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Tschechien: kein Super-Team, aber weiter

17. Juni 2012

Es ging doch nur um die Höhe der Siege. Mit welchen Experten ich auch sprach, mit welchen Fans ich auch immer über die Gruppe A diskutierte, eines war allen klar: Polen kommt weiter, weil Tschechien klar besiegt wird, und Russland kommt sowieso weiter, weil die in etwa 4:0, 5:0 gegen Griechenland gewinnen. Ja, und dann das! Wer kann das schon ahnen? Die Griechen gewinnen, die Tschechen gewinnen. Und beide Sieger kommen weiter. Trotz allem, egal wie groß diese Überraschungen waren – jetzt muss doch im Viertelfinale das Ende für diese beiden krassen Außenseiter kommen, oder? Aber man hat ja schon Pferde vor der Apotheke . . . Wenn ich dann aber an die deutsche Mannschaft denke, dann ist es doch irgendwie ein Freilos für Jogis Löwen – Griechenland oder Tschechien. Allerdings muss es heute ja auch erst einmal perfekt gemacht werden, und da habe ich dann doch noch einige kleine Zweifel, denn immerhin hat Dänemark ja die Niederländer besiegt. Und auch da sage ich: egal wie. Sie haben sie geschlagen, und warum sollte den Dänen ein ähnliches Husarenstück nicht noch einmal gelingen? Im Fußball ist alles möglich. Eine Phrase, aber sie stimmt immer wieder.

Über das Erfolgsgeheimnis der Tschechen befand übrigens (der zurzeit verletzte) Tomas Rosicky: „Wir wissen, dass wir nicht das Superteam sind. Aber wir haben einen großen Teamgeist, damit kann man weit kommen.“ Einen Seitenhieb auf die Niederlande konnte sich der Mittelfeldspieler vom FC Arsenal nicht verkneifen: „Sehen Sie sich Holland an. Großartige Fußballer, aber zu viel Egoismus.“

In der Tat hatten sich die Tschechen gegen Co-Gastgeber Polen und gegen knapp 30 000 fanatische polnische Fans als Mannschaft präsentiert. Da wurden bei Rosicky Erinnerungen an eigentlich längst vergessene Zeiten wach. „Der Teamgeist ist ähnlich wie 2004, auch wenn in dem Team damals die besseren Einzelspieler waren“, sagt der Dribbler (nicht zu verwechseln mit dem „kleinen Dribbelkünstler“). Die EM vor acht Jahren gilt als letztes Aufbäumen der einstmals goldenen Generation, als Rosicky und Co. erst im Halbfinale am späteren Europameister Griechenland scheiterten.

„Wir wissen, dass wir nicht das Super-Team sind.“ Passt irgendwie auch auf den HSV. Dem HSV vergangener Jahre. Und auch dem HSV der Zukunft? Dennis Aogo hat ja bei „Matz ab live“ gesagt, dass er die HSV-Mannschaft der vergangenen Saison schon auf einem guten Weg sah, eine echte Einheit zu werden. Das habe ich, ehrlich gesagt, nicht ganz so gesehen, aber vielleicht war da ja doch ein kleiner Fortschritt, weil doch einige Stars (u. a. Rost, van Nistelrooy, Ze Roberto, Mathijsen) gegangen waren, die ganz sicher nicht ganz so pflegeleicht waren. Aber als Einheit aufzutreten, dass ist ganz sicher auch eine Chance für den dann hoffentlich „runderneuerten“ HSV, um wieder mal bessere Tage erleben zu können. Und dabei hilft eventuell ja auch das Überlebens-Camp in Schweden. Ein bisschen. In erster Linie aber muss es auch jeder einzelne Spieler wollen – und sich dementsprechend ein- und unterordnen. Und wenn es dafür künftig einige Spieler mehr von der „Sorte Aogo“ geben würde, so würde ich auch denken, dass es in der kommenden Saison durchaus gelingen könnte.

Aber erst einmal ist ja EM. Und da ist Polen meine erste riesige Enttäuschung. Draußen, Ende. Aus. Hätte ich nie gedacht. Mit „halb Dortmund“, so meine Gedanken, kommen die mindestens ins Halbfinale. Denkste. Wobei die Polen ja immer super begannen, aber nach 30 Minuten war die Luft stets schon raus . . . Und die Dortmunder Größen Lewandowski und Blaszczykowski waren in Halbzeit zwei gar nicht mehr zu sehen. Wobei: total hinter meinen Erwatungen blieb ja der Lukasz Piszczek. Von dem kam nichts. Dabei war der für mich in der abgelaufenen Saison der beste Verteidiger in der Bundesliga. Aber „halb Dortmund“ reicht dann wohl doch nicht ganz aus.

Apropos aus. Ich werde mich nun vom Acker machen, um in Ruhe „Matz ab live“ vorzubereiten. Das findet heute ja wieder nach dem Schlusspfiff des Deutschland-Spiels gegen Dänemark (im „Champs“ in Schnelsen) statt. Hoffentlich wird das kein dänischer Käse. Sowohl die Sendung als auch das Spiel.

Zuvor möchte ich noch einmal kurz – und ohne zu jammern – auf die heutige Nacht im Blog eingehen. Es nützt ja nichts, wenn man immer die anderen User anprangert, dass die den größten Mist schreiben (abgesehen von mir und meinem beknackten Opa), sondern man sollte schon mal auf sich selbst schauen. Und anfangen, sich zu ändern. Denn es nützt ja auch nichts, wenn man die Bibel „verfasst“, sie hier reinstellt – und dann vor allen Dingen auch dadurch auffällt, dass man andere (HSV-)Personen beleidigt. Egal, ob man sich hinterher entschuldigt oder nicht. Das alles muss nicht sein! Aber das schreibe ich ja doch nur in den Wind . . . Im anonymen Internet muss es wohl so brutal und rustikal zur Sache gehen, sonst fühlt man (Mann) sich wohl nicht ganz so wohl.
Für mich ist und bleibt das trotz allem enttäuschend.

Einen wunderschönen EM-Sonntag noch für euch.

Und dann bis nach dem Spiel, mit HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow und dem freien Journalist Oliver Wurm, der, wenn ich ihn richtig verstanden hat, etwas unter die Leute bringen will. Was, wenn oder wie viel – ich weiß es nicht. Ich lasse mich überraschen.

PS: Beim HSV gibt es heute nicht den Hauch einer Bewegung. Nicht mal in Sachen Vertragsverlängerung von Marcell Jansen und Tolgay Arslan. Es sollten ja nur noch Kleinigkeiten zu klären sein, aber irgendwo scheint es noch zu haken.

16.12

Und noch ein PS: Der HSV feiert eine Meisterschaft! Tatsächlich. Die Ü-50-Herren sind an diesem Sonntag Hamburger Meister, weil sie im Endturnier dreimal gewonnen haben:
1:0 gegen Post SV, 3:2 gegen den SC Victoria und 4:0 gegen Dassendorf. Da dieser Titel erstmalig ausgespeilt wurde, ist der HSV sogar Premieren-Meister! Jetzt geht es im August um die norddeutsche Meisterschaft.