Nachwirkungen eines Erdrutsches
1. April 2013
Sorry, aber heute werdet ihr Geduld brauchen – ist etwas zu lang geworden.
In der Cafeteria des Springer-Hauses saßen heute, wie eigentlich immer am Wochenende, zwei rüstige Rentner – so um die 70. Ehemalige Fußballer. Einer offenbar, so habe ich mal am Rande aufgeschnappt, beim VfB Lübeck in der Oberliga Nord. Und worüber sprachen sie heute – ganz aufgeregt? Natürlich! Einer befand dann in gehobener Lautstärke: „Und ich sage dir, den jungen Burschen geht es heutzutage einfach zu gut. Einfach zu gut. Denen werden doch die Zuckerklümpchen nur so in den Hintern geblasen, jeden Tag. In Watte gepackt werden die, und zwar von allen. Vom Trainer, vom Club, von den Fans. Es wird langsam mal Zeit, gerade in den heute gewiss sehr schweren Zeiten, dass da mal ein Umdenken einsetzt.“ Ich habe mitgehört und mich jeglichen Kommentars enthalten. Wer weiß, wofür es gut war. Eines steht aber in jedem Falle fest: Der HSV bliebt das Gesprächsthema der Hamburger. Und bestimmt auch noch eine ganze Weile. Diese immer noch unfassbare 2:9-Pleite hat eine Welle der Emotionen ausgelöst.
Wobei ich gar nicht weiß, womit ich anfangen soll. Am besten so: Für das Abendblatt habe ich heute einen kleinen Bericht über das 2:9-Debakel vom 7. März 1964 geschrieben München 60 – HSV. Darüber sprach ich, ihr werdet ihn heute wohl in allen Zeitungen lesen, auch mit Gert „Charly“ Dörfel. Der Linksaußen hatte in diesem Spiel etwas getan, was ich am Sonnabend, bei diesem zweiten 2:9, so sehr vermisst habe: „Charly“ sagt: „Der Petar Radenkovic hatte als Torwart bereits vier Hamburger überlaufen, als er rechts außen über die Mittellinie dribbeln wollte. Da habe ich ihn einfach mal umgeschubst – der Torwart flog bis vor die erste Reihe der Tribüne. Da wollten die Fans mit ihren Regenschirmen auf mich los, um mich zu verprügeln.“ Dörfel hatte mal ein Zeichen gesetzt, setzen sollen. So richtig gefruchtet hatte es offenbar auch nicht, aber er war zunächst einmal seinen Frust los . . .
Eine solche Szene habe ich am Sonnabend nicht gesehen. Aber da ich sie noch immer drauf hatte, habe ich so etwas vermisst. Dieser HSV aber, der von 2013, ergab sich wie eine Lämmerherde – harmlos, armselig, brav und trottelig, in sein Schicksal.
Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber hat sich heute auch der ehemalige Nationalspieler Willi Schulz zum 2:9 geäußert. Schulz befand: „Das ist ein Hieb, der ganz sicher nachhaltig sein wird. Solche Erlebnisse bleiben im Hinterkopf hängen.“ Gravierend sei, dass „nun in der Öffentlichkeit Hohn und Spott dazu“ komme, weiß Schulz, der 1967 mit dem HSV in Dortmund auch mal 0:7 verlor. Jetzt verbal auf die HSV-Spieler einzuschlagen, sei aber „völlig verkehrt“, so Schulz: „Die wissen, dass sie neun Dinger gekriegt und Mist gebaut haben. Nun gilt es, sie wieder aufzubauen.“
Und wenn ich schon mal bei „gestern“ bin, so sprach ich auch mit Meister-Torwart (von 1960) Horst Schnoor, der sich damals, am 7. März 1964, auch mal neun Dinger eingefangen hat. Ich sprach mit ihm aber über heute, über das zweite 2:9 – und er sagte: „Mir tut der Rene Adler enorm leid, er konnte ja nicht einen Treffer verhindern, die Vorderleute, die gar nicht da waren, haben ihn schön im Regen stehen lassen.“ Schnoor, der jedes Heimspiel des HSV live im Volkspark sieht, zur allgemeinen Lage: „Dieses Spiel war eine einzige Katastrophe. Und ich habe kaum Hoffnung, dass es wieder mal besser wird. Irgendwie sehe ich keinen Fortschritt.“ Um dann noch zu sagen: „Ich habe Nürnberg in Wolfsburg gesehen. Der Club lag schon 0:2 zurück – aber hat er aufgegeben? Nein, natürlich nicht. Die Nürnberger, und zwar alle Nürnberger, haben gekämpft wie die Löwen, das war Power pur, ganz großartig. Die haben sich gewehrt – und sich noch mit dem 2:2 belohnt. So etwas würde ich so gerne auch mal vom HSV sehen wollen – aber man sieht es nicht.“
Und dann, bevor ich zu den Aussagen des Vorstandsvorsitzenden komme, hatte ich auf der Fahrt in die Redaktion noch einen Anruf aus dem Süden. Darin wurde mir mitgeteilt, dass sich der Bayern-Fan „U-Boot“ wie folgt über den HSV geäußert hat: „Ich gehe seit über 30 Jahren zu den Heimspielen des FC Bayern, noch nie, wirklich, ich kann es sagen, noch nie gab es eine schlechtere Mannschaft hier zu sehen, wie dieser HSV. Der war schlechter als jede Zweitliga-Mannschaft, die hier mal im Pokal antreten musste. Dass eine Bundesliga-Mannschaft so schlecht spielen kann, hätte ich nicht für möglich gehalten – niemals.“
Ja, immer schön und tief rein, in die Wunde . . .
Kurz noch zur Sonntags-Runde von „Sky 90“ mit Moderator Patrick Wasserziehr. Da saßen ja auch HSV-Trainer Thorsten Fink (ein Kompliment, dass er sich dort hingequält hatte!), Lothar Matthäus und der großartige Unterhaltungskünstler (sowie dicker HSV-Fan) Olli „Dittsche“ Dittrich. Letztere Herren verteidigten Fink, und nachdem ich mal kurz per Telefon dazu geschaltet worden war, sagte der „Loddar“: „Ich sehe das nicht so wie der Kollege vom Hamburger Abendblatt. Der HSV hat doch in dieser Saison schon elf Siege errungen . . .“
Weil ich mich zuvor zum Thema „Charakter“ (Thorsten Fink bestätigte seinem Team „allgemein einen guten Charakter“) wie folgt geäußert hatte: „Es gibt Spieler wie Adler, Westermann, Aogo und van der Vaart, die haben einen guten Charakter, aber nicht alle sind so. Sonst hätte der HSV aus dem müden 1:1 gegen Fürth gelernt. Vor dem Augsburg-Spiel wurde eine Woche lang von den HSV-Spielern erzählt, sie hätten aus dem Fürth-Spiel ihre Lehren gezogen – und dann gab es doch nur eine peinliche 0:1-Heimpleite. Die hätte aber eine Mannschaft, in der alle Spieler einen guten Charakter haben, sicherlich vermieden. Weil sie sich einig gewesen wäre, was zu tun ist. Und vor allen Dingen: wie was zu tun ist. Gemeinsam.“
Wie gesagt, der „Loddar“ sah das etwas anders. Und Thorsten Fink, so glaube ich, sah das wie der „Loddar“ – das aber konnte ich nicht mehr hören, da mir das das Telefon aus der Sendung abgeschaltet worden war. Schicksal.
So, nun aber tatsächlich zu Carl-Edgar Jarchow. Der Club-Chef hat den Versagern von München mit Konsequenzen gedroht. „Aus diesem Spiel werden wir sicher unsere Schlüsse ziehen, die werden uns sicher auch beeinflussen bei dem Fazit am Ende der Saison“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Jarchow mit Ärger in der Stimme weiter: „Die Mannschaft hat total in sich versagt, und zwar alle zusammen. Eine Mannschaft, die schon nach fünf Minuten das Spiel in München aufgibt und in sich zusammenfällt, die hat total versagt. Ich finde es beschämend, wie die Mannschaft aufgetreten ist, ich kann mich dafür nur entschuldigen. Insbesondere bei jenen Fans, die die weite Reise nach München angetreten hatten, um uns dort zu unterstützen.“
Jarchow weiter: „Es bleibt festzuhalten, dass das, was in München passiert ist, einer Bundesliga-Mannschaft nicht würdig war, eines HSV nicht würdig war. Das ist ein Schaden, der uns noch eine Weile begleiten wird, unabhängig von den nächsten Spielen. Wir werden diese Niederlage intern knallhart ansprechen.“
Apropos knallhart: Die Mannschaft, die so sehr versagt hatte, musste am Sonntag danach trainieren, hatte aber heute, am Montag, frei. Jarchows Erklärung: „Wir haben eine Mannschaft, von der ungefähr 15 Leute in der letzten Woche für ihre Nationalmannschaften unterwegs waren. Da halten wir es auch aus anderen Gründen für vernünftig, dass am Montag mal kein Training ist. Dafür werden aber die restlichen Tage der Woche sehr gut ausgefüllt sein mit Training.“
Carl-Edgar Jarchow, der am Karfreitag 58 Jahre alt geworden ist (herzlichen Glückwunsch nachträglich!), hat bereits mit einigen Spielern gesprochen, morgen wird er es mit dem Mannschaftsrat tun. Grundsätzlich aber bleibt er seiner eher reservierten oder defensiven Linie treu: „Sich in dieser Situation groß aufzuspielen, als Wichtigtuer, das bringt nicht viel. Aber alle können sicher sein, dass wir den Spielern schon mit deutlichen Worten erklären werden, was wir von ihnen erwarten. Und ich werde ihnen auch deutlich machen, dass ich das, was ich da am Sonnabend gesehen habe, nicht so schnell vergessen werde.“
Und, Herr Jarchow, welche Konsequenzen schweben Ihnen nun vor?
Der HSV-Boss: „Welche Konsequenzen soll es während einer laufenden Saison schon geben, als die, dass man die Spieler erstens anspricht, sie zweitens trainieren lässt, und drittens personelle Aufstellungs-Varianten ausprobiert – am nächsten Sonnabend. Wir können die Mannschaft jetzt ja schwerlich entlassen, denn wir brauchen sie noch ein bisschen.“
Es werden Köpfe rollen, das scheint klar. Und es wird nicht der Trainer geopfert. Das ist auch klar. Carl-Edgar Jarchow stellt unmissverständlich klar: „Der Trainer muss nicht gehen, er wird nicht gehen, wir sind der Meinung, und zwar einhellig, dass wir mit Thorsten Fink weitermachen wollen – es gibt keine anderen Überlegungen.“
Und Spieler? Müssen Spieler gehen?
Carl-Edgar Jarchow: „Unsere finanziellen Mittel sind so, wie sie sind, das wird sich auch nicht entscheidend ändern. Aber wir haben natürlich schon Möglichkeiten uns zu unterhalten, mit wem wir weitermachen wollen, von welchem Spieler wollen wir uns trennen. Und das ist, das haben wir in München gesehen, eine Sache, die mit Mentalität zu tun hat. Und wir haben ja durchaus eine Mannschaft, in der viele Nationalspieler stehen. Drei davon saßen bei der deutschen Nationalmannschaft auf der Bank. Und von den Spielern erwarte ich, natürlich eine andere Reaktion, ein anderes Verhalten auf dem Platz, auch ein anderes Verhalten untereinander auf dem Platz – als ich, so meine ich, es auf dem Platz beobachtet zu haben. Nach fünf Minuten und mit dem 0:1 dann gleich auseinander zu fallen, das geht ganz einfach nicht.“
Dann habe ich eine ganz pikante Frage gewagt: „Herr Jarchow, bei den finanziellen Mitteln, die der HSV hat, denken Sie da darüber nach, noch einmal bei Herrn Kühne vorstellig zu werden?“
Carl-Edgar Jarchow: „Das ist im Moment gar kein Thema. Das wäre jetzt auch eine denkbar schlechte Woche dafür.“ Dann fügt Jarchow noch hinzu: „Wir werden da kreativ sein. Und ich denke ja auch nach wie vor, dass wir keine schlechte Mannschaft haben.“ Und: „Wir sind immer nur noch einen Punkt von Platz sechs entfernt. Wir können jetzt nicht die Federn strecken und sagen, dass die Saison gelaufen ist, und wir werden uns jetzt selbst zerlegen. Das werden wir nicht tun.“
Gott sei Dank.
Und nun bin ich auf die Umstellungen für den kommenden Sonnabend gespannt. Michael Mancienne wird kommen, da bin ich mir vollkommen sicher. Und auch Petr Jiracek. Der Tscheche ist überfällig. Marcell Jansen sowieso. Aber dann? Dann hat es sich schon – in meinen Augen. Mehr Möglichkeiten gibt es für Fink nicht. Leider. Dabei könnte er von den Versagern von München bestimmt acht bis zehn draußen lassen . . .
So, und dann doch noch einmal ein bisschen Ironie und Häme, das muss nach einem 2:9 erlaubt sein:
Es ist übrigens nur ein Gerücht, dass die Grillwürste, die am 21. April (einen Tag nach dem Düsseldorf-Spiel), „Nürnberger“ von Uli Hoeneß gespendet sind. Es soll demnach auch nur ein Gerücht sein, dass Hoeneß den harmlosen Hamburgern zwei Güterwaggons voller „Bratwürste“ nach Hamburg schicken wollte, falls diesen harmlosen Hamburgern eine perfekte Vorbereitung der Bayern auf das Juve-Spiel gelingen würde. Das ist zwar fast gelungen, aber dennoch ist wohl ebenfalls unwahr, dass es die zwei Güterwaggons voller „Bratwürste“ nur deswegen nicht gibt, weil sich der HSV erdreistet hatte, zum Schluss doch noch zwei Tore zu köpfen. Das verunsichert jetzt doch ein wenig vor Turin.
Und noch ein kleines Gerücht – und wirklich nur ein Gerücht: Der HSV hat nach Eckbällen zwei Tore in München erzielt, da muss sich offenbar doch das harte Eckball-Training in der vergangenen Woche bezahlt gemacht haben.
Das aber stimmt nicht, ist auch kein vorgezogener Aprilscherz – es gab kein verschärftes Eckball-Training.
Um auch noch etwas für die Statistiker unter uns zu bringen:
Claudio Pizarro ist der sechste Vierfach-Torschütze des FC Bayern München in einem Bundesliga-Spiel. Der Peruaner war beim 9:2 des Fußball-Rekordmeisters am Sonnabend gegen den HSV erfolgreichster Torjäger auf dem Platz. Unerreicht bleiben aber die Müllers: Bayern-Legende Gerd Müller traf 14-mal im Vierer-Pack für die Bayern, Namensvetter Dieter Müller ist mit sechs Toren Bundesliga-Rekordschütze in einem Spiel. Die Rekordschützen in einem Bundesligaspiel:
Datum – Spieler – Team – Gegner – Tore
17.08.1977 Dieter Müller 1. FC Köln SV Werder Bremen 6
25.02.1984 Dieter Hoeneß Bayern München Eintracht Braunschweig 5
10.09.1976 Gerd Müller Bayern München Tennis Borussia Berlin 5
12.06.1976 Gerd Müller Bayern München Hertha BSC 5
05.05.1973 Gerd Müller Bayern München 1. FC Kaiserslautern 5
19.02.1972 Gerd Müller Bayern München Rot-Weiß Oberhausen 5Alle Vierfach-Torschützen des FC Bayern:
30.03.2013 Claudio Pizarro Hamburger SV
10.09.2011 Mario Gomez SC Freiburg
17.08.2002 Giovane Elber DSC Arminia Bielefeld
17.06.1989 Roland Wohlfarth VfL Bochum
13.03.1984 Karl-Heinz Rummenigge Offenbacher Kickers
11.04.1981 Karl-Heinz Rummenigge MSV Duisburg
13.08.1977 Gerd Müller FC St. Pauli
23.04.1977 Gerd Müller Rot-Weiß Essen
30.10.1976 Gerd Müller Hamburger SV
08.09.1973 Gerd Müller FC Schalke 04
11.11.1972 Gerd Müller Hannover 96
27.11.1971 Gerd Müller Borussia Dortmund
30.04.1970 Gerd Müller Rot-Weiß Oberhausen
04.10.1969 Gerd Müller SV Werder Bremen
31.08.1968 Gerd Müller Hamburger SV
03.12.1966 Gerd Müller 1. FC Kaiserslautern.
Wobei mir dabei aufgefallen ist: Kein Verein wurde in dieser Liste, in diesen Listen, so oft genannt, wie der HSV. Zufall?
Dann gab (und gibt) es natürlich weiterhin unzählige Mails und Anrufe, die mich zum 2:9 erreichen. Hier eine besondere Zuschrift, nämlich die einer Dame. Oder, manche Frau möchte es so, die einer Frau.
Hallo Herr Matz,
wahrscheinlich waren Sie und auch Ihre Gäste gestern noch ziemlich
geschockt. Trotzdem kann ich nicht verstehen, warum nicht in erster
Linie thematisiert worden ist, wie es angehen kann, dass die Spieler
wiederholt – und diesmal kollektiv – nicht kompromisslos am Mann
verteidigen. Wird das vom Trainer vielleicht nicht konsequent genug
vermittelt und trainiert? Wird vielleicht zu viel Wert darauf gelegt,
dass hauptsächlich schön gespielt wird?Wo das hinführt, sieht man ja auch schon bei der Nationalmannschaft.
Über das 4:4 gegen Schweden habe ich noch keine überzeugende Analyse
Vom Trainerstab gehört oder gelesen. Und wenn M. Neuer abenteuerliche
Ausflüge unternimmt und den gegnerischen Spielern mal zeigen will, wie
man Fußball spielt, und das Jogi noch verteidigt, wird die Mannschaft
wohl unter seiner Regie keinen Titel holen können, denn
Meisterschaften werden nun mal in der Verteidigung gewonnen! Jeder
Trainer weiß das, aber die jüngeren Trainer wollen in erster Linie
spielerisch überzeugen, egal ob sie die Spieler dazu haben oder nicht.
Das hat man ja schon bei Oenning gesehen. Immer schön weit aufrücken,
um anschließend mit Kontern vorgeführt zu werden.Die HSV-Mannschaft könnte doch zunächst mal vorwiegend verteidigen, um
gelegentlich kontern zu können, denn schnelle Stürmer haben sie ja.
Stattdessen soll spielerisch nach vorn gespielt werden – bis der Ball
weg ist und dann brennt es regelmäßig im eigenen Strafraum, weil fast
keiner schnell genug nach hinten kommt.Solange das Mittelfeld vom HSV nicht ausnahmslos mitverteidigt, wird
das nichts Vernünftiges mehr. Bei dem jetzigen Personal so aufzutreten
wie in München, grenzt schon an Größenwahn.
Ich vermisse einfach die taktischen Fähigkeiten vom Trainer.
Es ist sehr schade, dass der HSV nicht seinerzeit mal z.B. Herrn Favre
verpflichtet hat. Bei dem merkt man deutlich das blinde, also
einstudierte Verteidigungsspiel seiner Mannschaften. So etwas habe ich
in den letzten Jahren noch bei keiner Mannschaft des HSV gesehen. Das
muss doch aber die Basis sein, sonst passiert so etwas wie gestern.
Was nicht durch viel Training automatisiert wird, fällt bei größtem
Stress auseinander. Da ist dann nur noch Chaos im Kopf.Vielleicht müsste mal ein deutsch sprechender italienischer Trainer
verpflichtet werden. Bierhoff hat mal erklärt, wie z. B. das
Abwehrverhalten beim AC Mailand trainiert wird (schon in frühester
Jugend übrigens). Dort hat er ja mal gespielt, wie Sie wissen. Seitdem
wundert mich nicht mehr, warum Deutschland bis heute „Angst“ vor
Italien hat.Ich bin mal gespannt, wie Bayern gegen Juventus spielt.
Mit freundlichen Grüssen,
Regine H.
Vielen Dank für die Mail, war mal ganz interessant, wie es ein weiblicher HSV-Fan sieht. Zu unserer Matz-ab-live-Runde sei gesagt: Natürlich waren wir alle total geschockt – wer war das nicht. Und für ein 2:9 war Sven Neuhaus, ein aktueller HSV-Spieler, ganz sicher auch nicht der ideale Talkgast. Dennoch muss ich sagen, hat der Keeper seine Sache sehr, sehr gut gemacht (danke dafür noch einmal, Sven!) – wie auch Andreas Fischer (auch Dir noch einmal ein Dankeschön!). Ich glaube, dass wir schon gefragt haben, woran es lag, was falsch gemacht wurde. Wenn aber selbst Trainer Thorsten Fink kaum eine Erklärung dafür findet, dann spricht das für sich. Fink hat ja noch am tag danach festgestellt, dass auch nach dem 0:5-Rückstand weiter munter drauf los gespielt wurde. Vom HSV. Von seiner Mannschaft. Wenn er das feststellt, dann frage ich mich, wieso er es nicht geändert hat? Er, nur er hätte es doch können. Indem man drei Mal auf einmal auswechselt, indem man dem Kapitän zur Seite holt und die nötigen Anweisungen gibt, und, und, und. Wenn dann nichts passiert? Ja, dann weiß ich es auch nicht mehr. Dann aufgeben, Sachen packen und nach Hause fahren . . .
PS: Morgen, am Dienstag, wir um 10 Uhr und um 15 Uhr im Volkspark trainiert.
PSPS: Mit einem Raum für das „Matz-ab“-Treffen bin ich noch nicht weitergekommen. Dafür habe ich inzwischen aber bereits viele Mails mit Absagen für den 19. April erhalten. Deswegen, versteht es bitte nicht falsch, denke ich inzwischen, ob sich dieses Treffen überhaupt lohnt. Vielleicht könnten „Matz-abber“, die kommen würden, ja mal Laut geben. Ansonsten könnten wir uns, ohne eingeladene Gäste vom HSV, am 19. April ja auch ganz zwang- und formlos in einem Restaurant (wie zum Beispiel das 1887 in Norderstedt) treffen. Was haltet ihr davon?
18.21 Uhr