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Slomka spendierte Steaks aus Uruguay

12. September 2014

In Geburtstagslaune war Mirko Slomka heute nicht gerade. Der HSV-Trainer ist heute 47 Jahre jung geworden, er gab auch ein Geburtstagsessen für seine Mannschaft aus, aber ansonsten wirkte er nicht besonders gut aufgelegt. Im Gegenteil, wenn ich gefragt werden würde, wie ich Slomka heute bei der Pressekonferenz erlebt habe, dann würde ich schon sagen: „Ein wenig angefressen.“ Und das hatte nun nichts mit dem Steak aus Uruguay zu tun, das der Coach auf „den Markt geschmissen“ hatte. Die ganze Situation setzt ihm offenbar mehr zu, als er mit gelegentlichem Lächeln vor den Kameras zu überspielen versucht. Mein Kollege Axel Leonhard, der große Regisseur (von Matz ab live) macht mich ja immer total arbeitslos, indem er Sekunden nach der PK hier schon alles veröffentlich, aber es hat den großen Vorteil für Euch: Jeder kann sich selbst ein Bild machen, wie er Mirko Slomka an diesem Freitag, seinem Feiertag, empfindet.

 

Für Abendblatt-Blogs


 

Ich fand den Trainer, der offenbar alles selbst liest oder lesen lässt (um sich dann informieren zu lassen), auch ein wenig dünnhäutig. Die Frage aber, die dahinter steckt, ist doch die: Eine Erfolgsserie hat Slomka mit diesem HSV ja nicht gerade gestartet. Im Gegenteil. Ganz im Gegenteil. Und dann greifen eben die Mechanismen, die es in solchen Fällen im Profi-Fußball gibt. Das muss kein Fan großartig pöbeln, da muss keine Zeitung besonders schlimm schreiben – sollte diese Negativserie anhalten, dann muss niemand mehr etwas sagen oder schreiben, dann handelt der Vorstand. So einfach ist das. Und das wäre in München, Berlin oder Stuttgart ebenso.

 

Darüber ist sich Slomka sicher auch selbst klar, aber eine solche prekäre Situation dann zu durchleben, das ist dann eben doch etwas anderes. Und es geht ja nicht nur allein um die Schüsse, die Richtung Trainer abgefeuert werden, es gibt ja auch genügend Sorgen, die rund um die Mannschaft schon wieder entstanden sind. Und wenn gestandene Spieler wie Rafael van der Vaart und Marcell Jansen ausfallen, dann kann auch keinem Coach der Welt zum Lachen sein, egal ob er Spieler dieses Kalibers auch im nächsten Spiel tatsächlich aufgestellt hätte. Sollte es nämlich schiefgehen, wenn nun die Neuzugänge am Sonntag in Hannover zum Einsatz kommen, dann könnte er immer noch einen erfahrenen Mann von der Bank einwechseln – das ist nun fast schon ausgeschlossen.

 

Mal abgesehen von Heiko Westermann, der dort am Sonntag um 17.30 Uhr Platz nehmen wird. Eine Tatsache, die diejenigen erfreuen wird, die auf eine solche Maßnahme schon seit Monaten warten. Dass ich nicht ganz konform damit gehe, mag niemanden überraschen, aber ich denke da weniger an den „HW4“ und sein Wohlbefinden selbst, sondern an die Mannschaft. Und da ganz besonders an jene Standardsituationen, die dem HSV am Sonntag von 17.30 Uhr an um die Ohren fliegen werden – wenn es Schiedsrichter Schmidt aus Stuttgart denn so entschieden hat. Ich behaupte einmal, dass Westermann der Defensive wegen seiner Kopfballstärke schon sehr fehlen wird. Zumal jetzt viele Spieler (es darf sich jeder von Euch darüber seine eigenen Gedanken machen!) zum Einsatz kommen werden, die kein Gardemaß haben. Da aber alle Männer vorzugsweise dann hinten benötigt werden, wenn der Gegner Standards vor das HSV-Tor schlagen kann, sind auch die „kleinen Jungs“ gefragt. Ob sie helfen können, das sei dann dahingestellt. Wir werden es alle erleben.

 

 

Es wird in Hannover auf jeden Fall eine „runderneuerte“ Viererkette geben. Dennis Diekmeier wird zwar rechts seinen Platz behalten, auch Johan Djourou bleibt in der Mitte gesetzt, aber links von ihm werden der Brasilianer Cleber und der ehemalige Augsburger Matthias Ostrzolek stehen. Der Beginn einer neuen Mannschaft. Zumal die beiden Sechser auch „neu“ sein werden: Valon Behrami und Lewis Holtby. Letzterer sprühte heute vor Spiellust beim Training, und er gefiel mir auch als Vollstrecker bei der abschließenden Übung, als es darum ging, Flanken von rechts und links zu verwandeln. Holtby schaffte das auch mit ganz schwierigen Bällen, das sah richtig, richtig gut aus.

 


 

Auf den Außenpositionen könnte es wieder erwarten noch eine Änderung geben, denn Ivo Ilicevic verletzte sich kurz vor dem Trainingsende, er konnte seinen linken Fuß (oder das linke Bein) nicht mehr hundertprozentig „benutzen“, und nun ist im Moment noch nicht sicher, ob es mit einem Einsatz am Sonntag überhaupt etwas wird. Die anderen Positionen allerdings sind klar: Zoltan Stieber wird auf einem Flügel spielen, und in der Mitte (hinter der Spitze Pierre-Michel Lasogga) wird (wohl) Nicolai Müller spielen. Der Mann, aus Mainz gekommen, trainierte diese Rolle heute schon mal und gefiel mir dabei sehr. Weil er schnell, gewandt und torgefährlich ist. Auf die Frage, ob Müller schon bei 100 Prozent sei, antwortete Slomka aber: „Er wäre bei 100 Prozent, wenn er in dieser Saison schon ein Bundesliga-Spiel über 90 Minuten gemacht hätte.“ Das hat er nicht – aber das kann ja noch werden. In Hannover zum Beispiel.

 

Eine weitere Frage aber wäre dann die: Wer kommt ins Team, falls Ilicevic ausfallen sollte? Dann wird es nämlich schon eng. Tolgay Arslan rechts, Stieber links? Das wäre eine Variante. Arslan hatte im heutigen Training durchaus einige sehr gute Szenen. Petr Jiracek auf die linke Seite? Wäre auch möglich. Oder Artjoms Rudnevs (statt Arslan) nach rechts? Eine faustdicke Überraschung wäre auch denkbar, dann würde Slomka auf einen Mann aus der Zweiten (immerhin Tabellenführer in der Regionalliga) namens Philipp Müller zurückgreifen, der heute mittrainierte und einen quirligen Eindruck auf mich machte. Eine weitere Variante wäre auch die, dass Westermann mit Behrami auf die Sechs ginge, Holtby auf die verwaiste Van-der-Vaart-Position – und Nicolai Müller nach rechts, Stieber nach links. Aber das ist natürlich die Geschichte, die mir im Moment am wenigsten möglich erscheint – weil Westermann eben total out ist. Schnell noch ein Wort zum heutigen Trainingsspielchen, denn da gefiel mir auch, das nur am Rande, Ashton Götz als Rechtsverteidiger. Und gute Szenen hatte auch der Südkoreaner Dongsu Kim, der im B-Team neben Westermann einen der Innenverteidiger gab. Das nur schnell eingeschoben.

 

In oder out? Das ist in diesen Tagen beim HSV ganz sicher ein viel diskutiertes Thema. Wie das im „Fall Adler“ ist, das wird zurzeit unterschiedlich – von meinen Kollegen – beobachtet. Vor dem Training heute waren sich die meisten sicher, dass Rene Adler am Sonntag gegen Hannover zwischen den Pfosten des HSV-Tores stehen wird, nach der Einheit am Stadion aber waren sich fast alle einig: Jaroslav Drobny wird gegen die Niedersachen das HSV-Tor hüten. Wobei Mirko Slomka sich nicht entlocken ließ, wer denn tatsächlich als Keeper auflaufen wird: „Das entscheide ich immer erst am Spieltag.“ Ist doch klar, denn was ist, wenn Drobny nun plötzlich noch erkranken würde? Dann müsste Adler, der vorher eventuell „enteiert“ worden ist, doch spielen. Keine so ganz günstige Konstellation. Aber, um nicht drum herum zu schreiben, ich gehe nach diesem Tag auch davon aus, dass Droby spielen wird. Ihr könnt ich die PK von diesem Freitag ja sofort ansehen – und werdet dann wohl auch zu diesem Schluss kommen.

 

Erfreuliches gibt es noch von der Verletzten-Szene zu berichten. Gojko Kacar soll (oder könnte) bereits in der nächsten Woche schon wieder ins Mannschafts-Training einsteigen, und auch bei Slobodan Rajkovic sieht es wohl schon sehr viel besser aus, der Coach stellte in Aussicht, dass der Innenverteidiger eine Woche später wieder mit den Kollegen trainieren könnte. Das wäre doch mal was . . .

 

Zu einem anderen Thema. Aber immer wieder aktuell:

Im heutigen Hamburger Abendblatt gibt es ja ein Interview mit HSV-Gönner, -Sponsor, -Helfer Klaus-Michael Kühne, der darin auch noch einmal auf den Trainer eingeht. Mirko Slomka aber ließ das kalt, er blieb diesbezüglich total unaufgeregt und neutral und sagte: „Ich habe an dieser Stelle schon einmal gesagt, dass ich kürzlich ein längeres Telefonat mit Herrn Kühne geführt habe. Ich kann nach wie vor dazu nur sagen, dass alle diejenigen, die uns von außen kritisch bewertet haben, Recht hatten. Unser Spiel gegen Paderborn war einfach unterirdisch. Wenn man dann in eine solche Aufbruchsstimmung hinein kommt, auch Herr Kühne hat uns ja dabei geholfen, eine solche Aufbruchsstimmung zu verbreiten, dann kann ich auch von allen, jetzt nicht nur speziell vom Trainer, sondern konkret von allen Mitarbeiten einer besseren Job auf und neben dem Platz verlangen.“

Vielleicht klappt es ja diesbezüglich schon am Sonntag in Hannover. Ich habe im Hamburger Abendblatt – ganz optimistisch – 2:2 getippt, und damit wäre ich auch schon mal sehr zufrieden.

PS: Lars Pegelow hat sich ja gestern schon zur Abrechnung von
Trainer Bert van Marwijk mit dem HSV geäußert. Ich möchte es schnell noch einmal ergänzen. Der Niederländer, auch Vize-Weltmeister, hatte ja festgestellt, dass sein Engagement beim HSV “ein Fehler” gewesen sei. „Da ging vieles drunter und drüber. So was habe ich noch nie erlebt. Die Konzentration auf den Fußball war fast nicht möglich”, sagt van Marwijk. Komisch ist das schon. Er hatte uns allen doch immer wieder eines verkauft: „Ich hatte immer mal wieder Angebote, zu diesem oder jenen Verein zu gehen, aber ich habe lange gewartet, habe mich lange Zeit schlau gemacht und mir dann den besten Club ausgesucht – den HSV.“ Toll, was? Ja, jeder dreht sich seine Wahrheit letztlich so hin, wie er sie gerade braucht. Van Marwijk kann auch ja auch schlecht zugeben, dass er, der große Meister, sich mal geirrt hat. Oder er kann nicht zugeben, dass der HSV deswegen der beste Club für ihn gewesen ist, mit dem man ein solches Spielchen, wie er es mit dem HSV getrieben hat, auch tatsächlich spielen kann – und dann auch noch mit Millionen über den Jordan gehen. So gesehen war der HSV dann wirklich seine beste Wahl – alles richtig gemacht!

PSPS: Morgen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.

18.12 Uhr

0:2 gegen Lazio – da passte nicht viel

8. August 2014

Die Meinungen gingen nach dem Spiel auseinander. Der HSV war nicht so schlecht – oder: der HSV war so, wie der HSV zuletzt immer war. Also schlecht. Bis grottig. Für mich war er schlecht, und als ich das schreibe, geht ein HSV-Fan mit seinem Kind an mir vorbei und sagt: „Das war ernüchternd!“ Stimmt. Und es trifft genau. Mit 0:2 verlor der HSV den Test gegen Lazio Rom, und er blieb dabei vieles schuldig. Von einem Aufwärtstrend war nicht so wirklich viel zu erkennen. Vor über 11 000 Zuschauern auf der Lohmühle waren die Italiener die deutlich bessere Mannschaft und kamen völlig verdient zu diesem Erfolg. Beim HSV gab es – bis auf wenige Ausnahmen – kaum einmal Torgefahr, ohne Pierer-Michel Lasogga läuft da nicht viel. Leider, leider. Aber wer weiß, wofür diese HSV-Niederlage gut war – jetzt wissen alle, dass noch viel Arbeit wartet, um tatsächliche eine Trendwende in Sachen Leistung und Fußball schaffen zu können. Wer jetzt nicht aufwacht, hat den Job verfehlt!

Etwas enttäuschend für fast jeden Zuschauer: Miroslav Klose war weder zu sehen noch zu hören – dabei waren doch viele Fans extra wegen des Weltmeisters gekommen. Aber es stand wohl nicht in dem Vertrag, dass er seine Fans doch noch einmal schnell begrüßt – schade, schade . . .

Der HSV wurde in Lübeck richtig herzlich, fast euphorisch empfangen. An der Trave sind die Fußball-Fans hungrig auf den großen Fußball, diese Partie war endlich einmal wieder ein Leckerbissen. Schon beim Einlaufen der Mannschaften gab es donnernden Applaus von den stehenden Zuschauern, und während des Spiels wurden gute Szenen auf offener Szene beklatscht. Besonders die Aktionen von Rafael van der Vaart hatten es den Fans angetan. Zu Beginn jedenfalls. Schnell war dann klar, wer die bessere Mannschaft ist: Lazio. Die Italiener waren sofort im Bilde, waren enorm bissig, sie waren offenbar nicht gekommen, um ein Freundschaftsspiel zu absolvieren – das war ein internationaler Vergleich, und sie diktierten das Geschehen. Erst nach 20 Minuten fand der HSV (etwas) besser ins Spiel. Artjoms Rudnevs hatte nach Pass von Ivo Ilicevic das erste Hamburger Tor auf dem Fuß, kam aber um wenige Zentimeter zu spät, die Kugel rutschte an seinem Fuß vorbei (18.).

Zu diesem Zeitpunkt führten die Römer, die ohne Miroslav Klose angetreten waren (der Weltmeister trainierte vor dem Spiel gemeinsam mit vier Kollegen auf dem Nebenplatz in Lübeck!), bereits 1:0. Gojko Kacar, der sich kurz zuvor schon einen schlimmen Fehlpass vor dem eigenen Strafraum erlaubt hatte, schlug in der fünften Minute nach einer hohen Eingabe der Italiener am Ball vorbei, Djordjevic schoss ohne Mühe aus fünf Metern ein, Rene Adler war chancenlos.

Mitte der ersten Halbzeit entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, allerdings blieb der HSV in der Offensive harmlos. Lazio, in der vergangenen Saison auf Platz neun eingelaufen, traf einmal noch den Pfosten, Adler stand dabei in der ganz anderen Ecke und blieb nur Zuschauer, der HSV hatte zwei Szenen vor dem Tor der Römer. In der 31. Minute schoss Ivo Ilicevic aus 20 Metern zwei Meter über das Gehäuse der Italiener, und in der 42. Minute köpfte Artjoms Rudnevs nach einer Rechtsflanke (!) von Marcell Jansen den Ball als Bogenlampe auf das Lazio-Gehäuse, die Kugel verfehlte dann aber doch klar das Ziel, es gab Abstoß. Ansonsten spielte Lazio das Ding hier clever und ohne große Anstrengungen, so sah das jedenfalls aus, bis zur Pause (es gab viel Beifall beim Halbzeitpfiff) herunter. Indem ich das schreibe muss ich gestehen, dass ich mir nur schlecht vorstellen kann, dass dieser HSV auch nur ein Tor schießt. Aber mal abwarten. Man hat ja auch oft schon die Pferde vor der Apotheke . . .

Der HSV hatte diese Partie in folgender Aufstellung begonnen: Adler; Diekmeier, Djourou, Kacar, Jansen; Behrami, Arslan; Ilicevic, van der Vaart, Stieber; Rudnevs. Mit Valon Behrami und Zoltan Stieber waren zwei „Neulinge“ dabei, dazu ja auch Gojko Kacar und Artjoms Rudnevs – halbe „Neulinge“. Behmrami (der sich vor dem Anstoß ganz herzlich mit Lazio-Profi Keita umarmte), ja aus Italien zum HSV gekommen (Neapel), machte auf mich einen sehr engagierten Eindruck, allerdings leistete er sich einige Flüchtigkeitsfehler, er war im Abspiel nicht immer treffsicher. Aber er war dennoch einer der besseren oder sogar der Beste beim HSV, legte auch in Halbzeit zwei noch bis zu seiner Auswechslung (71. Min.) zu – er war schnell und ging auch aggressiv zur Sache; wie von seinem Nationalcoach Ottmar Hitzfeld („Valon ist einer wie Mark van Bommel“) schon angekündigt. Der Schweizer Nationalspieler wurde nach dem Schlusspfiff auch zum besten Spieler der Partie gewählt (oder auch nur gekürt) – verdient. Sicherlich aber muss er sich, Behrami, noch an seine neue Umgebung gewöhnen. Das gilt wohl auch für Zoltan Stieber. Er macht auf mich stets (auch im Training) einen quirligen Eindruck, diesmal allerdings blieb er ohne Durchsetzungsvermögen. Weil die Unterstützung fehlte? Oft schien es so, als sei er rechts allein auf sich gestellt, Dennis Diekmeier, zuletzt auch offensiv stark, blieb ohne Szene nach vorne. In Halbzeit eins.

Der zweite Durchgang sah eine etwas veränderte HSV-Mannschaft: Adler; Westermann, Djourou, Kacar, Jiracek; Badelj, Behrami (71. Min. Skjelbred); Stieber (62. Min. Zoua), van der Vaart (62. Demirbay), Ilicevic; Rudnevs.

Auffällig bei dieser Formation: Heiko Westermann scheint nun tatsächlich auf dem Weg zu einem Abstellgleis. Was ich persönlich sehr bedauere, allerdings weiß ich sehr wohl, dass sich Trainer Mirko Slomka mit dieser Entscheidung sehr, sehr viele neue Freunde machen wird. Aber mal abwarten. Es ist für mich, das muss ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, ist nur eine Momentaufnahme. Ich bin mir ganz sicher, dass, wenn Westermann nicht vorher aufgibt, er schon sehr, sehr bald seinen Stammplatz wieder einnehmen wird. Das ist für mich überhaupt keine Frage.

Das Spiel änderte sich trotz der neuen Leute nicht. Lazio blieb Chef im Ring, wirkte einfach routinierter, abgeklärter, aber auch schneller, gedanklich immer eine Schritt voraus. Der HSV fiel zu oft ein sein Phlegma, das er vor allen in der vergangenen Saison zu oft an den Tag gelegt hatte. Das war auch in vielen Fällen zu brav, einfach zu bieder und ohne große Ideen. Bei aller Liebe, und bei aller Hoffnung darauf, dass es schon bald bergauf gehen könnte (und ja auch soll) – da muss noch hart gerabietet werden. Ganz hart. Und jeder Tag zählt dabei. Sonst könnte es schon am 18. August eine unliebsame und damit auch recht böse Überraschung geben, beim Pokalspiel in Cottbus. Nach dieser Vorstellung von heute mache ich mir doch einige (um nicht zu sagen, ganz große) Gedanken, wie der HSV dort bestehen will.

Immerhin gab es in Lübeck im zweiten Durchgang eine Großchance. Rudnevs legte den Ball am Lazio-Strafraum in den Lauf von Ilicevic, der lief noch einige Schritte und ließ dann einen Hammer los. Aber was für einen! Den Ball suchen sie morgen noch. Das ist ganz einfach zu wenig. In einem so engen Spiel (vom Spielstand her – 1:0), muss eine solche gute Möglichkeit genutzt werden, auf jeden Fall aber muss dieser Ball auf das Tor, und nicht in die Wolken. Das weiß Ilicevic zwar auch, aber das ist dann auch zu wenig – es nur zu wissen. Und, um den Bock noch fett zu machen, nach erneutem Querpass von Rudnevs (und Vorarbeit von Kerem Demirbay) stand Ilicevic noch einmal frei vor dem Lazio-Gehäuse, diesmal schoss er aber aus elf Metern am langen Eck vorbei (79.).

Die Quittung kam prompt, statt des Ausgleichs fiel das 0:2. Mamadou brauchte den Ball nur noch ins leere Tor zu befördern, als Rene Adler zuvor noch gut abgewehrt hatte (81.). Dieses 2:0 machte auch den Unterschied zwischen beiden Mannschaften deutlich, trotz der beiden Ilicevic-Möglichkeiten.

Gut beim HSV: Rafael van der Vaart setzte seinen Aufwärtstrend fort, allerdings fehlt ihm oft die nötige Unterstützung. Nicht dass seine Kollegen nicht wollen, aber oft scheinen sie gedanklich noch einen Schritt zu spät zu sein. Gut ferner Behrami und Johan Djourou sowie Adler. Von den eingewechselten Spielern gefiel mir Petr Jiracek. Aber grundsätzlich gilt: Ale müssen noch mächtig zulegen, aber ganz, ganz kräftig.

Ein Wort noch zu Schiedsrichter Patrick Ittrich. Es ist immer undankbar, wenn ein deutscher Unparteiischer ein solches internationales Spiel pfeifen muss, und hier potenziertes sich das noch, denn Ittrich kommt aus Hamburg. Er pfiff das Ding dennoch gut, auch wenn einige HSV-Spieler (van der Vaart zum Beispiel) nicht immer einverstanden waren mit den Entscheidungen des 23. Mannes. Er machte seine Sache dennoch gut, Kompliment.

Kleine Randnotiz am Rande: Sieh an, sieh an. Klaus-Dieter Fischer, Werder-Ur-Gestein, ist auf der Suche nach Geldgebern. Er, der den HSV wg. der Kühne-Millionen öffentlich kritisiert hat („Wer vernünftig wirtschaftet, der braucht keine Kühne-Millionen“). Da erübrigt sich jeder Kommentar. Fassungslos macht es mich trotz allem, das muss ich gestehen. Und irgendwie, ich muss es doch schreiben, hat Werder auch nicht so arg richtig und gut gewirtschaftet. Das allerdings weiß Fußball-Deutschland ja schon seit einigen Jahren. Deshalb: Wer im Glashaus sitzt . . .

Und dann hat mir ein HSV-Fan eben noch etwas Witziges erzählt: „Bert van Marwijk liebäugelt mit dem Amt des Nationaltrainers in Südkorea. Er würde das unter einer Bedingung machen. Wenn er erst am
Spieltag anreisen kann . . .“

PS: Morgen, am Sonnabend, wird um 10 Uhr im Volkspark geübt, am Sonntag ist dann ein Frei-Tag.

20.50 Uhr

Die Sorgen der Anderen

3. Februar 2014

Tausende haben gestern bei „Sky“ und der Sendung „0800“ angerufen, um über den HSV zu plaudern, nur wenige sind dran gekommen – aber die Zahl war schon immens und beeindrucken. Das Thema HSV in Abstiegsnot schient die ganze Republik zu beschäftigen, und darüber hinaus auch weltweit. Die Zahlen derer, die sich die allergrößten Sorgen machen, steigt nicht nur täglich, ich habe das Gefühl, sie steigt stündlich. Was in meinem Postfach und auf dem Handy los ist, das habe ich in dieser Form noch nie erlebt, wobei die meisten „Matz-abber“ schon aufgegeben haben – weil das, was der HSV als Erstliga-Fußball anbietet, einfach nicht ausreichend ist. Wie schon der Kapitän selbst zugab . . .


Version für iPhone und iPad

Viele, viele Ehemalige und Fußball-Prominenz aus dem Lande schickten mit eine SMS oder riefen mich an, zu 99 Prozent wird gefordert, dass die Führung endlich einmal Härte zeigen und durchgreifen soll. Auch der ehemalige HSV-Profi Franz Beckenbauer bezog bei „Sky“ Stellung zum Abstiegskandidaten aus Hamburg, der Kaiser sagte: „Im Kopf müssen sie frei werden, Fußball spielen können sie. Vielleicht kapieren sie es jetzt. Ich kann mir den HSV nicht in der 2. Liga vorstellen. Deswegen muss alles getan werden. Das darf nicht passieren, dass sie in die 2. Liga absteigen.“

Bei „Matz ab“ rauschte es auch im Karton, Beiträge über Beiträge, sie alle sorgen sich um ihren Club. Die Moderatoren haben mir ein paar Mails geschickt, die ich nun gerne für die veröffentlichen möchte, die sonst nichts lesen. So aber kann jeder für sich (ein weiteres Mal) überprüfen, wo er steht, ob seine Meinung mit einigen (oder vielen) deckungsgleich ist.

Beginnen möchte ich mit einer Analyse eines mir bekannten Users, der bewusst darauf verzichtete, genannt zu werden. Ich halte seinen Beitrag aber für extrem lesenswert – und wie gesagt, Name des Absenders ist mir bekannt. Er schrieb mir als Einleitung:

Es ist an der Zeit, das die Verantwortlichen medial endlich an den Pranger gestellt und aus den Positionen getrieben werden. Von alleine tun sie es ja nicht.

Versuch einer konsequenten, rücksichtslosen Analyse der Situation des HSV aus der Sicht eines Unternehmensberaters und wohlwollenden HSV-Fans.

Kurzfassung

Sportliche Situation

Desaströs. Mannschaft verunsichert, überschätzt, taktisch und physisch unzureichend trainiert, mental schwach, ohne Einstellung zu Beruf, Fans, Arbeitgeber. Egoistisch, ohne Teamspirit, ohne wirksame Hierarchie. Abstiegsangst, keine Erfolgsidee.

Trainerteam mit zu wenig Einfluss auf die wesentlichen Themen von Leistungsbereitschaft, Leistungsentwicklung, Teamorientierung, Fußballtaktik

Negativspirale seit mehreren Spielzeiten, geprägt durch mangelnde einheitliche Philosophie, zu viele Trainer- und Sportdirektorenentlassungen. Kein Aufbau eines Systems, einer Spielidee.

Wirre Ein- und Verkaufspolitik; keine erkennbare Linie bei der Zusammenstellung der Kader. Keine nachhaltige Transferpolitik, für den Verein ungünstige Vertragsgestaltungen.
Vernachlässigung des Nachwuchsbereichs mit der Folge sportlicher Talfahrt der U23 und zu vieler Jugendmannschaften.

Wirtschaftliche Situation

Bedenklich. Reserven aufgebraucht. Kosten des laufenden Geschäfts höher als dessen Einnahmen. Negatives Eigenkapital steigt unaufhörlich. Sparstrategien erforderlich, im Hinblick auf die sportliche Situation kontraproduktiv. Der Rest reicht für relevante Einsparungen nicht aus. Ein echtes Dilemma. Zudem: Mindestens bei Abstieg drohen Lizenzprobleme.

Vereinsverfassung

Aufsichtsorgan (AR) und Operatives Organ (Vorstand) arbeiten seit Jahren ohne ausreichenden Erfolg. Vielmehr beschäftigen sie sich streitig miteinander anstatt die Kräfte zugunsten des HSV zu bündeln. Reibungsverluste sind die Folge.
Unaufhörliche und unvertretbare Indiskretionen, gepaart mit unverständlichen und falschen Entscheidungen haben zu einem dramatischen Imageverlust geführt. Kollektive Verantwortungslosigkeit greift um sich, Schwarze Peter Spiele werden gespielt.
Eitelkeit, Egoismus und Selbstdarstellung sind wichtiger als Erfolg, positive Außendarstellung und Nachhaltigkeit. Das nennt man Missmanagement.

Grundlegende Initiativen zur Veränderung der Vereinssituation werden bekämpft, tiefe Risse durchziehen sowohl die Mitgliedschaft, die Gremien und die Fans. Initiativen, den Verein zu befrieden sind entweder kümmerlich, nicht ernst gemeint oder verlaufen im Sande. Die Pflege interner Feindschaften ist Teil der Vereinskultur, die sich im Übrigen durch, Seilschaften, Cliquen und Intrigen auszeichnet. Das Engagement aufrichtiger, ehrenwerter und am Verein interessierter Mitglieder wird entwertet.
Insbesondere die sog. Machtübernahme durch die Vertretung der nicht-aktiven Mitglieder und Fans hat dazu geführt, dass Separatinteressen die Oberhand gewonnen haben über die Vereinsinteressen und dass inkompetente Mitglieder an die Schalthebel der Vereinsmacht gekommen sind.
Es ist zu befürchten, dass sich die Machtfaktoren gegenseitig blockieren und die Aktivitäten stärker darauf gerichtet sind, als das Überleben des Vereins, insbesondere aber nicht nur in der 1. Liga, zu gewährleisten.
Insgesamt eine kranke Organisation!°
Schlussfolgerung

Es ist eine Radikalkur notwendig.

Bis auf wenige Ausnahmen sollten sofort alle Verantwortlichen der ersten Linie von ihren Ämtern und Positionen zurücktreten. Das gilt insbesondere für die Aufsichtsräte Ertel, Floberg, Eghbal, Erhardt, Hunke, Klüver, Strauss und Wulff. Möglicherweise können die (stellvertretenden) Vorsitzenden Meier, Westphalen und Sattelmair als Not-AR fungieren und die Vereinsrettung und seine Umgestaltung kooperativ begleiten.
Vorstandsvorsitzender Jarchow sollte sofort zurücktreten oder seines Amtes enthoben werden und die Verantwortung für die Talfahrt übernehmen. Das Gleiche gilt für Sportdirektor Kreuzer und Cheftrainer van Marwijk unter deren Führung die Situation verschlimmbessert wurde. Entweder wird ein neuer Cheftrainer für den Rest der Saison verpflichtet oder – besser – der Assistenztrainer Coeman mit der Aufgabe betraut.
Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand Scheel kann im Amt bleiben bis eine neue Vereinsverfassung in Kraft tritt. Er sorgt für eine reibungslose Verwaltung im Übergang.
Die Führung des Vereins übernimmt übergangsweise der bisherige Marketingvorstand Hilke bis zur Einführung einer neuen Verfassung des Vereins, deren Einführung durch eine ao. MV im Mai/Juni 2014 beschlossen wird. Dann wird entweder HSVPLUS oder eine andere Verfassung beschlossen und eine neue Führung für den Verein und/oder seine ausgegliederte Kapitalgesellschaft bestellt. Er bestellt, leitet und überwacht ein Restrukturierungs- und Übergangsteam, das aus internen und externen Experten besteht.
Andere Maßnahmen als diese Radikalkur erscheinen nicht ausreichend. Es ist ein Notfall, Rettungsmaßnahmen sind sofort und konsequent erforderlich.

Aus dem Hessischen kamen folgende Zeilen:

Hallo Blogvater Dieter, lieber Scholle, verehrte Moderatoren,

bin der Andreas aus Wiesbaden, eingefleischter HSVer seit Jahren und seit der ersten Stunde ein Leser des MATZ AB Blogs. Schön, dass für auswärtige Fans ein solcher Service geboten wird.
Hauptsächlich aktiv bin ich im Rauern-Forum, einem unabhängigen Fan-Forum.

Heute möchte aber mit dieser ersten Mail an Dieter und seinem Team einen Gedanken aufbringen, vielleicht kann er in einem Blog aufgegriffen werden:

Wenn wir doch mal ehrlich sind, hat BvM eigentlich keine Zukunft mehr beim HSV. Denn welcher angeschlagene Trainer hat denn nach einem “Sack voll Kritik” noch die Kurve bekommen? Ich denke da vielleicht mit einem neidischen Blick an Markus Weinzierl vom FC Augsburg.

Aber ich möchte gleich zur Sache kommen: Auch wenn unser Vorstandsvorsitzender heute gesagt hat (oder gesagt haben soll), dass auch bei einer Pleite gegen Berlin BvM eine Jobgarantie hat, glaube ich nicht daran, dass er auch wirklich gegen die Bayern auf der Bank sitzt. Ich schätze, dass der HSV gegen Berlin verliert und dann ein neuer Trainer her muss.

Meine Favoriten wären ja Martin Jol und Mirko Slomka, wobei es Dinge gibt, die gegen sie sprechen: Martin Jol wird sicher JETZT zu teuer sein und ist Mirko Slomka ein Retter? Ich denke noch daran, wie er 2009 / 2010 die ersten sechs (!) Spiele mit Hannover verlor. Ihn könnte ich mir ab Sommer, mit HSV plus im Rücken, wenn es um einen Neustart geht, unabhängig in welcher Liga, beim HSV vorstellen. Und ich glaube, so ganz abgeneigt wäre er nicht.

Zur Zeit aber gibt es einen Mann, der den HSV sicher retten würde: Christian Groos. Derzeit frei. War schon fast im Herbst mit Nürnberg einig, aber wegen verschiedener, unbekannter Gründe, kam es zu keiner Einigung. Er startete damals mit dem VfB Stuttgart sensationell, holte Sieg um Sieg, erst unser Ruud mit seinem Doppelpack binnen vier Minuten brachten ihm die erste Niederlage bei.

Er ist hervorragend geschult, ein Taktikfuchs seinesgleichen, irre sympathisch und ein autoritärer Typ, wie es der HSV jetzt braucht.

Deshalb lieber Dieter und Scholle: Dies ist der Mann, der den HSV retten kann! Und wenn man ihn lässt: Retten wird! Und nur darum geht es!

Also: Gebt BvM noch dieses eine Spiel, aber dann holt bitte Christian Gross!

Nur der HSV!

Gruß aus Wiesbaden

Von „Raab“ kam:

Hallo Dieter,

also ich lese nun seit ein paar Jahren hier mit und dafür erstmal danke, an solche Infos würde ich hier in Südhessen wohl sonst kaum kommen. Ich bin jetzt kein über ober Fan ,aber wenn es sich einrichten lässt schaue ich mir die Spiele im TV an und gehe hin und wieder ins Stadion. Die Optionen hierfür sind gering, kommt eigentlich nur Frankfurt in Frage oder Mainz. In Frankfurt war ich schon des Öfteren, nach Mainz komme ich zum letzten Spieltag.

Einmal habe ich es auch nach Hamburg geschafft, war allerdings eine harte Busfahrt und am Ende 24h on Tour. Naja, jetzt aber zum Thema.

Ich selbst spiele Handball und finde Fußballer ohnehin als Weicheier. Aber,…ABER ich betreibe dies als Freizeitsport und nicht mehr. Meinen Job mache ich auch und zwar zu 100 %. Wäre ich nun Profisportler, hätte also mein Hobby zum Beruf…nunja das wärs wohl. Ich sehe hier nur noch 2 Möglichkeiten.

1. Diese Mannschaft hat einfach nicht die Qualität Bundesliga zu spielen, oder….
2. Sie bringt einfach nicht die Einstellung auf den Platz die sogar ich als Amateur erreiche.

Was mir als Sportler am Training immer am wenigsten Spaß macht ist das Training ohne Ball. Bei den HSV PROFIS scheint es aber egal… Am Montag turnen wir locker über den Platz spielen ein bisschen mit dem Ball umher und sehen gut aus ,weil wir eben keine Gegner im Training haben. Bringt keinen weiter. Was solls ,wir bekommen ja unsere Kohle.

Denen würde ich den Ball wegnehmen und ein paar Laufschuhe geben. Die sollten solange im Kreis laufen bis die Sohlen abgelaufen sind. Danach Medizinbälle umher werfen, oder Panzer schieben und dann das nächste Paar Schuhe ablaufen. Am nächsten Wochenende ,wenn wieder verloren wird, wissen ja alle was kommt. Fußball spielen muss, oder kann man denen nicht mehr beibringen, zumindest nicht auf Bundesliga Niveau. Jeden Tag im Training kotzen bis zum Anschlag. Keinen Ball. Die spielen ja von Woche zu Woche schlechter. Vielleicht hätten die dann nach einiger Zeit keine Lust mehr drauf und würden sich mal so richtig den Arsch auf dem Platz aufreißen. Sonst fährt der Zug ganz schnell ab und der HSV kann nächste Saison nach Darmstadt fahren, kann ich dann auch mit dem Bus hinfahren.
Gruß Raab

Diese nachstehenden Zeilen kamen von Paul S.:

Sehr geehrter Herr Matz,
es ist schon erschreckend mit welcher Leistung diese Elf die Spiele bestreitet. Da ist es immer leicht gesagt, wenn einige Fans den Sportdirektor als Drittligasportdirektor bezeichnen, andere gleich einen anderen Trainer wollen. Der Ok hat beim KSC gute Arbeit abgeliefert, den Erfolg der Mannschaft als Aufsteiger ist sichtbar. Was beim HSV schon seit vielen Jahren nicht mehr zusammenpasst ist der ganze Kader. Wenn man ein Spielgewinnen will, dann sollte die Mannschaft während des Spiels als eine verschworene Gemeinschaft auftreten. Das heißt, es müssen alle gemeinsam kämpfen, spielen und einer für den anderen laufen und rennen. Mit viel Glück sollte diese Mannschaft noch einmal den Klassenerhalt schaffen können. Aber am Ende der Saison sollte dann diese Mannschaft zerlegt werden. Es müssen Spieler ohne Rücksicht auf Rang und Namen aussortiert werden. Hoffentlich kommt HSV Plus durch. Dann kommt vermutlich auch Geld in die Kasse und zweitens werden dann in der Führung die Zügel auch angezogen.

Einen großen Industriebetrieb kann man auch nicht von Laien managen lassen, die Führungsetage besteht auch aus Dipl.- Kaufleuten, Dipl-Ing.,
usw.. Die jetzt den Aufstand gegen HSV Plus führen wollen, denen muss man den Weitblick für die Entwicklung des Profifußballs absprechen. Mit Tradition können Kreisklassenvereine geführt werden, selbst diese Mannschaften haben schon Sponsoren. Zur neuen Spielzeit sollte beim HSV eine ganz andere Abwehr und ein besser besetztes Mittelfeld spielen. Mit dieser Abwehr ist das Ende des HSV bald da:

Es muss sich vieles im Verein von der Führung bis zur Mannschaft ändern, nur dann kann es wieder aufwärts gehen. Aber diese Aufgaben müssen wirkliche neue Fachleute übernehmen, keiner von denen die schon einmal eine Führungsaufgabe beim HSV ausgeführt haben, dann würde es im alten Stil weiter gehen. Dat hebt wi jümmers so mokt, dat mokt wi uk wieder so. Da können wir nur gute Nacht HSV sagen.

Paul S.

Von unserem „Matz-abber“ Mustang dieser Beitrag:

Die Mannschaft benötigt taktisch und mental stabilisierende Impulse von außen – es scheint, als ob BvM samt stab und OK sie nicht beitragen können – leider wahr
.
Wenn man ganz nüchtern bilanziert, haben die HSV-Verantwortlichen es letzte Woche versäumt, am Dienstag im Laufe des Tages ein intensives Videostudium und Fehleranalyse der Heimniederlage gegen Schalke und zur Vorbereitung auf die Kraichgauer durchzuführen, sowie Einzelgespräche gerade mit den Neuankömmlingen zu führen; und am Mittwoch Vormittag eine taktische Sonderschicht zum Thema Spieleröffnung und Aufbau anzusetzen.
BvM und OK sind sich uneins darüber gewesen. OK hat den Kardinalfehler begangen, Rudnevs abzugeben und steht auf verlorenem Posten. BvM, OK und auch VV CEJ wirken verbraucht und verbrannt in ihrer Rat-, Sprach- und Konzeptlosigkeit. Dass Rudnevs jetzt in zwei Partien hintereinander jeweils das 1 : 0 für seinen neuen Arbeitgeber erzielt, setzt der Fehlkalkulation dieses unglücklich planenden und unheilvollen Trios der für die Zukunft des HSV sportlich Verantwortlichen CEJ, OK und BvM die Krone auf. Wie konnten sie sich nur jemals eine solche Blöße geben? Wie konnte OK nicht auf Mindesteinsatzzeiten für Rudnevs bestehen?
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Die Mannschaft benötigt Hilfsangebot durch das Trainer-Team und den SpoDi gleichermaßen. Der HSV muss verschiedene Systeme spielen können, um besser auf jeden noch kommenden Gegner vorbereitet zu werden, bzw. während eines Spiels die Taktik wechseln zu können; und ist traditionell mit zwei Stürmern und/oder der Doppel-6 besser gefahren. Es sind aber bisher offenbar keinerlei Anstrengungen unternommen worden, über das Standard-Repertoire des 4-2-3-1 das flache 4-4-2 einzustudieren oder meinetwegen am 4-4-2 mit Raute zu feilen. Es fehlt also an allen Ecken und Ende am taktischen Grundverständnis, obschon doch genügend Trainer-Personal beim HSV angestellt sind, solche Übungen sowie auch Einzeltraining vormittags gezielt durchzuziehen, so dass es bei der nachmittäglichen Belastung durch das Haupttraining unter Wettkampfbedingungen mit Rücksicht auf den Stundeplan des Gymnasiasten Tah bleiben kann.
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Die Erfolgslosigkeit von BvM und OK deuten darauf hin, dass es von der Kommunikation her weder in der Mannschaft noch zwischen den beiden richtig passt. Ich plädiere nach wie vor, kampfstärkere Spieler wie Kacar, Jiracek, Rajkovic und Rincon zu berücksichtigen, die heute wiederum nicht zum Einsatz gekommen sind – nicht einmal als Ersatzspieler von der Bank. Stattdessen hat man die gewohnt ineffektiven Arslan und Ilicevic reingeholt, deren Wirkung gleich verpuffte. Die Neuzugänge können es bestimmt noch nicht richten, dafür war die Eingewöhnungszeit viel zu kurz und offenbar hat man ja auch sich noch gar nicht mit ihnen intensiver befasst oder sie gar schon in die Mannschaft integriert. In der Not der Stunde wäre an eine kommissarische Übernahme des Trainings durch Felix Magath zu denken in der Hoffnung, dass er zusammen mit Holler als Co den Abstieg verhindern kann und gleichzeitig nicht der Totengräber von HSV+ wird. Mir fällt nicht mehr viel anderes an kurzfristigen Rettungsmaßnahmen
ein, denn Huub Stevens steht in Brot und Arbeit in Griechenland. Es sei denn, man möchte Martin Jol reaktivieren, der vom FC Fulham kürzlich freigestellt wurde und die Hamburger Verhältnisse bereits einigermaßen kennt.
Soweit ist es gekommen, leider!

Stefan W. schreibt:

Liebe Verantwortlichen beim HSV,

bitte zeigt Größe und gesteht euch ein, dass ihr diesem HSV nichts, aber auch rein gar nichts mehr anzubieten habt. Das wäre die einzige Chance, dass ihr so ehrlich zu euch und den Fans seid, und dieses einseht und entsprechend handelt. Allen Eltern, die ihre Familie so kaputt machen, würde man sagen: Holt euch Hilfe.
Und genau das solltet ihr auch: Holt euch Hilfe von HSV-positiv Gesinnten die noch ehrlich bereit sind zu helfen (auch wenn dieses sicherlich ständig weniger werden) und dieses auch können. Bitte, bevor es ganz zu spät ist. Es braucht jetzt kein langfristiges Konzept mehr, sondern Feuerwehrmaßnahmen für ein paar Monate. Danach brauchen wir HSV-Plus und dann ein langfristiges Konzept.

Von „Dosentoast“ kam dieser Beitrag:

Also eine Lizenz für die zweite Liga ist wohl eher unwahrscheinlich. Habe mir mal die Lizensierungsregeln der DFL angeschaut. In §8 ( von 13 Paragraphen ) ist die finanzielle Lizenz geregelt. Dieser Punkt macht 40% des Regelwerks aus. In der Anlage IX steht ausdrücklich, dass Anlagevermögen ( also die Arena ) NICHT mitgezählt wird. Der zweite große Aktivposten sind ja unsere Spieler. Aber die meisten dürften wohl keinen
Vertrag für die zweite Liga haben. Gehen die dann ablösefrei? Und die Spieler die bleiben, haben sicherlich zu hohe Gehälter für die zweite Liga. Wird man die dann überhaupt los? Nur mal eine Zahl. In dieser Saison erhält der HSV € 23,5 Mio aus den Fernsehgeldern. St. Pauli nur € 6,2 Mio.

Was ist mit den Sponsoren IMTECH und Emirates? ( beide wohl je € 6,0 Mio. pa. ) Bleiben die auch zu solchen Konditionen in der zweiten Liga? Wohl eher nicht. Vor dem Hintergrund, dass wir jährlich ca. 10,0 Mio Kreditrate fürs Stadion abzuzahlen haben und ja auch die bald fällig werdende € 17,0 Mio Fan-Anleihe ansparen müssen, erscheint mir eine Lizensierung mehr als unwahrscheinlich. Wie will man die € 2,8 Vorstandsgehälter denn überhaupt finanzieren? Ganz schlimm wird es, wenn sich unser großer Vorsitzender auf seine hanseatischen Werte berufen sollte und sagt: „Ich bin ein Ehrenmann und mein Wort gilt” und dann im März noch den versprochenen € 12,0 Mio-Bauauftrag für den Campus erteilt. Mit einer Lizenz an den HSV würde man auch all den Vereinen unrecht tun, die sich um ordentliche Finanzen bemühen. Ich glaube, der HSV geht gleich in die dritte Liga, spielt da eine Saison vor leeren Rängen und wird dann Insolvenzantrag stellen. Habt Ihr überhaupt eine Vorstellung wie hoch die Betriebskosten für die Arena sind? Und gegen einen Drittligisten bekommt man auch keine € 70,00 pro Ticket mehr. Das wird nicht funktionieren.
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Und das Schlimme daran? Was sollen dann die SC’ler tun? Einen neuen Verein suchen? Die will doch keiner mehr haben!! Ein klassisches Eigentor wegen Selbstüberschätzung.

„Randnotiz“ schreibt:

Der HSV ist ein Abziehbild der vergangenen Jahre. Es hat sich etwas angesammelt und die Faulgase kommen jetzt an die Oberfläche.
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Ich bin keiner der gegen Trainer schießt, aber die Teilnahmslosigkeit und Phrasendrescherei von BVM zeigt mir, dass er einen Job macht von dem er nicht mehr überzeugt ist und da er sich auch nichts mehr beweisen muss, ist es ihm auch egal, ob er entlassen wird oder nicht. Es hat keinen Einfluss auf seinen weiteren beruflichen Werdegang.
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Und genau diese abwartende Haltung der netten Worte spiegelt sich in der Spielweise des Teams wider.
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Mal wieder Ratlosigkeit und keiner ist da, der die Zügel in die Hand nimmt und den HSV anfängt zu führen. Jeder hofft, dass der andere diese Position übernimmt und handelt.
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Es fehlen Macher auf allen Ebenen.
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Beten! Beten! Beten, und hoffen, dass es irgendwie gutgeht.
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Natürlich habe ich auch die Schnauze voll, aber die, die das heute im Stadion gesungen haben, waren noch am 19. laut grölend aus dem Saal marschiert, weil sie alles so behalten wollen wie es ist. Ein Paradoxon.
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Ich habe die Schnauze voll und werde trotzdem dabei bleiben, weil der HSV (lieber rrose) eben kein Produkt für mich ist, der nach Einschmeißen einer Münze nach meiner Pfeife tanzt. Der HSV ist für mich Leidenschaft, Faszination und das gewisse etwas was ich eben nicht erklären kann. Einen Verein wie den HSV, der mich seit frühester Kindheit intensiv begleitet und einfach zu mir gehört, den lässt man (auch wenn man es am liebsten möchte) nicht einfach fallen.
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Hoffen das wir es schaffen und HSVPLUS endlich durchkommt und tatsächlich etwas grundlegend im HSV verändert. Mehr als dieser schwache Glaube bleibt mir aktuell nicht.
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Jeder der im HSV ein Produkt sieht, sollte sich ein anderes Projekt zulegen mit einer besseren Rendite.

PS: Am heutigen Abend ist Frank Rost zu Gast bei „HH1“ und der Sendung „Rasant“, die um 20.15 Uhr beginnt und dann mehrfach wiederholt wird, Moderator ist Uli Pingel.

Und an diesem Abend wird Euch dann „Scholle“ über das aktuelle Geschehen im und um den Volkspark herum informieren.

Nur der HSV!

Rincon die erste Eins, Lasogga die zweite . . .

28. November 2013

Die Fotografen, die heute beim Abschlusstraining im Volkspark waren, die drücken und drücken und drücken immer wieder auf den Auslöser ihrer Kameras. Für sie war es fast schon wie Weihnachten (und Ostern auf einem Tag). Endlich einmal ein Training im Hellen! Wenn um 16 Uhr trainiert wird, ist es fast schon finster, aber heute um die Mittagszeit bemühte sich sogar für einige Sekunden die Sonne, kurz zu zeigen dass es sie noch gibt. Und weil es dann so hell war, dass es keine Beeinträchtigung für die Augen gab, so sahen die 40 HSV-Anhänger genau, was für morgen, im Freitagsspiel gegen und beim VfL Wolfsburg, von Trainer Bert van Marwijk geplant wird – die Öffentlichkeit war ja nicht ausgeschlossen, nichts war und nichts blieb geheim.
Matz_ab_ankuendigung_2230_Uhr
Es war mein allererstes Van-Marwijk-Training. Fans und Kollegen hatten mich vorher schon informiert: „Es ist ein Tag wie der andere: Aufwärmen, 17 gegen drei im Kreis spielen, Pass-Übungen – und Abschlussspielchen.“ So war es dann auch. Ganz genauso sogar. Wobei bei 17 gegen drei eine richtig gute Stimmung untereinander (die Spieler untereinander, nicht die Fans!) herrschte. Da kam Freude auf. Auf dem Rasen, auf den Rängen. So etwas registrieren Anhänger ja sehr gerne, denn herrscht ein gutes Klima auf dem Rasen, dann lassen sich oft auch Erfolge leichter einfahren. Mal abwarten, wie das morgen so wird . . .

Bert van Marwijk steht während des Trainings oft mit auf dem Rücken verschränkten Armen auf dem Rasen und verfolgt ganz genau das bunte Treiben. Ich glaube, dass ihm dabei nichts entgeht. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, als sei dort ein „Happel-Schüler“ unterwegs. Ernst Happel war früher genauso. Er redete nicht viel, er redete sogar kaum – das macht van Marwijk auch so. Und wenn Happel redete, dann waren seine Anweisungen nur kurz und knapp – und noch knapper. Wie bei van Marwijk. Der einzige Unterschied, den ich erkannte, ist der, dass Happel kurz und meistens zweimal pfiff. Und zwar aus den Zähnen, den Lippen und der Zunge heraus (wie auch immer er es machte – ich kann es bis heute nicht), während van Marwijk eine Trillerpfeife zwischen seine Zähne geklemmt hat. Das hört sich dann ein wenig lauter an, aber in beiden Fällen wird die Wirkung nicht verfehlt – die Spieler parieren. Und zur Stille um van Marwijk dachte ich mir so, dass die Spieler schon sehr genau hinhören müssen, um etwas zu verstehen – und das kann ja nicht schlecht sein. So sind sie immer höchst konzentriert bei der Sache.

Für Abendblatt-Blogs


Allerdings: keine Regel ohne Ausnahme. Heute hat Bert van Marwijk, so bestätigten es mir Kollegen, sehr viel geredet. Und zwar vor dem Abschlussspielchen. Da versammelte der Coach seine für morgen angedachte Mannschaft um sich und erklärte akribisch das (neue?) System. Das könnte durchaus ein 4:1:4:1 sein. Der Trainer würde somit seine Taktik ändern, und genau deshalb erklärte er alles auch sehr lange und sehr ausführlich. Wir fragten uns am Rande: „Warum nimmt er sich diese Zeit, wenn er in Wolfsburg nicht so spielen lassen würde? Er würde damit ja nur für eine gewisse Verunsicherung sorgen, wenn er heute so trainieren lassen würde, und morgen anders spielen würde.“ In dieser Formation hatte es dann auch Ivo Ilicevic erwischt, der in der B-Mannschaft spielen musste. Für ihn war Tolgay Arslan wieder im Team. Tomas Rincon war die erste Eins (von hinten), Pierre-Michel Lasogga die zweite Eins. Die erste Viererkette spielte so wie zuletzt, die zweite mit Maximilian Beister, Tolgay Arslan, Milan Badelj und Hakan Calhanoglu.

Diese Mannschaft „gewann“ die Partie gegen die Reservisten mit 1:0, das Tor erzielte – nach hervorragender Vorarbeit von Arslan – Badelj, der Jaroslav Drobny keine Abwehrchance ließ. Später wurden noch jeweils zwei Eckbälle und zwei Freistöße geübt, die stets Calhanoglu schoss (sehr gefährlich, wie ich fand, warum nicht im Spiel? Zuletzt gegen 96 war da nicht viel zu sehen!). Einen Freistoß ließ Drobny, von Heiko Westermann irritiert, abprallen, Lasogga staubte erfolgreich ab. Gegen Ende des Spiels irritierte dann Bert van Marwijk die Trainings-Kiebitze (und auch mich), denn er wechselte das System und zwei Spieler: „Ali“ Arslan ging zu den Reservisten, Ilicevic zur A-Truppe. Dann wurde so gespielt, wie zuletzt gegen Hannover.
Und wenn ich nun gefragt werden sollte, wie denn der HSV morgen in Wolfsburg spielen wird? Dann würde ich dennoch auf ein 4:1:4:1 tippen. Nur tippen, mehr nicht, festlegen werde ich mich nicht.

Auffällig für mich bei diesem Training, nur für mich; Artjoms Rudnevs hatte bei der Pass-Übung eine unheimlich breite Streuung bei seinen Pass-Versuchen, einige Male hatte ich so den Gedanken, als sei der Lette nicht so richtig bei der Sache – oder schon woanders? Ein wenig zu passiv schien mir auch Gojko Kacar, aber das mag daran liegen, dass ich erstens mehr von ihm erwarte, und dass ich mir zweitens auch mehr von ihm erhoffe. Aber da könnte ich wahrscheinlich noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, da wird wohl nicht mehr allzu viel passieren. Und für diesen Freitag ist das schon mal gänzlich ausgeschlossen, denn Kacar ist, wie Robert Tesche, gar nicht im Kader (wo sie gegen 96 noch waren). Dafür rückte natürlich Arslan wieder rein, und auch Petr Jiracek ist wieder mit von der Partie.

Das ist das Stichwort: Mit von der Partie waren im heutigen Abschlusstraining auch zwei Spieler der Zweiten: Dennis Bergmann (23) und der Finne Matias Ojala (18).Noch nicht mit dabei war Rafael van der Vaart, der aber im Volkspark weilte und für sich ein individuelles Training gewählt hatte. Sein Einsatz, das wurde ich heute bereits öfter gefragt, ist ausgeschlossen – natürlich, er ist ja auch nicht im Kader.

Mittendrin und nicht nur dabei ist dagegen Johan Djourou. Er ist wieder dabei. Sein zweiter Einsatz nach seiner Verletzungspause, und sein erstes Spiel in Wolfsburg. Mit Hannover hat der Innenverteidiger bislang nur einmal (in Hannover) gegen Wolfsburg gespielt – und gewonnen. Ein gutes Omen? Djourou sagt über den Gegner: „Der VfL ist eine sehr gute Mannschaft, das wird ein schweres Spiel für uns – obwohl es ja ohnehin keine einfachen Spiele in der Bundesliga gibt. Aber nach dem Sieg gegen Hannover haben wir frisches Selbstvertrauen, und deswegen haben wir auch eine gute Chance, in Wolfsburg ein gutes Spiel zu machen. Wenn wir eine gute Stabilität haben, dann könne wir dort sogar gewinnen.“ Wobei Johan Djourou nicht darauf baut, dass der gesperrte Diego beim VfL fehlen wird: „Wolfsburg hat nicht nur Diego, da gibt es viele sehr gute Spieler, sie werden den Ausfall des Brasilianers verkraften können. Zudem hat Diego auch zwei Wochen zuvor schon nicht für den VfL gespielt, und trotzdem hat er das Spiel gewonnen. Er ist sicher ein Super-Spieler, aber er allein ist nicht Wolfsburg.“

Djourou freut sich auf die 90 Minuten, auch auf die Derby-Stimmung: „Ein Nordderby ist immer etwas Spezielles, das war auch gegen 96 so, da war die Stimmung im Stadion sehr gut, das wird auch in Wolfsburg so sein. Das wird auch uns Spieler beflügeln.“ Was für den HSV nicht von Nachteil sein dürfte, denn unter Bert van Marwijk gab es bislang noch keine zwei Siege in Folge. Djourou: „Dann müssen wir es jetzt schaffen . . .“ Er könnte nicht nur als Abwehrmann dabei mithelfen, sondern auch als „Offensivkraft“. Bislang aber hat Johan Djourou noch kein Tor in der Bundesliga erzielt. Schafft er es ausgerechnet gegen seine Teamkollegen aus der Schweizer Nationalmannschaft? Torwart Diego Benaglio und Abwehrmann Ricardo Rodriguez sind ganz dicke Kumpels des HSV-Innenverteidigers, normal haben gibt es da per Handy mehrfach im Monat Kontakt – aber in dieser Woche schwiegen die Telefone. „Gegen Diego ein Tor zu schießen, das wäre bestimmt ein guter Anfang“, sagt der torlose Djourou, fügt aber hinzu: „Ich bin in erster Linie natürlich Verteidiger, und der Trainer sagt immer, dass das zuerst zu erledigen ist, nämlich keine Tore des Gegners zuzulassen. In meiner Jugend und auch bei Arsenal aber habe ich zuerst im Mittelfeld gespielt, als Sechser, und da habe ich durchaus Tore erzielt.“

Aber natürlich geht „Tore verhindern“ vor. Eindeutig. Und da hat Johan Djourou einen jungen Mann an seiner Seite, der erst 17 Jahre alt ist. Wie kommt er mit dem „Frischling“ klar? Djourou: „Er ist super, wir kommen prima miteinander klar, er ist ein Super-Talent. Aber wenn man so jung ist, dann freut man sich über Nebenleute, die einem helfen, dann braucht man sogar die Hilfe der erfahrenen Spieler. Die gebe ich ihm, und er nimmt sie an. Auch ich war ja mal so jung wie Jona, damals bei Arsenal, und da habe ich mich gefreut, wenn man mir geholfen hat.“ Djourou weiter: „Er ist ein Super-Junge, wir kommen von der Elfenbeinküste, das verbindet auch.“ Französisch ist die „Amtssprache“ dieser beiden HSV-Innenverteidiger, vornehmlich während des Spiels.

Über seine Zeit bei Arsenal London plauderte Johan Djourou auch noch ein wenig, er hat dort mit den größten Stars trainiert, gespielt, hat von ihnen gelernt – wie zum Beispiel Thierry Henry, Patrick Vieira, Ashley Cole oder Armand Traore. Und zu jener Londoner Mannschaft gehörte damals auch Jens Lehmann, deutscher Nationaltorwart. Djourou: „Er war klasse, er tat der Mannschaft sehr gut – er ist ein Verrückter im positiven Sinne. Lehmann war wichtig, denn du kannst in einem Team nicht nur nette Leute haben, du musst auch den einen oder anderen Verrückten haben, und das war Lehmann. Positiv verrückt, wirklich nur positiv verrückt. Nein, ganz ehrlich, Lehmann ist ein positiver Typ, ein Super-Typ.“

Und wer übernimmt eigentlich beim HSV den Part des „Positiv-Verrückten“? Wenn es doch nicht nur „nette Leute“ in einem Team geben sollte? Da darf sich wohl jeder (Fan) einen Spieler ausgucken. Obwohl mir die Wahl schon schwer fiele . . .

Ganz anderes Thema. Die Mitgliederversammlung am 19. Januar. Da es von Tag zu Tag mehr die Befürchtung gibt, dass die angemietete Halle (im CCH) wegen des hohen Mitglieder-Andrangs nicht ausreichen könnte, somit die MV dann geplatzt wäre, sind nun Bestrebungen im Gange, Nägel mit Köpfen zu machen. Der Vorstand will sich per Umfrage darüber schlau machen und informieren, welches Mitglied am 19. Januar auch tatsächlich kommt. Dazu wird (wahrscheinlich) eine Befragung gestartet. Wahrscheinlich deswegen in Klammern, weil es auch noch Bestrebungen innerhalb des Clubs gibt, diese Befragung zu verhindern. So kurios es auch klingen mag. Aber es gibt wohl den Verdacht dabei, dass HSV-Mitglieder, die bislang nichts von der Versammlung wussten, damit dann aufmerksam gemacht werden könnten – und dann auch tatsächlich zur Versammlung kommen. Das wäre wahrscheinlich für eine Seite (der umkämpften und nicht umkämpften neuen Strukturen) nicht so förderlich. Warum auch immer, da darf sich getrost jeder selbst seinen Reim drauf machen. Ohnehin gibt es das Gerücht im HSV, dass eine bestimmte Gruppe innerhalb des Clubs mit juristischen Spitzfindigkeiten noch versuchen, den Termin vom 19. Januar zu kippen (als die Versammlung zu verhindern und nicht stattfinden zu lassen). Man darf gespannt sein, wie sich das weiter entwickelt.

So, dann noch schnell in eigener Sache: An diesem Freitag findet nicht nur das Spiel in Wolfsburg statt, sondern auch wieder „Matz ab live“ aus dem Restaurant „Champs“ (Schnelsen-Burgwedel). Die Sendung beginnt kurz nach dem Schlusspfiff in Wolfsburg, Gäste sind diesmal der ehemalige HSV-Profi (und heutige Sport1-Mitarbeiter) Stefan Schnoor sowie Christian Pletz, der erste „Matz-ab“-Mann an meiner Seite, bevor „Scholle“ einstieg. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr wieder einschalten würdet – nach dem Hannover-Spiel sah das wieder mal ganz prächtig aus. Stefan Schnoor hat heute, an diesem Donnerstag, mit dem HA-Kollegen Andreas Hardt gesprochen und dabei bezüglich des brisanten HSV-Themas „Struktur-Änderungen“ gesagt: „Man kann einen Bundesliga-Club nicht wie einen Kaninchenzüchter-Verein führen – deswegen bin ich für die Initiative HSVPlus.“

Diese Aussage passt natürlich optimal auf die nun folgende Meldung:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
die Initiative HSVPlus möchte Sie mit dieser Pressemitteilung darüber informieren, dass sich heute die Herren Cord Wöhlke, Geschäftsführer von Budnikowsky, und Thomas Krüger, Fachanwalt für Steuerrecht, unserer Initiative als Unterstützer angeschlossen haben.
Mit Herrn Wöhlke hat sich ein weiterer wirtschaftlicher Fachmann der Freien Hansestadt Hamburg gefunden, der die Ziele der Initiative unterstützt und zugleich darauf hinweist, dass sowohl Budni als auch andere Unternehmen über ein Engagement beim Hamburger Sportverein nachdenken, wenn HSVPlus umgesetzt wird. Herr Wöhlke hat in einem Interview gesagt: „Hamburger Unternehmen warten ab, ob sich der HSV maßgeblich verändert.“
Thomas Krüger zeigt sich für die Arbeit an den durch HSVPlus neu geschaffenen Satzungen verantwortlich, die den Mitgliedern und Fans des HSV zeitnah vorgelegt werden.

PS: Für das Pokalspiel am kommenden Dienstag gegen den 1. FC Köln gibt es nur noch 1500 Eintrittskarten, wer also live dabei sein möchte, der sollte sich möglichst schnell entscheiden.

18.46 Uhr

4:0 – Rudnevs rettet den HSV!

4. August 2013

Pflichtaufgabe gemeistert, die zweite Runde des DFB-Pokal ist erreicht – der HSV darf weiter von Berlin träumen. Vor 12 000 Zuschauern tat sich der HSV lange Zeit gegen den SV Schott Jena recht, recht schwer, um dann doch noch zu einem standesgemäßen 4:0-Erfolg zu kommen. Die Amateure hatten sich über eine Stunde lang hart, gelegentlich überhart und unfair gewehrt, dann ließen ihre Kräfte nach – und HSV-Trainer Thorsten Fink wechselte Artjoms Rudnevs ein. Der Lette wurde dann zum Retter seines Teams, er erlöste die lautstarken HSV-Anhänger, denn er schoss die ersten beiden Hamburger Tore. „Europapokal, Europapokal“, skandierten die mitgereisten HSV-Fans, aber bis dahin ist es noch ein langer, langer Weg. Immerhin, die Freude war da, die zweiten Runde erreicht zu haben. Denn das haben ja nicht alle Bundesliga-Clubs geschafft . . .

Halbzeit 0:0. Das war schon ein Stück aus dem Tollhaus. Der HSV spielt auf eine Hütte, hat Chancen über Chancen, aber nach 45 Minuten steht es 0:0. Dabei, das muss man einfach mal sagen, konnte der SV Schott Jena, der gerade in die fünfte Liga aufgestiegen ist, nach vorne kaum etwas. Angriff auf Angriff der Hamburger gen Jena-Tor, aber dann offenbarte sich die Harmlosigkeit des HSV einmal mehr eklatant. Unfassbar, was da an Möglichkeiten vergeben wurden:

14. Minute, Freistoß Rafael van der Vaart aus dem Mittelfeld heraus, Kopfball Heiko Westermann, der nun doch dabei sein konnte (eben der „Unverletzbare“) – daneben.
15. Minute, Flanke Marcell Jansen von links, Jacques Zoua köpft auf fünf Metern völlig frei am Schott-Tor vorbei – das war ein ganz dickes Kunststück.
19. Minute, Flanke Dennis Diekmeier von rechts, Zoua legt am Fünfmeterraum per Kopf quer ab zu van der Vaart, doch der Niederländer köpft aus fünf Metern weit über das Tor. Er ist eben kein Kopfballspezialist.
24. Minute, Freistoß van der 30-Meter-Vaart von rechts, der wird am Fünfmeterraum abgewehrt, die Kugel prallt Lasse Sobiech vor die Füße, Linksschuss aus zehn Metern – weit überweg.
28. Minute, Maximilian Beister schickt Zoua in den Strafraum, der neue HSV-Stürmer kreuzt ganz allein vor Schott-Torwart Gheorghiu auf, den anschließenden harmlosen Schuss (eher ein Schüsschen) hält der Keeper fast mühelos.
30. Minute, Beister läuft allein auf das Tor der Amateure zu, gibt uneigennützig ab (leider ein wenig zu schlampig!), Petr Jiracek schießt mit links, aber Schletzke klärt für seinen bereits geschlagenen Torwart auf der Linie.
33. Minute, Jiracek schießt aus 13 Metern zu schwach, gehalten.
Und dann die 44. Minute. Da kreuzte doch tatsächlich der lange Bahner vor dem HSV-Tor auf, doch der Schuss aus 14 Metern fliegt weit über das Gehäuse von Jaroslav Drobny – Halbzeit.

Da wird Thorsten Fink einiges zu erzählen gehabt haben. Vor allem wird er die Tatsache kritisiert haben, dass es immer noch kein HSV-Tor gegeben hat. Unglaublich – aber wahr. Doch er wird wahrscheinlich auch darauf hingewiesen haben, dass Jena sicherlich mit den Kräften zu kämpfen haben wird – mit fortgeschrittener Spielzeit. Dass die Spieler des Außenseiters in vielen Zweikämpfen, die sie meistens verloren, immer noch einen Fuß „reinsteckten“, ein bisschen auf die Socken traten, das war sicherlich unangenehm für die HSV-Spieler und tat sicherlich auch etwas weh – doch Schiedsrichter Christian Leicher (24, SV Neuhausen) sah nichts und ließ immer freundlich weiterspielen. Nur ein Herz für Amateure – oder wirklich nichts gesehen?

Beim HSV hatte sich Westermann bei einem Kopfballduell eine blutende Nase zugezogen, konnte das Spiel aber nach kurzer Pause fortsetzen (31.). Was spielerisch auffiel: Es wurde, wie immer, auch gegen einen Club aus der fünften Liga nicht immer der direkte Weg nach vorne gesucht, sondern teilweise langatmig quer und zurück gespielt. Und dabei schlichen sich auch einige teilweise haarsträubende Abspielfehler ein, hier waren vor allem Tolgay Arslan (der auch einige gute Szenen hatte!) und Milan Badelj die Sünder. In den ersten 30 Minuten zeigte sich van der Vaart sehr spiel- und lauffreudig, er fädelte einige Sachen gekonnt (wie er es früher so richtig gut konnte) ein, dann ließ er ein wenig nach. Marcell Jansen ging einige Male gefährlich mit nach vorne, seine Flanken (oder flachen Eingaben) jedoch verfehlten doch oft die eigenen Mitspieler. Im Spiel nach vorne gefiel mir der fleißige Beister am besten, obwohl auch ihm längst nicht alles gelang. Zoua war in den ersten 45 Minuten ein Totalausfall.

Im zweiten Durchgang fand der HSV nur mäßig wieder ins Spiel. Ein Freistoß von van der Vaart, der aus 24 Metern weit in die Botanik schoss, war die erste nennenswerte Offensiv-Szene der Hamburger. Bezeichnend für die kurze Schwäche des HSV, dass sich Jiracek in der 58. Minute die Gelbe Karte abholte, weil er Bahner (an der Mittellinie!) gefoult hatte. Kurz darauf hatte Jiracek noch eine Schuss-Chance, doch der Ball aus sieben Metern wurde abgeblockt – nur Eckstoß für den HSV. In der 62. Minute wurde „Jira“ dann ausgewechselt, für ihn kam Artjoms Rudnevs – eine zweite Spitze. Oder vielleicht auch die erste Spitze, denn Zoua war bis dahin alles schuldig geblieben.

Das sollte sich aber ändern. Dank Beister. Der hatte im Mittefeld einen Ball erobert und dann einen Geistesblitz. Langer Pass auf links, in den Lauf von Zoua, der schlug den Ball flach zur Mitte – und Rudnevs schoss den Ball aus fünf Metern ein. Die Erlösung! Und völlig verdient – natürlich. Auch wenn sich der HSV bis dahin recht dumm angestellt hatte. Aber auch diese „Abteilung“ übernahmen nun die Ostdeutschen. Einen „Hoch-und-weit-Pass“ von Arslan wollte Jenas Abwehrmann Carl zum Torwart zurückköpfen, Rudnevs roch den Braten, ging dazwischen und nutzte dieses Geschenk zum 2:0. Damit war das Spiel entschieden – spätestens damit. Das 3:0 markierte van der Vaart mit einem herrlichen Freistoß-Schlenzer aus 19 Metern über die Mauer ins kurze Eck (79.).

Für den Schlusspunkt sorgte dann Zoua. Doch noch Zoua! Endlich hatte er mal Glück, denn sein eigentlich harmloser Schuss wurde so abgefälscht, dass er über den schon fallenden Keeper hinweg ins Tornetz fiel (83.). Der Jubel des HSV-Stürmers war riesig – auch für ihn eine (kleine?) Erlösung. Und vielleicht gibt ihm dieses Tor ja tatsächlich ein wenig Auftrieb . . .

Der HSV spielte mit:
Drobny; Diekmeier, Sobiech, Westermann (84. Tah), Jansen; Arslan, Badelj (77. Calhanoglu); Beister, van der Vaart, Jiracek (62. Rudnevs); Zoua.

Übrigens hat Rafael van der Vaart vor dem Spiel noch ein Interview gegeben, die DPA berichtet wie folgt darüber:

Fußball-Profi Rafael van der Vaart hat ein mentales Problem beim HSV ausgemacht. „Wenn wir 0:1 hinten liegen, bekommen wir oft das zweite Gegentor – und dann brechen wir komplett ein“, sagte der Mittelfeldspieler des hanseatischen Bundesligisten der „Welt am Sonntag“. Jüngstes Beispiel war das 0:4 in einem Benefizspiel beim Zweitligisten Dynamo Dresden. „Das ist Kopfsache“, meinte der Niederländer und ergänzte: „Das fehlt uns leider in manchen Spielen. Und das Blöde ist: Mit einem Spiel machen wir uns jetzt eine eigentlich gute Vorbereitung komplett kaputt.“

Van der Vaarts Schlussfolgerung: „Ja, der HSV ist immer für ein bisschen Drama gut.“ Der 30 Jahre alte Nationalspieler äußerte jedoch Zuversicht, „dass wir eine super Saison spielen werden“. An seiner Rolle als klassischer Spielgestalter will er festhalten. „Ich bin ein Spieler, der sein Spiel nicht ändert. Wenn es nicht mehr reicht, gehe ich eben woanders hin“, meinte van der Vaart.

PS: Wer noch immer nicht genug HSV an diesem Sonntag hatte, der sollte – wenn er es kann – heute um 21.45 Uhr „HH1“ einschalten, da wird in der „Hamburger Presserunde“ über die Rothosen allgemein diskutiert – nur das Pokalspiel in Jena findet dabei keinerlei Berücksichtigung.

17.53 Uhr

“. . . wir wollen Herz und Leidenschaft”

3. April 2013

Immer wieder dieses 2:9. Noch immer. Aber auch immer wieder die Fragen: „Kommt Holger Badstuber zum HSV?“ Oder: „Kommt nun auch Claudio Pizarro zum HSV?“ Und meine Antworten sind immer gleich: „Natürlich.“ Auf die Frage, ob der Vertrag mit Trainer Thorsten Fink, der ja noch bis 2014 Vertrag hat, tatsächlich vorzeitig verlängert wird, sage ich selbstverständlich auch: „Natürlich.“ Und ich sage auch jedem: „Der HSV holt natürlich auch Bastian Reinhardt als Abwehrbollwerk zurück, und natürlich wird für das Mittelfeld noch gerade rechtzeitig vor dem Saisonende Sergej Barbarez reaktiviert, und neuer Flügelflitzer rechts wird natürlich Mehdi Mahdavikia, der im Iran gerade seine Karriere beenden will. Es ist wirklich alles im Fluss. Nur Messi und Ronaldo kommen noch nicht, weil deren Ausleihgebühren doch noch ein wenig zu hoch sind. Aber immerhin, ausgeschlossen ist auch da nichts, es wird verhandelt, da gibt es noch Hoffnung.“ Im Prinzip ist wirklich alles bestens, und während der Frühling hierzulande erst noch kommen wird, ist beim HSV das Feld bereits bestens bestellt. Die 51. Bundesliga-Spielzeit kann kommen, ab sofort kann diese Saison schon abgehakt und vergessen werden.

Aber, und das ist höchst bedauerlich, zu Ende ist ja noch nichts. Und jetzt kommt erst einmal der SC Freiburg. Der kleine SC Freiburg. Ein namenloser Außenseiter. Der steht im Moment zwar auf Rang sieben, also vor dem HSV, aber der HSV hat ja gelernt. Und bevor jetzt nach jeder Pleite ein Haufen Grillwürste angekarrt wird, wird dann doch lieber mal gewonnen. Besser ist besser.

Nein, nein, und nochmals nein. Mir steht es nach wie vor noch bis Unterkante Oberlippe. Nichts hat sich an meinem Zustand gebessert. Ich bin satt, wenn ich nur an Bratwürste denke . . . Und wenn ich beim HSV-Training bin, werde ich dieses 2:9-Gefühl, diese 2:9-Ohnmacht, diesen 2:9-Wahnsinn einfach nicht los.
Wann das wohl mal vorbei ist?

Heute haben Rot gegen Grün und Blau gegen Rot und Grün gegen Blau gespielt. Im Training. Und Grün hat das Turnier gewonnen. Was euch sicherlich nicht viel helfen wird, denn wer war Grün, wer war Rot und wer war Blau? Blau, ich höre es jetzt schon, waren sie am Sonnabend wohl alle . . . Was natürlich nicht stimmt. Aber heute spielten für „Blau“ Jungs wie Nafiu, Aogo, Rajkovic, Kacar, Rincon, Diekmeier und Lam. Für „Grün“ spielten van der Vaart, Arslan, Jansen, Jiracek, Westermann und Son; und bei Rot standen Beister, Rudnevs, Skjelbred, Norgaard, Sala, Badelj und Bruma unter Vertrag. Im letzten Spielchen ging es zwischen Blau und Grün um den Turniersieg, eigentlich wäre um 11.15 Uhr Trainingsende gewesen, aber da stand es noch 0:0. Das nächste Tor musste entscheiden, und das schoss van der Vaart (gegen Sven Neuhaus), indem er den Ball um 11.21 Uhr den Ball mächtig unter die Latte drosch. Jubel brach danach aber bei „Grün“ nicht aus. Einziger Gratulant des Torschützen war Heung Min Son, der seine Faust gegen die Faust von Rafael van der Vaart presste.

Woraus vielleicht schon zu entnehmen ist, dass die Stimmung immer noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. Entgegen anders lautender Meldungen, wonach die Spieler schon wieder scherzen und lachen sollen, war davon heute (ich glaube, auch gestern) nichts zu sehen. Es herrscht im Volkspark nach wie vor eher eine angespannte, vielleicht auch irgendwie explosive Atmosphäre vor – der Lage und den Umständen angemessen.

Auch heute waren wieder viele Zaungäste und Kiebitze beim Training, viel mehr als gestern. Es scheint so, als wenn die „harten HSV-Fans“ schnell und schneller verzeihen könnten. Es hat nämlich auch heute keiner (laut) geflucht oder seinem Ärger per Meckerei oder Pöbelei Luft gemacht. Im Gegenteil, den Spielern wurden die besten Wünsche für das Freiburg-Spiel mit auf den Gang in die Kabine zugerufen, und es wurden wieder fleißig Autogramme gesammelt. Dafür scheint jetzt tatsächlich die beste Zeit gekommen zu sein – denn welcher HSV-Profi würde es jetzt schon wagen, sich zu verweigern?

Übrigens: Mindestens eine Unmutsäußerung gab es heute dann doch noch. Es hing ein Plakat am Zaun, genau dort, wo die Spieler trainierten. Es war also unübersehbar. Und darauf stand zu lesen: „Wir pfeifen auf Wurst und Bier, wir wollen Herz und Leidenschaft dafür.“

Passend zu diesem Thema gab es heute in der Agentur einen Beitrag:

. . . Auch die HSV-Fans erwarten im Heimspiel gegen Freiburg am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) eine Trotzreaktion ihrer Mannschaft. „Die Leute brauchen ein Zeichen und wollen von Anfang an sehen, dass sich die Mannschaft zerreißt“, sagte Supporters-Chef Christian Bieberstein der Morgenpost und drohte gleichzeitig mit Konsequenzen: „Wenn das nicht der Fall ist, könnte es ungemütlich werden.“ Nach nur vier Punkten aus den letzten fünf Spielen sind die Norddeutschen zurzeit Neunter, liegen jedoch nur einen Punkt hinter Platz sechs, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Auch die Champions League ist angesichts von vier Punkten Rückstand noch in Reichweite.

Zur Aufstellung für Sonnabend zeichnen sich immer mehr einige Umstellungen ab. Nach dem heutigen Training würde ich auf folgende HSV-Mannschaft tippen, die es im Volkspark gegen den SC Freiburg richten soll:

Adler; Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen; Rincon, Arslan; Skjelbred, Jiracek; van der Vaart; Rudnevs.
Also ohne Bruma, Aogo, Badelj und Son.
Könnte so sein, könnte so werden – muss aber nicht.

Zum Thema Heimspiel erreichte mich übrigens eine interessante Statistik, die ich niemandem vorenthalten möchte:

Hallo Herr Matz,

anbei mal etwas Statistik vom HSV (Heimspiele der letzten 10 Jahre). Die erschütternde Bilanz der letzten 50 Heimspiele (ab 04. April 2010): 18 Siege – 14 Remis – 18 Niederlagen; 57:58 Tore.

Nun wundert sich hoffentlich niemand mehr, warum zuletzt immer mehr Plätze im Stadion frei geblieben sind . . . Es sind eben nicht nur die jüngsten Enttäuschungen (Frankfurt, Fürth, Augsburg), sondern das zieht sich seit Jahren wie ein roter Faden durch . . .

Viele Grüße, Andreas K.

Bei der Gelegenheit, ich habe es schon so oft geschrieben: Bitte schickt mir keine Mails in oder auf die Gewinnspiel-Adresse. Die meisten, 90 Prozent, denke ich, verkümmern dort. Ich lese in dieser Gewinnspiel-Adresse so gut wie nie, sie ist Sache der Internet-Abteilung. Wenn ihr also Mails an mich habt, dann über das Hamburger Abendblatt (es wird weitergeleitet an mich) oder über Matz ab und die Moderatoren.
Bitte beherzigt das, sonst heißt es – was natürlich falsch wäre – dass ich keine an mich gerichtete Post bearbeite.

Dann zu unserem „Matz-ab“-Treffen, das bekanntlich am 19. April stattfinden soll. Dazu erreichten mich einige Mails, eine davon möchte ich euch zeigen:

Hallo Dieter,

ich würde als Matz-ab-Leser gern mal zu einem Treffen kommen und habe mir das für den 19. 04. vorgenommen.
Da der Ort nicht klar ist und du nach einem suchst, schlage ich ein Restaurant vor, das neben den „normalen“ Räumlichkeiten über drei unterschiedlich große Räume/Häuser für Feiern aller Art verfügt.
Gemeint ist . . .

Mit freundlichen Grüßen, Detlef

Vielen Dank für diesen Vorschlag – und die vielen anderen, die mich ebenfalls erreichten. Da uns die Raute nur ein Pauschal-Angebot machen würde und wollte, haben wir haben uns anderweitig umgesehen – und inzwischen ein Lokal gefunden, in dem wir uns treffen wollen – und werden. Es ist das HSV-Restaurant „1887“ auf der HSV-Sportanlage Ochsenzoll (in der Ulzburger Straße in Norderstedt). Dort werden wir „Matz-abber“ uns am 19. April von 19 Uhr an treffen. Dazu möchte ich schon einmal ein besonderes Dankeschön an unsere „Eva/Hope“ senden, die wieder einmal als großartige Organisatorin aufgetreten und eingesprungen ist. Dankeschön! Wir treffen uns an diesem 19. April um 19 Uhr, und es wurde mit dem „1887“-Chef vereinbart, dass Speisen und Getränke, die an diesem Abend bestellt werden, gleich nach Erhalt bezahlt werden. Weil es, die „harten“ „Matz-abber“ wissen es, in der Vergangenheit immer mal wieder vorgekommen ist, dass einige Fans glatt vergessen hatte, zu bezahlen . . .

Für Auswärtige gibt es auf der von der HSV-Anlage gegenüberliegenden Seite zwei Hotels: Hotel Cafe Kampe und Hotel Maromme.

PS: Morgen, am Donnerstag, wird um 10 Uhr im Volkspark geübt.

18.03 Uhr

PSPS: Gerade kommt noch diese Meldung über den Ticker:

Ailton vor Weggang bei Hassia Bingen

Bingen (dpa/lrs) – Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Ailton wird den Sechstligisten Hassia Bingen womöglich schon nach einer Saison wieder verlassen. Nach einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ in Mainz gab der abstiegsbedrohte Verbandsliga-Club am Mittwoch bekannt, dass er seine Option auf eine Weiterverpflichtung des 39 Jahre alten Brasilianers nicht ziehen werde. Die Begründung: Einer der drei Geldgeber habe sich noch nicht entschieden, ob er auch in der kommenden Saison in ein Engagement von Ailton investieren wolle.
Ein Verbleib des früheren Torjägers von Werder Bremen und Schalke 04 ist damit aber noch nicht vom Tisch. Zum einen sucht Hassia Bingen nun nach einem neuen Sponsor für seinen Star. Und zum anderen sagte Ailton selbst: „Mit der sportlichen Entwicklung bin ich nicht zufrieden – ich hätte lieber um den Aufstieg als gegen den Abstieg gespielt. Aber meine Familie fühlt sich sehr wohl und ich werde meine Entscheidung, ob ich bleibe oder gehe, mit meiner Frau besprechen.“

Wer es gemerkt hat: Vom HSV wurde in diesem Bericht gar nichts geschrieben. Ob sich da vielleicht doch noch eine kleine Sensation anbahnt?

Kacar wechselt nicht nach Frankfurt

30. Januar 2013

Schönwetter-Fußballer sind die HSV-Profis gewiss nicht. Bei Wind und Dauerregen waren sie voller Spaß bei der Sache, und selbst nach dem offiziellen Trainingsende wurde freiwillig (!) weitergemacht. Jaroslav Drobny stellte sich zwischen die Pfosten, und dann schossen sie wie die Wilddiebe um sich. Dennis Aogo, Artjoms Rudnevs, Milan Badelj, Per Ciljan Skjelbred, Marcus Berg und, und, und. Wie gesagt, freiwillig. Das ist doch wirklich ein tolles Zeichen. Und das bei diesem (Un-)Wetter. Da müsste eigentlich jeder froh sein, wenn er endlich wieder in der warmen Kabine wäre – aber denkste! Sogar der Trainer zeigte Härte. Thorsten Fink hatte nichts auf dem Kopf, während der 75 Minuten, es muss bei ihm oben rein und unten wieder raus gelaufen sein, aber er hielt tapfer durch. Und sah danach wie ein begossener Pudel aus.
Gefehlt haben heute natürlich Paul Scharner, der sich Richtung England vom Acker gemacht hat – zu Wigan Athletic. Zudem fehlten Ivo Ilicevic (Bauchmuskelprobleme), Marcell Jansen (Erkältung) und natürlich immer noch Michael Mancienne, Jacopo Sala und Zhi Gin Lam.

Zudem trainierte Gojko Kacar in der Arena. Ob das eine spezielle Vorbereitung auf Sonnabend war? Der Serbe hätte nämlich eventuell am Sonnabend schon spielen – und zwar gegen den HSV. Kein Scherz! Eintracht Frankfurt, der kommende HSV-Gegner, war an einem Leihgeschäft interessiert. Und der HSV wäre bestimmt nicht abgeneigt gewesen, aber zurzeit ist es so, dass die Sache geplatzt ist. Das kam aus der Kacar-Ecke, das kam auch aus Frankfurt. Armin Veh hätte Kacar wohl gerne gehabt, aber insgesamt war der Deal wohl doch ein wenig zu teuer. Noch ist aber ja etwas Zeit, mal sehen, ob noch einmal wieder Fahrt in diese Geschichte (bis zum Schluss der Transferliste am morgigen Donnerstag) kommen wird – aber so wie es jetzt steht, ist dieser Transfer erledigt.

Zurück noch einmal zu den freiwilligen Schützen. Im Tor, wie geschrieben, Drobny. Kein Einzelfall. Das hat er zuletzt schon oft gemacht. Alles freiwillig. Und da klingen mir noch jene Sätze in den Ohren, die es im Sommer zu hören gab. Viele Experten und Fans vermuteten und prophezeiten damals, dass sich „Jaro“ Drobny nur noch einen Lenz in Hamburg machen würde. Dass er seinen Vertrag beim HSV lediglich aussitzen würde, im Training nur noch Dienst nach Vorschrift absolvieren würde. Aber nichts, auch nicht mal ein Hauch, davon ist erkennbar. Für mich ist der tschechische Nationaltorwart ein Phänomen. Er ist, obwohl er nur noch Ersatz hinter Rene Adler ist, stets mittendrin statt nur dabei. Jüngstes Beispiel vom vergangenen Sonntag: Nach dem Sieg gegen Werder lagen sich die HSV-Profis – natürlich – in den Armen. Und voll dabei: Jaroslav Drobny. Der 33-jährige Keeper, der auch im Training immer alles gibt, lachte, jubelte, feierte mit den Kollegen, als hätte er eben mit einigen Glanzparaden für den Dreier gesorgt. Nichts zu sehen oder zu spüren von Frust, kein beleidigtes Abschalten, keine Maulerei – Drobny leidet mit, freut sich mit, ist ein richtig guter HSVer. Vorbildlich.

„Wir haben mit ihm einen erstklassigen Mann als Vertreter von Rene Adler, das wissen wir, ich habe keinerlei Bedenken, wenn Jaroslav Drobny einmal ins Tor müsste“, sagt Thorsten Fink über seine Nummer zwei. Und Adler könnte in nächster Zukunft durchaus mal eine Pause einlegen müssen, denn er hat, wie auch Milan Badelj, Dennis Diekmeier und Marcell Jansen, bereits vier Gelbe Karten eingesammelt. „Jaroslav ist ein charakterstarker Junge, der sich voll mit dem Verein identifiziert, und solche Leute brauchen wir. Er ist ja auch ein sehr guter Torwart“, lobt Thorsten Fink. Drobny hat ganz sicher auch anerkannt, dass Adler nicht nur wieder auf dem Weg zurück ins deutsche Tor ist, sondern dass er auch schon etliche Punkte für den HSV gewonnen hat. Fink sieht es ähnlich, denn er sagt: „Das Beste für eine Hierarchie in der Mannschaft ist, wenn alle elf Spieler immer beste Leistungen bringen und Punkte gewinnen. Dann werden die anderen Spieler etwas ruhiger . . .“

Der HSV ist auf jeden Fall bestrebt, den Vertrag mit Drobny noch einmal zu verlängern – natürlich zu etwas reduzierten finanziellen Bedingungen. Sollte sich der Tscheche darauf einlassen, dann wäre er auch in den nächsten ein, zwei Jahren noch ein überragender Ersatzkeeper beim HSV. Die Gespräche über eine Verlängerung ruhen allerdings zurzeit, denn es gibt wichtigere und andere Baustellen.

Eine davon dürfte Heung Min Son heißen. Der Südkoreaner wird immer besser, und beinahe jeden Tag gibt es neue Interessenten, die sich um den 20-jährigen HSV-Stürmer bemühen (sollen). Jetzt fehlen eigentlich nur noch Real Madrid und der FC Barcelona. Aber auch da könnte er wohl spielen. Er hat einen riesigen Sprung nach vorne gemacht, einen in der Art, den ich ihm nicht zugetraut habe. Son ist nicht nur torgefährlicher geworden, sondern auch robuster. Er geht nun auch – nicht immer, aber immer öfter – mal richtig und giftig zur Sache. Thorsten Fink dazu: „Er setzt sich jetzt öfter durch. Wir machen Krafttraining mit ihm. Jeder Spieler wird von uns genau durchleuchtet, wo die Stärken und Schwächen sind, bei ihm haben wir festgestellt, dass er im Oberkörperbereich Schwächen hatte – und daran arbeiten wir, vor alle Nikola Vidovic mit ihm.“ Thorsten Fink resümierend: „Es ist ja aber auch normal, dass sich ein 19-jähriger Spieler weiterentwickelt, wenn man professionell mit ihm arbeitet. Und dann setzt er sich eben häufiger durch – ich habe auch das Gefühl, dass er sich da enorm verbessert hat.“ Son ist ein Juwel (geworden). Das weiß auch der Trainer, der ihn lobt: „Er schießt mit links und mit rechts – den darf man nicht zum Schuss kommen lassen. Wenn wir es erreicht haben, dass er schießen kann, dann ist der Ball auch meistens drin. Son ist saugefährlich!“

Wie mittlerweile auch Artjoms Rudnevs. Der Lette steht in der Bundesliga im Moment an achter Stelle der Torjägerliste – mit inzwischen schon acht Toren. Wenn „Rudi“ so weitermacht, dann endet er noch bei 15 Treffern – und mehr. Und das wäre denn schon ein Hammer, denn eine solche Zahl hat in diesem Jahrtausend bislang nur ein HSV-Spieler erreicht: Sergej Barbarez. Der Bosnier erzielte in der Saison 2000/01 sagenhafte 22 Tore. Diejenigen Offensivkünstler des HSV, die Barbarez sehr nahe kamen:

Ivica Olic schaffte 2007/08 14 Treffer, Bernardo Romeo 02/03 ebenfalls 14, und dann wird es immer schlechter. Mladen Petric erzielte 08/09 zwölf Tore, 10/11 noch einmal elf. Zweistellig wurden seit 13 Jahren nur noch Rafael van der Vaart (07/08 mit zwölf), Olic (08/09 mit zehn), Barbarez (05/06 mit zehn, 04/05 mit elf und 03/04 mit zehn) und Romeo noch einmal (03/04 mit elf). Eine – wie ich finde – höchst kümmerliche Bilanz. Die noch erschreckendere Formen annimmt, wenn man die „etwas anderen“ HSV-Torjäger begutachtet.

In der Saison 06/07 traf van der Vaart mit acht Treffern von allen HSV-Profis am besten, 01/02 war es Romeo mit acht, 09/10 Petric mit acht und 11/12 lag Petric mit sogar nur sieben (!) Toren intern vorn. Unfassbar!

Mehr hat nun schon Artjoms Rudnevs auf seinem Konto. Und der Trainer lobt ihn: „Er hat eine Super-Entwicklung genommen. Es zahlt sich nun aus, dass er emsig trainiert. Und die Mannschaft akzeptiert ihn jetzt mit allen Schwächen, die er noch hat. Weil er wichtige Tore schießt für uns. Und weil er enorm arbeitet für das Team.“ Das freiwillige Training nach dem Training galt vor einigen Wochen ja nur Rudnevs. Inzwischen haben sich viele angeschlossen. Fink: „Rudi hat früher ja nur und einfach auf das Tor geballert, ohne zu gucken. Jetzt ist er angehalten, den Ball mitzunehmen und sich beim Torschuss dann eine Ecke auszusuchen. Das klappt nun schon immer besser.“ Auch heute beim freiwilligen Wettschießen zu sehen. Er und es wird immer besser. Fink lobt seinen Letten: „Er ist ehrgeizig, er hat einen guten Charakter – ich kann ihn auch mal anschreien, ihm macht das nichts. Und dann macht er das, was ich ihm sage. Er nimmt sich das zu Herzen, was ich sage, und zwar positiv, er bricht nicht innerlich zusammen, wenn er mal kritisiert wird.“

Nur eines hat Thorsten Fink an seinem Torjäger Nummer eins noch auszusetzen: „Rudi ist kein Weichei. Er geht zur Sache, und er steckt ein. Wie oft wird er gefoult oder geschubst. Und da sage ich ihm immer wieder, dass er ruhig mal fallen darf. Das wünschte ich mir von ihm, denn sonst bekommen wir ja nie einen Freistoß in Tornähe – und wir haben ja gute Schützen. Daran muss Rudi noch arbeiten – aber er ist eben ein ganzer Mann, der sich wehrt, wenn er geschubst wird.“ Zu Boden gehen aber, das ist nichts für Rudnevs. Er sagt: „Ich spüre schon den Schmerz, wenn ich gefoult werde, aber ich bin nicht der Typ, der sich dann fallen lässt. So lange es geht, bleibe ich auf den Füßen, schauspielern liegt mir nicht.“

Themenwechsel:

Morgen (Donnerstag) kommt es in der Imtech Arena zwischen 13 und 14.30 Uhr zu einer sportlichen Begegnung der ganz besonderen Art: Rafael van der Vaart, Marcell Jansen, Dennis Aogo und René Adler treffen in der Mixed Zone auf die Darts-Superstars der Professional Darts Corporation (PDC) Raymond van Barneveld und Michael van Gerwen aus den Niederlanden und Adrian Lewis und den 16-fachen Weltmeister Phil Taylor aus Großbritannien. In vier gemischten Teams messen sich die Profisportler 45 Minuten lang im Pfeile werfen. Dabei werden sie von Caller Russ Bray „The Voice“ lautstark und von Darts-Experte Elmar Paulke von Sport1 moderativ begleitet. Präsentiert wird die Veranstaltung von Schweinske.

So, und damit endet der heutige Tag auch schon – fast.

Kurz noch zum „Matz-ab“-Baby von „Scholle“ (bei der Gelegenheit: vielen Dank für die vielen und netten Gratulationen, die von euch kamen!):

Lia-Sophie ist gestern, am 29. Januar 2013, um 9.09 Uhr auf die Welt gekommen. Sie hat Haare auf dem Kopf, dunkelblonde. Und sie ist 53 Zentimeter groß, wiegt dabei 3350 Gramm. Und sie hat zwei Hobbys: trinken und schlafen…;-)
Sagt „Scholle“.

Dann möchte ich euch noch kurz sagen, dass niemand glauben muss, dass ich Per Ciljan Skjelbred nun „wie Rudnevs fertigmachen will“. Ich sehe einen Spieler, sehe seine Leistung, und diese lobe oder kritisiere ich. Das mache ich schon seit über drei Jahrzehnten so. Und dafür werde ich beim Hamburger Abendblatt noch immer bezahlt. Leider gibt es ja stets einige nette Zeitgenossen, die das System nicht so ganz verstehen. Ich lese übrigens schon seit geraumer Zeit keinen einzigen Kommentar mehr, deswegen trifft mich diese Anpöbelei auch nicht im Entferntesten – ich erfahre eben nur hin und wieder durch Mundpropaganda beim Training, was im Blog unterhalb unserer Beiträge so los ist. Obwohl ich auch darauf getrost verzichten könnte, aber die Menschen meinen es eben immer nur gut mit mir . . .

An meine Kritiker sei nochmals gesagt: Ihr meint es sicherlich nur gut mit dem HSV, wollt Schaden, den ich dem Club zufüge, von ihm wenden. Das ist auch gut so. Das trifft absolut mein Verständnis. Wer aber lesen kann ist glatt im Vorteil. Solltet ihr Zeit finden, dann blättert im Matz-ab-Blog mal ein wenig zurück. Dann werdet ihr feststellen, wie sehr ich den Per Ciljan Skjelbred schon „fertig gemacht“ habe. Seit Wochen und Monaten. Siehe auch beim Nürnberg-Spiel – fällt mir gerade ein. Und wie habe ich ihn fertig gemacht!!! So fertig, dass Thorsten Fink gar nicht mehr umhin kam, ihn endlich einmal aufzustellen . . .

Zu diesem Thema (im Groben) habe ich in jüngster Zeit natürlich auch einige private Mails erhalten – und Gespräche (auch am Telefon) geführt. Heute bekam ich eine Mail, die ich nun gerne an euch weiterreichen möchte. Wer es mag, sollte sich diese Mail antun, wer sich daran stört (auch diese User gibt es ja), der sollte nun flugs aufhören zu lesen:

Hallo Dieter,
nach solch einem, zumindest vom Ergebnis, erfreulichen Wochenende wollte ich mir es nehmen lassen, Dich einmal persönlich anzuschreiben. Sieh es mir nach , dass ich dies auf die Firmenadresse tue und mich nicht im Forum äußere. Ich lese nicht jeden Tag, und schon gar nicht das Forum, aber was dort geschrieben wird geht ja wirklich teilweise auf keine Kuhhaut. Man, man, man… Wer Deine Art des Schreibens etc nicht mag , der braucht
doch Deinen Blog nicht zu lesen. Verstehe ich alles nicht.

Die Mannschaft macht, zumindest im Moment vom Ergebnis , wieder Spaß.
Die Stellschrauben wurden teilweise offenbar so gestellt, dass ergebnisorientiert gespielt wird.
Ein Rudnevs bestätigt die Aussagen von Arnesen und darüber bin ich happy.
Dass auch ein Skjelbred (bei mir heißt er nur Ballettänzer) auf einmal „Leistung“ bringt ist ebenso verwunderlich. Die Tatsache, dass Aogo nach vorne gezogen wurde, war ein sehr kluger Schachzug.

Nichts desto trotz sollte es über eines nicht hinwegtäuschen: Am Sonntag haben zwei (unter-)durchschnittliche Mannschaften gegeneinander gespielt. Ich bleibe bei meiner Aussage: Was passiert eigentlich, wenn wir einmal gut spielen? Wir haben 75 gute Minuten in Gladbach gehabt + ein Superspiel gegen Schalke gemacht. Der Großteil der anderen Spiele und damit verbundenen Punkte basierte auf Glück oder Zufall (hat man Sonntag auch gesehen: Sons Tor kam absolut aus dem Nichts!). Es gibt immer noch sehr, sehr viel zu tun. Mir ist allerdings nicht Bange. Im nächsten Jahr kommt „Özil 2“ und somit werden die Alternativen immer besser. Dass vdv und Badelj im Moment unter ihren Möglichkeiten sind , steht außer Frage.
Auch Sie werden wieder zur Form finden.

Ich als Entscheidungsträger würde mich allerdings von Son höchstbietend trennen. Verträge in Korea hin oder her. Son ist und bleibt mehr als limitiert im Spiel. Schlechtes Zweikampfverhalten etc. Natürlich sind seine Einzelleistungen teilweise Weltklasse. Aber auch Beister hat Potenzial. Um zum Abschluss zu kommen: Mir missfällt am meisten die linke + rechte Verteidigerposition. Ich mag Marcell Jansen wirklich gerne und rede ihn selber im Bekanntenkreis immer schön ,aber um ehrlich zu sein reicht das nicht !!!!Viel zu behäbig , er schwimmt mit dem Strom …Mir kommt es nach 15 Minuten schon immer so vor als wenn er nicht mehr kann! Hast Du gesehen wie er sich von Arnautovic hat abkochen lassen???
Diekmeier ist schneller als sein Schatten, aber mehr als eine 3- ist das auch nicht.

Ich behaupte: Wenn wir nachhaltig erfolgreich sein wollen , dann muss ganz dringend auf diesen beiden Positionen was getan werden.
So , Ende mit meinen Auslassungen.
Mittagspause gleich vorbei!
Hau rein und gutes Gelingen weiterhin!

Vielen Dank dem Schreiber (den ich kenne) dieser Zeilen, er ist glühender HSV-Fan und wohnt nicht in Hamburg. Zweierlei möchte ich aber noch aus meiner Sicher hinzufügen: Son sehe ich inzwischen mit anderen Augen – deshalb auch ganz anders. Und Glück und Zufall mögen hin und wieder im Spiel gewesen sein, auf jeden Fall aber auch ein Adler. Zum Glück fliegt der gute Rene bei uns zwischen den Pfosten hin und her . . .

PS: Morgen Training im Volkspark um 10 Uhr.

17.09 Uhr

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