Archiv für das Tag 'Rost'

Rost über die deutsche Torwart-Szenerie

25. März 2013

Liebe „Matz-abber“,

sorry für die Verspätung, aber es gab hier heute wichtige Gespräche mit der Chefredaktion über und mit „Matz ab“, und diese Gespräche haben doch länger gedauert, als ich es dachte.
Deswegen heute auch mal eine etwas verkürzte Ausgabe, ich hoffe, dass ihr einmal damit leben könnt.

Es hat an diesem Montag ein starkes Interview mit Frank Rost gegeben, der ehemalige HSV-Keeper stand bei „Sport 1“ vor Kamera und Mikrofon und hat dabei, wen wird es überraschen (?), einige bemerkenswerte Dinge gesagt.

Hier einmal die wichtigsten Sachen aus diesem Interview, dass uns „Sport 1“ zur Verfügung gestellt hat.

Frank Rost über …

… das Torhüter-Ranking in der Nationalmannschaft: „Ich bin zwar kein Bundestrainer, aber für mich wäre ter Stegen ganz klar die Nummer 1 in Deutschland! Er hat eine super Ausstrahlung – ich hoffe, dass er so bleibt, wie er ist. Er ist ein super Fußballer, macht kaum einen Fehler, ist immer anspielbar, auch unter Druck, er verliert nie die Nerven. Darüber hinaus ist er ein guter Torhüter: Er bringt alles mit, kommt auch bei Ecken raus. Für mich ist er einer der komplettesten Torhüter, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.“

… den HSV: „Realistisch eingeschätzt muss die Mannschaft eigentlich – wenn man das am Etat messen würde – im internationalen Geschäft tätig sein, um diesen monetären Aufwand zu rechtfertigen.“

… den Kampf des HSV um einen Platz im internationalen Geschäft und das anstehende Spiel bei den Bayern: „Es ist ein Schneckenrennen, keiner will die Schwächen des anderen wirklich ausnutzen. […] Am Wochenende in München hat der HSV nichts zu verlieren, jeder erwartet einen Sieg der Bayern – eine optimale Ausgangsposition!“

… HSV-Sportdirektor Frank Arnesen: „Ich weiß nicht, was er vorhat. Ich hatte mal einen Gesprächstermin – den hat er abgesagt. Ich habe dann nie mehr einen neuen bekommen. Das ist aber typisch für den HSV, liegt nicht nur an Arnesen: Spieler, die Verdienste haben, will man gar nicht haben. Aber das sehe ich ganz entspannt. Im Fußball kommen immer mehr Leute aus dem Marketing, aus der Wirtschaft und aus der Politik. Und Leute, die den Sport gelebt haben, werden immer weniger. Bayern ist da eine Ausnahme, auch Dortmund.“

… Hoffenheims Torhüter Tim Wiese: „Er hat nicht gut gehalten und muss akzeptieren, dass er mal auf der Bank sitzt. Mich irritiert nur, dass alles in den Medien ausdiskutiert wird, dass nachgetreten wird. Das Sportliche wird mit dem Privaten vermischt. Ich kenne ihn nicht persönlich. Das wünscht man keinem, dass es so abläuft. Er hat sicher keine goldenen Löffel geklaut. Jeder, der Fußballinsider ist, weiß, wie die Verhältnisse in Hoffenheim sind – deswegen wundert mich gar nichts mehr!“

… seine weitere Lebensplanung: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich irgendwann mal für einen Fußballklub arbeiten möchte. Nur nicht um jeden Preis. Ich muss nicht alles gutheißen, was der Mainstream denkt. Das gehört auch dazu und heißt ja nicht, dass ich kein Teamplayer bin – das habe ich schließlich jahrelang gemacht.“

… die gestiegen Personalkosten in der Bundesliga: „Alle in der Bundesliga sind am rödeln, dass sie ihre Kosten runter kriegen. Es wird immer schwerer, Sponsoren zu finden, die den Sport unterstützen. Die Bundesliga hat in den letzten Jahren ein Raubrittertum an den Tag gelegt. Es wurde immer mehr Geld ausgegeben für Spieler, die von der Qualität nicht unbedingt besser waren – das rächt sich jetzt. Viele Vereine müssen einfach reduzieren. Das ist aber auch eine Chancen für die Spieler, die hungrig sind.“

So, das war Frank Rost. Ein Mann der klaren Worte. So ist er, so wird er auch wohl immer sein. Ich wünsche ihm (recht bald) einen Posten in der Bundesliga, es wird sicherlich den einen oder anderen Verein geben, der sich beizeiten beim ehemaligen Nationalkeeper melden werden. Obwohl mir da in diesem Moment auch der Name Uli Stein in den Kopf kommt. Der Uli, ein Weltklasse-Torwart und auch einer, der immer die (gelegentlich unbequeme) Wahrheit auf den Lippen trug, wäre auch so gerne mal Manager oder Sportdirektor in der Bundesliga geworden, aber es gab keine entsprechenden Angebote. Deshalb bin ich mal gespannt, wie der Weg von Frank Rost verlaufen wird . . .

Leicht enttäuscht war und bin ich, das muss ich gestehen, über die Einschätzung von Marc-Andre ter Stegen (als Nummer eins Deutschlands). Da muss der gute Frank Rost wohl einige Fehler des Mönchengladbachers nicht gesehen haben. Für mich wären die die drei Keeper, die jetzt bei der Nationalmannschaft und vor ter Stegen sind, auf jeden Fall besser, dazukämen noch Leute wie Bernd Leno (Leverkusen) und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), der sic ja leider die hand gebrochen hat. Und dann auch noch der Düsseldorfer Fabian Giefer. Alle in meinen Augen besser als ter Stegen, obwohl ich auch eingestehen muss, dass ich natürlich viel, viel weniger Ahnung vom Torwartspiel habe, als Frank Rost. Deswegen ist es wohl auch eine kleine Anmaßung, dass ich mir dieses Urteil erlaube, aber das ist nun mal so. Es musste raus.

Themenwechsel. Gespannt bin ich nicht nur, wie sich das mit Frank Rost entwickelt (Bezüglich der Bundesliga), sondern auch in einem anderen Fall: Maximilian Beister. Eigentlich wollte ich über den nun gesperrten HSV-Profi nicht mehr so viel schreiben, weil doch schon (fast) alles geschrieben wurde, aber nach dem U-21-Länderspiel in Israel hat sich die Lage ein wenig geändert, denn: Beister wurde, obwohl fast der ganze Kader zum Einsatz gekommen ist, nicht mal eingewechselt. Tolgay Arslan spielte die ersten 45 Minuten, aber „Maxi“ Beister fand keine Berücksichtigung. DFB-Trainer Rainer Adrion ließ den Hamburger auf der Bank, und nun darf gerätselt werden: War das ein Denkzettel, geschah das aus Form-Gründen, oder passte Beister ganz einfach nicht zu diesem Spiel?

Die Frage ist aber auch, wie Maximilian Beister das einordnen wird? Er konnte ja schon beim HSV zuletzt mit einer Roll als Ersatzspieler nicht so recht etwas anfangen, und nun auch noch beim DFB. Und wer weiß, wie es mit der U 21 noch weitergehen wird. Im Sommer findet die EM in Israel statt, und „Maxi“ Beister gehört zur deutschen Mannschaft. Was aber ist dann, wenn der Hamburger seine Fünf-Spiele-Sperre in der Bundesliga abgebrummt hat? Er hat dann erstens keine Spielpraxis, und zweitens müsste ihn Thorsten Fink in den restlichen Spielen wohl och kräftig einsetzen, damit er diese Spielpraxis noch bekommt. Was aber ist dann, wenn Fink Beister nicht mehr so recht auf dem Zettel hat? EM dann ohne den HSV-Angreifer? Das wäre in der Tat ein ganz schwerer Schlag – für einen unbedachten Tritt aus dem Frust heraus.

Das wird noch eine spannende Geschichte, die sich da bis zum Ende der Saison abspielen wird.

Ansonsten war heute im Volkspark erneut herzlich wenig los. Erst liefen die wenigen HSV-Profis durch den Wald, anschließend ging es auf den Platz, dort gab es ein Kreisspiel und dann ein kleines Match auf noch kleiner Tore. Dabei waren Per Ciljan Skjelbred, Michael Mancienne, Dennis Aogo, Dennis Diekmeier, Christian Norgaard, Gojko Kacar, Sven Neuhaus und Jaroslav Drobny. Nur gelaufen ist (auf dem Platz) heute Ivo Ilicevic, nicht dabei war Artjoms Rudnevs, der leicht erkrankt ist (wie seine gesamte Familie).

Morgen, am Dienstag, wird im Volkspark um 10 Uhr trainiert.

Dann war ich heute noch wegen eines Matz-ab-Treffens unterwegs, doch das gestaltete sich doch ein wenig schwieriger, als ich gedacht hatte. Auf der Suche nach einer Lokalität bin ich noch nicht so recht fündig geworden – weil so etwas nun schriftlich laufen muss. Fest steht (für mich), dass wir das versprochene Matz-ab-Treffen am 19. April durchführen wollen – am Freitag vor dem Sonnabend-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Den Termin könnt ihr euch schon einmal vormerken, ich denke, dass ich noch zeitig einen Raum finden werde – sollte es in der Raute, die meine Nummer eins ist, nicht klappen (können).

So, und nun raus damit – und euch und euren Lieben noch einen schönen Feierabend.

19.29 Uhr

Castelen wird in Salzburg getestet

18. Juni 2012

Der von uns angemietete Satellit stand uns kurzfristig doch nicht zur Verfügung. Immer dann, wenn unsere Techniker dachten, sie seinen „drin“ im Internet, schmiss man uns wieder raus. Ein Dilemma. Und wohl auch Sabotage. Entweder hat dann noch ein anderer Bieter mehr Geld auf den Tisch gelegt, sodass wir außen vor bleiben mussten, oder der Satellit war vergiftet worden. Ähnlich wie die Spieler der Ukraine, die kürzlich bei einem Deutschland-Aufenthalt, so ihr Trainer Oleg Blochin, mit Lebensmitteln vergiftet worden sind. Aber wir arbeiten dran, bis zum Viertelfinale am Freitag sollen und sollten alle Schwierigkeiten beseitigt sein. Auf jeden Fall war tatsächlich der Wurm bei uns drin – ich hätte es vorher wohl nicht beschreien dürfen. Wer die Sendung dann zeitverzögert trotz allem sah, der wird sich sein Bild davon gemacht haben. Ich war und bin von unseren Gästen noch immer schwer begeistert, denn wohl Carl-Edgar Jarchow als auch Oliver Wurm waren einfach nur klasse. Danke dafür. Jarchow ist in jeder Lage souverän, ist die Ruhe selbst und eine starke Nummer eins des HSV; Wurm ist ein großartiger, enorm kreativer und überragender Kollege, von dem ich denke, dass er eines Tages zum Beispiel auch Nachfolger von Doppelpass-Boss Jörg Wontorra werden könnte. Mir hat diese Sendung und haben diese Gäste trotz aller technischer Probleme auf alle Fälle viel Spaß gemacht.

Zum HSV. Es gibt sie ja doch noch, die (Agentur-)Meldung vom und über den HSV:

„Österreichs Fußball-Meister RB Salzburg testet den früheren HSV-Profi Romeo Castelen. Zum Ende der abgelaufenen Saison hatte der langzeitverletzte Mittelfeldspieler den HSV nach fünfjähriger Zugehörigkeit verlassen. „Romeo Castelen ist ein schneller, quirliger und sehr spielstarker Außenspieler. Wir werden ihn in den nächsten Tagen genau ansehen“, sagte Salzburgs Sportkoordinator Oliver Glasner.

Castelen musste viermal am Knie operiert werden. Für den HSV bestritt der 29-Jährige seit seiner Verpflichtung im Juli 2007 lediglich 28 Pflichtspiele. Einen weiteren Hamburger haben die Salzburger verloren. Der frühere HSV-Co-Trainer Ricardo Moniz trat vor einer Woche aus ‚professionellen Gründen’, wie er mitteilte, zurück.“

Ich würde es dem liebenswerten Romeo ja gönnen, wenn er es sich und allen anderen noch einmal beweisen könnte. Allein mir fehlt der Glaube.

Dann zur EM – und halb zum HSV:

Kroatiens Fußball-Nationaltrainer Slaven Bilic verfolgt den Hype um Trainer Jürgen Klopp vom deutschen Meister Borussia Dortmund amüsiert und mit Ironie. So hieß es heute in der Agentur. Und, nun der wichtigere Teil: Bilic, der nach der EM zu Lokomotive Moskau gehen wird, bestätigte, dass er sich schon lange mit dem Gedanken trug, den Posten als Nationaltrainer abzugeben. „2008 wäre es leicht für mich gewesen, zu gehen. Ein großer Verein wollte mich (der HSV, d. Red.), aber mein Weg war noch nicht zu Ende“, erklärte der 43-Jährige: „Und 2010, nachdem wir die WM-Qualifikation verpasst hatten, konnte ich einfach nicht gehen. Der Verband ist 2006 ein großes Risiko eingegangen, als er mich zum Nationaltrainer gemacht hat. Das habe ich nie vergessen, da hatte ich etwas zurückzuzahlen.“

Noch heute bekomme ich ja Kritik dafür, dass ich seinerzeit im Sport 1-Doppelpass gesagt habe, dass ich glaube (und sicher sei), dass Bilic der neue HSV-Trainer wird. Weil ich es aus „seiner Ecke“ als ziemlich sicher vernommen hatte. Bilic sah sich damals ja auch ein Heimspiel des HSV an, ich sprach ganz kurz mit ihm – und ich war mir schon sicher, dass er kommen würde. Als er dann doch nicht kam, hörte ich später (auch aus seiner Ecke), dass er sich daran gestört hätte, dass sich der HSV-Aufsichtsrat (einige Herren jedenfalls) daran gestört hätte, dass Bilic einen Brillanten im Ohr trug. Ob das tatsächlich der Grund gewesen ist, vermag ich nicht zu sagen, ich habe es mehrfach und tagelang versucht, mit ihm zu telefonieren, aber er ging nicht mehr an sein Handy – selbst dann nicht, als ihm ein Verwandter meine Bitte ausgerichtet hatte. Schicksal.

Zur Gruppe B dieser EM. Ich gebe zu, ich war vorher der größte EM-Pessimist, „uns Scholle“ hat mich mehrfach „zusammenpfeifen“ und zur Ordnung rufen müssen, denn ich sah Deutschland in dieser „Hammer-Gruppe“ nach der Vorrunde nach Hause fliegen. Weil die Vorbereitung ja nun wirklich nicht darauf schließen ließ, dass alle drei Gruppenspiele mit einem deutschen Sieg enden könnten. Und nun fahren die so hoch eingeschätzten Niederländer mit ihrer super Offensive heim – sieg- und punktlos, nur zwei Tore geschossen. Und das ist irgendwie eine kleine Genugtuung, denn wenn ich so an 2000, die EM in Belgien und in Holland, denke, wie früh ich damals meine Koffer packen musste . . . Das war schon deprimierend. Erst sah ich den großen Horst Hrubesch nach der 0:3-Klatsche in Rotterdam gegen Portugal weinen wie einen Schlosshund, dann kam ich hier mit hängenden Ohren in Hamburg an. So, als hätte ich selbst mitgespielt und versagt wie Matthäus, Kahn und Co . . . Zum Glück hat Fußball-Deutschland ja solche Szenarien nicht zu oft erlebt. Und auch jetzt, mit dem Erreichen des Viertelfinals, ist ja wieder ein guter Schritt gemacht worden, ist die Position in der Weltspitze doch schon wieder ein wenig untermauert worden. Gratulation.

Und es geht ja noch weiter. Gegen die Griechen. Ein „Freilos“? Otto Rehhagel warnt ja, und auch wenn ich es nicht glauben will – als Griechenland 2004 Europameister geworden ist, müssen wohl alle Gegner von damals gedacht haben, sie hätten ein „Freilos“ gezogen. Genau deshalb macht es dieses Spiel am Freitag so gefährlich.

Dennoch, das muss ich gestehen, glaube ich nicht daran, dass die Griechen diese gute deutsche Mannschaft stolpern lassen können. Es sei denn, die Löw-Bubis unterschätzen den Gegner – was ja im Fußball auch immer wieder passieren soll.

Und will man dem früheren HSV-Torwart Frank Rost Glauben schenken, so hat Deutschland ja auch noch gar nicht überzeugend gespielt. Sagt eine NDR-Meldung aus:

Der ehemalige Nationaltorhüter Frank Rost ist hart mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins Gericht gegangen. Dem Radiosender NJoy, bei dem Rost derzeit als EM-Experte gefragt ist, sagte er nach dem 2:1 gegen Dänemark: „ Fußballerisch hat’s mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Es hat kein Kombinationsspiel stattgefunden, so wie wir es sonst von der deutschen Mannschaft gewohnt sind.“ Und Rost setzte trotz des dritten Sieges im dritten Spiel noch einen drauf: „ Du musst halt irgendwas machen und nicht nur hoffen, dass dein Nachbar was macht. Sondern Dich selbst auch mal anbieten. Das hat mir gefehlt.“ Laut Rost muss eine Leistungssteigerung her für die K.O.-Runde: „Überzeugt hat mich bis jetzt noch kein Spiel.“
Nachhören kann man das ganze Interview unter www.ndr.de/sport

Immerhin, und ich finde diese Zahlen erstaunlich, hat das Spiel gegen Dänemark für eine tolle TV-Quote gesorgt:

Das letzte Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Dänemark hat die bisher höchste Zuschauerquote der Fußball-EM gebracht. 27,65 Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntagabend im Ersten den Einzug der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ins Viertelfinale, das entspricht einem Marktanteil von 74,2 Prozent, wie die ARD mitteilte. Das zweite Gruppenspiel der Deutschen gegen die Niederlande hatten 27,22 Millionen gesehen.

Muss wohl doch etwas dran sein, an diesem DFB-Team.

Auf dem nächtlichen Rückflug aus Lwiw nach Danzig hat DFB-Präsident Wolfgang Niersbach eine Lobeshymne auf die deutschen Fußball-Nationalspieler und Bundestrainer Joachim Löw angestimmt. „Euer Zusammenhalt ist phänomenal. Ich kann euch nur aufrufen, in diesem Geist weiterzumachen. Ihr seid ein fantastisches Team, und ihr sollt wissen, dass ganz Deutschland hinter euch steht. Was ihr geleistet habt, ist außergewöhnlich und alles andere als selbstverständlich“, sagte Niersbach nach DFB-Angaben in seiner von Applaus begleiteten Ansprache über das Bord-Mikrofon.

Niersbach würdigte auch die Verdienste der Sportlichen Leitung um Bundestrainer Löw nach dem 2:1-Sieg gegen Dänemark und Platz eins in der schweren Gruppe B. „Jogi, du hast dich nicht beklagt über manche Schwierigkeiten bei der EM-Vorbereitung. Du hast es mit deiner Art, mit deinem Trainerteam, mit Oliver Bierhoff im Management, durchgezogen. Das ist allererste Klasse“, sagte der DFB-Chef, der anschließend Siegtorschütze Lars Bender („In der entscheidenden Sekunde warst du da“) und Jubilar Lukas Podolski persönlich ansprach. „In deinem Alter 100 Länderspiele erreicht zu haben und dabei 44 Tore erzielt zu haben, da sage ich nur: Das ist klasse. Wir alle sind froh, dass wir einen wie dich in unserer Mannschaft haben.“

Mit lautstarken „Rede, Rede“-Rufen wurde dann Podolski ans Mikrofon gerufen. „Ja, so ist es richtig, zückt alle die Handys und Kameras“, scherzte der Kölner, der seine 100 Spiele als „Wahnsinn“ bezeichnete und schloss: „Danke an alle – und ab ins Finale!“

Podolski rangiert nach seinem 44. Länderspieltor in der ewigen Torjägerliste des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nun nur noch einen Treffer hinter Ex-Kapitän Karl-Heinz Rummenigge (45 Erfolge). Und, was uns Hamburger ja ein wenig trifft: Der 27-Jährige hat nun auch HSV-Legende und Ehrenspielführer Uwe Seeler (43) hinter sich gelassen, „uns Uwe“ bringt es (und brachte es) auf 43 Tore.

Unangefochten in Führung liegt weiterhin Gerd Müller mit 68 Toren in 62 Länderspielen. – Die ewige Torjägerliste des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Überblick:

1. Gerd Müller 68 Tore/62 Länderspiele
2. Miroslav Klose 63/119
3. Joachim Streich 55/102 (DFV)
4. Jürgen Klinsmann 47/108
4. Rudi Völler 47/ 90
6. Karl-Heinz Rummenigge 45/ 95
7. Lukas Podolski 44/100
8. Uwe Seeler 43/ 72
9. Michael Ballack 42/ 98
10. Oliver Bierhoff 37/ 70
11. Ulf Kirsten 34/100 (14/49 DFV, 20/51 DFB)
12. Fritz Walter 33/ 61
13. Klaus Fischer 32/ 45
14. Ernst Lehner 31/ 65
15. Andreas Möller 29/ 85
16. Edmund Conen 27/ 28
17. Mario Gomez 25/ 55
18. Eberhard Vogel 25/ 74
19. Richard Hofmann 24/ 25
20. Lothar Matthäus 23/150
20. Bastian Schweinsteiger 23/ 93

PS: Am 2. Juli trainiert der HSV (schon) wieder. Es sind nur noch 14 Tage – Land in Sicht.

18.01 Uhr

Tschechien: kein Super-Team, aber weiter

17. Juni 2012

Es ging doch nur um die Höhe der Siege. Mit welchen Experten ich auch sprach, mit welchen Fans ich auch immer über die Gruppe A diskutierte, eines war allen klar: Polen kommt weiter, weil Tschechien klar besiegt wird, und Russland kommt sowieso weiter, weil die in etwa 4:0, 5:0 gegen Griechenland gewinnen. Ja, und dann das! Wer kann das schon ahnen? Die Griechen gewinnen, die Tschechen gewinnen. Und beide Sieger kommen weiter. Trotz allem, egal wie groß diese Überraschungen waren – jetzt muss doch im Viertelfinale das Ende für diese beiden krassen Außenseiter kommen, oder? Aber man hat ja schon Pferde vor der Apotheke . . . Wenn ich dann aber an die deutsche Mannschaft denke, dann ist es doch irgendwie ein Freilos für Jogis Löwen – Griechenland oder Tschechien. Allerdings muss es heute ja auch erst einmal perfekt gemacht werden, und da habe ich dann doch noch einige kleine Zweifel, denn immerhin hat Dänemark ja die Niederländer besiegt. Und auch da sage ich: egal wie. Sie haben sie geschlagen, und warum sollte den Dänen ein ähnliches Husarenstück nicht noch einmal gelingen? Im Fußball ist alles möglich. Eine Phrase, aber sie stimmt immer wieder.

Über das Erfolgsgeheimnis der Tschechen befand übrigens (der zurzeit verletzte) Tomas Rosicky: „Wir wissen, dass wir nicht das Superteam sind. Aber wir haben einen großen Teamgeist, damit kann man weit kommen.“ Einen Seitenhieb auf die Niederlande konnte sich der Mittelfeldspieler vom FC Arsenal nicht verkneifen: „Sehen Sie sich Holland an. Großartige Fußballer, aber zu viel Egoismus.“

In der Tat hatten sich die Tschechen gegen Co-Gastgeber Polen und gegen knapp 30 000 fanatische polnische Fans als Mannschaft präsentiert. Da wurden bei Rosicky Erinnerungen an eigentlich längst vergessene Zeiten wach. „Der Teamgeist ist ähnlich wie 2004, auch wenn in dem Team damals die besseren Einzelspieler waren“, sagt der Dribbler (nicht zu verwechseln mit dem „kleinen Dribbelkünstler“). Die EM vor acht Jahren gilt als letztes Aufbäumen der einstmals goldenen Generation, als Rosicky und Co. erst im Halbfinale am späteren Europameister Griechenland scheiterten.

„Wir wissen, dass wir nicht das Super-Team sind.“ Passt irgendwie auch auf den HSV. Dem HSV vergangener Jahre. Und auch dem HSV der Zukunft? Dennis Aogo hat ja bei „Matz ab live“ gesagt, dass er die HSV-Mannschaft der vergangenen Saison schon auf einem guten Weg sah, eine echte Einheit zu werden. Das habe ich, ehrlich gesagt, nicht ganz so gesehen, aber vielleicht war da ja doch ein kleiner Fortschritt, weil doch einige Stars (u. a. Rost, van Nistelrooy, Ze Roberto, Mathijsen) gegangen waren, die ganz sicher nicht ganz so pflegeleicht waren. Aber als Einheit aufzutreten, dass ist ganz sicher auch eine Chance für den dann hoffentlich „runderneuerten“ HSV, um wieder mal bessere Tage erleben zu können. Und dabei hilft eventuell ja auch das Überlebens-Camp in Schweden. Ein bisschen. In erster Linie aber muss es auch jeder einzelne Spieler wollen – und sich dementsprechend ein- und unterordnen. Und wenn es dafür künftig einige Spieler mehr von der „Sorte Aogo“ geben würde, so würde ich auch denken, dass es in der kommenden Saison durchaus gelingen könnte.

Aber erst einmal ist ja EM. Und da ist Polen meine erste riesige Enttäuschung. Draußen, Ende. Aus. Hätte ich nie gedacht. Mit „halb Dortmund“, so meine Gedanken, kommen die mindestens ins Halbfinale. Denkste. Wobei die Polen ja immer super begannen, aber nach 30 Minuten war die Luft stets schon raus . . . Und die Dortmunder Größen Lewandowski und Blaszczykowski waren in Halbzeit zwei gar nicht mehr zu sehen. Wobei: total hinter meinen Erwatungen blieb ja der Lukasz Piszczek. Von dem kam nichts. Dabei war der für mich in der abgelaufenen Saison der beste Verteidiger in der Bundesliga. Aber „halb Dortmund“ reicht dann wohl doch nicht ganz aus.

Apropos aus. Ich werde mich nun vom Acker machen, um in Ruhe „Matz ab live“ vorzubereiten. Das findet heute ja wieder nach dem Schlusspfiff des Deutschland-Spiels gegen Dänemark (im „Champs“ in Schnelsen) statt. Hoffentlich wird das kein dänischer Käse. Sowohl die Sendung als auch das Spiel.

Zuvor möchte ich noch einmal kurz – und ohne zu jammern – auf die heutige Nacht im Blog eingehen. Es nützt ja nichts, wenn man immer die anderen User anprangert, dass die den größten Mist schreiben (abgesehen von mir und meinem beknackten Opa), sondern man sollte schon mal auf sich selbst schauen. Und anfangen, sich zu ändern. Denn es nützt ja auch nichts, wenn man die Bibel „verfasst“, sie hier reinstellt – und dann vor allen Dingen auch dadurch auffällt, dass man andere (HSV-)Personen beleidigt. Egal, ob man sich hinterher entschuldigt oder nicht. Das alles muss nicht sein! Aber das schreibe ich ja doch nur in den Wind . . . Im anonymen Internet muss es wohl so brutal und rustikal zur Sache gehen, sonst fühlt man (Mann) sich wohl nicht ganz so wohl.
Für mich ist und bleibt das trotz allem enttäuschend.

Einen wunderschönen EM-Sonntag noch für euch.

Und dann bis nach dem Spiel, mit HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow und dem freien Journalist Oliver Wurm, der, wenn ich ihn richtig verstanden hat, etwas unter die Leute bringen will. Was, wenn oder wie viel – ich weiß es nicht. Ich lasse mich überraschen.

PS: Beim HSV gibt es heute nicht den Hauch einer Bewegung. Nicht mal in Sachen Vertragsverlängerung von Marcell Jansen und Tolgay Arslan. Es sollten ja nur noch Kleinigkeiten zu klären sein, aber irgendwo scheint es noch zu haken.

16.12

Und noch ein PS: Der HSV feiert eine Meisterschaft! Tatsächlich. Die Ü-50-Herren sind an diesem Sonntag Hamburger Meister, weil sie im Endturnier dreimal gewonnen haben:
1:0 gegen Post SV, 3:2 gegen den SC Victoria und 4:0 gegen Dassendorf. Da dieser Titel erstmalig ausgespeilt wurde, ist der HSV sogar Premieren-Meister! Jetzt geht es im August um die norddeutsche Meisterschaft.

HSV macht EM-Pause – Kontrolleure beraten über Adler-Transfer

7. Mai 2012

Da wird er heute sicher den einen oder anderen Drink mehr zu sich nehmen. Zum einen aus Frust über die Nichtnominierung von Bundestrainer Joachim Löw, zum anderen auch, weil er ab heute (Quasi-)Urlaub hat. Die Testkicks beim SV Drochtersen/Assel (Freitag), den gegen Stuttgart (Sonntag) und beim Lüneburger SK (15. Mai) mal ausgenommen. Aber zumindest muss er sich nicht mehr auf ein Endturnier vorbereiten. Für das er topfit sein muss. Statt seiner reist der 24-jährige Marcel Schmelzer mit in die Ukraine und Polen. Eine Entscheidung, von der Aogo heute nicht überrascht wurde – er hatte sie bereits gestern vom Bundestrainer persönlich via Telefon mitgeteilt bekommen.

Es sei eine Entscheidung für Schmelzer gewesen umging Löw heute bei der offiziellen Pressekonferenz eine Antwort auf die Frage, warum er sich nicht für Aogo entscheiden habe. Wobei sich die Antwort vergleichsweise leicht herbeiführen lässt. Immerhin ist Schmelzer mit ziemlich konstant guten Leistungen mit seiner Mannschaft Deutscher Meister geworden, während Aogo sich zwar nach eigener und des Trainers Aussage in einer schwierigen Phase super entwickelt habe. Allerdings scheint Löw auf das Selbstvertrauen eines Siegers mehr Wert zu legen, als auf Aogo, der sich heute am Telefon nicht weiter dazu äußern wollte. Bei Sonne und 21 Grad im Schatten auch verständlich. Ich hätte da auch eine ganze Reihe Ideen, was schöner wäre, als über Fußball zu reden…

Wobei Aogo nicht allein ist. Weder auf Malle noch mit seinem Schicksal innerhalb des HSV. Der Bundesliga-Dino macht EM-Pause. Denn neben Aogo spielen auch Marcell Jansen und Heiko Westermann in Löws Planungen keine Rolle. Zudem muss Jeffrey Bruma, vor der Saison noch als DAS Abwehrtalent der Niederlande gerühmt, eine Nichtnominierung seines Bondscoaches Bert van Marwijk verkraften. Und so wenig überraschend das für mich kommt, ich bin mir ziemlich sicher, dass es für Bruma nicht annähernd so klar war, er trotz seiner insgesamt sicher enttäuschenden Saison bis zuletzt Hoffnungen hatte.

Dennoch bin ich weit davon entfernt, jetzt an dieser Stelle noch mal draufzuhauen und hier Gründe aufzuzählen, weshalb die Entscheidungen so richtig sind. Es ist für einen jungen Sportler mit Sicherheit – egal wie schlecht die vorangegangene Saison auch gelaufen ist – ein mächtig harter Schlag, wenn man letztlich erfährt, nicht dabei zu sein, nachdem jeder bis zur letzten Sekunde gehofft haben dürfte. Dafür ist eine EM einfach ein viel zu großes Ziel, da ist ein Spieler nicht nur realistisch, da darf auch meiner Meinung nach geträumt werden.

Vom HSV – zumindest ziemlich – sicher dabei ist bislang nur Jaroslav Drobny als Ersatzkeeper der Tschechen. Ansonsten könnte noch Marcus Berg auf seinen schwedischen Nationaltrainer hoffen. Ebenso Ivo Ilicevic und Mladen Petric auf Kroatiens Chefcoach Slaven Bilic. Wobei den beiden Kroaten kaum bis keine Chancen zugestanden werden.

Zwei Spieler hätte der HSV somit bei der EM – wenn überhaupt. Mehr werden es voraussichtlich nicht. In diesem Bereich nähert sich der HSV längst überwundenen Zeiten wieder an. 2004 war auch so Turnier. Damals endete es für die Deutschen bereits in der Vorrunde. Gleiches passierte 2000, als zumindest Hans-Jörg Butt bei den Deutschen als dritter Keeper dabei war. Damals war ich auch dabei – als Fan reiste ich mit meinem Vater zum letzten Vorrundenspiel gegen Portugal nach Rotterdam. Das 0:3 war einer der schwärzesten Momente meiner Fußballerzeit als Fan. Ich war unfassbar sauer über den völlig blutleeren Auftritt der DFB-Elf. Meine einzig nette Erinnerung: Nachdem die Deutschen von ihren Fans ausgepfiffen worden waren, marschierten sie teilweise lächelnd in die Kabine – was mich noch saurer machte. Und auch der Trainerstab war schnell vom Platz. Allerdings, einzig der damalige Cotrainer Horst Hrubesch hockte am Ende noch lange nach Schlusspfiff auf der in den Boden eingelassenen Reservebank der Deutsche. Erst 30 Minuten nach seinen Kollegen stand er auf und ich sah, dass er weinte. Auch er hatte offensichtlich nicht verstehen können, wie man als angeblich so stolzer Nationalspieler seines Landes so leidenschaftslos agieren konnte. Und ich glaube, beim HSV hätte er, der ja wirklich kurzzeitig als Trainer ins Gespräch gebracht worden war, in dieser Saison ähnliches auf Vereinsebene erlebt…

Apropos alte HSVer. Ich hatte die Diskussion, welche Identifikationsfigur dem HSV helfen könnte, hier bei Euch weiterverfolgt. Schon allein, weil ich wissen wollte, welcher Ex-HSVer bei Euch am höchsten gehandelt würde. Dass dabei Dietmar Beiersdorfer häufiger genannt wurde, verwunderte mich nicht. Beiersdorfer hat beim HSV (im Verbund mit Hoffmann) einen sehr guten Job gemacht, er ist – das kann ich bestätigen – mit sehr viel Herzblut dabei gewesen. Und er hat den Verein enger zusammengeführt, weil seine manchmal etwas verhaltene Art dem Image des neunmalklugen, arroganten und Millionen verdienenden HSV-Vorstandes komplett widersprach. Und er hatte Erfolg. Der Name Beiersdorfer wurde beim HSV vor einem Jahr sogar kurz mal ins Gespräch gebracht, aber im Aufsichtsrat umgehend von denen, die auch schon bei dessen Freistellung Kontrolleure waren, abgelehnt. Stattdessen kam bekanntermaßen Frank Arnesen.

Und dem obliegt es jetzt, den HSV nach einem verkorksten Jahr wieder in die Spur zu kriegen. „Einige Neue“ sollen kommen, darunter auch der ewig gesuchte kreative Mittelfeldspieler. Zudem sollen den Verein in den nächsten Wochen noch Spieler mit laufenden Verträgen verlassen – und wie im Fall Robert Tesche auch verlassen wollen. Der Mittelfeldspieler soll in einem Gespräch mit Arnesen erklärt haben, mehr Spielpraxis zu brauchen und deshalb den Verein verlassen zu wollen. Hannover 96 war bereits einmal vor 18 Monaten an Tesche interessiert – aktuell dürften es aber eher andere, weniger international orientierte Vereine (aus eventuelle anderen Ligen) sein.

Egal wie, die nächsten Wochen werden zeigen, wohin es mit dem HSV geht. Sich darauf zu verlassen, dass alle Spielerin der kommenden Saison um eine Serie gereifter und entsprechend besser werden, wäre fahrlässig. Auch, sich den kreativen Spieler aus dem vorhandenen Spielermaterial schnitzen zu wollen. Der HSV hat diese Qualität nicht im Kader. Ein Tolgay Arslan kann das nicht, ebenso wenig wie Ivo Ilicevic, Gökhan Töre, Jacopo Sala oder gar Heung Min Son. Auch von Beister, der am Donnerstag zunächst Düsseldorf in die erste Liga schießen soll, kann man in seiner ersten echten Erstligasaison eine solch tragende Rolle nicht erwarten. Nein, hier gilt es, fleißig zu sein. Oder besser: fleißiger und ideenreicher als die Konkurrenz, wie Arnesen selbst seine Vorgehensweise beim Amtsantritt beschrieb.

Aber okay, wir haben heute den 7. Mai, die Saison ist seit zwei Tagen beendet und die Transferperiode hat noch nicht einmal begonnen. Noch bleibt Zeit. Von daher sind auch einige Forderungen von Euch, Dieter und/oder ich müssten uns klar positionieren, was wir vom HSV halten, verfrüht. Noch muss sich niemand festlegen. Wir können bei Arnesen die erste Saison beurteilen. Bei Trainer Thorsten Fink geht das noch weniger, weil er mit dem vorhandenen Potenzial arbeiten musste, ohne vorher Mitspracherecht bei der Kaderzusammenstellung gehabt zu haben.

Nein, bei aller Skepsis, ich hoffe und glaube auch, dass Arnesen erkannt hat, dass die Bundesliga härter ist und mehr verlangt, als ein paar neue Talente. Es reicht nicht, Chelseas dritte Reihe zu holen, dieser HSV braucht Sofortverstärkungen. Eine unfassbar schwierige Aufgabe, angesichts des schmalen Geldbeutels, der ihm vom verein zur Verfügung gestellt wird. Andererseits muss man auch sagen, dass der HSV 2006 noch einen Mannschaftsetat hatte, der halb so hoch war wie der heutige. Insofern hoffe ich, dass Arnesen die ständige Einflechtung von Talenten mit Führungskräften garniert. Mit der Kategorie René Adler könnte er den ersten Schritt in die richtige Richtung machen. Zumindest beschwören das Adlers Wegbegleiter für den Fall, dass der Keeper gesund bleibt.

Nicht beschworen, dafür aber festlegend geäußert hatte sich Vorstandsboss Carl Jarchow zum Thema Adler. Das hakte bislang an dem Verkauf (Weggang) von Jaroslav Drobny. „Wir werden sicher nicht mit zwei hochklassigen und hoch bezahlten Torhütern in die neue Saison gehen.“ Eine Aussage, die er am Sonntag bestätigte: „Aus meiner Sicht werden wir nicht mit zwei hochbezahlten Torhütern in die neue Saison starten“, so der Vorstandschef im NDR-Sportclub. Allerdings sagte sein Vorstandskollege Arnesen parallel, dass der HSV ein Jahr zuvor auch mit Rost und Drobny gut gefahren sei. Der Däne ist anderer Meinung: „Jaroslav hat einen Vertrag, und er hat gut gehalten. Im vergangenen Jahr hatten wir mit Frank Rost und Drobny auch zwei gestandene Torhüter unter Vertrag. Ich sehe da keinen Unterschied.“

Wer Recht hat? Wessen Strategie gefahren wird? Darüber soll morgen der Aufsichtsrat diskutieren. Beim noch als „informelle Aufsichtsratssitzung“ deklarierten Zusammentreffen soll Arnesen ein Weg aufgezeigt werden, unter welchen Bedingungen er Adler endgültig unterschreiben lassen kann.

In der Hoffnung, dass zumindest dieser Transfer endlich und vernünftig abgeschlossen werden kann,

bis morgen!
Scholle

Das war Gänsehautfeeling pur

15. April 2012

„Der HSV war die agilere und bissigere Mannschaft, und wenn man kein Tor schießt, keine klare Möglichkeit herausspielt, dann kann man auch nicht gewinnen. Deswegen ist der HSV auch der verdiente Sieger.“ Sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka fair nach der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft im Volkspark. Eine gute Analyse. Mir hätte aber noch mehr gefallen, wenn der Coach auch das gute Spiel des HSV herausgestellt hätte, denn diesmal kämpften die „jungen Finken“ nicht nur, sie bissen auch nicht nur, so spielten phasenweise sogar recht guten Fußball. Eine solche Leistung hatte man im Volkspark schon lange, lange nicht mehr gesehen.

Und schon während des Spiel habe ich zu mir gesagt: „Von wegen. Im Abstiegskampf kann man sehr wohl guten Fußball zeigen, da muss nicht nur verkrampft gekämpft werden. Da spielen auch die Nerven nicht unbedingt eine Hauptrolle. Wenn man als Einheit auftritt, wenn alle gemeinsam wollen, dann kann man nicht nur miteinander zur Tat schreiben, dann kann man auch guten Fußball bieten.“ Und das tat der HSV diesmal. Niemand war an diesem Sonnabend nach dem HSV-Auftritt am Meckern, alle lobte unisono das gute Spiel. Des HSV. Und niemand musste hinterher auch nur einem Zuschauer erklären, dass das, was zuvor in den 90 Minuten angelaufen war, tatsächlich ein gutes Spiel gewesen ist. Alle hatten es diesmal gesehen, nicht einer war unzufrieden. Das war zuletzt, beim 1:1 daheim gegen Leverkusen, noch ganz anders. Da sagten die HSV-Verantwortlichen damals, wie toll doch dieses Spiel gewesen sei – aber das hatten lange nicht alle so gesehen . . .

Und grundsätzlich mag ich es ohnehin nicht, wenn man mir sagt, welches Spiel ich gesehen haben muss.

Aber gut, diesmal war ja alles zur besten Zufriedenheit. Und als ich nach Hause kam, da empfing mich Frau M. mit den Worten: „Warum geht das nicht immer so?“ Mein Freund Peter aus Mühlheim hat, so glaubt er, des Rätsels Lösung erkannt: „Der HSV war so gut, weil sie diesmal mit elf Mann gespielt haben. Alle waren in Bewegung, von hinten nach vorne, da stimmte das Engagement, das waren 90 Minuten voller Leidenschaft – das war zuletzt doch ganz anders. Und ich hoffe, dass das der Herr Fink auch so gesehen hat, und dass er deshalb sein Team in den letzten drei Spielen nicht mehr verändern wird.“
Abwarten.

„Diesmal war ich zufrieden. Aber wir müssen ja immer auch schauen, was die Mannschaft in der nächsten Woche für ein Gesicht zeigt. Diesmal waren wir von Anfang an da, dass war genau die Ausstrahlung, die ich von meiner Mannschaft im Abstiegskampf erwarte. Die Mannschaft hat gebrannt und genau die richtige Reaktion gezeigt, die ich nach dem 0:4 gegen Hoffenheim erwartet hatte.“ Thorsten Fink fuhr fort: „Wir standen kompakt und haben konzentriert und diszipliniert gespielt.“, sagte Thorsten Fink. Und der Trainer fand auch noch ein dickes Lob für „den zwölften Mann“: „Für meine Mannschaft war es ganz wichtig zu sehen, wie sehr sie von den Fans unterstützt wurde. So tolle Fans, und das nach einem 0:4 in Hoffenheim, das ist sensationell, deswegen macht es so viel Spaß, in Hamburg zu arbeiten – und nicht woanders.“
Lob, Lob, Lob. Und das völlig berechtigt. Aber Fink hob dennoch nicht ab, im Gegenteil, er hielt den Ball ganz flach: „Heute hat meine Mannschaft gezeigt, dass sie Abstiegskampf kann. Wenn die Mannschaft beim Spiel in Nürnberg diese Gesicht zeigt, dann werden wir auch dort punkten – aber ich bin mal gespannt.“

Weil er dem Frieden wohl auch noch (immer) nicht so recht traut.

Ein Extra-Lob des Trainers hatte sich der unermüdlich laufende, kämpfende, dribbelnden, oft sprintende und das Siegtor schießende Heung Min Son verdient, der nach sechs Monaten und 16 Partien wieder einmal das Tor getroffen hatte. „Er hat gebrannt und seine Sache toll gemacht, auch viel nach hinten gearbeitet. Mit seiner Schnelligkeit ist er für das Konterspiel prädestiniert“, sagte Fink. Für den HSV war es der erste Heimsieg seit dem 4. Dezember 2011 und erst der vierte Sieg in der Rückrunde überhaupt. „Heute haben wir richtig gut attackiert. Und die Fans haben richtig gut Stimmung gemacht, das hat viel Spaß gebracht“ sagte ein strahlender Son.

Er war ja nur deshalb zum Einsatz gekommen, weil Mladen Petric wegen eines grippalen Infekts ausgefallen war. Aber der 19-jährige Südkoreaner wurde zum Glücksfall für den HSV. Irgendwie erinnerte mich dieses Siegtor an damals, an den 9. Mai 1992, als der eingewechselte Liuz Emerson Firminho das goldene Tor (im Abstiegskampf) gegen Hansa Rostock erzielte. Diesen Emerson hatte vorher in Hamburg kein einziger Experte auf „dem Zettel“ gehabt, aber er kam, traf und trat sofort wieder ab von der Bühne. Wollen wir nicht hoffen, dass das mit Son ebenfalls so geht – aber das ist ja auch nicht zu befürchten. Son sagte noch: „Dieser Sieg war für die Mannschaft wichtig. Dass ich das entscheidende Tor gemacht habe, ist ein Traum, denn ich hatte ja lange nicht mehr von Anfang an gespielt.“

Die Erleichterung beim HSV nach diesem Dreier war riesig. Thorsten Fink umarmte beim Schlusspfiff alle Spieler, Betreuer und alle, die er auf dem Weg in die Kabine traf. Ich gebe gerne zu, dass auch mir ein „ganzes Mittelgebirge“ vom Herzen gefallen ist. Dieser Sieg war überlebensnotwendig. Und genau das jedem HSV-Spieler nach dem Schlusspfiff anzumerken. „Wir hatten sehr viel Druck, aber wir haben diese Aufgabe so angenommen, wie das gemacht werden muss. Das war Gänsehautfeeling pur, es fällt jedem von uns eine große Last ab“, sagte Dennis Aogo, der gleichzeitig aber auch warnt: „Wir stecken da unten aber immer noch mittendrin, da darf jetzt keiner von uns locker lassen.“ Das sah auch der Kapitän so. „Wir brauchen gar nicht groß zu feiern, wenn man unten steht, muss man sich Stück für Stück herausarbeiten und durchbeißen“, sagte Heiko Westermann.

In dasselbe Horn stieß auch Thorsten Fink: „Heute war ich zufrieden, aber ich betone immer wieder, heute. Weil ich ja weiß, dass wir immer wieder Formschwankungen haben – auch wenn wir nun aus vier Spielen im Abstiegskampf sieben Punkte geholt haben. Das ist zwar nicht so schlecht, aber man muss immer sehen, dass die Mannschaft auch Ziele hat. Und das Ziel ist, dass wir noch lange nicht da unten weg sind. Wir haben noch drei sehr schwierige Spiele. Und die Konkurrenz schläft nicht, die holt sich auch Punkte.“ Dann erhob Fink kurz die Stimme und forderte: „Wir müssen weiter unsere Spiele gewinnen, wir müssen weiter heiß bleiben, weiter Gas geben. Natürlich kann man sich zwei, drei Tage zurücklehnen, aber dann sollte man schleunigst wieder zeigen, dass man das gleiche Gesicht zeigt, das wir heute gesehen haben.“ Dann sagte Thorsten Fink auch noch: „Einmal verlieren – und die anderen gewinnen, dann sind wir vor dem Mainz-Spiel wieder genau dort, wo wir vor dem Hannover-Spiel waren . . .“
So ist es, ganz genau so ist es.

So, zum Schluss noch drei kleine und kleinere Personalien.

Auf dem Weg aus der Arena heraus traf ich Gerda und Horst Schnoor, den Meistertorwart von 1960. Er sprach zunächst mit Per Ciljan Skjelbred und sagte dem Norweger: „Ich hoffe, dass du demnächst mal eine richtige Chance erhältst, ich drücke dir die Daumen.“ Und zu mir sagte Schnoor: „Ich hoffe doch sehr, dass die Verantwortlichen spätestens jetzt erkannt haben, dass man den David Jarolim unbedingt halten muss. Der ist so wichtig für diese Mannschaft, das wäre jetzt der erste Punkt für mich, den es abzuarbeiten gilt: Vertragsverlängerung mit Jarolim.“
Horst, da bin ich ganz bei Dir.
Aber das ist ja auch keine große Überraschung mehr.

Dann traf ich vor dem Spiel noch einen Alten bekannten. Dietmar „Didi“ Beiersdorfer. Der ehemalige Sportchef stand ganz allein in einer langen Schlange an, die auf die Tribüne wollte. Typisch „Didi“. Andere hätten ihre Popularität genutzt und wären an allen vorbeigegangen, aber nicht so der „Didi“. Der stellt sich hintenan und wartet. Ganz brav. Und das finde ich toll! Kompliment, „Didi“. Mann kommt auch ohne große Welle ans Ziel.

Und dann war da noch Frank Rost im „Doppelpass“ auf „Sport 1“ :

Der ehemalige HSV-Torwart sagte . . .

… über die Lage beim HSV:

„Es gibt Leute, die sich wichtiger nehmen als den Verein. Mit der Demission von Dietmar Beiersdorfer ging es eigentlich immer weiter bergab. Trainer wie Huub Stevens oder Martin Jol, die sind von sich aus gegangen. Das hat sich bis jetzt fortgesetzt und man kommt wieder schrittweise auf den Abgrund zu. Wo steht der HSV in 10 Jahren? Die klare Linie fehlt mir.“

. . . über den Klub: „Man hat Lehrgeld gezahlt. Alle hoffen, dass man die richtigen Lehren daraus zieht. […] Der Nimbus des Dinos steht über allem und ist mehr belastend als befreiend. Grundsätzlich glaube ich, dass man über Jahre keine Galionsfiguren in Hamburg installiert hat, die für Fußball stehen. […] Das hat man versäumt. Man hat eigentlich nur schwache Leute geholt. Schwache Leute holen schwache Leute! Keine starken Leute, die dann auch mal auf einem Niveau hinter verschlossenen Türen diskutieren, wie das beim BVB der Fall ist. Dinge wurden über den Aufsichtsrat in der Öffentlichkeit diskutiert. Das hat dem Verein wehgetan und dafür muss man jetzt die Zeche zahlen. Man braucht Kontinuität. Man muss es erst gegen die Wand gefahren haben, bevor man dann mal umdenkt. Der HSV verfügt nicht über die Jungendabteilung wie in Dortmund. Das wird schwierig. […]

. . . über sein Ziel, im HSV zu arbeiten: „Wenn irgendwann der HSV sagt, dass er gerne mit mir reden will, dann bin ich der Letzte, der da nicht mitredet. Aber so wie die Konstellation jetzt ist, bringt das auch nicht viel. Sie müssen jetzt erst mal ihre Probleme lösen. […]
Alle haben Mitleid. Das finde ich total schräg. Es kann nicht der Anspruch des HSV sein, dass alle Mitleid haben.“

So, das war es. Abgeschlossen mit dem so wichtigen 3:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln. Danke, MG!

Und dann noch schnell das Restprogramm der Abstiegskandidaten:

SC Freiburg (13. Platz, 41:56 Tore, 35 Punkte)

31. Spieltag, 1899 Hoffenheim (H)
32. Spieltag, Hannover 96 (A)
33. Spieltag, 1. FC Köln (H)
34. Spieltag, Borussia Dortmund (A)

HSV (14. Platz, 34:55 Tore, 34 Punkte)

32. Spieltag, 1. FC Nürnberg (A)
33. Spieltag, FSV Mainz 05 (H)
34. Spieltag, FC Augsburg (A)

FC Augsburg (15. Platz, 34:48 Tore, 33 Punkte)

32. Spieltag, Schalke 04 (H)
33. Spieltag, Borussia Mönchengladbach (A)
34. Spieltag, Hamburger SV (H)

1. FC Köln (16. Platz, 36:66 Tore, 29 Punkte)

32. Spieltag, VfB Stuttgart (H)
33. Spieltag, SC Freiburg (A)
34. Spieltag, Bayern München (H)

Hertha BSC (17. Platz, 34:57 Tore, 28 Punkte)

32. Spieltag, 1. FC Kaiserslautern (H)
33. Spieltag, Schalke 04 (A)
34. Spieltag, 1899 Hoffenheim (H)

1. FC Kaiserslautern (18. Platz, 19:46 Tore, 20 Punkte)

32. Spieltag, Hertha BSC (A)
33. Spieltag, Borussia Dortmund (H)
34. Spieltag, Hannover 96 (A)

17.43 Uhr

Töre beginnt gegen defensive Freiburger

15. März 2012

In Zeiten, in denen es nicht allzu viel Erfreuliches gibt, bewahrheitet sich der Zusammenhalt. Das ist fast überall so – und ganz sicher im Profifußball. Und das Schöne daran ist: zumindest in diesem Punkt gibt es beim HSV nur Positives zu berichten. Die Fans stehen zur Mannschaft wie lange nicht. Der Umbruch wurde anfänglich noch etwas skeptisch und mit einigen Pfiffen quittiert – allerdings hat sich dieses Blatt spätestens seit der Amtsübernahme von Trainer Thorsten Fink gewendet. „Die Fans sehen, dass sich etwas bewegt, dass diese Mannschaft will“, so Supporters-Chef Ralf Bednarek vor zwei Wochen, „und sie haben ein gutes Gespür für Stimmungen. Ich glaube, dass alle erkannt haben, dass man bei einem solchen Umbruch auch Geduld haben muss. Insbesondere mit den jungen Spielern, die vielleicht noch den einen oder anderen Fehler mehr machen.“

Stimmt. Wobei diese Nachsicht auch für die Spieler gilt, die durch besonderes Engagement auffallen. Beste Beispiele hierfür sind sicherlich Tomas Rincon, David Jarolim und auch Heiko Westermann. Der Kapitän gilt bei den Anhängern als Sinnbild für gute Einstellung. Dass er einige Stolperer in seinem Spiel hat – es wird ihm in der Regel verziehen. Zumal sich der Abwehrchef immer stellt. Den Kameras, uns Journalisten im Generellen und eben seinen Fehlern. Am besten kommt dabei an, dass sich Westermann um das Miteinander mit den Fans kümmert. Dafür besucht er selbst freiwillig Fanklubs – und er delegiert seine Teamkameraden, wirkt auf sie ein und baut Vorbehalte ab. Ebenfalls vorn mit dabei ist hierbei Dennis Aogo, der am Sonnabend gegen Freiburg leider ausfallen wird. Der Linksverteidiger erzählte uns heute von dem letzten Treffen mit den Fans – von gestern. Am Mittwochabend hatten sich Westermann, Aogo und der restliche Mannschaftsrat mit den „Chosen Few“ getroffen und über die Situation gesprochen. „Wir haben noch mal deutlich gemacht, wie wichtig unsere Fans für uns sind“, sagt Aogo, der an Johannes „Jojo“ Liebnau und Co. appellierte: „Wir haben gesagt, dass die Fans mit Geduld ins Stadion kommen sollen. Wir hoffen, dass sie auch nach 15 Minuten bei einem Rückpass zum Torwart geduldig sind – selbst wenn es dann noch 0:0 steht.“

Sollte eigentlich kein Problem sein, oder?

Denn ich finde, genau das seid Ihr, genau das sind die Fans im Stadion: geduldig. Und trotzdem finde ich die Aktion der HSV-Profis extrem gut. Schon letzte Saison führte der offene Dialog, damals unter anderem initiiert von Frank Rost, zu einem besseren Miteinander. Damals hatten Rost, Westermann und Co. die Fan-Klub-Vorsitzenden zum reinigenden Gespräch in die Kabine gerufen, nachdem es im Stadion Pfiffe gegeben hatte. Und die Ausläufer dieser damals schon lobenswerten Aktion wirken sich jetzt aus. Positiv. Sehr positiv sogar.

Letztes gilt auch für die größte Nachricht in der Pressekonferenz heute: Gökhan Töre wird von Beginn an gegen Freiburg spielen. „Er wird beginnen“, so Fink heute über Töre. Der Deutsch-Türke sei zwar noch nicht bei 100 Prozent, allerdings reicht sein Zustand, um seine Konkurrenten auf der Position (Son, Lam sowie den grippe-geschwächten Jacopo Sala) auszustechen. „Er hat Luft genug für 60 Minuten“, so Fink heute, ehe er etwas scherzhaft hinzufügte: „Die Zeit sollte reichen, um 1:0 in Führung zu gehen.“

Sollte sie. Allerdings dürfen wir uns gegen Freiburg auf ein zähes Stück Arbeit vorbereiten. Wer die Breisgauer unter ihrem neuen Trainer Christian Streich zuletzt mal gesehen hat, der weiß, dass die Freiburger den Abstiegskampf angenommen haben und sich gerade in den letzten Spielen (mit Ausnahme des 1:4 gegen Stuttgart) defensiv gefestigter sind als noch in der Hinserie. „Unter Streich spielt der SC Freiburg deutlich defensiver“, weiß Fink um die Stärke des nächsten Gegners, der für den HSV in der Hinrunde so etwas wie der verspätete Startschuss in diese Saison war – immerhin kam direkt im Anschluss an den 2:1-Erfolg unter dem Interimstrainerduo Arnesen/Cardoso der neue und heutige Trainer: Thorsten Fink.

Unterhält man sich mit den Freiburger Kollegen, bekommt man eine ähnliche Aufbruchstimmung aus dem Breisgau vermittelt. Dort ist Streich sozusagen der Fink. Und Streich erntet nur höchstes Lob. Auch vom Ex-SC-Profi Dennis Aogo. Der wird zwar wegen seiner Wadenprobleme – heute Laufband, morgen joggen und bis nächsten Freitag fit sein, das ist der Plan des Nationalspielers – nicht gegen seinen ehemaligen Klub mitwirken könne. Dennoch freut er sich. Auf Streich: „Er war mein A-Jugendtrainer und Internatsleiter in Freiburg damals“, erinnert sich Aogo an seinen sportlichen Ziehvater, „keiner kennt mich so gut wie er. Er war der entscheidende Trainer in meinem Leben. Er hat mir – und ich war damals wirklich der Chaot schlechthin – die Augen geöffnet. Ich schätze ihn sehr!“

Dass Streich den Klub noch rettet, wollte auch Aogo nicht behaupten. Aber er konnte gar nicht aufhören, seinen Ex-Trainer zu loben: „Es war mir immer klar, dass er irgendwann Cheftrainer in Freiburg wird.“ Weil der SC-Coach ein Fußballbesessener sei. Aogo: Er ist voller Leidenschaft. Er steigert sich manchmal so rein, dass er vor lauter Emotionen zu explodieren droht. Und er besitzt ein unglaubliches Fachwissen. Er ist voller Leidenschaft – ähnlich wie Moniz.“ Ricardo Moniz wohlgemerkt. Der Techniktrainer und Interimschef des HSV, den der Verein abgab, obwohl er mit die beste Innovation war, die der Klub in seinem Trainerstab zu bieten hatte. Immerhin wusste der heutige Cheftrainer von Red Bull Salzburg die Spieler für Extraeinheiten zu begeistern – und das gibt es heute kaum noch.

Dabei wäre es nötig. Gerade Aogo ist dafür ein gutes Beispiel. Immerhin hat es der Linksverteidiger bis zum Nationalspieler gebracht – um seither auf einem deutlich ausbaufähigen Level zu stagnieren, wie ich finde. Denn defensiv hat Aogo seit Jahren die gleichen Probleme. Weshalb also nimmt sich nicht einer der sechs (!!) Trainer des HSV dieser Schwachstelle an und trainiert Aogo individuell. Ein HSV-Mitarbeiter hat mir mal gesagt, er verstehe nicht, weshalb aus den Spielern nicht Projekte gemacht werden. Jeder Spieler hat seine individuellen Schwächen, die es zu verbessern gilt. Das kann ganz sicher im Mannschaftstraining verbessert werden – allerdings ist es so nicht annähernd so effektiv wie mit zusätzlichem Individualtraining. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass ein Spieler wie Tolgay Arslan, der jede Zusatzeinheit einwirft, die ihm geboten wird, plötzlich so einen Schub macht, während Aogo und andere stagnieren?

Einheitsbrei ist Trumpf. Leider. Alle werden zusammen trainiert, kriegen in Einzelgesprächen was gesagt, und verschwinden dann nach Hause. Ist ein Spieler – und davon gibt es eine ganze Menge – nicht so pfiffig, sich selbst zu helfen, fällt er ab. Dann funktioniert er nicht mehr, wird weniger eingesetzt und irgendwann gegen einen Spieler ersetzt, bei dem sich im schlechtesten Fall nach einiger Zeit das Gleiche einstellt. „Bei Spielern ist es fast immer das Gleiche“, hatte mir Moniz damals erzählt, „sie sind irgendwann zufrieden und glauben, am Ziel angekommen zu sein, nur weil sie es bis in die besten Mannschaften geschafft haben. Wirklich gut werden nur die zwei Prozent mit überdurchschnittlichem Talent und die, die ihre Schwächen erkennen und Hilfe annehmen.“ Wahre Worte, wie ich finde. Zumal Moniz noch nachschob: „Diejenigen, die es bis in den Profibereich schaffen, haben in der Regel alle ausreichend Potenzial, um aus ihnen richtig gute Fußballer zu machen. Und dafür bedarf es nur zwei Voraussetzungen: Erstens, der Spieler muss wollen. Er muss bereit sein, mehr zu arbeiten. Und zweitens: Der Verein muss sich dem Spieler annehmen, seine Stärken und Schwächen genauestens analysieren und ihm einen Plan erarbeiten, mit dem der Spieler seine Schwächen abstellt und zugleich seine Stärken verfeinert.“

Mit Nikola Vidovic hat der HSV schon einen Co-Trainer, der seine fachliche Hilfe den ganzen Tag anbietet. Der Kroate ist für die Spieler immer erreichbar und einsatzbereit. Aber zur Fitness hinzu gesellen muss sich eben auch fußballerische Qualität. Und um die zu steigern, sollte es bei sechs Trainern im Trainerstab und zumeist nur einer 90-Minuten-Einheit am Tag auch beim HSV ausreichend Möglichkeiten geben. Ganz sicher sogar…

Apropos neue Spieler, da müssen wir uns leider von einem Namen verabschieden: Chelsea Sturmtalent Romelu Lukaku. Wir konnten heute mit dem Sportchef sprechen, der erneut das HSV-Interesse an dem 18-Jährigen bestätigte, uns aber auch gleichzeitig zu verstehen gab, dass er diesen Transfer abgeschrieben habe. Hintergrund: In einem Gespräch mit Chelsea-Macher Roman Abramowitsch soll der Milliardär Arnesen mit den eigenen Waffen erlegt haben – indem er ihn an sein eigenes Motto erinnert habe. Das besagt, dass Spieler, die zu Chelsea kommen und sich nicht gleich durchsetzen können, innerhalb der Premier League verliehen werden sollten, um sich so an die Liga zu gewöhnen. Und bei Lukaku stehen die englischen Klubs Schlange. Aktuell soll der FC Everton (Glückwunsch, Babak!!) die besten Karten haben.

Noch nicht verabschieden, auch wenn verschieden Medien das so berichten, will sich Arnesen von Granit Xhaka. Der Baseler steht weiter auf dem Wunschzettel des HSV, nimmt dort den A-Rang auf der Position des kreativen Mittelfeldspielers ein. Allerdings sei auch klar, dass der HSV für den Fall einer Absage gewappnet sei. Denn für alle neu zu besetzenden Positionen hat Arnesen einen A-, einen B- und einen C-Plan. In diesem Fall seien die Gespräche mit der Alternativlösung B schon sehr weit fortgeschritten. Es bewegt sich etwas. Und das ist gut.

In diesem Sinne, bis morgen! Da wird leider wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.

Scholle

Feuer mit Feuer bekämpfen

4. November 2011

Mehr geht nicht. Das sagt zumindest Heiko Westermann und meint damit das bevorstehende Spiel bei Bayer Leverkusen morgen Abend in der BayArena (18.30 Uhr). „Unter Flutlicht um 18.30 Uhr das Topspiel spielen – das ist doch das Beste, was man haben kann“, so der Mannschaftskapitän, der eine offensiv ausgerichtete Werkself erwarten dürfte. Zumindest, wenn man der vorläufigen Aufstellung im „kicker“ Glauben schenken darf. Da stehen mit Kießling und Derdiyok zwei Angreifer auf dem Platz, die von den offensiven Sam und Schürrle auf den Außenbahnen ebenso wie von dem wieder erstarkten Ballack aus dem Mittelfeldzentrum heraus unterstütz werden (voraussichtliche Bayer-Startelf: Leno – Castro, M. Friedrich, Toprak, Kadlec – Sam, L. Bender, Ballack, Schürrle – Kießling, Derdiyok). „Dann liegen unsere Chancen auch in unserer Offensive“, so Westermann völlig unbeeindruckt.

Und auch wenn meine meist sehr gut informierten Bild-Kollegen von Bayer davon ausgehen, dass statt Derdiyok mit Rolfes ein zweiter Sechser aufgestellt wird, kümmert es beim HSV niemanden. Im Gegenteil: Feuer wird beim HSV inzwischen mit Feuer bekämpft. Endlich. Die Mannschaft versteckt sich nicht mehr hinter starken Gegnern wie noch zu Beginn der Saison. Der Glaube an die eigene Stärke ist zurück. Ein Indiz: für den gesperrten Defensivmann Rajkovic rückte Stürmer Jacopo Sala in den Kader.

Und der neue Mut wird auch noch mit besser werdenden Spielen untermauert. Es wird wieder laut gesprochen. Und das nicht nur im übertragenen Sinne sondern auch auf dem Platz. „Die Kommunikation muss sich noch verbessern“, hatte Fink seit seinem Amtsantritt unermüdlich gefordert. Und zumindest im Training schienen alle Spieler bemüht, mehr miteinander zu reden – was teilweise schon komödiantisches Kauderwelsch erzeugte. Dennoch, zumindest der versuch ist da. „Es wird auch besser“, sagt Westermann, der selbst einer der Wortführer auf dem Platz ist. „Ich versuche immer von hinten heraus lautstark zu organisieren“, sagt Westermann, „daran ändert sich auch nichts.“

Wobei er diesmal einen neuen Partner in der Innenverteidigung hat. Michael Mancienne rückt für den gesperrten Slobodan Rajkovic und den verletzten Jeffrey Bruma in die Innenverteidigung. „Ich werde ihn unterstützen, wo ich nur kann“, sagt Westermann, betont aber zugleich: „Michael und ich trainieren oft zusammen, er haut sich immer voll rein, ist zu 100 Prozent motiviert. Er ist charakterlich top und wird sich reinhauen ohne Ende. Er kennt die Abläufe, und er weiß, was der Trainer will. Ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Spiel machen werden.“ Zudem, das betonte Westermann heute noch mal – ganz im Stile des neuen Trainer: „Wir haben einen großen Kader mit vielen guten Spielern. Wie wichtig das ist, zeigt sich jetzt. Verletzungssituationen sind immer auch die Chance für die Spieler, die dann reinkommen.“ Westermann will sich auch gar nicht in Ausreden versuchen: „Im Gegenteil: wir brauchen keine Ausreden. Das wäre Schwachsinn.“

So sieht es Mancienne naturgemäß auch. „Ich will, dass die Abwehr mit mir Stabilität bekommt. Ich muss mich jetzt beweisen und hoffe, dass ich die neue Chance ergreife.“ Im Trainingsspiel heute wirkte noch nicht alles so flüssig, wie es sein soll. Mancienne antizipierte wie immer gut, vertändelte allerdings als letzter Mann einen Ball – und hatte Glück, dass Trainer Thorsten Fink just in dem Moment abpfiff, als der gegnerische Angreifer (ich glaube, es war Berg) allein aufs Tor von dem auch heute in dem kurzen Abschlussspiel überragenden Jaroslav Drobny. Der Tscheche parierte bei den Torschussübungen wie zuletzt gewohnt stark und hatte im Abschlussspiel eine Riesenszene gegen Romeo Castelen, der aus zehn Metern einen gut platzierten und hart geschossenen Ball nicht an den Fingerspitzen Drobnys vorbeibekam. Sehr zur Freude des lautstark applaudierenden Rests auf dem Platz. „Am wichtigsten war für ihn selbst, zu erkennen, dass er gute Leistung zeigt. Dadurch hat er wieder richtig Selbstvertrauen und ist eine große Stütze“, so Westermann, der ebenso wie Marcell Jansen und im Gegenteil zu Dennis Aogo nicht für die Länderspiele gegen die Ukraine und die Niederlande nominiert wurde.

Auf eine Nominierung für die Startelf hatte auch Marcus Berg gehofft. Allerdings wirkte der Schwede nach seiner leichten Grippe noch immer nicht zu 100 Prozent auskuriert, spielte heute dick eingepackt und mit Mütze im Training. Und musste so mit ansehen, wie Heung Min Son neben Paolo Guerrero – zu dem Peruaner erzähle ich Euch am Ende noch etwas – in der vermeintlichen Startelf aufgestellt wurde und auch noch traf – Son wirkte frisch.

Das konnte man gegen Kaiserslautern eher bedingt über Gojko Kacar sagen. Der Serbe wirkte schwerfällig, durfte heute aber wieder in der vermeintlichen A-Elf trainieren. Und obwohl er i Spiel zum Ende hin mit David Jarolim das Leibchen tauschte, glaube ich, dass er erneut zusammen mit Rincon das Mittelfeldzentrum bilden wird. Zumal mit Bruma und Rajkovic schon zwei kopfballstarke Spieler wegbrechen. Noch einen verkraftet der HSV eher nicht.

Einen herben Schlag – und damit komme ich auf Guerrero – musste ich heute hinnehmen. Vor knapp zwei Jahren hatte ich mich zu einem Interview mit Paolo getroffen. Wir saßen unten im Kabinentrakt und kamen von einem zum nächsten Punkt. Auch auf ihn persönlich. Vorweg: es war ein sensationell nettes Gespräch, in dem mir Paolo letztlich auch sehr viel über sich erzählte. Unter anderem auch, dass er depressiv sei. Wir unterhielten uns über seine Familiensituation, über seine Vertragssituation und viele andere Dinge – und sprachen genau ab, was ich davon für die Geschichte nehmen würde und was nicht. Ich fragte zweimal nach, ob ich seine Depression erwähnen dürfte, schließlich wollte ich damit vorsichtig umgehen. Ich weiß noch genau, was er sagte: „Es ist kein Problem, wenn du das schreibst. Es ist ja wahr.“ Womit er grundsätzlich Recht hat. Und wenn es für ihn okay ist, ist es so. Er allein entscheidet.

Dachte ich zumindest.

Denn nachdem ich die Geschichte aufgeschrieben hatte, noch mal Paolo angerufen und über alle Inhalte informiert hatte (ich wollte auf Nummer sicher gehen und lieber einmal mehr als einmal zu wenig fragen), rief mich ein damaliges Vorstandsmitglied an. Zunächst bat man mich darum, dass ich den Umstand mit der Depression unerwähnt lasse. Als ich sagte, es sei mit Paolo alles doppelt und dreifach abgesprochen, wurde die Bitte dringlicher. Paolo selbst hätte darum gebeten, dass der Vorstand mich doch überredet. Zudem solle ich mir überlegen, was ich mit einer solchen Geschichte anstellen würde. Ich sagte, dass ich mich auf Paolos Meinung verlassen würde und rief Paolo noch mal an. Allerdings konnte ich ihn jetzt nicht mehr erreichen.

Kurzum: am Ende erschien die Geschichte nicht in seiner ursprünglichen Form. Der Depressions-Part war raus, was der Geschichte seinen ursprünglichen Mittelpunkt nahm. Trotzdem konnte ich ruhig schlafen. Ich wollte nicht derjenige sein, der Paolo – zumal nach einem so netten und ehrlichen Vier-Augen-Gespräch – Probleme bereitet. Aber als ich Paolo einige Tage später darauf ansprach, sagte er, dass er die Geschichte so gut fand. Und, dass auch er am besagten Abend vom Vorstand angerufen worden war. Man hatte ihn überredet, dass es besser sei, den Fakt Depression unerwähnt zu lassen. Er selbst habe zwar nicht genau gewusst, warum. Aber er habe keinen Ärger mit dem Vorstand gewollt.

So viel dazu. Möge jeder die Geschichte interpretieren wie er will. Ich jedenfalls weiß – oder besser: ich glaube es seit dem Gespräch zu wissen –, dass Paolo bei aller Naivität in der einen oder anderen Geschichte ein wirklich lieber, netter Mensch ist, der auch Tiefgang haben kann. Er hat nie viel gesprochen, nie viel über sein Privatleben erzählt – aber seit heute wissen alle, warum das so ist/war. Und ich freue mich für ihn, dass es raus ist. Denn, dass er den Wunsch hatte, darüber zu sprechen, wusste ich spätestens seit meinem Interview…

Vielleicht erklärt das Ganze auch, weshalb ich mich immer dafür ausgesprochen habe, Paolo zu halten und zu stützen. Zumal immer unstreitig war, dass der Angreifer ein absoluter Top-Spieler ist. Wie zuletzt gegen Kaiserslautern – und hoffentlich am Sonnabend bei Bayer Leverkusen bewiesen.

Ihr seht: Drobny, Westermann, Guerrero – einstige Problemfälle, die zu absoluten Leistungsträgern gewachsen sind. Der HSV präsentiert sich nach außen stark – „und das werden wir auch auf den Platz übertragen. Wenn wir weiter so arbeiten wie in den letzten Wochen, kommen die Ergebnisse von allein. Warum nicht schon in Leverkusen?“, fragt Westermann – und ich vermag ihm keinen Grund zu nennen. Im Gegenteil.

In diesem Sinne, bis morgen! Da melde ich mich nach dem Spiel bei Bayer, in das wir alle berechtigt große Hoffnungen legen dürfen.

Scholle (18.05 Uhr)

Kurz notiert:

Grüße: Frank Rost ist mit seinen Red Bulls New York gegen LA Galayy im Viertelfinale der Playoffs der Major League gescheitert. Rost, dessen Vertrag noch bis Dezember läuft und der noch an einer Freundschaftsspieltour durch Indien und Mexiko mit den Red Bulls teilnehmen wird, wollte es sich dennoch nicht nehmen lassen, einen Gruß an den Blog, aber vor allem an Uwe Seeler auszurichten: „Ich wünsche Uwe alles, alles Gute zum 75. Geburtstag. Es war und wird für mich immer wieder ein freudiges Erlebnis sein, ihn zu treffen. Ich wünsche ihm nicht nur ein tolles Fest mit seiner Familie und seinen Freunden, sondern vor allem, dass er gesund und der positive Mensch bleibt, der er immer war. Herzlichen Glückwunsch aus New York, Uwe!“

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