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Wieder 1:2 gegen Porto Alegre

9. Dezember 2012

Fast wie am 11. Dezember 1983, als der HSV das Weltpokal-Finale in Tokio gegen Gremio Porto Alegre mit 1:2 nach Verlängerung verlor. Diesmal gab es in Brasilien eine 1:2-Niederlage, die nach 90 Minuten feststand. Das Spiel begann erst um 22.40 Uhr Ortszeit, weil die stimmungsvolle Eröffnungsfeier für das Stadion etwas länger dauerte (u.a. Blue Man Group). Gremio hat sich ziemlich abgefeiert, die Begeisterung der Menschen war wirklich beeindruckend, fast alle trugen Trikots. Sie waren eben – neben anderen Sachen – auch sehr stolz, dass sie das “modernste Stadion Südamerikas” (Zé Roberto) für 540 Millionen Real (ein BRL ist 0,373 Euro) hingesetzt haben. Die Arena sieht aus wie ein Stadion in Europa, ähnlich wie das von Schalke 04 oder das in Düsseldorf. Allerdings hat es kein Dach.

Der HSV spielte vor 60 000 Zuschauern mit: Drobny – Bruma, Scharner, Rajkovic (64. Diekmeier), Aogo (46. Westermann) – Sala, Rincon, Tesche (64. Arslan), Ilicevic (80. Skjelbred) – Rudnevs (46. Son), Berg.

Die Tore: 1:0 Lima (8.,) – Kopfball nach einem Eckstoß von Elano. Die Ecke hatte Slobodan Rajkovic verschuldet, weil ihm der Ball auf dem extrem schlechten Rasen versprungen war. Der Platz, das war eine große Überraschung, war wirklich eine einzige Katastrophe, vor allem auf den Außenbahnen. Bei einem Antritt flogen die Soden in die Luft, das da wirklich aus wie bei einem Pferdegeläuf.

1:1 Heiko Westermann (69.) nach einer Ecke von Tolgay Arslan, der Schuss aus 18 Metern wurde noch abgefälscht.

2:1 Marcelo Moreno (87), der Jeffrey Bruma entwischt war und aus halblinker Position traf.

Der HSV hat dieses Spiel unglücklich verloren, hat vor allem in der zweiten Halbzeit dominiert und viel mehr investiert, ist erstaunlich viel gelaufen – und das nach der kurzen Reha-Phase. Als alles mit einem 1:1 rechnete, fiel das 1:2 wie aus heiterem Himmel.

Rajkovic spielte nach unsicherem Beginn dann ganz ordentlich und bedankte sich noch mal ausdrücklich beim Trainer, dass er wieder eine Chance bekam: “Ich bin sehr dankbar.”Eigentlich möchte er in Hamburg bleiben, obwohl es ja immer wieder heißt, dass er in der Winterpause verkauft werden soll …

Unschön an dieser Partie: Auf der Tribüne kam es schon in der ersten Hälfte zu ziemlich heftigen Prügeleien. Nachdem weder Ordner noch Polizei eingriffen, gingen die Beamten dann in der Pause in den Block und führten einige Prügelknaben ab. Die Blaskapelle zog in der Folge auch ab, die Stimmung war dann längst nicht mehr so gut wie zu Beginn oder auch während der Show. Das lag aber auch daran, dass die Gremio-Mannschaft nichts wirklich Produktives hinbekommen hatte. Der große Zé Roberto spielte gut, ist aber zur Pause raus, das merkte man. Er wird wohl, man glaubt es kaum, noch ein Jahr dranhängen bei Gremio – so sagte er vor dem Spiel. Der ehemalige HSV-Spieler ist inzwischen schon 38 Jahre jung …

Ärgerlich für den HSV: Nach dem Spiel floss kein Wasser aus den Duschen, also gingen die Spieler in den Bus, um im Hotel zu duschen. Doch dann mussten sie erst auf die Gremio-Spieler warten, weil es nur eine Polizeieskorte gab, so kam der HSV erst eine Stunde nach Spielschluss (und ungeduscht!) im Hotel an. Nassgeschwitzt im klimatisierten Bus, da droht dem einen oder anderen Hamburger bestimmt Erkältungsgefahr.

(diese Informationen gab es von meinem Kollegen Alexander Laux, der mit dem HSV in Brasilien ist)

05.49 Uhr