Archiv für das Tag 'Schröder'

Noch drei Tage bis „Buffalo“…

13. Mai 2015

… Nun, ganz so weit ist es vielleicht nicht, denn das Gedicht von Theodor Fontane bezieht sich auf den letzten Teil einer Reise – eben nach Buffalo – und für den HSV ist Stuttgart ja vielleicht nur die vorletzte Station bis zum Klassenerhalt. Doch wenn’s besonders gut läuft, dann könnte Stuttgart für den HSV zum „Buffalo“ mit gutem Ausgang werden.

Aufatmen heute beim Training. Johan Djourou, der gestern mit dickem Knöchel das Training abbrechen musste, war offensichtlich ohne größere Probleme am Start. Er sei leicht umgeknickt, hatte der HSV schon vorher mitgeteilt. Nun spielte er im Trainingskick wieder mit, so dass die HSV-Defensive sich nicht verändern wird. Auch Dennis Diekmeier, genesener Rechtsverteidiger, muss sich gedulden und Heiko Westermann des Vortritt lassen.

Offen ist nur die Besetzung der offensiven Mittelfeldreihe. Ivo Ilicevic und Lewis Holtby streiten hier wohl um den letzten freien Platz. Ansonsten bleibt es im Wesentlichen bei der Mainz- und der Freiburg-Formation. Die beiden Spieler mussten sich heute immer wieder abwechseln, so dass Bruno Labbadia wohl nach den Trainingseindrücken aus dem Bauch heraus entscheiden wird. Dietmar Beiersdorfer und Sportdirektor Peter Knäbel haben sich weite Strecken des Trainings übrigens auch angesehen – zusammen mit Michael Schröder, der Allzweckwaffe des HSV im Scouting-, Nachwuchs-, Trainerbereich.

Gestern habe ich Euch hier lang und breit wieder gegeben, was Rene Adler an Einschätzungen vor dem Spiel genannt hat. Ich habe es nicht statistisch ausgewertet, aber in Euren Kommentaren bekam der Torwart dafür überwiegend auf die Glocke. Zum Beispiel ist es nicht gut angekommen, dass er dem Stuttgart-Spiel den Endspiel-Status abgesprochen hat. Was ist an dieser Aussage so schlimm? Ich finde Adlers Perspektive schlau. Es nützt doch nichts, dieses Stuttgart-Spiel zum Ultimativen Finale zu erklären. Was passiert, wenn danach immer noch alles unklar ist? Wenn der HSV gar in die Relegation muss? Was kommt nach dem Endspiel???

Ich fand einen Satz von Gojko Kacar nach dem 1:1 gegen Freiburg Besorgnis erregend. Er sei mental platt, hat Kacar gesagt. Deswegen ist jetzt alles erlaubt und richtig, was Spieler mental aufrichtet – denn darauf kommt es an. Und sei es das „sich-stark-reden“ und den Druck nehmen, in dem man dem anstehenden Spiel in der Bundesliga eine angemessene Bedeutung gibt. Glaubt jemand, Adler nehme Stuttgart leicht, nur weil es für ihn kein Endspiel ist?

Ob einem Golf nun Spaß macht oder nicht – ein freier Tag mit vom Fußball abgeschaltetem Kopf ist ebenso notwendig. Das ist doch eine Binsenweisheit. Ich bin noch nie ein Freund gewesen davon, der Mannschaft immer alle freien Tage zu streichen. Straftraining als PR-Gag – davon hat noch keine Mannschaft profitiert. Wenn der Akku immer auf Reserve ist, dann gibt’s keine Beschleunigung mehr. Entscheidend ist, was auf dem Trainingsplatz passiert. Hier muss die Mannschaft knallhart arbeiten, so wie Adler es auch betont. Zumindest die letzten drei Spiele in der Bundesliga haben gezeigt, dass der Fokus wieder sitzt. Nicht mehr auf Interviews, die einem das Blaue vom Himmel versprechen. Sprechblasen-Interviews gibt es zur Genüge. Wer Adlers Aussagen im TV gesehen hat, der wird gespürt haben, dass hier keine Sprechblasen kamen. Wie ich Euch gestern geschrieben habe, machte Adler einen sehr konzentrierten und klaren Eindruck bei seinen Aussagen – den er nach meinem Dafürhalten in den vergangenen Jahren beim HSV nicht immer hinterlassen hat. Diesmal aber hat er es getan, und alle Signale aus der Mannschaft sprechen dafür, dass jetzt anders geackert wird als vorher – zumindest so, wie es der Abstiegskampf erfordert. Über mehr und anderes sprechen wir hier nicht.

Ob das dann am Ende alles reicht in Stuttgart, oder der VfB, der mit Huub Stevens einen besonders guten Motivator hat, die Oberhand behält – wir werden es erleben. In jedem Fall wollte ich noch einmal eine Lanze für Adler brechen. Was er gesagt hat, war aus meiner Sicht völlig okay, und es passte zu seinen jüngsten Auftritten. Immerhin hat der HSV trotz spielerischer Schwächen mentale Härte demonstriert – eigentlich hat Adler nichts anderes gesagt.

Am Freitag endet offiziell die Amtszeit von Carl Jarchow als Vorstands-Mitglied des HSV. Ich habe eine Zeit überlegt, ob ich das hier noch einmal thematisieren soll. Über Jarchow wurde viel geschrieben, hier im Blog ist er sowieso bei den meisten untendurch. Seine Bilanz muss hier jedoch nicht noch einmal bis ins Kleinste aufgezeichnet werden. Der langjährige Aufsichtsrats-Vorsitzende Udo Bandow, der deutlich erfolgreichere Zeiten zu verantworten hatte, sagt von sich selbst oft bescheiden, er sei „a man of yesterday“. Auf Jarchow trifft das seit einem Jahr im Grunde auch zu, denn mit der AG war seine Zeit als Vorstands-Vorsitzender des HSV beendet.

Dass Jarchow insgesamt gut aus seiner HSV-Amtszeit heraus gekommen ist und nicht mit kübelweise Dreck überschüttet wurde, ist sicher seinem Gentleman-Auftreten geschuldet. Sein Vorgänger Bernd Hoffmann hatte es da schwerer. Hoffmann polarisierte allein schon durch sein Erscheinen, wenngleich seine Amtszeit von sportlichen Erfolgen gekennzeichnet war. Aber ich will nicht in alten Geschichten wühlen: Jarchow ist Geschichte, dem HSV ging es bei seinem Amtsantritt deutlich besser als heute. Doch er hat immer mit offenen Karten gespielt, und allein das verdient (bedauerlicherweise) schon Erwähnung beim HSV der vergangenen Jahre. Jarchow hat sich intern übrigens stets für eine Ausgliederung ausgesprochen, auch wenn er dies nicht polternd und plump tat, um Wohlgefallen zu erregen.

Auf der anderen Seite lag er mit sportlichen Einschätzungen und Entscheidungen – zusammen mit dem jeweiligen Sportchef – zu häufig daneben, um dem HSV eine ordentliche Gesundung zukommen zu lassen. So nachvollziehbar es vom damaligen Aufsichtsrat unter der Führung von Otto Rieckhoff war, Jarchow 2011 zu holen, um den HSV zu befrieden – so falsch war seine Vertragsverlängerung 2012. Schon damals zeigte die Entwicklung so deutlich nach unten, dass der Aufsichtsrat radikales Eingreifen hätten einfordern müssen. Solch ein Kurswechsel war mit Jarchow nicht durchzuziehen. Es war sozusagen das falsche Signal – ein „weiter so“ anstelle eines „sofort wenden“. Ich hatte manchmal persönlich den Eindruck, Jarchow war zu integer, um die Abzocker-Mentalität im HSV, auch unter einigen seiner Kollegen, durchbrechen zu können. Er war, um es plakativ zu sagen, Täter und Opfer zugleich.

Nun führt sein Weg in den Hamburger Fußball-Verband, wo er für das Amt des Vize-Präsidenten kandidiert. Und in der Hamburgischen Bürgerschaft sitzt Jarchow auch noch, so dass er die öffentliche Bühne nicht verlassen wird.

Aus der großen weiten Welt der Social Media gibt’s am Ende noch diesen Hinweis. Gojko Kacar ist laut dem FC SELFIE (fcselfie.de) unter allen Profis der ersten und zweiten Bundesliga der „Aufsteiger der Woche“ bei Instagram. Er hat 38 Prozent mehr Follower dazu gewonnen. Auf der FC-Selfie-Homepage kann man sich übrigens eintragen für einen wöchentlichen Newsletter. Viel Spaß!

Zum Schmunzeln noch eine kurze Nachricht von „Khabar Online“: „Der ehemalige HSV-Profi Mehdi Mahdavikia hat den Kia FC in seinem Heimatland Iran gegründet. Der Klub aus dem Umkreis von Teheran soll der TSG 1899 Hoffenheim nachempfunden sein und überwiegend auf Talente setzen.“ Ohne Worte….

Nachdem ich diese wichtigen Hinweise noch losgeworden bin, wünsche ich einen schönen Feiertag. Es soll ja durchaus noch Menschen geben, die sich beim Vatertag nicht die Hucke vollsaufen, sondern für die dieser Tag Christi Himmelfahrt ist. Auf jeden Fall wird im Stadion oder am Stadion hinter Planen trainiert – genau wie am Freitag.

Lars
18.40 Uhr

U23-Cotrainer Soner Uysal: “Seit Joe weg ist, ist es deutlich ruhiger”

13. Oktober 2014

Was für ein düsterer Wochenanfang. Dachte ich. Alles grau in grau, es regnet – und die Imtech-Arena ist verwaist. Von den Spielern ist niemand da. Einzig der dauerverletzte Ivo Ilicevic quält sich in den Räumlichkeiten des Stadioninneren. Und er geht laufen. Eine Laufeinheit im angrenzenden Volkspark zusammen mit dem Fitness-Guru Markus Günther steht auf dem Plan. Wann genau der Kroate wieder einsatzbereit ist, ist weiter offen. Zu hoffen sei aber, so wird es kommuniziert, dass der Rechtsfuß diese Woche das Tempo in seinen Läufen intensiviert, um dann in der kommenden Woche wieder voll einzusteigen. „Ich hoffe, dass es bald wieder losgeht“, hatte mir Ilicevic am Freitag noch gesagt. Und ich bin mir sicher, dass er die paar Tage Geduld jetzt auch noch hat, nachdem er seit 2011 in mehr als der Hälfte seiner bisher 105 möglichen Partien nicht zum Einsatz kam. Und das fast immer verletzungsbedingt, nachdem er mit Rotsperre 2011 erst nach dem vierten Spieltag verpflichtet worden war. Dabei hatte alles so gut begonnen und der quirlige Rechtsfuß hatte die Vorbereitung komplett und ohne große Beschwerden absolvieren können. „Zum ersten Mal hat wirklich alles geklappt“, freute sich der Kroate, der inzwischen keiner Untersuchung noch nicht unterzogen wurde, nach dem letzten Trainingslager in Österreich. Und das zurecht. Zumal er vom damaligen Trainer Mirko Slomka einen Menge Komplimente bekam.

Inzwischen ist Slomka nicht mehr im Amt – und Ilicevic noch nicht wieder fit. Der 27-Jährige konnte sich demnach noch gar nicht beim neuen Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer empfehlen und dürfte erst einmal eine Weile brauchen, um sich wieder an die Startelf heranzukämpfen. Zumal seine Konkurrenz gut spielt. Zumindest Nicolai Müller und Lewis Holtby dürften nach den letzten Spielen im offensiven Mittelfeld gesetzt sein. Dazu gesellt sich ein wieder genesener Rafael van der Vaart, der seinen dritten Frühling beim HSV einläuten will. Und nehmen wir Pierre Michel Lasogga als einzige Spitze noch dazu, ist aktuell zunächst kein Platz für Ilicevic, der damit kein Problem hat. „Wenn ich fit bin und meine Leistung bringe, werde ich meine Chance bekommen“, so Ilicevic kämpferisch – wissend, dass seine Person auch im Sommer schon für heiße Diskussionen im Vorstand gesorgt hatte. Weil er schlichtweg zu verletzungsanfällig ist. Aber was soll’s, der sympathische Offensivspieler ist da, er hat noch einen Vertrag bis Saisonende und er ist in gesundem Zustand sportlich zweifellos eine gute Alternative.

Eine gelungene Alternative ist auch Daniel Petrowsky. Zwar nicht mehr als offensiver Mittelfeldspieler – dafür aber nach seiner aktiven Karriere als Cheftrainer der U23. Denn der Nachfolger des beförderten Erfolgstrainers im HSV-Nachwuchs, Joe Zinnbauer, hat die Vorschusslorbeeren (Peters, Schröder und Beiersdorfer lobten ihn unlängst als den wohl besten Trainer im Jugendbereich) ist ungebrochen erfolgreich. Dabei hatten nicht wenige die Befürchtung, dass mit der Beförderung Zinnbauers auch ein Bruch in das junge Team kommen könnte. „Aber dem ist zum Glück nicht so“, sagt Soner Uysal, der nach Cardoso und Zinnbauer mit Petrowsky dem dritten Chefcoach unterstellt ist. „Im Gegenteil“, sagt Uysal und lacht dabei, „es ist hier inzwischen definitiv alles eine Ecke entspannter.“ Immerhin sei Petrowsky im Gegensatz zu „Durchdreher“ Zinnbauer ein ruhigerer Vertreter seiner Zunft. „Bei Joe wusstest du nie, was er gleich vorhat. Der wollte immer mehr. Von sich, von den Spielern und von uns Trainern. Auch jetzt nach Hannover, wo wir wirklich eine ganz starke Partie gemacht haben (4:1-Sieg, d. Red.), kam er an und lobte erst einmal alle ausführlich. Er war extrem positiv. Und am Ende hat er dann noch kurz, aber bestimmt gesagt: ‚Aber ein, zwei Tore mehr hätten es schon sein müssen.’ Joe hatte und hat einfach einen unfassbaren Willen und Energie. Er sprudelte vor Ideen und Gedanken und hat sich tatsächlich mit alles und jedem beschäftigt – das ist schon sensationell“, lobt Uysal seinen Ex-Chef.

Wie sich der Alltag in der U23 nach Zinnbauer so gestaltet wollte ich von Uysal hören. Und der ehemalige HSV-Profi muss nicht lange überlegen. „Ähnlich. Daniel hat von uns sämtliche notwendige Unterstützung bekommen und sich extrem schnell eingefunden. Wir hatten alle Befürchtungen, dass der Weggang von Joe bei der Mannschaft Risse verursacht. Zumal wir einen unfassbaren Lauf hatten. Aber zum Glück ist dem nicht so. Daniel hat das ganze komplett übernommen, das ist kein Problem.“

Auch, weil der ehemalige U16-Coach Petrowsky auf ein rundum verbessertes Umfeld trifft. „In den letzten Jahren hatten wir in der U23 Probleme, unsere eigenen Spiele aufnehmen zu lassen, um daraus selbst Analysen zu ziehen. Dabei ging es auch ums Geld. Ich will damit auch gar nicht Rodolfo Cardoso in Schutz nehmen – aber das war nicht einfach für den Trainer. Aber seit Joe da ist – und ich weiß bis heute nicht, wie er das hinbekommen hat – bekommen wir sogar den nächsten Gegner aufgenommen. Und dazu noch professionell analysiert.“ Dabei hilft mit Jan Roloff zudem ein von Bernhard Peters empfohlener Analyst. „Das ist alles inziwschen schon sehr viel professioneller geworden“, freut sich Uysal, „und es wird von Tag zu Tag noch besser.“

Zehn Punkte Vorsprung auf Bremen haben die U23-Kicker, das Thema dritte Liga wird öffentlich diskutiert – und ich habe noch von niemandem in offizieller Funktion gehört, dass ein Aufstieg zu teuer und unerwünscht wäre. „Nur wir versuchen das Thema auszublenden“, sagt Uysal, „dafür ist die Saison noch zu jung. Sollten wir nach fünf, sechs Spieltagen in der Rückrunde noch immer in der aktuellen Verfassung sein, könnte das sicher anders sein. Aber bis dahin bleiben wir ruhig und scheuen von Spiel zu Spiel.“

Zumal in der Winterpause einiges passieren könnte. Zinnbauer gilt als Freund von jungen Talenten und hatte zuletzt mit Steinmann, Götz und Cigerci die ersten Debütanten gebracht. Ob es auch Thema war, ihn hochzuziehen, wollte ich dann noch von Uysal wissen. „Bisher nicht. Ich habe eine verantwortungsvolle Position im Klub und fühle mich sauwohl“, so Uysal, der immerhin schon zweimal von seinen Chefs „nach oben verlassen“ wurde, ohne mitgenommen zu werden oder zumindest den Unterbau selbst als Chef übernehmen zu dürfen. Sauer ist er deswegen nicht. Auch nicht enttäuscht. „Ehrlich gesagt ist das auch völlig okay so. Ich sehe mich selbst eher als prädestinierten Cotrainer, denn als Chef an der Linie“, so Uysal erfrischend ehrlich. Uysal kann sich selbst einschätzen und hat vielen anderen seines Faches vor allem eine Eigenschaft voraus: Er weiß nicht nur, was er kann. Er weiß vor allem auch, was er nicht so gut kann. „Ich glaube schon, dass mein Knowhow auch für mehr geeignet wäre – aber ich glaube auch, dass es da andere gibt, die das deutlich besser vermitteln können als ich. Von daher bin ich wirklich nicht traurig.“

Zudem will er sich nie als Anhängsel eines Cheftrainers sehen. Schon deshalb wollte er nie und will auch heute nicht auf die Schnelle mit hochgezogen werden. „Mir ist es wichtig, dass ich nicht bei irgendwem mitgehe, sondern dass der Verein eine Idee mit mir hat. Für mich ist und wird immer entscheidend sein, dass der Verein einen Plan mit mir hat, den ich mitgehen kann und will. So, wie momentan als Cotrainer von Daniel in der U23.“ Sollte es darüber hinaus doch mal so weit kommen, dass der Verein ihn zum Bundesliga-Cotrainer machen will – Uysal wäre nicht abgeneigt. „Aber eben nur, wenn ich erkenne, dass es dem Verein dabei ganz speziell um mich und meine Qualitäten geht. Alles andere wäre nichts für mich. Ich brauche keine Öffentlichkeit für mein Ego. Ich muss nicht in der Zeitung zu stehen, um Spaß an meinem Job zu haben. Ich habe am meisten Spaß an meiner Arbeit beim HSV, wenn ich merke, dass ich gut bin in dem, was ich mache und die Leute das auch honorieren. So wie jetzt.“

Klingt gut. Sehr gut sogar. Zumal auch in der U23 eine gewisse Konstanz nicht von Nachteil ist. Schon gar nicht in (mit-)führender Position und bei dem Ziel, in den kommenden Jahren deutlich mehr Profis selbst ausbilden zu wollen. Apropos, morgen geht es wieder um zehn und um 15 Uhr an der Imtech-Arena zur Sache. Training mit Joe Zinnbauer ist angesagt. Ich werde da sein und berichten. Bis dahin,

(ein von Uysal nachhaltig beeindruckter) Scholle

So könnte der neue HSV aussehen!

6. September 2014

Die HSV-Profis genießen ihr freies Wochenende, aber der HSV lässt trotz allem aufhorchen. Vor allem im Norden der Republik, denn die „Zweite“ setzte auch beim schweren Auswärtsspiel in Bremen ihre Erfolgsserie fort. Es ist beinahe unglaublich, aber es ist wahr: Die Zweite ist immer noch Tabellenführer der Regionalliga Nord, gegen Werder wurde mit 4:2 gewonnen – es war der siebte Sieg im siebten Spiel, 21 Punkte, mehr geht nicht. Dazu 22:5 Tore, die Leistungs-Explosion der Rothosen-Talente hält unvermindert an. Ganz sicher ein Verdienst von Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer, der die Mannschaft in eine hervorragende körperliche Verfassung gebracht hat. Der neue Nachwuchs-Coach ist schon jetzt im Hamburger Fußball in aller Munde, er ließ hart und härter trainieren, und er hat trotz allem für Spaß, Lust und für Schwung in der Truppe gesorgt. Hut ab!

 

Doch um ganz ehrlich zu sein, Zinnbauer ist nicht allein der Vater des Erfolgs – er ist einer von den Vätern. Die „neue“ Mannschaft wurde nämlich noch von Oliver Kreuzer und Michael Schröder zusammengestellt, und diese beiden Herren wurden mittlerweile ja auch schon aus ihren Ämtern entfernt. Bei der „Zweiten“, da führt kein Weg dran vorbei, haben sie ihre Sache trotz allem gut gemacht, dass sollte schon mal erwähnt werden. Und Kreuzer hat ja auch, anfänglich viel kritisiert (auch von mir, das will ich nicht verschweigen!), „Joe“ Zinnbauer aus Karlsruhe nach Hamburg geholt. Nebenbei ist Zinnbauer auch immer noch ein dicker Freund von Thorsten Fink.

 

In Bremen sorgte Ahmet Arslan mit seinen Treffern in der siebten und 43. Minute für eine 2:0-Führung. Der HSV hatte in diesem Spitzenspiel, wie schon kürzlich beim Gipfeltreffen mit dem Nachwuchs des VfL Wolfsburg, das Glück (wenn man das so sagen darf), dass mit Mainka bereits in der 16. Minute ein Bremer die Rote Karte gesehen hatte. Trotz allem kam Werder zunächst zum Anschlusstreffer, doch dann sorgten Tolcay Cigeri und der für Matti Steinmann (spielte nach einer Verletzungspause) eingewechselte Dominik Masek für die siegbringenden Hamburger Tore. Erst gegen Ende der Partie kamen Dominik Jordan und Christian Derflinger, die beide ja schon bei den Profis mittrainierten, zu ihren Kurzeinsätzen, vom Platz gingen Gideon Jung und Cigerci. Das spricht für den ausgeglichen und durchaus auch gut besetzen HSV-Kader. Und ich bin gespannt, wie sich der Nachwuchs in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin schlagen wird. Ob es beim Platz an der Sonne, sprich Tabellenführung (und dann Aufstieg) bleiben wird?

 

Was für den guten Geist und die hervorragende Stimmung in diesem Team spricht: Als wir nach dem Köln-Spiel im Restaurant „Champs“ (Schnelsen/Burgwedel, Holsteiner Chaussee) mit „Matz ab live“ auf Sendung waren, saßen am Nebentisch die Spieler der „Zweiten“ – die Mannschaft hatte fast komplett das Spiel der Profis verfolgt und saß auch nach diesem damaligen 0:0 noch einige Zeit beisammen. Das ist mit Sicherheit auch ein sehr gutes Zeichen. Und da ich gerade bei „Matz ab live“ und „Joe“ Zinnbauer war: Der Trainer, über den im Hamburger Fußball nun so viel gesprochen wird, war ja nach dem Pokalspiel der Profis in Cottbus der Gast von „Scholle“ und mir, wer sich also ein Bild davon machen möchte, wie Zinnbauer „tickt“, der sollte mal kurz zurückschauen. Es lohnt sich, das kann ich versprechen, ich wurde nach seinem Auftritt von vielen HSV- und Fußball-Fans angesprochen, die Josef Zinnbauer sehr lobten. Auf seinen weiteren Weg bin ich dann auch mal sehr gespannt . . . Ich denke mal, dass der Trainer zwar viel von seiner Mannschaft verlangt (Motto: „Du machst es nicht für mich, sondern ganz allein für Deine Karriere“), aber trotz aller Disziplin und Konsequenz auch immer Mensch (und nicht nur Chef) ist, um nicht das Wort Freund zu benutzen.

 

Gespannt bin ich auch darauf, wer von diesen Regionalliga-Spielern des HSV demnächst einmal im Kader – oder gar in der Mannschaft – der Profis auftauchen wird. Ihr habt Euch ganz sicher in den letzten Tagen genug Gedanken gemacht, wie die Bundesliga-Elf des HSV wohl künftig aussehen wird – ich habe in dieser Hinsicht natürlich auch „schwer“ nachgedacht. Allein schon deshalb, weil ich glaube, dass die meisten „alten“ HSV-Profis genügend Chancen hatten, sich besser zu präsentieren, auch für bessere Ergebnisse des HSV zu sorgen. Das haben sie nicht geschafft, der HSV hat reagiert, hat richtig gute Leute geholt – und die werden es jetzt meiner Meinung nach auch richten. Trainer Mirko Slomka möchte ja den Tempo-Fußball nach Hamburg bringen, möchte ein schnelles Umschaltspiel installieren, doch bislang ist er damit gescheitert. Jetzt aber, mit den „Neuen“ scheint diese Art von Fußball doch möglich zu sein. Hoffentlich.

 

Doch wenn ich bei einer, bei der „neuen“ HSV-Mannschaft bin, so muss ich sagen, dass Slomka ja schon bei der Besetzung des Torhüters ein wenig zurückgerudert ist. Vor ein paar Tagen schien noch ein Keeper-Wechsel möglich, den halte ich nach den neuesten Aussagen des Trainers (nach dem Spiel am Donnerstag in Neumünster) nun nicht für möglich. Gegen Hannover wird (wohl) wieder Rene Adler zwischen den Pfosten des HSV-Tores stehen. Und dazu, das muss ich zugeben, habe ich keine Meinung. Auf der einen Seite sehe ich, dass man einen Rene Adler nur noch mehr verunsichert, wenn man ihn nun auf die Bank setzen würde, auf der anderen Seite kann er doch nicht alles verlernt haben. Er war für mich einst Deutschlands Nummer eins. Und er hat in seiner ersten Saison beim HSV auch herausragend gehalten – er hat dazu ganz stark beigetragen, dass der HSV nicht in ganz arge Abstiegsnöte geraten war. Es stimmt, an diese Leistungen ist er danach nie wieder herangekommen, das belegen ja auch alle Statistiken und „Mannschaften des Jahres 2013/14). Aber die Hoffnung habe ich schon noch, dass ihm das demnächst schon noch gelingen wird.

 

Wobei ich keine Angst hätte, wenn Jaroslav Drobny an Adlers Stelle zum Einsatz kommen würde. Drobny ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der HSV immer noch Erstigist ist, keine Frage, er hat gegen Fürth zweimal erstklassig gehalten – wer weiß, ob Adler das in seiner momentanen Verfassung geschafft hätte. Ich glaube nicht. Und deswegen hätte Drobny auch eine neue Chance durchaus verdient, keine Frage. Das sehen offenbar auch viele, viele HSV-Fans so, denn eines ist mir vor dem Paderborn-Spiel nicht entgangen: Als Droby kurz vor dem Spiel – allein – aus der Kabine kam und das Stadion betrat, brandete ein riesiger Beifall auf. Nur für ihn. Die Menschen feierten den Tschechen, auch weil sie nicht vergesse haben, was er in diesem Sommer für den HSV geleistet hat.

 

Was für mich überhaupt keine Rolle spielt ist die Tatsache, dass beide HSV-Torhüter keine großen Redner sind. Drobny spricht seit Jahren nicht mit der Presse, Adler seit Monaten. Beide machen ihr Ding, aber mit dem Umfeld haben sie keine großen Berührungspunkte. Das muss man akzeptieren, ich habe es längst akzeptiert, beide Herren sind eben so. Das gehört ja auch zur jahrzehntelangen Fußball-Geschichte, in der es schon immer heißt: „Torwart und Linksaußen . . .“ Ich kann damit leben, die Torhüter können damit leben, die Trainer des HSV haben damit bestens umgehen können, und der Verein letztlich ja auch. Also ist alles in bester Ordnung.

 

Meine gedachte neue HSV-Mannschaft sieht dann in der Viererkette wie folgt aus: Dennis Diekmeier, Cleber, Johan Djourou, Matthias Ostzrolek. Es wird viele überraschen, dass ich Heiko Westermann draußen lassen würde, aber ich habe mich deswegen dazu entschlossen, weil ich diese Entscheidung als längst gefällt ansehe – hinter den Kulissen. Sonst hätte der HSV keinen Cleber gekauft, sonst wäre Djourou nicht Vize-Kapitän geworden. Und dass links Ostzrolek statt Marcell Jansen spielt, das scheint mir ebenfalls nur logisch zu sein – warum sonst hätte man den Linksverteidiger sonst aus Augsburg geholt. Wobei ich sagen muss, das mir Ostrzolek bislang noch nicht so gut gefallen hat, wie ihn mir die Kollegen aus Augsburg offeriert hatten. Die hatten mit gesagt, dass Jansen in Zukunft hinten links abgemeldet ist, weil Ostrzolek von hinten nach vorne und wieder zurück 90 Minuten lang so richtig Dampf macht. Davon ist bislang, mehr oder wenig im Training, nichts zu sehen. Und ich bin schon sehr gespannt, wann das demnächst einmal der Fall sein wird.

Auf der Doppel-Sechs, wenn es sie denn weiterhin geben wird, sehe ich gleich zwei „Neue“: Valon Behrami ist schon jetzt, nach wenigen Wochen, absolut gesetzt, und offenbar wird es Mirko Slomka ja auf der zweiten Sechs mit Lewis Holtby wagen. Wagen schreibe ich deshalb, weil ich Holtby bislang mehr als Spieler mit großen Offensiv-Qualitäten angesehen habe. Das wird auch eine große Frage, wie sich das fügen wird, wie Holtby diese ihm zugedachte Rolle annehmen und spielen wird? Ganz sicher ist natürlich, dass der frühere Nationalspieler seinen Platz in dieser HSV-Mannschaft haben wird. Das ist überhaupt keine Frage, er ist gesetzt. Und auch meine ganz große Hoffnung, dass es mit diesem HSV endlich mal wieder bergauf gehen wird.

 

Dann komme ich nach vorne. Rechts spielt bei mir, so er denn fit ist, Zoltan Stieber. Weil er schnell ist, also genau in das Schema von Slomka passt. Das gilt links ebenso für Julian Green, der ebenfalls flott auf den Füßen ist, was ihn natürlich auch für ein schnelles und das gewünschte Umschaltspiel prädestiniert. In der zentralen Position sehe ich nach wie vor Rafael van der Vaart, der seinen Spaß wiederfinde wird, mit diesen neuen Leuten. Er wird endlich mal wieder Steilpässe spielen können, die ihn einst als Spielmacher auszeichneten. Ich bin überzeugt davon, dass sich der Niederländer von diesem neuen Schwung des HSV anstecken und mitreißen lassen wird, und dass er geradezu aufblüht. Und dazu hoffe ich natürlich, dass Pierre-Michel Lasogga seine „alte“ form wiederfinden wird, dass er sich in beste Fitness bringt, dass er alles dafür tun wird, um wieder bei 100 Prozent zu sein – dann müsste das alles schon viel, viel besser hinhauen, als in den vergangenen Monaten und Jahren.

 

Und eines muss man immer wieder mal ja sagen, dass sich die neue Führung wirklich super ins Zeug gelegt hat, um eine solche Mannschaft, eine fast neue Mannschaft, auf die Beine zu stellen. Der HSV ging ein hohes Risiko, nun bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Kräfte dieses Risiko auch belohnen. Sonst könnte es ganz, ganz eng werden für den HSV mit seiner neuen AG.

 

Für alle, die jetzt schon nicht mehr wissen, wer bei der unsäglichen 0:3-Pleite gegen Paderborn auf dem Rasen des Volkspark gestanden hat, seien die Namen schnell noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Es wird ein jeder feststellen, dass sich zwischen diesen beiden Teams ein gewaltiger Unterschied auftut:

Der HSV spielte vor einer Woche mit: Adler; Diekmeier, Westermann, Djourou, Jansen (ab 71. Min. Ostrzolek); Badelj, Behrami; Arslan(ab 46. Min. Stieber), van der Vaart (ab 37. Min. Rudnevs), Ilicevic; Lasogga.

 

Ein ganz anderes Thema noch zum Schluss. Gestern schrieb ich ja über den zuletzt (passend zum Paderborn-Auftritt!) verkorksten Matz-ab-live-Auftritt, weil die ersten fünf Minuten tonlos geblieben waren und deswegen der Schere zum Opfer fielen. Ich stellte deswegen unsere beiden Gäste vor (die Hamburger Amateurtrainer Bert Ehm und Manfred Lorenz), und ich verteilte noch einmal ein Lob für die zuletzt von „Scholle“ geleistete Arbeit, weil er jeden Neuzugang „hatte“. Das war und ist immer noch großartig. Was auch der Fünf-Minuten-Schere zum Opfer fiel, was aber nicht verschwiegen werden soll: Es gab Proteste gegen mich, weil ich im Hamburger Abendblatt (Kommentar Seite zwei) geschrieben hatte, dass der frühere HSV-Nachwuchs-Trainer Dieter Kurz (kam in den 80-er-Jahren vom VfB Stuttgart) einst „mehr oder weniger kläglich gescheitert“ sei. Das rief gleich einige Wegbegleiter von Kurz auf den Plan.

 

Zum Beispiel Jürgen Stars. Der frühere HSV-Torwart war einst beim HSV der erste Torwart-Trainer – von Dieter Kurz dazu gemacht. Und „Starski“ protestierte vehement und nachhaltig: „Wenn Kurz damals gescheitert ist, dann nur an dem unbeweglichen Apparat beim HSV. Ansonsten hatte er brillante Ideen, hatte auch Erfolge und hat vielen Spielern den Weg in den Profi-Fußball geebnet.“ Ist angekommen! Ich meinte auch genau das, nämlich den eingefahrenen HSV, der schon damals nichts Neues zulassen wollte, „weil das schon immer so und nicht anders gemacht worden ist“. Dieter Kurz, zu dem ich immer ein gutes Verhältnis hatte, war zweifellos ein sehr guter Trainer, und das habe ich ihm auch in meinem Artikel am 1. September bestätigt, wie ich zuvor geschrieben hatte: „Er kam trotz bester Ansätze . . .“

 

Zu diesem Thema erhielt ich dieser Tage dann auch noch einen Leserbrief vom ehemaligen Hamburger Auswahltrainer Wolf Brake. Er brach ebenfalls eine Lanze für Kurz und schrieb mir (u. a.): „Letzten Endes gescheitert ist Dieter Kurz an den HSV-Strukturen, mangelndem standing (er musste nach kurzer Zeit sein Büro in der Sportschule Ochsenzoll räumen und in den Kellertrakt des Umkleidegebäudes ziehen) und fehlender Loyalität.“ Brake nannte auch Namen von denen, die von Dieter Kurz aus der Jugend in den Herrenbereich gebracht wurden – und zwar überaus erfolgreich: Holger Stanislawski, Otto Addo, Oliver Geier, Thorsten Zehlicke und Michael Koch. Bei Wolf Brake in der HH-Auswahl spielten zudem noch spätere Größen wie Andreas Brehme, Thomas Wolter und Uwe Bonik.
Das musste ich aus Gründen der Fairness schnell noch loswerden, sorry deshalb, weil viele nun wieder genervt sein dürften, dass ich so lang geworden bin . . .

 

Ja, und dann möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es beim Hamburger Abendblatt schon seit einigen Tagen mal wieder etwas Neues gibt:

 

Jeden Montag kann man sich künftig ab 4 Uhr morgens über ikiosk.de oder über die ikiosk App das Sonderheft „HSV KOMPAKT“ herunterladen. Die Ausgabe mit jeweils zwölf Seiten startet jeweils mit den Berichten zum aktuellen Bundesliga-Spiel. Dann folgen die Artikel, die wir unter der Woche über den HSV gemacht haben.

Für treue Leser unseres HSV-Blogs „Matz ab“ gibt es noch einen besonderen Service. In gekürzter Form erscheinen auf einer Doppelseite die Kolumnen unserer Experten Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow. Jede „HSV KOMPAKT“-Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, wo wir Triumphe und Dramen der langen HSV-Geschichte Revue passieren lassen.

„HSV KOMPAKT“ kostet nur 0,89 Cent pro Ausgabe im Einzelverkauf über ikiosk.de oder die ikiosk App (gibt es für iPhone, iPad (iOS) und für Geräte mit Googles Android). Natürlich kann man sich die zwölf Seiten einfach ausdrucken. Während der Winter- und der Sommerpause der Bundesliga erscheint „HSV KOMPAKT“ nicht.

 

PS: Heute feiert unsere “Eiche” Geburtstag, von hier aus ganz herzliche Glückwünsche – und noch viele, viele HSV-Siege für Dich!

 

PSPS: Dann bis morgen. Nein, nicht beim HSV-Training (ist Frei-Tag am Sonntag), sondern beim Tag der Legenden. Ihr kommt doch, oder? Ein schönes Wochenende für Euch!

 
18.11 Uhr

Mancienne auf dem Weg nach Nottingham

16. Juli 2014

Der HSV ordnet sich neu. Oder besser: Didi ordnet ihn neu. Oliver Kreuzer ist nicht mehr Sportchef, ein neuer Verantwortlicher „Direktor Profifußball“ wird gesucht. Bernhard Peters übernimmt ab 1. August als „Direktor Sport“ die konzeptionelle Verantwortung über alle fußballerischen Entwicklungen beim Dino der Bundesliga von der Jugend bis nach oben.

Die Entscheidung für den Strategen Peters kann als Richtung weisend verstanden werden. Jahrelang herrschte draußen in Norderstedt Flickschusterei. Die Chefs des Nachwuchszentrums wechselten viel zu häufig, immer wieder gab es eine andere Strategie – oder der Posten wurde mit Personen besetzt, die dafür eigentlich gar nicht geeignet waren. Bastian Reinhardt bekam die Verantwortung für Norderstedt, nachdem sein Sportchef-Diskurs gescheitert war. Michael Schröder hat das Amt im Moment inne, er kennt den HSV und den Fußballmarkt aus dem „effeff“, hat seine Stärken in der Sichtung. Ein Stratege wie Bernhard Peters ist er jedoch wahrscheinlich nicht.

Es gibt nicht wenige HSVer, die die Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre genau beobachtet haben, die den Schweizer Paul Meier für den besten Mann auf dieser Position gehalten haben. Doch auch diese Vertragskonstruktion hatte ihre Fehler. Meier war am Wochenende selten in Hamburg, so dass er die Nachwuchsteams viel zu selten im Wettkampf beobachten konnte. Unter Sportchef Frank Arnesen schließlich wurde die Jugend viel zu sehr vernachlässigt. Die Folge: Eine Reihe guter Trainer haben den HSV im Laufe der Jahre verlassen, die Spieler wurden nicht mehr so gut gefördert, wie es erforderlich gewesen wäre usw.

Oliver Kreuzer schließlich, der zuletzt als Sportchef auch für die Jugend verantwortlich war, konnte sich diesem Thema wegen tausender anderer Baustellen nicht genügend widmen. Schuldzuweisung hin, Erklärung her: Wie der Profifußball geriet auch der Nachwuchsbereich beim HSV in eine Abwärtsspirale, die sich im schwachen Abschneiden der Aushängeschilder U 23 und U 19, die jeweils den Abstieg nur um ein Haar verhindern konnten, ausdrückt.

Nun hat Beiersdorfer also Bernhard Peters verpflichtet. Dessen Arbeit in Hoffenheim wird allgemein anerkannt. Er hat der Jugendförderung im Kraichgau in acht Jahren ein Gesicht verpasst. Und die große Hoffnung ist, dass dies auch beim HSV möglich ist. Wobei Dietmar Beiersdorfer auch ganz realistisch einen Zeitrahmen nannte. Er sprach von einem langfristigen Projekt, das sich über zwei, drei oder vier bis hin zu zehn Jahren hinziehen könnte. Tatsächlich sind die Nachwuchs-Strukturen beim HSV ja genauso weit wie der Bau des Campus: Es gibt eine Idee, eine Baugenehmigung – aber noch liegt kein einziger Stein auf dem anderen. Auf geht’s, Bernhard Peters!

Dass der 54-Jährige frühere Hockey-Bundestrainer als durchaus knorriger Typ gilt, muss nicht hinderlich sein. Was er bislang in seiner Karriere als Sport-Manager anstellte, das war erfolgreich. Wobei im Hockeysport sowieso schon weit vor dem Fußball auf internationaler Arbeit konzeptionelle Pionierarbeit geleistet wurde. Nur um ein Beispiel zu nennen, und das soll jetzt bitte nicht „hochsterilisiert“ werden: Auch beim FC Barcelona hat ein Hockey-Mann für die aktuellen Strukturen gesorgt.

Entscheidend wird natürlich sein, dass es auch im Nachwuchsbereich Anschub-Finanzierungen gibt. Aus diesem Grund war Dietmar Beiersdorfer am vergangenen Freitag auch in der Schweiz bei Klaus-Michael Kühne. Zwar verkündete Beiersdorfer anschließend, man sei im Gespräch, es sei jedoch noch keine endgültige Entscheidung über Form und Umfang der Kühne-Unterstützung gefallen. Dass Kühne aber nach wie vor nachhaltig mit eingebunden werden soll (und muss) in den neuen HSV, das ist klar.

Über die aktuellen personellen Entwicklungen auf Führungs-Ebene hat Scholle Euch in den vergangenen Tagen auf dem Laufenden gehalten. Carl Jarchow und Joachim Hilke behalten (vorerst) in der AG ihre Vorstands-Positionen, wobei sich die Frage stellt, warum im Fall Hilke der Verbleib im Amt nicht gleich mit einer Vertragsverlängerung verbunden wurde. Klar, sein Kontrakt läuft noch ein Jahr, aber die Spekulationen, nach denen insgeheim ein anderer Finanz-Fachmann im HSV-Vorstand gesucht wird, die gibt es nun schon seit Wochen. Machen wir es wie auch bei den Personalien Kreuzer und Peters – warten wir auf handfeste Entscheidungen.

Was nun Carl Jarchow angeht, liegt der Fall sicher anders. Ihn im Vorstand zu lassen, kann getrost als taktische Entscheidung gewertet werden. Würde ihn der AG-Aufsichtsrat aus dem Vorstand abberufen, hätte Jarchow als e.V.-Präsident zunächst noch einen Sitz im AG-Aufsichtsrat sicher – und das will man ja nun irgendwie auch nicht. Irgendwann muss auch Jarchow selbst erkennen, dass er als Vorstands-Vorsitzender der vergangenen Jahre vier Mal in Folge ein deutlich negatives Bilanz-Ergebnis zu verantworten hat. In der Saison 2013/14 wird das ja wieder so sein, selbst wenn die abschließende Berechnung noch aussteht. Ich finde, ein Rücktritt würde Jarchow im Moment nicht schlecht zu Gesicht führen. Das, was ihm Karl Gernandt als Aufgabe zubilligt, nämlich sich um die verschiedenen Fan-Strömungen zu kümmern und sie zu befrieden – mehr Abschiebung in die Bedeutungslosigkeit geht doch kaum.

Kein wirkliches formales Hindernis war die Demission Oliver Kreuzers. Dietmar Beiersdorfer hat Kreuzer die Entscheidung, wie bekannt, am Montag mitgeteilt. Er begründete den Schritt mit der geplanten „Neuausrichtung im sportlichen Bereich“. So weit, so gut. Oliver Kreuzer musste darüber offenbar ein paar Mal schlucken und hat mir heute noch einmal gesagt, dass er schon ziemlich enttäuscht ist: „Ich bin enttäuscht vor allem über den Zeitpunkt der Entscheidung, denn ich habe geglaubt, dass es eine gemeinsame Zukunft gibt. Ich hätte gern für den HSV weiter gearbeitet. Für mich war es nicht im Ansatz zu spüren, dass es zwischen Dietmar Beiersdorfer und mir nicht passt. Aber im Fußball muss man Entscheidungen akzeptieren. Das tue ich.“

Offenbar hatte es am Wochenende noch einen langen sportlichen Gipfel beim HSV gegeben, an dem Beiersdorfer und Kreuzer auch gemeinsam teilgenommen hatten, am Montag wurde die Zusammenarbeit dann beendet.

Soweit zur Vergangenheit. (Frage mich gerade, was wohl mit dem neuen U-23-Trainer Josef Zinnbauer wird, den Kreuzer ja geholt hat – wir werden abwarten müssen…)

Kommen wir zur Gegenwart und dieser Meldung (dpa):

Fußball-Profi Michael Mancienne vom Hamburger SV steht laut Medienberichten vor einem Wechsel zum englischen Zweitligisten Nottingham Forest. Nach übereinstimmenden Informationen der Zeitungen «Nottingham Post» und «Telegraph» hielt sich der 26 Jahre alte Abwehrspieler am Mittwoch zu medizinischen Untersuchungen in Nottingham auf. Demnach soll Mancienne, der beim HSV meist nicht über die Rolle eines Edelreservisten hinausgekommen war, seinem Noch-Club umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro Ablöse einbringen. Bei Nottingham Forest soll er einen Vierjahresvertrag erhalten.

Alles Gute, Michael, wenn der Wechsel klappt. Klar, mit knapp zwei Millionen Euro Jahresgage ist er dem HSV zu teuer. Aber er hat sich hier immer professionell verhalten, auch als er ausgemustert war, und auf Michael Mancienne war im Abstiegskampf Verlass, als er wieder gebraucht wurde.

Neues von Klaus Meetz: Der Ex-Volleyballstar des HSV und Vereins-Ehrenmitglied ist weiter aktiv. Bekanntlich hatte er ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Richter beantragt, die die Eintragung der HSV AG ins Handelsregister bearbeitet haben – dafür hat die Staatsanwaltschaft nun ein Aktenzeichen eingerichtet und das heißt, dass das Verfahren eröffnet wurde. Darüber hinaus hat Meetz übrigens auch einen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz und die Justizsenatorin Jana Schiedek geschrieben. Auch hier geht es um angebliches Fehlverhalten von Richtern und Strafanträge, die er stellen möchte – und zwar gegen Scholz und Frau Schiedek.

Mit dieser Nachricht schließe ich für heute.
Grüße von Lars

**Lasogga verletzt** Auch beim Nachwuchs hakt es gewaltig…

4. März 2014

*****Pech für Lasogga: Eine Muskelverhärtung stoppt sein mögliches DFB-Debüt. Sogar sein Einsatz für den HSV vs Frankfurt am Sonnabend ist gefährdet…****

So überraschend seine Nachnominierung am Sonntagmorgen noch war, so überraschend war auch alles wieder vorbei. Früher als erwartet. Rafael van der Vaart musste seine Nachnominierung für das Länderspiel der niederländischen Nationalelf wegen eines grippalen Infektes am Dienstag wieder absagen und reiste zurück nach Hamburg. „Er hat eine schwere Grippen und wir werden alles unternehmen, um ihn wieder gesund zu bekommen“, sagt Slomka, der den HSV-Kapitän am Sonnabend gegen Frankfurt einsetzen will. Dass der Niederländer jetzt pausieren muss, stört den HSV-Trainer nur bedingt. „Er hat am Monatg trainiert und weiß, wofür wir ihn brauchen. Er ist erfahren genug, um am Ende zu sagen, ob es geht.“

Und um das hier noch mal klarzustellen: Ich bin nicht der Meinung, dass Rafael van der Vaart in der Form seines Lebens ist. Aber, und damit beende ich die Diskussion um seine Person meinerseits auch sofort wieder: Solange der HSV in der aktuell prekären Situation steckt und personell nicht nachrüsten kann, bleibe ich dabei, die Stärken derjenigen hervorzuheben, die hier sind. „Das ist in unserer Situation alternativlos“, weiß auch Slomka, dem nach eigenen Angaben auch Dinge auffallen, die es zu ändern gilt. „Wenn alles funktionieren würde, wären wir nicht da, wo wir sind. Ganz klar. Aber das einzig wichtige jetzt ist, dass wir alle daran arbeiten, dass es funktioniert. Auch das ist alternativlos.“




Mobile Version: Matz ab nach dem Nordderby

Personifizierte Kritik gäbe es zwar in- aber von ihm nicht extern. „Dass sich jetzt hier vieles auf eine Person fokussiert ist für mich unverständlich. Speziell in diesem Fall.“ Daher werde er weiterhin seinen Kapitän unterstützen, sogar insbesondere. Slomka teilt seinem Kapitän für die entscheidende Schlussphase der Saison sogar eine Schlüsselrolle zu: „Mir würden bei ihm sogar einige Laufkilometer und Ballkontakte weniger reichen, wenn er dadurch effektiver wird. Aber auch das weiß Rafa, dafür ist er erfahren genug.“

Das wiederum fehlt Jonathan Tah mit seinen gerade 18 Lenzen naturgemäß noch. Nachdem der Youngster in der Hinrunde zur positiven Überraschung beim HSV avancierte, sitzt der Abiturient aktuell nur noch auf der Bank, spielt statt Bundesliga in der U23. „Es war in letzter Zeit sehr viel los bei Jonathan“, begründet Slomka die Auszeit, „er macht sein Abi, spielt seine erste Profisaison und dann wird auch noch sein Vertrag veröffentlicht. Dazu der Ärger mit seinem Vater, der alles lanciert haben soll – das geht nicht einfach an einem so jungen Mann vorbei. Und wir befinden uns in einer Situation, wo sich ein junger Spieler nicht so leicht freimachen kann von den Folgen des Abstiegskampfes.“ Daher wird Slomka am Wochenende voraussichtlich auf den erfahrenen Heiko Westermann als Ersatz für den bereits am Kreuzband operierten Slobodan Rajkovic’ zurückgreifen. „Heiko hat die Position schon oft gespielt und ich weiß, dass er einer der wenigen ist, die auch den linken Part in der Innenverteidigung gern und gut spielen.“

Dafür ließ Slomka heute die Profis gegen die eigene U23 antreten. Zweimal 30 Minuten wurde mit ordentlichem Schiri-Gespann auf dem Trainingsplatz gespielt – und die Amateure siegten mit 1:0. Nils Brüning machte das einzige Tor des Spiels, das erneut aufzeigte, wie torungefährlich dieser HSV aus der zweiten (Spieler-)Reihe ist. Jacque Zoua hatte keine Szene. Lediglich Bouy tauchte einmal frei vor U23-Keeper Stritzl auf, scheiterte aber mit seinem Lupfer.

Nein, das Spiel heute war nur gut, um in Bewegung zu bleiben, um etwas Spielpraxis für die zu bekommen, die zuletzt ausfielen wie Diekmeier und Westermann. Und natürlich, um zu sehen, wer sich aus dem Nachwuchs aufdrängt. Wobei auch diese Liste höchst überschaubar war, auch wenn (unser Niendorfer) Francis Adomah bei den Profis mitwirkte, bot sich maximal Dominik Jordan in der zweiten Spielhälfte oder Brüning in Ansätzen an.

Ich stand während des Spiels neben Mahmut Yilmaz und Otto Addo, die ihrerseits den U19-Jahrgang trainieren und in der A-Bundesliga in noch größerer Abstiegsgefahr stecken als die Profis ganz oben. Beide hatten sichtlich Probleme, dem aktuellen Nachwuchs etwas Positives abzugewinnen. Immer wieder tauchte in den Diskussionen dasselbe Argument auf: fehlendes Geld. Denn nachdem der HSV jahrelang zu in die falschen Bereiche (Ausnahme Internat) investiert hat, investiert er jetzt zu wenig. Addo und Yilmaz hielten sich loyal ihrem Arbeitgeber gegenüber zurück. Aber überall wird der Rotstift angesetzt, erneut sollen die Abteilungen rund zehn bis 15 Prozent einsparen. Dabei muss der HSV ob seiner finanziellen Situation zwingend und vermehrt auf den Nachwuchs setzen. Dieser HSV wird sein Phlegma einfach nicht los. Er ist weiterhin ein Insolvenzfall, da hier nur noch abgewickelt wird – nicht mehr entwickelt. Auch, weil die handelnden Personen zu schwach sind.

Michael Schröder als starken Mann im Jugendbereich zu präsentieren war sicherlich kosteneffizient – immerhin hatte er einen laufenden Arbeitsvertrag und wurde als Scout (von Arnesens damals) nicht mehr benötigt. Schröder, selbst Inhaber des Fußballlehrerscheins und einstiger Jugendtrainer bringt auch die entsprechende Ausbildung mit und wirkte anfänglich hochmotiviert. Es wurde ein Konzept erstellt, das den HSV in den höchsten Jugendligen und die U23 in der Dritten Liga vorsah. Es wurden dafür regelmäßige Treffen anberaumt – aber zeitgleich verlor der HSV seine halbe Scoutingabteilung. Inzwischen bedient sich der HSV über Schröders Kontakte bei dessen Bekannten und Freunden im Fußballbereich (Maurizio Gaudino z.B.). Eine geordnete Talentsichtung findet dagegen kaum mehr statt. Aus der anfänglich verbreiteten Euphorie Schröders ist kaum mehr etwas übrig.

Ich habe mir dieses Urteil für den Moment aufgespart, indem ich das mit gutem Gewissen sagen kann. Daher habe ich auch die penetranten Nachfragen eines Bloggers hier unbeachtet gelassen. Aber nachdem ich erfahren habe, dass sich der Verein seiner letzten Hoffnung auf Eigentherapie beraubt und das Scouting im Jugendbereich so gut wie aufgegeben hat, bin ich sprachlos. Es gibt nicht mal eine gepflegte Datenbank, in der Daten von gesichteten Spielern eingetragen werden können… Und der einzige Grund, weshalb der Jugendbereich noch nicht groß aufgeflogen und ebenso groß thematisiert wurde ist tatsächlich, dass der Profibereich mit seinen großen Problemen (sportlich wie in den Gremien) alles überschattet.

Diesem HSV fehlt es tatsächlich überall an Struktur. Von ganz oben bis ganz unten – wobei ich die Breitensport-Sparte hier mal ausnehme. Daher muss am 25. Mai der Neuanfang in Form von der Strukturreform beschlossen und ab Sommer ganz unten angefangen werden, selbige umzusetzen. Dieser HSV muss endlich eine klare Philosophie entwickeln, an der sich alle Entscheidungsträger im sportlichen Bereich anschließend orientieren – nicht andersrum, wie es heute noch der Fall ist. Und das muss für die nächsten Jahre gelten. Der HSV muss auf Vorstandsebene ein Konzept für den Nachwuchs erarbeiten und in selbigen vermehrt investieren, nicht sparen. Im Jugendbereich müssen in den Leistungsmannschaften Fußballlehrer arbeiten. A-, B-, C-Jugend und U23 müssen in den höchstmöglichen Ligen spielen – kurzum: der HSV muss seinen Ausbildungsbereich für die besten Jungspieler Deutschlands chic machen. Der HSV muss sich kernsanieren und attraktiv werden, wenn er tatsächlich eigene Profis ausbilden will. Und das muss er.

Ergo: Die Bundesliga-Mannschaft kämpft weiterhin dagegen, abzusteigen. Die Jugendarbeit des HSV ist es bereits. Dabei wird auch nicht helfen, wenn der Verein am Ende seine Ligen allesamt hält. Denn solange hier nicht mit neuen Leuten (dem vernehmen nach soll Thomas von Heesen durchaus Interesse an der Leitung einer kompletten Umstrukturierung zeigen) von Grund auf neu und nachhaltig gestaltet wird, werden sich die Probleme stetig wiederholen. „Alternativlos“ ist dieser Weg, um es mit Slomkas Worten zu formulieren. Paul Meier versuchte einst, ihn zu gehen und bestand zum Ärger einiger auch einflussreicher Trainer strikt auf Einhaltung einer gemeinsamen Philosophie. Aber der Schweizer musste gehen. Weil sich auch im Jugendbereich persönliche Beziehungen über die Not des Vereins hinwegsetzen konnten.

Und selbst dann, wenn im Bundesligabereich durch irgendwelche Sponsoren, Gönner und/oder Investoren zig Millionen in die Kasse gespült würden, muss dieser Verein lernen, eine erfolgreiche Jugendarbeit die beste Versicherung eines jeden Profiklubs ist. Und das sollte sie der jeweiligen Führung auch Wert sein. Es müssen endlich die besten Ausbilder zum HSV geholt werden, es muss sich auf ein erfolgreiches Konzept (Beispiele dafür gibt es in der Bundesliga genügend) geeinigt werden. Und dabei darf nicht gespart werden. Wobei schon ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht, über welch vergleichsweise lächerlichen Summen wir reden. Immerhin hätte schon allein die Abfindung für van Marwijk gereicht, um den Etat der Nachwuchsabteilung für ein komplettes Jahr abzudecken und leicht aufzustocken…

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird es sicher die eine oder andere böse Reaktion aus dem Nachwuchsbereich geben. Aber damit komme ich gut klar.

Scholle

P.S: Während Torhüter Jaroslav Drobny das Vormittagstraining abbrach fallen Kerem Demirbay (Bänderriss im Knöchel) und Zhi Gin Lam (Achillessehne) weiter aus. Bei Milan Badelj (Hand-OP) soll eine Schiene helfen, während Hakan Calhanoglu seine Zerrung noch nicht gänzlich auskuriert hat. „Bei Hakan hoffen wir, dass er am Donnerstag wieder mittrainieren kann.“ Besser sieht es dagegen bei Petr Jiracek aus, dessen muskuläre Probleme aus dem 100. Nordderby abgeklungen sind. „Ihn mussten wir eher bremsen, weil er schon wieder voll mitmachen wollte“, so Slomka.

Aktualisiert: Tesche-Wechsel geplatzt! Und: Horst Heese: “Die verstecken sich alle!”

31. Januar 2014

******ACHTUNG, WICHTIG!*****
Manchmal muss man sich ehrlich schämen. Da erreicht mich heute Vormittag die Nachricht, dass Eva mit fiesen, beleidigenden Mails bombardiert wird. Von dem einen war das zu erwarten. Aber dass es da mehrere gibt, kann ich nicht fassen. HSV-Fans beleidigen sich untereinander? Weil Eva sich mit fremden Federn schmückt?

BITTE?!?! GEHTS DENN NOCH??

Es steht in diesem Blog für alle nachlesbar, dass Eva mich bat, den Brief, den sie ebenso wie ich für eine sehr gute Sache halten, zu veröffentlichen. Für diesen Tipp war ich Ihr dankbar, daher habe ich sie im Blog nur zu gern erwähnt. Mit keinem einzigen Wort aber haben weder Eva noch ich jemals behauptet, der Brief sei von ihr verfasst. Also, bitte: Erst lesen, kurz drüber nachdenken – und dann kommentieren. Danke. Und entschuldige bitte, Eva!

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Es war in dieser Saison 1989/90, als der HSV am 29. Spieltag auf dem vorletzten Platz der Bundesliga rangierte. Damals trugen Spieler wie Richard Golz, Carsten Kober, Hans-Werner Moser, Dietmar Beiersdorfer, Ditmar Jakobs (neun Spiele lang), Holger Ballwanz, Thomas von Heesen, Armin Eck, Harald Spörl, Michael Schröder, Detlev Dammeier, John Jensen, Jan Furtok, Andreas Merkle, Nando und Oliver Bierhoff die Raute auf ihrer (Trikot-)Brust. Trainer waren Willi Reimann, der nach 21 Spielen von Gerd-Volker Schock abgelöst wurde. Und es gab einen HSV-Spieler namens Sascha Jusufi. Der kam eines Tages nach dem Training in Ochsenzoll laut fluchend und schimpfend aus der Kabine. „Was ist los, Sascha?“ Der Mittelfeldspieler: „Das ist mir alles zu lasch hier, es krempeln nicht alle die Ärmel auf. Das habe ich mal etwas lauter gesagt, denn ich habe keine Lust, auf jener Spieler-Liste zu stehen, die den HSV erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte haben absteigen lassen. Ich erwarte von jedem, dass er nun einen Schlag mehr reinhaut, wir müssen endlich kämpfen, kämpfen, kämpfen. Wir müssen uns mit allen Mitteln gegen den Abstieg wehren. Mit allen Mitteln.“

Matz_ab_ankuendigung_1730_Uhr

Der HSV hielt bekanntlich doch noch die Klasse, lief noch auf Rang elf ein, fünf Punkte Vorsprung auf den vorletzten Tabellenplatz. Das war knapp. Und glücklich. So wie in der Saison 1972/73. Da taumelte der HSV monatelang auf dem letzten und vorletzten Platz herum, dann durfte doch noch gefeiert werden (den Nicht-Abstieg), denn dank „Retter“ Horst Heese lief der HSV noch auf Platz 14 ein. Drei Punkte vor einem Abstiegsplatz!

Mit Horst Heese sprach ich heute über den heutigen HSV, den er – in Ost-Belgien wohnend – immer noch sehr genau verfolgt. Drei Spiele seines Ex-Clubs hat er live im Stadion gesehen, die anderen im Bezahl-Fernsehen. Horst Heese (70) über seine derzeitige Stimmungslage: „Ich habe enorme Angst vor dem Abstieg des HSV, muss man doch. Weil keiner Verantwortung übernimmt, da schwimmen alle nur im seichten Gewässer mit, keiner geht nach vorne und reißt die anderen mit – Motto: ‚Jetzt geht es rund!’ So einen Mann sehe ich weit und breit nicht beim HSV – leider. Die verstecken sich alle. Alle.“

Können aber diese HSV-Profis, die nun den Karren aus dem Dreck ziehen sollen, noch das Kämpfen lernen? Heese: „Aber natürlich. Es geht doch innerhalb des Clubs um viele Arbeitsplätze dafür muss doch gekämpft und geackert werden. Obwohl die Spieler heutzutage ja gar keine Existenzängste haben müssen, die steigen ab und haben innerhalb von wenigen Tagen einen neuen Verein. Selbst die schlechtesten Spieler finden wieder einen neuen Arbeitgeber – das macht mich oft fassungslos.“

Woran aber liegt es seiner Meinung nach, dass der HSV so abgestürzt ist? Horst Heese: „Das liegt einzig und allein an der Zusammenstellung des Kaders. Da ist arglos gehandelt worden, da wurden sich von irgendwelchen Spielervermittlern Leute aufs Auge gedrückt worden, die gar nicht zusammenpassen. Diese Jungs arbeiten doch nicht zusammen, da ist jeder froh, wenn der Ball, weg ist. Jeder verdrückt sich so schnell er nur kann – furchtbar.“ Heese weiter: „Es gibt in diesem Team ja auch keine Hierarchie. Wenn ich da an den Kapitän Rafael van der Vaart denke, der hat mehr mit seinen Frauen als mit Fußball zu tun. Dabei hat der die Marschrichtung vorzugeben. Passiert aber nicht.“

Heese ging damals als Zugang gleich voran. Mit Leistungen, und auch verbaler Natur. Er sagt: „Da musste erst einmal in der Mannschaft aufgeräumt werden. Wir hatten Klasse-Spieler, aber es gab keine Spannung. Da habe ich dann einigen Jungs mal die Köpfe gewaschen – und dann ging es. Da ging es auch im Training zur Sache, da haben dann einige gespürt, wie es ist, wenn man zur Sache kommt. Und so sprang der Funke dann über.“

Auch taktisch ist der HSV schlecht aufgestellt. Heese: „Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen sind viel zu groß, die Viererkette steht zu weit auseinander, der Abstand zwischen der Viererkette und den anderen Mannschaftsteilen ist zu groß – da kann jeder Gegner schön bequem aufspielen, da wird kaum einer gestört. Das sind elementare taktische Fehler, und ich kann mir auch gut vorstellen, dass daran gar nicht gearbeitet wird . . .“ Einmal Training am Tag. Wissenschaftlich erwiesen, dass das reicht – so der Trainer Bert van Marwijk. Und lieber mal nur einmal am Tag, dafür aber intensiver – so der Sportchef. Wobei „intensiver“ ja dehnbar ist. Horst Heese: „Ich habe gelesen, dass die Spieler einen zu großen Druck verspüren, jetzt muss man mir nur noch was vom Bio-Rhythmus erzählen, dann falle ich tot um. Die Spieler sollten sich mal andere Sportler ansehen, was die für einen Druck haben, dann wissen sie, woran sie noch zu arbeiten haben.“

Sportchef Kreuzer hatte zu Jahresbeginn darüber philosophiert, dass der Trainer seine Spieler künftig „härter anfassen“ wird. Aber denkste! Es wird weiter gepudert und mit Pampers gearbeitet. Heese: „Ich will gar nicht von früher sprechen, darüber lachen die Jungs ja heute nur, obwohl wir auch Fußball gespielt haben. Wir haben aber einst sieben Mal die Woche trainiert. Da ging dienstags die Post so etwas von ab, da waren die Zehnkämpfer Wanzen dagegen. Mensch, was will man in zwei, drei Einheiten trainieren? Da vergeht allein durch das Aufwärmen schon eine halbe Stunde. – Wahnsinn alles.“

Horst Heese über dieses Übel: „Diese Laschheit ist tödlich. Und das sieht man ja auch, diese HSV-Mannschaft hat ja nichts drauf. Die Spieler können gar kein Pressing spielen, die pumpen doch gleich . . . Man kann doch nicht immer nur die weiche Welle fahren. Die müssten Kilometer machen, die müssten rennen bis die Hacken brennen.“

Denkt Horst Heese an das morgige Spiel, dann wird ihm schlecht. Er glaubt an nichts Gutes mehr. „Wenn da morgen keine richtige Ansprache kommt, dann ist dieser Club zum Tode verurteilt. Da kann man den HSV lieben, da kann man HSV-Fans sein, da kann man dem HSV die Daumen drücken – wenn da keine vernünftige Absprache kommt, dann wird sich nichts ändern. Schluss, aus. Entweder ändert sich der Trainer, aber der verdrückt sich hinterher nach Holland und hat nichts mehr mit dem HSV zu tun. Dann ist das Thema für ihn erledigt. Er nimmt das Geld, und weg. Nach mir die Sintflut.“ Heese weiter: „Da hat auch die Führung des HSV versagt, denn da wurden und werden Trainer genommen, die einfach nicht passten. Wie zuletzt Thorsten Fink, der kommt zu einem Verein wie den HSV und hat keine Erfahrung. Schlimm.“

Zum Thema Umbruch hat Horst Heese auch noch seine persönliche Meinung: „Der HSV hat, durch den ganzen Chelsea-Mist, zwei Jahre an Aufbau-Arbeit verloren. Die Spieler aus London haben Plätze besetzt, die der HSV mit Amateuren hätte besetzen können. Das wäre besser gewesen. Zwei Jahre Aufbau-Arbeit sind verloren, dank Frank Arnesen. Dabei gibt es doch Spieler, die es könnten, die muss man nur suchen. Bei HSV aber wurde die bequeme Tour gefahren. Ein Toni Kroos oder ein Bastian Schweinsteiger sind doch auch nicht vom Himmel gefallen. Man muss aber schon suchen, in den Schoß fallen einem solche Talente nicht. Aber beim HSV denken sie schon seit Jahren so, das zieht sich durch den Club wie ein roter Faden. Da müsste meiner Meinung nach mal zusammengefegt werden – und dann müssten Köpfe rollen. Wobei ich nicht vom Vorstand spreche, da gibt es genügend andere Leute, die nichts machen oder nichts können.“

Wie wahr. Und genau deswegen zittern wir nun alle – wieder einmal um den HSV.

Ich gebe aber heute zu, dass ich seinerzeit, als es wieder einmal eine Minute vor Zwölf war, und zwar am 31. Januar 2007, so fest mit dem Abstieg des HSV gerechnet habe, wie vielleicht noch nie. Das erste Spiel des Jahres endete 1:1 in Bielefeld, dann gab es ebenfalls ein 1:1 zu Hause gegen Cottbus. Das war für mich das Ende – Abstieg. Thomas Doll wurde entlassen, es kam Huub Stevens. Der Retter. Der ließ die Null stehen – und gewann dann auch häufig. Ich habe es oft genug geschrieben: Stevens ist nicht mein Freund, wird es auch nie – aber für diese Leistung hätte man ihm eigentlich ein Denkmal setzen müssen. Neben dem Uwe-Seeler-Fuß. Und wer wird in diesem Jahr der Retter des HSV? Ich sehe noch keinen einzigen. Weit und breit nicht. Ich habe nur Angst. Und die ist längst so groß, wie im Januar 2007 – oder sogar noch größer. Ich gehe vom Schlimmsten aus, denn diese Mannschaft mag ja gute Fußballer in ihren Reihen haben, aber kämpfen kann sie nicht. Und da keiner von außen mit bestem Beispiel voran geht, wird sie es auch nicht mehr lernen.

Ich habe heute auch mit Bundesliga-Profi Nummer eins gesprochen. Harry Bähre, der war als Typ „Terrier“ ein echter und harter Kämpfer, will sich jedoch aus dem aktuellen Geschehen strikt heraushalten. Er sagte aber immerhin: „Ich mache mir, wie alle HSVer die ich kenne, ganz, ganz große Sorgen um den Club, denn so schlimm war es noch nie – obwohl es einige Male schon echt sehr schlecht um den HSV bestellt war.“ Ansonsten aber schweigt Harry Bähre. Es ist wohl die Angst, die ihn lähmt.

Was mich an der heutigen so prekären Lage des HSV stört: Wo gibt es denn noch einen Sascha Jusufi? Einen Profi, der sich wehren will, der dafür auch mal unbequem den eigenen Kollegen gegenüber wird? Der Tacheles spricht, der auf dem Rasen zur Sache geht, der Gras frisst? Solche Typen gibt es heutige nicht mehr. Auf jeden Fall nicht mehr beim HSV. Ich sehe ein solches Vorbild schon seit Jahren nicht mehr in diesem HSV. Und das ist das Gefährliche. Zumal sich der Club (wahrscheinlich wohl aus finanziellen Gründen? Ein Scherz!) nicht erlauben konnte, einen Typen wie Horst Heese zu verpflichten. Leider, Leider. Es wäre so schön gewesen, und es wäre gewiss auch ein kleiner Strohhalm gewesen. Wäre.

So wird sich der HSV an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen müssen. Ob ausgerechnet gegen Hoffenheim die Wende eingeläutet wird? Beim letzten Aufeinandertreffen in Sinsheim gab es einen 4:1-Erfolg des HSV. Das macht schon mal Mut. Am 11. Mai 2013 schossen Heung Min Son, Dennis Aogo, Petr Jiracek und Artjoms Rudnevs den Sieg heraus – drei Spieler davon spielen zurzeit nicht mehr für den HSV, einer (Jiracek) spielt, obwohl ihm eigentlich mal kämpferische Qualitäten nachgesagt wurden, nur eine Nebenrolle in Hamburg. In den bisherigen fünf Spielen zwischen Hoffenheim und dem HSV gab es drei Heimsiege und ein Unentschieden. Diesmal prallen die beiden Schießbuden der Liga aufeinander, denn die TSG hat bereits 42 Gegentreffer, der HSV bringt es „nur“ auf 41. Schlechtere Vereine gibt es in dieser Statistik nicht. Die Null muss stehen? Das wäre wohl ein kleines Fußball-Wunder, oder sogar ein größeres, wenn das morgen klappen sollte – oder überhaupt noch einmal in dieser Spielzeit.

Beim HSV gibt es personell noch einige Wackelkandidaten. Fest steht: Johan Djourou blieb in Hamburg zurück, wird also ein weiteres Mal fehlen. Beim heutigen Vormittags-Training war in Sachen Aufstellung nichts zu erkennen, im Abschlussspielchen standen sich zwei bunt durcheinander gewürfelte Mannschaften gegenüber. Pech für den HSV, dass Marcell Jansen mit einer Knie-Prellung auszufallen droht. Für ihn gäbe es zwei Kandidaten, die einspringen könnten: Slobodan Rajkovic und Zhin Gin Lam. Letzterer hat heute erstmalig in dieser Woche mit der Mannschaft trainiert, Rajkovic wäre plötzlich und unerwartet mittendrin statt nur dabei.

Und das erinnert mich dann an die erste kostenlose Vorführung des HSV gegen Hoffenheim – und zwar am 26. Oktober 2008 in Mannheim. Trainer Martin Jol hatte – im Übermut (?) – Joris Mathijsen als Linksverteidiger aufgeboten, Innenverteidiger waren Alex Silva und Bastian Reinhardt. Alle drei Herren wurden schwindelig gespielt, und nicht nur die. Nach 35 Minuten hieß es bereits 3:0 – es war ein Desaster. Auch deshalb, weil Mathijsen von innen nach außen gedrückt worden war. Das konnte er nun ganz und gar nicht. Und Rajkovic? Ich habe nichts gegen „Slobo“, aber Linksverteidiger? Da habe ich aber meine ganz großen Zweifel.

Auf der Sechs wird es diesmal wohl das Duo Bouy/Badelj geben – Tolgay Arslan bleibt draußen. Ich bin gespannt, ob Quasim Bouy die Sechs kann, aber er soll es ja offenbar können. Grundsätzlich ist mir die HSV-Sechs aber stets zu offensiv besetzt, nur wer erkennt das, wer hat es in den letzten Jahren erkannt? Keiner! Ja, und dann gibt es noch die linke Offensiv-Position: Hakan Calhanoglu oder Ivo Ilicevic? Das Rennen ist völlig offen. Ich würde mich (anstelle des Trainers) für Calhanoglu entscheiden, aus dem Bauch heraus. Und vorne Jacques Zoua. Oder Zoua raus, „Calle“ vorne und Ilicevic links. Wobei rechts Ola John wirbeln soll. Hoffentlich tut er es, hoffentlich hat er sich vom HSV-Virus noch nicht packen lassen.

Übrigens hat ein „Matz-abber“ heute beim Training einen interessanten Vorschlag gemacht: „Rafael van der Vaart sollte eine Verletzung bekommen oder kriegen, damit er mal eine schöpferische Pause einlegen kann. Weil er zuletzt ohnehin nicht viel gebracht hat . . .“ Es darf diskutiert werden.

So, dann hat heute Patrick Owomoyela noch einen Vertrag beim HSV unterschrieben: für die Zweite. Der Kontrakt läuft bis zum Sommer 2014.

Dann gibt es noch in eigener Sache zu berichten:

Der „Matz-ab“-Schreiber Lars Pegelow sitzt am Sonntag beim Doppelpass auf „Sport1“, die Sendung beginnt elf Uhr Und der „Matz-ab“-Schreiber Dieter Matz ist am Sonntag zu Gast bei „0800 – Du bist dr@uf!“, von 21.30 Uhr bis 23 Uhr auf Sky Sport News HD. Die HSV Fans können bei der Sendung von Maik Nöcker live mitdiskutieren, via Telefon, kostenfrei unter 08000 366466. Oder Twitter mit #ssnhd oder direkt an @Sky_MaikN.

Und wer immer mehr HSV braucht und will: Sportchef Oliver Kreuzer sitzt am Sonntag von 18 Uhr an vor dem Mikrofon von NDR 90,3, die Sendung „Sportplatz Hamburg“ wird von Britta Kehrhahn moderiert.

Bereits am Sonnabend, nach dem Schlusspfiff in Sinsheim, werden wir mit „Matz ab live“ über das Spiel sprechen, unsere Gäste sind Lotto King Karl (der zurzeit allerdings ein wenig schwächelt – ich drücke ihm und uns die Daumen, dass er rechtzeitig gesund wird!) und der frühere Volleyball-Bundestrainer (und heutige „Matz-abber“) Olaf Kortmann. Wir würden uns freuen, wenn Ihr einschalten würdet. Vielen Dank dafür.

Und dann noch ein Hinweis: „Scholle“ wird diesen Text noch ein wenig ergänzen – hat er gesagt. Das sollte zeitnah geschehen. Also immer noch einmal hier hineinschauen. Danke. Bis morgen.

***Ergänzung***
Robert Tesche steht – mal wieder – dem Vernehmen nach kurz vor einem Wechsel ins Ausland. Noch ist der Transfer aber nicht beschlossen. Sollte sich hier noch etwas tun, melde ich mich noch mal.

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Aktualisiert

Laut Tesches Berater Roland Kopp hat sich der Wechsel des HSV-Mittelfeldspielers zerschlagen. Die Engländer – es war von Wigan Athletic die Rede – hätten ihr Interesse zurückgezogen.

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Und dann bat mich Eva noch, einen offenen Brief hier reinzustellen. Oder besser gesagt, den Text und einen wichtigen Link dazu. Und das mache ich gern, weil es eine gute Sache ist. Und weil ich mir sicher bin, dass diese Mannschaft Hilfestellung von außen unbedingt braucht, da sie sich selbst momentan nicht helfen kann. Daher, hier der Text:

Verschwört Euch gegen die Umstände, die sich gegen Euch verschworen haben! Überwindet gemeinsam alle Widerstände!
Liebe Mannschaft!
Lieber Bert, Rafael, René, Jaroslav, Sven, Florian, Michael, Heiko, Johan, Lasse, Jonathan, Slobodan, Marcell, Dennis, Zhi Gin, Tomás, Milan, Matti, Gojko, Ouasim, Tolgay, Kerem, Robert, Petr, Hakan, Ivo, Ola, Pierre-Michel, Maxi, Jacques, Valmir
seit dem Wochenende wissen alle HSVer, was die Stunde geschlagen hat. Die Lage ist ernst, sehr ernst.
Gemeinsam können wir, Ihr Spieler und wir Fans, das Ruder herumreißen.
Ihr seid die Mannschaft des HSV. Wir sind die leidenschaftlichen Fans. Gemeinsam sind wir ein TEAM!!!
Lasst es uns gemeinsam anpacken.
Der Verein befindet sich im Umbruch.
Lasst uns daraus eine positive Aufbruchstimmung machen.
Teilt uns mit, wie wir Fans Euch unterstützen, Euch helfen können.
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Kurz – aber präzise. Wer diesen Brief an die Mannschaft unterschreiben will, kann das hier tun:

wir-sind-ein-team@gmx.de

Und ich bin auf die Reaktion der Mannschaft gespannt. Schon in Hoffenheim werden wir sehen können, ob diese Mannschaft noch ein Team ist. Denn wenn stimmt, was mir heute in einem langen Telefonat erzählt wurde, steht diese Mannschaft ziemlich hilflos da. Aufgeteilt in Grüppchen. Mit einem Kapitän, der intern Gift und Galle spucken soll. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Frust ausschließlich dazu führt, dass Rafael van der Vaart vorwegmarschiert…

In diesem Sinne, auch von mir noch mal: Euch allen einen schönen Freitagabend und hoffentlich bis morgen, wo wir nach dem ersten, kleinen schritt in die richtige Richtung bei Matz ab live darüber diskutieren, wie gut van der Vaart doch noch sein kann.

Oder so ähnlich zumindest.

Scholle

Kreuzer: „Unser Nachwuchs ist nicht so schlecht wie sein Image!“

13. Oktober 2013

Ein freies Wochenende für die Profis, diesmal zwei ganz legale und unumstrittene freie Tage – Erholung pur beim HSV, auch wenn neun Nationalspieler mit ihren Teams rund um den Erdball unterwegs sind. Richtig viele von ihnen haben am Freitag ja nicht gespielt. Nur Rafael van der Vaart (8:1 gegen Ungarn) für die Niederlande und Marcell Jansen standen 90 Minuten auf dem Rasen. Dazu kamen sechs Minuten für Petr Jiracek beim 4:1 der Tschechen auf Malta. Alle anderen, Westermann, Adler, Drobny, Djourou (mit der Schweiz für die WM qualifiziert) und Calhanoglu saßen draußen. Jacques Zoua spielt erst heute Abend mit Kamerun gegen Tunesien. Aber auch in Ordnung: so können sich nicht viele verletzen und geht am Dienstag bei der nächsten WM-Quali-Runde alles gut, kann Bert van Marwijk mit voller Mannschaft aufs Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart am kommenden Wochenende gucken.

Ich hatte mich eigentlich gefreut auf die U 23 des HSV und das Spiel gegen Oldenburg, das dann ja wegen des kurzen aber heftigen Regens ausgefallen ist (dadurch ist das Team auf einen Abstiegsplatz zurück gefallen). Schon vorher hatte ich mich telefonisch mit Oliver Kreuzer verabredet, um mit ihm einmal einen Bereich zu durchleuchten, für den er bislang noch keine Zeit hatte, seit er beim HSV unter Vertrag ist: den Nachwuchs.

„Ich habe wirklich noch keine Gelegenheit gefunden, mir ein Spiel der U 19 oder U 17 anzugucken“, sagte Kreuzer. „Es war einfach zu viel los in den ersten Monaten. Die Transferphase, dann der Trainerwechsel. Aber jetzt hoffe ich, mich mehr in diesen Bereich einzuarbeiten.“ Generell hat Oliver Kreuzer ganz klare Vorstellungen, wie er die Talentschmiede des Vereins gestalten möchte. Und auch seine Einschätzungen zum Status quo sind sehr interessant. „Der HSV-Nachwuchsbereich hat ein schlechtes Image. Das habe ich schon mitbekommen“, so Kreuzer. „Aber in den vergangenen Jahren wurde hier längst nicht so schlecht gearbeitet, wie es immer heißt. Es sind viele Spieler aus dem Nachwuchs des HSV hervor gegangen, die den Weg in den Profifußball gefunden haben. Wenn dies nicht in Hamburg geklappt hat, liegt es nicht an den Verantwortlichen beim Nachwuchs, sondern an den Verantwortlichen für den Profibereich. Die jungen Spieler, die gegangen sind, sind nicht aus Unzufriedenheit mit dem Nachwuchsbereich des HSV gegangen.“

Klare Ansage von Kreuzer, die den Fakten zunächst standhält. Beim Durchforsten der Bundesliga und der Zweiten Liga bin ich auf Anhieb auf 17 Spieler gestoßen, die einmal in Ochsenzoll die Raute getragen haben. Sidney Sam, Heung Min Son, Levin Öztunali (alle Bayer Leverkusen), Eric-Maxim Choupo-Moting, Dani Schahin (beide Mainz 05), Tunay Torun (VfB Stuttgart), Änis Ben-Hatira (Hertha BSC), Alexander Meier (Eintracht Frankfurt), Raphael Wolf (Werder Bremen), Ken Reichel (Eintracht Braunschweig), Wofgang Hesl, Tom Mickel (beide SpVgg Greuther Fürth), Rouwen Hennings (Karlsruher SC). Dazu kommen die vier beim HSV, also Tolgay Arslan, Maximilian Beister, Zhi Gin Lam und Jonathan Tah. Darüber hinaus gibt es einige, die in der U 23 des HSV waren, als sie irgendwo anders dem Jugendbereich entstiegen sind. Karim Guede (SC Freiburg), Deniz Dogan (Braunschweig), Rene Klingbeil (Erzgebirge Aue) oder Charles Takyi (Energie Cottbus) gehören dazu. Im Einzelfall kann man sich unterhalten, wie groß der Einfluss der HSV-Coaches auf die Entwicklung dieses oder jenes Spieler war, ob nicht zum Beispiel ein Arslan sein Rüstzeug viel eher in Dortmund erhalten hat – am Ende bleibt doch aber eine beachtliche Liste.

„Es ist einfach, die HSV-Nachwuchsarbeit pauschal in einen Topf zu schmeißen und abzuqualifizieren. Einer sagt, hier herrscht Chaos, der nächste transportiert es weiter – so entsteht auch ein Bild, und zwar ein zu negatives“, meint Kreuzer. Man könnte auch sagen, dass aus dem Vereins-Nachwuchs angesichts ziemlich chaotischer Rahmenbedingungen noch eine überraschend hohe Anzahl von Spielern nach oben gekommen ist. Mit Stefan Böger, Stephan Hildebrandt, Jens Todt, Paul Meier, Bastian Reinhardt und zuletzt Michael Schröder waren eine Unzahl Nachwuchsleiter am Ruder, das ist das Kernproblem. „Hier muss Kontinuität rein“, weiß Oliver Kreuzer. „Jeder Chef setzt andere Prioritäten und hat unterschiedliche Ideen.“ Aktuell sieht er das Duo Schröder und Dieter Gudel jedenfalls auf einem guten Weg.

Beim Blick auf die jüngere Vergangenheit, die unter Sportchef Frank Arnesen, fällt Kreuzer ein zwar vorsichtiges, aber doch deutlich negatives Urteil, ohne nachkarten zu wollen. „Ich stecke da nicht zu einhundert Prozent im Detail, war ja auch nicht dabei in der letzten Saison. Aber es scheint mir zu viel Unruhe gewesen zu sein, weil viele Trainer mit ihren Verträgen lange in der Schwebe hingen. Das geht natürlich nicht.“ Ganz konkret ärgert sich Oliver Kreuzer, dass Levin Öztunali nicht in Hamburg gehalten wurde. „Ich glaube nicht, dass dem HSV viele Topspieler aus den eigenen Reihen durch die Lappen gegangen sind. Nach dem, was ich gehört habe, bildet Öztunali da eine Ausnahme. Ihn hätte man wohl halten können und auch müssen.“ Im Streit, auch mit dessen Großvater Uwe Seeler, ist Öztunali bekanntlich zu Bayer Leverkusen gegangen und hat dort im Alter von 17 Jahren auch schon einige Bundesliga-Einsätze hinter sich. Kreuzer: „Keine Ahnung, wer da genau welche Rolle gespielt hat. Aber wenn man verschiedene Leute nicht verärgert hätte, wäre es machbar gewesen, Öztunali zu halten.“

Das ist dem HSV und Frank Arnesen bei Jonathan Tah gelungen. „Er ist natürlich ein Glücksgriff“, freut sich Kreuzer. „Ein guter Junge, der zeigt, dass in unserer Nachwuchsarbeit auch eine Menge richtig läuft.“ Ohnehin, so der Sportchef, zeigten auch aktuelle Ergebnisse, dass einem für die Zukunft nicht bange sein müsse. „Unsere U 18, U 17 und U16 stehen in ihren Ligen top da. In der U 17 haben wir zum Beispiel sechs Nationalspieler. Aber darüber berichtet natürlich keiner…“ Stattdessen stehen die älteren Jahrgänge im Vordergrund. Die U 19 von Otto Addo und auch die U 23 von Rodolfo Cardoso krebsen am Tabellenende herum. „Im Mittelpunkt steht der Ausbildungsaspekt“, hält Kreuzer dagegen. „Es kann immer mal wieder Jahrgänge geben, in denen es nicht so gut aussieht. Außerdem sind in unserer U 19 viele jüngere Spieler, das erschwert gute Ergebnisse.“

Was die Zukunft von Rodolfo Cardoso angeht, sieht Kreuzer die Zeit der Entscheidung noch nicht gekommen. Im Moment ackert der Argentinier in Köln an seiner Fußball-Lehrer-Lizenz (bzw. gerade in Hamburg im Praktikum unter Bert van Marwijk), danach werde man weitersehen, so Oliver Kreuzer.

Auf dem ersten Treffen mit allen HSV-Scouts vor einigen Wochen hat Kreuzer seine Philosophie dargestellt. „Ich habe gesagt, dass wir versuchen müssen, die Jungs in den ‚goldenen Jahren’ zu uns zu bekommen. Also Spieler zwischen 12 und 14, ab diesem Alter können wir sie hervorragend ausbilden.“ Im Vordergrund, auch das hat Kreuzer den Scouts mitgeteilt, steht dabei der Hamburger und der norddeutsche Raum. „Es muss unser Anspruch sein, hier führend tätig zu werden.“ Außerdem sollen HSV-Trainingslager in Süddeutschland durchgeführt werden, um sich auch dort zu positionieren.

Eine zentrale Rolle soll in Zukunft der HSV Campus spielen. Das neue Nachwuchszentrum neben dem Stadion im Volkspark soll 2015 in Betrieb gehen. „Dann entsteht eine viel größere Nähe zwischen Profis und Nachwuchs. Der Sportchef oder auch der Trainer können viel einfacher mal bei der Jugend zugucken, die Wege sind kürzer. Davon verspreche ich mir sehr viel“, sagt Oliver Kreuzer. Kommen die Baugenehmigungen demnächst, dann soll im Februar 2014 der Spatenstich für dieses Projekt erfolgen.

Soweit also Oliver Kreuzer, dessen Aussagen durchaus als Gegenpunkt zu Thomas von Heesen verstanden werden können, den ich hier vorgestern zitiert habe. Ich bin gespannt, wie Ihr Kreuzers Einschätzungen und Vorstellungen beurteilt. Vieles ist noch Theorie, klar, kann es zu diesem Zeitpunkt aber auch nur sein. Da kann man ihm nur viel Glück bei der Umsetzung wünschen.

Vorgestern hat die HSV-Führung auf der eigenen Homepage eine Erklärung abgegeben. Vielleicht haben einige von Euch das schon gelesen – falls nicht, hier ist sie:

Gemeinsame Erklärung zur Strukturdebatte

Aufsichtsrat und Vorstand des HSV erklären gemeinsam, dass sie in ihrer Eigenschaft als Organe des Vereins keinerlei Stellungnahmen zu derzeit diskutierten Modellen für eine Strukturänderung des HSV abgeben werden. Beide Gremien sind sich einig darüber, dass die Entscheidung hierüber ausschließlich beim obersten Organ des Vereins, der Mitgliederversammlung, liegt.
Der Vorstand wird sich im Rahmen seiner operativen Verantwortung grundsätzlich intern mit fachlichen Fragen aller angedachten Modelle zur Strukturänderung beschäftigen, um so bestmöglich auf Fragen der Mitglieder auf der Mitgliederversammlung im kommenden Januar vorbereitet zu sein.

Sollte in der Vergangenheit durch persönliche Äußerungen einzelner Vorstandsmitglieder der Eindruck entstanden sein, der Vorstand habe sich bereits für oder gegen ein Modell oder eine Struktur ausgesprochen, so ist dies falsch.

Als ich diese Sätze gelesen habe, habe ich mich doch stark gewundert. Manfred Ertel, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, hat lange Interviews zu diesem Thema gegeben. Sein Kollege Jürgen Hunke hat vor zehn Tagen ein eigenes, neues Strukturmodell zum Besten gegeben. Und auch Carl Jarchow, der Vereins-Boss, hat klar Stellung bezogen. Alle anderen dürfen das jetzt nicht mehr? Oder bedeutet der Einschub am Anfang („… in ihrer Eigenschaft als Organe…“), dass sich doch alle äußern dürfen, aber nur mit einer Privat-Meinung, nicht aber stellvertretend für Aufsichtsrat oder Vorstand? Hat irgendwer je bestritten, dass am Ende die Mitglieder entscheiden werden?

Ich denke, dass viele der Amtsinhaber durch ihre ganz spezielle Kenntnis und Sichtweise des Vereins die Debatte über eine mögliche Reform beleben könnten. Es geht doch bitteschön nicht um einzelne Personen, sondern um eine grundsätzliche Ausrichtung des Vereins. Da müssen die Experten von innen doch nicht zwingend den Experten von außen das Feld überlassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ausreicht, alles erst am 19. Januar 2014 auf der Mitgliederversammlung zu besprechen. Dafür ist das Thema, sind die Modelle, doch zu vielschichtig. Und überhaupt: was soll das, das eigene Schweigen anzukündigen? Keiner wird gezwungen, sich zu äußern – das war bislang nicht so und wäre bis zum Januar nicht anders. Wie auch immer, bis dato – entschuldigung, dieser Seitenhieb muss sein – sind noch alle Ankündigungen des Aufsichtsrates, dass Ruhe einkehre und nicht mehr vielstimmig nach außen kommuniziert werde, gescheitert.

Morgen kommt wieder Leben auf den Trainingsplatz neben dem Stadion. Um 15 Uhr geht’s los, wahrscheinlich wieder mit Kerem Demirbay, der seinen Muskelfaserriss überstanden hat. Scholle ist auch dabei. Dann beginnt die Stuttgart-Woche. Zur sportlichen Situation des HSV nach dem 5:0 in Nürnberg hat sich Uwe Seeler auf der Frankfurter Buchmesse geäußert: „Siege geben ja Selbstvertrauen. Nur: Man darf das nicht überbewerten, man muss es so nehmen wie es ist und jetzt nachlegen gegen Stuttgart. Ich hoffe sehnlichst, dass da jetzt wieder ein bisschen mehr Ruhe einkehrt und der neue Trainer Bert van Marwijk den Verein wieder ins ruhige Wasser bringt. Der neue Trainer hat eine klare Vorstellung, die er durchsetzen muss. Er hat ja viel Erfahrung.“ Ein besonderes Lob von Uns Uwe erhielt Hattrick-Schütze Pierre Michel Lasogga. „Der ist ein Bombentyp“, sagte Seeler.

Einen schönen Restsonntag wünscht
Lars

Viel Optimismus beim “neuen” HSV

1. Juli 2013

Der HSV ist wieder da! Noch nicht der ganze HSV, aber immerhin. Einige. Angeführt von den „Altmeistern“ Rafael van der Vaart, Sven Neuhaus und Paul Scharner tummelten sich vor den 500 Kiebitzen, die am Rande standen, Spieler wie Maximilian Beister, Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Matti Steinmann, Ivo Ilicevic, Tolgay Arslan, Jonathan Tah, Jacopo Sala Valmir Nafiu, Florian Stritzel und der Neuzugang aus Dortmund, Kerem Demirbay, auf dem Rasen herum. Der Rest der Truppe, die Nationalspieler, die noch nach Beendigung der Bundesliga-Saison für ihre Länder im Einsatz waren, kommen entweder am Donnerstag zurück nach Hamburg – oder sie kommen direkt ins Trainingslager im österreichischen Zillertal, das am Freitag beginnen wird. Ansonsten war das heute ein relativ verhaltener Beginn, es wurde weder außergewöhnlich trainiert, noch gab es das eine oder andere Highlight zu sehen. Ich hatte das Gefühl, dass man sich erst wieder aneinander gewöhnen muss, denn es wurde während der Einheit weder viel oder häufig miteinander gesprochen, noch gab es ein Lachen oder andere Gefühlsausbrüche. Das Pensum wurde cool abgespult. Ilicevic und Arslan machten übrigens nicht alle Übungen mit, sie haben immer noch Nachwirkungen alter Verletzungen zu verkraften. In einem abschließenden Spielchen schoss Kerem Demirbay die ersten beiden Tore und hinterließ auch sonst einen guten Eindruck. Ich werde später darauf noch einmal zurückkommen.

Zunächst aber zum Mann des Tages. Zu jenem Herrn, der im Mittelpunkt oder im Blickpunkt des Vormittags stand: Rafael van der Vaart. Der Niederländer sagte nach dem Training, was viele schon während der Einheit staunend festgestellt hatten: „Ich habe mich ganz kurz auf die Waage gestellt und bin dann ganz schnell wieder abgesprungen.“ Während des Trainings hatte ein HSV-Fan schon ein wenig überzogen gespottet: „Van der Vaart sagt sich: Ich bin zwei Ölfässer . . .“ Und ein älterer Herr fühlte sich an frühere Zeiten erinnert: „Ist Buffy Ettmayer zurück . . ?“ Ganz so schlimm war es dann doch noch nicht. Unübersehbar aber war, dass der „kleine Engel“ ein wenig, ein klein wenig, zugelegt hat. Für Trainer Thorsten Fink dennoch kein Grund, zu meckern oder gar auszurasten. Völlig ruhig sagte der Coach: „Es gibt allgemein keine besonderen Auffälligkeiten.“ Auf die Lacher in der Runde hin sagte der Coach: „Haben Sie etwas gesehen?“ Dann fuhr er fort: „Es ist klar, dass man im Urlaub leicht zunimmt. Meine Erfahrung sagt, dass man seine Läufe machen soll, die Spieler haben ja alle ein kleines Programm mit in den Urlaub bekommen, alles andere ergibt sich dann im Laufe der Vorbereitungszeit. Und meine Erfahrung sagt mir, dass man sich im Urlaub schon ein wenig ausruhen soll, wenn man das nicht macht, dann wird es während der Saison auch mal schwierig.“

Rafael van der Vaart befand zum ersten Trainings-Tag der neuen Saison: „Es ist immer wieder schön, anzufangen, auch wenn es nach dem Urlaub hart ist. Trotz allem ein guter Tag, die Sonne scheint, die Plätze sind super – es passt.“ Zu seinem Gewicht befand der Niederländer: „Ich habe ein wenig zu viel auf den Rippen, aber ich kann im Trainingslager ja wieder abnehmen. So schlimm ist das alles nicht. Einmal im Jahr vier, fünf Wochen Urlaub zu haben, das tut uns ganz gut, dann genießt man – und das habe ich getan.“

Zur sportlichen Lage des HSV sagte van der Vaart: „Es sind schon ein paar Neue da, und hoffentlich bekommen wir auch noch einen Stürmer, das ist die wichtigste Position. Einer der ein paar Tore macht und uns weiterhilft, dann können wir einen Platz in der Europa League angreifen. Aber wir brauchen noch Qualität.“ Und speziell zu Roque Santa Cruz, der ja immer noch gedanklich über dem Volkspark schwebt, urteilte v.d.V.: „Wenn er käme, wäre das schon super. Ein großer Name, ein großer Spieler – ich hoffe, dass er kommen wird, seinen solchen Mann brauchen wir. Würde er uns verstärken, wäre es für uns sicherlich etwas einfacher.“ Und dann fasste der HSV-Kapitän noch kurz und treffend zusammen: „Der HSV muss ganz einfach in Europa spielen, alles andere ist nichts wert.“

Dazu muss aber noch einiges mehr passieren – als zum Beispiel in der vergangenen Saison. Die Achterbahn-Fahrt sollte sich möglichst nicht wiederholen. Das weiß auch die „ewige 23“: „Wir müssen konstanter werden, ganz klar. Es kann doch nicht sein, dass man in Dortmund ein Super-Spiel abliefert und gewinnt, und dann zu Hause nicht nachlegen kann. Das müssen wir ändern, denn die Konkurrenz ist sehr hart.“ Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft, denn der Niederländer sagt auch noch: „Wenn der neue Verteidiger sehr gut ist, dazu noch Santa Cruz, und wir haben eine gute Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern, dann können wir uns freuen. Ich hoffe darauf.“

Und die Voraussetzungen sind ja in diesem Jahr nicht die schlechtesten, denn mit Jacques Zoua und Johan Djourou, der heute den sporttauglichen Test bestand und einen Ein-Jahres-Leihvertrag unterschrieb, sind bereits zwei neue Spieler verpflichtet – und Nummer drei und Nummer vier stehen bereits vor der Tür. Santa Cruz zum Beispiel soll bis zum Mittwoch, spätestens aber bis diesen Donnerstag erklärt haben, ob er zum HSV kommen will – oder nicht. Im Moment, so sagen es Insider, hat Malaga aber wohl die besten oder besseren Karten. Dazu gesellten sich auch noch als Interessenten – neben dem HSV – Stoke City und der FC Bologna. Und bei Lasse Sobiech sieht es so aus, dass sich der HSV mit dem Spieler wohl einig ist, noch nicht aber mit dem abgebenden Verein Borussia Dortmund. Aber auch das soll und könnte sich schnell ändern.

Thorsten Fink wirkte ob dieser Lage optimistisch: „Ich bin jetzt erst einmal zufrieden, denn wir haben schon gute Einkäufe getätigt. Und natürlich wäre ich noch mehr zufrieden, wenn wir noch etwas mehr tun könnten.“ Grundsätzlich aber sagte der Coach: „Ich bin froh, dass die Arbeit auf dem Platz wieder beginnt, das ist mein Thema, und das wir jetzt schon zwei Spieler haben, dass ist auch wichtig. So kann man früh gemeinsam arbeiten und reinkommen, und man kann gleich am Anfang da sein. Gleich am ersten Spieltag da zu sein, das ist ganz wichtig, dass man nicht gleich der Musik hinterher läuft.“ Wie im vergangenen Sommer.

Über den stürmenden Neuzugang Zoua verriet Fink: „Das ist ein junger Mann, der hier nicht gleich 20 Tore schießen soll. Er ist erst 21 Jahre alt, der hervorragende Qualitäten hat, der ins System passt – er ist ein Spieler, den wir gebraucht haben, den ich mir gewünscht habe.“ Über Roque Santa Cruz sagte Thorsten Fink: „Ein guter Spieler, natürlich, aber ich weiß gar nicht, warum alle Leute schon so darüber Bescheid wissen, wieso darüber schon gesprochen wird und wurde, denn ich haben niemandem etwas gesagt. Roque ist ein hervorragender Stürmer, der ins System passt, der schnell ist, der technisch super ist – und der vor allem auch charakterlich ganz stark ist. Aber ob das mit der Verpflichtung jetzt etwas wird, das müssen wir nun mal abwarten.“

Sollte Santa Cruz nicht kommen, dann hat der HSV, das verriet Sportchef Oliver Kreuzer, auf jeden Fall auch einen Plan B in der Tasche. Fink: „Wir sind immer vorbereitet, alles andere wäre ja schlecht, Letztlich aber müssen wir schauen, ob und wie etwas geht, das ist ja auch eine finanzielle Frage. Ein neuer Mann muss ja besser sein, als die Stürmer, die wir haben, und er darf natürlich nicht zu teuer werden. Und dafür muss man schon sehr weit gucken – aber wir haben sicherlich auch schon etwas im Auge.“

Ich bin gespannt, wie sich die jungen Leute im Team entwickeln und präsentieren werden. Hakan Calhanoglu (der in der Türkei noch an der U-20-WM teilnimmt) und Kerem Demirbay, der heute schon mal einen vielversprechenden Eindruck hinterließ. Thorsten Fink über den aus Dortmund geholten Mittelfeldspieler: „Er ist ein Achter. Technisch ein sehr guter Mann, guter linker Fuß, der erste Eindruck war positiv – aber das alles habe ich schon vorher gewusst, denn sonst hätten wir ihn ja nicht gekauft . . .“ Fink ergänzend: „Kerem hat in der dritten Liga beim BVB schon Verantwortung übernommen, er war Stammspieler, er wird bei uns bleiben. Und wenn er dann gut ist, wenn er dann besser ist als andere – warum soll er dann nicht bei uns spielen. Natürlich ist das Tempo in Liga ein höher als in Liga drei, man wird sehen, wie er damit umgehen kann – und mir hat Jürgen Klopp schon mal zu mir gesagt, dass wir da der Borussia einen guten Mann weggeschnappt haben. Ich habe nur Gutes über Kerem gehört. Er ist gut in der Spieleröffnung und er hat keine Angst. Wir brauchen Spieler, die keine Angst haben. Weil wir auf Dauer nicht im Mittelmaß bleiben wollen.“

Und noch ein junges Talent stand im Blickpunkt: Jonathan Tah. Der Innenverteidiger könnte, wenn zwei (oder drei) sich streiten (Djourou, Sobiech, Heiko Westermann) durchaus der lachende Mann sein. Fink über den Jugend-Nationalspieler: „Er macht ja noch sein Abitur, und das ist auch gut so, denn wenn man noch ein zweites Standbein hat, ist das immer eine gute Sache. Er ist ein hervorragender Spieler, ein riesiges Talent, ich bin fest davon überzeugt, dass er sich in Zukunft bei uns durchsetzen wird. Ich werde ihn auf jeden Fall fördern und fordern, und trotzdem muss man wissen, dass er ja aufgrund der schulischen Anforderungen nur zweimal die Woche mit und bei uns trainieren kann. Aber die Schule ist ja auch wichtig.“ Dann fügt Fink hinzu: „Letztlich aber ist es so: Wenn er besser ist als andere, dann wird er auch spielen.“

Harte Zeiten also für Paul Scharner, Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic (der noch nicht in Hamburg weilt), da muss man kein Prophet sein. Sportchef Kreuzer zur Lage der Innenverteidiger: „Wir haben gesagt, dass wir wahrscheinlich mit Heiko Westermann, mit Johan Djourou, mit wahrscheinlich Lasse Sobiech und mit dem Riesen-Talent Jonathan Tah in die Saison gehen wollen. Das würde bedeuten, dass die anderen drei Innenverteidiger es schwer haben werden, in den Kader zu kommen. Da muss man mit offenen Karten spielen, das habe ich den Spielern oder ihren Beratern auch schon gesagt. Das sind keine Spieler, die aussortiert werden, das sind Spieler, die ganz normale Kader-Spieler, aber sie müssen wissen woran sie sind, und das habe ich getan.“

Und dann gibt es ja noch die drei „Aussortierten“ Marcus Berg und Gojko Kacar werden in nächster Zeit bei und mit der Regionalliga-Mannschaft von Rodolfo Cardoso trainieren (müssen), und auch Robert Tesche würde es so ergehen, aber der weilt zurzeit im Ausland. Panathinaikos Athen hat angefragt, und nun wartet Kreuzer auf ein vernünftiges Angebot aus Griechenland.

So, dann gibt es noch zwei Dinge, die ich am Sonntag geschrieben habe und zu denen ich mich jetzt noch einmal – wie versprochen – schlau gemacht habe.
Erst ging es um die Hamburger U-15-Auswahl, die zurzeit in Duisburg ein Turnier spielt. In diesem HFV-Team steht ein (ich wiederhole: ein) HSV-Spieler – und bis auf einen Spieler aus Curslack und einen vom ETV – dazu nur noch St.-Pauli-Spieler. Insider wissen, dass es schon seit Jahren Ärger, Krach oder eine gewisse Disharmonie zwischen dem HSV und dem HFV gibt, und deswegen tritt diese U-15-Auswahl auch in genau dieser Zusammenstellung an. HSV-entschlackt.

Ich sprach darüber mit dem Hamburger Verbands-Trainer Uwe Jahn und fragte, wieso der Streit immer noch nicht beigelegt worden ist. Jahn: „Wir haben die Zusammenarbeit damals nicht aufgekündigt, sondern der HSV. Das Schreiben trägt die Unterschriften von Nachwuchs-Chef Bastian Reinhardt und dem Jugend-Chef-Trainer Paul Meier.“ Der bisherige Sportchef Frank Arnesen, der von diesem Schreiben – und der verfahrenen Hamburger Situation wusste, hat dazu nie Stellung bezogen. Uwe Jahn hat im Herbst und zuletzt im November Gespräche mit dem neuen HSV-Nachwuchs-Chef Michael Schröder geführt, um die Situation zu bereinigen, aber der Verbands-Trainer sagt heute: „Michael Schröder wollte sich wieder bei mir melden, das aber ist bis heute nicht passiert.“

Auch Club-Chef Carl-Edgar Jarchow hatte sich diese Dinge angehört und wollte sich in irgendeiner Form einschalten, aber auch das ist bislang unterblieben. Offenbar will der HSV immer noch keine Zusammenarbeit. Obwohl ich mir – als Außenstehender, aber früher selbst einmal Auswahlspieler – vorstellen könnte, dass es für den einen oder anderen Jugendlichen sehr wohl schon eine sehr gute bis hervorragende Sache wäre, für die Auswahl des Hamburger Fußball-Verbandes zu spielen. Uwe Jahn teilt meine Auffassung, sagt aber auch resümierend (und ein wenig traurig?): „Im Prinzip hat sich der HSV aus der Hamburger Fußball-Familie verabschiedet . . .“

Punkt zwei, den ich aufklären wollte, war das Gerücht um die „Struktur-Veränderer“ im HSV, Ernst-Otto Rieckhoff und Jürgen Hunke. Ich hatte zuletzt (frohlockend) geschrieben, dass sich nicht nur diese beiden Herren zum Wohle der Sache und zum Wohle des HSV arrangiert haben und zusammenarbeiten wollen, sondern dass auch frühere Feindschaften ruhen, um die gute und lebensnotwendige Sache voranzutreiben. Daraufhin erhielt ich Post und Anrufe, dass dem wohl nicht ganz so sei. Rieckhoff hätte in Anschreiben an seine Unterstützer unter anderem auch diesen Satz geschrieben:

„Um Missverständnissen aus Presseveröffentlichungen vorzubeugen: Ich hatte einen Dialog mit Jürgen Hunke, ich arbeite aber nicht an einem gemeinsamen Konzept mit ihm.“

Ich habe heute mit Ernst-Otto Rieckhoff telefoniert und mir den Stand der Dinge mal schildern lassen. Er sagte mir: „Ich arbeite mit mehreren Leuten an einem Konzept, das mehrheitsfähig sein wird. Ich arbeite nicht mit Jürgen Hunke zusammen, aber wir haben miteinander gesprochen und werden auch weiterhin den Dialog suchen. Das soll aber auch nicht heißen, dass wir gegeneinander arbeiten.“

Das mit dem „gegeneinander“ wirkte auf mich wie eine Erleichterung. Es geht nämlich nur miteinander – und nicht gegeneinander. Wird zerstritten an diesem wichtigen Punkt im Leben (jawohl, im Leben) des HSV gearbeitet, hat keine Gruppe eine Chance. Das sollten alle, nicht nur die beiden Herren Rieckhoff und Hunke, erkennen. Es kann jetzt nur noch um den HSV, um diese drei für uns alle so wichtigen Buchstaben gehen, und um nichts anderes, um keine Eitelkeiten jeglicher Art. Nur der HSV sollte jetzt noch im Mittelpunk aller Aktivitäten stehen, und alle anderen Sachen wie Animositäten oder Feindschaften sollten endlich einmal ruhen oder am besten ganz und für immer vergessen werden.

Bitte, ihr lieben Leute, bitte denkt nur an diesen Verein und an diese Buchstaben – und nicht (so sehr) an euch!

Dann gibt es noch eine neue Partnerschaft; die meisten werden es, vielen dank dafür, schon aus der Bild erfahren haben – ich schreibe es trotzdem:

Der HSV hat mit Coca-Cola einen neuen Partner gewonnen, der die Rothosen ab dem 1. Juli unterstützen wird. Der Getränkehersteller versorgt als offizieller Supplier des HSV mit Beginn der neuen Saison die Besucher der Imtech Arena und die Mannschaft mit einer breiten Palette alkoholfreier Getränke und wird mit ausgewählten Werbepräsenzen im Umfeld der Arena und des Stadions sichtbar sein. Der neu abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Coca-Cola eine starke Marke für uns gewinnen konnten”, sagt Joachim Hilke, Vorstand Marketing/Kommunikation des HSV. “Die Partnerschaft mit einem weltbekannten und ebenso traditionellen wie innovativen Unternehmen ist ein Gewinn für den HSV und gleichzeitig Beweis für die Bekanntheit und Stärke der Marke HSV.”
„Der HSV gehört zu den ersten Adressen der Fußball-Bundesliga und Aushängeschildern der Hansestadt Hamburg. Wir freuen uns sehr, dass wir nach zehn Jahren gemeinsam mit dem HSV wieder eine Partnerschaft eingehen”, sagt Jens Arne Jänecke, Geschäftsleiter Nord von Coca-Cola. “In diesem Rahmen werden wir neben der Getränkelieferung auch verschiedene Aktionen innerhalb und außerhalb des Stadions für die HSV-Fans durchführen”.

PS: Morgen, am Dienstag, wird in Etappen beim HSV trainiert. Weil es vor allem um die Laktatwerte, die gemessen werden, geht. Morgens um 10 Uhr beginnen fünf Spieler mit dem Training auf dem Rasen an der Arena, der Rest ist innen drin beschäftigt – und umgekehrt. Auch am Nachmittag soll und wird es wohl so laufen (von 15 Uhr an).

PS: Das DFB-Pokalspiel des HSV beim SV Schott Jena findet am 4. August (Sonntag) statt, Anpfiff ist um 16 Uhr.

PSPS: Thorsten Fink trägt zurzeit übrigens einen Vollbart. Ob der dran bleibt? Der Trainer ließ es offen. Vorerst wohl auf jeden Fall, denn Fink sagt: „Ich überlegen noch, ob er dran bleibt, aber meiner Frau gefällt es so – deswegen bleibt er auch erst einmal dran.“

Und ganz zum Schluss: Ich entschuldige mich für diesen langen, viel zu langen Text, ab morgen versuche ich mich wieder einzukriegen. Gute Nacht!

18.21 Uhr

“Ruhig bleiben, nicht von Europa reden”

14. April 2013

War der HSV nun so stark, oder war Mainz 05 so schlecht wie nie? In der Redaktion gingen darüber die Meinungen auseinander. Letztlich war und ist es unwichtig, denn die Talfahrt ist gestoppt worden. Vielleicht war es sogar so, dass der HSV besser war als zuletzt, und Mainz hat nur seinen Trend fortgesetzt, denn die Truppe von Trainer Thomas Tuchel konnte nur eine der zurückliegenden zehn Partien gewinnen. Der stets engagierte 05-Coach gab schonungslos zu: „Wir haben spieltaktisch, technisch und zum ersten Mal auch in der Mentalität, dem Siegeswillen, der Lust auf Zweikämpfe ein enttäuschendes Spiel abgeliefert. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir mal 90 Minuten so unseren eigenen Ansprüchen hinterhergehinkt sind. Das war jedenfalls ein krasser Ausreißer nach unten.“ So habe ich das auch gesehen. Und ich habe Tuchel noch nie so tatenlos und mit zunehmender Spieldauer auch mutlos gesehen. Dabei war der HSV ganz sicher nicht besonders brillant, aber er hat diesmal konzentriert und diszipliniert gespielt – und auf seine Chance gewartet. Dieses Warten dauerte zwar bis nach der Pause, aber es hat sich gelohnt, in Ruhe abzuwarten.

Und natürlich haben sich die Umstellungen des Trainers bezahlt gemacht, bei diesem Auswärtssieg des Tabellenelften HSV gegen den Tabellenachten Mainz. Und bei der Gelegenheit: Wenn immer (seit Wochen und Monaten) über die europäischen Wünsche (oder sind es Ansprüche) des HSV gelächelt und gelästert wird, was hätte denn eine Mannschaft wie Mainz in der Europa League zu suchen? Auch nichts. Oder nicht viel. Aber würde Mainz es dennoch schaffen, so würden sie eben doch europäisch spielen – so einfach ist das. Ob das von Dauer wäre, das wissen wir alle doch nicht. Oder kann jemand mit Bestimmtheit sagen, wie stark die europäische Konkurrenz (in den ersten Runden) sein wird?

Ich werde trotz allem nicht mehr von Europa faseln, das habe ich mir fest vorgenommen. Und der eine oder andere HSV-Spieler wohl auch. So erklärte Kapitän Rafael van der Vaart in Mainz: „Wir sollten jetzt nicht so viel feiern, und wir sollten nun ruhig bleiben und nicht gleich wieder über Europa reden.“ Über seine Ernennung zum Spielführer sagte er fast nebenbei: „Änderungen können gut sein, wenn es nicht so läuft. Aber so wichtig war die Änderung nun auch wieder nicht.“ Nun ja.

Auf jeden Fall hatten die Maßnahmen, die Thorsten Fink in der Woche vor dem Mainz-Spiel ergriffen hatte, durchaus ihre Wirkung. Bei einem Sieg hat der Trainer ohnehin „alles richtig gemacht“, wie unser „Matz-ab-Gast“ Bernd Enge (ehemals HSV-Aufsichtsrat) nach dem 2:1-Erfolg gesagt, und er liegt damit ja auch nicht verkehrt, dennoch muss festgehalten werden, dass es durchaus mutig war von Fink, so zu agieren. Er muss nun nur noch seine Linie durchziehen – knallhart. Oder auch nur hart. Aber er muss jetzt ohne Kompromisse in die letzten fünf Spiele gehen. Denn nun wissen die meisten, dass auch mal beim HSV „Schluss mit lustig“ ist.

Thorsten Fink hätte sich nach dem Dreier in Mainz selbst auf die Schultern klopfen können, aber er verzichtete darauf. Es ist wohl auch besser so, denn noch ist ja nichts so, wie es einmal vor Wochen schon schien, als der HSV sogar noch in Reichweite der Champions-Legaue-Qualifikation stand. Dabei ist die Ausgangsposition sicherlich gut, sie wird von manchen Optimisten sogar als sehr gut bezeichnet, aber Fink hebt warnend den Finger: „Wir dürfen nicht überschwänglich werden. Aber natürlich ist es so, dass man auf diesen Sieg aufbauen kann. Jeder hat gesehen, dass diese Mannschaft lebt.“ Und das muss sie auch, wenn sie die letzten fünf Spiele positiv beenden will. Jetzt kommt Düsseldorf, dann geht es auf Schalke, es kommt der VfL Wolfsburg, es geht nach Sinsheim (gegen Hoffenheim); und dann folgt am 18. Mai der Schlusspunkt der Saison, das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am 34. Spieltag. Natürlich, auf dem Papier (oder jetzt auf dem Computer) sieht dieses Restprogramm nicht ganz so schwierig aus, aber was ist denn schon leicht in der Liga? Ich bin da bei Thorsten Fink und seinen Spielern: Lasst uns von Spiel zu Spiel denken. Und nicht träumen, nicht schon vorher einen Haken hinter der einen oder anderen Partie machen. Gas geben ist angesagt, der Trainer hat es gefordert, die anderen Verantwortlichen auch – und dann wird Bilanz gezogen und abgerechnet.

Wobei die „Abrechnung“ wohl nicht ganz so spektakulär ausfallen dürfte, wie es sich viele HSV-Fans erhoffen oder auch nur vorstellen. Der HSV hat keinen Pfennig auf der Naht, er kann sich keine neuen Spieler mehr erlauben – erst einmal muss dieser viel zu große und viel zu teure Kader abgespeckt werden. Das ist nach wie vor die Realität, auch wenn dies nicht von allen so angenommen wird. Oder anders gesagt: Auch wenn das von vielen ganz einfach ignoriert wird. Aber keiner kommt um diese Feststellung herum, keiner und niemand, das ist nun mal die bittere Realität.

HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow hat dazu in der vergangenen Woche schon reichlich etwas erzählt (dem Hamburger Abendblatt). Es wird ein zweistelliges Minus in Millionenhöhe erwartet. Wie hoch es tatsächlich ist, darüber lässt sich die Club-Führung natürlich nicht genau aus, sie wäre ja auch unklug, so etwas an die Öffentlichkeit zu bringen. Jeder aber kann davon ausgehen, dass dieses Minus ein „sattes“ sein wird.
Deshalb auch wurde schon oft ein rigoroser Sparkurs des HSV angekündigt. Und Tatsache ist nun einmal auch: Wenn Sportchef Frank Arnesen schon im Winter vergeblich darum kämpfte, den einen oder anderen Ersatzspieler an einen neuen Club zu bringen, so dürfte dieses Unterfangen auch im Sommer 2013 ähnlich schwierig sein. Und Tatsache ist doch auch: Für diese Spieler kann der HSV keine Millionen-Summen eintreiben oder fordern. Kleinvieh macht auch Mist, heißt es im Volksmund so schön, in diesem Falle aber stimmt es eben nicht. Einzig und allein der Verkauf von Heung Min Son, Rene Adler oder Rafael van der Vaart würde dem HSV eine stattliche Summe in die leere Kasse spülen. Und da Jarchow schon gesagt hat, dass weder Adler noch van der Vaart zu verkaufen sind, bliebe Son.

Ein Millionen-Transfer Sons in die englische Premier League, wo zurzeit Tottenham Hotspur angeblich Interesse an dem Südkoreaner hat, käme in dieser Situation gerade recht. Heung Min Son könnte der Thomas Doll der HSV-Neuzeit werden. Wir erinnern uns: 1991 wurde Doll nach nur einer, zugegeben überragenden, Saison an Lazio Rom verkauft. Ein Betrag in der Höhe von 15 oder 16 Millionen rettete den HSV damals vor dem finanziellen Kollaps. So könnte es in diesem Sommer auch mit Son gehen, obwohl ich nicht glaube, dass es einen zweistelligen Millionen-Betrag für Son geben würde. Aber das entscheide ja auch nicht ich.

Mein Freund Peter, der aus der rheinischen Provinz (Mühlheim), hat mir allerdings heute gesagt, dass diese Rechnung eine Milchmädchen-Rechnung sei. Und ob wir alle wahnsinnig wären, in Hamburg? Sind wir? Er sagt nämlich: „Wann hatte der HSV zuletzt einen Stürmer, der am 29. Spieltag schon elf Tore auf seinem Konto hatte? Mit Son hätte der HSV auf jeden Fall schon mal einen – für die nächsten Jahre. Bekäme der HSV acht Millionen für Son, bekäme der HSV sicherlich keinen adäquaten Ersatz für ihn. Ohne Son aber kann man doch die nächsten Spielzeiten schon wieder abhaken, denn wer schießt denn dann die Tore? An Rudnevs allein glaube ich nicht.“ Mein Freund sagt weiter (oder rechnet mir vor): „Selbst wenn der HSV in diesem Sommer keinen oder keine Spieler kaufen kann, so müsste er dann eben mit diesem dann abgespeckten Kader in die neue Saison gehen. Und? Da sind doch viele entwicklungsfähige Spieler drin. Auch in dieser Spielzeit haben sich ja einige schon großartig entwickelt, sonst wäre der HSV doch in Sachen Abstiegszone nicht so früh aus dem Schneider gewesen. Mit Son, und nur so geht es in meinen Augen, wäre der HSV aber in naher Zukunft durchaus ein Kandidat für Europa. Und deswegen darf Son, so einfach ist das, nicht verkauft werden.“

Mag sein. Es ist auf jeden Fall etwas dran. Aber wenn der HSV verkaufen muss, um überhaupt weiter atmen zu können, was dann? Dann muss Son zum HSV-Retter werden. Und ich, das muss ich zugeben, ich glaube daran, dass es so kommen wird. Ohne die Son-Millionen, so glaube ich, kann der HSV den Laden dichtmachen. Auch wenn ich nun sofort und ohne Ende jede Menge Protestschreiben erhalten werde. Erst 2015, wenn die Arena zum großen Teil bezahlt worden ist, erst dann kann der HSV aufatmen und von besseren Zeiten träumen. Aber auch erst dann. Leider.

Heung Min Son kann das schon eher. Tor für Tor wird er nicht nur teurer, sondern auch interessanter. Der Doppeltorschütze weiß das, strahlte aber am Sonnabend zunächst einmal nur über seine beiden Treffer: „Es ist wie ein Traum, diese zwei Tore sind natürlich etwas Besonderes. Sie waren für mich und die Mannschaft enorm wichtig nach den Niederlagen und der schweren Zeit zuletzt.“ Thorsten Fink lobte den Matchwinner. „Sonni hat super gearbeitet, und das erste Tor war für ihn und für uns alle ein großer Brustlöser. Das ist Effektivität.“ Und Torgefahr. So etwas wird gesucht. Auf der ganzen Welt. Deswegen wäre es klug, etwas zügiger an die Vertragsverlängerung – so sie der HSV denn überhaupt will – heranzugehen. Thorsten Fink jedenfalls wünscht sich etwas mehr Eile und drängt auf eine vorzeitige Verlängerung: „Wir sollten sehen, dass wir das bald tun. Sonni will das auch – und er weiß, dass ich auf ihn baue.“ Natürlich. Welcher Trainer würde denn nicht auf ein solches Juwel bauen?

Seit vielen Wochen liegt diese Zukunft des HSV aber in den Händen von Sportchef Frank Arnesen. „Son hat in der letzten Saison sechs Tore geschossen, nun steht er schon bei elf. Das ist mit 20 Jahren ein sehr guter Erfolg.“ Stimmt. Und seit Wochen heißt es, dass Arnesen in einem „ganz engen Kontakt zu Son-Berater Thies Bliemeister stehe“. Oft hieß es dazu auch, dass „schon in der nächsten Woche etwas passieren könne“ – aber immer wieder passierte nichts. Warum?

Über dieses Thema sprach Frank Arnesen übrigens mit dem NDR, der uns folgende Sätze zur Verfügung stellte:

Frank Arnesen ist optimistisch, dass der Hamburger SV sein Offensivjuwel Heung Min Son halten kann. „Er hat noch ein Jahr Vertrag und wir haben auch noch kein Angebot von anderen Vereinen. Wir sind eigentlich in einer sehr guten Phase mit ihm und seiner Vertragsverlängerung. Deshalb bin ich positiv, dass wir mit ihm für eine lange Periode verlängern werden“, sagte der Sportchef dem NDR Sportclub. Trotz der finanziell angespannten Situation des HSV will sich der Däne um den jungen Südkoreaner bemühen: „Ich habe gesagt, dass ich lieber keine Spieler verkaufen will, die wir brauchen können. Und Son mit seinen 20 Jahren ist einer der Spieler, die wir gerne behalten wollen“, betonte Arnesen.

Spätestens im kommenden Jahr sei die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb Pflicht, sagte Arnesen weiter. „Wenn wir keinen Führungs- oder Topspieler verkaufen müssen, dann werden wir auch im nächsten Jahr besser. Wir haben eine junge Mannschaft und junge Spieler, die jeden Tag besser werden. Sie haben in diesem Jahr einen guten Schritt gemacht. Im nächsten Jahr muss der Schritt dann sein, dass wir realistisch im europäischen Fußball spielen.“

Mehr zum Thema im Sportclub am 22.45 Uhr im NDR Fernsehen.

Kurz noch ein Absatz zu Rafael van der Vaart. Ihn schien das Kapitänsamt auf jeden Fall etwas beflügelt zu haben. Worüber ich mich gefreut habe, sogar sehr gefreut habe, ist dies: Nach dem 1:0 von Son, das der Niederländer mit einem glänzenden und schnellen Pass eingefädelt hatte, lief der neue Kapitän an den Spielfeldrand und genau in die Arme seines Trainers. Sieht man nicht so oft, jedenfalls nicht beim HSV. Für mich hatte das schon eine besondere Bedeutung. Und auf alle Fälle nicht die, dass sich van der Vaart damit bei Fink bedanken wollte, dass er nun endlich die Binde tragen darf. Ich glaube vielmehr, dass sich da zwei gefreut haben, weil alles das, was vorher geplant worden war, aufgegangen ist. Und van der Vaart hatte bereits am Mittwoch nur lobende Worte über den Trainer, seinen Trainer gefunden. Ist ja bei uns nachzulesen. So etwas sagt kein Fußball-Star, wenn es nicht stimmen würde. Und erst recht sagt es niemand, wenn er zu dieser Aussage vorher gar nicht bewegt worden ist. Rafael van der Vaart hat es aus freien Stücken erzählt – und das allein zählt für mich. Und viele, viele, die dem Coach zuletzt ans Leder (oder an den Kragen oder an seinen Stuhl) wollten, die sollten das einmal kurz überdenken.
Wäre in meinen Augen auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

PS: Morgen, am Montag, wird im Volkspark nicht trainiert.

PSPS: Das „Matz-ab-live“ vom Sonnabend, als wir mit unseren Gästen Bernd Enge und Michael Schröder (HSV-Nachwuchsleiter) über das Mainz-Spiel und auch generell über den HSV sprachen, ist sehens- und auch empfehlenswert. Den Herren Enge und Schröder auf diesem Wege noch einmal vielen Dank für ihr Kommen. Und, um das noch einmal loszuwerden: Wir lagen uns erst nach der Sendung alle in den Armen. Nach der Sendung muss aber auch erlaubt sein.

PSPSPS: Am Freitag findet im HSV-Restaurant „1887“ in Norderstedt (HSV-Ochsenzoll) von 19 Uhr an unser Matz-ab-Treffen statt. Weil ich nun schon mehrfach gefragt worden bin: Es dürfen alle „Matz-abber“ dabei sein und kommen, auch jene, die nicht im Blog schreiben. Alles klar? Dann bis Freitag.

Noch kurz ein Wort zur Zweiten:
Die zweite Mannschaft des HSV kommt einfach nicht aus dem Tabellenkeller der Regionalliga Nord. Das Team von Trainer Rodolfo Cardoso verlor bekanntlich das Stadtderby gegen die zweite Mannschaft des FC St. Pauli mit 1:2. Erdogan Pinis per Foulelfmeter und Debütant Modijeb Jamali erzielten die Tore für St. Pauli, George Kelbel traf für den HSV, der auch das vierte Derby in Serie nicht gewinnen konnte. Das Cardoso-Team wartet weiterhin auf den ersten Sieg des Jahres und bleibt mit acht Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz Tabellenletzter (weil der VfB Lübeck als Schlusslicht schon definitiv abgestiegen ist und nur noch Freundschaftsspiele bestreitet).

Worüber sich alle mal Gedanken machen sollten – noch einmal, immer wieder: Der SC Victoria bezwang am Sonnabend den BSV Rehden mit 4:2. Das muss man sich mal vorstellen: Victoria besiegt Rehden mit 4:2, und dieses Rehden hatte zuvor den HSV mit etlichen Profis mit 4:1 nach Hamburg zurückgeschickt. Quervergleiche hinken, sagt man im Fußball, man soll sie nicht anstellen, aber diesmal scheint es mir unumgänglich. Rehden hatte vor dem Victoria-Spiel auch schon gegen Oberneuland verloren – nur der HSV mit seiner mit vielen Profis „verstärkten“ Zweiten schafft das nicht. Es ist immer noch unfassbar!

19.18 Uhr

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