Archiv für das Tag 'Reinhardt'

Viel Optimismus beim “neuen” HSV

1. Juli 2013

Der HSV ist wieder da! Noch nicht der ganze HSV, aber immerhin. Einige. Angeführt von den „Altmeistern“ Rafael van der Vaart, Sven Neuhaus und Paul Scharner tummelten sich vor den 500 Kiebitzen, die am Rande standen, Spieler wie Maximilian Beister, Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Matti Steinmann, Ivo Ilicevic, Tolgay Arslan, Jonathan Tah, Jacopo Sala Valmir Nafiu, Florian Stritzel und der Neuzugang aus Dortmund, Kerem Demirbay, auf dem Rasen herum. Der Rest der Truppe, die Nationalspieler, die noch nach Beendigung der Bundesliga-Saison für ihre Länder im Einsatz waren, kommen entweder am Donnerstag zurück nach Hamburg – oder sie kommen direkt ins Trainingslager im österreichischen Zillertal, das am Freitag beginnen wird. Ansonsten war das heute ein relativ verhaltener Beginn, es wurde weder außergewöhnlich trainiert, noch gab es das eine oder andere Highlight zu sehen. Ich hatte das Gefühl, dass man sich erst wieder aneinander gewöhnen muss, denn es wurde während der Einheit weder viel oder häufig miteinander gesprochen, noch gab es ein Lachen oder andere Gefühlsausbrüche. Das Pensum wurde cool abgespult. Ilicevic und Arslan machten übrigens nicht alle Übungen mit, sie haben immer noch Nachwirkungen alter Verletzungen zu verkraften. In einem abschließenden Spielchen schoss Kerem Demirbay die ersten beiden Tore und hinterließ auch sonst einen guten Eindruck. Ich werde später darauf noch einmal zurückkommen.

Zunächst aber zum Mann des Tages. Zu jenem Herrn, der im Mittelpunkt oder im Blickpunkt des Vormittags stand: Rafael van der Vaart. Der Niederländer sagte nach dem Training, was viele schon während der Einheit staunend festgestellt hatten: „Ich habe mich ganz kurz auf die Waage gestellt und bin dann ganz schnell wieder abgesprungen.“ Während des Trainings hatte ein HSV-Fan schon ein wenig überzogen gespottet: „Van der Vaart sagt sich: Ich bin zwei Ölfässer . . .“ Und ein älterer Herr fühlte sich an frühere Zeiten erinnert: „Ist Buffy Ettmayer zurück . . ?“ Ganz so schlimm war es dann doch noch nicht. Unübersehbar aber war, dass der „kleine Engel“ ein wenig, ein klein wenig, zugelegt hat. Für Trainer Thorsten Fink dennoch kein Grund, zu meckern oder gar auszurasten. Völlig ruhig sagte der Coach: „Es gibt allgemein keine besonderen Auffälligkeiten.“ Auf die Lacher in der Runde hin sagte der Coach: „Haben Sie etwas gesehen?“ Dann fuhr er fort: „Es ist klar, dass man im Urlaub leicht zunimmt. Meine Erfahrung sagt, dass man seine Läufe machen soll, die Spieler haben ja alle ein kleines Programm mit in den Urlaub bekommen, alles andere ergibt sich dann im Laufe der Vorbereitungszeit. Und meine Erfahrung sagt mir, dass man sich im Urlaub schon ein wenig ausruhen soll, wenn man das nicht macht, dann wird es während der Saison auch mal schwierig.“

Rafael van der Vaart befand zum ersten Trainings-Tag der neuen Saison: „Es ist immer wieder schön, anzufangen, auch wenn es nach dem Urlaub hart ist. Trotz allem ein guter Tag, die Sonne scheint, die Plätze sind super – es passt.“ Zu seinem Gewicht befand der Niederländer: „Ich habe ein wenig zu viel auf den Rippen, aber ich kann im Trainingslager ja wieder abnehmen. So schlimm ist das alles nicht. Einmal im Jahr vier, fünf Wochen Urlaub zu haben, das tut uns ganz gut, dann genießt man – und das habe ich getan.“

Zur sportlichen Lage des HSV sagte van der Vaart: „Es sind schon ein paar Neue da, und hoffentlich bekommen wir auch noch einen Stürmer, das ist die wichtigste Position. Einer der ein paar Tore macht und uns weiterhilft, dann können wir einen Platz in der Europa League angreifen. Aber wir brauchen noch Qualität.“ Und speziell zu Roque Santa Cruz, der ja immer noch gedanklich über dem Volkspark schwebt, urteilte v.d.V.: „Wenn er käme, wäre das schon super. Ein großer Name, ein großer Spieler – ich hoffe, dass er kommen wird, seinen solchen Mann brauchen wir. Würde er uns verstärken, wäre es für uns sicherlich etwas einfacher.“ Und dann fasste der HSV-Kapitän noch kurz und treffend zusammen: „Der HSV muss ganz einfach in Europa spielen, alles andere ist nichts wert.“

Dazu muss aber noch einiges mehr passieren – als zum Beispiel in der vergangenen Saison. Die Achterbahn-Fahrt sollte sich möglichst nicht wiederholen. Das weiß auch die „ewige 23“: „Wir müssen konstanter werden, ganz klar. Es kann doch nicht sein, dass man in Dortmund ein Super-Spiel abliefert und gewinnt, und dann zu Hause nicht nachlegen kann. Das müssen wir ändern, denn die Konkurrenz ist sehr hart.“ Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft, denn der Niederländer sagt auch noch: „Wenn der neue Verteidiger sehr gut ist, dazu noch Santa Cruz, und wir haben eine gute Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern, dann können wir uns freuen. Ich hoffe darauf.“

Und die Voraussetzungen sind ja in diesem Jahr nicht die schlechtesten, denn mit Jacques Zoua und Johan Djourou, der heute den sporttauglichen Test bestand und einen Ein-Jahres-Leihvertrag unterschrieb, sind bereits zwei neue Spieler verpflichtet – und Nummer drei und Nummer vier stehen bereits vor der Tür. Santa Cruz zum Beispiel soll bis zum Mittwoch, spätestens aber bis diesen Donnerstag erklärt haben, ob er zum HSV kommen will – oder nicht. Im Moment, so sagen es Insider, hat Malaga aber wohl die besten oder besseren Karten. Dazu gesellten sich auch noch als Interessenten – neben dem HSV – Stoke City und der FC Bologna. Und bei Lasse Sobiech sieht es so aus, dass sich der HSV mit dem Spieler wohl einig ist, noch nicht aber mit dem abgebenden Verein Borussia Dortmund. Aber auch das soll und könnte sich schnell ändern.

Thorsten Fink wirkte ob dieser Lage optimistisch: „Ich bin jetzt erst einmal zufrieden, denn wir haben schon gute Einkäufe getätigt. Und natürlich wäre ich noch mehr zufrieden, wenn wir noch etwas mehr tun könnten.“ Grundsätzlich aber sagte der Coach: „Ich bin froh, dass die Arbeit auf dem Platz wieder beginnt, das ist mein Thema, und das wir jetzt schon zwei Spieler haben, dass ist auch wichtig. So kann man früh gemeinsam arbeiten und reinkommen, und man kann gleich am Anfang da sein. Gleich am ersten Spieltag da zu sein, das ist ganz wichtig, dass man nicht gleich der Musik hinterher läuft.“ Wie im vergangenen Sommer.

Über den stürmenden Neuzugang Zoua verriet Fink: „Das ist ein junger Mann, der hier nicht gleich 20 Tore schießen soll. Er ist erst 21 Jahre alt, der hervorragende Qualitäten hat, der ins System passt – er ist ein Spieler, den wir gebraucht haben, den ich mir gewünscht habe.“ Über Roque Santa Cruz sagte Thorsten Fink: „Ein guter Spieler, natürlich, aber ich weiß gar nicht, warum alle Leute schon so darüber Bescheid wissen, wieso darüber schon gesprochen wird und wurde, denn ich haben niemandem etwas gesagt. Roque ist ein hervorragender Stürmer, der ins System passt, der schnell ist, der technisch super ist – und der vor allem auch charakterlich ganz stark ist. Aber ob das mit der Verpflichtung jetzt etwas wird, das müssen wir nun mal abwarten.“

Sollte Santa Cruz nicht kommen, dann hat der HSV, das verriet Sportchef Oliver Kreuzer, auf jeden Fall auch einen Plan B in der Tasche. Fink: „Wir sind immer vorbereitet, alles andere wäre ja schlecht, Letztlich aber müssen wir schauen, ob und wie etwas geht, das ist ja auch eine finanzielle Frage. Ein neuer Mann muss ja besser sein, als die Stürmer, die wir haben, und er darf natürlich nicht zu teuer werden. Und dafür muss man schon sehr weit gucken – aber wir haben sicherlich auch schon etwas im Auge.“

Ich bin gespannt, wie sich die jungen Leute im Team entwickeln und präsentieren werden. Hakan Calhanoglu (der in der Türkei noch an der U-20-WM teilnimmt) und Kerem Demirbay, der heute schon mal einen vielversprechenden Eindruck hinterließ. Thorsten Fink über den aus Dortmund geholten Mittelfeldspieler: „Er ist ein Achter. Technisch ein sehr guter Mann, guter linker Fuß, der erste Eindruck war positiv – aber das alles habe ich schon vorher gewusst, denn sonst hätten wir ihn ja nicht gekauft . . .“ Fink ergänzend: „Kerem hat in der dritten Liga beim BVB schon Verantwortung übernommen, er war Stammspieler, er wird bei uns bleiben. Und wenn er dann gut ist, wenn er dann besser ist als andere – warum soll er dann nicht bei uns spielen. Natürlich ist das Tempo in Liga ein höher als in Liga drei, man wird sehen, wie er damit umgehen kann – und mir hat Jürgen Klopp schon mal zu mir gesagt, dass wir da der Borussia einen guten Mann weggeschnappt haben. Ich habe nur Gutes über Kerem gehört. Er ist gut in der Spieleröffnung und er hat keine Angst. Wir brauchen Spieler, die keine Angst haben. Weil wir auf Dauer nicht im Mittelmaß bleiben wollen.“

Und noch ein junges Talent stand im Blickpunkt: Jonathan Tah. Der Innenverteidiger könnte, wenn zwei (oder drei) sich streiten (Djourou, Sobiech, Heiko Westermann) durchaus der lachende Mann sein. Fink über den Jugend-Nationalspieler: „Er macht ja noch sein Abitur, und das ist auch gut so, denn wenn man noch ein zweites Standbein hat, ist das immer eine gute Sache. Er ist ein hervorragender Spieler, ein riesiges Talent, ich bin fest davon überzeugt, dass er sich in Zukunft bei uns durchsetzen wird. Ich werde ihn auf jeden Fall fördern und fordern, und trotzdem muss man wissen, dass er ja aufgrund der schulischen Anforderungen nur zweimal die Woche mit und bei uns trainieren kann. Aber die Schule ist ja auch wichtig.“ Dann fügt Fink hinzu: „Letztlich aber ist es so: Wenn er besser ist als andere, dann wird er auch spielen.“

Harte Zeiten also für Paul Scharner, Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic (der noch nicht in Hamburg weilt), da muss man kein Prophet sein. Sportchef Kreuzer zur Lage der Innenverteidiger: „Wir haben gesagt, dass wir wahrscheinlich mit Heiko Westermann, mit Johan Djourou, mit wahrscheinlich Lasse Sobiech und mit dem Riesen-Talent Jonathan Tah in die Saison gehen wollen. Das würde bedeuten, dass die anderen drei Innenverteidiger es schwer haben werden, in den Kader zu kommen. Da muss man mit offenen Karten spielen, das habe ich den Spielern oder ihren Beratern auch schon gesagt. Das sind keine Spieler, die aussortiert werden, das sind Spieler, die ganz normale Kader-Spieler, aber sie müssen wissen woran sie sind, und das habe ich getan.“

Und dann gibt es ja noch die drei „Aussortierten“ Marcus Berg und Gojko Kacar werden in nächster Zeit bei und mit der Regionalliga-Mannschaft von Rodolfo Cardoso trainieren (müssen), und auch Robert Tesche würde es so ergehen, aber der weilt zurzeit im Ausland. Panathinaikos Athen hat angefragt, und nun wartet Kreuzer auf ein vernünftiges Angebot aus Griechenland.

So, dann gibt es noch zwei Dinge, die ich am Sonntag geschrieben habe und zu denen ich mich jetzt noch einmal – wie versprochen – schlau gemacht habe.
Erst ging es um die Hamburger U-15-Auswahl, die zurzeit in Duisburg ein Turnier spielt. In diesem HFV-Team steht ein (ich wiederhole: ein) HSV-Spieler – und bis auf einen Spieler aus Curslack und einen vom ETV – dazu nur noch St.-Pauli-Spieler. Insider wissen, dass es schon seit Jahren Ärger, Krach oder eine gewisse Disharmonie zwischen dem HSV und dem HFV gibt, und deswegen tritt diese U-15-Auswahl auch in genau dieser Zusammenstellung an. HSV-entschlackt.

Ich sprach darüber mit dem Hamburger Verbands-Trainer Uwe Jahn und fragte, wieso der Streit immer noch nicht beigelegt worden ist. Jahn: „Wir haben die Zusammenarbeit damals nicht aufgekündigt, sondern der HSV. Das Schreiben trägt die Unterschriften von Nachwuchs-Chef Bastian Reinhardt und dem Jugend-Chef-Trainer Paul Meier.“ Der bisherige Sportchef Frank Arnesen, der von diesem Schreiben – und der verfahrenen Hamburger Situation wusste, hat dazu nie Stellung bezogen. Uwe Jahn hat im Herbst und zuletzt im November Gespräche mit dem neuen HSV-Nachwuchs-Chef Michael Schröder geführt, um die Situation zu bereinigen, aber der Verbands-Trainer sagt heute: „Michael Schröder wollte sich wieder bei mir melden, das aber ist bis heute nicht passiert.“

Auch Club-Chef Carl-Edgar Jarchow hatte sich diese Dinge angehört und wollte sich in irgendeiner Form einschalten, aber auch das ist bislang unterblieben. Offenbar will der HSV immer noch keine Zusammenarbeit. Obwohl ich mir – als Außenstehender, aber früher selbst einmal Auswahlspieler – vorstellen könnte, dass es für den einen oder anderen Jugendlichen sehr wohl schon eine sehr gute bis hervorragende Sache wäre, für die Auswahl des Hamburger Fußball-Verbandes zu spielen. Uwe Jahn teilt meine Auffassung, sagt aber auch resümierend (und ein wenig traurig?): „Im Prinzip hat sich der HSV aus der Hamburger Fußball-Familie verabschiedet . . .“

Punkt zwei, den ich aufklären wollte, war das Gerücht um die „Struktur-Veränderer“ im HSV, Ernst-Otto Rieckhoff und Jürgen Hunke. Ich hatte zuletzt (frohlockend) geschrieben, dass sich nicht nur diese beiden Herren zum Wohle der Sache und zum Wohle des HSV arrangiert haben und zusammenarbeiten wollen, sondern dass auch frühere Feindschaften ruhen, um die gute und lebensnotwendige Sache voranzutreiben. Daraufhin erhielt ich Post und Anrufe, dass dem wohl nicht ganz so sei. Rieckhoff hätte in Anschreiben an seine Unterstützer unter anderem auch diesen Satz geschrieben:

„Um Missverständnissen aus Presseveröffentlichungen vorzubeugen: Ich hatte einen Dialog mit Jürgen Hunke, ich arbeite aber nicht an einem gemeinsamen Konzept mit ihm.“

Ich habe heute mit Ernst-Otto Rieckhoff telefoniert und mir den Stand der Dinge mal schildern lassen. Er sagte mir: „Ich arbeite mit mehreren Leuten an einem Konzept, das mehrheitsfähig sein wird. Ich arbeite nicht mit Jürgen Hunke zusammen, aber wir haben miteinander gesprochen und werden auch weiterhin den Dialog suchen. Das soll aber auch nicht heißen, dass wir gegeneinander arbeiten.“

Das mit dem „gegeneinander“ wirkte auf mich wie eine Erleichterung. Es geht nämlich nur miteinander – und nicht gegeneinander. Wird zerstritten an diesem wichtigen Punkt im Leben (jawohl, im Leben) des HSV gearbeitet, hat keine Gruppe eine Chance. Das sollten alle, nicht nur die beiden Herren Rieckhoff und Hunke, erkennen. Es kann jetzt nur noch um den HSV, um diese drei für uns alle so wichtigen Buchstaben gehen, und um nichts anderes, um keine Eitelkeiten jeglicher Art. Nur der HSV sollte jetzt noch im Mittelpunk aller Aktivitäten stehen, und alle anderen Sachen wie Animositäten oder Feindschaften sollten endlich einmal ruhen oder am besten ganz und für immer vergessen werden.

Bitte, ihr lieben Leute, bitte denkt nur an diesen Verein und an diese Buchstaben – und nicht (so sehr) an euch!

Dann gibt es noch eine neue Partnerschaft; die meisten werden es, vielen dank dafür, schon aus der Bild erfahren haben – ich schreibe es trotzdem:

Der HSV hat mit Coca-Cola einen neuen Partner gewonnen, der die Rothosen ab dem 1. Juli unterstützen wird. Der Getränkehersteller versorgt als offizieller Supplier des HSV mit Beginn der neuen Saison die Besucher der Imtech Arena und die Mannschaft mit einer breiten Palette alkoholfreier Getränke und wird mit ausgewählten Werbepräsenzen im Umfeld der Arena und des Stadions sichtbar sein. Der neu abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Coca-Cola eine starke Marke für uns gewinnen konnten”, sagt Joachim Hilke, Vorstand Marketing/Kommunikation des HSV. “Die Partnerschaft mit einem weltbekannten und ebenso traditionellen wie innovativen Unternehmen ist ein Gewinn für den HSV und gleichzeitig Beweis für die Bekanntheit und Stärke der Marke HSV.”
„Der HSV gehört zu den ersten Adressen der Fußball-Bundesliga und Aushängeschildern der Hansestadt Hamburg. Wir freuen uns sehr, dass wir nach zehn Jahren gemeinsam mit dem HSV wieder eine Partnerschaft eingehen”, sagt Jens Arne Jänecke, Geschäftsleiter Nord von Coca-Cola. “In diesem Rahmen werden wir neben der Getränkelieferung auch verschiedene Aktionen innerhalb und außerhalb des Stadions für die HSV-Fans durchführen”.

PS: Morgen, am Dienstag, wird in Etappen beim HSV trainiert. Weil es vor allem um die Laktatwerte, die gemessen werden, geht. Morgens um 10 Uhr beginnen fünf Spieler mit dem Training auf dem Rasen an der Arena, der Rest ist innen drin beschäftigt – und umgekehrt. Auch am Nachmittag soll und wird es wohl so laufen (von 15 Uhr an).

PS: Das DFB-Pokalspiel des HSV beim SV Schott Jena findet am 4. August (Sonntag) statt, Anpfiff ist um 16 Uhr.

PSPS: Thorsten Fink trägt zurzeit übrigens einen Vollbart. Ob der dran bleibt? Der Trainer ließ es offen. Vorerst wohl auf jeden Fall, denn Fink sagt: „Ich überlegen noch, ob er dran bleibt, aber meiner Frau gefällt es so – deswegen bleibt er auch erst einmal dran.“

Und ganz zum Schluss: Ich entschuldige mich für diesen langen, viel zu langen Text, ab morgen versuche ich mich wieder einzukriegen. Gute Nacht!

18.21 Uhr

Urlaubsstimmung beim HSV – Fink gibt frei

21. März 2013

Urlaubsstimmung. Nein, nicht generell, dafür ist das Wetter tatsächlich nicht einladend genug. Dafür aber beim HSV. Während am Mittwoch wirklich alles im Spaß-Training mitmischen durfte, was Fußballschuhe besitzt, wird morgen – gar nicht trainiert. Der HSV macht frei. Bis Montag. Es ist die Konsequenz daraus, dass gerade mal fünf gesunde HSV-Profis in Hamburg weilen. Und die haben, ohne, dass es für Außenstehende sichtbar war, „sehr gut mitgezogen“, wie Trainer Thorsten Fink sagt. Der HSV-Coach ist sich zudem sicher, dass seine Spieler über ausreichend Selbstdisziplin verfügen, die Freizeit sportlergerecht zu nutzen. „Ein Dennis Aogo und ein Marcell Jansen beispielsweise könnten ja gar nicht ohne etwas für sich zu tun.

Na dann. Ein paar schöne Tage!

Wobei, um hier keine falsche Tonlage reinzubekommen, zu einem derart späten Zeitpunkt der Saison ist ein Tag mehr Freizeit kein Grund mehr, die Fitness in Frage zu stellen. Und das mache ich auch nicht. Im Gegenteil, da auch das Spiel der U23 am Wochenende gegen den SV Wilhemshaven bereits abgesagt worden ist, können die Spieler so mal wieder Heimatbesuche machen. Und genau das macht Michael Mancienne. Der Innenverteidiger flog bereits am heutigen Donnerstag, unmittelbar nach dem Vormittagstraining, das fast komplett aus Kreisspiel bestand, in seine Heimat. „Die Familie mal wiedersehen“, freut sich Mancienne, der sich als Gewinner der letzten Wochen sehen darf, nachdem tatsächlich weder Jeffrey Bruma noch Slobodan Rajkovic langfristig überzeugen konnten. Dennoch glaubt Mancienne noch nicht daran, gleich wieder in die Startelf zu rücken. „Nein“, so Mancienne, „ich bin froh, wenn ich in München wieder zum Kader gehöre. Dafür muss ich schon sehr hart arbeiten und mich anbieten.“ Der Engländer ärgerte sich deshalb auch über die entgangene Spielpraxis, die Fink ihm bei Einsätzen für die U23 holen lassen wollte. „Ich hätte wohl gespielt und hatte mich darauf gefreut“, sagt Mancienne. Wobei mich insbesondere die Tatsache freut, dass Mancienne schon mal einer von denen ist, die der eigenen U23 helfen würden, nachdem Rajkovic bereits bewiesen hat, dass er Sportsmann genug ist, beim Unterbau Vollgas zu geben und somit eine Verstärkung zu sein. Und davon werden Cardoso und Co. noch etliche bestens gebrauchen können.

Womit ich noch mal ganz kurz auf den Blog vom Mittwoch eingehen möchte. Ihr hattet lange eine Nachwuchsgeschichte gefordert. Und das zurecht. Das Problem bei diesem Thema ist allerdings, dass die Probleme durchaus herauszufiltern sind, es aber keine Direkt-Verantwortlichen dafür gibt. Oder besser: es gibt zu viele. Denn nichts ist beim HSV-Nachwuchs konstanter als die Inkonstanz der Führungskräfte, denen man einzeln gar nicht den großen Vorwurf machen kann. Dafür sind sie – wie zuletzt Paul Meier oder auch Bastian Reinhardt – einfach zu kurz im Amt. Paul Meier beispielsweise, der sich durch seine wochenendlichen Heimflüge in die Schweiz beruflich angreifbar gemacht hatte und durch seine harsche Art den Trainern gegenüber von eben jenen angegriffen wurde, hatte eine klare Philosophie. Und die setzte er gegen alle Widerstände durch. „Ich habe eine große Verantwortung beim HSV-Nachwuchs – und diese übernehme diese“, hatte mir der Schweizer einst für ein Abendblatt-Interview gesagt, „daher muss ich auch die Entscheidungen verantworten. Würde ich dabei alle Wünsche der Trainer mit einbeziehen, käme ich nie zu einer klaren Philosophie.“ Sinngemäß sagte er mir damals – und dem konnte ich dann auch zustimmen -, dass es sicherlich etliche andere richtige Wege geben würde, es aber immer sinnvoller sei, an einem festzuhalten. „Ansonsten hat man viele halbe Dinge – aber nichts Ganzes“, so Meier, der letztlich nichts Ganzes erreichen durfte. Dass Meier mehr an seiner Art und den Befindlichkeiten seiner Trainer scheiterte, zeigt auch die Tatsache, dass sein Nachfolger Basti Reinhardt viele Punkte von Meier übernahm.

Wie Ihr seht, ist es beim HSV nicht einfach, den Hauptfehler zu greifen. Inkonstanz – okay. Das wissen alle. Aber wie stelle ich die ab, ohne dass ich einen starken Mann für den Nachwuchs zulasse? Meier war es, wurde aber nicht gestützt. Reinhardt war dies eher nicht. Im Gegenteil: Alle wussten, dass die Versetzung vom Sportchef zum Nachwuchs mehr seinem juristisch unangreifbarem Arbeitsvertrag bis 2013 denn seiner Eignung für den Nachwuchs geschuldet war. Arnesen war gekommen, hatte übernommen und brauchte Reinhardt nicht mehr. Daraus machte der Däne intern wohl auch keinen Hehl. Zumindest hörte Reinhardt schon Mitte 2012 von ihm wohlgesonnenen HSV-Mitarbeitern, dass sein im Juni 2013 auslaufender Vertrag nicht verlängert würde. Reinhardts Nachfragen ließ Arnesen unbeantwortet. Und jeder von uns kann sich vorstellen, wie motivierend so ein Wissen ist…

Wie dem auch sei, jetzt ist Michael Schröder der Nachwuchschef – ob er der starke Mann ist? Keine Ahnung. Er ist Ewigkeiten da und nie kam jemand auf die Idee, ihn zum Nachwuchschef zu machen. Bis jetzt. Aber der ehemalige Chefscout des HSV und ehemalige Jugendtrainer hat zumindest eine große Vision: Dritte Liga mit der U23 und in den höchsten Junioren-Klassen vertreten sein. Mehr geht kaum. Außer natürlich, dass dabei der eine oder andere Profi mehr für die Bundesligamannschaft herausspringt. Und darauf zielt Schröders Idee ab. Der Ex-Profi setzt eine offensive Spielweise und auf individuelle Ausbildung. Das, was mich als Jugendlichen früher abgeschreckt hat, zum HSV zu wechseln, wird wieder praktiziert: Die individuelle Optimierung der Spieler steht über dem mannschaftlichen Erfolg. Aber okay: es ist zumindest ein Weg. Bleibt nur zu hoffen, dass Schröder beim Beschreiten des selbigen mehr Zeit gewährt bekommt als sein Vorgänger. Denn ansonsten gilt wieder: es wird vieles begonnen – aber nichts zuendegebracht.

Beendet wird indes das Engagement vom HSV-Psychologen Thorsten Weidig. Der war seinerzeit von Ex-Boss Bernd Hoffmann und Katja Kraus installiert worden und zunächst für die Profis sowie den Nachwuchs verantwortlich. Zuletzt kümmerte sich Weidig fast ausschließlich um die Jugend, weil die Profis seine Hilfe nicht in Anspruch nahmen. So zumindest hieß es in der Vorstandsbegründung, weshalb Weidig nicht weiter beschäftigt werden soll. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass gerade die aktuellen jungen HSV-Kicker – ältere natürlich nicht minder – viel von Gesprächen mit Weidig hätten profitieren können. Beister ist nur das auffälligste Beispiel von vielen.

Aber okay. Weidig wird nicht weiterbeschäftigt. Stattdessen müssen die Trainer auch psychologische Arbeit übernehmen. Und im Internat sind es Schröder und Co., die den jungen Spielern fernab ihrer Elternhäuser in schwierigen Phasen beistehen und helfen sollen. Dass der HSV damit rund 100000 Euro im Jahr einspart – gut für die Klubkasse…

Die würde sich am meisten über internationale Spiele freuen. Und während Fink weiterhin gerade mal das letzte und das nächste Spiel bespricht, wagten sich zuletzt Rafael van der Vaart, Heiko Westermann, Rene Adler und auch Aufsichtsratsboss Manfred Ertel weiter vor. Heute folgte nun Michael Mancienne. Mit etwas Anlauf nahm auch er den von Fink beharrlich vermiedenen Begriff in den Mund: „Wir müssen immer das nächste Spiel als das wichtigste nehmen. Aber wir müssen auch die Ambition und das Ziel haben, die Europa League zu erreichen.“ Stimmt. Und das ist nicht überheblich. „Schneckenrennen um Europa“ hatte Ertel den Kampf um Platz vier bis sechs genannt. Und ich finde, er hat es damit ganz gut getroffen. Dass alle Teams, die hinter Bayern, Dortmund und mit Abstrichen Leverkusen stehen nicht zwingend Europa verdient haben – es stimmt. Dass der HSV, wie Mancienne sagt, ein Top-Vier-Team in der Bundesliga ist – ich bin mir da nicht wirklich sicher. Zumindest wäre es für die Qualität der Bundesliga kein Kompliment. Aber wen stört’s, wenn es der HSV am Ende irgendwo zwischen vier und sechs landet? Auch wenn ich mich damit wiederhole: Mich nicht…

In diesem Sinne, bis morgen! Da ist trainingsfrei. Genau wie Sonnabend und Sonntag. Über den Montag ist noch nichts bekannt.

Scholle

Was denkt der Herr Kühne in diesen Tagen?

4. März 2013

Irgendwie ist das schon eine herrlich-verrückte Bundesliga. Der HSV verliert in Hannover 1:5, spielt zu Hause gegen den Tabellenletzten nur unentschieden – doch die Liga spielt stets – fast schon seit Wochen – für den HSV. Soll heißen: Die Clubs tun alles dafür, dass der HSV nicht absackt. Obwohl er meistens so spielt wie ein Verein aus dem Mittelfeld. Konstant unkonstant. Achterbahn eben. Wie seit Monaten. Ein Blick auf die Tabelle verrät jedoch, dass es bis zum Tabellenvierten Eintracht Frankfurt nur drei Zähler sind. Nur drei Zähler! Und zu Freiburg und Schalke, die ebenfalls noch vor dem HSV stehen, der 35 Punkte auf dem Konto hat, ist es nur ein mageres Pünktchen. Aber nach hinten, zum Tabellenzehnten Hannover 96, sind es auch nur zwei Zähler, die der HSV noch besser steht. Das ist ein ganz enges Rennen in dieser Saison, und so wird es wohl auch bleiben. „Noch ist nichts passiert“, hatte Maximilian Beister ja nach dem 1:1 gegen Fürth orakelt, und es bleibt festzuhalten: das stimmt.

Ich muss in den letzten Wochen, nein, eigentlich schon seit Jahresbeginn, immer wieder mal an Klaus-Michael Kühne denken. Der Geldgeber des HSV hatte ja alles dafür getan, Rafael van der Vaart nach Hamburg zurück zu holen. Alles. Und ich glaube nicht, dass Kühne den Niederländer nur deshalb haben wollte, weil er so smart ist, weil er gut aussieht, weil er mit Sylvie eine kleine Traumfrau an seiner Seite hat – hatte. Kühne hatte sich schon vorgestellt, dass van der Vaart diesen HSV – vornehmlich das Spiel des HSV – lenken würde. Und diesen Vorstellungen des Herrn KMK schlossen sich irre viele Hamburger und HSV-Fans an. Rafael van der Vaart ist ab sofort der Spielgestalter, der Regisseur, der Vordenker und Lenker. Das war der Plan.

Aufgegangen ist davon nicht viel. Natürlich, und das wird auch immer so sein, hat der „kleine Engel“ beim HSV, bei und in dieser Mannschaft unendlich viel bewegt – allein durch seine Präsenz, durch seine Erscheinung, durch sein Auftreten. Nur ein Regisseur ist er bislang noch nicht geworden. Und die Leistungen sind nicht so, dass die „ewige 23“ über allen steht. Unbestritten ist, dass er sich zerreißt, dass er stets will, dass er läuft und läuft. Aber das „Fußballspielen“, das kommt dabei zu kurz. Und deswegen denke ich dann an Klaus-Michael Kühne. Was der Milliardär jetzt wohl sagt? Um ehrlich zu sein, stelle ich mir vor, dass er den HSV spielen sieht, dass er van der Vaart dann spielen sieht – und sich eingesteht: „So einfach ist Fußball dann wohl doch wieder nicht . . .“ Oder er flucht – im Sessel sitzend – leise vor sich hin: „Scheiß-Fußball.“ Wobei nicht der HSV damit gemeint ist, sondern das Geschäft allgemein. Undurchschaubar, unvorhersehbar.

Ich habe den Eindruck, dass van der Vaart zwar viel läuft, aber genau deshalb läuft auch vieles an ihm vorbei. Wobei ich am Sonnabend die meiste Zeit sehr genau auf ihn geachtet habe – er bietet sich immer wieder an. Das kann man ihm nicht absprechen. Er geht sehr oft, wenn er nicht gerade Stürmer spielt (!), spielen soll (!), weit in die HSV-Hälfte zurück, um sich dort den Ball abzuholen, um sich dort anspielen zu lassen. Wird dabei allerdings, das ist wohl ein großes Übel, von seinen Kollegen auch vielfach „übersehen“. Oft steht er – oder läuft – dann verdrossen, leicht resignierend und kopfschüttelnd durch die Gegend . . .

Vielleicht ist es aber auch nur alles eine Frage des Selbstvertrauens. Hätte er seine riesige Chance gegen Fürth genutzt, als er frei vor Torwart Wolfgang Hesl viel zu überhastet abschloss, wäre er vielleicht wieder einen größeren Schritt an die 100 Prozent herangekommen. Obwohl: Ein schöneres Tor, als das 1:0-Siegtor gegen Mönchengladbach, gibt es ja eigentlich nicht – und das hat dann doch nicht für eine Leistungsexplosion gesorgt. Eventuell hat ja der ehemalige HSV-Verteidiger Tobias Homp recht, der bei „Matz ab live“ am Sonnabend zu Gast war (ihm und auch unserem zweiten Gast, Hannes Scherff, nochmals vielen Dank!) und sagte: „Ich habe den Eindruck, dass Rafael van der Vaart nicht richtig fit ist. Obwohl seine Verletzungspause ja nun schon lange, lange zurückliegt . . .“

Nun ja, wir werden es erleben, wie sich das, wie sich Rafael van der Vaart noch bis zum Sommer hin entwickelt. Das jedoch gilt ja für den gesamten HSV. Inklusive Artjoms Rudnevs, dem sie gegen Fürth einen so gebrauchten Tag angedreht hatten, wie ihn Rene Adler in Hannover zufassen bekam. Ob Rudnevs sein Torkonto – bislang zehn – noch erhöhen wird? In unserer Redaktion laufen schon Wetten. In welche Richtung die gehen, verrate ich allerdings nicht. Nicht schon wieder eine Rudnevs-Diskussion. Wobei mir immer noch – in schöner Regelmäßigkeit – um die Ohren fliegt, dass ich den „guten Rudi“ damals so „vernichtet“ habe. HSV-Fans sind nicht nachtragend, aber sie vergessen auch nicht ganz so schnell . . .

Mich wundert bei dieser ganzen Diskussion, dass ich nicht auch wegen Heung Min Son verurteilt werde. Den hatte ich zu Saisonbeginn auch nicht unbedingt auf dem Zettel – aber nun. Weil er sich bis hin zum Prädikat „großartig“ verbessert hat. Dass der Südkoreaner zuletzt dreimal in Folge nicht so „großartig“ gespielt hat, das schreibe ich seinem Alter zu. Mit 20 Jahren darf man noch gewisse Leistungsschwankungen haben – aber sicher. Und deswegen, weil es diese Leistungsschwankungen gibt, halte ich es auch für besser (nicht nur im Interesse des HSV und seiner Fans), dass Son noch eine gewisse Zeit in Hamburg leibt, um Konstanz in sein Spiel zu bekommen. Und inzwischen, so denke ich, haben das auch die meisten Beteiligten an diesem „Geschäft“ begriffen oder eingesehen. Die Richtung war zuletzt die, dass Son wohl noch beim HSV bleiben wird – und ich wage mich noch einen Schritt weiter nach vorne: Heung Min Son wird noch mit dem HSV verlängern, ich gehe davon aus und denke, dass diese gute Sache zu 95 Prozent schon eingetütet ist. Und dass die Vertragsverlängerung schon bald, wahrscheinlich noch in dieser Woche, verkündet wird.

„Lass dir überraschen“, so würde Rudi Carrell wohl singen.

Nicht ganz so überraschend kam heute die Nachricht, dass „Basti“ Reinhardt in Zukunft kein Nachwuchs-Chef mehr beim HSV sein wird. Dazu schrieb der HSV heute:

Der HSV und Bastian Reinhardt haben sich darauf verständigt, den im Sommer auslaufenden Vertrag des Nachwuchsleiters nicht zu verlängern. Der ehemalige Bundesligaprofi der Rothosen (von 2003 bis 2010), der im Anschluss an seine aktive Laufbahn ein Jahr lang als Sportchef des HSV agierte, sieht seine Ausrichtung in der Zukunft im Trainerbereich. „Ich habe drei Jahre im administrativen Bereich gearbeitet. Jetzt möchte ich Erfahrungen in der praktischen Arbeit sammeln und werde daher meine Trainerscheine machen. Das wird bis zur A-Lizenz ungefähr zwei Jahre in Anspruch nehmen“, sagte der 37-Jährige.

Danach sei eine Rückkehr zum HSV denkbar, wie ihm Frank Arnesen bereits in Aussicht stellte. „Bastian hat selbstverständlich die Möglichkeit, dann als Trainer im Nachwuchsbereich des HSV wieder einzusteigen“, erklärte der Sportchef und bedankte sich noch einmal ausdrücklich für die Arbeit, die Reinhardt in den nun fast zehn Jahren sowohl als Spieler als auch als Angestellter im sportlichen Bereich für den HSV geleistet hat. „Er stand in all seinem Tun immer komplett für den Verein ein und hat gute Arbeit geleistet. Ich habe ihn als absoluten HSVer kennengelernt. Wir wünschen ihm alles Gute.“

So, dann gab es heute noch diese Meldung des Sport-Informations-Dienstes (SID). Die veröffentliche ich hier deswegen, weil es dazu – schon vor geraumer Zeit – eine Mail an mich (und „Scholle“) gab. Bei der Gelegenheit – und das soll keine Klage sein: Wir bekommen täglich viele, manchmal sehr, sehr viele solcher Mails. In diesem Fall kam sie von Thomas K. Er war schon ein wenig „säuerlich“, weil wir uns nicht bei ihm gemeldet haben. Wenn wir das aber immer und ständig tun würden, dann müsste unser Tag 25 Stunden dauern – weil es einfach viel geworden ist, und täglich mehr und mehr wird. Da bitte ich um Verständnis – noch sind „Scholle“ und ich Einzelkämpfer und haben (noch) keine Sekretärin. Immer dann, wenn es gepasst hat (so wie heute), habe ich schon einige Mails veröffentlicht – was allerdings auch nur bei jedem zweiten User auf Verständnis trifft. Alles Geschmackssache.
Aber nur die SID-Meldung:

Ungewöhnlich scharf hat DFB-Kontrollausschuss-Chef Anton Nachreiner die Begnadigung des Dortmunders Robert Lewandowski durch das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kritisiert. „Dieses unverständliche Urteil verrückt die gesamte Rechtsprechung“, sagte der Chefermittler dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD: „Ich muss meine Aufgabe und das Strafmaß ab sofort neu überdenken. Lewandowskis Foul war eine ganz klare Drei-Spiele-Sperre. Das haben alle so gesehen, außer das Bundesgericht und natürlich sein Verein Borussia Dortmund. Ich kann den Aufschrei in der Liga verstehen. Ich bin genauso enttäuscht.“

Das DFB-Bundesgericht hatte am vergangenen Freitag die Rotsperre für den polnischen Nationalspieler in zweiter Instanz von ursprünglich drei auf zwei Spiele verkürzt und Lewandowski somit den Einsatz im Liga-Heimspiel gegen Hannover ermöglicht. Der Pole krönte seine starke Leistung beim 3:1 über die Niedersachsen mit seinen Saisontoren Nummer 15 und 16. Lewandowski war nach seiner Roten Karte am 21. Spieltag gegen den Hamburger SV zunächst für drei Begegnungen gesperrt worden. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte den Gang vor das DFB-Bundesgericht gerechtfertigt: „Wir hatten das Gefühl, das Unrecht geschehen ist. Man hat die Situation lediglich neu bewertet, so wie wir das gesehen haben.“ (SID)

Zu diesem Thema, wie angekündigt, schrieb schon vor einiger Zeit der User Thomas K. folgende – und uns nicht immer schmeichelnde – Zeilen:

Hallo Dieter, hallo Scholle,

seit Anfang an lese ich den Blog mit, nur ganz selten schreibe ich etwas im Forum. Als HSV Fan, der über 500 km weit weg wohnt, freut man sich über alle Infos, die man so bekommen kann. Deswegen erst einmal „Danke!” für den täglichen Blog, auch wenn ich persönlich nicht immer einer Meinung mit den jeweiligen Meinungen der Blog-Väter bin – aber das muss man ja auch nicht.

Mir ist jedoch etwas in der kompletten Print-Berichterstattung (egal ob Abendblatt, Mopo, Bild, Welt…) aufgefallen: es wird von ganz vielen Fachjournalisten mit Begeisterung über den HSV und Spieler bzw handelnden Personen geschimpft und kritisiert. Es wird der HSV jedoch so gut wie nie gegenüber der restlichen Welt mal in Schutz genommen oder gegen den Rest der Welt bzw den DFB mal „investigativ” ermittelt. Fällt nur mir das auf oder scheint der HSV beim DFB regelmäßig schlechter behandelt zu werden als Mitbewerber? Beispiele gefällig?

– Ein Jonathan Tah (als „Schrank”) bekommt keine Ausnahmebenehmigung für den BuLi-Kader, ein „Hänftling” Nuri Sahin hat in dem Alter schon BuLi gekickt

– Ein Siegenthaler durfte in keiner Doppelfunktion für HSV/DFB wegen angeblicher Wettbewerbsvorteile tätig sein, ein Dr. Müller-Wohlfahrt ist das seit Jahren mit FCB/DFB

– ein Cardoso durfte keinen Tag länger als erlaubt die BuLi Mannschaft ohne Fussballlehrerschein coachen (obwohl den genug im Trainer-Team hatten), bei Leverkusen macht das ein Hyypiä jetzt schon seit ewigen Zeiten ohne Beanstandung

– Der DFB hat, als Herr Motzki Sammer zum HSV wechseln wollte, auf Einhaltung des Vertrages gedrängt, was jedoch kein Problem war, als er zu den Bayern ging…

Warum schreibt kein Hamburger Journalist mal darüber oder prüft das wenigstens mal kritisch? Die Liste kann man sicherlich noch weit fortführen: Strafmaße bei Sperren, Sonntagsheimspiele ohne Europacup, Länderspielvergaben… Noch nicht einmal als der HSV 2004 „ver-Hoyzert” wurde ging nach dem Spiel ein Aufschrei der Entrüstung durch die Presse, sondern der HSV wurde ausgelacht (jedenfalls so weit ich mich entsinnen kann), obwohl die Fehlentscheidungen nicht zu übersehen waren.

Wenn ein Dortmunder Spieler einen Hamburger an der Mittellinie brutal ohne Ball rücksichtslos umtritt, ein weiterer Dortmunder Spieler während der Rudelbildung ohne Bestrafung eine klare Tätlichkeit begeht (Kehl) und ein Hamburger Spieler später mit Gegenständen beworfen wird (vdv) – worüber wird berichtet? Dass sich laut HB-Männchen Herrn Klopp unser Spieler ja ach so unsportlich verhalten hätte… Ja gehts noch? Sind die Hamburger Sportjournalisten etwa im Geheimen alles Pauli oder Werder Fans?

Vielleicht habt Ihr ja eine Idee oder eine plausible Begründung dafür, warum regelmäßig über den HSV tendenziell negativ berichtet wird bzw vielleicht nehmt Ihr das ja als Anregung, dahingehend auch mal alternative Meinungen zu vertreten….

Herzliche Grüße aus dem wilden Süden der Republik.

So, das war der Beitrag des „Matz-abbers“ Thomas K. Ich sehe sein Anliegen generell nicht als so dramatisch an, wie er es geschildert hat. Ich denke schon, dass wir – und auch die Hamburger Kollegen – schon hin und wieder die Finger in die Wunde gelegt haben. Ich zum Beispiel ganz gravierend im „Fall Hoyzer“. Und in diesem Fall möchte ich mal daran erinnern, dass auch unter dem HSV-Anhang, der damals mit in Paderborn war, kein „Aufschrei“ zu hören war – nur ein ekeliges Gespucke. Gegen die HSV-Spieler und gegen Trainer Klaus Toppmöller. Weil die Fans sauer auf die Leistung waren. Nicht die von Hoyzer, sondern die des HSV. Nur mal am Rande bemerkt.

Wir Journalisten dürfen nur nicht so weit abdriften, dass uns Parteilichkeit unterstellt wird. Und dieser Grat ist in der Tat sehr, sehr schmal. Wir sind und sollen neutral sein. Nicht unbedingt hier bei „Matz ab“, auf jeden Fall aber die Zeitungen. Andernfalls sollten wir über die Artikel den Zusatz bringen: „Offizielles Mitteilungsblatt des HSV“.

Gleichzeitig gebe ich aber sehr wohl zu, dass an der einen oder anderen Sache schon etwas dran ist – die Thomas K. bemängelt wird. Ich bin aber auch überzeugt, dass davon das eine oder andere Thema „damals“ sehr wohl aufgegriffen wurde, um darüber zu berichten. Ich weiß, dass ich über den „Fall Sammer“ sehr wohl berichtet habe – so wie von Thomas K. gewünscht. Wäre hier ja noch nach zu lesen.
Grundsätzlich muss ich aber nochmals sagen: Das Hamburger Abendblatt ist kein „Offizielles Vereinsorgan des HSV“. Das wünschen sich zwar einige (oder viele) HSV-Fans, noch aber ist es nicht so weit.

PS: Morgen (Dienstag) wird im Volkspark um 15 Uhr geübt.

18.01 Uhr

1:0-Sieg – “Europapokal, Europapokal . . .”

16. Februar 2013

Der HSV ist auf dem Weg zur Spitze. Noch nicht ganz nach oben, aber es geht deutlich aufwärts. Mit 1:0 wurde Borussia Mönchengladbach vor 54 558 Zuschauern im Volkspark besiegt, der Sieg war verdient, wenn auch nicht immer souverän herausgespielt – aber es wurde diszipliniert und konzentriert agiert. Endlich aber gab es mal wieder zwei HSV-Siege in Folge, sodass der Anhang jetzt auf jeden Fall träumen darf. 1:0-Sieg sind die schönsten, so heißt es ja im Fußball, aber dieser war schwer erkämpft, denn die Borussia gab trotz des Donnertags-Spiels in der Europa League auch gegen Ende noch mächtig Gas. „Europapokal, Europapokal . . .“ sangen die HSV-Fans im Norden ausgelassen, aber bis dahin dürfte es noch ein ziemlich dornenreicher Weg sein. Immerhin aber ist er im Jahre 2013 möglich, und wer hätte das schon zu Beginn dieser Saison für möglich gehalten? Nach dem Schlusspfiff kochte es im Norden, denn Hamburg wittert seine Chance.

Beifall zur Pause. Da hieß es durch ein Zauber-Tor von Rafael van der Vaart verdient 1:0. Der HSV war, wie schon zuletzt in Dortmund, gut aus den Startlöchern gekommen, die Mannschaft wirkte entschlossen, alle Spieler waren in Bewegung und zeigten Biss. Und Mönchengladbach war die erwartet harte Nuss, von Europa League am Donnerstag war nicht viel zu sehen. Es ging munter hin und her, ohne viele Höhepunkte zu bieten, Torchancen blieben Mangelware. Ein „Tor des Monats“ aber entschädigte für entgangene Torraumszenen: In der 24. Minute bediente Artjoms Rudnevs van der Vaart, und der zog aus 28 Metern beherzt ab. Was für ein Schuss! In den oberen linken Winkel – und im Volkspark war der Teufel los. Ein echter Hammer! Bis auf Torwart Jaroslav Drobny kam die Mannschaft zum Gratulieren. Und Lotto King Karl befand über Mikrofon: „Wie lange habe ich darauf gewartet . . .“ Nicht nur Du, lieber Lotto. Vier alle. Und der „kleine Engel“ ganz besonders. Er rastete fast aus. Zumal er, Glückwunsch den Kollegen, in der Bild von heute angekündigt hatte, dass er gegen Gladbach ein Tor machen würde. Hat super geklappt. Und dann ein solcher Strich, Hut ab!

Der HSV war dieses eine Tor auch unter dem Strich besser. Vornehmlich über die linke Seite, wo sich Marcell Jansen und Dennis Aogo ein weiteres Mal sehr gut ergänzten und verstanden, wurden die Angriffe nach vorne getragen. Das ist in zwischen eine großartige „Waffe“ des HSV geworden. Dazu bewegten sich beide Spitzen wieder viel und gut, „Rudi“ Rudnevs ging im wahrsten Sinne dorthin, wo es wehtat, und auch Heung Min Son ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Zudem scheint er auch in Sachen Kopfbällen gelernt zu haben, hat er sie frühere gelegentlich verweigert, so geht er jetzt fast immer entschlossen in den Luftkampf. England lässt grüßen, denn da ist so etwas auf jeden Fall immer gefragt.

Die Abwehr wirkte nicht immer unbedingt sattelfest, ließ aber nichts anbrennen. Wenn es darauf ankam, war jeder Spieler Herr der Lage. Und am Rande stand Trainer Thorsten Fink total unter Strom und trieb seine Mannen pausenlos an. Fink brannte wie jeder seiner Spieler. Das Motto des Trainers lautete wohl: „Egal wie, aber diesmal ist endlich mal wieder ein zweiter Sieg in Folge fällig.“

In die zweite Hälfte startete der HSV wiederum entschlossen, aber die richtig große Torgefahr blieb aus. In der 51. Minute hätte, nach einem Freistoß von van der Vaart, fast der am langen Eck stehende Slobodan Rajkovic ein Tor erzielt, aber der Serbe war zu überrascht, als ihm der Ball vor die Füße fiel. Aber das wäre ein Ding gewesen, wenn er bei seinem Comeback (von Anfang an) auch noch ein Tor geschossen hätte.

Gegen Mitte der zweiten Halbzeit kam dann Mönchengladbach – mit Macht. Es brannte einige Male – vor dem HSV-Strafraum, aber es passierte nichts. Aber wer hatte hier am späten Donnerstag noch gespielt? Zum Glück ging alles gut. Endlich einmal wieder zwei HSV-Siege in Folge.

Die Einzelkritik:

Jaroslav Drobny hatte eigentlich nur Fußarbeit zu leisten, denn es kam so gut wie kaum etwas auf das Tor. Wirkte ruhig (obwohl er sicherlich schwer angespannt war) und souverän, hielt in der Schlussphase dann auch noch einige gute Sachen.

Dennis Diekmeier ist seit Wochen konstant in guter Form, das bewies er auch diesmal. Einige sehr gute Vorstöße (und Flanken) unterstrichen diese gute Vorstellung.

Slobodan Rajkovic wirkte oft wie ein „Zitter-Fuß“. Diesen Ausdruck hat „Scholle“ der neben mir saß, erfunden. Weil „Slobo“ natürlich nervös war, wie er vorher zugab, auch „unter Druck“ stand. Dennoch, auch wenn es oft so aussah, als würde ihm diese Aktion nicht gelingen – sie gelang ihm. Und er rettete einige Male in allerhöchster Not und bewahrte so seine Mannschaft vor einem Gladbacher Tor. Hatte allerdings Glück, als er in der 77. Minute am Ball vorbeitrat – und der einschussbereite Hanke dadurch getäuscht wurde. Note zwei.

Heiko Westermann war ein kleiner Unsicherheitsfaktor in der HSV-Defensive, warum auch immer. Er hatte keine ganz großen Klöpse auf Lager, aber die ganz kleinen (Klöpse) reichen auch schon, dass man ins Zittern gerät. Warum nur? Er kann es doch. Und er hat trotz allem auch einige Lücken gestopft. Das muss er souveräner lösen. Dennoch, das muss festgehalten werden, er ist dann zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Eine Bank auch in Sachen Kopfballabwehr.

Marcell Jansen begann in einigen Szenen sehr lässig, zu lässig. Hundertprozentiger Biss, so wie in Dortmund, steht ihm besser. Steigerte sich aber stetig und rettete in der 66. Minute mit einer herrlichen Flugeinlage im Fünfmeterraum.

Milan Badelj stellte sich besser als vor seiner Gelb-Sperre vor, aber noch ist nicht alles so, wie es mal war. Er war aber immer bemüht, Linie in sein Spiel zu bekommen – und damit auch in das Spiel des HSV. Lief unermüdlich.

Per Ciljan Skjelbred war eine große Stütze, war vielleicht sogar der beste Hamburger. Immer in Bewegung, gute Ideen, half den Nebenleuten – das war eine Klasse-Leistung.

Dennis Aogo war wieder der VW des HSV, stand zweimal sogar vor einem Tor – einmal hätte es Elfmeter für ihn geben können. Note drei.

Rafael van der Vaart spielte von Beginn an „griffig“, lief viel – er wollte es diesmal allen zeigen; und zeigte es allen. Baute im zweiten Durchgang aber stetig ab und war gegen Ende kaum noch zu sehen.

Heung Min Son blieb diesmal glücklos, konnte sich kaum einmal vielversprechend in Szene setzten. Nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie zuletzt, aber das geht ja auch nicht immer.

Artjoms Rudnevs steckte viel ein, kam immer wieder, ließ sich nie entmutigen – so ist der gute „Rudi“. Auch ohne Tor immer ein Pluspunkt.

Tolgay Arslan (kam in der 75. Min. für Skjelbred) spielte mit und machte noch einige gute Sachen, die der Mannschaft halfen.

Maximilian Beister (kam in der 75. Min. für Son) konnte in den 15 Minuten keine offensive Szene mehr setzen. Aber er war dabei und kämpfte großartig mit.

Marcus Berg (kam in der 88. Minute für van der Vaart) kam und kassierte noch die Siegprämie ein.

Gleich wollen wir mit „Matz ab live“ auf Sendung sein, „Scholle“ und ich erwarten HSV-Nachwuchs-Chef Bastian Reinhardt sowie den „Matz-abber“ „JU aus Q“. Wir würden uns freuen, wenn ihr dabei sein würdet.

17.26 Uhr

Der alte Kaltz kann es immer noch

9. Juni 2012

„Und immer dran denken – die Gefahr kommt über rechts.“ Hat Manfred „Manni“ Kaltz bei seiner Abfahrt aus Norderstedt gesagt. Der frühere Nationalverteidiger war Beifahrer von Uli „die Kante“ Borowka, Kaltz ließ schnell die Fensterscheibe herunter und gab mir noch schnell den kostenlosen Tipp. Dann ging es für die beiden ehemaligen Profis in die Fisch-Auktionshalle, wo sie sich das EM-Spiel Deutschland gegen Portugal ansehen werden. Nicht allein. Es sind viele Gäste der Sparda-Bank geladen, und viele Alt-Internationale. Die spielten am Nachmittag auf dem Rasenplatz von Eintracht Norderstedt gegen eine Hamburger Presse-Auswahl. Halbzeit 0:0, Endstand 3:0. Für die „Ehemaligen“ – natürlich, möchte man meinen. Aber die Sieger hatten mehr Mühe als erwartet.

Der Veranstalter hatte mit 4000 bis 5000 Zuschauern gerechnet, gekommen waren bei Hamburger Schmuddelwetter um die 300. Die Autogrammjäger unter ihnen kamen auf ihre Kosten, denn die Stars von gestern stellten sich bereitwillig zu vielen Fotos und zu den begehrten Unterschriften. Auch Schiedsrichter Bernd Heynemann (Magdeburg) verteilte fleißig die von ihm geforderten Autogrammkarten.

Organisiert und aufgestellt hatte das Star-Ensemble der ehemalige HSV-Spieler Stefan Schnoor, der in Ermangelung von Angreifern gelegentlich sogar als Sturmspitze aufkreuzte (und auch das 1:0 per Abstauber erzielte!). „Du warst schon immer ein verkappter Stürmer“, sagte ich ihm während des Spiels, aber er antwortete: „Eher ein verkappter Zehner.“ Fritz Walter, Wolfgang Overath, Günter Netzer . . . Stefan Schnoor.

Aber er hatte natürlich eine gute Mannschaft beisammen. Neben Kaltz und Borowka waren die ehemaligen HSV-Profis Jochen Kientz, Bastian Reinhardt, Peter Nogly, Ingo Hertzsch (aus Leipzig angereist!) und Thomas Vogel dabei. Zudem Michael Rummenigge, Thomas Helmer und Marco Bode, der für mich der beste Mann bei den „Alten“ war, der sogar einen sehenswerten Fallrückzieher riskierte – und auch ein Abstaubertor erzielte. „Man, man, der Bode hat es aber noch drauf“, sagte Presse-Abwehrmann Christian Pletz (unser Matz-ab-Pletzi) später anerkennend. Gut war aber auch, ich ziehe den Hut vor ihm, „Manni“ Kaltz. Alle Achtung. Die Pässe, die Standards und die Flanken kamen wie zu seinen besten Tagen. Presse-Torwart Oliver Hinz von Altona 93: „So schießt sie kein Spieler in der Oberliga Hamburg. Kaltz bringt sie genau dorthin, wo er sie auch hin haben will. Erste Sahne.“ Kaltz, 59 Jahre alt, kann es immer noch. Wie er über das gesamte Spielfeld (mit Ball) stolzierte und mit einem sehenswerten Lupfer gegen den Pfosten das 2:0 (Bode) vorbereitete – einfach nur klasse.

Bei den Medien-Vertretern spielten – neben anderen – auch Sky-Moderator Patrick Wasserziehr sowie HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf, der seinem Unmut über das „schlechte Spiel“ der Presse-Truppe stets freien Lauf ließ. Immerhin gab er nach dem Schlusspfiff zu: „Hat trotz allem Spaß gemacht. Und wenn ich etwas gemeckert habe, so liegt es schlicht und einfach daran, dass ich immer gewinnen will.“ Aber gegen einen Sieg der Medien-Vertreter hatten natürlich die Altmeister doch erhebliche Einwände.

So, es ist EM. Und in einigen Minuten sind auch wir Deutsche voll dabei und mittendrin. Deswegen halte ich mich heute mal kurz und knapp – die Spannung steigt, auch bei mir. Obwohl ich immer noch leicht pessimistisch bin. Ganz leicht.

Aber obwohl ich in der Obdachlosen-Zeitung „Hinz und Kunzt“ ja schon einige EM-Nähkästchen geschrieben habe, gibt es da noch ein ganz kleines, was ich hier schnell noch zum Besten geben möchte. Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden. Bundestrainer Erich Ribbeck, der ehemalige HSV-Sportchef. Der hatte in den Wochen vorher stets verkündet: „Ich werde keinen Spieler mit in den EM-Kader nehmen, der noch kein Länderspiel gemacht hat.“ Ein Mann, ein Wort. Da HSV-Torwart Jörg Butt noch kein Länderspiel bestritten hatte, fragte ich Ribbeck einmal kurz unter vier Augen: „Gilt das auch für Jörg Butt?“ Ribbeck: „Ja, Butt wird vorher noch seinen Einsatz erhalten . . .“

Und es gab da ja auch noch zwei Testspiele für die deutsche Mannschaft. Am 3. Juni gegen Tschechien – aber beim 3:2-Sieg spielte Oliver Kahn 90 Minuten durch. Dann der letzte Test vor dem EM, am 7. Juni in Freiburg gegen Liechtenstein. Ribbeck kündigte in der Pressekonferenz an: „Da wird Jens Lehmann zwischen den Pfosten stehen.“ Wie Lehmann? Und Butt?

Ich ging nach der Pressekonferenz zu Erich Ribbeck, wieder ein kurzes Gespräch unter vier Augen: „Herr Ribbeck, und was ist mit Butt? Sie haben mir doch gesagt, Butt würde auch noch vor der EM seinen Einsatz erhalten . . .“ Ribbeck setzte eine grimmige Miene auf und sagte kurz und knapp: „Sie immer mit Ihrem Butt, Butt, Butt, Aber keine Angst, Herr Matz, er bekommt seinen Einsatz, auch wenn ich es für den dritten Mann im Tor nicht unbedingt für nötig erachte.“

2:1 stand es bei Halbzeit in Freiburg gegen Liechtenstein, dann kam Butt. Er kassierte zwar auch noch einen Gegentreffer vom Fußballzwerg, aber Deutschland gewann 8:2. Und „Butti“ hatte seinen ersten Länderspiel-Einsatz – ich war happy, er war happy – alle waren zufrieden. So hatte ich beim HSV-Torwart vielleicht 25 Prozent meine Finger im Spiel, dass er gegen Liechtenstein ran durfte – aber ganz aufmerksame „Matz-abber“ werden sich erinnern, dass ich einst Sven Kmetsch (ehemaliger HSV-Kapitän) zu Zeiten von Berti Vogts in die DFB-Auswahl „sabbelte“. Da aber waren es mindestens 95 Prozent. Kmetsch schaffte aber nur zwei Einsätze . . .
Den Kritikern (meinen Kritikern) sei gleich entgegnet: Mehr HSV-Spieler waren es aber nicht. Auch bei Piotr Trochowski oder Dennis Aogo hatte ich meine Finger nicht im Spiel. Aber Butt und Kmetsch zeigen, dass es im „großen Fußball“ gelegentlich auch ganz amateurhaft und hemdsärmelig zugehen kann – da gibt es dann keinen Unterschied zu (m)einem kleinen Verein um die Ecke.

So, nun ist EM, und zwar Hochstimmung. Das Spiel Niederlande gegen Dänemark (0:1) bestärkt mich darin, dass es nicht unbedingt ein Turnier für die Favoriten geben wird.

Apropos Dänemark: Da spielt ein Mann namens Lars Jacobsen mit. Der war von 2002 bis 2003 HSV-Profi, brachte es auf 22 Einsätze (ein Tor) und ging wieder, weil ihn der HSV nicht mehr wollte. Quasi durchgefallen. Der 32-jährige Verteidiger vom FC Kopenhagen spielt aber schon seit jener Zeit stets für Dänemark (50 Länderspiele). War aber für den HSV einst ein wenig zu schlecht . . . So kann es gehen.

Falls es gleich auffällt, dass ich ein wenig heiser bin: Ich war heute „Trainer“ der Presse-Auswahl, und da habe ich gelegentlich ein wenig zu laut über den Platz gegrölt. Übrigens: gleich nach dem Schlusspfiff der Partie Deutschland gegen Portugal gibt es wieder „Matz ab live“ – wir sehen uns.
Eine schöne EM für alle.

19.52 Uhr

Willi Schulz – das komplette Interview

8. Juni 2012

Herrlich, heute ist EM-Start – endlich! Der Ball rollt, springt und fliegt wieder, es geht wieder bergauf . . . Ich wünsche allen „Matz-abbern“ und ihren Lieben eine wunderschöne EM-Zeit, drücke der deutschen Mannschaft ganz fest die Daumen, damit es wenigstens in Halbfinale geht – und hoffe darauf, dass ihr alle schon bald auch den „richtigen“ Sommer begrüßen könnt. Vorab aber gibt es noch ein Interview zum HSV, denn ohne den und unseren HSV geht es natürlich nie:

Er hat 66 Länderspiele für Deutschland bestritten, er war 1966 in England unser „World-Cup-Willi“, er hat in der Weltauswahl gespielt – und natürlich auch für den HSV. Willi Schulz, der einst aus Gelsenkirchen nach Hamburg kam, wohnt nach wie vor in der Hansestadt, und obwohl er inzwischen 73 Jahre alt ist, ist er aktiv wie immer. Der Unternehmer ist rührig und emsig – und er hat natürlich immer noch die Raute im Herzen. Deswegen ist er in Sachen HSV stets auf Ballhöhe – und wir, Alexander Laux und ich, haben uns in dieser Woche mit dem früheren Weltklasse-Stopper getroffen, um mit ihm über den HSV und die EM zu sprechen. Hier nun erst einmal Teil zwei (!) des Interviews, das heute noch nicht im Hamburger Abendblatt veröffentlicht wurde:

Hamburger Abendblatt: Herr Schulz, im Januar 2013 werden beim HSV fünf neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt – wer sollte Ihrer Meinung nach neu in den AR?

Willi Schulz: Der Rat sollte so bestückt sein, dass möglichst alle Abteilungen repräsentiert werden. Natürlich kann man nicht alle 34 Abteilungen da einbeziehen, aber der Fußball sollte schon entsprechend übergewichtig im AR vertreten sein. Deswegen wäre es für den Verein schon förderlich, wenn sich mal wieder mehr Fußballer zur Wahl stellen würden.

Hamburger Abendblatt: Es gibt, das hat die letzte Versammlung gezeigt, mehrere Strömungen im HSV – wie beurteilen Sie diese Situation?

Schulz: Ich habe mich damals wegen des Fußballs in den AR wählen lassen. Die Profi-Abteilung, der Nachwuchs in Ochsenzoll, alles andere hat mich nur am Rande interessiert, das war nicht so sehr mein Thema. Es wird natürlich auch Politik gemacht, aber das war nie mein Ding, mir ging es stets nur um den Fußball.

Hamburger Abendblatt: Sie haben aber mit Ihrer einen Stimme bei insgesamt zwölf Räten nichts bewirken können, oder?

Schulz: Stimmt, das ist korrekt. Das ist Demokratie.

Hamburger Abendblatt: Wäre denn ein kleinerer Aufsichtsrat ratsam, in dem überwiegend Fußballer sitzen würden?

Schulz: Das weiß ich nicht so recht. Ehemalige Fußballer, die auch wirtschaftlich beschlagen sind, dann würde es eventuell etwas bringen. Aber ich sage auch, wenn jeder überall mitreden würde, dann könnte das auch schädlich sein. Motto: Viele Köche verderben den Brei. Viele Leute, viele Meinungen. Auch Fußballer unter sich sind sich nicht immer einig.

Hamburger Abendblatt: Sind Ihnen zwölf Aufsichtsräte zu viel, wäre ein kleinerer AR effektiver – oder ist die Zahl zwölf passend?

Schulz: Man könnte effektiver sein, wenn man etwas abspecken würde, denn wir haben ja nicht nur zwölf Räte. Da gibt es vier Vorstands-Mitglieder, hier und dort noch andere Leute, insgesamt sind es ja an die 20 Leute, die da mitreden wollen – zwei Kassenprüfer und andere. Das ist eine ganze Menge. Die Mehrheit der Mitglieder, die bei der Versammlung am 20. Mai dabei waren, hat das wohl auch so gesehen, die waren ja für eine Verkleinerung – nur gab es keine Dreiviertelmehrheit für den Antrag von Horst Becker. Zwölf sind mir zu viel, jeder hat nur eine Stimme, und ich habe es doch erlebt, dass es oft ein riesiges Prozedere gab, bevor man zu einem Ergebnis kam.

Hamburger Abendblatt: Und gar kein Aufsichtsrat? Nur einen Wirtschaftsrat, wie beim FC Bayern?

Schulz: Ohne wäre auch nicht gut. Es muss ja kontrolliert werden. Obwohl dem AR oft auch zu viel zugemutet wird. Entscheidend ist der Vorstand, und ganz entscheidend ist die Mannschaft. Ist der sportliche Erfolg da, stimmt es auch im Verein. Deswegen sollte man den Aufsichtsrat nicht ganz so wichtig nehmen.

Hamburger Abendblatt: Wenn ich zuletzt gefordert habe, dass ehemalige HSV-Spieler wie Kaltz, Jakobs oder Stein in irgendeiner Form beim HSV mitmischen sollten, gab es viele kritische Töne. Aber die Ehemaligen wollen ja auch gar nicht erst in den Aufsichtsrat, verstehen Sie das?

Schulz: Man muss das auch von einer anderen Seite sehen. Wenn man der Meinung ist, dass man aufgrund seiner Erfahrung helfen kann, dann sollte man das machen. Ich habe mich damals so entschieden. Aber man sollte sowohl Fußball-Verstand und wirtschaftliche Kompetenz mitbringen, und das hat nicht jeder. Bei Hoeneß und Rummenigge zum Beispiel ist es so, dass sie beides haben. Man muss aber beides können, nur Fußball-Verstand reicht nicht aus, um einen Verein zu kontrollieren und auch führen zu können.

Hamburger Abendblatt: Noch ein Themenwechsel. Die EM. Welche Rolle trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Schulz: Ich glaube, dass wir eine sehr gute Rolle spielen werden. Jetzt kommt wieder das schon abgedroschene Wort von der Turnier-Mannschaft, aber es trifft immer noch. Deutschland ist eine Turnier-Mannschaft. Turniere kommen der deutschen Mentalität entgegen. Bei uns wird kein Personen-Kult betrieben, da geht die Mannschaft über alles. Und das ist für ein Turnier förderlich. Und hinzukommt, dass das 3:5 gegen die Schweiz zum richtigen Zeitpunkt kam. Da sind wir von den hohen Erwartungen ein wenig heruntergekommen, und wir haben gemerkt, dass auch zweitklassige Nationen guten Fußball spielen können. Zudem wurden einige Schwachpunkte in unserer Mannschaft entlarvt. Nein, wir werden gut sein, und wir werden mit Sicherheit ins Halbfinale kommen.

Hamburger Abendblatt: Wie wird denn das Auftaktspiel gegen Portugal ausgehen?

Schulz: Gut für uns. Weil Portugal keine Turnier-Mannschaft ist. Das ist vom Namen her eine große Mannschaft, aber viele gute Einzelspieler sind noch lange kein gutes Team. Nani und Ronaldo sind zwar Weltklasseleute, aber zieht man die aus dem Verkehr, dann ist die portugiesische Mannschaft schon nicht mehr so viel wert. Nicht die Stars richten es bei einem Turnier aus, sondern nur das Team. Das hat die Vergangenheit immer gezeigt. Disziplin ist wichtig, die Ordnung auf dem Platz auch, zudem die Geschlossenheit – nur so geht es.

Hamburger Abendblatt: Wie würden Sie denn die deutsche Innenverteidigung spielen lassen?

Schulz: In der jetzigen Verfassung würde ich Badstuber und Hummels spielen lassen. Mertesacker ist nach seiner langen Verletzung noch nicht wieder fit, war relativ langsam in seinen Bewegungen, noch nicht schnell und noch nicht bissig genug. Mit Hummels wären wir auch schwerer auszurechnen, er ist im Spiel nach vorne kreativer. Und heute muss man als Spieler immer 100 oder mehr Prozent geben, denn das Spiel ist so viel schneller und athletischer geworden, dass man sich da keine Schwäche erlauben kann. Aber ich bin nicht der Bundestrainer.

So, das war Teil zwei des Interviews mit Willi Schulz, das mein Abendblatt-Kollege Laux und ich mit dem dreimaligen WM-Teilnehmer geführt haben. Für alle diejenigen „Matz-abber“, die Teil eins in der heutigen Abendblatt-Ausgabe nicht lesen konnten, sei hier nun auch Teil eins nachgereicht.
Ich nenne es den sportlichen Teil des Gesprächs, in dem es um den HSV und seine Bundesliga-Mannschaft geht.

Hamburger Abendblatt: Herr Schulz, wie schätzen Sie das Niveau der HSV-Mannschaft, wie sie derzeit aussieht, ein?

Willi Schulz: Wir können in allen Mannschaftsteilen Verstärkung gebrauchen. René Adler war nur der erste Schritt.

Hamburger Abendblatt: Woher sollen die Verstärkungen kommen, wenn kein Geld da ist?

Schulz: Für Spieler wie Kagawa, die von Dortmund für 350 000 Euro verpflichtet wurden, hat der HSV das Geld. Was ich meine: Unsere Scoutingabteilung muss fleißig sein, dann kommst du auch mit wenig Geld zurecht. Die müsseneuropaweit, ja weltweit unterwegs sein.

Hamburger Abendblatt: Während der vergangenen Saison hieß es immer, das Team habe Qualität, verfüge über Potenzial . . .

Schulz: Die Mannschaft hat ja durchaus Potenzial. Die Frage ist bloß, wie viel. Jedenfalls nicht so viel wie Bayern oder Dortmund. Die Tabelle lügt nicht, das ist schon ein Gradmesser.

Hamburger Abenbdlatt: Von welchem Spieler erhoffen Sie sich denn eine Steigerung?

Schulz: Mancienne hat sich gewaltig gesteigert nach seinen Anlaufschwierigkeiten und war eine Konstante. Aber bei Spielern wie Bruma oder Diekmeier großartige Steigerungen herauszuholen, in dieser starken Bundesliga? Das wird schwer. Ich glaube eher, die sind schon an ihrem Limit angekommen. Viel mehr können wir da nicht mehr erwarten.

Hamburger Abendblatt: Was halten Sie von Marcus Berg?

Schulz: Für das, was er mitbringt, wäre eine Steigerung möglich. In manchen Spielen setzt er es bloß nicht richtig um. Ich muss aber zu seiner Verteidigung sagen, dass es schwer ist als Sturmspitze, wenn du nicht frei gespielt wirst und immer zwei Spieler hinter dir hast, die draufgehen. Hier fehlt der Spielmacher, der ihn mit Pässen und Ideen versorgt.

Hamburger Abendblatt: Viele Zuschauer hat der langatmige Spielaufbau genervt. Sie auch?

Schulz: Die Leute konnten ja schon auf der Tribüne vorhersagen: So, jetzt spielt er zum Torwart. Und die waren keine Wahrsager. Wenn die Tribünengäste das sehen, weiß der Gegner das auch. Der Punkt ist doch: Wenn ich den Ball hinten drei-, viermal quer spiele, dann geht es zurück zum Torwart, und der haut ihn lang nach vorne – das kann ich als Innenverteidiger auch sofort machen und habe das Spiel in die gegnerische Hälfte verlagert und kann zumindest auf den Abpraller hoffen. Bei dem Quergeschiebe kann der Gegner seine Abwehr stellen und du hast vorne keinen Raum mehr. Das muss der Trainer abstellen, sonst bleibt unser Spiel auch kommende Saison wenig effektiv.

Hamburger Abendblatt: Wo besteht noch Nachholbedarf?

Schulz: Bei Standardsituationen, auch defensiv. Es kann doch nicht angehen, dass unsere Abwehrspieler den Gegner umarmen und es einen Elfer gibt, wie es Westermann gegen Schalke passiert ist. Oder nur zwei Leute in eine Mauer zu stellen wie gegen Wolfsburg. Leute, das ist zu dünn! Da gibt es Regeln, das muss sitzen. Zum Beispiel, dass du bei jeder Standardsituation immer Ball und Gegner sehen musst. Das kann man üben.

Hamburger Abendblatt: Haben Sie ein bevorzugtes Spielsystem?

Schulz: Das beste System ist immer das, womit du Spiele gewinnst (lacht) . Aber im Ernst: Das System kannst du nicht von außen bestimmen, das bestimmen die Spielertypen. Ich kann gewisse Systeme nur spielen, wenn ich auch die richtigen Fußballer habe. Hast du beispielsweise nur einen Vollblutstürmer, bietet sich eine eher sichere Deckung an. Hast du aber Sturmspitzen im Überfluss, kannst du offensiver spielen. Da muss jeder Trainer auch flexibel sein.

Hamburger Abendblatt: Der HSV versucht im Nachwuchs eine einheitliche Philosophie in einem 4-3-3-System zu installieren.

Schulz: Nur – wenn du die Spieler nicht dafür hast, kannst du das nicht spielen.

Hamburger Abendblatt: Muss der HSV nicht auch flexibler werden? Jeder kennt doch inzwischen das HSV-System und weiß, wie es auszuschalten ist.

Schulz: Quer spielen und zurück zum Torwart passen ist ja kein System. Das ist Verlegenheit.

Hmaburger Abendblatt: Sind Ihnen die Spieler heute zu weich?

Schulz: Nein. Die Anforderungen sind enorm gewachsen, das Tempo ist hoch. Wenn heute zwei Spieler aufeinanderknallen, ist das ja ein richtiger Crash. Wir hatten damals nicht das Tempo, das lässt sich ja nicht leugnen. Ich habe einen anderen Ansatz.

Hamburger Abendblatt: Nämlich?

Schulz: Wir müssen unsere Nachwuchsabteilung mehr mit Leben erfüllen und unser Scoutingsystem weiter reformieren. Ich habe schon früher im Aufsichtsrat gesagt: Die Preise für Spieler laufen schneller, als man schauen kann. Die Zeit wird kommen, da werden wir die Transfersummen nicht mehr stemmen können. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Nachwuchsarbeit in Ochsenzoll effektiver wird. Wir werden immer der Dino genannt. Aber nichts ist für ewig. Bei Vereinen wie Hertha oder Köln sieht man, wie schnell es geht.

Hamburger Abendblatt: Beim HSV in Norderstedt hat zuletzt ständig die Führung gewechselt.

Schulz: Nicht nur das. In großen Vereinen dauert es häufig lange, bis diese Dinge umgesetzt werden. Es ist ja der leichte Weg, renommierte Spieler mit Geld zu holen, anstatt sie über Jahre hinweg auszubilden. Aber der Ochsenzoll ist unser Fundament. Schauen Sie zu den Bayern. Diesen Weg mit dem hohen Anteil an Eigengewächsen sollten wir versuchen zu kopieren.
Da sind wir wieder beim Punkt. Dort hat Hermann Gerland seit Jahren das Sagen.
Schulz: Es sollte ein Mann dort sein, der Ausstrahlung hat, der etwas vorzuweisen hat, der Ahnung vom Fußball hat. Zum Beispiel Horst Hrubesch. Er macht beim DFB einen hervorragenden Job, kann mit jungen Leuten umgehen. Das wäre für uns die Ideallösung.

Hamburger Abendblatt: Gäbe es eine Chance, ihn zu holen?

Schulz: Das weiß ich nicht, kommt aber immer darauf an, was wir zu bieten haben. Hrubesch ist ja kein Phrasendrescher: Wenn er sagt, dass er den HSV liebt und bis heute mit dem Verein verbunden ist, glaube ich ihm das. Jeder Cent in Hrubesch wäre gut angelegt.

So, das war das Gespräch mit Willi Schulz.

Drei Sachen am Rande noch:

Morgen, am Sonnabend, spielt eine Prominenten-Auswahl (u. a . mit Kaltz, Kientz, Hertzsch, Bode, M. Rummenigge, Reinhardt, Helmer, Schnoor) auf der Anlage von Eintracht Norderstedt (Ochsenzoller Straße) gegen eine Hamburger Presseauswahl. Anstoß der Partie ist um 14.30 Uhr.

Abends folgt dann nach dem EM-Spiel Deutschland gegen Portugal die Analyse dieser Partie bei „Matz ab live“.

Dann möchte ich nochmals – auch wenn die EM nun ihren ersten Tag erlebt – an „Hinz und Kunzt“ mit der großen EM-Beilage erinnern – ihr kauft die Ausgabe für einen extrem guten Zweck. 80 000 Exemplare wurden diesmal gedruckt, bislang sind davon 40 000 verkauft – bitte helft uns helfen. Danke.

17.11 Uhr

Jarchow will den Bundesliga-Etat anheben – und hat einen Plan

7. Juni 2012

Man kann über ihn sagen, was man will, aber er hat definitiv Talent. Die Handschuhe übergestreift und los ging es. Keine zwei Minuten brauchte Carl Jarchow, um mithilfe von Spraydosen ein rotes Bobbycar zum HSV-Gefährt umzugestalten. Alles geschehen im Anschluss an den Audi-Pressetermin „praktisch gut“ im Rahmen der Sponsoring-Initiative „Hamburger Weg“. Erklärung: Audi und der HSV haben ein gemeinsames Projekt für Schüler ins Leben gerufen und verkündeten heute, dass sie diese Zusammenarbeit um weitere Jahre verlängern. Eine gute Sache, bei der aus Praktikanten schon Auszubildende bei Audi geworden sind.

So weit, so gut. Anschließend hatten wir noch die Gelegenheit, uns mit dem Klubboss Carl Jarchow zu unterhalten, der im Übrigen am kommenden Mittwoch, nach dem Spiel der Deutschen gegen die Niederlande, auch unser Gast bei „Matz Ab live“ sein wird. Insofern, wer Fragen hat, kann diese schon mal aufschreiben.

Zurück zum Gespräch. Im Laufe dessen kamen wir auch auf die Finanzen zu sprechen. Dabei untermauerte Jarchow seinen strikten Konsolidierungsplan. 15 Prozent müssen auf allen Ebenen eingespart werden. Den Profibereich ausgenommen. Dennoch, auch hier gilt: kein unnötiges Risiko. Egal, was für einen Spieler man eventuell auch kaufen könnte, es wird nur der Spieler kommen, den man aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Sagt Jarchow. Wobei hierbei immer auch die Möglichkeit einer Fremdfinanzierung besteht. „Bislang haben wir alle Transfers aus Eigenmitteln finanziert. Wenn es den Fall gibt, dass ein Spieler interessant für uns ist und selbst interessiert, so aber nicht für uns zu finanzieren ist, dann werden wir über kreative Möglichkeiten nachdenken. Entsprechen eben auch über Beteiligungen. Aber wir werden sicher nicht auf zu erwartende Einnahmen setzen und Gelder im Voraus ausgeben.“

Nun weiß ich, dass Kritiker dem Klubboss das negativ auslegen werden und sagen, der HSV spare sich kaputt. Andererseits aber glaube ich, dass dieser Weg der beste sein kann. „Sein kann“ deshalb, weil der HSV eben das große Glück hat, mit Klaus Michael Kühne einen milliardenschweren Gönner als Fan zu haben und nicht zwingend ins Risko gehen muss, um aufzurüsten. Im Winter schon hätte der Wahlschweizer einen Großteil der vom FC Basel geforderten rund acht Millionen Euro für Granit Xhaka übernommen. Und ich bin mir sicher, zumindest wird das beim HSV so kolportiert, dass Herr Kühne dieses Angebot auch für diese Transferperiode aufrecht erhält. Zumal dann, wenn er sieht, dass dieser HSV nicht willkürlich Geld ausgibt. Vor allem nicht das, was er gar nicht hat. Nein, Herr Kühne sieht, dass der HSV bemüht ist, sich selbst zu finanzieren, ohne neue Schulden zu machen. Und er sieht die finanziellen Grenzen. Er weiß, dass der HSV nur mit seiner Hilfe einen Spieler der gesuchten Größenordnung finanzieren kann. Und er weiß, dass der HSV diesen Spieler braucht. Oder besser: Sein HSV braucht diesen Spieler. Und was kann ihn mehr freuen, als dass die Fans irgendwann alle davon sprechen, dass der neue Hoffnungsträger ihm zu verdanken ist? Wenig bis nichts, würde ich sagen.

Wenig bis nichts möchte der HSV auch in Sachen Tilgung des Stadionkredites zahlen. Die Gespräche mit dem zuständigen Bankenkonsortium, bestehend aus HSH Nordbank, Hamburger Sparkasse und der HypoVereinsbank, sind diesbezüglich dem Vernehmen nach schon weit fortgeschritten. 30 Millionen Euro sind von den ursprünglich 137 Millionen Mark (rund 70 Millionen Euro) vom Stadionkredit bis 2017 noch zu tilgen. Zuzüglich der Sportfive-Prämie von einmalig knapp 5,5 Millionen Euro. „Wir wollen die Rückzahlung des Kredites strecken“, sagt Jarchow. Statt in den nächsten fünf Jahren will der HSV den Kredit bis über 2020 hinaus zurückzahlen. Hintergrund ist, dass so nach Möglichkeit schon in den nächsten Jahren von bislang knapp neun Millionen Euro Annuität nur noch eine jährliche Zahlung von weniger als 5 Millionen Euro zu tätigen wäre. Diese Summe soll von Jahr zu Jahr so abnehmen, dass der HSV ab 2020 nur noch rund eine Million per annum zu zahlen hat. Die Rechnung: Der HSV hätte jährlich zunächst vier Millionen Euro im Vergleich zur Vorsaison mehr für Spieler – Tendenz zunehmend. Und das passt, zumal der Etat der Bundesligamannschaft eh angehoben werden soll. Rund 40 statt der bisher 30 Prozent des Gesamtumsatzes (2011/2012 rund 135 Millionen Euro) sollen künftig allein in die Profimannschaft investiert werden.

Ich hatte vor kurzem geschrieben, dass der HSV Platz elf budgetieren will. Das ist soweit auch korrekt. Allerdings nur in Bezug auf die eingeplanten TV-Gelder, bei denen man lieber etwas zurückhaltend planen will. „Platz elf ist aber keinesfalls unser sportliches Ziel“, stellt Jarchow klar, „im Gegenteil: Wir wollen deutlich besser abschneiden. Zumal wir als Rechengrundlage für die Prämienzahlungen an die Mannschaft 45 Punkte ausgegeben haben.“ Ebenso eingeplant sind die Einnahmen aus die Runden im DFB-Pokal „inklusive einem Heimspiel“, so Jarchow weiter.

Der HSV plant konservativ. Allerdings nur, um böse Überraschungen wie in dieser Saison zu vermeiden. Hintergrund: Aktuell fließen allein an TV-Geldern rund vier Millionen Euro weniger an den HSV als vorher budgetiert.

Dennoch, bei allen Schreckensnachrichten in Sachen Finanzen gibt es auch gute. Immerhin muss der HSV in der kommenden Saison bei gleichbleibenden Einnahmen aus Transferraten nur noch knapp neun Millionen Euro an Raten für seine Spieler bezahlen. Im abgelaufenen Jahr waren es immerhin fünf Millionen mehr, nämlich 14 Millionen Euro. Ergo (alle, die sich furchtbar über die Abmeldung der Bundesliga-Frauen geärgert haben, sollten jetzt nicht weiterlesen): Es sind auf einen Schlag fünf Millionen Euro weniger Belastung gegenüber dem Vorjahr. Rechnet man auf die Weniger-Belastung die angedachte Streckung des Stadionkredites hinzu, würde der HSV im nächsten Jahr bis zu zehn Millionen Euro weniger bezahlen und zumindest in Teilen für die Profimannschaft zur Verfügung haben. Und obendrauf käme noch, dass der HSV seinen 2015 mit Sportfive auslaufenden Vertrag neu verhandelt. Bislang kassiert Sportfive die stolze Prämie von pauschal 20 Prozent von allen Sponsoreneinnahmen. Gut möglich, dass sich diese im Ligavergleich sehr hohe Prozentzahl ebenfalls drücken lässt…

Und dann noch mal zum Sportlichen: Bei Tolgay Arslan und Marcell Jansen gibt es ebenso wie bei neuen Spielern (inklusive David Abraham) noch nichts Neues. Dafür aber – leider! – von Ivo Ilicevic. Der Kroate hatte sich zuletzt eine Muskelverletzung in der Wade zugezogen und bangte um seine EM-Teilnahme. Leider erfolglos. Heute teilte der kroatische Verband mit, dass Ilicevic nicht am Endturnier teilnehmen wird. Coach Slaven Bilic nominierte den 20-jährigen Sime Vrsaljko von Dinamo Zagreb nach.

Schade für den HSV, der somit keinen einzigen Feldspieler beim Turnier dabei hat. Aber noch bitterer ist das alles natürlich für Ilicevic, dem ich auf diesem Wege gute Besserung wünschen möchte…

In diesem Sinne, bis morgen! Dann wieder mit dem Blogvater, der am Sonnabend übrigens als Trainer der Presseauswahl bei Benefizkick “Ein herz für Kinder” gegen die Altstars (u.a. sind Michael Rummenigge, Manfred Kaltz, Marco Bode, Jochen Kientz, Ingo Hertzsch, Bastian Reinhardt und viele mehr dabei) im Edmund-Plambeck-Stadion fungieren wird. Anpfiff ist um 14.30 Uhr.

Scholle

Dieser HSV wirft immer viele Fragen auf

3. Juni 2012

Früher war alles wie früher. Daran kann ich mich genau erinnern, denn als vor fast drei Jahren (mir kommt es viel, viel länger vor) Matz ab ins Leben gerufen wurde, da war sonntags immer mein Tag der Antworten gekommen. Ihr habt gefragt, ich habe geantwortet. So gut es ging, so oft wie möglich. Und irgendwann schlief es dann auch irgendwie ein. Keine Antworten auf keine Fragen? Auf jeden Fall gab es in der jüngeren Vergangenheit etliche Fragen und etliche Mails sowie Briefe, in denen sich mehr oder weniger besorgt über den Zustand des HSV geäußert wurde. Ich habe einige davon jetzt herausgegriffen, um sie euch zu präsentieren – und auch um die eine oder andere Antwort zu geben. Sofern ich diese Fragen dann beantworten kann. Und das ist gewiss nicht immer so. Wie in den ersten beiden Fällen, die sich noch einmal mit der Mitgliederversammlung im Volkspark beschäftigen. Ich möchte auch nicht in jedem Fall eine oder auch mehrere Antworten parat haben, ich denke, das ihr euch untereinander vielleicht viel besser helfen könntet. Eventuell ist das hier schon einmal der Fall.

Lieber Dieter Matz!

Ich bin ein ausgewiesen blinder HSV-Fan, der seine Mannschaft gerne siegen sehen will. Wenn sie denn nicht gewinnt, dann will ich sie kämpfen sehen.
Sie soll mir das Gefühl geben, dass meine von mir so geliebte Heimatstadt von ihr würdig vertreten wird. Dazu braucht’s gute Spieler, einen engagierten Trainer, einen beschlagenen Sportdirektor und eine versierte Vereinsführung. Dein Blog gibt mir viele Anregungen, auch lustige Momente und viel Kurzweil …
ABER: Ich möchte von dir nun endlich mal die Hintergründe erklärt bekommen. Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür?
BITTE jetzt mal einen Grundsatz-Artikel ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten!
Danke, dein treuer Leser D. R.

Und noch einmal Mitgliederversammlung. Wobei ich auf die hier vorstehende letzteFrage noch einmal eingehen möchte: Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür? Von der Bühne aus betrachtet, und zwar Richtung Tribüne sehend, saßen rechts die Realos, links die Supporters – oder? Also, um noch einmal konkret zu werden: Wenn rnst-Otto Rieckhoff und zum Beispiel auch Carl-Edgar Jarchow zur Tribüne blickten, dann waren es so wie eben beschrieben. Und ich hatte den Eindruck, dass die Realos diesmal (zum ersten Mal?) ein wenig aggressiver waren als die Supporters, denen das früher immer nachgesagt wurde. Oder täuscht mein Eindruck?

Auf jeden Fall möchte ich zur MV auch noch diesen Beitrag veröffentlichen:

Hallo Dieter,

anbei mein Post im Original. Vielleicht hilft er ja ein wenig in dieser verfahrenen Situation.
Müssen wir denn hier die Grabenkämpfe unbedingt weiterführen? HIER sollte es doch nicht um Macht gehen – wie in der realen Welt 😉 – sondern doch nur darum, über die MANNSCHAFT zu diskutieren. Und, ehrlich gesagt, ob wir mit dem Buntbetuchten, oder EOR Meister werden, ist mir so was von egal.

Den meisten von uns geht es doch um Sympathie oder Antipathie gegenüber den Protagonisten und um die eine oder andere Schlechtleistung im AR und Vorstand, die wir als Außenstehende aber nun mal nicht in letzter Konsequenz beurteilen können. Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat. Oder ob ein Jansen sich tatsächlich so entwickelt hat, dass er unbedingt einen neuen Vertrag haben muss (böse Zungen werden jetzt behaupten, wenn CEJ einen neuen Vertrag bekommt, hat Jansen auch einen verdient …).
Letztendlich liegt die Wahrheit auf dem Platz.

Sollten wir nicht versuchen, uns auf diesem Nenner zu begegnen? In der Regel hat das in der Vergangenheit doch ganz gut geklappt. Haben wir gewonnen, waren – fast – alle happy. Bei Niederlagen – fast – alle angefressen.
Ich denke die AOMV hat gezeigt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Lasst doch die, die die Macht brauchen darum kämpfen.

Bei dauerhaft guten Leistungen der MANNSCHAFT bekommen sie Sternchen, bei schlechten, mit der rostigen Fahrradkette eine aufs Maul (beides sinnbildlich).
Ich glaube, wenn wir alle diese machtgeilen Herren, von welcher Seite auch immer, einfach nicht mehr für so wichtig nehmen, sie mehr oder weniger als notwendiges Übel in dieser Vereinsstruktur sehen, ist uns allen mehr geholfen, als wenn wir wochenlang mit immer wieder den gleichen Argumenten aufeinander einhauen.
Grüße, Scorpion

Bei einem Satz horchte ich auf: „Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat.“ Dann wisst ihr mehr, dann weiß der Scorpion mehr. Wir haben auch nur (in anderen Zeitungen) gelesen, dass es so gewesen sein soll, aber der HSV hat es uns gegenüber immer bestritten, dass es ein solches Angebot (2,2 Mio.) jemals gegeben hat. Es ist wohl über Mittelsmänner eine lockere Anfrage bezüglich des Herrn Drobny „eingegangen“, aber nie etwas Offizielles vom FC Bayern – also auch keine 2,2-Mio.-Offerte.
Eines begrüße ich auf jeden Fall (in der Mail von Scorpion): alle gemeinsam.
Ich schrieb es bereits: es geht nur so. Alle gemeinsam. Wenn hier aber weiterhin drei Lager gegeneinander arbeiten, weil alle an die Macht wollen, dann kann der HSV nur daran zugrunde gehen.

Zu diesem Thema kam auch noch diese Mail:

Hallo Dieter,

sehr amüsant, deine letzten Beiträge. Egal ob zur Mitgliederversammlung oder dem Interview mit Herrn Jarchow. Doch will ich nochmals auf die MV eingehen und danach das Thema ruhen lassen. Du sprichst dich vor der Versammlung für die Fernwahl aus. Prima dachte ich, aber ca. 24 Stunden vor der Versammlung???
Was wolltest du denn mit so einer Aussage bewirken? Etwa, das sich der ein- oder andere Auswärtige doch noch dazu entschließt nach Hamburg zu kommen?

Genau so wie die Initiative Pro HSV oder die Initiative HSV Realos – das ich mich nicht
totlache!!! Ein Witz ist das. In den letzten Tagen und Stunden wird „Wahlpropaganda“ gemacht. Das Resultat konnte man sehen.
Aber knapp daneben ist halt auch vorbei!!!

Da kocht jeder sein Süppchen. Anstatt man eine gemeinschaftliche Initiative gründet und auch mal auf Fanclubs zugeht, die weit außerhalb von Hamburg kommen – so beispielsweise aus Hessen oder Bayern, oder Thüringen, oder, oder, oder.
Da gibt es viele Fanclubs – oder nennen wir diese doch auch mal HSV – Supporters, die ganz sicher nicht damit einverstanden sind, was mit ihrem HSV so abgeht!!!
Ich hatte die Gelegenheit, mich mal – leider erst nach der Versammlung – mit zwei Mitgliedern der HSV Senioren zu unterhalten. Was ist denn in ein paar Jahren beispielsweise mit einem Herr Dr. Krohn, wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf eine Mitgliederversammlung gehen kann, hat er dann keine „Raute mehr in der Brust“??? Herr Dr. Krohn sollte nur explizit für viele HSV Senioren gelten, die nicht die Möglichkeit haben zur Mitgliederversammlung zu kommen, weil sie nicht die steile Treppe im Stadion gehen können!!!

Der Witz hat eine Fortsetzung.
Wo waren denn die HSV Mitglieder aus dem Behinderten Sport??? Dürfen die nicht mehr an einer Versammlung teilnehmen???
Universalsportverein – oder wie war dass?
Schade, ich hatte mich mal an die Initiative Pro HSV gewandt, wollte mal mit einigen Fanclubs in meiner Nähe in Kontakt treten, die „Werbetrommel“ rühren. Den Leuten mal die Wichtigkeit vor Augen führen!!!
Chance vertan. Bekam auf meine Mail keine Antwort. Nach der letzten Saison, die keiner mehr wieder erleben will, wieder eine Chance verpasst. Denn sollte der HSV wider erwartend eine bessere Saison hinlegen, werden noch weniger Fans zur Versammlung erscheinen – ganz nach dem Motto: Erfolgreich – also alles richtig gemacht.

So jedenfalls können einige – nennen wir sie mal HSV – getreue Fans oder auch Mitglieder Chosen Few – weiter ihr eigenes Süppchen kochen. Ist ja im Januar wieder eine Wahl. Da kann man dann vielleicht noch den ein oder anderen Kandidaten unterbringen.
Sind halt besser organisiert – so ist das halt. Ich für meinen Teil, werde mir überlegen, ob ich mir die mehr als 700 Kilometer noch mal antue, nur um bei einer Mitgliederversammlung teilzunehmen!!!

Auch auf das Interview mit Herr Jarchow will ich noch mal eingehen. Ob es gut war, mit seinen ehemaligen Mitstreitern, Herr Klüver, Herr Hunke und Freunden zu prahlen???
Für mich hat das einen bitteren Beigeschmack!!!

So, mal sehen wie du die Sache siehst.
Gruß Horst
Nur der HSV !!!

Ich habe dem Horst schon persönlich geantwortet. Zum Beispiel, dass ich nichts „damit bezwecken“ wollte – und will. Ich wurde hier schon mehrfach kritisiert, weil ich angeblich erst hinterher meine Meinung zu diesem oder jenem Thema geäußert hätte. Um nicht wieder in diesen Verdacht zu geraten, habe ich meine Meinung vorher (!) öffentlich gemacht. Ohne etwas damit für die eine oder andere Seite „bezwecken“ zu wollen . . .

Kurz noch zum Jarchow-Interview. Ich habe und hatte nie das Gefühl, dass Herr Jarchow mit den Herren Klüver, Hunke und Freunden geprahlt hat. Das hat Jarchow nicht nötig. Da steht er total über den Dingen – anders als (hier im Matz-ab-Blog) einige Leute, die immer mehr wissen wollen. Jarchow hat nicht geprahlt, Jarchow hat nur eine Tatsache angeführt, die leider immer wieder ins Gegenteil verdreht wird. Weil es dann so besser zur eigenen Meinung passt.

Ein ganz anderes Thema. Der abgemeldete Frauen-Fußball. Auch dazu gab es unheimlich viele Zuschriften. Ich stelle dazu eine einmal exemplarisch frei:

Lieber Herr Matz,

vielen Dank, Ihnen und Herrn Scholl, für den sowohl informativen als auch immer wieder sehr unterhaltsamen Blog. Seit Beginn des Blogs habe ich keinen Beitrag verpasst – glaube ich.
Ich möchte ein Mal kritisch anmerken, dass mich die Verärgerung über die Abmeldung der Damen aus der Bundesliga sehr, sagen wir mal, ärgert.

Wann bitte schön hat das Abendblatt (sowie andere Medien) mal ausführlich und regelmässig über HSV-Damen berichtet? Und falls Sie jetzt kontern, und nennen mir vllt. 3 bis 4 Beiträge in den letzten Monaten, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie, die Medien, große Teilschuld mittragen.

Denn – wenn Sie, die Hamburger „Schreiberlinge” 😉 , nichts berichten inklusive Fotos, dann ist klar, dass diese Sparte zum Tode verurteilt war. Denn welcher Sponsor buttert Geld in ein Projekt, dass ihm keine PR/Publicity bringt. Kein. Das sind einfachste Marketing-Regeln.
Es wäre, wie ich persönlich finde, selbstkritisch und fair, sich mit in das Boot zu setzen, in dem andere Parteien sitzen, die für die Abmeldung mitverantwortlich sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich gebe ganz sicher nicht nur Ihnen (Medien) die Schuld. Aber sich jetzt aufzuregen ist doch, verzeihen Sie mir den Ausdruck, etwas scheinheilig.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei Millionen von Zuschriften 😉 gering ist eine Antwort zu bekommen, ist vielleicht möglich im Blog das Thema anzuschneiden, vor allem ist das Thema noch aktuell. Marcel Jansen möchte da ja was „spenden” um den Mädels zu helfen.
Trotzdem, nobody is perfect ;).
Selbst der Matz-ab-Blog nicht, wobei es fehlt nicht mehr viel.

Übrigens, diese Kritik an den Medien, wären auch bei anderen Sparten angebracht. Statt nur Missstände anzuprangern, wäre es doch mal zur Abwechslung interessant zu erfahren, was bei anderen Vereinen so los ist. Altona 93 z.B. Trauen Sie den Lesern mehr zu. Wir müssen nicht immer wieder die gleichen HSV-Gesichter sehen, die immer das gleiche erzählen. Berichten Sie doch auch mal über, im positiven Sinne, auffällig gewordene Jugendliche der kleinen Verein und bringen Sie so mehr Ihrer Leser in die kleineren Stadien.

Wir, die Leser, werden es Ihnen danken.

Ihnen und auch den Kollegen im Hintergrund möchte ich danken. Es bringt vor allem Spaß, Ihre Beiträge zu lesen.

Dazu möchte ich sagen, dass es schon seit vielen, vielen Jahren immer Diskussionen um den Frauen-Fußball gegeben hat. Auch bei uns in der Redaktion. Zeitungen zu machen ist aber auch immer eine Sache des Platzes. Man muss eben auch den Platz haben, um die Geschichten vom Frauen-Fußball unterbringen zu können. Und die Zeitung möchte ich (heute) sehen, die so viel Platz hat, dass sie sich den Frauen-Fußball tatsächlich und dazu auch noch üppig „gönnen“ kann. Gibt es nicht (mehr). Nirgendwo. Und Zeitungen berichten meistens von Ereignissen, die auch bekannt sind, die viele, viel Leser interessieren, wo viele Leser auch live dabei waren und sich in dem folgenden Artikel dann auch wiederfinden können – oder auch nicht.
Wenn beim Frauen-Bundesliga-Spiel aber 300 oder 400 Zuschauer waren, was dann? Dann zeugt es davon, dass sich dafür nicht sonderlich viele Fußball-Fans interessiert haben. Wären aber u diesem Spiel mehr gekommen, wenn die Zeitungen (Medien allgemein) darüber besser berichtet hätten? Umgekehrt wird ein Schuh draus. Nur umgekehrt. Wenn die Frauen (HSV) so sensationell spielen würden, dass zu jedem Spiel 10 000 und mehr Zuschauer kommen, dann würde jede Zeitung darüber berichten. Hundertprozentig. Aber bei 300 oder 400 Zuschauer? Und das auf Dauer? So wird das nichts. Und es ist ja nicht so, dass nur das Hamburger Abendblatt nichts (über die HSV-Frauen) berichtet. Es berichten andere Zeitungen (in Deutschland) kaum mehr.

Dazu mal ein Beispiel am Rande. Boxen war tot. In Hamburg und in Deutschland. Dann nahm es ein Mann (hier) in die Hand: Klaus-Peter Kohl. Der leistete Pionier-Arbeit – und heute berichten nicht nur die Zeitungen über das Boxen, nein, auch jeder Fernsehsender, der etwas auf sich hält, der zeigt Boxen. Weil Klitschko und Co nicht nur in sind, sondern auch Leistungen zeigen, die die Leute begeistern, die die Masse der Leute auch sehen will. Wenn nun die HSV-Frauen auch einen so sensationellen Fußball zeigen würden, dann würden sie auch im Mittelpunkt des Interesses sehen. Aber so ganz sensationell ist dieser Fußball offenbar noch nicht. Du damit ist nicht nur der HSV gemeint. Anderswo sind auch kaum mehr Zuschauer zu zählen. Und es ist ja nicht einmal so, dass „nur“ Frauen den Frauen-Fußball sehen wollen. Wenn das mal der Fall wäre – ist es aber nicht.

Nein, irgendwie scheint der Frauen-Fußball auf keinen grünen Zweig zu kommen. Ob nun mit Hilfe der Medien – oder ohne. Das wird so nichts. Obwohl die deutschen Frauen ja in der Welt eine absolut erstklassige Rolle spielen. Nur was ist, wenn, wie zuletzt in Bielefeld, bei einem EM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien mal gerade 9000 Zuschauer kommen? Das liegt nicht an der Vorberichterstattung, ganz sicher nicht. Das liegt am Frauen-Fußball. Und an den Leistungen – obwohl die DFB-Auswahl ja meistens überzeugend spielt. Aber ist es nicht so, dass der Männer-Fußball ganz anders ist? Total anders? Ich kann mich erinnern, dass wir mal mit einer Abendblatt-Auswahl (mit Jörn Wolf, mit „Scholle“ und Pletzi) gegen die HSV-Bundesliga-Frauen spielten. In Ochsenzoll. Ist schon lange her. Wenn ich mich richtig erinnere, so gewann wir 11:2. Und die deutschen Frauen spielten einst vor einer WM (als sie letztlich den Titel gewannen!) gegen die A-Jugend des VfB Stuttgart. A- oder B-Jugend. Auf jeden Fall gewannen die jungen Männer in drei Dritteln zweistellig – aber darüber durfte nie berichtet werden. Totgeschwiegen wurde dieser Kick.

Nein, nein, ich glaube ganz einfach, dass es in den nächsten Jahren keinen Aufschwung im Frauen-Fußball geben wird. Und das liegt nicht, ganz sicher nicht an der Aufmerksamkeit der schläfrigen und ignoranten Medien.

Dann gab es auch noch diese Mail (der Absender ist mir bekannt):

Am 29.05.2012 veröffentlichtest Du dann das mit Herrn Jarchow geführte Interview (Teil 1), in dessen Verlauf Herr Jarchow u.a. sagte:
„Ernst nehme ich Leute, die sich mit Namen und Ihrer wahren Identität bei mir melden, die bekommen auch immer eine Antwort.”
Nun, dieses Angebot möchte ich gerne annehmen, obwohl einer der Blogteilnehmer offensichtlich schon eine andere Erfahrung gemacht hat.

KhanSingh sagt:
29. Mai 2012 um 21:15

Also ich habe Herrn Jarchow eine lange E-Mail mit mehreren Fragen geschickt. Mir hat er nicht geantwortet. Auch wieder nur heiße Luft. Aber immerhin: der KUNDENservice hat mir geantwortet. Nämlich, dass Herr Jarchow nicht jede Anfrage beantworten kann.

Ich würde Herrn Jarchow gerne eine Kopie meines Schreibens sowie der direkt darauf bezogenen Reaktionen zukommen lassen und erfahren, wie Herr Jarchow zu diesem Thema steht.

Ist es wirklich im Sinne des HSV’s, wenn die Meinung des größten Teils der Mitglieder (Supporters) in deren Abteilung nicht berücksichtigt wird?

Wie wird denn überhaupt seitens der Supporters das Meinungsbild von 55.000 bzw. 70.000 Mitgliedern erfasst. Die heutige Technik lässt es zu, Raum und Zeit zu überbrücken. Warum nutzt man solche Möglichkeiten nicht? Es verlangt keiner, das bis zu EUR 38.500,00 an Portogeld verbrannt werden. Die Mitglieder sind registriert, eMail Kontakte daher bekannt. Wenn nicht, kann man in der Stadionzeitung um Ergänzung dieser Daten bitten.

Vielleicht könntest du mir neben den Kontaktdaten (eMail) von Herrn Jarchow auch die von Herrn Scheel mitteilen, der für Mitgliedsangelegenheit eigentlich zuständig ist. So hätte Herr Jarchow dann auch einen „Notausgang”, falls er doch nicht selbst antworten möchte.

Ich halte es einfach für zu wichtig – auch im Sinne des HSVs -, dass solche Dinge im Sinne ALLER Mitglieder geklärt wird. Und wenn die Supporters hierzu nicht in der Lage sind, sein wollen, dann muss man sich meiner Meinung nach an die nächst höhere Ebene wenden.

Also, ich werde mich hüten, hier irgendwelche Mail-Adressen oder auch Telefonnummern herauszugeben. Das wäre ja noch schöner. Wer genau gelesen hat, der wird wissen, dass der Herr Jarchow gesagt hat, dass er zu einem Matz-ab-Treffen kommen würde, um dort Rede und Antwort zu stehen.

Wenn der HSV-Boss nun auf jedes Schreiben antworten würde, dann hätten ja jene Kritiker recht, die dem Herrn Jarchow unterstellen, nichts für den HSV zu tun. Was natürlich absolut lächerlich ist. Aber mal angenommen, ihm würden jeden Tag so um die 100 Fans oder Mitglieder schreiben – wer soll dafür Zeit haben? Und an die Bundeskanzlerin kommen täglich 1000 Fragen – soll sie diese auch persönlich beantworten? Geht doch gar nicht.
Nix also von heißer Luft. So etwas geht einfach gar nicht, aus zeittechnischen Gründen schon nicht. Aber, wie gesagt, Herr Jarchow will ja mal (!) zu einem Matz-ab-Treffen kommen, und ich werde jetzt in nächster Zeit mit ihm absprechen, wann das (im Herbst) dann sein könnte. So lange müsstet ihr noch Geduld haben. Und eventuell kommt dann ja auch noch der eine oder andere HSV-Funktionär mit, dann könnte es ein netter Abend werden.

Dann gab es noch diese – wie ich finde sehr bedenkliche – Mail. Thema Nachwuchsarbeit im HSV.

Hallo Matz ab,

ich lese den Blog schon von Anfang an und zum Thema Nachwuchs möchte ich mal einen kleinen Gedankenansatz aus der Basis (Eltern von Talenten ;-)) geben.

Hier in Lüneburg z.B. gibt es einen Partnerverein des HSV, deren Top Nachwuchs wird regelmäßig von Werder Bremen eingeladen, die machen es so, dass sie einige Talente (ab U12) monatlich einladen zum Training und auch mal zu Turnieren und sie mit Material /Trikots usw.) „verarzten”… ein HSV Partnerverein lässt die Talente von Werder umsorgen…???

Wieso kann man nicht die Stützpunk Philosophie vom DFB auf einen Verein (HSV) übertragen, das würde doch dem HSV doch nicht mehr als ein paar tausend im Jahr kosten, die Talente im Umland einmal die Woche zusammenzurufen und dann in der Region vom HSV Coach trainieren zu lassen.

Das Problem der Fahrerei (A7) wäre nicht da, die Talente wären an den HSV „gebunden”, die HSV Trainings- und Fußball Philosophie könnte antrainiert werden, Werder wäre aus dem Spiel 😉 – kurz alle wären glücklich…

Wenn eines dieser Talente dann in 6 Jahren einschlägt, hat sich das doch sofort amortisiert…

Wenn, dann ja. Aber ich finde das ohnehin schon sehr interessant, was da über den HSV und auch über Werder geschrieben wurde. Sollte der HSV einmal kurz aufmucken – und sich dann der Sache annehmen. So kann das nicht im Sinne des Erfinders sein.

Dann schrieb „HSVseit1981“ zu dem Beitrag von „Raschi“:

Jarchow hingegen verweist darauf, dass der HSV in seiner Geschichte
eigentlich überwiegend erfolglos war, er aber „natürlich dem Zuschauer
etwas bieten” wolle. Das ist mit dem Abstiegskampf schon mal ganz
hervorragend gelungen. Ziele, oder auch Visionen, wie es hier immer
wieder genannt wird, sind in dieser Aussage aber nicht zu erkennen.
Absolut korrekte und auf den Punkt gebrachte Analyse. Wie heißt es so
schön „Der Fisch stinkt vom Kopf her”. Wenn von oben derart lahme,
unambitionierte Vorgaben kommen, dann wird es nichts mit dem HSV als Spitzenmannschaft.

Das Potenzial in Hamburg ist für einen europäischen Top-Club da, man muss
es nur abrufen. Es gibt genug Fans, Zuschauer, Medieninteresse,
Einschaltquoten im Pay-TV und auch finanzkräftige Sponsoren.
Nur, wer sich nach dieser Horror-Saison ein gutes Zeugnis ausstellt, den
Vertrag verlängern lässt und meint, dass sei doch alles irgendwie dem
alten Vorstand zu verdanken, versenkt den HSV in der Bedeutungslosigkeit.
Der aktuelle Vorstand hat die Chance mich durch konsequentes Handeln in
Sachen Van der Vaart zu überzeugen. Nachdem uns Mönchengladbach Xhaka
„weggeschnappt” hat, sollte Van der Vaart nicht auch noch in den Westen
der Republik.

Aber hier wird mit Basti Reinhardt jemand zum Nachwuchschef befördert,
weil er sich damals als komplett überforderter Sportchef so loyal
enteiern lassen hat, und jetzt wird ihm mit Michael Schröder jemand
zur Seite gestellt, der in der Scouting-Abteilung nicht mehr gebraucht
wird. Und demnächst sollen Jarolim und Benjamin zurück, nicht weil sie
ihre Kompetenz irgendwo bewiesen hätten, sondern weil sie so
(verdiente) alte Spieler, liebe Kerle und loyale Kämpfer im Zeichen
der Raute sind oder waren. . Wir müssen endlich weg davon, Freunden
und alten Fanlieblingen wichtige, wenn nicht entscheidende Posten
zuzuschanzen, das gilt für Vorstand, Aufsichtsrat und Nachwuchsbereich
gleichermaßen. Wir müssen uns endlich wieder professioneller
aufstellen und unsere Arbeitsplätze mit Fachleuten besetzen anstatt
aus Dankbar- oder Gefälligkeit.

Auch das ist leider die furchtbare Wahrheit. Wir müssen uns konsequent von
denjenigen trennen, die es offensichtlich nicht geschafft haben, in den
vergangenen Jahren die Nachwuchsarbeit nach vorne zu bringen.
Ich frage mich, warum gerade ein so sensibler Bereich wie die Jugendarbeit
zur „Resterampe” für alt- und ausgediente Führungskräfte des HSV verkommt?
Ein professionelles Konzept, um gute Spieler zu entwickeln und an die
Bundesliga-Mannschaft des HSV heranzuführen, sieht anders aus.

Oha, da waren einige Dinger drin. Nachdem uns Xhaka weggeschnappt wurde . . . Nicht auch noch van der Vaart . . . Ja, das stimmt. Volltreffer! Und Messi und Ronaldo auch noch. Von Ronney würde ich mal absehen, der ist schon zu lange nicht mehr in Form . . .

Nein, liebe Leute, es wird wohl noch brauchen, ehe es alle begriffen haben:
FUSSBALL hängt mit GELD zusammen. Man muss Xhaka und van der Vaart, natürlich auch Messi und Ronaldo, auch BEZAHLEN können. Wann merkt es auch der letzte Fan? FUSSBALL HÄNGT MIT GELD zusammen, aber der HSV UND GELD NICHT. `
Der HSV hat fast NULL KOHLE. Deswegen schminkt euch doch solche Leute wie Xhaka und wohl auch van der Vaart (wenn nicht noch der Herr Kühne einspringt) ab. Die sind unbezahlbar, di sind nicht die Preisklasse HSV. Und nur wegen der so wunderschönen Raute kommt kein Profi, der etwas auf sich hält (international) nach Hamburg. Die wollen Geld sehen. Und davon hat der HSV eigentlich ein wenig zu wenig.

Beste Beispiele:
Hamit Altintop wurde hier gehandelt – und geht zu Galatasaray Istanbul. Weil der Klub die bessere „Raute“ hat? Nee, weil da mehr Geld vorhanden ist. Oder Dirk Kuyt. Den wollte Frank Arnesen haben. Sprach auch mit ihm. Und, was ist? Kuyt geht zu Fenerbahce Istanbul. Die haben auf jeden Fall die bessere Raute – nämlich viel, viel Geld in der Kasse.

Also, ich bitte jeden ganz eindringlich – hört endlich auf zu träumen. Sonst kommen Messi und Ronaldo eines Tages wirklich noch zum HSV.

Dann noch zu Bastian Reinhardt – der „enteiert“ wurde.
Dazu möchte ich mal fragen, wer zu jener Zeit nicht „enteiert“ worden ist? Christian Reichard? Dietmar Beiersdorfer? Oliver Scheel? Fragt mal bitte nach – diese drei Herren können sicher mehr erzählen. Deswegen ist es mir viel zu einfach, hier die Lanze über den „enteierten Sportchef Reinhardt“ zu brechen. Viel zu einfach. Aber gut, das können die meisten auch nicht so genau wissen, weil ihnen dieser Einblick ins Eingemachte natürlich auch verwehrt wurde. Logisch. Aber deswegen möchte ich doch darum bitten, mit solchen „enteierten“ Behauptungen sehr, sehr vorsichtig umzugehen. Das hat, das sage ich ganz deutlich, ein Bastian Reinhardt auch nicht verdient.

Dann schrieb „Freddie“ noch seine ganz persönliche Einzelkritik:

Tesche, Drobny, Berg, Guerrero, Skjelbred und evtl. Rajkovic stehen auf
der Verkaufsliste. Meiner Meinung nach sind alle Kandidaten unterschiedlich zu bewerten.
Tesche ist für mich so ein zweiter Fall „Albert Streit”, eine Klette, die
offensichtlich nicht gewillt ist, Leistung zu bringen. Egal, ob im Spiel
nach vorne mit/ohne Ball oder auf dem Weg nach hinten, es gibt nur ein
Einheitstempo.

Drobny, der sehr schlecht begann aber zum Ende der Saison zu Retter wurde.
Für mich bedauerlich, dass er gehen soll. Das soll aber nicht heißen, dass
ich grundsätzlich gegen die Verpflichtung von Adler bin. Ich hätte wohl
nur die Prioritäten anders gelagert. Erst mal das, was dringend notwendig
ist, eben zu Beginn . ein Kreativling im Mittelfeld.

Berg’s bisheriger Aufenthalt in Hamburg, mehr als unglücklich. Er hatte
seine beste Zeit, schien endlich in Fahrt zu kommen, ausgerechnet als van
Nistelrooy verpflichtet wurde. Und der hatte so eine Art Garantie.

Guerrero? Ein sehr guter Techniker, machte gute Spiele. Aber auf’s Jahr
gesehen ist das einfach zu wenig.

Skjelbred hatte nie eine ernsthafte Chance erhalten. Warum nicht? Waren
seine Trainingsleistungen so schlecht?

Rajkovic war der Fels in Brandung, brachte tatsächlich Sicherheit in die
Abwehr, nahm keine Rücksicht auf sich selbst und natürlich auch nicht auf
den Gegner. Hatte dann natürlich ein sehr unglückliches Spiel, als er
letztendlich mit Rot vom Platz gehen musste, weil ein Gegner unbedingt
gegen ihn laufen musste. Mir gefällt seine humorlose Art zu spielen. Er
setzt seinen Körper ein. Mir lieber, als dieses ewige Gegrätsche á la Bruma.
Offensiv fehlt ihm allerdings ein wenig.

Abraham muss wirklich gut sein, dass man sich so für ihn einsetzt.
Irgendwo war zu lesen, dass der Vorvertrag ein normales Mittel ist, um
sich einen Arbeitsplatz bei einem neuen Arbeitgeber zu sichern, oder so.
Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Allerdings handelt es sich bei
beiden Parteien in der Regel immer um mündige Bürger. Er wurde
entsprechend beraten, d.h. aber nicht, dass man einem Rat unbedingt folgen
muss. Entscheiden tun doch immer noch die Spieler selbst. Für mich daher
auch zu einfach, die Schuld dem ehemaligen Berater in die Schuhe zu
schieben.

Wenn er sich für den HSV entschieden hat, aus welchem Grund auch immer, in
wie weit beteiligt sich der Spieler an den entstehenden Kosten, die im
Normalfall nicht angefallen wären, beteiligen?

Gute Frage, die letzte. Sehr gute Frage. Das habe ich allerdings höchst selten erlebt, dass ein Spieler selbst mal in die Tasche greift . . . Wird wohl auch in diesem Fall nicht passieren. Wenn ihr mich fragt, wie das ausgehen wird? Abraham kommt nicht zum HSV. Wenn Getafe mehr als zwei Millionen haben will, woher soll das denn kommen? Denn Abraham selbst will ja auch noch den einen oder anderen Knopf in seine ganz persönliche Kasse haben. Nein, nein, siehe Altintop und Kuyt . . .

Und dann gab es heute noch eine dpa-Meldung, die ganz gut zu Matz ab passt:

Joachim Löw ist kein Freund von Facebook oder Twitter. Im Gegensatz zum Großteil seiner Fußball-Nationalspieler nutzt der Bundestrainer die sozialen Netzwerke nicht zum Austausch mit Fans und Bekannten. „Für mich spielen sie nur eine ganz untergeordnete Rolle, weil ich teilweise auch schlechte Erfahrungen damit mache“, sagte der 52 Jahre alte Löw der Nachrichtenagentur dpa: „In Facebook gibt es ja Leute, die unter meinem Namen eine Seite betreiben. Das kann ich nicht akzeptieren.“

Er habe aber Verständnis, dass viele seiner 23 EM-Spieler die modernen Kommunikationsmittel intensiv nutzen: „Das ist eine andere Generation. Für sie ist es vollkommen normal, dass sie Bilder rausschicken, dass sie Dinge in die Öffentlichkeit geben, was sie empfinden oder was sie so tun. Ich suche den Kontakt mit ihnen per Telefon oder E-Mail. Das ist mein Stil.“

Für die EM in Polen und der Ukraine hat DFB-Teammanager Oliver Bierhoff die Spieler informiert, an welche Regeln sie sich für ihre Aktivitäten in den sozialen Medien zu halten haben. Die DFB-Ansage lautet zusammengefasst: „Es darf in Facebook und bei Twitter nichts geschrieben werden über Verletzungen, Taktik, einfach über Dinge, die nur die Mannschaft angehen.“ Bierhoff sprach von einem „Spagat“, der zu schaffen sei, zumal der Verband selbst via Facebook und Twitter mit dem Nationalteam aktiv ist: „Es geht nicht um eine Verneinung der Medien. Aber die Vertraulichkeit hat uns auch stark gemacht.“
Der seit Sonntag 20-jährige Dortmunder Mario Götze berichtete während des Trainingslagers in Südfrankreich, dass er „fast jeden Tag“ auf seiner Facebook-Seite nachsehe, „was meine Freunde posten“. Der Schalker Benedikt Höwedes (24) hat die Richtlinien verinnerlicht: „Wir dürfen nicht alles posten, keine intimen Geheimnisse.“
Ein Grund für den Facebook-Knigge war, dass der Leverkusener André Schürrle im November eigenmächtig seine Abreise aus dem DFB-Quartier vor dem Niederlande-Spiel publik gemacht hatte. „Kann heute Abend leider nicht spielen, wegen eines grippalen Infektes. Sehr, sehr schade, hatte mich schon richtig gefreut. Liebe Grüße“, twitterte Schürrle. Löw hätte den Ausfall lieber bis abends geheim gehalten . . .

So, das war es für heute. Denkt bitte, falls ihr noch die Gelegenheit dazu habt, die neue Ausgabe von “Hinz und Kunzt” zu kaufen. Da gibt es das eine oder andere Matz-ab-EM-Nähkästchen zu lesen.

Zum Schluss möchte ich euch noch einmal (und immer wieder) danken für die rege Teilnahme an diesem Matz-ab-Blog. Und gleichzeitig alle trösten die uns (und mir) auch noch geschrieben haben – aber nun nicht “behandelt” worden sind. Es ist einfach zu viel, glaubt es mir. Trotz allem: vielen, vielen Dank für eure Kritik, Anregungen und Fragen, die ihr uns schickt. Danke, danke, danke. Klasse!!!

17.53 Uhr

Neun Tore für einen guten Zweck

13. Dezember 2011

„Bist du verrückt?“ Das war die Antwort, die mir Jörg „Ali“ Albertz gegeben hat. Welche Frage habe ich gestellt? Dreimal dürft Ihr raten. Sie lautete: „Na, Ali, bist du fit? Hast du dich schön vorbereitet auf dieses Spiel?“ Dafür sah das Spiel des „Bombers“ aber ganz gut aus. Apropos: Fast alle sahen ja noch ganz gut aus. Okay, Stig Töfting ist ein wenig rundlicher geworden, auch Sergej Barbarez hat inzwischen einige Gramm zugenommen, aber Ronaldo sah wie zwei „Ronaldos“ aus. Was zur Folge hatte, dass der 35-Jährige immer auch zwei Leute an sich „kettete“. Der Welttorjäger stand vorne bei der Weltauswahl einsam und verlassen – oftmals im Abseits. Aber zu einer ganz normalen Laufarbeit am frühen Dienstagabend ist er eben nicht mehr ganz so fähig. Dabei erinnere ich mich noch daran, dass ich vor einigen Monaten noch irgendwo gelesen hatte, dass Ronaldo in Brasilien verkündet hatte, „noch einmal angreifen zu wollen“. Was? Das ist die Frage. Der HSV verlor dieses Benefizspiel „Match against poverty“ vor 24 000 Zuschauern mit 4:5. Die erste Niederlage für Thorsten Fink – nein, ein Scherz.

Um es noch schnell aufzuklären: Nico Hoogma war, das hatte ich vorhin falsch angekündigt, nicht nur am Rande dabei, sondern spielte mit. Vielleicht auch deswegen, weil Altmeister Manfred „Manni“ Kaltz kurzfristig ausgefallen war. „Ich hatte fast eine Lungenentzündung, ich hätte keine Luft gehabt, das hat es keinen Zweck. Leider.“ Er musste trotz allem, wie alle an diesem Abend, zahlreiche Hände schütteln. Glücklich war einmal mehr und einmal wieder: Hermann Rieger. Der Kult-Masseur freute sich: „Ich darf dabei sein, darf wieder einmal Masseur sein – ein Traum! Das ist wie in alten Zeiten, ich freue mich tierisch.“ Hermann sah, das möchte ich allen, die sich sorgen, einmal mitteilen, sehr, sehr gut aus. Typisch Hermann: Als er Spielerberater und Spiele-Vermittler Wolfgang Kuhlmann traf, lagen sich beide in den Armen. Rieger standen dabei fast Tränen in den Augen, und er sagte: „Kuhli, was haben wir früher mit dem HSV für Reisen gemacht. Um die ganze Welt sind wir geflogen – und du hast alles organisiert. Das war super, super, super. Ich danke dir noch heute dafür, auch durch dich habe ich so viele tolle Sachen erlebt und gesehen.“ Ja, so ist er, „uns Hermann“.

Der HSV begann dieses Spiel mit: Richard Golz, Michael Gravgaard, Bastian Reinhardt, Slobodan Rajkovic, Dennis Aogo, Nigel de Jong, Ze Roberto, Mehdi Mahdavikia, Jörg Albertz, Paolo Guerrero, Mladen Petric. Später kamen noch: Jaroslav Drobny, Stig Töfting, Ivica Olic, Sergej Barbarez, Heung Min Son, Ivo Ilicevic, Stefan Schnoor, Nico Hoogma, Heiko Westermann, Tomas Rincon, Rodolfo Cardoso, David Jarolim, Collin Benjamin und Marcell Jansen.

Die Weltauswahl trat an mit: Fabien Barthez, Gheorge Pupescu, Claude Makelele, Edgar Davids, Luis Figo, Michel Salgado, Joan Capdavila, Fabio Cannavaro, Didier Drogba, Ronaldo sowie Jens Lehmann, Dida, Lucas Radebe, Ferando Couto, Rabah Madjer, Thomas Berthold, Robert Pires, Nuno Maniche, Gheorge Hagi, Steve McManaman, Christian Karambeu, Sami Al-Jaber und Serginho. Trainer waren Bora Milutinovic und Marcello Lippi.

Irgendwie war es wie früher. Klasse Namen, Super-Fußballer, und mittendrin er: „Meeeeeeehhhhhhhddddiiiiiiiiiii“.Mahdavikia ging wie einst steil, ab wie Schmidts Katze. Und wurde aufgenommen, als sei er gestern noch für den HSV am Start gewesen: „Meeeeeeehhhhhhhddddiiiiiiiiiii“. Er schoss auch die Eckstöße wie einst. Einmal durfte er drei hintereinander. Der erste kam halbhoch, der zweite nur etwas höher, der dritte flog richtig hoch und eigentlich auch ganz schön zur Mitte, aber er war in der Luft schon im Toraus: „Meeeeeeehhhhhhhddddiiiiiiiiiii“.

Bei diesem Kick fehlte zwar mitunter das Tempo, aber es war sogar in der Pause was los. Jens Lehmann zum Beispiel schoss, natürlich unabsichtlich, seinem Trainer Milutinovic die Brille von der Nase, der Coach pflegte dann während der zweiten 45 Minuten sein blaues Auge. Und als Collin Benjamin (jetzt 1860 München) eingewechselt wurde, da begrüßte ihn Stadionsprecher Lotto King Karl launig: „Schön dass du da bist, Digger.“

Schön dass alle da waren. Für einen guten Zweck. Und es gab auch ein paar Tore mehr als sonst. Der HSV führte schnell mit 2:0. Mladen Petric traf mit einem Volleyschuss nach einer Flanke von „Meeeeeeehhhhhhhddddiiiiiiiiiii“ (8.), dann erzielte Ze Roberto nach Zuspiel von Petric mit einem zauberhaften Heber über Barthez das 2:0 (18.). Damit war das Spiel gelaufen. Fast.

Die Stars aber wollten sich nicht verprügeln lassen. Drogba (22.), Ronaldo (ja ja, 27.) und Capdevila (39.) sorgten für den 2:3-Halbzeitstand. Als Salgado auf 4:2 erhöhte (60.) war die Welt wieder ein Stück mehr in Ordnung, doch Tomas Rincon hielt den HSV mit einem Traum-Hammer aus 22 Metern (in den oberen linken Winkel) noch im Spiel (64.). Bis zur 72. Minute: Figo ließ Hoogma stehen, ein „Tunnel“ für Jaroslav Drobny – 3:5.

Das war ein großer Fußball-Tag für Hamburg, und ein wenig Geld im Kampf gegen die Armut ist sicher auch eingenommen worden – vielen Dank an alle, die dabei waren und Geld für dieses Spiel ausgegeben haben.

Morgen, am Mittwoch, gibt es noch einen großen Tag für den HSV. Ich darf nicht zu viel verraten, aber wer Lust und Zeit hat, der sollte um 20 Uhr (vielleicht auch schon eine Viertelstunde eher) „HH1“ einschalten, da wird der „Hamburger des Jahres“ 2011 geehrt –Laudator ist Felix Magath.

Übrigens, einen Höhepunkt hatte diese Partie noch kurz vor dem Schlusspfiff: Hermann Rieger kam auf das Spielfeld, um Drobny zu pflegen. Er umarmte ihn herzlich, umarmte dann auch Bastian Reinhardt – und ging wieder vom Rasen. Ohne Pflege. Aber unter riesigem Beifall. Der Masseur wurde groß gefeiert: „Ohne Hermann, wär’ hier gar nichts los . . .“ Naja, so kann man das auch nicht singen.

Heung Min Son traf Sekunden vor dem Schlusspfiff noch zum 4:5-Endstand.
Und auch das muss ich schnell noch loswerden: Richard Golz hielt an diesem Abend noch einige “Unhaltbare”, er war der mit Abstand der beste Hamburger. Großartig, Richie!

PS: Eine missglückte Generalprobe (gegen Augsburg will ich mit dem Spielende den Artikel direkt hier online gestellt haben) . . . Der Artikel war mit dem Schlusspfiff fertig, aber senden konnte ich nicht. Erst in der Arena (Umzug von der Tribüne in den Presseraum) ließ sich dieses Ding “erweichen” – hoffentlich wird das am Sonnabend besser. Und nicht nur das muss dann besser werden, auch das Resultat.

(leider erst um) 21.17 Uhr

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