Archiv für das Tag 'Rahn'

3:1! Ilicevic ebnete mit Traumtor den Weg

28. November 2015

Der HSV weiter im Aufwind. Beim ewigen Nordrivalen Werder Bremen gab es im 103. Nordderby einen verdienten 3:1-Erfolg, der nur kurz einmal, nach dem 1:2, in Gefahr geriet. Selten einmal hat der HSV an der Weser so souverän aufgetrumpft, es geht weiterhin bergauf, zurzeit stehen die Rothosen schon auf Platz sechs. Welch eine sensationelle Platzierung! Und jetzt geht es am nächsten Sonnabend gegen Mainz 05 – auch da müsste doch noch etwas möglich sein. Im Moment spielt der HSV einfach nur großartig, es greift ein Rädchen ins andere, jeder ist für den Nebenmann da, und selbst personelle Ausfälle sind inzwischen zu verkraften – es passt in diesem Herbst und diesem Winter offenbar schon sehr viel. Bruno Labbadia sei Dank. Er hat alles im Griff, findet bei seinen Leuten nicht nur Gehör, sondern auch den passenden Ton.
Weiter so!
Und: Nur der HSV!

 

„Scholles“ Aufstellung war richtig. Das nur am Rande. Wichtiger aber war, dass der HSV sofort da war. Da gab es kein langes Abtasten, es ging zur Sache – weil ja auch die Bremer so erwartet worden waren. So entwickelte sich ein aggressives Spiel, in dem der HSV aber fast alles sicher in der Hand hatte und kontrollierte. Was besonders schön ist – mittlerweile: Der HSV spielt mit hohem Tempo, und zwar in allen Mannschaftsteilen. Da ist der Vorwärtsgang eingelegt worden (von Bruno Labbadia), vom ewigen Quer- und Zurück-Gespiele ist kaum noch etwas zu sehen. Es hat sich eben schon viele entwickelt und in die richtige Richtung bewegt.

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Dies und das zum Nordderby

31. Oktober 2015

Wenn „nicht-öffentliches“ Training, dann nicht immer „nicht-öffentliches“ Training. Ein bisschen darf man gelegentlich ja doch von der einen oder anderen Seite „luschern“. Diesmal aber war Pustekuchen. Es wurde um 17.30 Uhr im Volksparkstadion trainiert, und alle Eingänge waren geschlossen und verrammelt, jedes Fenster nach außen verhängt. Diesmal war tatsächlich „nicht-öffentliches“ Training. Und so bleibt uns nur, auf morgen zu warten – und uns überraschen zu lassen. Was Trainer Bruno Labbadia da aus dem Hut zaubern wird. Wobei die Aufstellung, wenn nichts Gravierendes mehr passiert, ja eigentlich auf der Hand liegt:
Adler; Diekmeier, Djourou, Spahic, Ostrzolek; Diaz, Holtby; Müller, Gregoritsch, Ilicevic; Lasogga.

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… und am Ende trifft der HSV! +++NEWS: Ekdal verletzt+++

24. Oktober 2015

Jubeltraube in Hoffenheim - irgendwo da drin steckt Sieg-Torschütze Lasogga

Jubeltraube in Hoffenheim – irgendwo da drin steckt Sieg-Torschütze Lasogga

Der HSV kommt langsam aus den Puschen, weil sich die Mannschaft unter Bruno Labbadia zu einem Experten für späte Entscheidungen gemacht hat. Schon zum dritten Mal in dieser Saison gelang der siegbringende Treffer ganz am Ende – das war zuvor schon gegen Stuttgart (3:2 durch Djourou in der 89. Minute) und in Ingolstadt (1:0 durch Gregoritsch in der 87. Minute) der Fall. Auch in der vorigen Saison hat’s am Ende gerappelt. 2:1 in Mainz (31. Spieltag) durch Kacar in der 87., 1:1 gegen Freiburg (32. Spieltag) durch Kacar in der 90., 1:1 durch Diaz im Relegations-Rückspiel in Karlsruhe in der 91. Minute. Nun war es also die 88. Minute, als Pierre Michel Lasogga den Schipplock-Pass zum entscheidenden Tor nutzte. „Das ist der Glaube, den wir in der vergangenen Saison bekommen haben, dass wir nie aufgeben. Das ist bei uns drin und auch bei den Gegnern, die wissen, dass wir nicht klein beigeben. Das ist schon mal ganz gut“, sagt Bruno Labbadia. Und: Endlich wieder ein Tor geschossen, nach genau 361 Minuten.

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Traumberuf HSV-Nachwuchstrainer

11. Oktober 2015

Liga-Pokalsieger HSV 2003 mit Schalenhalter Mahdavikia, Reinhardt über ihm, sowie Rahn als zweiten von rechts

Liga-Pokalsieger HSV 2003 mit Schalenhalter Mahdavikia, Reinhardt über ihm, sowie Rahn als zweiten von rechts

Ob man bereits von einer entsprechenden Philosophie im Nachwuchsbereich des HSV sprechen kann, sei einmal dahin gestellt. Dennoch ist es auffällig, dass Sportdirektor Bernhard Peters gerade in dieser Saison in seiner Jugend-Abteilung vermehrt auf ehemalige HSV-Profis setzt. Rodolfo Cardoso, gerade als U-16-Trainer beurlaubt, und Soner Uysal, nach dem Weggang von Joe Zinnbauer Richtung St. Gallen zum U-23-Cheftrainer befördert, waren oder sind schon lange beim HSV beschäftigt. Doch mit Christian Rahn, Mehdi Mahdavikia und Bastian Reinhardt tummeln sich drei weitere ehemalige Spieler in Peters’ Bereich. „Ich bin dem HSV sehr dankbar für diese Chance“, sagt Christian Rahn (36), fünffacher deutscher Nationalspieler. „Ich liebe diesen Verein, ich liebe diese Stadt“, setzt Mehdi Mahdavikia (38), WM-Teilnehmer 1998 und 2006, nach. Und Bastian Reinhardt (39), der beim HSV schon Profi, Sportchef und Nachwuchsleiter war, sagt zu seiner Rolle: „Vielleicht sieht es so aus, als hätte ich zwei Schritte zurück gemacht. Aber ich habe hier als Trainer ungeheuer viel Freude und Spaß.“ Auf diese drei trifft es offenbar zu: sie haben ihren Traumberuf im HSV-Nachwuchsbereich gefunden.

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Hunt rückt wieder ins Zentrum – Müller ersetzt Gregoritsch

1. Oktober 2015

Aaron Hunt darf in Berlin wieder ins Mittelfeldzentrum zurück - und das ist auch gut so

Aaron Hunt darf in Berlin wieder ins Zentrum zurück – und das ist auch gut so

Irgendetwas fehlt immer. So hatte ich den gestrigen Blog begonnen. Und so kann man auch den heutigen beginnen. Eigentlich kann man diesen Eingangssatz immer nutzen, wenn man sich die Situation des HSV-Nachwuchses ansieht. Selbst in der vergangenen Saison, die man mit neun Siegen aus neun Spielen begann. Die Dritte Liga wurde als Ziel ausgerufen. Denn damals fehlte oben im Bundesligabereich etwas, was von unten nachgebessert werden musste. Logische Konsequenz: Plötzlich fehlte unten wieder Qualität. Aufstieg in die Dritte Liga? Mitnichten. Inzwischen ist man 17. der Regionalliga und der oberste Chef der Nachwuchsabteilung macht sich ernsthaft Sorgen. Wobei, das muss er auch. Denn obgleich ich mich mit meinen Niendorfern über den Bundesliganachwuchs des HSV als attraktiven Gegner in der Oberliga freuen würde – ein Abstieg wäre der GAU für den Nachwuchs des HSV.
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. . . der muss zum Dino nach Hamburg!

10. Juni 2015

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Erste DFB-Pokalrunde:
FC Carl-Zeiss Jena gegen den HSV
Barmbek-Uhlenhorst empfängt den Erstliga-Absteiger SC Freiburg
Bernd Hollerbachs Würzburger Kicker treffen auf Werder Bremen
und, so viel Zeit muss sein: St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach
gespielt wird am 7. oder 8. August

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Herzlich willkommen, lieber Mats!

10. September 2014

Mats ab! Aus ganz besonderem Grund heute etwas früher. Mats ab!

Jawoll, Mats ab! Mit „s“. Unser „Scholle“ ist heute zum dritten Mal Papa geworden, dazu ihm und der Mutter Sandra alles, alles Gute. Und dem neuen Erdenbürger „Mats Niklas“ möchte ich zurufen: „Viel Erfolg und viel Spaß auf dieser Welt, hau rein, mein Junge, werde ein Super-Fußballer und setze Dich durch in oder auf dieser doch manchmal auch ungemütlichen und ungerechten Kugel. Und werde natürlich HSV-Fan, wie Dein Papa.“ Der teilte übrigens mit, dass es Mutter und Knabe gut gehe – Mats kam heute um 11.33 Uhr zur Welt, fast eine Punktlandung, denn der 9. September war der Stichtag, der Neu-HSVer wog bei seiner Ankunft 3760 Gramm, verteilt auf 53 Zentimeter.
Also, der jungen Familien noch einmal einen ganz besonders herzlichen Glückwunsch, und die „Matz-ab“-Gemeinde sollte heute mal zu einer etwas anderen Feier aufgelegt sein – Prost!

 

Zum Fußball-Alltag:

Das ist leider ein wenig untergegangen, was ich sehr, sehr schade finde: Bei der Feier und der Erweiterung des HSV „Walk of fame“, 2005 erfunden und seitdem organisiert und finanziert vom rührigen Unternehmer Andreas Maske, hielt der Kapitän der HSV-Meistermannschaft von 1960, Jochen Meinke, eine brillante Rede für den posthum geehrten Erwin Seeler. Das Besondere an dieser Rede: Meinke, im HA-Video versehentlich als „Meine“ vorgestellt (sorry!), sprach „freihändig“. Das heißt, ohne jede Unterstützung durch ein Manuskript oder einem Zettel. Frisch, frei und fromm von der Leber weg, der 83-jährige ist immer noch in Weltklasse-Form. Unglaublich, und er erntete für diesen Auftritt nicht nur viel Beifall, sondern Schulterklopfer und von allen Seiten höchstes Lob. Was Jochen Meinke – bescheiden wie er ist – immer weit wegschob von sich: „Ich habe nur das erzählt, was ich mit Erwin Seeler und der gesamten Familie erlebt habe, ich wohnte doch um die Ecke. Und wenn ich ehrlich bin, dann wollte ich noch so viel mehr erzählen, aber ich habe das denn doch weggelassen.“

 


Wie gesagt, sehr schade. Denn für mich, und sicher nicht nur für mich, war dieser Meinke-Auftritt aber ein besonderes Erlebnis und wird es immer bleiben. Weil er einzigartig ist.

 

Die Stimmung ist und soll auch nach Auskunft der Promis in diesem Jahr wieder super gewesen sein. Der frühere Aufsichtsrats-Chef Udo Bandow lobte: „So harmonisch und stimmungsvoll war es lange nicht mehr, das war eine der schönsten HSV-Versammlungen der vergangenen Jahre.“
Von den „alten Herren“ waren Willi Schulz, Horst Schnoor (mit Ehefrau Gerda), Erwin Piechowiak (mit Ehefrau Mienchen), Klaus Neisner, Harry Bähre, Vereins-Manager Bernd Wehmeyer, Aufsichtsratsmitglied Peter Nogly und der heutige Marketing-Mitarbeiter Sven Neuhaus gekommen, ferner die HSV-Größen Carl-Edgar Jarchow, Oliver Scheel, Dieter Horchler und viele, viele mehr. Zudem natürlich Uwe Seeler (mit Ehefrau Ilka und den Töchtern mit Schwiegersöhnen!), der die Ehrung für seinen Papa „old Erwin“ entgegennahm, und Laudator Rudi Kargus, der seinen Vorgänger und Freund Arkoc Özcan ehrte. Holger Hieronymus ist nun ebenfalls neu verewigt, und auch Bernd Hollerbach, der leider absagen musste, da er daheim in Würzburg an einer schweren Magen-und-Darm-Grippe leidet. Gefehlt hat, neben anderen, diesmal Dr. Peter Krohn. Das Wetter war wohl zu schlecht, denn vorher hatte es lange kräftig geschüttet . . .
Für alle HSVer, die anwesend waren, das muss erwähnt werden, gab es erfreulicherweise keine Diskussion darüber, ob sich hier nun die HSV-AG oder der HSV e.V. getroffen hat – es ging einzig und allein um den HSV. Wie schön. Am Rande sei noch bemerkt, dass sogar zwei Bremer bei der Zeremonie dabei waren: Max Lorenz, seit Jahrzehnten ein ganz, ganz dicker Freund von Uwe Seeler, und der frühere Verteidiger Dieter Zembski, der von der Feier wusste und zufällig (Arbeit) in der Nähe war.

 

Erfreulich an diesem Tag:

Eine Trainer-Diskussion gab es am Rande der Veranstaltung nicht. Die meisten vertraten diese Auffassung: „Wie oft hat der HSV in den letzten Jahren schon den Trainer gewechselt? Das ist doch schon nicht mehr zu zählen. Gebracht hat es nie etwas – nie. Das sollten sich einmal alle überlegen. Es hat dem HSV nur immer viel Geld gekostet. Jetzt sollten die Spieler mal etwas dafür leisten, dass es dem HSV wieder besser geht. Und da ist dann auch der Club gefordert, der sollte endlich mal etwas weniger hohe Gehälter zahlen, dafür ordentliche Prämien, wenn tatsächlich etwas erreicht worden ist. Und zudem sollte nun endlich damit angefangen werden, auf den Nachwuchs zu setzen – die U23 hat ja einen erstaunlichen Weg eingeschlagen.“ Das war so oder so ähnlich an allen Ecken und an den meisten Tischen zu hören.

 

Natürlich waren auch die Kollegen aus der Medienbranche zugegen. Es wurden viele, viele Interviews geführt – das hat Tradition. Am Abend sah und hörte ich dann:
„Der Trainer braucht keine Leute die ihm sagen, wen er aufstellen soll . . .“ Das sagte Holger Hieronymus beim TV-Sender „Hamburg1“. Das war offenbar eine Antwort darauf, dass zuvor in einer Hamburger Zeitung zu lesen gewesen war, dass es aus dem Aufsichtsrat Tipps für Mirko Slomka gegeben hatte, dass nun die „Neuen“ gegen Hannover spielen sollten und müssten. Aber wie bereits geschrieben, es wurde dann keine Trainer-Diskussion vom Zaume gebrochen . . .

 

Zum Sportlichen, und da gibt es aus meiner Sicht recht Erfreuliches zu berichten.
Während die Mannschaft heute frei bekommen hat (nicht weil „Scholle“ Papa geworden ist!), trainierten einige zuletzt angeschlagene Spieler, um doch noch rechtzeitig für das Hannover-Spiel am Sonntag fit zu werden. Rafael van der Vaart ging mit Reha-Trainer Markus Günther zu einer Sonderschicht auf den Platz, Ivo Ilicevic arbeitete im Kraftraum. Auch Slobodan Rajkovic (nach Kreuzbandriss) und Gojko Kacar (nach Außenbandanriss im Knie) schufteten weiter für ein Comeback, Neuzugang Nikolai Müller sowie der erkältete Marcell Jansen fanden sich zur Pflege ein. Dafür, dass das ein freier Tag war, war doch relativ viel im Volkspark los – was mir ausnahmslos gut, nein sehr gut gefällt.

 

Dann las ich heute im Hamburger Abendblatt:
„Dennis Diekmeier lebt seinen Traum“. Und in den verschiedenen Video-Texten eine Aussage von Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw, der über die schlechte Defensive seiner Mannschaft befand: „Wir können uns leider noch keinen Philipp Lahm aus dem Hut zaubern. Die jungen Verteidiger sind sicher talentiert, aber sie brauchen noch ein wenig Zeit, um sich zu verbessern, das wird wohl dauern bis zur nächsten WM. . . .“ Aber dann. Oder: und dann?

 

Das wäre doch genug Ansporn für Dennis Diekmeier. Von dem nach dem Paderborn-Spiel ein großer HSVer mir gegenüber gesagt hat: „Diekmeier war der einzige Hamburger, der auf mich einen absolut fitten Eindruck gemacht hat. Der beackert die rechte Seite fast allein, rast 80 Meter rauf und 80 Meter runter, und das immer wieder. Der scheint mir wirklich voll im Saft zu stehen, vielleicht so wie gut noch nie . . .“

 

Kann schon sein. Aber zu einem Nationalspieler gehört dann doch ein wenig mehr. Unter anderem auch, dass man eine gewisse Defensivstärke besitzt, dass man zweikampfstark ist, dass man weiß, wie man sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat, dazu gehört ferner auch eine gewisse Kopfballstärke. All das ist zu erlernen. Wir hatten beim HSV einst einen talentierten Spieler wie Christian Rahn. Der wurde sogar Nationalspieler (unter Rudi Völler). Aber „Rahner“ hatte ähnliche Schwächen wie Diekmeier nun. Ich empfahl Rahn damals, sich privat einen Trainer zu nehmen, damit er sich verbessert, aber es geschah nichts. Und der HSV-Profi hatte schnell seine Nationalmannschafts-Karriere beendet – und dann auch seine Erstliga-Karriere. Schade drum. Rahn war talentiert, hatte einen sensationellen linken Fuß, konnte gut flanken und super schießen. Nur nach hinten war er verbesserungsfähig, doch weder er noch irgendeiner beim HSV haben daran gearbeitet. Ich sage und behaupte noch heute: „Eine verschenkte Profi-Karriere.“

Heute würde ich auch Dennis Diekmeier einen Privat-Trainer empfehlen, wenn der HSV-Abwehrspieler noch etwas werden will. Und die Chance, dass er noch etwas werden könnte, ist ja so groß wie nie. Nur wird beim HSV wurde daran so gut wie nie gearbeitet, und ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass daran noch einmal explizit gearbeitet wird. Vormittags Training mit der Mannschaft, nachmittags mit einem Trainer (und vielleicht sogar einem „Gegenspieler“, der die Zweikämpfe führt!) auf den Acker. Des wäre ein Anfang. Diekmeier würde sich defensiv bestimmt verbessern, wenn sein Auge, sein Kopfball- und sein Stellungsspiel geschult werden würde.

 

Aber da Individual-Training in der Bundesliga und für die Trainer kaum ein Thema ist, sollte er nun selbst handeln – wenn er noch die ganz große Karriere starten will. Ich kann nur daran erinnern, dass zwei mir bekannte Profis einst „eigenhändig“ Privat-Trainer engagiert – und davon absolut profitiert haben. Dennis Diekmeier wird im Oktober 25 Jahre alt, noch würden ihm alle Türen offen stehen, aber er sollte jetzt wissen, dass er ziemlich bald damit anfangen müsste, etwas für sich zu tun. Andere werden es nicht für ihn erledigen. Die sind alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, so ist das im heutigen Profi-Geschäft.

 

So, bevor ich zum Ende komme, schnell noch einmal der Hinweis in eigener Sache:

Jeden Montag kann man sich künftig ab 4 Uhr morgens über ikiosk.de oder über die ikiosk App das Sonderheft „HSV KOMPAKT“ herunterladen. Die Ausgabe mit jeweils zwölf Seiten startet jeweils mit den Berichten zum aktuellen Bundesliga-Spiel. Dann folgen die Artikel, die wir unter der Woche über den HSV veröffentlicht haben.

Für treue Leser unseres HSV-Blogs „Matz ab“ gibt es noch einen besonderen Service. In gekürzter Form erscheinen auf einer Doppelseite die Kolumnen unserer Experten Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow. Jede „HSV KOMPAKT“-Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, wo wir Triumphe und Dramen der langen HSV-Geschichte Revue passieren lassen.

„HSV KOMPAKT“ kostet nur 0,89 Cent pro Ausgabe im Einzelverkauf über ikiosk.de oder die ikiosk App (gibt es für iPhone, iPad (iOS) und für Geräte mit Googles Android). Natürlich kann man sich die zwölf Seiten einfach ausdrucken. Während der Winter- und der Sommerpause der Bundesliga erscheint „HSV KOMPAKT“ nicht.

 

PS: Morgen, am Donnerstag, wird beim HSV wieder im Volkspark trainiert, und zwar um 10 Uhr.

 

17.05 Uhr

Ein legendärer Tag mit den Legenden

7. September 2014

Für Abendblatt-Blogs


„Die Hamburger haben dieses Spiel, das hat uns alle überrascht, sehr verbissen gesehen, zu verbissen gesehen, die sind schon enorm zur Sache gegangen.“ Eine Einschätzung, die man sich als Hanseat einmal ganz genüsslich auf der Zunge zergehen lassen kann. Gesagt hat es heute Michael Ballack, und er sprach natürlich nicht über den HSV, sondern über das „Spiel der Legenden“ vor einem Jahr. Von der Verbissenheit von damals ist alles geblieben, davon konnten sich 25 183 zahlende Zuschauer live überzeugen, und Hundertausende bei der TV-Übertragung von „Sport 1“, denn das Match Deutschland gegen Hamburg stand zur Pause noch 0:0. Dabei hatten sich alle prominenten Kicker vor dem Anpfiff noch ein torreiches Spiel gewünscht. Waren die Trainer der Mannschaften, Jupp Heynckes (für Deutschland) und Helmut Schulte zu genau – und zu gut in ihren Anweisungen? Oder waren die Abwehrspieler zu stark? Es lag wohl eher an den überragenden Torhütern, Für Hamburg hielt Richard Golz überragend, und für Deutschland riskierte Claus Reitmaier mehr als einmal wieder Kopf und Kragen. Schuld an dieser Tor-Armut hatten, ganz klar, die Keeper. Die waren vor ausverkauftem Haus am Millerntor super. Gewonnen hat letztlich die zehnte Auflage des Tages der Legenden das Team Deutschland, das einen 5:3-Sieg schaffte und damit die Bilanz etwas verbessern konnte – Hamburg führt nur noch mit 6:3 Erfolgen. Gewonnen hat auch der von ARD-Moderator Reinhold Beckmann gegründete Verein „Nestwerk e.V.“, denn durch dieses Fußballfest kam in etwa eine Viertelmillion Euro zusammen, die den benachteiligten und sozial ausgegrenzten Hamburger Jugendlichen zugute kommen wird. Es war ein wunderbarer Tag am Millerntor – und es folgt, darauf haben sich alle Beteiligten schon riesig gefreut, noch eine sensationelle Nacht auf dem Kiez und im Schmidts Tivoli.






 

Zum Spiel: Nach dem Seitenwechsel war es zunächst Ballack persönlich, der das erste Tor des Tages erzielte, ein strammer 20-Meter-Flachschuss, unhaltbar für Mathias Hain, der nun im Tor stand (48.). Und dann auch noch gleich das 2:0 hinterher – St. Paulis früherer Spieler Matthias Scherz überlistete Hain mit einem Eigentor (50.). Damit waren die Weichen für einen Sieg? Nein, Hamburg wehrte sich. Und die St.-Pauli-Männer trafen. Martin Driller, Ivan Klasnic und Thomas Meggle drehten mit ihren Toren das Spiel – aber das war nicht das Ende. Carsten Jancker traf zum 3:3, Maurizio Gaudino zum 4:3 für Deutschland, und den Endstand zum 5:3 markierte Arne Friedrich. Zu erwähnen sei noch ein Fast-Kopfballtor von Thomas Doll beim Stande von 3:3, der Trainer von Ferencvaros Budapest scheiterte an Torwart Andreas Reinke und dem Torpfosten.

 

Am Rande machten es sich die Ganz-Alt-Internationalen bei Kaffee und Kuchen gemütlich: Horst Eckel, der Weltmeister von 1954, dazu Uwe Seeler, Bernd Wehmeyer und Max Lorenz. Sowie der Schirmherr der Veranstaltung, Franz Beckenbauer, der vor 50 Jahren am Millerntor sein Debüt in der Profi-Mannschaft des FC Bayern feierte. Wenn ich es richtig erinnere, dann damals als Linksaußen! Beckenbauer: „Eine schöne Erinnerung, wir haben damals 4:0 gewonnen und ich habe dabei mein erstes Pflichtspieltor für die Bayern geschossen. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, was ich in meiner Zeit als Profi und auch danach durch diesen wunderbaren Sport alles erleben würde – ich hätte es nie für möglich gehalten.“ Legende, Lichtgestalt und Kaiser eben. Dass er am Millerntor diesmal auf Schritt und Tritt von zwei Bodyguards bewacht wurde, ist die Kehrseite der Medaille. Anders geht es wohl heutzutage nicht. Schade, schade.

 

Franz Beckenbauer war ja auch einst HSV-Spieler, ich habe ihn damals sogar schon interviewen dürfen, einen Termin besorgte mir damals HSV-Busfahrer Willi Meyer, indem er mich an die Hand nahm und zu Beckenbauer schleifte. Hat aber großartig geklappt. Die weiteren HSV-Spieler, die an diesem Tag im Einsatz waren: Nico Hoogma, Manfred Kaltz, Christian Rahn, Bastian Reinhardt, Stefan Schnoor, Stefan Studer (in der Jugend beim HSV), Otto Addo, Stefan Beinlich, Thomas Doll, Sergej Barbarez, Roy Präger, Thomas von Heesen (alle für Hamburg) sowie Markus Babbel, Patrick Owomoyela und Oliver Kreuzer (Sportchef) und Claus Reitmaier (Torwarttrainer).

 

Natürlich gab es mit einigen von ihnen ein freudiges Wiedersehen. Das begann schon bei Sergej Barbarez. Mit ihm sprach ich – natürlich – über seinen HSV und die derzeitig angespannte Lage. Und Barbarez sprach – wie man es von ihm gewohnt ist – Klartext: „Dieser Fehlstart des HSV überrascht mich nicht, denn der Heilsbringer sitzt oben auf der Tribüne, und unten auf dem Rasen spielen die alten Leute. Und die haben es lange genug bewiesen, dass sie es nicht können, ihnen fehlt die Qualität.“ Klingt hart, aber es trifft genau. Und mit Heilsbringer war natürlich Dietmar Beiersdorfer gemeint.

 

In der Zeit, in der ich nun geschrieben habe, hat mein Kollege Axel Leonhard (der große Regisseur – von Matz ab live) die Gespräche, die ich heute am Millerntor führte, schon im HA-Internet veröffentlich. Ich stelle diese Geschichte nun auch hier hinein, es gab ein Wiedersehen mit Nico Hoogma, Richard Golz, Thomas Doll, Thomas von Heesen, Michael Ballack, Stefan Studer, Patrick Owomoyela, Bastian Reinhardt, Hamburg-Trainer Helmut Schulte, mit Initiator Reinhold Beckmann, it St.-Pauli-Trainer Thomas Meggle (ein langjähriger Freund), Schiedsrichter Walter Eschweiler und vielen, vielen mehr. Wenn Ihr die Zeit habt, dann schaut mal in dieses Video hinein.
Wobei ich eine kleine Einschränkung machen muss. Es sind nicht alle ehemaligen Stars zu sehen, die ich eben genannt habe, der Herr Leonhard wollte dieses Video wohl nicht zu doll überfrachten . . .

 

Dann gab es noch einen freundlichen Hinweis auf meine Geschichte von gestern – ich hatte meine HSV-Mannschaft nominiert:

Lieber Dieter.

ich bin bei der neuen Mannschaft schon etwas verwirrt. Wozu haben wir denn Nicolai Müller gekauft, der für das schnelle Umschaltspiel geholt wurde? Außerdem weiß niemand, ob Julian Green überhaupt Fußball spielen kann, nur weil er von Bayern München kommt. Also überlege Deine Mannschaft noch mal.
Mit freundlichen Grüßen, Arne P.

 

Dazu muss ich sagen, dass ich mir diese HSV-Mannschaft, die ich ohne Nicolai Müller aufgestellt habe, schon für das nächste Spiel, als das in Hannover, gewünscht habe und hätte. Müller sehe ich noch nicht so fit, dass er es bis zur Begegnung gegen 96 schaffen wird und kann. Natürlich erwarte ich Müller im HSV-Team, ich habe ihn in Erfurt gesehen, und das war schon mal sehr gut, was dort zu sehen war. Der Mann geht ab wie Schmidts Katze – oder wie eine Rakete. Das macht Spaß, ihm zuzusehen. Und er wird ganz sicher eine Bereicherung für den HSV sein, leider (wohl) noch nicht für das kommende Wochenende. Wobei wir schon wissen, ob ein Julian Green Fußball spielen kann – er kann. Und wer das wirklich noch nicht weiß, der wird sich davon schon bald, hoffentlich am nächsten Sonntag, überzeugen können.

 

Ja, und dann noch ein Hinweis in eigener Sache, denn das Hamburger Abendblatt hat schon seit einigen Tagen mal wieder etwas Neues:

Jeden Montag kann man sich künftig ab 4 Uhr morgens über ikiosk.de oder über die ikiosk App das Sonderheft „HSV KOMPAKT“ herunterladen. Die Ausgabe mit jeweils zwölf Seiten startet jeweils mit den Berichten zum aktuellen Bundesliga-Spiel. Dann folgen die Artikel, die wir unter der Woche über den HSV gemacht haben.

Für treue Leser unseres HSV-Blogs „Matz ab“ gibt es noch einen besonderen Service. In gekürzter Form erscheinen auf einer Doppelseite die Kolumnen unserer Experten Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow. Jede „HSV KOMPAKT“-Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, wo wir Triumphe und Dramen der langen HSV-Geschichte Revue passieren lassen.

„HSV KOMPAKT“ kostet nur 0,89 Cent pro Ausgabe im Einzelverkauf über ikiosk.de oder die ikiosk App (gibt es für iPhone, iPad (iOS) und für Geräte mit Googles Android). Natürlich kann man sich die zwölf Seiten einfach ausdrucken. Während der Winter- und der Sommerpause der Bundesliga erscheint „HSV KOMPAKT“ nicht.

 

PS: Morgen, am Montag, wird beim HSV wieder im Volkspark trainiert, nur die Uhrzeit stand bis jetzt noch nicht fest.

 
18.11 Uhr

Der “Unverletzbare” wird wohl fehlen

3. August 2013

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Heißt es im Fußball ja immer so schön. Das kann ich aber nicht mehr hören. Für mich ist das nur Gesülze. Natürlich gewinnt ab und an der Außenseiter gegen einen großen Favoriten, aber wenn eine Profi-Truppe konzentriert und nicht überheblich spielt, dann müsste der klassentiefere Verein schon schlagbar sein. Ich bewundere, gebe ich zu, einen Club wie den FC Augsburg, der das gewiss nicht leichte Pokal-Auswärtsspiel bei RB Leipzig nach großem Kampf dann doch locker mit 2:0 gewinnt. So muss es sein. Und wenn man so die letzten Jahren Revue passieren lässt, so gewinnen die Favoriten auch mehr und mehr ihre Spiele gegen die Mannschaften „von unten“. Weil es sich inzwischen herumgesprochen hat, dass es im Pokal ja sehr wohl auch eine „dicke Marie“ zu verdienen gibt. Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte, ist für mich eine HSV-Pokal-Partie in der Saison 2000/01. Trainer war Frank Pagelsdorf, der in Karlsruhe mit der B-Mannschaft spielen ließ – und 0:1 verlor. Dieser Stachel sitzt bei mir immer noch sehr, sehr tief, denn dieses Pokal-Aus war überflüssig und absolut leichtfertig herbeigeführt. Ich habe Geislingen und Eppingen miterlebt (als Fan), aber dieses 0:1 von Karlsruhe ärgert mich immer noch, weil damit auch viel Geld verschenkt wurde. Verschenkt.

Inzwischen aber hat kaum noch ein Verein Geld zu verschenken. Der HSV schon gar nicht. Deswegen hoffe ich, dass die Mannschaft morgen beim Gastspiel in Jena auch weiß, was da für den Verein auf dem Spiel steht. Nicht nur an Renommee, sondern auch in Sachen Finanzen. Aber ich hoffe nicht nur, ich bin auch davon überzeugt, dass der HSV beim Fünftliga-Club von Beginn an zeigen wird, wer hier Profi und wer hier der Amateur ist. Ich erwarte ein ähnliches Spiel wie es der HSV in der ersten Pokalrunde am 15. August 2010 zeigte. Damals ging es gegen den Club Torgelower SV Greif, der HSV gewann 5:1. Ruud van Nistelrooy schoss drei Tore (zudem trafen Paolo Guerrero und David Jarolim), aber zur Pause hieß es immerhin nur 1:1. Da durfte noch ein wenig gezittert werden.

Natürlich sind solche Spiele nicht angenehm, denn die Amateure geben im „Spiel ihres Lebens“ stets alles, aber wenn man mit der richtigen Einstellung in die Partie geht, dann muss man einen solchen Auftrag auch professionell erledigen. Wie zum Beispiel am 5. August 2007, als der HSV 5:0 bei Holstein Kiel gewann – nach Kampf und Krampf. Am 27. August 2000 gab es einen klaren 3:0-Erfolg bei Erzgebirge Aue, aber souverän war etwas anderes. Und am 29. August 1998 siegte der HSV glanzlos in Runde eins bei den Amateuren des FC Denzlingen, die bis zur Pause ein 0:0 hielten. Dann trafen Anthony Yeboah, Martin Groth und Harald Spörl verwandelte einen Elfmeter. Wie gesagt, so in der Art dürfte es auch morgen in Jena laufen.

Obwohl ich Eppingen und Geislingen natürlich immer noch im Hinterkopf habe. Gegen den VfB Eppingen war das am 26. Oktober 1974 schon die zweite Pokalrunde, zuvor hatte der HSV bei Preußen Münster 4:0 gewonnen. Drei Tage vor Eppingen hatte der HSV dann im Uefa-Cup im Volkspark gegen Steagul Rosu Brasov mit 8:0 gewonnen, und dann wird eine Mannschaft, die mit Kargus; Kaltz, Krobbach, Hidien, Memering, Björnmose, Eigl (46. Bertl), Mackensen, Sperlich, Reimann und Volkert antrat, wohl ein wenig übermütig. Nur Horst Bertl traf für die Rothosen, er verkürzte auf 1:2, die Sensation aber konnte auch er nicht verhindern. Noch schlimmer eigentlich war die Pleite, die sich der HSV unter der Regie von Ernst Happel erlaubte. Am 1. September spielten in Runde eins Stein, Kaltz, Jakobs, Schröder, Groh, Magath, Rolff (46. Wehmeyer), Milewski, Wuttke, McGhee und von Heesen gegen den SC Geislingen. Zuvor hatte der HSV in der Bundesliga bei Borussia Dortmund 2:1 gewonnen und daheim gegen Mönchengladbach 1:1 gespielt – und dann ging es gegen elf Geislinger . . . Und die siegten 2:0. Gegen einen HSV, der letztlich Platz fünf in der Bundesliga belegte. So kann es gehen. Auch gehen. Nur morgen, da wird es anders, viel souveräner, professioneller und deutlicher laufen. Wobei das 0:4 von Dresden, am vergangenen Mittwoch „eingespielt“ natürlich auch eine Rolle spielen wird. Wer als Profi jetzt nicht wachsam ist, wer jetzt noch glaubt, dass es mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei gegen den Außenseiter geht, der dürfte seinen Job verfehlt haben. Und letztlich riskiert er mit einem lustlosen oder überheblichen Auftritt auch seinen Job beim HSV.

Einen „ganz schlimmen“ Pokal-Auftritt des HSV habe ich übrigens noch: Paderborn, 21. August 2004. Die Mannschaft von Trainer Klaus Toppmöller verlor 2:4, der Coach wurde nach dem Aus wüst beschimpft und bepöbelt, und die HSV-Spieler vom eigenen Anhang (!) bespuckt. Dabei hatte ein Schiedsrichter namens Robert Hoyzer diese Partie verpfiffen, hatte HSV-Tore verhindert und Emile Mpenza schon in der 36. Minute vom Platz gestellt. Der HSV hatte durch Tore von Christian Rahn und Mpenza schon 2:0 geführt, dann griff der „Unparteiische“ entscheidend ein – ein Tiefpunkt des DFB-Pokals. Ich war dabei, ich kann mich an dieses Spiel noch bis in jede Kleinigkeit hinein erinnern – ich werde es bis an mein Lebensende nicht vergessen – der größte Skandal überhaupt. Aber das ist ja nun schon neun Jahre Geschichte, jetzt ist der HSV gefordert, ein neues, ein positives Kapitel hinzuzufügen.

Elfmeter, das wurde ich in der Nachbarschaft eben noch gefragt, hat der HSV heute am Vormittag nicht geübt. Das wäre ja auch noch schöner. Weil es doch nie und nimmer ein Elfmeterschießen gaben darf. Und auch geben wird, davon bin ich immer noch total überzeugt. Im abschließenden Spielchen, in dem sich bunt durcheinander gewürfelte Mannschaften gegenüber standen, gab es keinen Sieger – es gab nicht mal ein Tor. Rene Adler und Jaroslav Drobny blieben „sauber“. Bunt durcheinander gewürfelt stimmt nur bedingt, denn vor Drobny, der morgen in Jena zwischen den HSV-Pfosten stehen wird, stand die Viererkette mit Dennis Diekmeier, Lasse Sobiech, Jonathan Tah und Marcell Jansen. Diese Abwehrreihe sollte sich wohl einspielen, denn, die Experten haben es sicherlich schon bemerkt und erraten, in der Mitte fehlte der Name Heiko Westermann.

Der ehemalige HSV-Kapitän hatte schon vor dem Training leichte Kniebeschwerden, dann fiel er während der Aufwärmphase auf genau das rechte Knie und verspürte einen stechenden Schmerz. Leicht laufend, abseits des Mannschafts-Trainings, versuchte Westermann, der „Unverletzbare“, noch, wieder „Leben“ in sein Knie zu bekommen, aber dann musste er aufgeben. Er ließ sich auf einem kleinen „Golfwagen“ in die Kabine fahren. Für Westermann rückt wahrscheinlich Tah in die Mannschaft, allerdings besteht noch immer die Möglichkeit, dass der deutsche Nationalspieler über Nacht doch noch gesundet (und dann spielen kann). Mitgefahren ist Heiko Westermann auf jeden Fall, es ging ja per Bus in den Osten – eine nicht gerade Kräfte schonende Reise bei heißen Temperaturen. Und vielleicht auch dem einen oder anderen Stau.

Während Thorsten Fink unmittelbar nach dem Training ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Westermann setzte, wird Marcell Jansen spielen können. Der Linksverteidiger gab grünes Licht, er absolvierte das Abschluss-Training ohne Beschwerden – hatte allerdings auch eine halbe Tablette, die die Schmerzen bekämpfen soll, eingenommen. Während Jansen als spielen kann, fällt Michael Mancienne aus. Der Engländer stand zwar bis zuletzt auf dem Rasen des Trainingsplatzes, hat sich aber offenbar „etwas“ an der Wade zugezogen – Mancienne saß nicht mit im Bus, der gen Jena fuhr. Und auch Slobodan Rajkovic ist nicht dabei.
Aber es wird auch so gehen . . .

Im Sturm hat Thorsten Fink noch die Wahl: Artjoms Rudnevs oder Jacques Zoua? Ich glaube, er wird sich für den Zugang aus Basel entscheiden. Erstens wirkt er auf mich fußballerisch stärker, und zweitens könnte es ja eine Wirkung wie bei einer Lawine geben. Schießt Zoua gegen den Fünfliga-Club ein oder mehrere Tore, dann könnte das auch für die Bundesliga Selbstvertrauen geben. Könnte. Klappt das auch diesmal nicht, dann hätte Fink ja immer noch Rudnevs auf der Bank.

Nach dem offiziellen Training schossen übrigens noch vier Spieler reichlich viele Freistöße: Rafael van der Vaart, Hakan Calhanoglu, Tolgay Arslan und Dennis Aogo. Als Mauer fungierten drei dicke Plastikmännchen, im Tor stand Sven Neuhaus. Und der hatte viel zu tun. Den ersten Super-Freistoß fing er sich von Calhanoglu, der Ball flog scharf und hoch in den Winkel – sodass der Keeper nur noch applaudieren konnte. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass auch die anderen drei Spieler noch den einen oder anderen Freistoß sehenswert versenkten – das sah teilweise richtig gut aus. Hoffentlich bewahren sie sich für morgen ein wenig die Nervenstärke für diese Standards auf. Und wo ich gerade bei Calhanoglu war: Der Mittelfeldspieler hatte für mich die bemerkenswerteste Szene des Vormittags. Mitten im größten Gewühl mit ungefähr 18 Beinen (das sah da wie bei einer E-Jugend aus) dribbelte er sich mit zwei Doppelpässen, die er mit sich selbst spielte (!), durch die Abwehr. Das ging zack-zack, rechts links, rechts links – und ab. Thorsten Fink kommentierte das wie folgt (ich weiß allerdings nicht, wen er meinte!): „Das ging viel zu leicht, du musst mal dazwischenhauen . . .“ Wie gesagt, welcher Abwehrspieler da Calhanoglu stoppen sollte, indem er dazwischenhauen sollte, das konnte ich nicht ausmachen, aber sehenswert war diese Aktion trotz allem. Lange eine solche Finesse nicht mehr gesehen – beim HSV.

Wie schön wäre es, wenn die Fans das morgen auch, nach dem Spiel gegen den SV Schott in Jena, sagen könnten. Dass das kein müheloses Unterfangen wird, das beweist jetzt gerade der heutige DFB-Pokal auf anderen Plätzen. Dortmund, die große Dortmunder Borussia, der Champions-League-Finalist, quälte sich zu einem mageren 3:0-Sieg in Wilhelmshaven – bis zur 70. Minute hatte es 0:0 gestanden. Der SC Freiburg musste in Neustrelitz sogar in die Verlängerung, und Eric-Maxim Choupo-Moting, der Ex-HSVer, rettete Mainz mit seinem Tor zum 2:1 (in der 87. Minute) im Spiel bei Fortuna Köln. Das alles sollte dem HSV doch eine ganz kleine Warnung sein . . . Und auch das noch erwähnt: Noch ein Ex-HSVer hat getroffen, nämlich Heung Min Son, der beim 5:1-Sieg von Leverkusen zum 4:1 traf.

17.35 Uhr

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