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“Es ist noch alles drin”

21. April 2013

Rafael van der Vaart hat 97 Bundesliga-Spiele für den HSV absolviert, dabei 33 Tore geschossen. Noch nie aber gelang ihm in der deutschen Eliteliga ein Kopfball-Tor. Fabian Giefer aber machte es nun erstmalig möglich. Ball gefangen, Ball aus den Händen verloren – Kopfballtor van der Vaart – und 1:0 für den HSV. Ein Kopfballungeheuer wird der 1,76 Meter große niederländische Nationalspieler wohl dennoch nicht mehr, dieses Tor war nur das Resultat eines krassen Torwartfehlers: „Der Keeper hatte mit meinem Schuss ein kleines Problem, das habe ich gesehen. Und dann war es am Ende ein einfacher Kopfball – dieses Tor musste ich machen.“ Kurz-Kommentar von Horst Schnoor, Meister-Torwart von 1960: “Mit vertauschten Torhütern hätte es, und zwar ganz klar, einen anderen Sieger gegeben: Düsseldorf. Rene Adler hat den HSV vor dem Schlimmsten bewahrt, er war wieder einmal überragend.”

Van der Vaart aber war natürlich der Mann des Tages im Volkspark, seine beiden Tore hatten die Weichen frühzeitig auf Sieg gestellt (oha, fünf Euro ins Phrasenschwein!). Dass sich der HSV aber nach dem Anschlusstor des ehemaligen HSV-Spielers Dani Schahin (34.) noch so aus dem Konzept bringen ließ, ist eigentlich unfassbar – und Wahnsinn. In Halbzeit zwei lief fast nichts mehr im Spiel der „Finken“ zusammen, da spielte nur noch Düsseldorf. Und ich gebe zu, mit dieser Mannschaft hatte ich zum Schluss schon etwas Mitleid, denn für einen solchen unbändigen Kampfgeist, für 90 Minuten voller Leidenschaft und Engagement, da muss man sich eigentlich belohnen. Der Fußball-Gott aber wollte es anders. Zum (dicken) Glück für den HSV.
Kurz sei zu diesem Gegentor noch angemerkt: mir, und bestimmt nicht nur mir, geht das alles viel zu leicht. Da gibt es einen Freistoß in Strafraum-Nähe, der wird zur Mitte befördert – und Tor. Es muss wirklich bei jedem Freistoß gezittert werden. Weil der HSV offenbar außer einem Heiko Westermann keinen Kopfall-Spieler hat. Dennis Aogo hat dieses Gegentor ja auf seine Kappe genommen, weil er Schahin bewachen sollte, aber er hat es in dieser Szene eben nicht getan. Diesmal war es Aogo, beim letzten Mal war es ein anderer Kollege, beim nächsten Mal ist es wieder ein ganz anderer Mitspieler. Einer “pennt” anscheinend immer. Zum Leidwesen von Rene Adler – und aller HSV-Fans.

Noch einmal zurück zu van der Vaart. „Es hat ihm gut getan, Spielführer zu werden. Letzte Woche ein Assist, heute zwei Tore. Er war überragend“, befand Sportdirektor Frank Arnesen. Und der so Gelobte urteilte: „Heute waren wir wach, keine Penner, haben die ersten 60 Minuten sehr gut gespielt.“ Nicht gepennt? Damit reagierte der „kleine Engel“ auf die Wutrede, die der Trainer am Freitag beim Abschlusstraining gehalten hatte, und die damit endete, dass Fink seine Profis als „Penner“ beschimpfte. Van der Vaart blüht in der Tat ein wenig auf, und der HSV schaffte endlich einmal wieder zwei Siege in Folge. Sogar die Champions League, auch das ist der nackte Wahnsinn, ist noch möglich. „Rafa“ sprach nach dem Spiel auch noch kurz über das E-Thema: „Es ist alles noch drin. Wir müssen so spielen wie heute und letzte Woche in Mainz. Nur dann haben wir eine Chance.“ Davon aber will und wollte Thorsten Fink nicht viel wissen, denn der Coach hatte die traurigen zweiten 45 Minuten nicht übersehen: „Es gab zwar einige gute Ansätze, aber wir sind noch nicht gefestigt.“ Die Berg- und Talfahrt des HSV ist auf jeden Fall noch nicht beendet. Mal sehen, wie es nun auf Schalke (am Sonntag) weitergehen wird. Zuzutrauen ist diesem HSV alles . . .

Einen in der Tat „wunden Punkt“ dieses Spiels möchte ich noch einmal anschneiden: Düsseldorfs „Kampfschwein“ Lambertz und sein ganz übles Foul an Marcell Jansen. Das war Rot, ich schrieb es bereits gestern und ich sage es heute noch einmal: das war klar Rot. Dass Marcell Jansen diesen Tritt (in der 18. Minute) nicht nur überstand, sondern auch für die dann noch folgenden 72 Minuten so wegsteckte, dass man ihm kaum noch etwas anmerkte, das verdient allerhöchste Anerkennung. Ein dickes Kompliment, Marcell Jansen, denn wer sich dieses geschundene Bein heute einmal ansehen würde, der würde nicht glauben, dass man damit noch so lange Fußball spielen konnte. Wie gesagt: klar Rot.

Und dann möchte ich schnell noch einmal auf den Düsseldorfer Torschützen zurückkommen: Dani Schahin, der in der 17. Minute eingewechselt worden war und 17 Minuten später traf. Der in Donezk geborene Stürmer begann in Deutschland mit dem Fußball in der Jugend von Energie Cottbus. Dann kam er 2006 zum HSV, wo er zuletzt in der „Zweiten“ spielte. Bis 2009. Von Hamburg aus ging es zur Spielvereinigung Greuther Fürth, von dort 2011 zu Dynamo Dresden, im Vorjahr dann zur Fortuna nach Düsseldorf. Viel Bewegung in der Karriere eines 23-Jährigen. Aber mir hat dieser Bursche gefallen, das gebe ich. Diesmal gefallen. In der „Zweiten“ damals ist er mir nicht so (groß) aufgefallen, als dass ich gesagt hätte: „Das ist oder wird ein Mann für die Bundesliga.“ Vielleicht aber ist dieser 1,87 Meter große Schahin ja auch („nur“) ein Spätstarter. Über sein Tor befand er: „Darüber kann ich mich nicht freuen. Würde man mir anbieten, diese Saison kein Spiel mehr zu machen und dafür den Klassenerhalt zu schaffen, würde ich das sofort unterschreiben.“
Und noch eine kurze Bemerkung zum Schahin-Tor: Zum Glück für den HSV hat nicht noch der zweite HSV-Spieler, nämlich Robert Tesche (den fand ich gar nicht mal schlecht!), getroffen. Das wäre dann ganz bitter gewesen.

Wie versprochen möchte ich jetzt noch einmal kurz auf das „Matz-ab-„Treffen vom Freitag kommen. Wir hatten eine Negativ-Besetzung, weil nur 35 HSV-Fans nach Norderstedt gekommen waren. Aber ich muss sagen, dass es wirklich ein schöner Abend war, denn wir alle haben uns ganz hervorragend unterhalten und verstanden. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle. Ein besonderer Dank geht an HSV-Vorstandsmitglied Oliver Scheel, der sich den Fragen der Anwesenden stellte und sogar viel länger blieb, als vorher geplant – da er noch ein anderes Fan-Treffen auf dem Zettel hatte.

Und, Herr Scheel, falls Sie das hier lesen sollten: Klasse-Einsatz, Super-Vorstellung – Sie wurden von allen „Matz-abbern“ gelobt. Vielen Dank.

Und damit geht es auch weiter: Danke möchte ich an „Gobi“ sagen, sie setzt sich für „Matz ab“ immer wieder großartig ein, und ein besonderes Dankeschön an „die junge Mutter“ der Kompanie, an „Eva/Hope“. Sie hat dieses Treffen in erster Linie organisiert, sie zeigt immer einen unglaublichen Einsatz für alle „Matz-abber“ – einfach nur toll! Und nochmals danke. Auch an alle, die nicht aus Hamburg kamen, sondern von ganz weit her. Traumhaft! Ganz stark fand ich ja auch die beiden Mädels aus Elmshorn. Susanne und Anne. Zu spät gekommen, draußen überlegt, ob man dann doch noch reingehen solle, reingekommen und super mitgemacht. Bravo! Imponierend, wie beiden weiblichen Fans über den HSV und den Fußball allgemein sprachen – ich war von den Socken, was da für ein fußballerisches Wissen vorhanden ist. Das war eine überzeugende und eindrucksvolle „Vorstellung“. Nachahmenswert.

Bei „Matz-ab“-live (mit den Gästen Claus Reitmaier und Hermann Rieger – vielen Dank auch dafür nochmals!) habe ich ja gesagt, dass ich schon wieder könnte, nämlich zum nächsten Treffen zu kommen, und „HSV-Lünen“ hat ja auch gestern gleich wieder gefragt, wann es das nächste Treffen gibt – ein solcher Abend, so harmonisch und so freundschaftlich, verdient auf jeden Fall eine Wiederholung. Danke möchte ich auch an das Team des HSV-Restaurant „1887“ sagen, es hat alles bestens funktioniert, es gab weder so noch so Klagen – wir haben uns in Ochsenzoll sehr, sehr wohl gefühlt. Und: „Scholle“ hat bereits einige Fotos in Facebook reingestellt, und er hat auch ein wenig gefilmt, davon soll auch noch etwas zu sehen sein – demnächst.

Zum Thema „Matz-ab“-Treffen gab es natürlich auch einige Mails (und Anrufe), einen „Matz-abber“ der ersten Stunde möchte ich gerne zu Wort kommen lassen – auch ihm vielen Dank für diese lobenden Sätze. Ich nenne bewusst den Namen nicht – wenn er es möchte, dann kann und wird er sich schon selbst outen:

Moin Dieter,

vielen Dank für den gestrigen Abend „unter Freunden“. Inzwischen ist dieser Kreis zu einer echten Gemeinschaft geworden mit nahezu durchweg sehr angenehmen Beziehungen, sodass diese Treffen so richtig Spaß machen. Es hat sich ja auch ansonsten manche Freundschaft durch Matz ab entwickelt.

Ich freue mich auf weitere Treffen und auch den Blog mit Dir, man muss dabei auf keinen Fall immer der gleichen Auffassung sein! Negativer Begleitumstand bei derartigen Treffen ist für mich immer, dass ich mein Alter spüre. Auch ich war z.B. früher immer gern am Rothenbaum bei den HSV-Amateuren und habe noch ein volles Autogrammalbum aus den 60er Jahren, gesammelt immer nach dem Training. In den Volkspark gehe ich seit 1963, lange Jahre mit den Ehrenkarten meines Vaters, der HSV-Jugendbetreuer war. Deshalb war es gestern auch für mich eine Rückkehr an eine wichtige Stätte meiner Kindheit, auch wenn damals dort noch der alte Lindenhof stand!

Früher wie heute galt für mich „NUR DER HSV“, auch wenn es den Spruch damals wohl noch gar nicht gab…

Herzliche Grüße.

Ein ganz anderes Thema, aber das beherrschende an diesem Wochenende. Uli Hoeneß und das Konto in der Schweiz. Dazu hat die Agentur DPA eine besonders schöne Sammlung von Hoeneß-Sprüchen veröffentlicht, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

„Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern.“ (Uli Hoeneß 2005 in einem Interview der „Bild“)

„Wenn die Unternehmer alle in die Schweiz gehen, ist auch keinem geholfen. Mit einer Reichensteuer geht es dem kleinen Mann kein Stück besser.“ (Hoeneß 2009 in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“)

„In den vergangenen 20 Jahren sind in der Finanzwelt Menschen am Werk gewesen, die einen katastrophalen Job gemacht haben. Uns wurde vorgegaukelt, dass viele Finanzprodukte so unglaublich wichtig seien. Dabei hatten diese nur ein Ziel: die Taschen gewisser Leute voll zu machen.“ (Hoeneß 2012 in der Zeitung „Die Welt“)

„Unsere Spieler kicken schon jetzt eine Halbzeit fürs Finanzamt, da kommen wir nicht weiter, wenn man 60 oder 70 Prozent nimmt.“ (Hoeneß 2012 in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“)

„Wenn früher eine Mark in der Kasse meiner Eltern fehlte, haben wir sie auf dem Boden gesucht. Die Stimmung beim Weihnachtsfest hing entscheidend davon ab, wie gut wir vorher verkauft hatten.“ (Hoeneß im Februar 2011 im „Hamburger Abendblatt“)

„Natürlich will ich Erfolg, aber nicht um jeden Preis. Wenn es um Geld geht, muss man auch mal zufrieden sein.“ (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

„Die Finanzwelt zeigt keine Bereitschaft, zur Volkswirtschaft beizutragen. Eine Krankenschwester trägt mehr zur Volkswirtschaft bei als ein Spekulant. Wenn ich sehe, dass Optionsscheine für Reis steigen, sage ich zu meiner Frau: ’Das bedeutet, dass Menschen hungern müssen, weil sie sich keinen Reis mehr kaufen können.’“ (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

„Ich habe für mein Schweinefleisch fünf verschiedene Lieferanten. Ich rufe an, lasse mir die Preise geben und kaufe dann. Für was aber brauchen Banker Schweinebäuche?“ (Wurstfabrikant Hoeneß über Spekulationsgeschäfte von Banken)

„Es ist vielleicht langweilig, aber es soll uns nie schlechter gehen als jetzt. Das ist mein Wunsch. Ich muss nicht nach Hawaii oder auf die Malediven. Wenn ich irgendwann mal Lust dazu habe, werde ich das machen. Aber das ist nicht mein Lebenstraum.“ (Hoeneß Anfang 2012 vor seinem 60. Geburtstag)

„Ich bin kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher.“ (Hoeneß 2010 vor einem Auftritt als Gastredner bei der CSU-Vorstandsklausur)

„Ich habe mit meiner Meinung noch nie hinter dem Berg gehalten. Und bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass man damit bei der Bundeskanzlerin landen kann. Sie will Leute, die querdenken. Sie will Leute, die ihr nicht nach dem Mund reden. Deswegen bin ich Fan von Merkel!“ (Hoeneß über Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel)

„Uli ist der Vater Teresa vom Tegernsee, der Nelson Mandela von der Säbener Straße und die Mutter aller Manager.“ (Vorstandschef Rummenigge in seiner Festrede zum 60. Geburtstag von Hoeneß)

„Franz Beckenbauer hat einmal gesagt, wir alle müssen dem FC Bayern dienen. Uli Hoeneß war immer der größte Diener des FC Bayern.“ (Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge 2009 über Hoeneß)

„Er ist, glaub ich, schon als Manager auf die Welt gekommen.“ (Franz Beckenbauer 2009 über Uli Hoeneß)

Und dann noch einen ganz kurzen Blick zu einem Nord-Rivalen, der ein wenig in Not geraten ist. Ich gehe nicht deswegen darauf ein, weil es sich um den Club von der Weser handelt, sondern deshalb, wie dort reagiert wird. Es ist eben noch ein Trainer der „alten Schule“. In einem Auszug aus einer Agentur-Meldung heißt es:

„Ich denke, dass sich die Art der Trainingsführung und die Art generell in dieser Woche sicherlich ändern wird. Da bin ich mir ganz sicher“, kündigte Sportchef Thomas nach der 0:3-Niederlage an – und behielt recht. Am Sonntag scheuchte Schaaf entgegen der sonstigen Gepflogenheiten den gesamten Kader bei Intervallläufen über den Platz. Zudem wurde der sonst trainingsfreie Montag gestrichen.

So, ich bin schon am Ende. Beim „Aussprache“-und-fast-Grill-Tag im Volkspark waren ungefähr 600 bis 800 HSV-Fans zugegen, es gab Würstchen und Getränke, alles verlief friedlich und im Rahmen, die Profis stellten sich den Fragen des HSV-Anhanges. Gute Sache, hoffentlich gab es eine fruchtbare und dauerhafte Annäherung. Vorstandsmitglied Oliver Scheel: „Das war eine rundum gelungene Sache, ich habe nur Lob von allen Seiten gehört. Natürlich blieb es nicht nur beim Austausch von Worten, sondern es gab auch Autogramme und gemeinsame Fotos.“

PS: Die abstiegsgefährdete A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft des HSV besiegte am Sonntag Energie Cottbus mit 3:0. Am nächsten Sonnabend steht für die Mannschaft von Fußballlehrer Otto Addo das Derby beim und gegen den FC St. Pauli an.

PSPS: Am Montag wird im Volkspark nicht trainiert.

16.48 Uhr

Die “älteren HSV-Herren” besiegen Ajax 9:1

8. September 2012

Mutig sind sie ja, die etwas älteren HSV-Herren. Morgen, beim Tag der Legenden am Millerntor, da sollen sie ja die deutschen Stars von der Platte fegen, aber dennoch haben sie es heute schon einmal gewagt. Wenn das mal nicht über ihre Kräfte geht . . . Im Rahmen der 125-Jahr-Festivitäten des HSV gab es an diesem Sonnabend schon einmal ein ganz besonderes Vorspiel: HSV gegen Ajax Amsterdam in Fallingbostel. Und es gab einen eindeutigen Sieger dieser Knaller-Partie – der HSV gewann 9:1 gegen die Niederländer. Wenn das kein gutes Omen für den morgigen Tag ist. Im Vorjahr hatte Deutschland erstmalig gegen Hamburg gewonnen, diesmal sollten die Hanseaten wieder einmal an der Reihe sein – wenn sie sich denn in Niedersachsen nicht zu sehr verausgabt haben.

„Keiner von uns spielt mehr, keiner hat vorher lange trainiert – und trotzdem ist es einfach nur geil, mit den alten Kollegen und Freunden wieder auf dem Rasen zu stehen. Wir hatten damals viel Spaß, und den haben wir auch heute immer noch“, sagte Nico Hoogma nach dem Kantersieg. Der Abwehrspieler traf gegen seine Landsleute einmal, die weiteren Treffer verteilten sich auf Lothar Dittmer (2), Sergej Barbarez (2), Marcus Marin, Stig Töfting, Roy Präger (der zu vier Treffer die Vorarbeitet geleistet hatte) sowie Matthias Rose. Mit von der Partie waren auf Seiten des HSV die beiden Torhüter Uwe Hain und Claus Reitmaier, dazu die Feldspieler Thomas Doll, Peter Hidien, Peter Lübeke, Jochen Kientz, Stefan Schnoor, Thomas Vogel und einige andere mehr.

„Die alten Recken haben wie zu besten Zeiten aufgezogen, das war richtig gut und klasse. Und so, als hätten wir gestern zuletzt zusammengespielt“, befand Roy Präger zufrieden. Der ehemalige Publikumsliebling des HSV sorgt sich auch in diesem Jahr wieder um die Rothosen, sagt aber auch ein wenig resignierend: „Es ist doch schon wieder dasselbe Gerede wie jedes Jahr. Es fehlt mir die klare Struktur im HSV. Natürlich, Rafael van der Vaart kommt jetzt wieder zurück, aber er allein wird es nicht richten können. Alle müssen sich zusammenreißen, müssen es wollen und müssen sich steigern. Sie müssen alles für den HSV geben.“

So wie es die „Alten Herren“ heute in Fallingbostel taten. Nico Hoogma, seit Jahren Manager des niederländischen Erstliga-Klubs Heracles Almelo, macht sich natürlich auch stets Sorgen um „seinen“ HSV. Der frühere Kapitän sagt: „Es tut auch aus der Ferne schon sehr, sehr weh, zu sehen, dass dein Lieblingsklub solche großen Probleme hat. Wenn man aber die Vorbereitung verfolgt hat, die ja nicht immer gute Resultate gebracht hat, dann wusste man, dass es auch in dieser Spielzeit wieder sehr schwer werden würde für den HSV.“ Nico Hoogma dann legt auch den Finger in die Wunde: „Das Umfeld in Hamburg ist mir zu zu negativ. Fast alle sprechen doch nur noch und seit Monaten vom Abstieg des HSV. Das passt nicht, denn wenn man so begleitet wird, dann gehst du auch mit solchen Gedanken in die Spiele – und verlierst sie. Es darf sich meiner Meinung nach keiner wundern, wenn man dann wieder so schlecht startet, wie es der HSV nun getan hat.“
Hoffnung auf Besserung aber haben sie alle.

Übrigens: Wer Nico Hoogma, Roy Präger und all die anderen HSV-Cracks live und in Farbe sehen will, der sollte morgen ans Millerntor gehen, es gibt noch Karten – und die Eintrittsgelder sind ja alle für einen guten Zweck, nämlich für Reinhold Beckmanns „Nestwerk“ in Hamburg. Die Veranstaltung beginnt um 12 Uhr und endet um 17.30 Uhr.

Apropos Veranstaltung. Die gab es gestern auch Niendorf. 11:2 siegte der HSV beim Oberliga-Klub TSV, der ja von „uns Scholle“ gemanagt wird. Ich wollte heute mit „Scholle“ über diesen Tag, diese Tage reden, aber er winkte ab: „Nee, nee, lass mal, ich sage doch nicht zu unserer Veranstaltung. Das sollen mal die Matz-abber machen, die das Spiel sahen, die können das viel besser und neutraler.“

Ganz privat sagte mir „Scholle“ dann aber, dass es ein absolutes Highlight in seinem Sportler-Leben war, dieses Spiel: „Ein Traum.“ Wer von euch miterlebt hätte, wie „Scholle“ sich schon seit Monaten jeden Tag mindestens ein Bein für diesen HSV-Auftritt ausgerissen hat, der weiß, wie viel Herzblut in diesen 90 Minuten steckten. Heute gab mir „Scholle“ zu: „Ich habe Blasen an den Füßen, und ich habe einen total wunden Hintern – weil ich so viel gelaufen bin.“ Bereits heute um 8.30 Uhr stand „Scholle“ mitsamt der TSV-Mannschaft wieder auf dem Platz, um die eigens aufgebaute Tribüne wieder abzubauen. Hat alles geklappt, weil alle super mitzogen. „Es hat nicht einen negativen Punkt bei diesem Spiel gegeben, alles blieb friedlich, alles klappte – bis auf den Regen. Und wir haben noch zwei signierte Trikots vom HSV behalten, eines von Rene Adler, auf dem alle Spieler unterschrieben haben, und eines von Rafael van der Vaart. Diese beiden Trikots werden wir demnächst versteigern – es kann geboten werden“, sagte „Scholle“ und beendete das Gespräch. Er ist fix und foxi und muss sich nun erst einmal erholen. Nicht vom 2:11, das ist wohl relativ normal, sondern von diesem ganzen Stress. Aber einmal im Leben eines Amateur-Managers darf man sich ja wohl auch mal den HSV gönnen – und dafür alles tun. Oder?

Und vielleicht hat sich der HSV mit den zwölf Toren von Schwarzenbek und den elf Treffern von Niendorf ja auch bestens auf die Auswärtspartie am Sonntag in Frankfurt ein- und freigeschossen. Wäre ja schön. Auch wenn Heung Min Son dann demnächst mal eine Chance als Sturmspitze erhalten würde. Ich glaube, dass sich der Südkoreaner dort (ich schrieb es bereits vor Tagen) ganz wohl fühlen würde.

Und wo ich gerade an Frankfurt denke, da fallen mir zwei Erlebnisse vom und am Main besonders schnell ein: Das Abseitstor des kleinen Dribbelkünstlers, das den HSV am letzten Spieltag der Saison 2008/09 doch noch etwas überraschend international tätig werden ließ (der kl. Dribbelkünstler, das für alle, die es nicht wissen, ist Piotr Trochowski). Und das zweite Erlebnis aus Frankfurt war ein 6:0-Sieg des HSV gegen die Eintracht am 13. April 1991. Bei diesem Erfolg gab es eine große Besonderheit, denn als Thomas Doll in der 80. Minute von Trainer Gerd-Volker Schock ausgewechselt wurde (es kam der Brasilianer Nando), da erhoben sich alle Zuschauer im Waldstadion und applaudierten minutenlang – für Doll. Das war doll. Und sensationell. Weil „Dolli“ zuvor vielleicht das Spiel seines Lebens absolviert hatte. Ohne ein Tor selbst erzielt zu haben, hatte er die Eintracht ganz allein schwindelig gespielt. Es war unfassbar, ganz sicher eines der besten Spiele, die ich jemals von einem Hamburger gesehen habe. Jan Furtok (3), Harald Spörl, Waldemar Matysik und Armin Eck hatten den HSV zum Sieg geschossen, Minuten nach dem Spiel war Eintracht-Trainer Jörg Berger seinen Job los . . .

Und wir flogen mit der Mannschaft per Lufthansa (mit dem „Lumpensammler“ spät abends nach Hamburg zurück. Und erlebten die unsanfteste Landung aller Zeiten. Schock saß neben mir und war völlig geschockt, er sagte im Ernst: „Ich habe gedacht, wir stürzen ab!“ Zum Glück ging alles gut. Der Lufthansa-Kapitän damals, ich weiß es als wenn es heute wäre, hieß übrigens Berger . . . Ob er der Bruder oder der Schwippschwager des Frankfurter Trainers war, entzieht sich allerdings meinen Kenntnissen.

Aber so ein 6:0 – das hätte doch mal was, oder? Nein, im Ernst, ich wäre diesmal schon mit einem „dreckigen“ 1:0-Sieg des HSV mehr als zufrieden – Tor Son. Oder Tor Artjoms Rudnevs. Egal, wer es macht, Hauptsache einer trifft zum Sieg. Und wenn es wieder ein Abseitstor ist, das dann doch zählt . . .

PS: An diesem Sonntag kein Training im Volkspark. Wg. Spiel am Millerntor – auch mit Thorsten Fink.

20.11 Uhr

Stürmisches Wochenende im Volkspark

3. Dezember 2011

Stürmisch war es heute am späten Nachmittag im Volkspark. Und stürmisch soll es auch am Sonntag werden, nur einige Meter neben dem Trainingsplatz. In der Arena sollen Tore geschossen werden, HSV-Tore natürlich. Dafür wurde heute eifrig trainiert, und es wurde aus allen Rohren gefeuert, richtig schön und nach Herzenslust geballert. Nürnberg wird sich wohl – geht man nach diesen Trainingseindrücken – warm anziehen müssen. Die schönsten Treffer schoss übrigens an diesem Nachmittag (für mich) Paolo Guerrero. Der Peruaner unterstrich damit einmal mehr seine zurzeit glänzende Form. Ungewöhnlich für mich, weil ich zwei Monate kein HSV-Training mehr gesehen hatte: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als das Abschlusstraining fast immer nur aus einem Abschlussspielchen bestand, gab es heute eine richtige Einheit – wie immer. Thorsten Fink scheuchte seine Jungs so, als wäre heute Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag, als stünde morgen kein Bundesliga-Spiel auf dem Programmplan. Eineinhalb Stunden wurde diese Einheit munter und hart durchgezogen – und bei mir kam und kommt Freude auf. Das ist Profi-Fußball.

Es begann mit einem munteren Handballspiel, bei dem der Abschluss nur Kopfballtore bringen durfte. Es wurde anschließend gepasst, nach dem Abspiel mussten die Spieler Slalomstangen umkurven und Hürden überspringen. Es folgten drei Stationen „fünf gegen zwei“, wobei an einer Station acht gegen zwei spielten. Danach standen erneut Geschicklichkeitsläufe auf dem Plan, es folgten die Torschüsse, bevor es das Abschlussspiel gab. Das ließ zwar keinerlei Rückschlüsse auf die morgige Aufstellung zu, aber wie toll es geworden ist. Lasst mich bitte einmal schwärmen: Es ist unheimlich viel Leben in der Bude. Es geht in diesen Spielchen
Munter und auch lautstark zur Sache, es ist herrlich anzusehen. „Gobi“ und „Benno Hafas“, die mir Gesellschaft leisteten, haben mir schon während des Trainings beigepflichtet, sie werden es bezeugen können: Das war einfach nur klasse. Und es bleibt uns allen nur die Hoffnung, dass diese Einstellung, diese Lust und dieser Spaß mit in das Nürnberg-Spiel hinüber gerettet werden kann.

Zur Frage, wer morgen in der Anfangsformation stehen wird, ließ sich Fink – wie erwartet – nicht in die Karten schauen. Bild, Morgenpost und Abendblatt aber waren sich an diesem Nachmittag einig, dass es wohl auf Heung Min Son zulaufen wird. Der Südkoreaner hatte auch einige sehr gute Szene, so, als er sich äußerst geschickt und gekonnt durch die Abwehr schlängelte und dann den Ball quer auf Marcell Jansen legte, sodass der nur noch eindrücken musste. Ein Treffer, der mich sehr an das Niederlande-Spiel in Hamburg erinnerte, als Miroslav Klose die Kugel noch einmal quer auf Mesut Özil legte – ein Traumtor. Wobei ich mich frage, warum Son in dieser Woche so gut trainiert hat, er aber in den Spielen zuvor nicht mal halbwegs diese Klasse gezeigt hat. Im Training schießt (und trifft) er mit links und mit rechts, legt eine Leichtigkeit an den Tag, die er in der Bundesliga in dieser Saison noch nicht so gezeigt hat (nur in der Vorbereitung).

Son ist wohl drin, obwohl ich mir auch vorstellen könnte, dass Ivo Ilicevic eine Chance von Beginn an bekommen könnte. Was durchaus Sinn machen würde – in meinen Augen. Der ehemalige Lauterer sagt ja selbst, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist, spricht von etwa 70 Prozent – aber dann soll er diese 70 so lange abrufen, bis das Feuer erloschen ist. Und dann käme Heung Min Son. Auch diese Variante hätte etwas. Ilicevic hat im Abschlussspiel gleich zweimal mit dem Aluminium Bekanntschaft gemacht. Erst vergab er freistehend vor Jaroslav Drobny eine „Hundertprozentige“, um danach aus Wut mit voller Wucht gegen den Pfosten zu treten – sein Fuß, der Stiefel und der Pfosten blieben aber – Gott sei Dank – heil. Minuten später „ballerte“ Ilicevic einen Ball vehement unter die Torlatte, dieser Treffer hätte eine Prämie verdient gehabt.

Über einen anderen Spieler habe ich mir am Rande heute einmal einige Gedanken gemacht: Per Ciljan Skjelbred. Er hatte heute einige gute Szenen, schoss auch beherzt auf und in das Tor, sorgte so für das eine oder andere Ausrufezeichen. Insgesamt habe ich so mir gedacht, dass sich der Norweger noch immer nicht an das Bundesliga.-Tempo gewöhnt hat. Er bringt alles mit, aber oftmals erscheint es mir so, als würde er sich nach gelungenen Aktionen zu lange darauf ausruhen. Und unwillkürlich dachte ich an Thomas Doll. Der verriet mir einst ein, nein, sein Geheimnis. Er war ja ein Dribbler vor dem Herrn, aber in der Anfangszeit (im Herrenfußball) blieb er zu oft an den Gegenspielern hängen. Dann nahm ihn der große DDR-Fußballer Andreas Thom beiseite und gab ihm folgenden Tipp: „Nach dem gelungenen Dribbling nicht einschlafen und nicht ausruhen, denn dann kommt noch das lange Bein des eben gerade ausgespielten Abwehrmannes, nach einem gelungenen Dribbling erst recht Gas geben, damit es kein langes Bein mehr geben kann.“ Sollte Skjelbred mal beherzigen. Oder es müsste ihm mal einer sagen. . .

Ein Dribbler vor dem Herrn ist ja auch Gökhan Töre, ich muss zugeben, schon lange ein (geheimer) Liebling von mir. Der junge Kerl ist einfach nur super, ich hoffe, dass ihn der HSV schon beizeiten langfristig und noch längerfristig binden wird. Töre trat in diesem Training, auch in der Woche im Training, nicht so sehr in Erscheinung, aber ich denke, dass er gegen Nürnberg wieder sein ganz großes Können zeigen wird. Vielleicht hat er sich ja für diese 90 Minuten ein wenig geschont . . .

Überrascht bin ich ja nach wie vor von Tomas Rincon. Sowohl im Training als auch im Spiel. Erst einmal finde ich es klasse, dass Thorsten Fink voll auf den Südamerikaner setzt, und der dankt es ihm ja auch mit Spitzen-Leistungen. Was mich bei all dem Hype im Rincon verblüfft: Oftmals holt er sich ja den Ball fast vom letzten Mann ab. Und dann baut er das Spiel auf. Eine Sache, die nicht nie für möglich gehalten hätte. Achtet einmal drauf. Sehr oft hat Rincon hinten den Ball, ist praktisch dazu „verdammt“, die Kugel sinnvoll nach vorne zu spielen. Früher war Rincon für mich nur ein Terrier, der den gegnerischen „Spielmacher“ bewachen und attackieren kann. Das hat er oft gemacht – und auch gekonnt. Dass er nun auch die Pille mit einem Plan nach vorne spielen soll und es auch tut, das hatte ich nie als eine Möglichkeit für den HSV angesehen. Aber man lernt eben nie aus.

Übrigens: Als die Mannschaft heute schon etwas kurz vor vier Uhr den Rasen betrat, da ging Mladen Petric gerade in Richtung Kabine. Ich dachte schon, dass er sich erneut verletzt hätte, aber der Kroate gab Entwarnung: „Alles ist gut, ich habe mich nicht verletzt, ich habe jetzt nur eine Stunde volle Pulle trainiert. Und es ging gut.“ Super Nachricht. Nicht zum Spiel gegen Nürnberg, aber für das Mainz-Spiel eine Woche später. Und was Petric, der in meinen Augen schon immer ein Mann der Fans gewesen ist, heute auf dem Weg in die Kabine gemacht hat, das wollte „Benno Hafas“ eigentlich schreiben, macht er wohl auch, hat er vielleicht schon gemacht. Ich mache es aber auch. Motto: „Ja ist denn heut’ schon Weihnachten?“ Was war geschehen: Da stand eine vierköpfige „Matz-ab“-Familie aus Frankfurt und bat um ein Autogramm. Die wackeren HSV-Fans aus Hessen hatten dort schon seit um 11 Uhr ausgeharrt. Mladen Petric schenkte dem Mädchen (oder dem jungen Fräulein) eine HSV-Tüte und stand noch für Fotos parat. Super. Und in der Tüte war ein Original-Trikot von ihm. Großartig. Das Mädchen hat vor Freude geweint, was auf dem Foto zu sehen war. Ja, so geht es auch. Danke, Mladen!

So, weil es gerade so schön ist, von gelungen Aktionen zu schreiben. Es gab heute noch eine. Am Nachmittag stand plötzlich der frühere HSV-Torwarttrainer Claus Reitmaier vor und an der Arena. Der inzwischen schon 47-jährige Keeper hütet ja nun beim Oberliga-Verein Halstenbek-Rellingen das Tor, hatte sich heute beim Spiel gegen den SV Rugenbergen (3:2 für HR) am Kopf verletzt und musste ausgewechselt werden. Reitmaier erinnerte sich an seine HSV-Zeit, fuhr mit seiner Kopfplatzwunde nicht in die Klinik, sondern in den Volkspark und ließ sich dort den Riss kleben (es wurde nicht genäht!). Toll, dass es auch so etwas gibt.

Ganz kurz noch zu einem Zwischenruf eines altverdienten “Matz-abbers”: “Dieter, hast du am Feitag nicht vergessen, bei der Ablösesumme für Jeffrey Bruma ein Komma zu setzen?” Kann sein. Ich hätte auch 15,0 Millionen schreiben können, wollte mir die Null aber ersparen. Nein, im Ernst, die 15 Millionen sind schon so gemeint. Kein Mensch wird denken, dass ein niederländischer Nationalspieler für nur und lächerliche 1,5 Millionen Euro zu haben sein wird. Und da Frank Arnesen im Sommer versucht hat, Bruma ganz vom FC Chelsea loszueisen, wird der HSV diese Summe (15 Mill.) schon ruhigen Gewissens nennen können. Um diese 15 wird es sich einpendeln, wir werden es eines Tages sicher miterleben – vielleicht nur bei einem anderen Klub. Weil, wie geschrieben, der HSV niemals diese 15 Millionen hätte.

So, das war es für den späten Nachmittag, ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Abend im Kreise Eurer Lieben – und morgen einen – trotz des Wetters – erfreulichen und sportlichen erfolgreichen HSV-Sonntag.

19.27 Uhr

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