesen, dass der jetzige Eintracht-Coach ja vor nicht allzu langer Zeit einmal auch HSV-Trainer war. Armin Veh. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Veh ist hier einst „vom Hof gejagt“ worden. Wie so viele andere. Und nun lässt dieser Mann, dem so viele Fans vorgeworfen haben, keine Ahnung zu haben („Armin Veh-ler“), einen solchen Fußball spielen. Wie geht das? In diese Geschichte hinein soll, so einige User, auch die Vertragsverlängerung (um zwei Jahre!) von Bruno Labbadia mit dem VfB Stuttgart bestens passen. Darüber möchte ich mich aber am liebsten ein wenig ausschweigen, nur kurz und knapp sagen: Es soll ja auch Menschen geben, die aus ihren Fehlern lernen können, um dann die nötigen Konsequenzen zu ziehen . . .

Zu Armin Veh habe ich eine etwas umfassendere Meinung. Der Mann kam nach Hamburg, als hier schon längst herum war, dass er gar nicht erste Wahl gewesen sei. Da wurden viele andere Namen gehandelt – vorher. Und dann war es plötzlich Veh. Und es rankte sich genau darum auch ein Gerücht (das Veh wohl gekannt hatte): Auf dem Weg zu einem anderen Trainer (Robin Dutt?) landete die HSV-Führung in einem Hotel in Freiburg. Und dort lief ihnen der Manager von Armin Veh über den Weg. Man unterhielt sich, man tauschte sich aus – und man hatte urplötzlich einen ganz anderen Trainer, als den, der eigentlich geplant und m Visier war.

Wenn man als Coach dann unter solchen Umständen zum HSV kommt, hat man schon einen etwas anderen Start. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass Armin Veh einen guten Job macht, und dass er sehr wohl sehr viel von seinem Job versteht. Das Training war okay, der Umgang mit der Mannschaft auch. Nur mit der „oberen Etage“ hatte Veh so seine Probleme, die langsam aber stetig zunahmen. Da ging ihm oft einiges nicht schnell genug, nicht professionell genug – und einiges ging überhaupt nicht, was er natürlich monierte. Darüber hat er oft geklagt und genörgelt, anfangs noch ziemlich leise und auch etwas versteckt, dann immer offener. Das ist aber seine Art. Mit der die HSV-Oberen jedoch nicht unbedingt so gut klar kamen. Eher war das Gegenteil der Fall.

Aber wer sich erinnert: Armin Veh hat auch zu seinen Frankfurter Zeiten (schon vor einem Jahr, schon vor dieser Saison) oft gemeckert. Hier fehlten ihm Leute, da auch. Und alles ging ihm, wie in Hamburg, nicht schnell genug. Nur schluckte man in Frankfurt diese Kritik (wohl eher zähneknirschend, wenn ich so an Heribert Bruchhagen denke), während man in Hamburg von Mal zu Mal entsetzter reagierte. Die HSV-Oberen mochten diese Ironie und auch diese gewisse Art von Pessimismus, was Veh durchaus oft ausstrahlte, überhaupt nicht. Zudem hatte der damalige HSV-Coach auch – nach Meinung der Führung (auch nach Meinung der Medien) – zu oft, viel zu oft sogar, davon gesprochen, am Ende der Saison nicht mehr HSV-Trainer sein zu wollen . . . Auch deswegen kam es zum Bruch. Weil „der“ HSV letztlich vermutete, dass Armin Veh nicht mehr mit vollem Herzen hinter dieser ganzen Sache stehen würde. Als dann dem HSV am 12. März 2011 das katastrophale 0:6 in München passierte, da musste Armin Veh dann – für keinen kam es unerwartet – gehen.

Kurios an der damaligen Situation: Co-Trainer Michael Oenning übernahm den Veh-Posten – und zog im Training sofort mächtig an (obwohl man das als trainer gegen Saisoenende eigentlich nicht machen sollte). Aber Oenning hatte da ganz offenbar die größten Defizite des HSV gesehen. In der Laufbereitschaft. Und wenn man jetzt die Frankfurter laufen sieht . . . Unfassbar ist das für mich. Unfassbar.

Wenn ich meine Meinung noch kurz dazugeben dürfte: Ich hatte mit Armin Veh ein gutes Einvernehmen, fast hätte ich ein ausgezeichnetes geschrieben. Ich mochte (und mag) den Menschen und den Trainer Veh, er hatte durchaus gute und sehr gute Ansichten über den Fußball, er war stets kooperativ, ehrlich, geradeaus und offen, er griff so gut wie nie zu einer Lüge (auch nicht in Not), und er hätte wohl, wenn man ihm die nötige Rückendeckung „von oben“ gegeben hätte, auch noch viel erreicht mit dem HSV. Vielleicht nicht so viel, wie jetzt mit der Frankfurter Eintracht, aber er hätte bestimmt schon etwas mehr „Grund in diese Mannschaft“ (von damals!) bekommen. Davon bin ich immer noch überzeugt. Dass auch ein Armin Veh nicht immer alles richtig gemacht hat (und gewiss auch nicht immer richtig lag), das ist natürlich klar. Aber: Wer macht denn keine Fehler?

Mich wurmt nur, dass er jetzt einen so tollen und großartigen Fußball in und mit Frankfurt spielen lässt. Das gebe ich zu. Wieso? Das frage ich mich schon. Wieso mit einer solchen „No-name“-Mannschaft? Oder vielleicht gerade deshalb? Armin Veh hat nun Spieler, die (noch?) keine Stars sind, die kein Star-Gehabe an sich haben, die ihrem Trainer noch glauben, wenn der ihnen sagt, dass Fußball ein Laufspiel sei. In dieser Frankfurter Mannschaft gibt es, so versicherten mir am Sonnabend einige hessische Kollegen, keinen einen bequemen Spieler, keinen Mann, der sich zu schade dafür wäre, für den Nebenmann einige Schritte mehr zu machen. Spieler solcher Art aber hatte der HSV zu Veh-Zeiten durchaus. Und sogar nicht wenige. Es ist doch so, wir kennen das alle: Wenn in Hamburg ein HSV-Profi, der so an 22. oder 23. Stelle in der Mannschafts-Hierarchie steht, nachts um drei Uhr bei Rot über die Ampel fährt, heißt es am nächsten Tag garantiert: „HSV-Star sieht Rot – auf der Flucht durch Stadt“. Wobei die Benotung auf „HSV-Star“ liegt. Hier ist jeder sofort und automatisch mit der Unterschrift unter den Profi-Vertrag ein „Star“. Und solche Spieler genießen dann schon gewisse Privilegien. Und dann wird man auch schon mal etwas bequemer. Dann muss man eben nicht jeden Lauf selbst erledigen, sondern lässt die anderen mal für sich laufen. Mann ist ja „Star“.
Ja, so versuche ich mir schon seit vielen Jahren das HSV-Spiel zu erklären. Und wenn ich jetzt an diese Frankfurter denke, wie die liefen, rannten, sprinteten, wie die Hasen, dazu mit Liebe, Lust, Spaß, Leidenschaft und Herz, dann fehlt mir in Hamburg schon seit langer Zeit sehr, sehr viel. Ich kann nur jeden (auch jeden „Matz-abber“) bitten oder raten, sich das Spiel vom Sonntag, wenn es denn technisch geht, noch einmal anzusehen. Und genau darauf zu achten, wie bei den Frankfurtern Fußball gespielt wurde – und beim HSV Fußball gearbeitet wurde. Tut euch das noch einmal an. Und achtet mal darauf, wie die Post bei Frankfurt abging, und wie sich der HSV vergeblich versuchte, das Spiel nach vorne zu quälen. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Und wenn dazu der HSV-Kapitän Heiko Westermann (nach dem Spiel) die mangelnde Laufbereitschaft seines Team anprangerte, zudem sagte, dass man sich ja „so viel vorgenommen habe, aber nichts davon wurde in die Tat umgesetzt“, dann wissen wir, warum es so ist – wie es ist. Guckt euch dieses Frankfurt-Spiel noch einmal an, und euch wird ein Lichtlein aufgehen. Ganz sicher. Diese 90 Minuten sind ein Lehrbeispiel dafür, wie man es macht (die Eintracht), und wie man es nicht macht (der HSV). Und man weiß am Ende, dass Fußball tatsächlich ein Laufspiel ist. Laufen mit Köpfchen. Im richtigen Moment gemeinsam Gas geben, nachrücken, anbieten, hinterlaufen . . . Wollen. Ganz einfach wollen. Und zwar alle zehn Feldspieler. Beim HSV „parken“ mir einige zu viel und zu lange.

So, noch eine personelle Meldung: Artjoms Rudnevs erlitt am Sonnabend eine Muskelquetschung im Oberschenkel und muss zwei Tage Pause einlegen. Wenn die Nationalspieler wieder in Hamburg sind (Donnerstag), dann darf auch der Torjäger wieder einsteigen.

Ja, dann ist da noch dieses eine Länderspiel. Frankreich – Deutschland am Mittwoch. Mit HSV-Keeper Rene Adler im Tor (und Heiko Westermann auf der Bank). Über das Torwart-Comeback schreibt heute mein geschätzter Kollege Jens Mende von der Deutschen Presse-Agentur:

Rene Adler verzog keine Miene. Und aus der Reserve locken ließ sich der Torwart vom HSV erst recht nicht. Ein neuer Torwart-Zoff? Gewiss nicht. Ruhig, fast schon monoton beantwortete der Schlussmann die Fragen zu seiner erstaunlichen Rückkehr ins Tor der Fußball-Nationalmannschaft.

Als „sensationelle Geschichte“ empfindet Adler seinen Einsatz am Mittwoch (21 Uhr/ARD) gegen Frankreich, den ihm Bundestrainer Joachim Löw versprochen hat. Das schon. Aber aus den für ihn so wichtigen 90 Minuten eine Kampfansage an Stammkraft Manuel Neuer zu machen, hält Adler für unangemessen – trotz der gereizten Kommentare des Münchner Konkurrenten zu der vertauschten Aufgabenverteilung in Paris.

„Ich freue mich, wenn ich spielen kann. Ich denke, dass das eine Spiel nicht viel ändern wird an der Rollenverteilung. Das nehme ich mit und genieße es“, sagte Adler in Frankfurt. Neuers Nörgelei („Bei einem solchen Spiel wäre ich gerne dabei gewesen.“) und direkte Stichelei („Ich habe seine Entwicklung nicht verfolgt, weil ich bei Bayern München spiele.“) wollte Adler nicht kommentieren. „Ich habe das gar nicht mitgekriegt. Es ist sein gutes Recht. Ich bin nicht in der Position, das zu bewerten“, sagte Adler. Mit einem Typ wie ihm ist ein Torwart-Kampf wie vor der Heim-WM 2006 zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann nicht vom Zaun zu brechen.

Es waren die kleinen Bemerkungen in Nebensätzen, die am Montag die Bedeutung seines elften Länderspiels für ihn preisgaben. Auf Routine und „sein Schema“ habe er gesetzt, als die frohe Kunde von Löw am Freitag kam: „Um das alles nicht so hoch zu hängen“. Dennoch wurden vom HSV-Betreuerstab gleich Videosequenzen über Franck Ribéry und Karim Benzema zusammengestellt. Bei der Nationalmannschaft folgt weiteres Gegnerstudium. Nichts soll ihn am Mittwochabend im Stade de France überraschen können.

Adler hat in seinen Torwartjahren schon viel erlebt. Kurz vor der WM 2010 kam durch eine Rippenverletzung das Aus. Neuer zog an ihm vorbei. In Leverkusen ging es bergab. Erst der Wechsel zum HSV im Sommer 2012 brachte die Wende. Im deutschen Tor stand er letztmals am 17. November 2010 beim 0:0 in Göteborg gegen Schweden.

Viel hat sich für Adler in seinem Leben seither verändert. Er wirkt ungewöhnlich ruhig für das aufgeregte Fußball-Geschäft. Nur eines ist gleich geblieben. Eigene Patzer wie kürzlich im Nordderby gegen Werder Bremen kann er nicht vertragen. „Ich ärgere mich nach wie vor über Fehler. Das ist in mir, das ist der sportliche Ehrgeiz, der mich treibt.“ Das klingt dann doch ein bisschen nach Oliver Kahn.

Und noch einmal das Thema Torwart:

Der tschechische Nationaltorwart Petr Cech fehlt beim Länderspiel seines Verbandes gegen die Türkei am Mittwoch in Manisa. Die Nummer eins des FC Chelsea hatte sich bei der 2:3-Niederlage gegen Newcastle United den kleinen Finger gebrochen. Ihn wird Jan Lastuvka von Dnjepropetrowsk bei der Vorbereitung auf die Qualifikation zur Fußball-WM 2014 im Tor ersetzen, und der der Reservetorwart des HSV, Jaroslav Drobny (33), rückt in den Kader auf.

Und dann gab es heute noch diese dpa-Meldung:

Die Verluste der Fußballvereine in Europa sind auf ein Rekordniveau von insgesamt 1,7 Milliarden Euro gestiegen. Das ist das Ergebnis einer Fünf-Jahres-Analyse des europäischen Fußball-Verbandes, die die Uefa am Montag vorstellte. Der Studie zufolge sind auch die Spielergehälter in Europa im Verlauf dieser Zeit um 40 Prozent auf insgesamt 8,6 Milliarden Euro gestiegen.

„Ohne eine Verhaltensänderung steigt die Gefahr der Pleite für die Vereine“, sagte Uefa-Präsident Michel Platini. Der Franzose nannte die Einhaltung des sogenannten „Financial Fair Play“ der Uefa deshalb auch überlebensnotwendig für die europäischen Fußball-Clubs. „Eine Beschränkung der Kosten ist und bleibt die größte Herausforderung für die Vereine“, sagte Platini. Die Uefa hat mit dem „Financial Fair Play“ ein Lizenzierungsverfahren für die Europacup-Wettbewerbe beschlossen. Es soll die große Verschuldung vieler Clubs stoppen.

PS: Am Dienstag wird im Volkspark – mit natürlich dezimierten Kader – um 15 Uhr trainiert.

PSPS: Wenn alles klappt, wird hier das Moderatoren-Team demnächst noch ein, zwei Fotos vom “Matz-ab-Baby” veröffentlichen. Es ist “Scholles” Lia Sophie, die am 29. Januar geboren wurde.

18.36 Uhr

Foto

Jarchow: „Manchmal zahlen wir auch zu gut.“

3. Februar 2013

„Wir haben absolut zu wenig investiert in der ersten Hälfte. Frankfurt hat mehr investiert, war einfach geiler und giftiger, war auch von der Laufbereitschaft her besser. Das ist eine Riesenenttäuschung – jetzt können wir uns wieder hinten anstellen.“ Das Resümee von HSV-Kapitän Heiko Westermann nach der ernüchternden 0:2-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt.

Und Trainer Thorsten Fink befand: „Wir haben ja auch nicht großartig von Europa geträumt.“

Andere schon. Träumen ist ja erlaubt, heißt es doch immer so schön. Und ich kenne viele Fans, die davon träumen . . .

Aber die HSV-Spieler denken und glauben wohl nicht zu sehr an Europa und ihre Chance, die sie ja durchaus hätten. Sonst würden sie doch ganz anders auftreten, oder? Erste Halbzeit in Nürnberg schwach, erste Halbzeit gegen Bremen schwach, und nun auch erste Halbzeit gegen Frankfurt schwach. Was ist da los? Meine Kumpels „Franky“ und „Olli“ haben mir heute diese Frage gestellt: „Wieso reißen sich Mannschaften wie Fürth und Augsburg so den Hintern auf, und der HSV nicht? Für Fürth und Augsburg geht es um den Klassenerhalt, für den HSV ginge es um Europa. Ginge. Aber davon ist nichts zu sehen. Und ein bekannter „Matz-abber“ hat mir heute am Vormittag gesagt: „Ist es dir eigentlich schon mal aufgefallen: Egal, ob es um etwas geht, oder es nur ein ganz einfaches und normales Bundesliga-Spiel geht – der HSV spielt immer gleich. Fast emotionslos. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Spiel um Platz fünf oder um Platz zehn.“

Unverständlich ist es allemal. Warum kann sich diese HSV-Mannschaft – aber es gab fast immer solche HSV-Mannschaften, davon mal abgesehen – nicht einmal einig sein: „Wir gehen jetzt auf den Rasen und laufen unsere Gegner um und dumm. Wir rasen, sprinten, kämpfen, geben alles, als ginge es um unser Leben.“ Und dann? Nichts! Querpässe, Rückpässe, Schlafwagen-Fußball. Lothar Matthäus, der Sky-Experte, stellte zur Pause völlig richtig fest: „Der HSV macht es den Frankfurtern ja auch immer leicht. Der HSV ist im Aufbau so langsam, dass sich die Eintracht-Spieler auch immer in aller Ruhe wieder nach hinten auf ihre Positionen begeben können. Da gibt es keinen einzigen Überraschungs-Moment.“ Völlig richtig, Herr „Loddar“. Es geht so oft immer wieder zurück. Fast so, als wolle sich jeder Hamburger sagen: „Abwarten, immer mit der Ruhe, wir haben noch Zeit genug, um unsere Tore zu schießen . . .“

Kompliment, was der Armin Veh aus dieser No-name-Mannschaft aus Hessen gemacht hat! Dickes Kompliment sogar. Ich hoffe, dass das jeder, der in der Arena sah, auch wahrgenommen hat. Das ist das Werk von Armin Veh-ler, wie es an diesem Wochenende rund um die Arena immer wieder zu hören war. Veh-ler. Ja, ich denke mal, dass dieser Armin Veh doch nicht ganz so schlecht ist, wie viele hier in Hamburg – etwas arrogant und hochnäsig – denken, denn: Jeder Frankfurter Spieler, ich wiederhole jeder, wusste genau, was er zu tun und was er zu lassen hatte. Diese Mannschaft stand wie eine eins, da griff ein Rädchen in das nächste. Und da wurde gelaufen. Mensch, was wurde da gelaufen! Herrlich anzusehen. Hinten und vorne waren die Hessen, blitzartig, da marschierte jeder munter rauf und runter. Beim HSV? Fehlanzeige. Lange Zeit jedenfalls. Heiko Westermann hat die fehlende oder mangelnde Laufbereitschaft völlig berechtig angeprangert. Das ist doch alles viel zu statisch, ohne großes Leben. Langweilig, wie mir heute ein HSV-Fan schrieb. Von der Einsatzbereitschaft eines Heung Min Sons, der von der ersten Sekunde an voll da war, einmal abgesehen.

Nein, da muss man sich keinen Sand in die Augen streuen, das, was der HSV über weite Strecken anbietet, das ist der reinste Schlafwagen-Fußball – oder Sommer-Fußball im Februar. Und so spielt eben ein Tabellenneunter. Und ganz sicher keine Mannschaft, die sich anschicken will, um Europa aufzumischen. Es fehlt die Lust, die Leidenschaft, das Engagement – und auch das Miteinander. Wohl auch deshalb, weil einige Spieler (zurzeit) ihre Form suchen, weil sie viel zu viel mit sich ganz allein beschäftigt sind. Rafael van der Vaart ist ein Beispiel dafür, Milan Badelj, der seine fünfte Gelbe sah und nun am Sonnabend in Dortmund fehlen wird, ebenfalls.

Schnell mal die Statistik des Spiels:

Der HSV lag in Sachen Torschüssen mit 23:16 vorn, führte auch nach Eckbällen 7:6 und nach Flanken mit 13:8. In Ballkontakten lag der Verlierer mit 60:40 vorn, in den Fouls mit 17:10. Gewonnene Zweikämpfe verlor der HSV mit 42:58 Prozent. Das ist hart. Die meisten Ballkontakte, und auch das spricht für sich: Westermann mit 110. Der beste Frankfurter: Schwegler mit 62. Die zweikampfstärksten Spieler: Dennis Diekmeier (64 Prozent) und der Frankfurter Anderson (80 Prozent).

„Immer, wenn es um was geht, versagt ihr“, hallte es von den Rängen der mit 52 523 Zuschauern gut gefüllten Arena. Wie schön, dass es friedlich blieb. So muss es sein. Aber zurück zum Wesentlichen: „Frankfurt war besser, abgeklärter und reifer“, erkannte Fink. Und Rene Adler befand: „Es wird immer viel von Konstanz gesprochen. Wir müssen nach einem Derbysieg einfach mal nachlegen. Da müssen wir effektiver sein und knallhart die Sache ausnutzen. Daran sieht man, dass wir noch relativ grün sind und eine relativ junge Mannschaft haben.“ Dass sich der eine oder andere HSV-Profi über den schlechten Zustand des Rasen ausließen, nahm Adler zähneknirschend zur Kenntnis: „Die 20-jährigen Jungs sollten sich nicht über den Rasen beschweren, sondern sich auf das Spiel konzentrieren. Wenn sie so arbeiten würden, wie unsere Platzwarte, dann hätten wir weniger Probleme.“
Rene – so ist es! Treffer!

Nicht ganz so gut hat Nationaltorwart Manuel Neuer eine “Vorlage” verwandelt. Dass Adler am Mittwoch im Länderspiel gegen Frankreich im deutschen Tor stehen soll und wird, fíndet der Bayern-Schlussmann nicht wirklich prickelnd.Und weil das so ist, mault er auch – öffentlich – über diese Entscheidung. Unverständlich, denn man sollte doch mal fair bleiben. Auch Neuer. Er war damals die Nummer zwei hinter Adler (der sich bekanntlich schwer verletzte), und hat trotz allem Neuer auch gelegentlich gespielt. Und genau so läuft es nun umgekehrt – was bei Torhütern ja grundsätzlich problematisch ist. Und unverdient ist es schon gar nicht. Ich würde Neuer jetzt raten: Weiter beleidigt rummaulen – und dann von Rücktritt reden. Dann wäre das Problem vom Tisch . . .

So, zurück zum Frankfurt-Spiel. Einige sprachen danach ja Klartext. So auch Carl-Edgar Jarchow. Der HSV-Chef war heute zu Gast beim „Sport1-Doppelpass“. Er sagte . . .

…über die Leistungsträger Heung-Min Son und Rafael van der Vaart:

„Ich gehe davon aus, dass wir den Vertrag von Heung-Min Son in nächster Zeit verlängern. Wir wissen, was wir an ihm haben und sind nicht weit weg von den internationalen Plätzen. Wieso sollten wir ihn da abgeben? Bei Rafael van der Vaart haben wir jemanden gebraucht, der den anderen die Verantwortung abnimmt. Wenn man sich die Entwicklung in der Hinrunde anschaut, dann hat er das auch geschafft. Er ist noch nicht bei 100 Prozent, aber die wird er in den nächsten Wochen wieder erreichen.“

… über die finanziellen Altlasten in Hamburg:

„Vielleicht haben wir unseren Spielern manchmal zu viel Geld gezahlt. Darüber hinaus haben wir es im Sommer nicht geschafft, den Kader zu verkleinern, weil wir uns für die sportliche Entwicklung entschieden haben. Mit Rafael van der Vaart und Milan Badelj haben wir noch zwei Spieler dazu genommen, was sich negativ auf die Gesamtbilanz ausgewirkt hat. Das war natürlich nicht gut für die Kadergröße. Die Basis ist aber gelegt und wir haben trotzdem das Budget um 10 Millionen Euro gesenkt.“

…über die aktuelle Lage beim HSV:

„Wir müssen beachten, wo wir herkommen. Wir haben uns in den letzten Monaten stabilisiert. Wir hatten gestern die Chance auf Platz fünf zu springen, aber wir müssen sehen, dass wir einfach noch nicht so weit sind. „Ich bin ja nicht hier, um etwas schön zu reden: Mir fehlte in der ersten Halbzeit die Körperspannung. Ich finde aber auch, dass die Frankfurter gestern einfach gut waren.“

…über den Abgang von HSV-Talent und Uwe Seeler-Enkel Levin Öztunali:

„Wir haben ihm ein Angebot gemacht, wie wir es noch nie einem Nachwuchsspieler gemacht haben. Er wollte aber zu Bayer Leverkusen gehen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben alles probiert. Bei uns ist aber in der Jugendförderung in den letzten Jahren nicht alles richtig gelaufen – das muss man eingestehen.“

Mir gefiel besonders ein Jarchow-Satz sehr gut: „Manchmal zahlen wir auch zu gut.“

Großen Zoff gibt es auch in einer anderen Sache, und zwar um den Wechsel des Uwe-Seeler-Enkels Levin Öztunali nach Leverkusen. Seeler ist sauer. Das war ja schon am Freitag erkennbar, als ich mit dem Mittelstürmer-Idol sprach. Heute legte „uns Uwe“ noch einmal in Bild und Mopo nach. „Es ist armselig, was mit meinem Enkel passiert ist. Die ganze Sache hat nichts mit Geld zu tun. Ich kenne die Hintergründe. Beim HSV reagiert man oft viel zu spät. Ich stehe voll und ganz hinter Levins Entscheidung. Sie ist reiflich überlegt“, sagte Seeler. Und in Richtung von Sportdirektor Frank Arnesen sagte der 76-Jährige: „Er sollte sich gut überlegen, was er so von sich gibt.“ Weil Arnesen vor der Entscheidung von Öztunali gesagt hatte: „Es liegt an Levin, ob er sich für die Ausbildung und Familie oder fürs Geld entscheidet.“

Der Transfer zu Bayer schlägt in Hamburg hohe Wellen – noch immer. Und das ist keine Überraschung, schließlich geht es nicht um irgendeinen x-beliebigen Nachwuchskicker, sondern um den Enkel von Uwe Seeler. Der Juniorennationalspieler darf nicht einmal mehr in der U19 des HSV spielen, trainiert nur noch in der U17 des Clubs. „Über die Suspendierung ärgere ich mich am meisten. Das geht gar nicht“, schimpfte Opa Seeler. Die Gründe für den Wechsel lägen allein in der sportlichen Perspektive begründet, hätten mit Geld nichts zu tun. Der HSV müsse seine Nachwuchsförderung grundlegend überdenken. In Leverkusen soll Öztunali 1,7 Millionen Euro bis 2018 verdienen.

Frank Arnesen sagte (auf Sky) zu dieser ganzen Thematik: „Wir haben fünf andere große Spieler, die zu uns kommen. Du kannst nicht alle Kämpfe gewinnen – und den um Levin haben wir verloren. Wenn er nach Leverkusen gehen will, dann ist das seine Wahl. Ich bin nicht enttäuscht, weil wir ihm eine Perspektive geboten haben. Und es war seine Entscheidung. Wenn wir das nicht getan hätten, wäre ich enttäuscht gewesen.“

Ich bin über diesen Weggang schwer enttäuscht. Und alle, die das nicht nachvollziehen können, möchte ich sagen: Es geht hier um den Enkel von Uwe Seeler. Und auch um einen Jugendnationalspieler. Von dem alle, die beim HSV in Ochsenzoll tätig sind (oder sich dort bestens auskennen) unisono sagen: „Dieser Levin Öztunali ist das größte Talent, das der HSV in den letzten fünf Jahrzehnten in seinen Reihen hatte, für ein solches Talent hätte man beim HSV Kopfstände machen müssen.“

Das denke ich auch.

Denn ist es nicht so:
Uwe Seeler ist weltweit ein großer und gefeierter Star, er ist wirklich überall beliebt und bekannt, wo es Fußball gibt. Er ist ein Star und trotzdem immer auf dem Boden geblieben, er ist kein arroganter Profi, sondern stets ein Mensch zum Anfassen geblieben .Er ist in Deutschland ein unglaublich populärer Held – und in Hamburg natürlich erst recht. Er ist das sportliche Aushängeschild dieser Stadt, es gibt hier keinen Größeren, es hat nie einen Größeren gegeben. Das mögen diejenigen, die Uwe Seeler nie haben spielen sehen, anders sehen, aber sie sollten nicht einfach überheblich und abwertend abwinken, sondern mir glauben – es ist so. Nichts davon ist übertreiben. Uwe Seeler ist auch heute noch bei Jung und Alt dermaßen beliebt, dass es für Hamburg vergleichsweise keinen anderen Star gibt. Auch nicht nur annähernd.

Und genau deswegen hätte der HSV Uwe Seeler einbinden müssen, einbinden müssen in den „Kampf“ um Levin. Egal, ob Uwe Seeler das nun gewollt hätte, oder auch nicht. Der HSV hätte sich mit Uwe Seeler an den Tisch setzen müssen, denn: Seeler ist ein Vollblut-HSVer, er liebt diesen Verein, er hat nie einen anderen Club gehabt, hat viele Millionen links liegen lassen, und er will auch mit Sicherheit niemals etwas Schlechtes für den HSV, für seinen HSV. Und ganz sicher auch nichts Schlechtes für seinen Enkel. Und genau das wäre die ideale Basis gewesen, auf der man sich hätte treffen und einigen können – nein, einigen müssen. Ganz klar, ich sage müssen. Und da hat der HSV versagt. Absolut versagt. Das sage ich auch ganz deutlich. Es geht hier nicht um einen x-beliebigen 16-jährigen Fußballer, es geht um die Familie Seeler. Uwe Seeler ist eine Hamburger und natürlich auch eine HSV-Institution, er hätte deshalb unbedingt mit ins Boot genommen werden müssen. Das hat der HSV versäumt, deswegen gibt es nun diesen Ärger. Ärger, der schon in der Entstehung hätte verhindert werden müssen. Denn es geht hier nicht um die Familie Erich Meier oder Max Müller, es geht hier immer noch um Uwe Seeler. Das hätte beachtet werden müssen.Unbedingt.

Ohnehin bin ich schon seit Jahren der Meinung, dass dieser HSV sich schon viel zu lange geleistet hat, einen Helden wie Uwe Seeler links, ganz links sogar liegen zu lassen. In anderen Vereinen werden Größen dieser Art, wenn sie die dann überhaupt haben, hofiert, gefeiert, verehrt und in irgendeiner Form auch immer wieder mal eingebunden – beim HSV passiert nichts. Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband hat seine Sportschule in Malente erst kürzlich nach Uwe Seeler benannt, und der HSV? Eine solche lebende Legende wäre für viele, viele andere Clubs ein wahrer Glückfall, aber Hamburg tritt in dieser Beziehung sein Glück mit Füßen. Aber ganz kräftig.
Und Ende.

PS: Morgen (Montag) kein Training im Volkspark.

17.57 Uhr

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