Archiv für das Tag 'Rozehnal'

Dies und das an einem freien Tag

29. Juli 2013

Eigentlich ganz schön, dass es diese trainingsfreien Montage gibt – habe ich so bei mir gedacht. Und deswegen habe ich in meinem Postfach gekramt, um nach noch unbeantworteten Mails zu suchen. Und bin – natürlich – fündig geworden Bei der Gelegenheit, ich muss es jetzt noch ein, zwei Mal sagen, bitte ich um Verzeihung, wenn ich nicht alles beantworte oder aufnehme, denn es wird mir täglich einfach zu viel zugeschickt. Diesmal will ich aber, wie eine Art Sprechstunde (von früher) einige Mails aufgreifen, denn erstens gibt es beim HSV aktuell nichts zu berichten, und zweitens sind einige Fragen oder Anregungen gekommen, die wirklich erwähnenswert sind. Das soll nun und jetzt und heute geschehen. Allen, die mir geschrieben haben – und auch schreiben – sage ich auf diesem Wege aber noch einmal ein herzliches Dankeschön für das Mitmachen, für die Anregungen, für die Emotionen rund um „Matz ab“ – das ist einfach nur klasse.

Ganz am Anfang aber möchte ich noch zum Thema „Verkäufe“ kommen. Gojko Kacar steht ja bei Rubin Kazan auf der Einkaufsliste, wird deshalb sogar in Ochsenzoll beim Training mit der U 23 beobachtet, aber beim Testspiel der Zweiten in Magdeburg konnte sich Kacar nicht in den Vordergrund spielen. Eher war das Gegenteil der Fall. Rubin Kazans Deutschland-Scout Alexander Asimow: „Mit dieser Leistung wird es schwer für Gojko, er muss fit werden, muss sich neu beweisen.“ Am 10. August spielt HSV II gegen Hannover 96, dann soll Kacar noch einmal unter die Lupe genommen werden, dann dürfte sich wohl entscheiden, ob es für den 26-jährigen Serben Richtung Russland geht.

So, nun zur „Sprechstunde“. Wobei der erste „Fall“ ein Doppel-Interview ist, das mir in Auszügen von der Fußball-Illustrierten „11FREUNDE“ (Ausgabe 141) zur Verfügung gestellt worden ist. Diese Aussagen, die HSV-Sportchef Oliver Kreuzer und HSV-Trainer Thorsten Fink gaben, lasse ich einmal unkommentiert. Es sind nur, wie geschrieben, Auszüge des Interviews, aber ich finde, dass das schon einige bemerkenswerte Sätze sind, die da gesagt wurden:

Über die Aussage von Uli Hoeneß, dass der HSV der einzige Verein ist, der von den infrastrukturellen Voraussetzungen her dem FC Bayern das Wasser reichen könnte, sagte Thorsten Fink:
„Es äußern sich oft Leute zu unserem Verein, ohne Interna zu kennen. Bei allem Respekt für Uli Hoeneß wäre es manchmal auch angebracht, ruhig zu sein. […] Momentan liegen Welten zwischen uns und dem FC Bayern. Und es wird noch Jahre dauern, bis wir uns wieder annähern.“

Zur These, dass es dem Bundesliga-Urgestein mal gut tun würde, abzusteigen, um sich zu erneuern, sagte Oliver Kreuzer:

„Auf keinen Fall. Das darf und wird nicht passieren. Die Erwartungshaltung der Leute ist, dass der HSV wieder am Dienstag oder Mittwoch live im Fernsehen läuft. Und ich verstehe es als unsere Aufgabe, den Klub auch wieder dahin zu bringen. Aber es gibt gegenwärtig zehn Klubs, die diese Möglichkeiten haben, und Stand heute sind bei vielen die wirtschaftlichen Voraussetzungen deutlich besser als hier.“

Zur Aussage »Der HSV muss wieder in die Champions League« befand Kreuzer:

„Natürlich muss das unser Ziel sein. Aber wir können nun mal nicht sagen: Diese Saison schaffen wir Platz sechs, nächstes Jahr Platz drei und ab da nur noch Königsklasse. Erst mal müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, überhaupt wieder international anzugreifen. Und ob es dann klappt, kann bei der großen Konkurrenz auch von einer Schiedsrichterentscheidung oder einem verschossenen Elfmeter abhängen.

Über Mitglieder des Aufsichtsrats, die Interna an die Presse geben, sagte Kreuzer:

„Der HSV ist ein diffiziles Konstrukt auf Führungsebene. […] Aber die Problematik, dass in Medienstädten bestimmte Funktionsträger auch enge Beziehungen zu Journalisten unterhalten, gibt es in Köln und München genauso – vielleicht sogar noch extremer. Damit müssen wir in unserer Position umgehen können. Die Leute, die Interna bewusst öffentlich machen, sollten sich darüber Gedanken machen, dass sie dem Verein großen Schaden zufügen. Was sollen Spieler denken, wenn sie beispielsweise Details aus ihren Verträgen in den Zeitungen lesen?“

Zu vorzeitigen Wechseln bei laufenden Verträgen äußerte Fink:

„Was soll ich da sagen? Ich wollte vom FC Basel weg, als der HSV mir ein Angebot machte. Aber habe ich deswegen schlechte Arbeit abgeliefert? Ich glaube nicht. Deswegen kann ich Heung Min Son verstehen, wenn er aus dem Vertrag raus will. Jeder, der gehen will, soll gehen.“

Kreuzer dazu:

„Fußball ist nicht berechenbar. Glauben Sie, ich hätte vor zehn Wochen daran gedacht, dass ich heute in Hamburg sitze und ein Interview zum HSV gebe? Da habe ich noch überlegt, ob wir mit dem Karlsruher SC den Aufstieg in die zweite Liga schaffen. Keiner weiß, was morgen ist. Dafür werden hohe Entschädigungen bezahlt, so dass am Ende alle zufrieden sein können. Eine moralische Bewertung bringt da nichts. Der Fußball ist heute anders als zu unserer aktiven Zeit. Profis wechseln einfach viel öfter.“

Dann schrieb uns „Reinhard 1954“

„Ich habe im Blog vergeblich auf ein Statement von Herrn Matz und von „Scholle“ zum Interview von Herrn Kühne im Kicker vom 22. 07. 2013 und zum Artikel im Managermagazin 8/2013 gewartet.
Die nachstehenden Aussagen von Herrn Kühne im Kicker müssten die Verantwortlichen des HSV eigentlich nachdenklich stimmen. U. a.:

Der HSV hat wieder einmal finanzielle Probleme. Haben Sie nicht mal Lust mal wieder einzugreifen, Herr Kühne?- Nein, unter den jetzigen Umständen nicht. Zunächst müssen die Strukturen im Klub verändert werden – es muss professioneller werden. Der Aufsichtsrat ist zu groß, es gibt zu viele Streitereien. Bei Transfers hatte der HSV in jüngster Vergangenheit ein nicht so glückliches Händchen. Herrn Kreuzer kenne ich nicht. Ich hätte mir Felix Magath als einflussreichen Vorstand und Sportdirektor gewünscht. Ein Investor bin ich nicht, sondern ein Sympathisant als gebürtiger Hamburger. Einer, der helfen will, den Verein in Form zu bringen. Und ein Sponsor bin ich auch nicht, weil ich keine Gegenleistung verlange. Unter anderen stellen die Werksmannschaften von Leverkusen und Wolfsburg eine Wettbewerbsverzerrung dar.

Wir haben uns dazu nicht geäußert, das stimmt, aber damit wollten wir keineswegs kneifen. Erstens war es eine Geschichte des Kickers, und diese steht schon für sich, hat klare und eindeutige Aussagen. Zweitens weiß ich ja, was hinter den Kulissen läuft – in Sachen Strukturen im HSV. Wartet ab, es wird schon noch genügend passieren – und ich glaub auch, dass darin Herr Kühne keine so ganz kleine Rolle spielen wird. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass von einigen Männern viel und emsig und akribisch daran gearbeitet wird, dass der HSV professioneller auf die Beine gestellt wird. Letztlich aber sind dann doch die Mitglieder entscheidend, ob sie diesen Weg mitgehen möchten. Weiter wurschteln (bis zum Abstieg), oder neue und professionelle Strukturen, das ist dann die Frage.

Eines muss ich aber mal klar betonen, weil das aus dem HSV heraus gefragt und gesagt worden ist: Ich bin nicht derjenige, der die Struktur-Änderungen vorantreibt, bei mir laufen – auch nicht inoffiziell – keine Fäden zusammen, ich bin auch nicht der „heimliche Chef“ für den neuen HSV – aber: Ich werde das tun, was ich tun kann, damit der HSV professioneller auf die Beine gestellt wird, damit er endlich wieder einmal voll konkurrenzfähig in der Ersten Bundesliga wird. Jeder, der das auch will, wird meine Unterstützung erhalten. Wobei ich in einigen Tagen ja nur noch die Privatperson Dieter Matz bin, der auch nur das kann, was jedes HSV-Mitglied tun könnte und kann.

Dann gab es diese Mail, die uns der „Kollauer“ zukommen ließ:

Moin Dieter,

ganz gegen meine sonstige Gewohnheit ein paar Anmerkungen zu Deinem Blog und zwar hinsichtlich der Trainerausbildung. Während meiner Tätigkeit als Jugendtrainer habe ich die Lehrgänge nur als Fortbildung für die Fähigkeit zur Vermittlung des „Wie“ nie des „Was“ verstanden. Damit will ich sagen, dass von Uwe Jahn nie erwartet habe, dass er mir perfekte Trainingspläne für meine Jungs mitgibt. Welche Trainingsinhalte ich meinen Burschen vermitteln wollte, war doch sehr von dem individuellen Talent und Leistungsvermögen und –willen meiner eher breitensportorientierten Knäblein anhängig. Und damit war ich in der Pflicht.

Nun ist das mit Profis sicher eine ganz andere Geschichte, obwohl: so sehr unterscheidet sie sich vielleicht doch nicht. Es kann mir doch keiner erzählen, dass unter Berücksichtigung der „modernsten“ Trainingsmethoden und Taktiken der Kader vom FC Pep dasselbe Training machen würde wie Wolfsburg, Schalke, Braunschweig und last but not least der HSV. Auch hier muss der jeweilige Trainer die körperlichen wie mentalen Voraussetzungen seines Kaders berücksichtigen. Es wäre doch außerordentlich betrüblich, wenn den z. T. gestandenen Ex-Profis, die beim DFB ihren Fußballlehrerschein machen, noch der Aufbau eines
leistungsorientierten Trainings vermittelt werden müsste. Dass dabei Themen wie Athletik, Taktik, Regeneration, Ansprache usw. theoretisch unterfüttert wird, halte ich für selbstverständlich. Nur ist doch wohl jeder Profi-Trainer in der Verpflichtung sich ständig weiter zu entwickeln!

Ich gehe einmal davon aus, dass das bei Thorsten Fink genauso ist. Ich mag nicht glauben, dass es sich bei ihm verhalten soll, wie bei dem alten und nicht mehr aktuellen Bild von den Lehrern: nach dem Examen einen Lehrplan erstellt und diesen bis zur Pension durchgezogen. Ich fühle mich nicht in der Lage, das Training von Thorsten Fink und seines Trainerstabes zu beurteilen. Dafür fehlen mir ganz einfach die fachlichen Voraussetzungen. Was ich allerdings sehr wohl beurteilen kann, sind die Ergebnisse, die mir die Mannschaft vor die Füße wirft. Jeder kann verlieren – keine Frage -, aber dann will ich wenigstens Kampf und Einsatzbereitschaft sehen. Und eben dieser Eindruck ist mir überwiegend in den vergangenen Spielzeiten abhandengekommen. Für mich steht zunächst einmal jeder einzelne Spieler und dann die gesamte Mannschaft als TEAM in der Verantwortung. Da kann ich dann auch nichts mit dem Wehklagen über das Chaos in den Führungsetagen des Clubs anfangen. Bisher haben die Männer wohl noch immer pünktlich ihr Geld bekommen, dann sollen sie gefälligst auch Leistung liefern.

Lieber „Kollauer“, vielen Dank für diesen Beitrag – sehr schön. Eines möchte ich aber dazu sagen: Ich habe nie unterstellen wollen, dass die Trainer-Ausbildung im Hamburger Fußball-Verband und unter Verbandssportlehrer Uwe Jahn schlecht sei. Ich meinte die Fußball-Lehrer-Ausbildung (in Köln). Weil mir in den letzten Jahrzehnten (!) aufgefallen ist, dass kaum einmal individuell trainiert wird. Das war einmal eine Ausnahme unter Martin Jol, als Ricardo Moniz mit vornehmlichen jungen Leuten am Rande übte, und auch Thorsten Fink ist eine Ausnahme (eine kleine), weil er „befahl“, dass seine Assis mit Artjoms Rudnevs allein übten.

Grundsätzlich aber fordere ich (ich kann ja fordern was ich will, es muss ja keiner auf mich hören – das ist schon klar), dass viel mehr individuell trainiert wird. Jeder Bundesliga-Club hat heute bis zu zehn Trainer unter Vertrag, die sollen sich gefälligst damit beschäftigen, die Spieler besser zu machen. Im Einzeltraining, in Sonderschichten. Bei manchem Amateurverein geht es auch, deshalb muss es erst recht in Profi-Clubs möglich sein. Alles andere ist (schon seit Jahrzehnten) ein Armutszeugnis, denn für diese Trainer wird ja viele, viel Geld gezahlt – oder aus dem Fenster hinausgeschmissen.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch auf eine Mail der „Ruhrpottraute“ eingehen:

Danke für den Beitrag, Dieter, aber ich würde mir so gerne mal wünschen, dass ein wenig mehr auf die Probleme der Mannschaft eingegangen wird und nicht so viel über das Umfeld, Finanzen und Zuschauer.
Woran liegt es zum Beispiel, dass bei uns kein Spieler mal BESSER wird als er vorher war. Im Gegenteil bei uns spielen die meisten schwächer als man sie schon gesehen hat und das hat bei keinem mit dem Alter zu tun. WARUM also???? Am Trainer kann es ja nicht immer wieder liegen oder?

Beispiele:
Westermann war auf Schalke sogar mal auf der 6 gut (keine Ahnung wie er das gemacht hat), Rincon (Spieler der COPA und hier auf der Bank), Beister (der Spieler bei Fortuna), Ilicevic ( bei Lautern überragend) , Jiracek (EM), Kacar (war doch mal ein herausragender Spieler bei Hertha). Von der Vergangenheit will ich gar nicht erst anfangen. Kompany etc… Gegenbeispiele fallen mir kaum ein. Vielleicht Son. Ansonsten Diekmeier, Jansen oder Aogo die solide bis gut spielen bei uns.

Hier wird doch immer wieder betont, dass das kein Fan-Blog ist, sondern journalistisch über den HSV berichtet wird. Dann hätte ich doch wirklich gerne mal Antworten auf die Frage, warum die Spieler beim HSV so selten ihr Potenzial ausschöpfen?

Ich sehe es nicht so, dass beim HSV keine Spieler besser werden, besser geworden sind. Heung Min Son wurde deutlich besser (auch weil er viel – gemeinsam mit Papa – nebenbei gearbeitet hat), Tolgay Arslan ebenfalls, Dennis Diekmeier hat einen Sprung gemacht, sogar Michael Mancienne war in der vergangenen Hinrunde sehr gut – bis er verletzt wurde, ausfiel und nie wieder seine Form fand. Artjoms Rudnevs ist unter Thorsten Fink deutlich verbessert worden, Marcell Jansen fand fast zu 100 Prozent zu seiner alten Stärke zurück, Per Ciljan Skjelbred wurde im Lauf der vergangenen Spielzeit besser und besser, sodass ich sagen kann, dass Thorsten Fink es in diesem Punkt schon auf eine recht gute oder beachtliche Quote bringt.

Generell aber gilt, dass erstens mehr – viel, viel mehr – individuell und in Sonderschichten trainiert werden sollte, und zweitens müssen auch die Spieler bereit sein, außer der Reihe etwas zu tun. Und daran scheitert es auch oft. Die Herren nehmen immer, aber es hapert doch gelegentlich daran, dass sie etwas geben müssten. Und auch in diesem Punkt verlange ich von den Vereinen, dass sie entschiedener fordern und dafür eintreten, dass da mehr und professioneller gearbeitet wird. Es gab mal einen HSV-Profi, der wurde trotz etlicher Defizite Nationalspieler. Weil beim HSV zwar über diese Defizite gesprochen (und geklagt) wurde, aber nichts dafür getan wurde, damit sich das ändert, empfahl ich dem guten Mann, einen Privattrainer zu nehmen. Leider passierte das nie: zu bequem! Heute spielt er in der Vierte Liga . . .

Das muss schon ein Geben und ein Nehmen sein, aber leider gibt es das zu selten. Und leider sind auch einige Trainer viel zu bequem, denn ansonsten würden sie auch dann noch auf dem Acker stehen, wenn es an einem Nachmittag mal kein Mannschaftstraining gibt. Und dabei geht es ja nicht nur um die Defizite eines Spielers, sondern zum Beispiel auch um Standardsituationen. Die ja oft (beim HSV) auch recht kümmerlich ausfallen. Weil zu wenig, viel zu wenig geübt.

Dann gab es noch diesen Beitrag:

Liebes Matz-ab Team,
vorab ein großes Lob für eure großartige Arbeit, und die tägliche HSV Dosis.
Mich würde im Zuge der Strukturdebatte mal interessieren, wie denn die äußerst erfolgreiche Handball Schwesterabteilung aufgestellt ist/ funktioniert.

Ferner würde mich interessieren, wie der Status der HSV-Fußball-Frauen ist. Nach den horrenden Summen, die in den vergangenen Jahren versenkt wurden, erscheint die letztjährige Abmeldung der Damen aus Liga eins wegen einer 100 000 € Finanzierungslücke grotesk.
Wäre schön, wenn ihr das beizeiten mal aufgreifen könntet.

Schöne Grüße, Björn D.

Dazu möchte sagen, dass ich mit dem Vorstandsmitglied Oliver Scheel über diese Punkte gesprochen habe. Zu den Handballern sagte mir Herr Scheel: „Das ist keine Schwester-Abteilung von uns, denn es gibt nur eine Lizenz-Vereinbarung zwischen dem HSV und dem HSV Hamburg Handball. Diese Bundesliga-Handballer sind völlig autark.“ Frank Rost und Co machen also ihr eigenes Ding, da wird kein HSVer mit- und reinreden wollen.

Zum Frauen-Fußball sei gesagt, dass eigentlich schon lange alles gesagt und geschrieben wurde. Oliver Scheel: „Da ist alles längst ganz ausführlich durchgekaut worden, irgendwann muss mal Ende sein.“ Denke ich auch. Nur so viel: Es ging da nicht um 100 000 Euro, sondern um Millionen, die innerhalb von einigen Jahren verpulvert wurden. Jedes Jahr wollte sich die Frauen-Bundesliga selbst tragen, für Sponsoren und Zuschauer sorgen, und, und, und – aber jedes Jahr ging es in die Hose. Und damit war der HSV absolut kein Einzelfall, viele Frauen-Vereine in der Fußball-Bundesliga klagten oder gingen baden. Selbstverständlich wurden in der Fußball-Bundesliga der Männer viele, viele Millionen versenkt (David Rozehnal und Marcus Berg sind die Top-Beispiele), aber das ist das Risiko, das jeder Club hat – selbst bei Bayern und Dortmund gibt (oder gab) es so etwas.

Dann möchte ich auf den Mittwoch hinweisen. Da pflegt der HSV die Städte-Partnerschaft zwischen Dresden und Hamburg, denn der HSV spielet bei Dynamo Dresden, um den Opfern der Hochwasser-Katastrophe zu helfen:

„Ich bin sehr stolz auf diese enge Freundschaft unserer Städte. Umso mehr freut es mich, dass nun ein Benefizspiel zwischen dem Bundesliga-Dino HSV und Dynamo diese enge Verbindung weiter untermauert”, sagt Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller erklärte: „Wir freuen uns außerordentlich, dass der HSV als Spitzenteam der Bundesliga, gespickt mit vielen Stars, seinen Saisonauftakt mit einer Generalprobe in unserem Stadion vorbereitet. Ich erkenne über die Städtepartnerschaft hinaus auch viele Gemeinsamkeiten in der Vereinsstruktur und -philosophie. Sportlich müssen wir uns noch ein wenig strecken, um auf Augenhöhe zu kommen. Am 31. Juli wollen wir durch günstige Eintrittspreise ein möglichst ausverkauftes Stadion bieten, um mit den Betroffenen der Flut und den unzähligen aufopferungsvollen Helfern einen unvergesslichen Abend zu erleben.“

Carl-Edgar Jarchow, Vorstandsvorsitzender des HSV: „Für uns als Hamburger Sport-Verein ist es eine Selbstverständlichkeit, den Opfern der Flutkatastrophe zu helfen. So können wir einen kleinen Teil zum Wiederaufbau der Heimat der Betroffenen beitragen und hoffentlich viele andere Menschen motivieren, dies ebenfalls zu tun.“

Das Benefizspiel beginnt am Mittwoch um 18:30 Uhr. Die Tickets im Stehplatzbereich kosten sechs Euro. Außerdem werden zwei Kategorien im Sitzplatzbereich zum Preis von zwölf und 18 Euro angeboten. Kinder bis 15 Jahre zahlen jeweils die Hälfte des Eintrittspreise (VIP-Tickets sind davon ausgeschlossen).

PS: Morgen, am Dienstag, wird zweimal im Volkspark trainiert. Um 10 Uhr und um 16 Uhr.

18.39 Uhr

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