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1500 Fans legen eindrucksvoll vor – jetzt ist die Mannschaft in der Pflicht

18. April 2014

Das war mal ein amtlicher Auftritt! Der Supporters Club hatte gerufen, und tausende sind gefolgt. Rund 1500 Zuschauer verfolgten am heutigen Nachmittag ab 16 Uhr das Abschlusstraining der Mannschaft. Mit Applaus und HSV-Rufen wurde die Mannschaft um Trainer Mirko Slomka empfangen, während des Trainings bedacht und am Ende auch so verabschiedet. „Eine richtig geile Aktion“, freute sich Dennis Diekmeier – und sprach stellvertretend für den Rest der Mannschaft, die sich ihrerseits mit Applaus für den Support bedankte.

Die Sendung beginnt um 21:00 Uhr.

„Das war doch die perfekte Einstimmung“, freute sich auch Trainer Mirko Slomka, der in den letzten Wochen immer wieder betont hatte, wie wichtig die Fans für die Mannschaft sind. „Dass die hier so zahlreich erscheinen ist ein tolles Zeichen.“ Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft das Zeichen verstanden hat und in zusätzliche Energie umwandeln kann. „Wahnsinn“, sagte Heiko Westermann anschließend, „so viele Fans – und das dann noch bei so besch…. Wetter. Sowas habe ich noch nie erlebt.“


Noch wichtiger als die schöne Erkenntnis, dass in Hamburg zusammengehalten wird, war allerdings die Trainingseinheit an sich. Heiko Westermann wirkte wieder komplett mit und wird morgen Abend gegen Wolfsburg wieder die linke Seite in der Viererkette übernehmen. „Ich habe heute ohne Schmerztabletten alles mitmachen können und werde morgen mit Schmerzmittel spielen können“, so Westermann. Milan Badelj hingegen fehlte und wird auch morgen nicht zum Kader gehören.

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Dafür aber Kerem Demirbay. Erstmals seit dem 14. September 2013. „Ich habe immer daran geglaubt und gehofft, in dieser Saison noch zurückzukehren. Jetzt fühle ich mich wieder gut“, freute sich Demirbay, der im Training zu den auffälligsten Akteuren zählte. Bissig, handlungsschnell und ballsicher spielte der 20-Jährige im vermeintlichen B-Team. Und ehrlich gesagt, abgesehen davon, dass ich neugierig bin, wie sich der kampfstarke Linksfuß in der Bundesliga machen würde, empfahl er sich heute. Er traf, er gewann seine Zweikämpfe und wirkte so, wie man sich den Rest der Mannschaft für morgen Abend erhofft: als würde er ein Endspiel spielen. „Kerem macht sich gut“, hatte Slomka zuletzt lobende Worte für den Rückkehrer. Ob Demirbay schon eine Alternative für die Startelf sei? „Mit einem Einsatz von Beginn an tue ich mich noch etwas schwer.“

Dennoch wird die Startelf von morgen das erste Mal seit langem mal wieder spannend. Denn klar ist, dass Adler im Tor steht und vor ihm die Viererkette (von rechts nach links) mit Diekmeier, Djourou, Mancienne und Westermann agiert. Davor scheint Tolgay Arslan zusammen mit Rincon eine erneute Chance zu bekommen. Zum einen, weil Badelj fehlt. Zum anderen, weil Demirbay laut Slomka noch nicht so weit ist. Und dann wird es schon spannend.

Denn offen scheint, wer auf der Zehnerposition spielen wird. Sollte Slomka Calhanoglu in die Mitte ziehen, spräche das für Jiracek auf links und Ilicevic über rechts. Möglich ist aber auch, dass Slomka erstmals den zuletzt von ihm immer wieder gelobten Robert Tesche auf die zentrale Position hinter den einzigen Angreifer, Jacques Zoua, stellt. „Es wird einige Umstellungen geben“, hatte Slomka angekündigt. Und es wird sie verletzungsbedingt schon geben müssen.

Dieter hat gestern ein sehr interessantes Telefonat geführt mit einem meiner früheren Heroen: Jan Furtok. Und der ehemalige HSV-Stürmer von 1988 – 1992 (135 Bundesligaspiele, 50 Tore) leidet mit seinem Ex-Klub. „Es ist eine schwere Situation“, so der Pole, „aber ich hoffe und glaube daran, dass der HSV es am Ende schafft. Die Bundesliga ist ohne den HSV keine Bundesliga.“

Schöner Satz zum Abschluss. Denn das soll es für heute sein. Ich hatte überlegt, an dieser Stelle noch mal die Bedeutung des Spiels morgen zu betonen. Aber ehrlich gesagt ist mir das über. Ich kann und will es nicht mehr schreiben, weil es einfach zu selbstverständlich ist. Oder sieht das hier irgendwer anders?

Nein, jetzt müssen Taten folgen. Schöne, vollmundige Ankündigungen hatten wir mehr als genug. Die Fans haben vorgelegt – jetzt ist die Mannschaft in der Pflicht.

Bis morgen.
Scholle

P.S.: Wer mehr von und über Jan Furtok lesen will, dem empfehle ich den Sportteil das Abendblattes von morgen.

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