Archiv für das Tag 'Rajkovic'

Poker um Gregoritsch – HSV und Bochum nähern sich an

29. Juni 2015

Sitzt auf gepackten Koffern und will zum HSV: Michael Gregoritsch Foto: Witters

Sitzt auf gepackten Koffern und will zum HSV: Michael Gregoritsch Foto: Witters

Sie nähern sich hier und da an – aber einen echten Vollzug gibt es noch immer nicht zu vermelden. Außer bei Ivo Ilicevic, der auf dringlichen Wunsch von Trainer Bruno Labbadia hin noch ein Angebot erhielt und dieses jetzt auch annahm. Für ein Jahr darf der verletzungsanfällige Dribbelkünstler auf leistungsbezogener Basis seine Künste beweisen und so versuchen, sich für eine erneute Verlängerung zu empfehlen. Ob das auch für Gojko Kacar gilt, wird heute ungeklärt bleiben, soll sich nach Möglichkeit aber morgen entschieden haben. Den ganzen Beitrag lesen »

Beister wechselt nach Mainz – Rajkovic wartet

27. Juni 2015

Blickt ab sofort besseren Zeiten entgegen: Maxi Beister. Foto: Witters

Blickt ab sofort besseren Zeiten entgegen: Maxi Beister. Foto: Witters

Ja, das ist mal (wieder) ein dickes Ding! Maximilian Beister wechselt vom HSV zu Mainz 05! Dem FSV ist gerade Mister Okazaki abhanden gekommen, den Japaner zieht es zu Leicester Ciy, da kommt ein ablösefreier Beister gerade recht – und man kann dabei nicht viel verkehrt machen. Aber bevor nun einige über den HSV herfallen: Ich möchte dem HSV bei seiner Kaderplanung immer noch folgen. Den ganzen Beitrag lesen »

Kühne kontert Rieckhoff

22. Juni 2015

Robbie Kruse - ein Mann für den HSV?****Angeblich hat der HSV bei Inter Mailand ein Angebot über 8 Mio. € Ablöse für den zentralen Mittelfeldspieler Fredy Guarin hinterlegt. Genaueres dazu am Dienstag.****

 

Kruse zum HSV – was für eine Schlagzeile! Da würde ein Wunsch wahr. Doch leider dreht es sich in diesem Fall nicht um den Vierländer Jungen, der beim FC St. Pauli spielte und dem HSV erfolglos feilgeboten wurde. Denn der spielt jetzt für den VfL Wolfsburg in der Champions League – auch, weil die HSV-Scoutingabteilung ihn vor seinem Wechsel nach Gladbach als „zu laufschwach“ einstufte. Für mich unfassbar – bis heute!!
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Rajkovic auf dem Weg nach Griechenland

21. Juni 2015

Slobodan Rajkovic (HSV) Fussball Bundesliga, Relegation Rueckspiel, Karlsruher SC - Hamburger SV 1:2 n.V. Dass der HSV landauf, landab mittlerweile einen schlechten Ruf genießt, ist keine Neuigkeit mehr. Selbst Vereinsboss Dietmar Beiersdorfer musste auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag eingestehen, dass sein Club der Musik hinterher läuft. Und dieser Zustand wird voraussichtlich noch einige Zeit anhalten. Beiersdorfer hat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass seine Startbedingungen vor einem Jahr – gelinde gesagt – suboptimal waren. Das bezog Beiersdorfer insbesondere auf den Nachwuchsbereich des Vereins, aus dem im Moment große Talente Richtung Bremen gezogen sind und wo Sportdirektor Bernhard Peters mit dem Wechsel aller möglichen Cheftrainer reagiert hat. Nicht nur damit übrigens – hier noch einmal der Link zu einem Abendblatt-Artikel, in dem sich Kai Schiller mit Bernhard Peters’ Arbeit beschäftigt hat. Den ganzen Beitrag lesen »

Neuer Vertrag – Gojko Kacar darf hoffen

16. Juni 2015

Der HSV schreibt auch schöne Geschichten. Und deshalb wird er uns auch nicht los. So, wie jetzt wieder mit der Rückkehr des Sympathieträgers und Jungtrainers Josef „Joe“ Zinnbauer. Letzte Serie von seinem Buddy Thorsten Fink vermittelt, engagierte ihn der inzwischen ausgeschiedene und abgefundene HSV-Sportchef Oliver Kreuzer für die Nachwuchsspieler: Und Zinnbauer startete mit der U23 mächtig durch. Acht Siege in den ersten acht Spielen – das reichte, um den Platz des parallel mit der Bundesligaelf erfolglosen Mirko Slomka zu übernehmen. Und trotz eines starken Anfanges und viel Lob von allen Seiten musste auch Zinnbauer gehen. Bis zur letzten Sekunde, sogar noch nach dem ersten Krisengespräch mit den Verantwortlichen HSV-Vorständen war er optimistisch, das Ruder rumreißen zu können und den Klassenerhalt zu schaffen: Dennoch musste er gehen. Den ganzen Beitrag lesen »

Nichts los im Volkspark – die Ruhe vor dem Sturm

9. Juni 2015

Die Transferperiode hat noch nicht einmal begonnen, und schon ist klar: Der HSV verpasst mal wieder einen gelungene Umbruch. So liest es sich zumindest größtenteils in den Kommentaren in verschiedenen Foren – nicht nur hier. Weil es heißt, Ivo Ilicevic soll einen neuen Vertrag bekommen. Einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag, weil Trainer Bruno Labbadia die Chance sieht, dauerhaft von den zweifellos vorhandenen Qualitäten des Offensivspielers profitieren zu können. Vergessen die Verletzungsarie des heute 28-Jährigen, der seit seiner Unterschrift 2011 für den HSV 61 Spiele verpasste, das heißt jeweils 15 Spiele pro Saison im Schnitt. Verletzt.
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Auf der Suche nach dem neuen Herzstück

7. Juni 2015

Champions-League-Finale in Berlin. 75.000 im Stadion, halb Spanien und halb Italien vor den Fernsehgeräten. Es geht um den höchsten Titel in Europa. Am Ende gewinnt der Favorit, freut sich ekstatisch, und der gemeine Hamburger sitzt auf dem Sofa vor der Glotze und denkt sich nur: Regt Euch doch nicht so auf, seid doch nicht so nervös – es ist doch nur Champions League.

Ja, was ist das alles im Vergleich zum Drama in Karlsruhe. Zweifelsohne eine andere Fußballwelt. Den ganzen Beitrag lesen »

Sensationell! Wahnsinn! Der HSV bleibt oben!

1. Juni 2015

Der HSV muss nicht runter! Hurra, er lebt immer noch! Das war Dramatik pur, das ist alles der helle Wahnsinn, das war nur Wahnsinn. Mit 2:1 nach Verlängerung gewinnt der HSV das Relegations-Rückspiel in Karlsruhe und bleibt damit in der Ersten Bundesliga. Gratulation, HSV! Auch wenn er wieder einmal bis zur letzten Sekunde mit den Nerven seiner Anhänger gespielt hat. Gekämpft haben sie, gut gespielt haben sie nach langer Zeit auch mal wieder, aber in der 90. Minute sah es dennoch nach der Zweiten Liga aus. Der KSC führte 1:0, als es doch noch einen Freistoß für den HSV gab. Ein Freistoß, der wohl nicht berechtigt war, aber Marcelo Diaz traf aus 20 Metern – Verlängerung. Und da nutzten zwei Eingewechselte für die Entscheidung: Cleber legte von links in den Fünfmeterraum, Nicolai Müller war zur Stelle und schoss das 2:1 – die Entscheidung, die erste Liga! Glückwunsch, HSV! Aus einer grottigen, aus einer total verkorksten Saison wurde dann doch noch das Beste gemacht. Glückwunsch auch Trainer Bruno Labbadia, der sicher nicht alles richtig gemacht hat, aber der letztlich dafür gesorgt hatte, dass diese eigentlich „tote Truppe“ doch wieder ein bisschen Leben zeigte. Aufgeräumt werden muss trotz allem, beim HSV, aber das hat jetzt Zeit. Erst einmal darf gefeiert werden – Glück, Glück, Glück. Aber der HSV hat anscheinend die Dame Fortuna auf seine Seite gebracht. Dass der KSC in der Schlussminute noch einen Handelfmeter verschoss, Rene Adler hielt gegen Hennings, war nicht mehr entscheidend, denn selbst bei einem 2:2 wäre der HSV oben geblieben.


 

Der HSV begann in Karlsruhe diesmal ganz anders, als noch am Sonnabend im Volkspark. Das sah nach Fußball aus. Der „Dino“ übernahm die Spielführung, er drückte, er spielte nach vorne – wann immer es gegen die beiden Viererketten des KSC ging. Der HSV, bei dem doch Lewis Holtby wieder die Chance erhalten hatte (und nicht Zoltan Stieber), war Chef im Ring und diktierte über weite Strecken das Tempo. So muss ein Erstliga-Verein gegen einen klassentieferen Gegner spielen. Das sah gut aus. Bis auf die Tatsache, dass der HSV nicht nur schön spielen durfte, sondern auch ein Tor machen musste. 0:0 wäre der Tod.

 

Ivo Ilicevic riskierte bereits in der fünften Minute eine Fernschuss, doch der Ball, aus 24 Metern abgefeuert, verfehlte um die, vier Meter das KSC-Tor. Immerhin, es war mal ein Schuss des HSV. Und nur 60 Sekunden noch eine Hamburger Möglichkeit: Ivica Olic umkurvte die KSC-Abwehr von rechts (wie einst Helmut Rahn – oha, sehr hoch gegriffen, ich weiß!) und schoss aus 18 Metern mit links, aber Torwart Orlishausen hielt die Kugel, indem er sie ins Feld zurückfaustete. Aber das war doch mal etwas, was für Optimismus sorgen könnte. Und es wurde noch besser: Marcelo Diaz schickte Dennis Diekmeier in den KSC-Strafraum, ein kluger Rückpass – aber leider war kein HSV-Kollege zur Stelle. Aber immerhin mal ein Ball, der hinter die Abwehr gespielt wurde – und der Gefahr brachte (17.). Und wiederum nur Sekunden später gab Rafael van der Vaart, für den gesperrten Gojko Kacar im Team, den Ball hoch an den Elfmeterpunkt, Olic legte per Kopf ab auf Pierre-Michel Lasogga, und der schoss, so kennt man ihn, sofort. Voller Wucht, aber der Ball wurde von seinem Gegenspieler abgeblockt, Gefahr gebannt.

 

Immerhin, das fiel mir während dieser Drangphase des HSV ein, machte der HSV schön Druck. Und ich musste an den vergangenen „Doppelpass“ (Sport1) denken, in dem der frühere HSV-Manager Heribert Bruchhagen gesagt hatte: „Der HSV ist zu Hause nicht in der Lage, das Spiel zu machen . . .“ Das stimmt. Aber anscheinend klappt das auswärts besser, denn hier bestimmte der HSV die Szenerie und machte das Spiel. Eindeutig. Der KSC kam kaum einmal gefährlich in die Nähe des Hamburger Strafraums. Der HSV auf der Gegenseite aber sehr wohl: van der Vaart versuchte sich aus 18 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß, aber Orlishausen hielt mühelos. Wie sehr der HSV drückte, das drückte nach einer halben Stunde auch das Eckenverhältnis aus, der HSV führte 6:0. Aber leider weiterhin torlos. Das änderte sich auch in der 39. Minute nicht, als Lewis Holtby von links flankte, Lasogga köpfte aus neun Metern, aber zu lasch und zu unplatziert, wieder war Orlishausen mühelos auf dem Posten.
Halbzeit, 0:0.

 

Unverändert ging es in den zweiten Spielabschnitt. Und der HSV kam. Er machte das, was angesagt war – es musste ein Tor her. Und das lag in der 52. Minute in der Luft: Eckstoß von links von van der Vaart, am Fünfmeterraum steigt Diekmeier hoch und verlängert zu Mitte, der Ball kam am Elfmeterpunkt runter, da stand Lasogga – doch der traf den Ball nicht richtig. Was ihm bescheinigt werden muss: war auch schwer. Dennoch, mit Glück macht man auch ein solches Ding mal, aber eben auch nur mit Glück.

 

Dann drückte der HSV etwas weniger, und es wurde dafür bunter. Drei Gelbe Karten gab es für den HSV: Diaz, Slobodan Rajkovic und van der Vaart hatten zu sehr mit den Ellenbogen gearbeitet. Und der KSC wurde stärker . . . Nach einem Eckstoß, dem ersten des KSC, musste der am Pfosten stehende Diaz auf der Torlinie retten (69.). Der HSV am Ende seiner Kräfte? Das hatten die Hamburger Anhänger genau umgekehrt erhofft – so wie im Hinspiel. Da ließ der KSC zuletzt auch etwas nach. Trainer Bruno Labbadia wechselte Frische ein: Für den agilen und immer noch sehr aktiven Lewis Holtby kam Zoltan Stieber (67.). Warum Holtby? Das wird der Coach sicherlich in den nächsten Tagen noch erklären. Oder auch nicht. Ich hätte Holtby an diesem Tag jedenfalls nie ausgewechselt . . . Doch so etwas ist ja auch ganz klar Sache des Cheftrainers.


 

Karlsruhe hatte dann die beste Chance des zweiten Durchgangs, als zweimal Nazarov (völlig blank am langen Pfosten!) die Möglichkeit zum 1:0 auf dem Fuß hatte. Zum Glück traf der KSC-Mann nicht richtig . . . Aber es wurde enger und enger. Karlsruhe kam immer besser ins Spiel, der HSV musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Doch plötzlich ein Lebenszeichen: Flanke von Matthias Ostrzolek, am Elfmeterpunkt steigt hoch und köpft auf das Tor – doch Orlishausen hält prächtig.

 

Das Tor fällt aber auf der Gegenseite. Der eingewechselte Nicolai Müller verdaddelt (im Zusammenspiel mit van der Vaart) den Ball kurz vor dem Strafraum, Hennings bedient Yabo mit einem großartigen Heber – und Tor. 1:0 für den Zweitliga-Club (78.). Aber noch war nichts verloren.

 

Der HSV gab alles. Er reaktivierte die letzten Kraftreserven – er hatte Chancen. Er köpfte Lasogga an den Pfosten (81.), den Nachschuss vergab Diekmeier, der völlig freistehend am Fünfmeterraum den Ball nicht traf! Wahnsinn! Welch ein Wahnsinn! Sekunden später klärte der KSC-Mann Gulde nach einem Kopfball von Johan Djourou auf der Linie, Orlishausen war geschlagen. Und in der 83. Minute versuchte sich Ivo Ilicevic mit einem Seitfallzieher, als er den Ball volley aus acht Metern ins Tor fetzen wollte – aber leider den Ball nicht traf. Wahnsinn in Vollendung! In der 86. Minute köpfte der eingewechselte Cleber (spielte Brechstangen-Mittelstürmer!) nach Eckball um Zentimeter vorbei – es sollte nicht sein. Oder doch? In der 90. Minute Freistoß für den HSV. Es soll ein Handspiel gewesen sein. War es wohl nicht. Schiedsrichter Manuel Gräfe aber gab den Freistoß, und den schoss Marcelo Diaz aus 20 Metern in den linken oberen Winkel. Der HSV lebte noch. Ein Kunstschuss, aber ein sehr, sehr wichtiger. Das war noch mehr Wahnsinn. Aber toll, einfach nur toll, toll, toll.
Verlängerung, doch noch Verlängerung. Es war ja eigentlich schon vorbei – mehr Spannung, mehr Dramatik geht gar nicht. Es geht nicht. Das ist Herzkasper-Fußball in Vollendung! Das ist alles unglaublich – aber das ist Fußball. Der HSV war doch noch einmal aufgestanden, obwohl er schon fast in Liga zwei war.

 

Nur der HSV!

 

In der Verlängerung zog die Polizei vor dem HSV-Block auf. Das sah gefährlich aus. Und so ganz und gar nicht nach Fußball. Gespielt wurde aber dennoch. Die einzige Möglichkeit der ersten 15 Minuten hatte der KSC (als Diekmeier noch mit dem Schiedsrichter debattierte!), aber die Kugel flog am langen Eck vorbei. Zum letzten Mal Halbzeit.

 

Und als alles auf ein Elfmeterschießen deutete, schoss Nicolai Müller auf Vorarbeit von Cleber doch noch das 2:1. Dass Rene Adler in der Schlussphase noch einen Elfmeter hielt, war unerheblich, der HSV bleibt oben, oben, oben, oben, oben, oben – Jubel, Trubel, Heiterkeit.

 

Der HSV spielte mit: Adler; Diekmeier, Djourou, Rajkovic, Ostrzolek; Diaz, van der Vaart; Olic (77. Min. Müller), Holtby (67. Min. Stieber), Ilicevic (86. Min. Cleber); Lasogga.

 

Die Einzelkritik

 

Rene Adler wurde kaum gefordert, war die Ruhe selbst – nur den Ball, den hielt er wieder viel zu lange. Manuel Neuer lässt schön grüßen . . . In der Verlängerung hielt er allerdings zweimal sensationell, so auch den Elfmeter von Hennings. Da schickt der Adler dann auch schöne Grüße an Manuel Neuer . . .

 

Dennis Diekmeier machte vieles richtig, hinten war das absolut okay, aber vorne macht er es sich dann immer wieder kaputt, wenn er nicht den Abschluss (Flanke) sucht, sondern zu 95 Prozent zurückspielt. Schade, schade, schade.

 


Johan Djourou
hatte keine Probleme mit Hennings, spielte souverän, war kopfballstark. Das war stark.

 

Slobodan Rajkovic erledigte seine Defensivaufgaben ordentlich, hinten ohne Schwierigkeiten, nach vorne war er aber schnell am Ende mit seinem Latein.

 

Matthias Ostrzolek spielt zu oft zu harmlos nach vorne, er sucht auch zu 90 Prozent immer wieder nur den Rückpass. Wenn er doch nur mal den Kampf eins gegen eins suchen würde, aber er bevorzugt das körperlose Spiel – schade, schade, schade.

 

Marcelo Diaz gehörte zu den effektiveren Hamburgern, bot sich immer wieder an, ging weite Wege – auch nach vorne, das sah gut aus. Auch wenn er nie zum Abschluss kam.

 


Rafael van der Vaart
gehörte, ganz, ganz sicher, zu den Aktivposten des HSV, der Niederländer spielte eine sehr gute erste Halbzeit, was er machte, das hatte Hand und Fuß. Dass er dann, mit zunehmender Spieldauer, etwas nachlässt, ist ganz normal (er ist nicht im Rhythmus) – aber dafür sitzen draußen ja noch einige auf der Bank.

 

Ivo Ilicevic war in Halbzeit eins der beste Hamburger, er riskierte Dribblings, war um Tempo bemüht – warum erst jetzt, am Ende der Saison, warum erst jetzt, wo schon lange feststeht, dass er Hamburg verlassen muss?

 

Lewis Holtby spielte deutlich besser als im Hinspiel, sehr engagiert, laufstark, einsatzfreudig. Warum nicht immer so?

 

Ivica Olic blieb blass und schwach, so wie schon im Hinspiel. Leider nur Note sechs, auch wenn er sich angeschlagen durchquälte.

 

Pierre-Michel Lasogga konnte sich einige Male besser in Szene setzen als noch am Sonnabend, aber insgesamt erwarten alle von ihm viel, viel mehr.

 

Zoltan Stieber (ab 67. Min. für Holtby) drückte sofort auf die Tube, Tempo, Tempo, Tempo. Gut so.

 

Nicolai Müller (ab 77. Min. für Olic) sorgte gleich für ein Tor – leider für den KSC. Welch ein unfassbarer Einstand! Aber er schlug noch zurück, auf der richtigen Seite – denn er schoss das 2:1 und geht damit in die Geschichte des HSV ein. Glückwunsch!

 

Cleber (ab 86. Min. für Ilicevic) sollte für das Tor sorgen, köpfte gleich knapp vorbei – und sorgte für Unruhe in der KSC-Defensive. Das war sehr, sehr gut – und auch deshalb, weil er das 2:1 vorlegte. Glückwunsch!

 

Gleich werden wir wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle sein, um über dieses unfassbare, wahnsinnige Relegationsspiel in Karlsruhe zu sprechen. Zwei große ehemalige HSVer sind dann bei „Scholle“ und mir zu Gast: Frank Mackerodt, das ehemalige Aufsichtsrats-Mitglied, und ein letztes Mal vor der Sommerpause Stefan Schnoor, früher bekannt als eisenharter HSV-Stopper und heute als Sport1-Experte, der die klare Sprache liebt. Frank Mackerodt, das sei noch kurz erwähnt, immer wieder ein sehr gern gesehener Gast bei uns, wurde als Glücksbote „eingekauft“, denn er war auch vor einem Jahr unser Gast, als der HSV mit dem 1:1 in Fürth die Klasse gehalten hatte.
Mach’s noch einmal, Frank, so das Motto!!!
Das HA-TV, „Scholle“ und ich würden uns wieder sehr freuen, wenn Ihr uns per Bildschirm bei diesem Vierer-Gespräch begleiten würdet. Bis gleich also.

 

Dann noch, auch wenn es keinem helfen sollte, die Zeit vor dem Anpfiff. Ich schrieb das, was jetzt hier folgt, rund 30 Minuten vor dem Anstoß im Karlsruher Wildpark:

 

Laut Hamburger Abendblatt vom heutigen Tag glaubte die Mehrheit (vor dem Spiel) nicht mehr an die Rettung des HSV. In meiner näheren Umgebung war das ein wenig anders, denn Freunde, Bekannte und auch Familie waren durchaus noch optimistisch – und hofften zumindest auf ein höheres Unentschieden. Ich sprach aber am Vormittag auch mit einem langjährigen Bundesliga-Schiedsrichter, der mir wenig Hoffnung machte – weil er das Hinspiel aufmerksam beobachtet hatte und zu dem Schluss kam: „Das reicht nicht für die Erste Liga.“
Egal aber wie, ob nun Sieg oder Unentschieden, es ging ja nicht um Schönheit, sondern nur ums Drinbleiben. Und dafür war die Anteilnahme in diesen Tagen (seit dem 1:1 im Hinspiel) riesig. Unglaubliche viele Anrufe, Mails und SMS erhielt ich, die Glück wünschten, die noch an den HSV glaubten. Vielen Dank dafür – das ist einmalig! Aus der Ferne drückte der ehemalige HSV-Abwehrspieler Andrej Panadic per SMS die Daumen, und aus Budapest meldete sich Ferencvaros-Trainer und HSV-Legende Thomas Doll (Pokalsieger und Vizemeister Ungarns) und schrieb ebenfalls, wie sehr er dem HSV die Daumen drücken wird.
Vom „Dithmarscher_Jung“ kam dagegen heute eine traurige Mail, denn er schrieb an „Matz ab“: „Meine Frau ist gerade ausgerutscht, Oberschenkelhalsbruch. Ich hoffe doch sehr, dass dieses kein schlechtes Zeichen für heute Abend ist.“
Ich habe mich für Hals- und Beinbruch entschieden, das wünscht man doch vor einem wichtigen Ereignis – also bedeutet das etwas Gutes. Auf jeden Fall wünschen wir Deiner Frau schnelle und gute Besserung!

Ein ehemaliger St.-Pauli-Kapitän schrieb mir seine etwas außergewöhnliche Unterstützung eine halbe Stunde vor dem Anpfiff: „Bleibe ruhig, ich sonne mich noch 30 Minuten, und dann bin ich 90 Minuten ein Roter – und HSV gewinnt!“ Auf dem Weg zum Public Viewing in der Arena meldeten sich „el presidente“ Benno Hafas und „Lars49“ und drückten alle in freudiger Erwartung – und in der Hoffnung, dass es auch helfen würde. Aus Berlin meldete sich unsere „Hope/Eva“ und wünschte allen viel, viel Glück und natürlich den Klassenverbleib, und aus Prag hatte ja schon gestern David Jarolim gesagt, dass er für den HSV beten wird. Das musste doch etwas werden mit dem Dino. Ich hoffe es jetzt, um 18.30 Uhr (also eine halbe Stunde vor Anpfiff), ganz einfach mal, dass das alles, auch die vielen Wünsche die jetzt nicht namentlich genannt werden konnten – hilft.
Ihr werdet es schon wissen – ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht . . .

 

21.43 Uhr

Jarolim betet für den HSV: “Wir packen das!”

31. Mai 2015

Mit 19 Spielern reiste der HSV heute Abend nach Karlsruhe. Für den Fall, dass doch noch einer ausfällt, nachdem zuletzt Petr Jiracek (Knie), Ivica Olic (Rücken). Pierre Michel Lasogga (irgendwie alles ein bisschen) und Ivo Ilicevic (Adduktoren) angeschlagen waren und heute im Abschlusstraining mitwirken konnten. Daumen hoch hieß es anschließend bei Ilicevic, der zwar vorzeitig in die Kabine ging – allerdings aus reiner Vorsicht. Ebenso bei Olic, der zunächst als 50:50-Kandidat galt, jetzt aber grünes Licht gab. „Das ist super. Ivi ist mit seiner Art immer einer, der entscheiden kann“, freut sich auch Ivica-Freund und Ex-HSVer David Jarolim aus der Ferne, ehe er entscheidend einschränkt: „Wenn er fit ist.“

Denn das war der Kroate zuletzt nicht. Gegen Karlsruhe im Hinspiel sah man ihm an, dass ihn die Rückenbeschwerden in der Beweglichkeit einschränkten. „Aber selbst wenn er nicht von Beginn an spielt, ist er einer, der bei einer Führung zum Beispiel als einzige Spitze die Abwehr des Gegners so beschäftigt, dass das wiederum die eigene Defensive entlastet. Kein Gegner kann ruhig das eigene Spiel aufbauen, wenn gegenüber so ein Ivi rumläuft.“ Telefoniert habe Jarolim mit seinem Kumpel extra nicht. „Ich habe mit Drobny gesprochen – aber auch nur vor dem ersten Relegationsspiel. Danach sollen sich alle voll auf die Relegationsspiele konzentrieren.“

 

Ob er das Hinspiel gesehen hat? „Ja, aber nur am TV, da ich mich parallel noch auf meine Aufnahmeprüfung zum Fußballlehrer vorbereiten muss. Ich hatte aber meinen Vater und meinen Bruder vor Ort – und wir haben seeeehr viel telefoniert.“ Weil sie so erschrocken waren? „So ungefähr. Mein Vater hatte den HSV länger nicht gesehen und war erstaunt über die vorsichtige Spielweise“, so Jarolim junior. Wie er selbst das Spiel gesehen hat? „Das Ergebnis ist völlig okay – weil es besser als das Spiel war. Und es bedeutet, dass du auswärts einen Treffer erzielen musst. Genau das hättest Du aber auch machen müssen, wenn Du im Hinspiel 0:0 gespielt hättest.“

 

Und obwohl Jarolim anzumerken ist, dass er enttäuscht war vom Hinspiel, kommt in dem Mittelfeldspieler sofort der HSV-Kapitän durch, der er einst mal war. „Relegation ist mächtig Druck, da geht fast alles über die mentale Stärke. Und ich bin mir sicher: Karlsruhe wird im Rückspiel mehr machen als in Hamburg. Sie werden uns mehr Räume bieten, weil sie zu Hause spielen und ihre große Chance wittern. Und wenn wir es schaffen, die Mischung aus defensiver Stabilität und schnellem Umschalten hinzubekommen – dann packen wir es.“ Wir wohlgemerkt. Wie der HSV aber mit dem vorhandenen Personal schnell umschalten soll, weiß auch Jarolim nicht wirklich. Stattdessen konstruiert er sich selbst ein wenig Hoffnung: „Mit Diekmeier kommt ein schneller Mann wieder rein, der nach vorn Dampf machen kann. Zusammen mit Ivo Ilicevic, den ich im Hinspiel übrigens echt gut fand.“

 

Am Montagmorgen wird Jarolim in ein Kloster gehen und für den HSV beten. Und das, obgleich er gar nicht besonders gläubig ist. Aber wenn er schon nicht selbst als Glücksbringer vor Ort sein könne – dann wolle er zumindest im Geiste dabei sein. „Ich mache alles für dieses eine Spiel. Es ist ein richtiges Finale. Ein Spiel, in dem wirklich alles scheißegal ist – außer der Sieg.“ Auch die Aufstellung?

David Jarolim Fussball Abschiedsspiel David Jarolim, HSV All-Stars - Jarolim Dream-Team

David Jarolim
setzt auf seinen HSV: “E wird schwer – aber wir schaffen es!”

Heute im Training agierte die A-Elf mit Diaz und van der Vaart zentral-defensiv, während davor Ilicevic, Holtby und Stieber agierten. „Warum eigentlich Jiracek oder van der Vaart? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass van der Vaart neben Jiracek eine sehr gute Alternative wäre“, so Jarolim, der seinen Landsmann betreffend hinzufügt: „Petr muss natürlich fit sein – aber dann ist er eine echte Variante. Petr hat in seiner Karriere schon genug schwere Spiele gespielt und kennt den Druck. Und er hat Biss. Petr will immer, der kann einfach nicht verlieren. Und diese Mentalität muss morgen von der ersten Sekunde an zu sehen sein. Und das vor allem auch bis zur letzten Sekunde. Wir müssen morgen ackern, was der Körper hergibt. Danach ist genug Zeit für alle, um auszuruhen.“ Außer für die Nationalspieler, die zu ihren Teams fliegen müssen – sage ich und bekomme sofort die Quittung: „Aber auch das darf nichts zählen. Gar nichts!“, raunzt mich Jarolim an. Wobei – inhaltlich hat er Recht. Daher belasse ich es dabei. Zu einem Ergebnis-Tipp wollte sich Jaro dann auch nicht hinreißen lassen. Außer, dass der HSV die Klasse hält. „Scheiß drauf wie – aber das klappt!“

 

Na dann, ich vertrete ja auch die Meinung, dass der HSV es erneut knapp schafft, und dass erneut am Ende niemand weiß, warum er es geschafft hat. Alles andere macht auch keinen Spaß…

 

Apropos, den Spaß hatte die Mannschaft heute im Training – aber sie wich schnell der Anspannung. Labbadia versammelte die Mannschaft um sich herum und hielt eine längere Ansprache. Zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Trainings wurde viel gesprochen. Und wer sich die Bilder ansieht, wie die 19 Mann (Adler, Brunst, Beister, Cleber, Diaz, Diekmeier, Djourou, Gouaida, Holtby, Ilicevic, Jiracek, Lasogga, Marcos, Müller, Olic, Ostrzolek, Rajkovic, Stieber, van der Vaart) am Flughafen eincheckt, der kann erkennen, dass die Spieler die Bedeutung des Rückspiels schon spüren. „Egal wie lange man dabei ist“, so Jarolim, „in so einem Spiel produziert dein Körper Adrenalin ohne Ende. Da merkst du den einen oder anderen Schmerz nicht – da kannst du laufen ohne Ende. Oder aber du kommst nicht ins Spiel und verkrampfst immer mehr. Und ich kann mir vorstellen, dass der KSC das erste Mal den Druck spürt, so nah dran zu sein und doch noch alles verspielen zu können. Sie waren so kurz vor dem 2:0 im Hinspiel, hätten gewinnen können und es damit schon fast entschieden. Und dennoch haben sie es nicht geschafft. Sie haben sogar noch das 1:1 kassiert. Wie schon in der Saison, wo man auch direkt hätte hochgehen können. Insofern haben wir vielleicht sogar einen kleinen Vorteil mit den erfahrenen Spielern im Team. Aber dieser Vorteil zahlt sich nur aus, wenn wir ihn uns mit 110, nein: mit 150 Prozent Einsatz erarbeiten und von Beginn an allen klarmachen, dass da eine andere Mannschaft als im Hinspiel auf dem Platz steht.“ Zumindest personell wird es auf jeden Fall so kommen müssen nach den Sperren für Westermann und Kacar, die zwar mitgeflogen sind – aber fast noch mehr leiden als die einsetzbaren Spieler. Kacar zu meinen Kollegen der Mopo: „Ich weiß gar nicht, wie ich das überleben soll.“

Dabei ist die Antwort genauso simpel wie schwer umzusetzen: Mit einem Sieg oder einem Sieg oder einem höheren Remis als 1:1.

 

In diesem Sinne, bis morgen. ich muss zugeben, dass sich meine Müdigkeit in eine gewisse Anspannung gewandelt hat. Aber das war in der letzten Saison auch so. Damals hatte ich allerdings ein deutlich schlechteres Gefühl als heute. Das habe ich auch Jaro gesagt und den zweiten Raunzer abgekommen: „Gefühle sind schön“, Jarolim, „aber nur zu Hause. Okay, cool kann eigentlich keiner bleiben. Nicht mal ich aus der Entfernung. Ich habe schon im Hinspiel gezittert, wie als Spieler nie. Als Spieler konnte ich die Anspannung meistens sehr gut in positive Energie umwandeln. Und glaub mir, das geht unseren Jungs morgen nicht anders. Morgen ist der größere Wille allein entscheidend. Und ich weiß, dass Bruno Labbadia allen Spielern genau das mehr als deutlich machen wird.“ Jarolims Erfolgsformel: „Ich glaube, dass wir körperlich auch im Hinspiel am Ende etwas mehr zuzulegen hatten. Wenn wir das diesmal gleich von Beginn an zeigen, Labbadia die richtigen Worte findet und mein Gebet greift – dann klappt das!“

 

Na dann, mir ist es mehr als recht. Mir ist tatsächlich alles recht, was legal ist und zum Klassenerhalt reicht. In diesem Sinne. Bis morgen!

 

(Ein deutlich angespannter) Scholle

 

P.S.: Für das morgige Matz ab live nach dem Spiel haben wir uns einen Gast eingeladen, der schon mal an entscheidender Stelle als Glücksbringer fungierte. Insofern haben auch wir unsere Hausaufgaben erledigt…

P.P.S.: Die “Chosen few” haben sich heute offiziell als Gruppierung aufgelöst. Einen Tag vor dem wichtigen Relegationsspiel. Und so sehr ich ihr Engagement auch loben könnte – der Zeitpunkt der Bekanntmachung hätte dümmer nicht gewählt werden können. Schade – im doppelten Sinne…

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