Archiv für das Tag 'Robben'

Djourou: “Wir haben nicht so schlecht gespielt.”

1. März 2015

Das ist heute, aus besonderem Anlass, mal wieder die etwas andere Eröffnung:

„Ich war ganz sauer mit mir selbst, wegen des Passes auf F. hätte ich mir in den Hintern beißen können“, schilderte er die Szene eines schludrigen Zuspiel-Versuchs auf seinen Mitspieler. Da konnte den Überehrgeizling auch sein insgesamt starker Auftritt nicht trösten. „Du musst immer kritisch und nie zufrieden sein“, erklärte der 31-Jährige.

 

Wer könnte das wohl gesagt haben? Einer, der an diesem Wochenende mit seiner Mannschaft verloren hat? Einer, der vielleicht sein Spiel gegen Eintracht Frankfurt verloren hat?

Ich habe diese Aussagen heute in der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) gefunden, und ich habe mir gedacht, dass wäre doch mal etwas, was ich den „Matz-abbern“ mal zu Gemüte führen könnte. Der Artikel war viel, viel länger, aber er ging in diesem Fall wie folgt zu Ende:
Das sagte er nach 18:1 Toren in drei Liga-Spielen in Serie. „8:0 und 6:0 – das ist keine Garantie. Wir müssen dafür immer arbeiten“, sagte Arjen Robben.
Er hatte mit den Bayern 4:1 gegen die zweitbeste Auswärtsmannschaft, also gegen den 1. FC Köln, gewonnen, aber er war dennoch unzufrieden. Obwohl er ja auch sein 17. Saisontor erzielt hatte. Das zeichnet einen Vollprofi aus. Es gibt immer etwas zu verbessern, es gibt immer viel zu arbeiten, um noch besser zu werden. Könnte ja man ein Denkanstoß für alle anderen sein, die bislang nicht so denken, die sich aber ab und an Gedanken in eine solche Richtung machen.
Zum Beispiel auch in Hamburg, ein Hamburger, zwei Hamburger, oder einige HSV-Spieler.

 

Für Abendblatt-Blogs


 

Natürlich, der HSV hat in Frankfurt nicht so schlecht gespielt (wie oftmals in der Hinrunde, wie gegen Stuttgart oder Köln), und natürlich war der erste Elfmeter eigentlich ein kleiner Skandal. Dennoch muss ja auch festgehalten werden, dass der HSV immerhin zwei richtig gute Tormöglichkeiten auf dem Fuß hatte, es aber nicht fertig brachte, diese Chancen zu nutzen. Einmal Artjoms Rudnevs beim Stande von 0:0, dann Maximilian Beister beim Stande von 1:2. Es wäre also, trotz des Elfmeters, etwas möglich gewesen. Ein Punkt in Frankfurt wäre drin gewesen, wenn die Chancen genutzt worden wären, denn die Eintracht hatte – bis auf den unwichtigen Elfmeter in der Nachspielzeit – kaum solche klare Möglichkeiten. Es ist aber nach wie vor so, dass der HSV seine großen Schwächen in der Offensive immer noch nicht abgestellt hat.

 

Wobei mir sofort die Frage in den Kopf schießt: Wo bleibt eigentlich Pierre-Michel Lasogga? Am 2. Februar 2015 schrieb „Scholle“ als „Eilmeldung“:

***Wieder einmal wird aus „einer reinen Vorsichtsmaßnahme“ eine ausgedehnte Verletzung. Und wieder ist es Pierre-Michel Lasogga, der diesmal mit einer Zerrung im Oberschenkel ausfällt. Vereinsangaben zufolge sicher für die nächsten beiden Spiele gegen Paderborn und Hannover.****
Inzwischen steht am nächsten Wochenende schon der 24. Spieltag auf dem Programm. Und dann eine Zerrung im Oberschenkel? 14 Tage, und dann müsste es eigentlich gut sein mit einer Zerrung. Die Frage ist doch die, was sich hinter einer „Zerrung im Oberschenkel“ wirklich versteckt hält? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ein HSV-Spieler mit einer „Zerrung im Oberschenkel“ wochenlang ausgefallen ist. Das ist schon alles mehr als mysteriös. Und bringt den HSV auch nicht wirklich voran. Eher ist das Gegenteil der Fall.

 

Und wo ich schon gerade bei Verletzungen bin: Slobodan Rajkovic schied ja erneut mit einer Knieverletzung aus, wie es per Fernsehen aussah, mit einer wohl schwereren Knieverletzung. Und er hatte ja bereits zwei Kreuzbandrisse. Noch gibt es auch keine Entwarnung, morgen soll eine Kernspintomografie für Klarheit sorgen, aber eines ist schon mal als positiv zu bewerten: Diesmal ist es nicht das „vorgeschädigte“ linke Knie, sondern das rechte. Dennoch ist wohl davon auszugehen, dass Rajkovic am Sonnabend gegen Borussia Dortmund nicht zur Verfügung stehen wird. Ein Einsatz sollte mich jedenfalls schwer überraschen. Dafür sind dann wohl wieder Ivica Olic und auch Valon Behrami eine Alternative. Wenn sie die Woche gut überstehen.

 

Und gerade, zwei Minuten nach meinem Blog-Beitrag, kommt diese dpa-Meldung:

Bis zu vier Wochen Pause für HSV-Abwehrspieler Rajkovic
Fußball-Bundesligist Hamburger SV muss bis zu vier Wochen auf seinen Abwehrspieler Slobodan Rajkovic verzichten. Das teilte der Club am Sonntag mit. Der 26 Jahre alte Serbe hat sich bei der 1:2-Niederlage der Hanseaten bei Eintracht Frankfurt eine Kapselverletzung im rechten Knie zugezogen.

 
Und da ich auch gerade bei dem nächsten Gegner war: Die Kollegen der Zeitungen hatten ja kürzlich, beim Abschlusstraining für das Spiel gegen Mönchengladbach, errechnet, dass fünf Siege dem HSV reichen würden (und sollten), die Klasse zu halten. Die Kollegen der „Mopo“ haben vor dem Frankfurt-Spiel nur von noch „vier HSV-Siegen“ bis zum rettenden Ufer geschrieben – aber es gibt nur noch elf Begegnungen. Daheim trifft der HSV noch auf Dortmund, Hertha BSC, Wolfsburg, Augsburg, Freiburg und Schalke 04; auswärts auf Hoffenheim, Leverkusen, Werder, Mainz 05 und Stuttgart. Da darf sich jetzt mal jeder seine vier HSV-Siege errechnen – oder auch fünf. Ich sehe die im Moment noch nicht, aber ich bin ja auch eher pessimistisch eingestellt, gebe ich zu. Johan Djourou, der beide Elfmeter verursacht hatte, zog aber dennoch noch etwas Positives aus diesen 90 Minuten: „Wir haben nicht so schlecht gespielt, das müssen wir aus diesem Spiel mitnehmen. Und Zoltan Stieber, HSV-Torschütze in Frankfurt und im Moment in großartiger Form, stellte kämpferisch fest: „Wir müssen in den nächsten Spielen Punkte holen, egal wie der Gegner heißt. Wir geben weiterhin Gas und haben es noch selbst in der Hand.“ Oder im Fuß. Stimmt ja auch, aber warum soll es jetzt besser klappen, als im bisherigen und sehr holprigen Saisonverlauf?

Und wir müssen? Wie oft haben wir das nicht schon in den letzten Jahren hier gehört? Als ich eben forschte, wann Pierre-Michel Lasogga zuletzt für den HSV gespielt hat, fiel mir eine Aussage von Trainer Joe Zinnbauer in die Hand, die er vor (!) dem Köln-Spiel tat: „Meine Spieler sind richtig heiß auf dieses erste Spiel.“ Ja, heiß. Was heiß´t das schon? Auf dem Rasen hat man davon nichts gesehen, wenn ich mich richtig erinnere. Und jetzt heißt es eben: Wir müssen, egal gegen wen.“ Natürlich, es kommen ja keine anderen Gegner, und wenn der HSV nicht absteigen will, muss er ganz einfach punkten. Wobei mir auch einfällt, was der Trainer des zweitliga-Tabellenletzten kürzlich nach einer 1:2-Niederlage sagte: „Wir müssen jetzt ganz einfach mal den Bock umstoßen.“ Aber ist es damit getan? So einfach mal den Bock umstoßen? Mit richtig gutem Fußball könnte man der prekären Situation wahrscheinlich besser zu Leibe rücken.

 

Zumal man ja gar nicht weiß, siehe Frankfurt am 28. März 2014, was – in diesem Fall wieder dem HSV – noch alles widerfährt und passiert? Während eines Spiels, an Verletzungen, an Platzverweisen, an Schiedsrichter-Ansetzungen etc. Und natürlich an Elfmetern. Um noch einmal darauf zurückzukommen: Mir hat der Unparteiische Florian Meyer in der ersten Szene mit Johan Djourou und Piazon zu schnell auf den Punkt gezeigt. Der Frankfurter flog noch, da ging Meyer schon zum Elfmeterpunkt. Und ich hatte vorher noch, beim Anstoß der Partie, unseren beiden Gästen bei „Matz ab live“, Ashton Götz und Ahmet Arslan, noch gesagt: „Wie gut ist es, dass dieses Spiel mit Florian Meyer einen so erfahrenen und guten Schiedsrichter hat.“ Ja, so viel zu so viel. Bitter. Ich werde so etwas nie wieder sagen, nie wieder. In der „Bild am Sonntag“ steht ja die Aussage des zweifachen Frankfurter Torschützen, Alex Meier, im Raum: „Den ersten Elfmeter muss man nicht geben.“ So ist es. Aber er wird gegeben. Das ist so, wenn man erst unten steht. Altbekannt.
Und dann fällt mir noch ein kluger Satz von Felix Magath ein, der über Elfmeter und Platzverweise allgemein mal gesagt hat: „Schiedsrichter sollen ein Spiel leiten, aber nicht entscheiden.“ Jo!

 

Kommentar von HSV-Kapitän Johan Djourou: „Das war leider ein Rückschritt von uns, ganz klar. Ich finde es aber auch unglaublich, wie man in einem so wichtigen Spiel einen solchen Elfmeter pfeifen kann, das war eine klare Fehlentscheidung, das ist nix, da war auch nix, nichts, gar nichts. Ich stelle doch nur meinen Körper rein.“

 

Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu. So lief das auch mit dem HSV in Frankfurt. Erst der Elfmeter, dann der Platzverweis von Matthias Ostrzolek – zweimal Gelb. Ich schrieb es gestern bereits, diese Dezimierung war entscheidend für den Spielausgang. Wenn der HSV schon mit elf Spielern kaum Tore schießt, wie soll das denn mit zehn gegen elf klappen? Auch die zweite Glebe Karte gegen Ostrzolek war natürlich clever gemacht. Wenn man es aus der Hintertor-Kamera betrachtet, so ist zu erkennen, dass Aigner einen kurzen Schritt nach rechts macht, genau in den Lauf von Ostrzolek – und es kam zur Kollision. Besser wäre es ohnehin gewesen, wenn der HSV-Abwehrmann innen gelaufen wäre, um Aigner so zu stoppen, aber so war es leider nicht. Bitter, bitter.

 

Und weil das schon während des Spiels von Gästen gefragt wurde: Wie verhält es sich eigentlich, wenn ein Spieler die fünfte Gelbe erhält, und in demselben Spiel noch einmal Gelb? Dazu fand ich im Internet folgende Passage:
Auswirkung von Roten und Gelb/Roten Karten
Wenn ein/e Spieler/in die Rote oder die Gelb-Rote Karte bekommen hat, erlischt eine im selben Spiel vorher erhaltene Gelbe Karte. In früheren Spielen derselben Saison erhaltene Gelbe Karten jedoch bleiben auf dem Strafkonto bestehen (vor dem Spiel vier Gelbe Karten bleiben somit nach dem Spiel auf dem Konto.).

Kehrt Ostrzolek also zum Spiel in Sinsheim in die HSV-Mannschaft zurück, hat er wieder – oder nach wie vor – vier Gelbe Karten auf seinem Konto – er muss also nach wie vor vorsichtig sein in Sachen Zweikampfführung.

 

Ja, so spielt das Leben. Es gab zum Thema Schiedsrichter ja einige Einträge bei „Matz ab“, einer wurde mir von den Moderatoren für die Allgemeinheit empfohlen – und den gibt es hier nun zu lesen:

Sorry Dieter und Scholle,

mit Spannung habe ich gestern Eure Talkrunde wie jedes Wochenende geschaut. Leider seid Ihr nur unwesentlich auf Schiri Meyer eingegangen. Ihr habt doch die “Plattform der Öffentlichkeit”, um solche erkennbaren Missstände aufzudecken….

Ich bin immer der erste, der jeden Donnerstag Nachmittag auf die Homepage vom DFB schaut, um sich dort über Schiedsrichter-Ansetzungen zu informieren. So auch dieses Mal und dort stand der Name der Florian Meyer beim HSV-Spiel. Ich wusste, was passieren würde und genau das trat gestern ein. Mein Vater kennt meine Vorliebe für Schiedsrichter-Ansetzungen, er weiß, wen ich für HSV-Spiele gerne sehe und wer für mich die ausgemachten HSV-Bösewichte sind. Und ich hatte am Donnerstag gleich gesagt, dass der HSV definitiv einen Elfer gegen sich bekommen würde.

Die Eintracht monierte sich konstant Woche für Woche darüber, dass die bösen Schiris keine Elfer für sie pfeifen. und was passiert? Der Herr Meyer, bekannt dafür, sehr selten auf Elfer zu entscheiden, pfeift einen Allerweltszweikampf als Foul, selbst ein Markus Merk bei SKY wundert und fragt sich, ob dieser Elfer auch auf der anderen Seite gepfiffen würde (!!!).

Ich beobachte die Spielleitungen aller Schiris bei HSV-Ansetzungen seit über 10 Jahren und (ohne HSV-Brille) muss ich sagen, dass Herr Meyer definitiv ein Problem mit uns hat. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem es nicht zweifelhafte Entscheidungen des Herrn Meyer bei HSV-Spielen gab. Selbst den glasklaren Elfer aus dem Leverkusen-Spiel gab er erst nach Meldung des Assistenten!!! Dieser Mann hat gestern das Spiel in die richtige Richtung für die Eintracht gelenkt. Aber warum bekommt beim HSV niemand den Mund auf und prangert sowas an. Die Eintracht moniert das Woche für Woche, hatte damit gestern Erfolg – und wir sind und waren die Gelackmeierten. Ich mag Didi, aber er ist niemand der auch mal Klartext redet. Da muss mehr kommen.

Fakt ist, und dazu stehe ich, dieser Elfer wäre gegen einen Hummels, Boateng, Dante NIE gepfiffen worden! NIE! NIE! NIE!!!
Warum gibt es immer wieder Diskussionen um Entscheidungen bei HSV-Spielen wenn der Herr Meyer pfeift!! Ich kann ihn nicht mehr ertragen und hoffe, dass er bald die Altersgrenze erreicht!!!
Wen es interessiert: Vor Spielen mit Perl, Drees, Welz, Meyer habe ich Bauchschmerzen!
Bevor ich jetzt gesteinigt werde: Mir ist klar, wenn Rudnevs und Beister die beiden 100%igen reinmachen, kann auch ein Meyer nix machen…
Viele Grüße, Andreas aus Wiesbaden

Sorry auch, Andreas, aber den letzten Satz musste ich entfernen, bei aller Liebe, der ging nicht. Weil Du ja selbst schreibst, wenn Rudnevs und Beister . . . Beleidigungen müssen nicht sein, egal was auch vorher passiert ist. Meyer wird den HSV in dieser Saison wohl nicht mehr pfeifen, es sollte mich jedenfalls wundern, und wir sollten dann, bei aller Liebe zu den Schiedsrichtern, nur darauf hoffen, dass es wirkliche Unparteiische sind, die da mit ihrer Pfeife über den Rasen laufen.

 

„Wir haben uns bei den Elfmeter unclever angestellt“, sagte HSV-Trainer Joe Zinnbauer, und er hatte zudem festgestellt: „Und wir hatten gute Möglichkeiten, haben die Tore aber nicht gemacht. Wir haben auch mit zehn Mann weiter nach vorne gespielt, sind aber dafür nicht belohnt worden.“ Mir, das gestehe ich ehrlich, mir gefiel Joe Zinnbauer nicht wirklich, als er nach dem Spiel vor die Kameras trat. Nicht etwa deshalb, weil er keine gute Analyse von sich gab, nein, das war es nicht, sondern vielmehr vom Aussehen her. Der Abstiegskampf setzt ihm enorm zu, er ist nicht mehr mit jenem Joe zu vergleichen, der vor einem halben Jahr seinen Dienst in Hamburg als Cheftrainer antrat. Zinnbauer wirkte blass, abgekämpft, ausgemergelt und auch wie ein gehetztes Reh auf mich. Der Mann gibt natürlich alles, der denkt Tag und Nacht nur noch an Bundesliga und Klassenerhalt, der reibt sich total auf. Ich habe mich bei der Hamburger Sport-Gala kurz mit ihm unterhalten können, aber ein richtiges Vorankommen kann er natürlich auch nicht sehen, es gibt ja auch keines. Und das zermürbt – ist doch klar. Vielleicht würde es ja helfen, wenn der eine oder andere Spieler des HSV eine solche Einstellung an den Tag legen würde, wie eingangs schon beschrieben. Wer jetzt noch glaub, es hier mit Schema F schaffen zu können, der hat seien Beruf total verfehlt. Es muss im Volkspark noch einiges, nein, sogar sehr viel und vieles passieren, um den HSV dort unten noch rechtzeitig rauszuziehen. Im Moment sieht es jedenfalls wieder recht übel aus.

 

Auch wenn das natürlich nicht alle sehen (wollen). Mein Freund Peter aus dem Westen der Republik sagte für diejenigen, die das alles noch nicht so dramatisch sehen, folgende beruhigende Sätze: „Ich kann der Mannschaft auch nach dieser 1:2-Niederlage keinen Vorwurf machen. Jeder Spieler hat im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Bestes gegeben – und das war nicht immer so. Alles in allem muss ich aber auch sagen, dass man ja bescheiden wird – in seinen Ansprüchen.“
Ja, so ist es wohl. Bei einigen HSV-Fans. Allerdings ist eine solche Bescheidenheit bei mir noch nicht wirklich angekommen.

 

So, zwei Dinge noch: Das Spiel der Zweiten in der Regionalliga wurde heute noch kurzfristig abgesagt, der Platz war unbespielbar. Und morgen, am Montag, wird im Volkspark nicht trainiert – die Ruhe vor dem großen Sturm. Der Sturm der Dortmunder.

 

In diesem Sinne: Verlebt noch schöne und angenehme Stunden von diesem nicht so tollen Wochenende, und dann wünsche ich Euch und Euren Lieben einen tollen und erfolgreichen Start in die neue Woche.
Dieter

 

Und noch ein kleiner Zusatz: In der A-Jugend-Bundesliga Nord verlor der HSV (Tabellenachter) sein Heimspiel gegen RB Leipzig (Tabellendritter) mit 1:5.

 

16.11 Uhr

Kein Fußball, keine Mentalität – wie durchbricht der HSV die Spirale nach unten?

16. Februar 2015

Tag zwei nach dem Unfassbaren. Wo man hingeht – alle reden über das 0:8 von München. Wo soll das nur hinführen? Kollektiv scheint der Glaube zu schwinden, dass es Ansätze für eine Besserung gibt. Dass es weiter Hoffnung gibt für den Patienten HSV.

Im Grunde genommen war doch schon die Taktik des HSV beim 2:1 gegen Hannover ein Offenbarungseid. Bälle nach vorn kloppen, dort im Stile kanadischer Eishockey-Mannschaften hinterher rennen und auf Fehler des Gegners warten bzw. sie erzwingen. Eigener Spielaufbau? Lieber nicht. Man weiß ja um die eigenen Unzulänglichkeiten mit dem Ball. Das Zustandekommen des Erfolges gegen den Nordrivalen wurde übrigens allseits ganz deutlich beschrieben. Glücklich war es, und ich kann mir nicht denken, dass irgendein HSV-Spieler dieser Einschätzung widersprochen hätte.


So was nennt man dann Abstiegskampf, wenn es gut geht. Was soll’s, Hauptsache drei Punkte. Die große Hoffnung war doch nun, dass die zwei Siege in Serie auch für eine schrumpfende Kopf-Blockade sorgen würde. Dass mit ein bisschen Sicherheit in der Tabelle so etwas Ähnliches wie Fußball zu sehen sein würde. Joe Zinnbauer hat diese Hoffnung in erster Linie getragen und sie kam in seiner Aufstellung bei den Bayern zum Ausdruck. Und Zinnbauer ist damit gnadenlos gegen die Wand gefahren. Denn die fußballerische Krise ließ sich auch nicht durch sechs Punkte in zwei Spielen wegoperieren. Gepaart mit zu viel Übermut kam die zweite Eigenschaft der HSV-Todesspirale zum Ausdruck. „Psychische Instabilität, die wahnsinnig ist“. Das sagte der Direktor Profifußball Peter Knäbel.

Genau genommen hat der HSV sich in München nicht anders verhalten als zum Rückrundenstart gegen den 1. FC Köln. Irgendwann gibt’s ein Gegentor – und dann ist das Spiel für den HSV beendet. Eigentlich könnten sich die Verantwortlichen unten am Spielfeldrand sofort mit dem 0:1 auf ein Ergebnis einigen. Klar ist nur: dieser HSV dreht die Partie nicht mehr. Alle brechen zusammen. Verstecken sich hinter Gegenspielern, wenn ein Mitspieler eine Anspielstation sucht. Vermeiden kritische Situationen in der eigenen Defensive, wenn Hilfe für den Nebenmann gefragt ist. Peter Knäbel wollte sich gestern nicht auf eine entsprechende Charakterfrage einlassen. Aber was ist es denn sonst? Dieses Team flattert wie eine Fahne bei Windstärke 12.

Weitere Beispiele.

  • 2. Spieltag, Heimspiel gegen Paderborn. Der HSV kassiert nach 29 Minuten das 0:1. Danach: nichts mehr. Die Partie endet 0:3.
    3. Spieltag, auswärts in Hannover. Hier steht’s nach 24 Minuten schon 2:0 für Hannover. Der HSV schlaff. Mirko Slomka fliegt.
    9. Spieltag. In Berlin geschieht es erst in der zweiten Halbzeit. Aber gegen einen schwachen Gegner kassiert der HSV nach einer knappen Stunde das 0:1. Fast ohne eigene Torchancen setzt es am Ende ein 0:3.
    11. Spieltag, Auswärtsspiel in Wolfsburg. Der Rückenwind aus dem Leverkusen-Spiel ist weg. Mitte der ersten Halbzeit das 0:1, am Ende 0:2.
    13. Spieltag. Nach glücklicher Pausenführung in Augsburg bringt der Ausgleich des FCA den HSV völlig ins Schwimmen. Am Ende: 1:3 verloren.
    16. Spieltag. Kellerduell daheim gegen Stuttgart. Was für ein Gegurke. Nach 42 Minuten fällt das 0:1 – der HSV k.o.

Das waren jetzt ein paar Beispiele. Situationen, in denen es anders lief, waren sehr selten. Nur in den Heimspielen gegen Frankfurt (1:2) und Hoffenheim (1:1) reagierte der HSV auf einen Rückstand – freilich ohne die Partien drehen zu können.

An diesem Punkt angekommen stellen sich zwei Fragen: Wie schafft der HSV aktuell den Klassenerhalt? Wie stellt sich der HSV ab Sommer auf, damit es besser wird? Viele der Kommentare auch hier in den vergangenen Tagen fangen mal mit der Antwort auf Punkt eins an, die aber eigentlich erst bei Punkt zwei gegeben werden kann. Der Trainer kann nichts – weg. Westermann, van der Vaart, Jansen sofort raus. Bringt alles nichts.

Die Kernfrage bei dieser Debatte ist doch immer: Wen holen wir uns stattdessen? Der HSV verpflichtete vor der Saison Nicolai Müller. Fußball-Hamburg dachte, ein guter Kauf. Kurz vor Transfer-Ende kam Lewis Holtby. Resonanz: Fast einhellig positiv. Lasogga sollte auf Jahre die Konstante werden im HSV-Sturm. Wie fällt denn das Zwischenfazit bei diesen drei Spielern aus? Mit anderen Worten: Ja, mit van der Vaart und Co. sind die Führungsstellen beim HSV falsch besetzt. Doch wer soll sie einnehmen? Und geschieht dann nicht das, was auch Müller und Holtby aktuell widerfährt? Petr Jiracek wurde mal als tschechische Lokomotive geholt. Er stößt seit Jahren in Hamburg nur kleine Wölkchen aus. Gojko Kacar galt als Top-Mann bei Hertha BSC. Einen Anspruch, den er in fünf Jahren Hamburg nicht annähernd erfüllen konnte. Ich könnte noch mehr Beispiele nennen. Sie alle eint nur diese Erkenntnis: Beim HSV wurde alles schlechter.

Hier bin ich übrigens bei Peter Knäbel und auch bei Scholles Einschätzungen von gestern: Auf Ronny Marcos herumzuhacken, ist extrem unfair. Sein ungleiches Duell mit Arjen Robben stand einfach nur exemplarisch für den krassen Unterschied der beiden Mannschaften. Natürlich hat er sich ungeschickt verhalten, aber das haben nicht nur alle im Stadion und am Fernseher gesehen, sondern auch seine zehn Mitspieler. Und die hätten ihm helfen können und müssen. Aber da sind wir wieder beim Thema: Das geht nur in einer funktionierenden Mannschaft.



Und noch was zu Knäbel – es ist doch klar, dass er vor den Mikrofonen weder Spieler noch Trainer vernichtet. Im Moment hat der HSV keine anderen Leute! Warum soll er nicht erzählen, dass er nach Bas Dost gefragt hat? Ihr freut Euch doch auch über Informationen und Innenansichten. Und die zu liefern, ist auch eine der Verpflichtungen des HSV. Ich hätte übrigens die Spieler nicht schützend aus der Presse genommen wie nach dem Bayern-Spiel geschehen. Ein paar Worte, insbesondere an die 6000 Gekniffenen im HSV-Fanblock, wären den Profis zuzumuten gewesen.

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Im Moment muss der HSV Richtung Sonntag gucken. Und hinter den Kulissen muss Knäbel Schlüsse ziehen und Entscheidungen vorbereiten. Und dabei muss er tatsächlich dieses eklatante Führungsloch auf dem Platz schließen. Nun übrigens auf Ivo Ilicevic und/oder Maxi Biester zu setzen, wäre ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Immerhin machen Cleber, Valon Behrami und Dennis Diekmeier Fortschritte. Hier die HSV-Meldung:

Zur Verfügung stehen könnte gegen Mönchengladbach wieder Cleber Reis. Der brasilianische Innenverteidiger wird nach seinem Faserriss in dieser Woche wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen.

Dies peilt so schnell wie möglich auch Valon Behrami an. Der Schweizer absolviert bereits fußballspezifisches Training. „Es ist geplant, ihn in dieser Woche wieder an das Mannschaftstraining heranzuführen“, sagt Mannschaftsarzt Dr. Götz Welsch zum Aufbauprogramm des Mittelfeldspielers. Fortschritte kann auch Dennis Diekmeier verzeichnen. Der Rechtsverteidiger könnte schon Mitte der Woche mit seinen Teamkollegen auf dem Platz stehen. Auch Ivica Olic plant so schnell wie möglich zurückzukehren. Der Kroate laboriert noch an leichten muskulären Problemen, nachdem er im Spiel in München schon in der Anfangsphase einen Schlag in den Rücken bekam und kurz darauf ausgewechselt werden musste. Am Donnerstag möchte „Ivi“ wieder auf dem Platz stehen.

Dies ist für Pierre-Michel Lasogga noch etwas entfernt. In dieser Woche steigt der Stürmer allerdings wieder ins Lauftraining ein. Auf dieses hofft Lewis Holtby in der kommenden Woche. Am Mittwoch bekommt der Mittelfeldspieler, der sich im Trainingslager in Dubai einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hat, einen Spezial-Panzer, mit dem er die kommenden Wochen sein Aufbauprogramm betreiben und damit auch Laufeinheiten absolvieren kann.

Gerade Cleber und Behrami gehören ja zumindest in die Kategorie Spieler, die Führungslücken schließen könnten. Ebenso wie Ivica Olic. Nicht umsonst hatten die Verantwortlichen zuletzt auch immer wieder betont, wie sehr einer wie Behrami fehlen würde. Aber es nützt nun nichts, und da kann man noch so viel draufdreschen, der Kader steht bis Saisonende.

Was die Position des Trainers angeht, hat das 0:8 Joe Zinnbauer erheblich geschwächt. Seine fußballerischen Einfälle haben nicht gezündet. Das war schon so in Augsburg, als mit Götz, Marcos und Gouaida gleich drei junge kamen (am Ende 1:3), das war so bei den Bayern, wo Zinnbauer noch ein paar Ideen mehr hatte. Und weil die Erfolgserlebnisse in solchen Spielen ausbleiben, verliert Zinnbauer unvermeidbar Vertrauen bei den Profis. Sein Ziel muss es sein, dieses Vertrauen herzustellen, so dass gegen Mönchengladbach wieder eine homogene Einheit auf dem Platz steht. So sehr es sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht, dass der HSV nach Rückständen wegbricht, so regelmäßig starten die Profis in fast allen ihren Bundesliga-Spielen anfangs motiviert und tatendurstig. Seit September konnte Zinnbauer die Mannschaft oft emotional packen, so dass es zu Kampf-Siegen kam (Leverkusen, Bremen, Paderborn, Hannover). Dieser Tatendurst lässt dann nur zu oft im Laufe der 90 Minuten nach. Und: Eine fußballerische Linie hat Zinnbauer auch nach 18 Liga-Spielen noch nicht einpflanzen können.

Ohne dass ich dazu Hinweise von einem HSV-Verantwortlichen bekommen hätte, habe ich mir zuletzt immer ein Trainer-Szenario vorgestellt. Zinnbauer rettet diesen HSV in dieser Saison vor dem Abstieg, entfacht Feuer in der Mannschaft und weckt Mentalität. Und auf dieser Basis könnte dann ab Sommer ein neuer Mann beginnen, dem die Verantwortlichen noch mehr zutrauen, einen Sprung nach vorn zu machen. Dieser „Plan“ mag auch nach diesem 0:8 noch so oder ähnlich sein, aber Joe Zinnbauer ist ganz konkret auf eine Reaktion der Mannschaft am Sonntag gegen Mönchengladbach angewiesen.

An Konsequenzen im negativen Fall mag ich aber, das sage ich ganz ehrlich, aus einem anderen Grund gar nicht denken. Was wäre denn, wenn im März plötzlich ein neuer Feuerwehrmann im Presseraum des ehemaligen und künftigen Volksparkstadions sitzen würde? Ginge es dann nach oben? Würde dann alles gut? Oder würden wir nicht alle skeptisch zu ihm schauen und denken: „Lieber Mann, wir wünschen Dir wie Deinen Vorgängern einen guten Vertrag. Spätestens beim nächsten Weihnachtsurlaub ist Deine Zeit in Hamburg sowieso wieder Geschichte.“ Das Trainer-Rausgekloppe beim HSV ist doch eine der unsäglichen Erscheinungen der vergangenen Jahre. Ertrag: gleich Null.

Sicher, das alles bedeutet nicht, dass ein Coach einen Freifahrtschein kriegen muss. Packt Zinnbauer das Team jetzt nicht richtig an, dann wird es einsam um ihn.

Vorhin hat Dieter mir eine kleine Geschichte erzählt aus dem Frühjahr 2013. Der damalige Trainer Thorsten Fink kam ganz beschwingt vom Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel bei den Bayern vom Übungsrasen. Wartet mal ab, was wir morgen zeigen, sagte Fink fröhlich im Vorbeigehen – offenbar in der Erwartung einer HSV-Sternstunde. Bekanntlich wurde es ein 2:9 und alles andere als eine Sternstunde – ein wenig erinnert diese Anekdote auch an Joe Zinnbauer, der nun mit verändertem Personal und veränderter Taktik zum Erfolg kommen wollte – und böse gelandet ist. Total verschätzt mit dieser HSV-Mannschaft.

Gegen Ende noch ein Hinweis auf Äußerungen von Frank de Boer, Trainer von Ajax Amsterdam. Der sagte dem Sender Fox Sports, angesprochen auf Rafael van der Vaart: „Mit seiner Erfahrung, denke ich, dass er allzeit willkommen ist.“ Zwar stehe van der Vaart nicht oben auf der Ajax-Liste, aber: „Unsere ersten Pfeile zielen auf eine andere Option. Aber ich denke, dass er für uns interessant werden kann.“

Und zum Abschluss noch eine traurige Nachricht. Egon Horst ist gestorben. Der baumlange Verteidiger spielte von 1965 bis 1969 für den HSV in der Bundesliga. Wie sein Freund Willi Schulz kam er von Schalke 04 nach Hamburg. Zu seinen aktiven Zeiten hieß es, Horst sei auf dem Platz noch härter als Schulz. Egon Horst wurde 76 Jahre alt.

Morgen Nachmittag trainiert die Mannschaft um 15 Uhr am Stadion. Am Vormittag finden individuelle Einheiten statt.

Lars
18.30 Uhr

Ein “Spion” und Julian Green sorgen für Unruhe

13. Februar 2015

Wenn man einen Weg umsonst macht – dann war es dieser. Während des heutigen Geheimtrainings stand neben einigen (hier) bekannten Journalisten auch ein junger Mann, den es schon gestern zum Training gezogen hatte. „Mit Kamera hat er das Training gefilmt“, so Zinnbauer über den vermeintlichen Spion, der am Donnerstag auffällig unauffällig mit der Kamera das Training aufgenommen haben soll. So, wie einst ein Kölner Spion im Trainingslager in Dubai. Wobei sich dieser noch dreister verhalten hatte und sogar an den Presserunden teilgenommen hatte…

 

Und dieser Spion? Er war zumindest schon mal das spannendste Thema dieses Geheimtrainings, das eigentlich gar nicht geheim war, da es auf dem gut einsehbaren vorderen Trainingsplatz stattfand. Und vor allem gab es tatsächlich nichts zu sehen, was in irgendeiner Form Aufschluss auf Sonnabend geben könnte. Außer der Tatsache, dass Ivo Ilicevic und Maxi Beister nicht dabei waren, weil sie bei der U23 eingesetzt werden. Ilicevic dauerhaft, Beister vorübergehend. „Ich habe mit Maxi gesprochen und er hat darum gebeten, in der U23 Spielpraxis zu sammeln.“ Deshalb trainierte der Rechtsfuß heute individuell und steht morgen um 13.30 Uhr in der Startelf gegen den VfL Wolfsburg II.

Beister spielt. Weil er sich entwickeln will. Ein anderer weigert sich, noch zumindest: Julian Green. Der Youngster hatte sich zuletzt darüber beschwert, erst aus der Presse davon erfahren zu haben, dass er in der U23 spielen soll. Peter Knäbel kündigte daraufhin Gespräche für die kommende Woche an. Und diese dürften für den Leihspieler nicht sonderlich angenehm werden.

 

Morgen hat Green auf jeden Fall spielfrei. Stattdessen muss die US-Leihgabe vom FC Bayern trainieren, weil er sich weigert, für die Regionalligamannschaft aufzulaufen. Mediendirektor Jörn Wolf: „Julian hat bislang nicht die Bereitschaft, im Nachwuchs zu spielen.“ Dabei hat der Rechtsfuß aktuell nicht einmal die Form, dort einen Platz in der Startelf einzufordern.

 

Green wird zum Missverständnis – wenn er es nicht schon längst ist. Der US-Nationalspieler sollte beim HSV die Spielpraxis sammeln, die er beim mit Weltklassespielern bestückten FC Bayern nicht bekommen würde. Beim HSV schien das wahrscheinlicher – allerdings rechnete niemand damit, dass 1.) nach drei Spieltagen der Trainer gewechselt würde, und 2.) Green sich in keiner Phase der Saison aufzudrängen wusste. Green, der es bevorzugt, über die Außen zu kommen, ist in Hamburg bis heute nicht angekommen. Das Verhältnis zu Trainer Joe Zinnbauer sei grundsätzlich intakt, sagen beide. Allerdings steht Green bei Zinnbauer nicht weiter oben auf der Liste, seit er sich weigert, für die U23 aufzulaufen. Im Gegenteil: der zweite Arslan droht. Mit dem feinen Unterschied, dass Green nicht mehr wechseln kann. Er dürfte es nach dieser Auseinandersetzung schwer haben, beim HSV überhaupt noch einmal Spielpraxis zu sammeln. Und obwohl ich gestern geschrieben habe, was ich von Profis halte, die die eigene U23 geringschätzend ablehnen – was auch für Green gilt – will ich für ein abschließendes Urteil fairerweise abwarten, wie Green die Situation darstellt.

Eine glasklare Situation findet der HSV bei seinem Gastauftritt in München vor. In keinem Spiel ist der HSV auf dem Papier deutlicher Außenseiter als in der Allianz-Arena. Im Jubiläumsspiel, dem 100. Nord-Süd-Schlager, setzt der HSV auf den Überraschungseffekt. Besser gesagt, Zinnbauer macht das intern so. Der HSV-Trainer wechselte im Laufe der Woche immer wieder seine vermeintliche A-Elf durch – und ließ das Abschlussspiel heute gänzlich aus. Noch immer ist unklar, ob Slobodan Rajkovic oder Heiko Westermann neben Johan Djourou spielt. Noch ist unklar, ob Rafael van der Vaart wirklich eine Pause bekommt und an seiner Stelle Petr Jiracek neben Marcelo Diaz aufläuft. Ebenso vakant ist die Startelfbesetzung des Linksverteidigers, wo sich Ronny Marcos und der im Training zuletzt stärker werdende Matthias Ostrzolek Konkurrenz liefern.

 

Zinnbauer selbst wollte sich heute nicht dazu äußern. Und im Training ließ er ausschließlich ein leichtes Aufwärmtraining sowie eine intensive Torabschlussübung absolvieren. Genau so, wie er vor dem Hannover-Sieg trainieren ließ. Aberglaube? Mit Sicherheit. Zinnbauer ist ein Freund der Rituale. So wird er die Startelfaufstellung tatsächlich erst unmittelbar vor der Mannschaftsbesprechung am Sonnabend in München festlegen. Zusammen mit seinem Trainerteam – genau so, wie vor Hannover…

 

„Wir werden wieder so intensiv spielen müssen wie gegen Hannover“, sagt Ivica Olic, der mit dem HSV in München noch ungeschlagen ist. Nimmt man die jüngste Statistik, ist Böses zu erahnen. 3:23 Tore in den letzten vier Spielen, zwölfmal in Folge blieb man gegen den Rekordmeister ohne Sieg und kassierte dabei den rekordverdächtigen Schnitt von 3,3 Gegentoren.

 

Aber: Bangemachen gilt nicht. Denn auch die Bayern sind noch nicht in der Verfassung der Hinrunde. Sagte Olic am Donnerstag. Und der ist ganz froh darüber, dass mit Boateng (gesperrt) der beste Verteidiger der Münchner ausfällt. Dafür soll Franck Ribéry sein Comeback feiern. Über die linke Seite des FCB würde er es – so schien es im Training – mit Ashton Götz zu tun bekommen. Ein Duell, in dem der Jungprofi eine Menge lernen und gewinnen kann. Auf der anderen Außenverteidigerseite bekommt es offenbar Matthias Ostrzolek mit dem wohl besten Spieler der Liga zu tun: Arjen Robben. Und im Zentrum? Da bekommt es der HSV mit Thomas Müller, Mario Götze oder Robert Lewandowski zu tun. Und egal wer es am Ende wird, sollte der zuletzt von Zinnbauer gelobte Rajkovic für Westermann weichen müssen – es wäre ein bitterer Nackenschlag für den Serben. Einzige Möglichkeit, dass beide spielen wäre, wenn Westermann trotz der letzten beiden Partien noch mal als Rechtsverteidiger auflaufen. Und irgendwie glaube ich, dass es so kommt…

 

Wirklich zu gefallen weiß derzeit Marcelo Diaz. Der Chilene spielt abgezockt, unaufgeregt und nahezu fehlerfrei. Er schlägt hervorragende Standards und auch heute beim Torabschluss hatte er (zusammen mit Jansen) die wahrscheinlichste höchste Erfolgsquote. Und ich hoffe, dass er mit seinen Pässen in München vielleicht den einen oder anderen Konter über Olic, Jansen oder Müller einleitet. Und wenn das nicht funktioniert – vielleicht entscheidet am Ende ja ein Standard das Spiel.

 

Ihr seht, ich bin wirklich nie hoffnungslos vor Spielen. Nicht einmal bei diesem HSV gegen diesen FC Bayern München. Aber ich gebe zu, dass ich eine relativ überschaubare Erwartungshaltung habe. Aber was heißt das schon…?!

 

In diesem Sinne, warten wir ab, wie der HSV in München auftritt. Personell wie leistungstechnisch. Ich bin gespannt. Denn so offen wie diesmal war es lange nicht. Das weiß übrigens auch der Spion, der so gar nicht Spion sein wollte. Ich habe ihn nach dem Training einfach mal angesprochen und gefragt, ob er für den FC Bayern arbeitet. Er antwortete mir, dass er ein Student aus Münster sei, der mit seiner Freundin eine Woche lang in Hamburg zu Besuch ist. Er brachte es zugegebenermaßen nicht besonders glaubhaft rüber. Aber selbst wenn, auch er hat heute nichts sehen können, womit er bei Guardiola glänzen könnte. Dafür gab es gestern viel zu sehen – zumindest viele unterschiedliche Formationen.

 

In diesem Sinne, es bleibt spannend. Bis morgen! Dann übrigens wieder mit einem Matz ab live unmittelbar nach Schlusspfiff um 17.30 Uhr aus dem Champs. Unsere Gäste sind Dennis Diekmeier und Carsten Byernetzki, der ehemalige Schiedsrichter und aktuelle Pressesprecher des Hamburger Fußball-Verbandes.

 

Scholle

So könnten sie spielen: Drobny – Westermann, Djourou, Rajkovic, Ostrzolek – Jiracek, Diaz – Müller, Stieber, Jansen – Olic.

Rotiert van der Vaart aus dem Team? ***Ergänzt: Green “versuchts” …

11. Februar 2015

Joe Zinnbauer scherte sich nicht darum, dass er Geburtstag hat. Auch ein Rafael van der Vaart musste an seinem 32. Geburtstag zwischenzeitlich ins B-Team wechseln. Zinnbauer testete aus, was gegen die Bayern am Sonnabend greifen kann. Oder besser, er probiert, ob der HSV überhaupt ein Mittel hat. Zuerst mit van der Vaart, Diaz und Stieber im zentralen Mittelfeld, dann mit Jiracek, Diaz und Stieber. Ergo: Stieber und Diaz im Stamm – über van der Vaart oder Jiracek denkt Zinnbauer offenbar nach. Zumindest sollen die Spieler das so auffassen. Und ich hoffe, dass Zinnbauer tatsächlich darüber nachdenkt. Denn in München wird der HSV nicht mit zwei spielerischen Sechsern (Diaz und van der Vaart) hinter einem eher defensivschwachen Zehner wie Stieber bestehen können. Weniger noch, der HSV würde das Zentrum meiner Meinung nach komplett abgeben.


Aber noch ist Zeit, noch ist nichts entschieden. Diaz und Stieber scheinen im Vorteil – obgleich Letztgenannter heute bei uns in der Presserunde war. Das letzte Mal war er das vor dem Köln-Spiel, als alle dachten, er würde einige Tage später beginnen. Letztlich ließ Zinnbauer ihn aber doch draußen. „Ich hoffe, dass das kein schlechtes Omen ist“, scherzt der Linksfuß.

Grund genug, an seine Startelfnominierung zu glauben hat er jedenfalls. Eineinhalb Treffer in den letzten zwei Spielen, zwei Siege mit ihm auf der Zehn – vieles spricht für Stieber, der selbst noch lange nicht zufrieden ist. „Ich muss hier noch sehr viel beweisen“, so Stieber, der gegen Hannover der laufstärkste HSVer war. „Laufen kann ich immer. Und im Moment geht es nur um Ergebnisse. So gern wir selbst schöneren Fußball spielen wollen – der Kampf geht vor.“


Fürwahr. Wenn es einmal schwierig war, schönen Fußball zu spielen, dann bei diesen Bayern. Trotzdem setzt Stieber auf die Außenseiterchance. „Wir wissen, dass wir wieder alles geben müssen – und diesmal sicher noch etwas mehr. Wir müssen wieder über den Kampf kommen und auf die eine, kleine Chance warten, um einen Treffer zu machen“, so Stieber, der, einmal im Flow, sogar noch nachlegt: „Vielleicht ja auch zwei Tore – immerhin haben die Bayern im Moment auch einige Probleme.“ Oha. Mutig, beim FC Bayern von Problemen zu sprechen…

Dabei ist Stieber definitiv kein Lautsprecher. Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Ungar ist zurückhaltend, fleißig, lernwillig – und ein absoluter Teamplayer. Darüber gemeckert, dass er in der Hinrunde nicht mehr als Reservist war, hat er nie. Er hat Gas gegeben. „Ich habe immer weitergemacht, weil ich ein Ziel habe. Das heißt immer noch: Stammspieler beim HSV.“ Mit seinen letzten beiden Spielen hat er sich dem Ziel zweifellos genähert – dennoch ist er noch weit davon entfernt.

Sollte er es irgendwann erreichen – er hätte es sich hart verdient. Denn leicht wurde es Stieber in Hamburg nicht gemacht – bis heute nicht. Von Anfang an galt er als Wunschspieler von Oliver Kreuzer und hatte nach dessen Demission in Hamburg eine Menge Skepsis der neuen HSV-Verantwortlichen zu verdauen. Er schluckte die bittere Pille wortlos und hielt durch. „Zoltan macht es im Moment gut, hat eine gute Vorbereitung gespielt“, lobte Zinnbauer zuletzt. Worte, die Stieber beflügeln. „Es tut gut, Vertrauen zu spüren. Aber ich darf mich nicht darauf ausruhen. Ich möchte mich hier jeden Tag empfehlen. Auch in München.“ Dass es dort – wie zuletzt häufiger – ein Debakel gibt, schließt Stieber aus: „Neun Gegentore werden wir ganz sicher nicht kassieren. Es wird ein hartes Spiel. Aber wir sind ganz sicher nicht ohne Chance.“

Apropos empfehlen: Das wurde Nicolai Müller zuletzt nach wiederholt äußerst mäßiger Leistungen vom Direktor Profifußball nahegelegt. Peter Knäbel hatte die Leistungen des Zugangs vom FSV Mainz kritisch beleuchtet – ebenso wie der Spieler selbst, der mit sich selbst nicht zufrieden ist und Besserung gelobte. Heute im Training ließ er den Worten erste Taten folgen. Der Außenstürmer war einer der Besten im A-Team, ackerte wie ich ihn lange nicht gesehen hatte und kam sogar – endlich – zu Torabschlüssen. Das wollte ich nach aller Kritik an dem Rechtsfuß unbedingt erwähnen. Ebenfalls auffällig: Matthias Ostrzolek. Der Linksverteidiger, der von Ronny Marcos verdrängt worden ist, spielte zunächst in der A-Elf, ehe ihn Marcos ersetzte – und ging als Punktsieger aus dem Duell. Mehr als nett zu erwähnen ist das sicher noch nicht. Klar. Aber es gefiel.

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In München zu gefallen dürfte gegen den unfassbar starken Arjen Robben (Ostrzolek oder Marcos) indes unfassbar schwierig werden. Fast so, wie als Offensivspieler aufzutrumpfen – dachte ich zunächst. Allerdings hat Müller eine hervorragende Stärke: Tempo. Er ist prädestiniert für schnelles Umschalten, fürs Konterspiel. Und genau das will Zinnbauer ja spielen lassen. Generell – und in München ganz sicher im Speziellen. Und sollte er Müller entsprechend einsetzen und dieser seine Aufgabe endlich auch entsprechend annehmen – es könnte für Müller die Chance sein, nach langer Zeit mal wieder zu überzeugen.

So, wie es Marcelo Diaz bislang schaffte. Beim Kurzeinsatz in Paderborn wusste der Chilene ebenso zu gefallen wie gegen Hannover. Mein Kollege Kai Schiller führte heute ein (sehr gelungenes!) Interview mit dem neuen Taktgeber im HSV-Mittelfeld, das morgen im Printteil des Abendblattes erscheint. Darin kommt Diaz menschlich ebenso gut rüber, wie zuletzt sportlich. Er sagt über sich selbst, er sei Perfektionist, vom HSV überzeugt und habe noch große Ziele. Auch gegen den FC Bayern. „Wenn man mit der Einstellung ins Spiel geht, dass man nur nicht zu hoch verlieren will, dann verliert man. Ich will aber gewinnen. Punkt. Vielleicht gewinnen wir, vielleicht spielen wir Unentschieden. Aber auf jeden Fall tue ich alles dafür, dass wir nicht verlieren. Ich denke immer nur groß“, so Diaz, der hinzufügt: „HSV gegen Bayern – das ist doch genau so ein Spiel, das man als Fußballer liebt. Für so ein Spiel bin ich in die Bundesliga zum HSV gewechselt.“

Was bleibt ist die Hoffnung. Und ich lege mich fest: Dass der HSV in München am Sonnabend besser auftritt, als seine Anwälte heute im Arbeitsrechtsstreit mit dem ehemaligen Fitnesstrainer Vidovic vor Gericht, ist ziemlich sicher. Denn nachdem man Vidovic zunächst 120000 Euro angeboten hatte, dachten die Anwälte, das Angebot drücken zu können, da Vidovic auf HSV-Tankkarte privat 13 Liter getankt hatte. Vidovics Anwalt hatte zuvor 200000 Euro Abfindung gefordert. Vor Gericht heute stellte der Vorsitzende Richter schnell fest, dass es keine gütliche Einigung geben würde, nachdem die HSV-Anwälte gar eine Strafanzeige gegen Vidovic in Erwägung zogen und nur noch zwei Monatsgehälter á 15000 als Abfindung boten. Der Richter riet den HSV-Anwälten, das ursprüngliche Angebot von 120000 Euro zu erneuern – Vidovics Anwalt hätte das angenommen, die HSV-Anwälte schlugen aus. Ergebnis: Der Richter riet erneut dazu, das Angebot auf die vertraglich geregelten 90000 Euro zuzüglich zwei Monatsgehälter (30000) zu erhöhen. Jetzt hat der HSV bis zum 25. Februar Zeit, sich zu entscheiden. Sollte man sich bis dahin nicht einigen können, wird die Verhandlung am 25. März fortgesetzt.

Fortschritte machen in der Zwischenzeit die Verletzten beim HSV. Dennis Diekmeier, Matti Steinmann und Valon Behrami absolvierten Lauftraining, während Pierre Michel Lasogga sogar mit dem Ball arbeiten konnte. Dass Johan Djourou heute im Training beim Abschlussspiel rausgenommen wurde, nannte Trainer Zinnbauer anschließend „abgesprochen“ und „nicht beunruhigend“. Der Schweizer soll am Sonnabend in München beginnen.

In diesem Sinne, bis morgen! da wird um 15.30 Uhr trainiert.
Scholle

***Julian Green kritisiert HSV***

Julian Green manövriert sich ins Abseits. “Mit mir hat bisher weder der Trainer noch der Sportdirektor gesprochen. Ich habe selbst aus der Presse erfahren, dass ich ab jetzt angeblich für die U23 spiele”, postete der 19-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Er wolle beim HSV Stammspieler werden. “Das war und ist mein Ziel und war der Grund für meinen Wechsel. Ich bin Lizenzspieler, habe mir nichts zu Schulden kommen lassen und gebe in jedem Training alles”, schrieb Green.*

Beim HSV gehen die Lichter aus

28. Oktober 2014

Wenn die Generalprobe in die Hose geht – dann ist das nicht immer schlecht. Im Gegenteil. Zumindest besagt das eine alte Theaterregel – und demnach hätte der HSV morgen gegen den FC Bayern München tatsächlich gute Chancen auf ein Weiterkommen. Denn nach einem sehr durchschnittlichen, eher laschen Abschlusstraining musste Trainer Josef Zinnbauer die Einheit vorzeitig abbrechen, nachdem die Flutlichtanlage plötzlich erlosch. „Das war alles so geplant“, lachte Zinnbauer die kleine Panne weg. Zumal er die letzte Übung (Abschluss nach Flanke und Pass) eh nur noch wenige Minuten laufen lassen wollte. Statt 18 Uhr war somit fünf Minuten früher als geplant, um 17.55 Uhr Schluss. Wichtiger: Der Trainer war nur bedingt schlauer, was seinen Kader für das Bayern-Spiel betrifft.

Die Sendung beginnt um 23:00 Uhr.

Denn der hat noch ein großes Fragezeichen: Kann Valon Behrami spielen oder nicht? Im Abschlusstraining war der Schweizer dabei. Allerdings war deutlich zu sehen, dass er noch nicht ganz fit ist. Der so wichtige Abräumer mied Zweikämpfe sicherlich präventiv – allerdings lief er sauch extrem unrund. Zwischendurch machte es den Anschein, als würde er gar abbrechen wollen, was „der Beißer“ aber selbstredend nicht tat. „Ich werde mich unterhalten“, so Zinnbauer, „mit Valon und unseren Medizinern. Danach entscheiden wir.“

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Und diese Entscheidung sah heute Abend so aus, dass zunächst 19 Spieler im Kader sind. Zu dem Hertha-Kader gesellt sich für den Pokalfight der wieder genesene Petr Jiracek als möglicher Behrami-Ersatz. Eine Personalie, die Zinnbauer im Abschlusstraining testete. Er mischte im Abschlussspiel die Mannschaftsteile. Soll heißen: Die Stamm-Viererkette mit Götz, Westermann, Djourou, Ostrzolek und Keeper Drobny sowie den beiden Sechsern Arslan und eben Jiracek spielte mit dem B-Mittelfeld. Davor agierten Lasogga und Rudnevs als Doppelspitze. Derweil testete Zinnbauer auf der anderen Seite das Mittelfeld Müller, Holtby, Green mit van der Vaart als einzige Spitze vor den potenziellen Reservisten.

Mein Kollege Kai Schiller wollte für seine Aufstellung im Printbereich wissen, ob es mehr nach Behrami oder Jiracek auf der Sechs aussah. Und ich sagte: Mehr nach Jiracek. Allerdings wissen wir alle, wozu die heutige Medizin fähig ist. Und sollte Zinnbauer den Pokalabend gegen die nominell übermächtigen Bayern doch hundertprozentig wichtig nehmen, dürfte der Schweizer mit Schmerzmitteln fit gemacht werden können. Dass er im spielfähigen Zustand momentan unverzichtbar ist, ist hinlänglich bekannt. Allerdings hoffe ich, dass der HSV gerade hier kein überhöhtes Risiko eingeht und eher mit Weitsicht und der Priorität Bundesliga seine Mannschaft aufstellt. Soll heißen: Behrami schonen, wenn er nicht wirklich 100 Prozent fit ist. Zumal ich tatsächlich gespannt wäre, wie sich Jiracek auf der Sechs macht. Gerade gegen den FC Bayern, der ohne Arjen Robben anreist, dürfte es hier mächtig viel Arbeit geben. Und somit auch mächtig viele Möglichkeiten, sich zu empfehlen.

Nicht wirklich empfohlen hatte sich zuletzt Rafael van der Vaart mit durchwachsenen Leistungen gegen Hoffenheim und Hertha. Und das blieb auch heute im Training so. Der Versuch mit ihm als Spitze samt Holtby auf der Zehn dahinter erscheint mir sehr mutig. Mehr noch: Es wirkt auf mich wie ein Eingeständnis im Vorwege, sich gegen den FC Bayern nach vorn wenig bis nichts auszurechnen. Denn dass man mit dem Niederländer noch weniger auf Konter spielen kann als mit Pierre-Michel Lasogga ist klar. Womit ich bei der Frage nach Artjoms Rudnevs bin. Weshalb Zinnbauer nicht einmal gegen die spielerisch derart überlegenen Bayern auf die Schnelligkeit und das Laufvermögen von Artjoms Rudnevs setzt, erschließt sich mir nicht. Der Lette ist wie zuletzt gegen Hoffenheim und Hertha BSC nicht einmal im Kader. Dabei hat Mönchengladbach am Sonntag erst gezeigt, was man mit einer massierten Defensive und schnellen Kontern auch gegen den Rekordmeister für Gefahr ausstrahlen kann. Und wenn Rudnevs eine Qualität hat, dann seine Laufstärke. Sowohl in Sachen Tempo als auch in Sachen Ausdauer könnte man ihn als einzige Spitze aufbieten. „Er zeigt, dass er ins Team will“, hatte Zinnbauer gesagt und erklärt, er wolle Rudnevs mit der Nichtberücksichtigung kitzeln. Ich allerdings glaube, dass aus dem Kitzeln bald eine so verhärtete Front entstanden sein wird, dass man sich im Winter über eine Trennung unterhält.

Etwas überraschend ließ Zinnbauer heute Julian Green im vermeintlichen A-Mittelfeld auf links agieren. Dafür zog er Marcell Jansen als Linksverteidiger in die B-Abwehrreihe. „Meinst Du, er lässt Green gegen seinen Klub von Beginn an ran“, wollte mein Kollege nach dem Training wissen, in dem Green durchgehend neben Müller, Holtby und van der Vaart spielte. Und ich kann es mir ehrlich gesagt kaum vorstellen. Zumindest habe ich Jansen in Berlin trotz seiner vergebenen Chance nicht so schlecht gesehen wie manch anderen HSVer. Dennoch könnte Zinnbauer damit versuchen, die Van-der-Vaart-Laufschwäche zu kompensieren, indem er drei sehr schnelle, laufstarke Spieler hinter ihm agieren lässt. Denn mit Holtby zentral sowie Müller rechts und eben Green kann man sicher kontern.

 



 

Es ist mal wieder spannend. Lässt Zinnbauer Jansen für Green draußen? Kann Behrami spielen? Und: Beginnt Lasogga oder van der Vaart im Angriffszentrum? Drei Fragen, die der Trainer heute ganz bewusst offenhielt. Zumal ich mir sicher bin, dass Zinnbauer mehr Wert auf das Sonnabendspiel gegen Bayer Leverkusen legt als auf den Pokalkick. Er wird versuchen, den bestmöglichen Spagat hinzulegen, ohne zu viel zu riskieren. Ergo: Ich glaube (und hoffe), dass Behrami geschont wird. Ich glaube und hoffe zudem, dass Holtby auf der Zehn anfängt. Ich würde so spielen lassen: Drobny – Götz, Westermann, Djourou, Ostrzolek – Arslan, Jiracek – Müller, Holtby, Green – Lasogga.

Warum ich Green für Jansen spielen lassen würde? Ganz einfach, um ihn „zu aktivieren“. Denn bislang fristet der Youngster noch immer eine Art Schattendasein. Er ist (vor allem verletzungsbedingt) mal dabei, mal nicht. Er gilt als große Hoffnung, bekommt aber nur sporadisch Spielzeit. Ihm würde ein Einsatz von Beginn an vielleicht gerade rechtzeitig vor den wichtigen Bundesligaspielen gegen Leverkusen und Wolfsburg weiterhelfen, Selbstvertrauen zu tanken. Auch Zinnbauer konnte sich noch keinen nachhaltigen Eindruck seines Zugangs unter Wettbewerbsbedingungen machen. Und dafür kommt ein Pokalspiel gegen Greens Heimatklub FC Bayern vielleicht gerade recht. Und sollte dieser Versuch in die Hose gehen, hätte Zinnbauer fürs Wochenende noch immer den erfahrenen (und dann ausgeruhten) Jansen in der Hinterhand.

Aber okay, wir werden es morgen Abend sehen. Und anschließend wollen wir darüber sprechen im „Matz ab live“. Das beginnt wie bei allen Heimspielen rund 45 Minuten nach Spielschluss.

Bis dahin!

Scholle

P.S.: Allen, die bei Zinnbauer von einem hohen Gehalt sprechen, sei gesagt: Dem ist nicht so. Der Cheftrainer erhält die maximale Summe von 800000 Euro im Jahr, wenn er alle möglichen Erfolgsprämien einfährt. Zinnbauers U23-Gehalt von 10000 Euro im Monat wurde also mitnichten auf 80000 hochgeschraubt. Und da weder vom Titel noch vom Pokalsieg auszugehen ist, wird Zinnbauer am Ende der günstigste HSV-Trainer der jüngeren Geschichte sein.

Neuer Vertrag – jetzt muss Zinnbauer nachziehen

27. Oktober 2014

Kein Knäbel, kein Beiersdorfer auf der Empore – und mehr oder weniger am Rande vermeldete Mediendirektor Jörn Wolf, dass der Vertrag mit Josef „Joe“ Zinnbauer modifiziert worden worden ist. Das war anders als sonst, ohne großes Posieren. Einfach normal. Und ich finde den Rahmen so völlig in Ordnung. Denn an diesem Vorgang ist wirklich nichts überraschend. Gar nichts. Deshalb kann ich dieses „Hat der HSV denn gar nichts gelernt?“ auch wirklich nicht nachvollziehen.

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Was denn ist seltsam daran, dass ein beförderter Mitarbeiter seine Bezüge angehoben bekommt? Nichts. Und mehr ist tatsächlich nicht passiert. Nicht einmal eine Verlängerung ist vorgenommen worden. Und wisst Ihr was? Weil es außergewöhnlich ehrliche Verhandlungen waren, verstehe ich die angeschobene Diskussion noch weniger. Zumal Zinnbauer dem Vernehmen nach sogar weniger für sich als für seinen Stab verhandelt haben soll. Das aber mit Erfolg. Auch Cotrainer Patrick Rahmen als Co-Trainer, Stefan Torwarttrainer Wächter und Stefan Schümann als Athletik-Trainer bekamen angepasste Verträge. „Wir bewerten die Entwicklung als eine Leistung des gesamten Trainerteams. Aus diesem Grund sind die drei weiter als fester Bestandteil des Trainerteams der Bundesligamannschaft engagiert“, argumentierte Peter Knäbel auf hsv.de. Was anderes kann der Sportdirektor nach den Unterschriften natürlich auch nicht sagen. Klar.

Zinnbauer bleibt also Trainer bei den Profis. Antizyklisch stattet der HSV ihn in einer Phase mit einem Profivertrag aus, die für den HSV schnell auch nicht schlechter aussehen kann. Gegen Bayern am Mittwoch im Pokal kann man hoffen – aber nur wenig erwarten. Danach kommt am Sonnabend Leverkusen – und danach geht es gegen Wolfsburg auswärts um dringend benötigte Punkte. Alles Spiele, in denen der HSV nominell eher der Außenseiter ist. Und gerade dieses Vertrauen imponiere ihm, sagte Zinnbauer heute. Und ich glaube bei ihm tatsächlich daran, dass er diesen Vertrauensvorschuss zurückzahlen will. Weil er ein ehrlicher Arbeiter ist. So soll er auch bei seiner Antrittsrede seinem Team um die Mannschaft herum gesagt haben, dass er auf sie setzen würde und ihnen allen vertrauen würde. Zinnbauer stattet seinen Stab mit Freiheiten aus, die motovieren sollen. Allerdings sagte er in derselben Ansprache auch ganz deutlich, dass eine mögliche Entlassung für ihn auch für den Rest Konsequenzen haben würde…

Okay, dieser Vorgang ist nicht jedermanns Sache. Zugegeben. Aber mir gefällt Zinnbauers Art an sich. Vor allem die, mit der Mannschaft zu arbeiten. Heute ließ er die Mannschaften „positiv reden“ gegen „negativ reden“ spielen. Soll heißen: Die einen durften nur positiv mit den Mitspielern kommunizieren, die anderen nur negativ. „Weil mir die Mannschaft in Berlin zu ruhig war“, so Zinnbauer, der darin auch einen gewissen Unterhaltungswert zur Stimmungshebung erkannt haben will. Soll heißen: Zinnbauer fordert mehr Eigeninitiative der Spieler ein. Genau das, was in den letzten Jahren gefehlt hat. Und er nimmt sich selbst nicht zu wichtig. Bei den Vertragsverhandlungen verzichtete er darauf, große Gehaltserhöhungen zu fordern, er regelte eine etwaige Abfindung im Vorwege und nutzte die Situation des HSV insgesamt nur in einem Punkt zu seinem Vorteil: zum verdienten Vorteil. Er bestand auf sein Team.

Zinnbauer beweist damit, dass er der Teamplayer ist, von dem man nachsagt, er sei es und den er von Spielerseite einfordert. Und das nachhaltig.

Und ich hoffe, dass Zinnbauer jetzt auch zeigt, dass er wirklich keinen übersteigerten Wert auf große Namen legt. Bei den Bayern („Das sind auch nur Gegenspieler auf dem Platz“) bekannte er sich heute schon dazu – in Sachen Rafael van der Vaart hoffe ich auf den nächsten Schritt. Damit fordere ich nicht, dass der Niederländer auf die Bank gehört. Aber ich hoffe ganz stark, dass Zinnbauer einen Plan hat. Einen kurzfristigen. Denn die letzten beiden Spiele haben wenig Anlass gegeben, an einen van der Vaart zu glauben, der dieser Mannschaft die entscheidenden Impulse geben kann. Dass durch diese Personalie auch noch der für mich bis dato wichtigste Offensivspieler draußen bleiben musste war umso schlimmer.

Zinnbauer müsse sich entscheiden. Es könne nur einer spielen, titelte die „Bild“, was vielerorts als anmaßend empfunden wird. Allerdings habe ich diese Diskussion schon verlassen, als die „Bild“ das erste Mal mit dem Slogan titelte „Bild Dir Deine Meinung“. Aber gut, das ist nebensächlich. Entscheidender ist, dass es mitnichten nur einen von beiden auf dem Platz geben kann. „Lewis kann sicher auch auf der Acht spielen“, sagte Zinnbauer heute, unmittelbar nachdem er verkündet hatte, dass es für Valon Behrami mit dessen Einsatz gegen Bayern am Mittwoch ehr nicht gut aussieht und die Frage nach dessen Vertreter gestellt wurde. Nun habe ich heute Nachmittag gehört, dass die medizinische Abteilung noch daran glaubt, den Schweizer pünktlich von dessen Muskelproblemen befreien zu können – aber wichtiger war mir, dass Zinnbauer Holtby nicht automatisch für van der Vaart opfert, wen dieser auch nur gesund ist. Denn das wäre eine Katastrophe.

Nein, Zinnbauer täte gut daran, sich weiterhin an den Trainingseindrücken zu orientieren. Und da liegen einige Meter zwischen Holtby und van der Vaart. Noch zumindest. Denn auch ich will so konsequent sein, van der Vaart eine echte Chance zu geben. Zumal ich glaube, dass es seine letzte in Hamburg ist. Und nachdem Zinnbauer sich vor einigen Wochen dazu entschlossen hatte, van der Vaart mit Hilfe 110-prozentiger Rückendeckung noch einmal zu Höchstleistungen anzutreiben, blieb und bleibt ihm nichts anderes übrig, als den angefangenen Weg fortzusetzen. Ein Abbruch desselbigen wäre auch ein vorzeitiges Ende der van-der-Vaart-Ära.

Und vielleicht ist gerade so ein Spiel wie das jetzt gegen die übermächtigen Bayern geeignet, um noch einmal etwas zu testen. Denn klar ist, das bestätigte Zinnbauer heute auf der PK, dass die Bundesliga Priorität hat. Und dort muss der HSV mächtig aufpassen, in den nächsten Wochen nicht noch tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen. Experimente sind dort definitiv nicht mehr angebracht. Im Gegenteil: Nachdem sich der HSV bei seinem Trainer festgelegt hat und damit allen „Thomas-Tuchel-kommt-dann-eben-erst-2015“-Diskussionen ein Ende gesetzt hat, könnte, nein sollte der neue Cheftrainer nachziehen. Das gilt vielleicht noch nicht gegen Bayern – aber spätestens für danach sollte es eine klare Linie geben. Entweder dann mit einem stark verbesserten van der Vaart – oder eben ohne ihn in der Startelf. Hauptsache ohne einen besseren Spieler zu opfern.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.

Scholle

P.S.: Wohl erst nach dem ausverkauften Pokalspiel am Mittwoch wird Dennis Diekmeier wieder fit sein. Und ich bin gespannt, wie sich sein Vertreter, „Mr. Cool“ Ashton Götz, gegen Namen wie Thomas Müller, Robben, Ribery, Götze und Co. schlagen wird.

Ostrzolek hatte sich schon für den HSV entschieden

14. Juni 2014

Oh Mann, was für ein Krimi – und dann auch noch ohne Happyend. Deutschlands Handballer haben die WM-Playoffs gegen Polen verloren. Schockstarre im DHB. Und das i-Tüpfelchen auf eine verkorkste Handballsaison für alle Hamburger Fans.

Nur gut, dass wir noch den Fußball haben. Und der macht trotz der anhaltend miesen Schiedsrichterleistungen bei der WM in Brasilien auch mir richtig Spaß. Es sind begeisternd offene Spiele, für mich unfassbar wenig Taktik und folgerichtig viele Tore. Allen voran natürlich „Robben van Persie“ – das aktuelle Ultimum. Das 5:1 der Niederländer ohne van der Vaart gegen den amtierenden Weltmeister macht die Holländer plötzlich zu Topfavoriten auf den Titel. Und in Spanien zeigt sich mal wieder das Phänomen, dass nichts älter ist als vergangener Erfolg. Der Spott aus dem eigenen Land für die „Versager“ ist schon bitter.

Dabei waren die Versager von heute gestern noch Helden. Inzwischen warte ich schon zehn Jahre darauf, endlich mal etwas zu finden, was ich am spanischen Fußball kritisieren kann. Und dann liefern sie plötzlich so eine Vorlage – und tun mir eher leid. Denn statistisch waren sie den Niederländern in diesem Spiel überlegen. Dann das unfassbare 3:1, wo van Persie den wahrscheinlich schwächsten Spanier gestern, Torhüter Iker Casillas, im Fünfer foult – bitter. Vor allem, weil anschließend der mir sehr sympathische Casillas (sein Leben lang für einen Klub zu spielen findest Du sonst kaum noch, den Teamkollegen Xavi mal ausgenommen) noch diesen Aussetzer bei der Ballannahme produziert.

Hämisch kann ich dennoch nicht sein. Das wäre mir andersrum leichter gefallen. Aber trotz meiner sehr extrem überschaubaren Sympathien für unsere Nachbarn muss ich eingestehen, dass ich sie im Vergleich zu den letzten Jahren das erste Mal richtig ernst nehmen würde in Sachen Titelkampf. Denn van Gaal hat vorgemacht, worauf es ankommt: auf die richtige Mischung im Team. Und er hat sich dafür im Vorfeld viel Kritik gefallen lassen müssen. Zu defensiv sei das neue Oranje-Team eingestellt, sie zeige zu wenig Spielfreude und entwickle kaum Torgefahr. Ich bin sehr gespannt, was passiert, wenn van Gaal mal etwas mehr auf Offensive setzt als gestern. Zum Beispiel gegen Australien…

Aber okay, zurück zum richtigen Fußball. Zurück zum HSV. Der wartet nämlich weiterhin auf ein Zeichen seines Wunschstürmers Pierre Michel Lasogga. Gestern und heute kursierten plötzlich Zahlen. Unter anderem wollte eine Berliner Zeitung erfahren haben, dass Lasogga vom HSV das Fabel-Angebot habe, bis zu fünf Millionen Euro per annum verdienen zu können. Und wisst Ihr was? Wenn das stimmen würde, hätte der HSV Lasoggas Zusage ganz sicher. Das wäre fast schon ein unmoralisches Angebot. Aber in Wirklichkeit geht es gerade mal um die Hälfte. Bei Berlin, Hamburg und auch Newcastle. Und das ist noch immer sehr viel Geld. „Wer aber glaubt, dass sich Pierre allein des Geldes wegen entscheidet, der irrt sich. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher“, sagt Oliver Kreuzer, der amtierende Sportchef des HSV. Auch heute stand er in Kontakt zu Lasogga, dessen Mutter – und vor allem zum designierten Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer. „Wir sprechen alles ab, Dietmar ist über alles informiert“, sagt Kreuzer, der weiterhin davon ausgeht, dass sich Lasogga noch an diesem Wochenende entscheidet.

Tendenzen gibt es. Aber ganz ehrlich, es macht keinen Sinn, diese Tag für Tag aufzuzählen, weil sie nicht aussagekräftig sind. Und solange mir Lasogga nicht selbst sagt, dass er zum HSV oder einem anderen Klub tendiert – ich spare mir jegliche Spekulation aus. Zumal es sich eh nur noch um Stunden oder maximal wenige Tage handeln soll.

Fakt ist indes, dass Hertha BSC Spieler verkaufen will. Oder besser: muss. Sollten die zwei bislang angedachten Transfers (Heitinga, Beerens) klappen, hätte Hertha plötzlich 34 Profis unter Vertrag. Inklusive Lasogga. „Wir planen nicht, in zwei Trainingsgruppen zu trainieren“, sagt Herthas Manager Michael Preetz im „Kicker“ und kündigt Spielerverkäufe an. Hoffentlich auch den Lasoggas zum HSV…

Hoffnung hat der HSV auch im Buhlen um Matthias Ostrzolek. Auch wenn alles schon ein wenig klarer war, bis Karl Gernandt mit seinen Äußerungen den Trainerstuhl kurzzeitig zum Wackeln brachte. Denn Slomka ist einer der Faktoren, die Ostrzolek zum HSV hatten tendieren lassen. Also, zum echten HSV. Denn der HSV aus Niedersachsen ist inzwischen ebenfalls ins Bieten um den Linksverteidiger mit Potenzial eingestiegen. Dabei hatte sich der Spieler vor fünf Wochen beim persönlichen Treffen mit Kreuzer und Berater Strunz im heimischen Garten von Mirko Slomka in Hannover bereits für Hamburg entschieden. Jetzt soll er abwarten wollen, wie sich die Trainer- und Mangerfrage in Hamburg entscheidet. Kreuzer ausweichend: „Wir haben Kontakt zum Spieler und warten auf ein Zeichen aus Augsburg“, sagt Kreuzer, der zusammen mit Beiersdorfer die Verhandlungen führt. Noch aber liegen Augsburgs Forderungen (mehr als drei Millionen) und das Angebot des HSV (rund zwei Millionen Euro) zu weit auseinander. Zudem soll der FCA zunächst einen Nachfolger gefunden haben wollen, ehe ein Verkauf Ostrzoleks infrage kommt.

Zum Trainingsauftakt am Mittwoch wird der Linksfuß demnach noch nicht da sein. Ebenso wenig wie Tesche und Rincon, deren HSV-Verträge ja noch mehr als zwei Wochen laufen. Dafür wird Per Skjelbred in Hamburg sein. Und mittrainieren. Obgleich dessen Berater dem HSV bereits mitgeteilt hat, dass der Norweger gern bei Leihklub Hertha BSC bleiben würde. Und klar ist: Der HSV will bei dem sympathischen Mittelfeldspieler abwarten, wie die Lasogga-Verhandlungen anlaufen und den Norweger gegebenenfalls „verrechnen“ lassen. „Meines Wissens nach Null Komma Null“ sei indes dran, dass Slomka am Mittwoch nicht der Trainer sein wird, der die Mannschaft zum Auftakt begrüßt. Sagt Kreuzer, der sich mit Beiersdorfer auch in Sachen Hakan Calhanoglu abgesprochen und auf einen gemeinsamen Wortlaut festgelegt. „Jeder Verein, selbst Bayern, Barcelona und Chelsea, hat eine Schmerzgrenze. Aber entscheidend ist, dass wir besser werden wollen. Und dafür bedarf es eines Hakans. Er ist und bleibt ein ganz wesentlicher Bestandteil in unseren Planungen.“

Nun denn, mehr gab es heute nicht. Und ich muss vor den Fernseher. Heute ist ein richtiger Fußball-Marathon angesagt. Mit dem Highlight um Mitternacht: Italien gegen England. Ich wünschen Euch und uns allen einen schönen Sonnabend!

Bis morgen!

Scholle

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