Und Ihr denkt, Ihr habt Probleme? Mitnichten. Das Spielhaus, das wir für unseren Lütten im Garten aufgebaut haben ist ein Problem. Zumindest für unseren Nachbarn, der sich schnellstmöglich bei unserer Verwaltung gemeldet hat – bevor er mich angesprochen hat. Jetzt sollen wir alles zurückbauen und das wiederum missfällt meiner Frau. Zurecht, denn es steckt sehr viel Arbeit drin und jetzt auch wieder sehr viel Arbeit vor uns. Und das mit einem hausgemachten Problem. Hätten wir vorher gefragt, wäre ja „alles gar kein Problem“ gewesen. Sagt der Nachbar. Meint er aber nicht. Und deshalb haben wir jetzt ein Problem. Auch mit ihm.
Warum ich das Ganze schreibe? Weil es mich sehr an den HSV erinnert, der sich immer wieder selbst vor Probleme stellt, weil die Kommunikation schief läuft. Eben so, wie bei den Finanzproblemen des HSV, die hier im Blog seit Jahren beschrieben wurden und bei denen sich bis heute noch Blogger hinstellen, die das leugnen. Aber okay, das Minus ist amtlich, die Not so groß, dass jetzt sogar der Verkauf des Stadions diskutiert wird. Ein Vorgehen, das mit Sicherheit einen tiefen Graben in die Mitgliedschaft ziehen würde, sollte an dem Gedanken festgehalten werden. Allerdings glaube ich nicht, dass der Verkauf jemals Wirklichkeit wird. Oder besser: ich hoffe es ganz stark. Denn der HSV hat für mich nur eine Heimat – und das ist die Imtech-Arena.
Vielmehr sollte der Vorstand in der Lage sein, das Minus anders einzudämmen. Gerade ein vereinsintern so umjubelter Vermarktungsprofi wie Joachim Hilke sollte in der Lage sein, dem HSV neue Geldquellen zu öffnen. Wobei ich die erneute Erhöhung der Dauerkarten damit nicht meine. Gestern schrieb mich ein Blogger an, er habe seine Dauerkarte erneut bestellt und müsse jetzt 13 Prozent mehr bezahlen. Er ärgerte sich fürchterlich, meinte dann aber, er sei halt HSVer und habe ja keine andere Wahl, wenn er seinen Verein nicht künftig ausschließlich vor dem TV verfolgen wolle.
Stimmt.
Aber Freunde macht sich der HSV damit keine neuen. Im Gegenteil. Die Grenze der Ticketpreise hat der HSV in meinen Augen längst erreicht. Der HSV ist im Bundesligavergleich im oberen Drittel angesiedelt, hat bei Top-Spielen sogar Spitzenpreise. Und schon jetzt gibt es dauerhafte Proteste der Fanvereinigungen, die sich ausweiten werden. Auch nach Hamburg. Da bin ich mir inzwischen sicher.
Und es ist auch verständlich. Immerhin hat der HSV seit Jahren einen Zuschauerschnitt jenseits der 50000-er-Marke. Dass der Verein wachsen will und dafür Geld braucht, ist auch völlig okay. Aber er muss intern wachsen können, mit neuen Sponsoren und nicht immer nur auf Kosten der Anhängerschaft. Der HSV ist das Bundesliga-Urgestein mit einem Jahresumsatz jenseits der 100-Millionen Euro. Da sollte es machbar sein, einen Kader zusammenzustellen und zu finanzieren, der international spielt. Denn das wiederum würde bedeuten, dass es mehr Pflichtspiele als aktuell gibt – und diese Mehreinnahmen sollten eine erneute Ticketpreis-Erhöhung vermeidbar machen.
Das Argument, dass der Stadionbesucher auch den höheren Preis bezahlt, zieht zwar noch – aber es kann sich schneller drehen, als es den Verantwortlichen hier recht ist. Zumal dann, wenn sich die sportliche Leistung nicht verbessert. Mit welchem Argument zahle ich aktuell mehr für den HSV als vor vier, fünf Jahren, als der HSV noch international spielte. Damals spielte der HSV zweifellos attraktiveren Fußball als heute – und der Fan musste dafür nicht so tief in die Tasche greifen wie jetzt. Und schon gar nicht so tief wie in der kommenden Saison.
Der HSV geht ein hohes Risiko und macht seine Marke exklusiv weil teuer – sogar mit Erfolg. Noch. Aber was passiert, wenn die Fans irgendwann wegbleiben und plötzlich man plötzlich wieder den Stand aus dem alten Volksparkstadion mit 25000 Zuschauern gegen Teams wie Mainz, Augsburg, Wolfsburg etc. hätte? Ich glaube nicht, dass das hier irgendwer will. Ebenso wenig wie ein verkauftes Stadion.
Deshalb muss der aktuelle HSV-Vorstand ein Konzept entwickeln, wie man den andauernden Verlusten entgegenwirkt. Das hat schon lange nichts mehr mit den Altlasten allein zu tun. Nein, dieser HSV macht weiter Minus – mit neuen Oberen, die sich dafür verantworten müssen. Heute sind es Scheel, Jarchow, Arnesen und Hilke, die einen Weg finden müssen, den HSV zu verbessern, ohne die Kosten dafür auf die eigenen Anhänger abzuwälzen.
Aber okay, noch besteht ja sogar die Chance auf einen internationalen Wettbewerb. Wenn auch klein, die Möglichkeit ist da. Allerdings mit einer hammerharten Aufgabe gegen den Dritten Bayer Leverkusen. Heute konnte Trainer Thorsten Fink zwar wieder alle Spieler (bis auf die Dauerverletzten Arslan und Berg) auf dem Platz begrüßen. Und er hatte auch gleich mal wieder eine Idee. Eine überraschende sogar. „Gegen einen so starken Gegner wie Leverkusen muss man vielleicht auch mal was Besonderes versuchen“, so Fink, der dafür ein 3-5-1-1-System einstudierte. Dabei agierten Bruma, Westermann und Rajkovic in der Dreierkette nebeneinander, leicht vorgezogen Diekmeier über rechts und Jansen über links. Badelj machte die einzige Sechs, Jiracek kam über die rechte Seite, Aogo über lins, während van der Vaart hinter der einzigen echten Spitze Son spielte. Musste die Mannschaft auf defensive umschalten, hatte Fink plötzlich ein 5-4-1-System, als mit Diekmeier und Jansen in der Abwehrkette. Vorteil hierbei: „Leverkusen ist nicht nur bei Kontern sondern auch mit ihren vielen Kopfballspielern gefährlich“, so Fink, der mit Bruma statt Rincon so einen Kopfballspezialisten mehr auf dem Platz hätte.
Allerdings wirkte diese Formation nicht so eingespielt, dass Fink sie sofort einsetzen könnte. Im Gegenteil: bei einem letzten Spiel, in dem es um viel geht, wäre das Risiko größer als die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert. Und mal angenommen, der Fink’sche Versuch ginge nach hinten los – das Echo darauf wäre gewaltig. Ich glaube nicht, dass Fink das riskiert.
Warum auch? Gegen Hoffenheim hat der HSV nach langer Zeit mal wieder richtig gut gespielt und verdient mit 4:1 gewonnen. Dabei entscheidend war sicher auch wieder Heung Min Son, dessen Zukunft nach Saisonende zügig geklärt werden soll. Auf die Nachfrage, wann das passiert, antwortete mir Jarchow heute: „Es gibt noch keinen Termin.“ Aber man werde es sicher nicht zu weit nach hinten hinauszögern. Die gleiche Frage beantwortete mir Sons Berater Thies Bliemeister: „Wir haben noch keinen Fahrplan. Aber wenn das letzte Spiel gespielt ist, haben wir Zeit, uns hinzusetzen und alles zu besprechen. Es ist auch möglich, dass Son bleibt.“
Klingt nach Abschied. Mal wieder. Aber bevor ich jetzt von Tag zu Tag hin und her wechsele, lasse ich es lieber ganz und warte ab, bis es ein Ergebnis gibt. Denn, das sagte Bliemeister auch, der BVB ist längst noch nicht aus dem Poker um Son ausgestiegen. Allerdings, wenn ich mir die Namen der anderen Kandidaten durchlese, dürfte Son nicht allererste Wahl sein.
Erste Wahl war Scharner bei Wigan. Die allerdings sind seit dem 1:4 gegen Arsenal am Dienstag zweitklassig, womit sich Scharners Zukunft auf der Insel trotz der ihm gewidmeten, imposant zahlreichen Lobeshymnen der Wigan-Fans geklärt hat. Der Österreicher hatte vor seinem Leihwechsel gesagt, auf keinen Fall zweitklassig spielen zu wollen und beteuerte den extra angereisten Fink und Arnesen, dass er zurückkommen wolle – und wird. Und das finde ich gar nicht so schlecht. Denn wer sich in der Premier League gut verkauft, dürfte auch das zeug haben, dem HSV zu helfen. Und gerade auf der Innenverteidigerposition hat der HSV Nachholbedarf, den Scharner vielleicht lösen kann. Und da auch noch vergleichsweise günstig…
Und jetzt Daumen drücken – für die U23, die gerade beim SC Victoria ein wegweisendes Spiel im Abstiegskampf bestreitet.
Bis morgen! Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert.
Der nächste Umbruch kommt bestimmt. Und: Neue Männer braucht der Club. Immer und immer wieder, aber eben auch in diesem Jahr. Thorsten Fink, Trainer des HSV, hatte schon in der vergangenen Woche darauf hingewiesen. Das war vor dem müden 1:1 gegen Wolfsburg. Nach dem müden1:1 gegen Wolfsburg kündigte der Coach nun erneut an: „Wir müssen konsequent sein, müssen einen Schnitt machen. Wir brauchen Spieler, die mitziehen und Gras fressen für den Verein.“ Keine Angst, ihr lieben Tierschützer, damit seine keine Kühe gemeint, sondern neue Profis, die den HSV endlich einmal konstant nach vorne bringen sollen. Ich persönlich habe mich schon in der vergangenen Woche darüber gewundert, dass Thorsten Fink neue Spieler – öffentlich – gefordert hat, weil doch jeder weiß, dass der HSV kein Geld in der Kasse hat, aber gut, man kann sich ja mal wiederholen. Club-Chef Carl-Edgar Jarchow sagte dazu heute: „Ja gut, der Trainer kann ja neue Spieler fordern, das ist sein gutes Recht. Es wird aber keinen großen Schnitt geben, das ist bekannt. Wir werden in erster Linie versuchen, unseren Kader zu reduzieren, und den Kader dann punktuell zu verstärken – aber wir werden grundsätzlich keinen großen Schnitt machen.“
Oh wie schaaaaaddddeeeeeeeeeee!
Was soll denn nun schon wieder aus den vielen Gerüchten werden, die jetzt im Umlauf sind? Die Agentur (SID) schickte heute folgenden Absatz in die fußballerische Umlaufbahn:
„Fink wünscht sich für den nächsten Anlauf nach Europa in der kommenden Saison einen großen, robusten Stürmer, der in der Spitze auch einmal den Ball halten und geschickt verteilen kann. Im Gespräch sind Andreas Cornelius (FC Kopenhagen) und Amido Balde (Vitoria Guimaraes). Laut Informationen des italienischen Fernsehsenders Sky Sport 24 hat der HSV seine Fühler auch nach dem ehemaligen Barca-Angreifer Bojan Krkic ausgestreckt. Der dribbelstarke, mit 1,70-Meter-Körpergröße aber eher kurz geratene Offensivspieler ist derzeit vom AS Rom an den AC Mailand ausgeliehen. Fink und Arnesen sollen sogar schon zu Gesprächen nach Italien gereist sein. Für die wacklige Innenverteidigung könnte Lori Cana (Lazio Rom) ein Kandidat sein. Als Zugänge stehen bisher nur die Talente Hakan Calhanoglu (Karlsruher SC) und Kerem Demirbay (Dortmund) fest.“
Namen sind ja Schall und Rauch, aber mir fehlen da noch einige Namen mehr: Melchior Meier aus Dassendorf, Sascha Schmidt aus Wedel, Peter Petersen aus Buxtehude, Sören Schulz aus Tornesch, Norbert Neumann aus Glinde und Max Merzbach aus Travemünde. Um nur mal einige Namen zu nennen. Wobei ich denke, dass meine Namen doch etwas sinnvoller sind, weil diese „Kracher“, die die Scouting-Abteilung Ochsenzoll „ausgegraben“ hat, für den notorisch klammen HSV noch alle zu bezahlen wären. Mich wundert immer wieder, wie schnell sich die gesamte Öffentlichkeit über die wahren Gegebenheit beim HSV hinwegsetzt. Da werden Namen gehandelt, die allesamt vom HSV nicht zu bezahlen wären – so lange ein Heung Min Son noch nicht verkauft worden ist.
Und in diesem Zusammenhang darf ja nicht vergessen (und unterschätzt) werden: Jedes Spiel von Son ohne Tor muss ihn zwangsläufig billiger machen – wenn ihn zuletzt schon jedes Spiel mit einem Son-Tor immer teurer werden ließ. Wäre doch nur logisch. Und dann sollte eines ebenfalls Beachtung finden: Je öfter der HSV sagt, und Frank Arnesen tat es an diesem Wochenende, dass Son für den Fall, dass er nun nicht verlängert, eben verkauft werden müsse, dann macht dass den Südkoreaner auch nicht gerade teurer. Im Gegenteil. So lange ein Käufer merkt, dass der HSV einen Mann wie Son veräußern muss, um dadurch endlich mal wieder etwas Flüssiges in die Kasse zu bekommen, so lange wird dadurch auch der Preis eher gedrückt. Es sei denn, die Konkurrenz steht Schlange, um den talentierten Son zu holen – und überbietet sich von Stunde zu Stunde. Das aber ist meines Wissens zurzeit nicht der Fall.
Um noch kurz auf einen Namen zurückzukommen: „Matz-ab-Scholle“ behauptet ja steif und fest, dass an Bojan Krkic „etwas dran sein soll“. Da bin ich aber mal gespannt. Weil ich nicht weiß, wie das gehen sollte. Aber vielleicht verkauft der HSV ja auch noch den einen oder anderen „Son“ noch mehr – um dadurch das eine oder andere Milliönchen noch mehr zu kassieren. Vielleicht wird ja auch aus Robert Tesche, der zurzeit noch an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen ist, ein neuer „Verkaufs-Son“? Wer weiß es schon? HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf sagte übrigens heute zu dem Namen Krkic: „Da muss ich lachen . . .“ Und ich frage mich nun, aus welchem Grund? Muss er lachen, weil Krkic zu teuer und damit unerschwinglich wäre? Oder lacht er, weil der HSV dabei ertappt worden ist, wie er versucht, einen „ganz dicken Fisch“ an Land zu ziehen?
Um noch mal auf das Wolfsburg-Spiel zu kommen. Thorsten Fink befand zum Spielausgang: „Es gab ein gerechtes Unentschieden. Wir hatten sieben neue Leute in der Mannschaft, so war es schwierig, die Automatismen rüber zu bringen. Beide Teams haben mit offenem Visier gekämpft und wollten den Sieg. Vom Kämpferischen her war ich zufrieden, spielerisch brauchen wir nicht lange reden, das war nicht so gut von uns. Natürlich wird es jetzt immer schwieriger mit Europa. Wir sind zwar auf einem gutem Weg, uns zu stabilisieren, wir sind so aber noch nicht reif für die Europa League.“ Und ergänzend sagte Fink: „Wir wollen den HSV ganz nach vorne bringen, aber das geht nur mit Kontinuität.“
Wenn wir uns nun mal die Tabelle so anschauen, der HSV auf Platz sieben. Was sagt uns das? Eigentlich ganz okay, es ist auf jeden Fall mit den Zielen, die einst im Sommer 2012 festgelegt wurden, vereinbar. Und dennoch. Nur mal die Spiele gegen Fürth, gegen Augsburg, gegen Freiburg und jetzt gegen Wolfsburg genommen – und da immer einen Dreier für den HSV. Das wären zehn Punkte mehr – bei einem Heimsieg. Und Platz vier. Hätte, wenn und aber. Aber es ist doch so. Gegen diese vier Gegner hattet ihr doch alle (?) einen Heimsieg „eingeplant“. Und dann teilweise solche Grottenkicks. Nicht auszuhalten eigentlich. Eigentlich. Heute traf ich mehrere HSV-Fans – private Leute. Einer sagte mir: „Ich war nun nach längerer Zeit mal wieder dabei, und nun weiß ich wieder mal, warum ich vorher so lange nicht dabei war. Es lohnt sich ganz einfach nicht. Da kann ich bei meinem Verein um die Ecke besseren Fußball sehen, garantiert . . . Hier ist das alles nur auf Zufall aufgebaut.“ Und der andere war mein Kollege Sascha. Der sagte mir: „Jahrelang habe ich mir meine Dauerkarte gekauft, aber das ist nun wirklich vorbei. Das ist kein Fußball mehr zum Verlieben, das, was der HSV spielt, ist Fußball zum Weglaufen. Ich will ja kein Niveau wie es Barca oder der FC Bayern haben, ich möchte nur guten Fußball, aber den sehe ich hier nicht mehr. Ich ärgere mich nur noch, wenn ich das Stadion verlasse, und das will ich mir jetzt nicht mehr antun. Es ist vorbei.“
Carl-Edgar Jarchow zu diesem Thema: „Enttäuscht war ich nach dem 1:1 nicht, denn wir können uns ja gar nicht beklagen. Wolfsburg hat hier über weite Strecken gut gespielt.“ In der Tat. Und hatte Chancen. Der Niederländer Dost hätte „Torschützenkönig“ der Bundesliga werden könne, wenn er alle seine Möglichkeiten genutzt hätte – er nutzte zum Glück für den HSV nicht eine. Jarchow gab dann insgesamt zu: „Enttäuscht bin ich in der Tat über die Spiele gewesen, die wir teilweise vorher abgeliefert haben. Da fehlte am Ende vielleicht auch ein wenig Qualität, das weiß ich nicht. Vielleicht auch ein bisschen Mentalität, aber das werden wir dann ja am Ende der Saison genau analysieren und dann unsere Schlüsse daraus ziehen.“ Der HSV-Boss weiter: „Wir sind jetzt auf Platz sieben, und ich wäre nach den ersten drei Spielen dieser Saison heilfroh gewesen, wenn mir einer gesagt hätte, dass wir am Ende der Saison auf sieben stehen würden. Ich mache es nicht mit, die ganze Saison nun schlecht zu reden, aber sicherlich ist es so, dass die Konstellation mit den vielen Chancen, die wir gehabt haben, doch noch unter die ersten sechs Club zu kommen, eine Enttäuschung mit sich bringt, dass wir es dann doch nicht geschafft haben.“
Obwohl es ja theoretisch noch möglich wäre, theoretisch . . . Ich glaube da nicht mehr dran.
Ganz kurz noch zur Statistik des Wolfsburg-Spiels, weil ich weiß, dass einige User die ganz gerne mal lesen:
Torschüsse 19:15 für den VfL, Ecken 9:4 Wolfsburg, Flanken 11:10 HSV, Ballkontakte 51:49 Wolfsburg, 51:49 Prozent gewonnene Zweikämpfe für den VfL, 20:15 Fouls VfL und 4:1 Abseits Wolfsburg. Die meisten Ballkontakte: Slobodan Rajkovic (80), Rodriguez (74). Die Zweikampstärksten: Rajkovic (85 Prozent), Naldo (72).
Was mir persönlich an diesem Spiel gefiel (ja, das gibt es auch noch!): Als der Wolfsburger und ehemalige HSVer Ivica Olic in der 64. Minute ausgewechselt wurde, gab es herzlichen Applaus von allen Tribünen – von den Hamburgern. Die vergessen eben nie, wer sich mal für den HSV den Hintern aufgerissen hat – und wer nicht. Sollten sich vielleicht mal alle jetzigen HSV-Profis merken.
PS: Und dann gab es da vom „scorpion“ einen Beitrag, den viele andere „Matz-abber“ gelobt haben. Deswegen sei er hier nun noch veröffentlicht:
„Moin zusammen.
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Zu „Matz ab live“:
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Tobias Homp war meiner Meinung nach seit langem ein Gast, der aufgrund seiner Fachkenntnis und verbalen Fähigkeiten zu gefallen wusste.
Der scheint nicht nur die „Raute im Herzen” zu haben, sondern, im Gegensatz zu vielen anderen, auch etwas im Kopf. Schade, dass man solche Ehemaligen nicht einbindet. Zu viel Fachwissen, zu unbequem, zu wenig familiäre Bindungen? Zu wenig Amigo?
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Auf die Frage, welche Spieler TF besser gemacht hat, wusste wohl nur der Blogvater eine Antwort – die allerdings auch nicht so recht überzeugte.
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Zum Spiel:
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Wenn TF im Training auch nur ansatzweise die Dinge im Training ansprechen und verbessern würde, die er anscheinend während eines Spiels sieht und auf Feld schreit, es würde vielleicht besser um den HSV stehen.
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Sieht er denn im Training nie,
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dass eine Diekmeier immer und immer wieder zum Spurt ansetzt, fast genau nach 50 Meter stehen bleibt, auf den Ball tritt und meist zurückspielt?
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ein kreativer Kopf wie vdV sich ständig die Lunge in vorderster Front abrennt?
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keiner, aber auch keiner sich bei eigenem Ballbesitz freiläuft, so dass der ballführende Spieler oder Torwart überhaupt nie weiß, wohin mit dem Ball?
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Einwürfe ständig erst nach gefühlten 5 Minuten, wenn alle Mitspieler gedeckt sind, ausgeführt werden?
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Schüsse aus der „zweiten Reihe”, wenn überhaupt meist nur aus Verzweiflung abgegeben werden?
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die Abwehr immer nur den ballführenden Gegner im Blick hat, aber nie die, die sich hinter dem Rücken freilaufen?
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fast nie im Mittelfeld getackelt wird, sondern Geleitschutz bis zur Torauslinie, mit Einladung zum Flanken gegeben wird?
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Es scheint nicht so.
Allerdings, dass muss man TF zugute halten, beim Fußballtennis oder 5 gegen 3, kann man das schlecht erkennen. Das sieht man erst bei Spielen auf dem Großfeld. und da reagiert er ja jedes Wochenende – mit Worten und Gesten …“
Schnell noch einmal dazu von mir angemerkt: Es sind mit Sicherheit einige recht gute Dinge angeschnitten worden, aber es ist auch sehr viel Schwarz-Weiß dabei. Das habe ich heute auch einem Fans aus dem Badischen gesagt, der nur auf den HSV schimpfte: Warum sind denn in zehn Jahren 13 Trainer verschlissen worden? Doch nicht deshalb, weil ein jeder davon eine ganz dicke Krampe war. Hamburg und der HSV ist ein ganz, ganz schwieriges Pflaster, für jeden, der sich hier versucht und versuchen darf. Die Strukturen im Verein stimmen nicht, davon gehe ich nicht ab, und das ist für mich das Grundübel des HSV 2013. So lange sich da nichts tut, so lange wird der HSV immer da stehen, wo er jetzt steht – mittelmäßig. Und ich kann dazu nur sagen: hoffentlich.
Zu einem anderen Punkt, der noch von „scorpion“ angesprochen wurde:
Mir hat das „Matz ab live“ am Sonntag auch sehr, sehr viel Spaß gemacht, denn Oliver Scheel und Tobias Homp waren traumhaft gute Gäste. Vielen Dank dafür. Zu „Hompi“ sei gesagt: Alle diejenigen, die den Mann aus Henstedt-Ulzburg kennen, die wissen natürlich, dass der „Bursche“ unheimlich viel im Kopf hat. Das ist ja schon immer so gewesen. Ein ganz schlaues Kerlchen, der „Tobi“. Felix Magath hat einmal mit seinem Mannschaftskollegen Schach gespielt, und es war – nach der Niederlage – auch zugleich das letzte Mal. Tobias Homp war früher, als Bundesliga-Profi, aber immer eher einer der Stillen im Lande, doch jetzt ist er verbal kaum noch zu bremsen. Das ist gut so. Und er gibt dabei auch stets unheimlich viele und vor allem gute Sachen von sich. Ich bin in der Tat sehr beeindruckt. Wie er Fußball erklärt und beurteilt – alle Achtung! Er erinnert mich an Thomas von Heesen . . .
PSPS: Noch einmal in eigener Sache. „Scholle“ hatte am Sonnabend von meiner Tochter als „Frau Doktor“ geschrieben, das ist aber nicht der Fall. Sie ist Tierärztin geworden, was auch schon ein langer, sehr beschwerlicher Weg ist (und auch lobenswert, wenn man es denn geschafft hat!), und wir „Matzen“ freuen uns auch alle tierisch mit ihr – aber mit falschen Federn möchten wir uns dann doch nicht schmücken. Also Tierärztin, aber keine Frau Doktor.
PSPSPS: Morgen, am Dienstag , wir um 10 Uhr im Volkspark geübt.
Und nun geht es zu “HH1″, wo Ernst-Otto Riekhoff (und ich) um 20.15 Uhr zu Gast bei der Sendung “Rasant” sein werden.
Einen habe ich dann noch, weil “Scholle” so lieb bittet – es ist sein “Baby”:
Eine recht muntere Diskussion ist inzwischen auf unserer neuen Facebookseite entstanden, deren Mitgliederzahl täglich wächst. Schon sehr bald dürfen wir wohl nach dem 100. schon das 1000. Mitglied begrüßen. Aber seht selbst auf www.facebook.com/groups/matzab
18.24 Uhr
Dann erreichte mich noch ein “Offener Brief”, den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Offener Brief an den HSV und den FC Bayern München:
Vor wenigen Tagen gelangte die Bemerkung des HSV-Aufsichtsrats- vorsitzenden Manfred Ertel:
„FC Bayern vor nächstem Hammer-Transfer: Hoeneß zu JVA München!”,
publiziert auf seiner privaten Facebook-Seite, an die breite Öffentlichkeit und fand inzwischen auch in diversen Medien ihren Widerhall.
Die HSV-Realos sowie viele gutwillige Mitglieder und HSVer distanzieren sich von dieser stillosen Bemerkung des Vorsitzenden unseres einflussreichsten HSV-Gremiums.
Unbeschadet der Tatsache, dass derzeit offen ist, ob nach geltendem Recht die Selbstanzeige in der persönlichen Steuerangelegenheit des Aufsichtsrats- vorsitzenden des FC Bayern strafbefreiend sein wird und unbeschadet der Tatsache, dass Herr Ertel inzwischen selbst zur Erkenntnis gelangt ist, dass es in seiner herausgehobenen Funktion keine rein privaten Äußerungen zu diesem Thema geben kann, halten wir Äußerungen dieser Art grundsätzlich für sportlich und menschlich nicht anständig.
Wir sind der Überzeugung, dass Spott und Häme gegen den erfolgreichsten deutschen Fußballvereins und seinen langjährigen Vorsitzenden angesichts der überragenden sportlichen und auch wirtschaftlichen Erfolge der letzten Jahrzehnte vollkommen unangemessen sind.
Bei aller belebenden sportlichen Abgrenzung und Konkurrenz dieser beiden deutschen Traditionsvereine sind wir der Auffassung, dass Sport verbindet und hämische Bemerkungen dieser Art nur unnötige Antipathien oder gar Feindschaft auslösen können. – Dies wollen alle Unterzeichner und sicher auch die ganz überwältigende Mehrheit unserer Mitgliedschaft und Fans nicht!
Wir wünschen beiden Vereinen einen erfolgreichen Saisonabschluss und grüßen unsere Konkurrenz im Süden herzlich
Dr. Konstantin Rogalla, Tom Heinkel, Gunther Kowalewski, Manuela Gerick, Stephan F. Rebbe, Prof. Dr. Jörg Debatin, Michael Halder, Klaus-Dieter Werner, Jasmin Jansen-Sievers, Horst Becker, Ralph Behrbohm, Hans-Joachim Domanski, Heidi Dorsch, Joachim Woyke, Joachim Ulmer, Manfred Ibenthal, Wolfgang Wokel, Peter Frank, Peter Wernicke, Hans Hoh, Reinhard Hupfer, Jane Isigkeit, Gabi Weidenhagen, Gerhard Siedler, Christian Sager, Björn Meyer, Olav Appelius, Sven Ehrich, Ralf Gleitsmann, Christian Maaß, Marco Langner, Reinhard Schnieders, Maik Rautenberg, Wolfgang Suchodolski, Bjoern Spielmann, Bernd Riepen, Maciek Scharafin, Denny Reck, Dirk Schultz, Patrick Meier, Dirk Mann, Ingo la Brador, Nils Krüger, Hans Zimpel, Dennis Siggelkow, Christian Dittrich, Marco Hepe, Niki Kreymann, Marco Witt, Markus Taschendorf, Andreas Irmer, Frank Lichte, Gabriele Robel, Alexander Oest, Helmut Seifert, Heinz Georg Beneke, Volker Weichert, Tobias
Friske, Peter Morlock, Sven Haltermann, Lukasz Parobij, Piet Osswald, Marco Winterberg, Dennis Holm, Jürgen Linne, Frank Solms Nebelung, Uwe Mockenhaupt, Kilian Graubohm, Carsten Kobernuss, Frank Zenger, Uwe Krop, Michael Trautmann, Dirk Vogel, Marco Reinberg, Alex Rau, Dirk Schuran, Harry Busse, Carsten Mierswa, Stefan Hoffmann, Margarete Meyer, Frank Bamberg, Dirk Miesler, Frank Mackerodt, Ronald Weidenhagen, Jörg Hahn.
„In diesem Sinne, bis morgen. Da wird wieder um zehn Uhr trainiert und es sollen alle Feldspieler bis auf Marcus Berg dabei sein können. Dieter wird ebenfalls dort sein und Euch an gewohnter Stelle berichten.“
So endete „Scholle“ gestern. Aber so schön, wie er es angedacht hat, wurde es dann doch nicht. Gleich zwei HSV-Profis fehlten heute beim „Kurkonzert“. Marcell Jansen hat sich nun noch eine Magen- und Darm-Grippe zugelegt, Ende offen. Ich meine damit, dass sein Einsatz am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg, im vorletzten Heimspiel der Saison, doch fraglich ist. Und zudem hat sich Michael Mancienne Oberschenkel-Probleme eingefangen, er setzte deswegen heute aus – und wir auch beim nicht-öffentlichen Abschlusstraining am Sonnabend fehlen – und damit auf gegen die „Wölfe“ am Sonntag. Ich lasse mir da keine Hintertür offen, Mancienne wird ausfallen – Ende. Für ihn kommt Slobodan Rajkovic in die Mannschaft, und wenn ich Trainer Thorsten Fink richtig interpretiere, dann hatte er das ohnehin so geplant. Weil der Coach einen rustikalen Abräumer braucht. Und das war Mancienne zuletzt nicht, der Engländer war eher genau das Gegenteil eines Abräumers. Wobei ich jedem User, der nun genau dieses Gegenteil suchen wird, selbst überlasse, wo er mit dieser Suche endet . . .
Thorsten Fink sagte in Sachen Innenverteidigung: „Ich hatte schon in dieser Woche überlegt, ob ich Slobo spielen lassen werde – von der Aggressivität her.“ Sollte Jansen auch nicht spielen können, so wäre Zhi Gin Lam sein Ersatzmann – und nicht Dennis Aogo. Der ehemalige Linksverteidiger der deutschen Nationalmannschaft wird so oder so (diesmal) Nur auf der Bank sitzen. Erklärung von Fink, warum er Aogo nicht als Linksverteidiger bringen wird: „Dennis hat es in seinem letzten Spiel als Linksverteidiger, das war das Spiel gegen die Bayern, nicht so angenommen – finde ich. Von der Ausstrahlung her.“
Das wird nicht die einzige Änderung sein, die Thorsten Fink vornehmen wird – gegenüber dem mageren 1:4-Auftritt in Gelsenkirchen. Petr Jiracek wird im rechten Mittelfeld auflaufen Heung Min Son links. Vorne wird Artjoms Rudnevs einzige Spitze sein, und auf der „Doppel-Sechs“ werden sich Tolgay Arslan und der wieder genesene Milan Badelj (trainierte heute ohne Pause und ohne Beschwerden mit) versuchen. Auf geht’s, Buam.
Jiracek soll deswegen rechts spielen, weil er sich so besser um Wolfsburgs Diego kümmern kann, denn der kommt vorzugsweise über links und zeiht dann zur Mitte – das könnte Jiracek als Linksfuß dann bestens „begleiten“.
Vom heutigen Training nur zwei Dinge. Beim abschließenden Schießen auf die „Hütte“ von (abwechselnd) Rene Adler und Sven Neuhaus schoss Rafael van der Vaart das schönste (Traum-)Tor – der Niederländer hob danach beide Arme gen Himmel und sucht mit seinen Augen dort oben jenen Herrn, der ihm bei diesem Schuss so trefflich half. Gleich am Anfang war aber die Szene, die mich am meisten begeistert hat: Beim Kreisspiel (fünf gegen zwei) wurden Jacopo Sala (er gleich zweimal) und Jaroslav Drobny getunnelt. Nach dem dritten Tunnel brachen alle Spieler in ein wahres Indianergeheul aus, alle lachten. Drobny (als „Geschädigter“) und Jeffrey Bruma hielt es nicht mehr auf den Beinen, beide kippten vor Freude aus den Latschen und wälzten sich vor Lachen auf dem Boden herum. Welch eine Szenerie! Und nicht auszudenken, wenn die Stimmung auch noch am Sonntag um 19.25 Uhr so herrlich ungezwungen und toll wäre. Jetzt sind alle Hamburger gefordert.
Von der Ausgangsposition her könnte es ein heißes Spiel geben. Ohnehin gibt es gegen Wolfsburg immer ein schwer und hart umkämpftes Match. Und oft genug haben die „Wölfe“ dem HSV schon (auch in Hamburg) ganz kräftig in die Suppe gespuckt. Ich sprach heute mit einem Mann, der beide Seiten schon erlebt hat, der sowohl in Hamburg als auch in Wolfsburg Publikumsliebling war (und ist): Roy Präger. Der frühere Wirbelwind wird nicht beim Spiel sein, er ist mit der Jugend-Fußballschule des VfL beschäftigt. Präger über seine Erwartungen für Sonntag: „Es wird sicher ein packendes Derby, wie immer, wenn der HSV und der VfL aufeinanderprallen. Die Voraussetzungen für ein intensives und spannendes Spiel sind gegeben, denn der HSV muss gewinnen, und der VfL, der in meinen Augen auch noch eine Minimal-Chance auf Europa hat, auch. Beide müssen Gas geben, und das kann und wird nur zum Wohle aller Fans sein. Auf einen Tipp möchte ich mich nicht festlegen, aber der VfL ist ja bekanntlich sehr auswärtsstark – es wird nicht leicht für den HSV.“
Das weiß auch Frank Arnesen. Der Sportchef: Wir stehen vor drei Finals, Wolfsburg ist das erste davon. Wir spielen zu Hause, wir müssen auch zeigen, dass wir zu Hause spielen – gegen Düsseldorf zuletzt ist es uns gelungen, denn wir haben gewonnen. Gegen den VfL müssen wir dieselbe Einstellung auf den Platz bringen, wie in der ersten halben Stunde gegen Düsseldorf.“ Der Däne war gestern Gast beim Training, war auch heute dabei und unterhielt sich lange Zeit mit Thorsten Fink. Über die Lage sagte Arnesen: „Zwei Tage vor einem Spiel ging es heute recht locker zu, es wurde viel gelacht – so muss es auch sein. Man muss entspannt sein, und ab Sonnabend wird sich dann konzentriert, dann kommt die Spannung bei den Spielern. Erst die Freude, und dann alle Energie für diese 90 Minuten. Ich will eine HSV-Mannschaft sehen, die diszipliniert spielt, die konzentriert spielt, und in der jeder Spieler seine Duelle gewinnen will. Jeder muss jedes Duell gewinnen wollen, das will ich sehen.“
Das HSV-Team wird am Sonntag nicht nur körperlich gefordert sein, sondern auch mental. Immerhin geht es um – wahrscheinlich – die letzte Chance, das Ticket nach Europa zu lösen. Es ist also auch eine Frage des Kopfes. Frank Arnesen ist davor nicht bange: „Die Mannschaft hat es im vergangenen Jahr, als es gegen den Abstieg ging, gezeigt, dass sie dass kann, dass sie damit umgehen kann. Sie ist damals damit sehr gut umgegangen, deswegen sehe ich diesbezüglich keinerlei Probleme.“ So sehen es wahrscheinlich auch die meisten HSV-Fans. Die lagen am vergangenen Wochenende, nach dem 1:4-Debakel auf Schalke, alle am Boden, die meisten davon sind auch erst am Mittwoch oder Donnerstag erst wieder aufgestanden – aber nun sind sie auch wieder da. Voll da. Sieg gegen Wolfsburg, davon waren heute so viele Trainingskiebitze überzeugt – restlos überzeugt.
Ist es nicht phänomenal, wie schnell die HSV-Fans doch vergessen können? Spätestens am Freitag ist alles wieder gut, dann ist selbst ie größte Wunde wieder verheilt – dann beginnt die Zeit der Träume. „HSV-Sieg“ – es gibt ja gar nichts anderes. Arnesen lacht: „Solche Einstellung ist auch genau die richtige, solche Einstellung muss es auch bei jedem unserer Spieler geben. Die müssen auch sagen, dass sie Wolfsburg weghauen, ganz klar – wir spielen zu Hause, wir haben noch etwas aufzuholen. Natürlich wissen wir, dass Wolfsburg die drittbeste Auswärtsmannschaft ist, dass der VfL jetzt schon lange nicht mehr verloren hat, aber wir müssen auf uns selbst gucken. Wir haben in dieser Saison schon gute Spiele zu Hause angeliefert, weitaus bessere als in der Spielzeit davor, und deswegen gilt es für uns nun, diese Reihe der guten Spiele fortzusetzen.“
Die hat es, um ein wenig Wasser in den Wein zu kippen, sicherlich gegeben. Aber es gab auch Spiele wie die gegen Fürth, Augsburg und Freiburg, die waren dann doch nicht ganz so geglückt. Daran sollten sich die HSV-Spieler dann doch besser nicht orientieren. Ich wollte wissen, ob auch Frank Arnesen vorher noch mit der Mannschaft sprechen wird, aber er sagt: „Ich spreche mit dem Trainer, der Trainer spricht mit der Mannschaft. Ich habe viel Vertrauen zu Thorsten Fink. Wir haben nach dem Schalke-Spiel gesprochen, das ist jetzt aber abgehakt, es geht weiter – und jetzt sind die Spieler wieder gefragt. Jeder weiß, um was es geht.“
Ein anderes Thema schwebt in diesen Tagen und Wochen stets über dem Sportchef: Spielerverkäufe. Erst muss verkauft werden, bevor eingekauft werden kann. Wie weit sind die Verkäufe gediehen? Arnesen: „Da ist noch nichts passiert. Das ist auch völlig normal, denn das Geschäft fängt im Juni an, nachdem die Saison beendet worden ist. Aber trotz allem rede ich jetzt schon viel, ich rede mit Beratern und auch mit Spielern, die zu uns kommen wollen. Aber meine Hauptaufgabe ist erst einmal die, zu verkaufen. Das wissen wir. Und wir wollen die Spieler behalten, die uns weiterbringen sollen.“ So war die Situation ja auch schon vor einem Jahr. Arnesen erinnert sich: „Damals musste ich auch verkaufen, um dann Rene Adler, Artjoms Rudnevs und Milan Badelj holen zu können, und ich habe verkauft. Gökhan Töre und Paolo Guerrero waren das. Im Winter aber war das sehr schwer denn jeder weiß, dass die Ein- und Verkäufe zu 90 Prozent im Sommer stattfinden.“
Immerhin wissen die Verantwortlichen des HSV, dass sie etwas tun müssen – bezüglich der kommenden Saison. Frank Arnesen: „Ich rede viel mit Thorsten Fink, wir sind uns einige darüber, dass wir Verstärkungen brauchen. Aber wir werden darüber erst offensiv werden, wenn die Saison beendet ist. Erst kommen die drei letzten Spiele, und wenn die absolviert worden sind, dann reden wir mit den Spielern. So oder so.“ Der HSV sucht, das ist ja schon durchgesickert, einen Innenverteidiger und einen großen Stürmer. Mindestens.
Spieler, die beim HSV bleiben – oder auch gehen müssen – die werden im Moment von Frank Arnesen bearbeitet. Jaroslav Drobny gehört dazu. Arnesen: „Ich bin ganz positiv, aber leicht wird es nicht. Denn Drobo, der gemeinsam mit seinem Berater mit mir ganz offen spricht, hat einige gute Angebote von Clubs, bei denen er als Nummer eins spielen könnte.“ Es geht auch um Dennis Diekmeier, der wohl bleiben dürfte, und es geht im Tomas Rincon, der noch ein Jahr Vertrag hätte. Beste Voraussetzung, um den HSV in diesem Sommer zu verlassen denn dann kassiert der Club noch Ablöse. Arnesen: „Tomas ist ein hervorragender Junge.“ Stimmt. Aber das zeigt er regelmäßig nur in seiner Nationalmannschaft, nicht so sehr beim HSV. Weil er so konstant ja auch selten einmal spielen durfte. Es geht auch um Sven Neuhaus. Das wurde ja zuletzt schon als fast perfekt gemeldet, und da ist es wohl auch. Es sollen nur noch Nuancen fehlen – und dann die beiden Unterschriften. Arnesen: „Es sieht in diesem Fall sehr gut aus, wir sind uns zu 99 Prozent einig.“
Klingt gut. Neuhaus ist ein Super-Typ, der bestens zum HSV passt. Und zu allen anderen „Patienten“: Gut Ding will Weile haben.
Zunächst aber geht es ja auch nur um die drei letzten Bundesliga-Spiele: Wolfsburg, Hoffenheim, Leverkusen. Und dann wird ein Schlussstrich gezogen und abgerechnet. Aber auch erst dann.
PS: Schnell mal wieder in eigener Sache. Wir sind am Sonntag unmittelbar nach dem Schlusspfiff wieder mit „Matz ab live“ auf Sendung, unsere Gäste werden diesmal das HSV-Vorstandsmitglied Oliver Scheel und der frühere HSV-Profi Tobias Homp sein – ich freue mich schon sehr auf die beiden Herren. Und ihr seid hoffentlich wieder bei und mit uns, es würde uns auf jeden Fall freudig stimmen. Ein schönes Wochenende für euch und eure Lieben.
PSPS: Das HSV-Abschlusstraining am Sonnabend ist nicht öffentlich.
Ein Leben ohne den HSV ist für Dieter Matz nicht denkbar. Seit über 30 Jahren begleitet er als Abendblatt-Redakteur den HSV, und auch national ist er ein anerkannter Fußball-Fachmann. mehr
Es ist vollbracht. Das letzte Gewinnspiel von „Matz ab“ ist gelaufen, die Gewinner ermittelt. Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern, nicht nur an die Glücklichen des Leverkusen-Spiels. Ich bedanke mich bei euch für die stets rege Teilnahme an diesem Spielchen, es hat mir Spaß gebracht – und euch hoffentlich auch. Selbst wenn es gelegentlich zu schwer gewesen sein sollte.
Was bleibt noch? Die Aufklärung der letzten beiden (Leverkusen-)Aufgaben:
Frage eins:
Wie viele Tore schoss Kevin Keegan einst in der Bundesliga gegen Leverkusen? Die Antwort: keines.
Frage zwei:
Welchem HSV-Profi gelang als erstem Hamburger ein Doppelpack in einem Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen? Die Antwort: William „Jimmy“ Hartwig.
Gewonnen haben diesmal gleich drei HSV-Fans. Das Trikot von Sören Bertram ging nach Kiel, dort wohnt Stephan Griem. Das Trikot von Zhi Gin Lam ging nach 31535 Neustadt, dort wohnt Simone Schmidt-Stach. Und die beiden Eintrittskarten für das Leverkusen-Spiel gehen nach Braunschweig, dort wohnt HSV-Anhänger Robert Dykowski.
Nochmals vielen Dank an alle „Matz-abber“ für’s Mitmachen.