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Holtby erstmal dabei – Cléber trotz Trainingssuspendierung auch

13. März 2015

Die Szene des Tages war eigentlich gar nicht eine – es waren fünf, sechs oder sogar sieben Szenen, die einen Streit auslösten, der bis zur Trainingssuspendierung von Cléber Reis führten. Denn im Abschlusstraining spielte der Brasilianer neben Djourou gegen Olic. Die A-Offensive gegen die A-Defensive – so schien es. Cléber schonte seinen Konterpart nicht, im Gegenteil: Er gewann nahezu jeden Zweikampf. Zum einen mit gutem Stellungsspiel. Zum anderen so, wie es von ihm gefordert wurde: robust und geradlinig. Und das gefiel Olic nach einem Tritt auf seinen linken Knöchel/Fuß gar nicht.

Die Sendung beginnt um 17:30 Uhr.

Musste im Abschlussspiel in harte, aber nicht unfaire Zweikämpfe mit Cléber - und beschwerte sich über dessen "überharte" Gangart: Ivica Olic

Musste im Abschlussspiel in harte, aber nicht unfaire Zweikämpfe mit Cléber – und beschwerte sich über dessen “überharte” Gangart: Ivica Olic

Weniger noch: Nach dem Abschlussspiel ging es ins hintere Felddrittel zum gemeinsamen Schusstraining. Mittendrin Cléber und Olic, die sich verbal weiter duellierten. Und das mit durchaus deftigen Worten. So deftig sogar, dass die Mitspieler Cléber aufforderten, den Mund zu halten. „Respekt, Cléber, Respekt“, riefen ihm Heiko Westermann und Co. zu – aber Cléber beruhigte sich nicht mehr. Selbst als Trainer Joe Zinnbauer Cléber unverkennbar und lautstark zur Beendung des Streits aufforderte („Man kann auch einfach mal sorry sagen“), konnte Cléber sich nicht beruhigen – und das führte zum Eklat. „Rein“, schrie Zinnbauer und deutete dem brasilianischen Innenverteidiger den Weg zur Umkleidekabine. Und Cléber verstand.

Wobei ich ganz klar festhalten will, dass Cléber alles andere als überhart geschweige denn bewusst unfair spielte. Er gewann einfach nur nahezu jeden Zweikampf. Glücklicherweise scheint das, was zunächst dramatisch wirkte, diesmal im Kabinentrakt vernünftig geregelt worden zu sein. So, wie es sich für so einen vielleicht aufregenden aber in meinen Augen absolut normalen Zwischenfall gehört. Offenbar zumindest.

Zoffte sich erst mit Olic und musste frühzeitig duschen gehen: Cléber

Zoffte sich erst mit Olic und musste frühzeitig duschen gehen: Cléber

Denn Cléber steht im Kader für das Hoffenheim-Spiel. Dies allerdings zusammen mit 19 weiteren Profis – obwohl nur 18 letztlich berufen werden können, zwei Spieler also noch weichen müssen. „Ich will, es ist aber nicht ganz einfach“, sagte Holtby nach dem Abschlusstraining. Bis gestern hatten ihm die Ärzte einen Einsatz in Hoffenheim noch untersagt. Jetzt die Kehrtwende?

Scheint fast so. Und das, obwohl Holtby im Abschlusstraining ganz offensichtlich nicht so hart attackiert wurde wie normal. Fast körperlos agierte er in seinem Team (Es gab kein klares A- und B-Team) auf der Zehn. Sollte er morgen tatsächlich in Hoffenheim zum Einsatz kommen, wäre das ein unkalkulierbares Risiko. Denn bis heute hat Holtby noch kein Testspiel und kein Training mit auch nur annähernd wettkampfgleichen Zweikämpfen hinter sich gebracht. Dass der Linksfuß heiß darauf ist, der Mannschaft wieder zu helfen – es ehrt ihn. Aber angesichts der medizinischen Empfehlung von gestern wäre es nahezu ein Outing der HSV-Ärzte, würden sie ihm zwei Tage später plötzlich doch grünes Licht geben.

Wobei: Der HSV könnte das ja als unglaublich ausgeklügeltes Verwirrmanöver bezeichnen. Mich jedenfalls verwirrt dieses Hin und Her…

Aber gut, zwei Mann müssen vor der Kaderberufung noch gestrichen werden. Sollte Holtby dabei sein, dürfte es Ronny Marcos treffen, da Holtby eine Alternative für die zentrale und linke Mittelfeldseite ist, wo sich auch noch Stieber, Ostrzolek und – im Falle einer Cléber-Begnadigung – auch Westermann (als Linksverteidiger) tummeln. Ein weiterer potenzieller Streichkandidat ist U23-Akteur Sven Mende.

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Fraglich ist, ob Zinnbauer tatsächlich mit Ivo Ilicevic plant. Der Kroate steht im vorläufigen Kader und spielte heute auf Linksaußen. Dabei wusste er zwar wie schon am Dienstag gegen Schenefeld nicht sonderlich aufzufallen. Aber wer weiß. Wenn sich einer beweisen will und muss – dann der zuletzt Dauerverletzte. Und weil Mohamed Gouaida offenbar den gesperrten Nicolai Müller auf rechts ersetzen soll, ist die linke Seite vakant. Wobei, für die rechte Seite ist auch Julian Green nach 105 Tagen ohne Bundesligaspiel wieder mit im Kader. Ob der US-Amerikaner sein Kader-Comeback feiern darf? Gut möglich. Aber ihn aufstellen würde ich nach den jüngsten Trainings- und Testspielleistungen nicht. Noch nicht. Denn bemüht, sich zu empfehlen, ist er zweifelsfrei…

Insgesamt könnte Zinnbauer tatschlich wieder einiges umstellen. Heute zum Beispiel spielten Behrami und Kacar in einem Team auf der Doppelsechs, während im anderen Team van der Vaart vor Mende und Jiracek agierte. „Es ist immer die Nacht vor dem Spiel, in der ich meine Entscheidungen treffe“, hatte Zinnbauer einst sein Bauchgefühl als Entscheidungsgrundlage benannt. Und auch diesmal gibt es einige Fragezeichen in Sachen Startelf. Djourou galt als gesetzt bis zu seiner Auswechslung, allerdings harmonierten anschließend Westermann und Cléber außergewöhnlich gut. Zentral gilt Behrami als gesetzt. Zuletzt durfte Petr Jiracek neben ihm ran und machte seine Sache ordentlich. Allerdings wusste Gojko Kacar nach seiner Einwechslung – zumindest mich – noch mehr zu begeistern. Daher ist das Duo Kacar/Behrami durchaus denkbar für Hoffenheim. Zumal der HSV im Kraichgau zweifellos defensive Schwerstarbeit verrichten muss und Kacar noch ein wenig zweikampf- und deutlich kopfballstärker ist als Jiracek. Dass Zinnbauer davor van der Vaart rein- und dafür Stieber rausnimmt – ich hoffe es nicht. Stieber hat zuletzt gut gespielt, ist immer wieder torgefährlich aus der zweiten Reihe und für schnelle Konter geeigneter als der niederländische Kapitän. Und Stieber aus der Zentrale nach links zu verschieben wäre für mich ein Fehler, da Stieber seine Qualitäten nahezu ausschließlich im freien Spiel ohne Gegenspieler hat. Sobald es in einen direkten Zweikampf geht, zieht der schussstarke Linksfuß allzu oft den Kürzeren.

Vorne dürfte erneut Olic beginnen, auch wenn der Kroate derzeit nicht einmal im Training die Kiste trifft. Dafür ist der Rückkehrer der zweifellos bessere Spieler für ein insgesamt defensiver ausgerichtetes Spiel, da er früh und unaufhörlich den gegnerischen Spielaufbau stört. Artjoms Rudnevs wäre die Alternative. Die einzige, nachdem sich Maxi Beister heute mit Grippe und Pierre Michel Lasogga mit anhaltenden muskulären Problemen abmelden musste. Beide sollen zum Hertha-Spiel am kommenden Freitag wieder einsetzbar sein.

Dass ich hier jetzt eine mögliche Startelf benenne – es ist diesmal nicht mehr als ein Tippspiel. Also, mein Tipp: Drobny – Diekmeier, Djourou, Cléber, Westermann – Behrami, Kacar – Gouaida, Stieber, Jiracek – Olic. Mal sehen, vielleicht habe ich ja den einen oder anderen richtig…

In diesem Sinne, bis morgen. Da melden wir uns nach dem Spiel wie immer bei Auswärtsspielen aus dem Champs. Unsere Gäste sind der Ex-HSV-Profi Stefan Schnoor und Lotto King Karl. Bis dahin!

Scholle

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