Archiv für das Tag 'Rahn'

Vorbereitung: 13 Spiele, sechs HSV-Siege

12. August 2012

Vagner Love lässt grüßen. Erinnert das noch einer von euch? Vagner Love, oder wie er genau heißt: Vágner Silva de Souza, heute Stürmer bei Flamengo Rio de Janeiro, sollte zum HSV kommen. Hieß es nicht nur in Hamburg damals. Es sollte fast alles perfekt sein – und dann war rein zufällig auch noch mein „Matz-ab“-Kollege Christian Pletz in Brasilien, sprach persönlich mit dem Stürmer. Vagner Love bestätigte den Fast-Wechsel zum HSV, und „Matz ab“ vermeldete es quasi aus erster Hand – und dann platzte der Wechsel doch noch. Die Häme, die dann über „Matz ab“ einbrach, die war riesig. Und hielt monatelang, wenn nicht sogar jahrelang an. Genau deswegen stand hier gestern nichts von Hakan Calhanoglu. Weil ich mir zum Ziel gemacht habe, nur dann etwas von einem Wechsel zu schreiben, wenn auch ich mich informiert habe. Da der HSV auf Mallorca weilte und ich keinerlei „Nahrung“ zu einem Wechsel des Karlsruhers bekam, schrieb ich nichts. Bevor ich von anderen abschreibe – und vielleicht wieder erfahren muss, dass der Fast-Wechsel doch noch geplatzt ist. Häme – nein danke! Ich denke (und habe gedacht), dass es bis zum Sommer 2013 noch etwas Zeit ist – auch für andere Vereine, noch dazwischenzufahren und dem HSV noch einmal kräftig in die Suppe zu spucken . . . Mal abwarten, wie sich das alles entwickelt.

Sollte es für das nächste Jahr aber tatsächlich klappen, dann kann man dem HSV nur gratulieren. Ich sah am ersten Drittliga-Spieltag dieser Saison die Partie Heidenheim gegen den KSC (2:2) live im Fernsehen, ein Klasse-Spiel. Aufschlussreich gerade im Hinblick auf das Pokalspiel der kommenden Woche. Hakan Calhanoglu schoss in Heidenheim eine 2:0-Führung des Zweitliga-Absteigers heraus. Mit zwei großartigen Freistößen. Einen versenkte er links, einen rechts. Der HSV kann sich freuen. Wenn es denn klappen sollte – so wie es die deutsche Presse-Agentur berichtet:

Der HSV scheint den Poker um den Karlsruher Offensivspielers Hakan Calhanoglu gewonnen zu haben. Wie das „Hamburger Abendblatt“ und die „Bild“-Zeitung berichten, soll der 18 Jahre alte Kreativspieler in den nächsten Tagen einen Dreijahresvertrag von 2013 an unterzeichnen. In der kommenden Saison wird er allerdings noch beim Drittligisten KSC unter Vertrag stehen, dem nächsten Gegner im DFB-Pokal. Der HSV wollte sich dazu am Sonntag vor dem Rückflug nach dem mit 1:0 gewonnenen Test bei Real Mallorca nicht äußern.

Seit der U 16 spielt der in Deutschland geborene Sohn türkischer Eltern für die Auswahl-Mannschaften der Türkei. Zuletzt hatten auch die Bundesligisten Hoffenheim, Freiburg und Bremen um Calhanoglu mitgeboten. „Wenn es stimmt, wäre es sehr schade“, sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, „aber zu den aufgerufenen Bedingungen hätten wir es nicht machen können.“ Der HSV soll etwa zwei Millionen Euro für das Talent an den KSC zahlen.

Vor Wochen war sich Werder angeblich schon mit Hakan Calhanoglu einig. Ich kann mir deswegen nicht vorstellen, dass die Bremer nun ohne Kampf aufgeben werden. Und andere Vereine wachen eventuell nun, wo der Wechsel zum HSV öffentlich gemacht worden ist, ja auch noch auf. Und meines Wissens dürfen Verträge dieser Art (also für 2013) jetzt noch gar nicht geschlossen werden – auch keinerlei Vorverträge.

Ganz nebenbei, gaaaaanz nebenbei: Vor Wochen hatte „uns Scholle“ hier bei „Matz ab“ als Allererster (vor allen Hamburger Zeitungen) die Meldung, dass der HSV Calhanoglu will. Marcus „Scholle“ Scholz hatte seinerzeit mit dem Berater des KSC-Spielers gesprochen, und dieser bestätigte sowohl das HSV-Interesse als auch das von Werder.

Themenwechsel. Der HSV hat mich sportlich mit dem 1:0-Sieg beim RCD Mallorca total und auch total positiv überrascht, das gebe ich gerne zu. Und irgendwie passt dieses Resultat auch gut in die Landschaft, denn der 1. FC Nürnberg verliert mit dem 0:1 gegen Betis Sevilla sein erstes Testspiel, und der HSV setzt mit dem Sieg in Spanien ein erstes richtiges Ausrufezeichen. Wobei die Defensivabteilung ganz erfreulich und sehr stark gearbeitet hat (gegen ein Team, das in der kommenden Woche um Punkt spielen soll!), nach vorne aber nicht allzu viel ging. Ballbesitz ist das Zauberwort, Trainer Thorsten Fink will Ballbesitz und lässt genau darauf auch spielen (Motto: „Haben wir den Ball, schießt der Gegner keine Tore“). Und auf Mallorca war der Gegner nicht in der Lage, mehr in Ballbesitz zu kommen. Ein Tor langt dem HSV – in diesem Fall. Und so könnte es in dieser Saison durchaus noch öfter Spiele dieser Art geben.

Mit einer Sache wusste ich gar nicht so recht, wie ich damit umgehen soll: Paul Scharner. Wieso kam der Österreicher, der sich lange warmlief, dann doch nicht zum Einsatz? Waren die beiden Innenverteidiger, Jeffrey Bruma und Michael Mancienne, zu gut an diesem Abend? Oder erhielten sie noch eine „Gnadenfrist“? Licht ins Dunkel brachte Trainer Fink, wie mir mein Kollegen Kai Schiller, der mit auf der Insel (gewesen) ist: „Paul Scharner hatte erst einen Tag mit uns trainiert, es war wichtig für ihn, dass er erst einmal die Mannschaft kennen lernt. Da der Österreicher auch bis Donnerstag bei seiner Nationalmannschaft ist, wird beim Pokalspiel die Innenverteidigung auch Bruma/Mancienne heißen, das kann ich garantieren – sie haben ja auch eine gute Vorbereitung gespielt.“ Das stimmt, und deswegen ich diese Maßnahme auch absolut nachvollziehbar.
Pokal-Gegner KSC steht übrigens in Liga drei nach der 0:1-Auswärts-Niederlage in Bielefeld schon wieder sieglos auf einem Abstiegsrang – Platz 18 von 20 Mannschaften. Da müsste es doch eigentlich mit dem Teufel . . .

Der HSV kehrt erst heute am Abend wieder zurück nach Hamburg, die Mannschaft lief heute auf Mallorca aus. Am Montag haben die Spieler ihren freien Tag.

Am Dienstag folgt dann – bevor es „pokalig“ wird – zum Abschluss der Vorbereitung noch das Spiel beim Hamburger Oberliga-Klub Altona 93. Es gab jetzt vom 6. Juli an 13 Spiele, die von den HSV-Leistungen her sehr durchwachsen waren, die aber (immerhin) sechs Siege und vier Unentschieden brachten. Hier noch einmal alle Partien auf einen Blick:

1860 Rosenheim – HSV 2:2
Zillertal-Auswahl – HSV 0:10
Terek Grozny – HSV 2:2 (wetterbedingt vorzeitig beendet)
Holstein Kiel – HSV 1:1
FC Suwon Samsung II (Südkorea) – HSV 0:6
FC Groningen – HSV 1:2
Seongnam Ilhwa Chunma (Südkorea) – HSV 0:1
FC Barcelona II – HSV 2:1
Eintracht Norderstedt – HSV 0:6
Borussia Dortmund – HSV 1:0 (zweimal 30 Minuten)
FC Bayern – HSV 1:0 (zweimal 30 Minuten)
Nordsjaelland – HSV 0:0
RCD Mallorca – HSV 0:1.

In einem abschließenden Resümee muss festgestellt werden, dass nicht viele Spiele dabei waren, in denen der HSV voll überzeugt hat. Im Gegenteil. Aber, und so hat es Trainer Thorsten Fink immer wieder betont, wichtig ist, dass der HSV zum Punktspiel-Start bei 100 Prozent ist – und das hat der HSV-Coach ja auch quasi versprochen. Fink sagte wörtlich: „Was nützt es, wenn man in der Vorbereitung nur gewinnt, in der Bundesliga dann aber verliert? Wir werden zum Bundesliga-Start zu 100 Prozent da sein.“ Eine Frage mit einer deutlichen Antwort. Und wenn dann der HSV in der Bundesliga erfolgreich spielt, dann denkt ganz bestimmt keiner mehr an diese etwas holprige Vorbereitung zurück. Auch ich nicht. Versprochen.

So, ansonsten gab es an diesem Sonntag Dütt und Datt.

Wie zum Beispiel die Meldung, dass sich Markus Babbel, der Hoffenheimer Trainer, darüber beklagt hat, dass nicht der Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw seinem Keeper Tim Wiese eine Absage für das Argentinien-Länderspiel (am Mittwoch in Frankfurt/M.) erteilt habe, sondern „nur“ der Co-Trainer und der Torwarttrainer (Hansi Flick und Andreas Köpke). Auch das ist nachvollziehbar. Denn erstens überrascht es mich, dass nun Hannovers Zieler die Nummer zwei ist, und dann wäre es ganz sicher besser gewesen, wenn Löw das selbst verkündet hätte. Da bin ich ganz auf Babbels Seite, denn er ist ein feinfühliger, ehrlicher und eher zurückhaltender Mensch, der immer weiß, was er sagt und wie er sich zu verhalten hat. Babbel, der ehemalige HSV-Spieler (den ich immer sehr geschätzt habe!), ist ganz sicher kein Besserwisser und auch kein Lautsprecher, der Mann ist einfach nur klasse – ein ganz feiner Mensch.
Und dass er Wiese zum TSG-Kapitän gemacht hat, das hat Babbel sicherlich nicht getan, um den HSV-Anhang zu ärgern, das spricht vielmehr und irgendwie auch für Wiese, der bei anderen Klubs (und den dazugehörigen Fans) ja nicht sonderlich beliebt ist. Wiese soll aber, so hat es mir mein alter Freund Harald Stenger (der nun als Medien-Direktor des DFB aufhören muss) oft genug bestätigt, gar nicht so ein „Stinkstiefel“ sein, für den er vor allem wohl in Hamburg gehalten wurde – und wird.
Aber, das zum Abschluss, macht ein Trainer einen „Quertreiber“ wirklich sehenden Auges zum Kapitän?

Und wo wir gerade bei Torhütern sind: Jens Lehmann hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet. Und in meinen Augen ganz gute Dinge von sich gegeben. Die Agentur dapd schreibt:

Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Jens Lehmann hat sich verwundert über Matthias Sammers Wechsel zu Bayern München geäußert. „Ich war überrascht“, sagte Lehmann der „Bild am Sonntag“. Sammer habe seinen Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) im vergangenen Jahr verlängert und von Werten wie Loyalität gesprochen. „Und auf einmal werden diese Werte innerhalb von ein paar Stunden anders beurteilt und ausgelegt.“

In der Verpflichtung des 44-Jährigen als neuen Bayern-Sportvorstand sieht Lehmann zudem erhöhtes Konfliktpotenzial beim Rekordmeister. Er betonte aber: „So, wie ich ihn erlebt habe, streitet Matthias Sammer mit den Leuten, die unter ihm sind. Er streitet nicht mit den Leuten, die über ihm stehen.“

Lehmann und Sammer kennen sich unter anderem durch ihre gemeinsame Zeit bei Borussia Dortmund. Sammer führte den BVB 2002 als Trainer zur Meisterschaft, Lehmann stand damals im Tor.

Eine interessante Meinung von Lehmann. Und die rief bei mir noch einmal die damalige Wechsel-Posse Sammers zum HSV ins Gedächtnis zurück. In der Tat, damals, als Sammer sich für den DFB entschied (obwohl er beim HSV schon zugesagt hatte), sprach der Sport-Direktor viele hehre Worte. Die aber wohl dann doch nicht mehr ganz so hehr sind, wenn der große FC Bayern ruft . . . Aber ist ja ohnehin abgehakt, dieses Thema, ich fand es nur ganz interessant, wie ein Großer des deutschen Fußballs darüber denkt – und es dann auch offen ausspricht.

Zum Thema Nationalmannschaft gab es dann heute auch noch folgenden Meldung (dapd), wobei es hier um den FC Bayern geht:

Bayern München wird das Supercup-Duell mit Borussia Dortmund ohne Bastian Schweinsteiger antreten. Der Nationalspieler, der zuletzt mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen hatte, trainierte zwar am Samstag wieder. Trainer Jupp Heynckes verzichte im Supercup aber vorsichtshalber auf ihn, teilte der Verein vor dem Heimspiel am Sonntag (20.00 Uhr) mit. Dagegen soll Stürmer Claudio Pizarro nach seinen Hüftproblemen wieder in den Kader zurückkehren.

Wir erinnern uns: Schweinsteiger wurde bei der EM trotz seiner fehlenden Fitness immer tapfer mit durchgeschleppt. Nach der EM bestritt Schweinsteiger kein Pflichtspiel mehr, und er ist trotz allem immer noch nicht fit für den FC Bayern! Das hätte ich auch mit einem dicken Fragezeichen versehen können, denn ganz offenbar ist da doch etwas ganz Gravierendes falsch gelaufen. Schweinsteiger hätte, ich schrieb es während der EM, gar nicht (mehr) auflaufen dürfen (und sollen), aber da war wohl falsch verstandene „Liebe“ zwischen Trainer und Spieler mit im Spiel (während ich das schreibe, verwandelt der ehemalige HSV-Spieler Christian Rahn, ja der „alte“ Rahner, gerade einen Elfmeter zum 1:0 für Regensburg gegen Duisburg – Glückwunsch!).

Apropos Ehemaliger: Auch ihn gib es noch, wie der Sport-Informations-Dienst berichtet:

Der frühere Fußballer des Jahres Ailton war bei seinem Debüt beim Sechstligisten Hassia Bingen gleich der Matchwinner. Der 39-Jährige kam gegen die SpVgg Ingelheim in der 68. Minute ins Spiel und erzielte vor 1300 Zuschauern beide Treffer (84./90.) zum 2:0-Erfolg. „Kugelblitz bleibt Kugelblitz. Mein Antritt ist Explosion“, sagte der frühere Bremer der Rhein-Zeitung. Nach Angaben der Zeitung war bereits nach dem ersten Tor ein Kamerateam auf den Platz gelaufen.

Dschungelcamp-Teilnehmer Ailton tingelt seit 2009 durch die deutschen Amateurligen. Zunächst beim in die Niederrheinliga abgestürzten Ex-Pokalsieger KFC Uerdingen, ein Jahr später beim Bremer Regionalligisten FC Oberneuland und schließlich beim niedersächsischen Siebtligisten VfB Peine.

Ja, der liebe, gute, dicke Ailton, der hier noch in Hamburg aufdribbeln durfte, obwohl er seine Zukunft schon lange hinter sich hatte. Wenn ich an ihn denke, dann nicht nur wegen der tausendprozentigen Chance gegen Werder, die dem HSV Millionen gekostet hat, sondern an seine Extravaganz. Der führte sich hier beim HSV oft so wie ein König auf. Da musste man anklopfen, bevor man ihn ansprechen durfte. Es fehlte nur noch eine Sänfte, auf der ihn die Mitspieler auf den Rasen zu tragen hätten. Ja, es gab schon Typen hier . . . Trainer Thomas Doll verzweifelte damals an dem „Dicken“, weil der stets versprach, im Hotel im Kraftraum zu arbeiten, um den Rückstand in Sachen körperlicher Fitness so schnell wie möglich aufzuarbeiten. Aber denkste Kraftraum, Ailton legte die Beine hoch und ließ den lieben Fußball-Gott einen guten Mann sein.

Dann ganz kurz noch ein kleiner Schwenker in die Zweite Liga. Zum 1. FC Köln. Zwei Spiele, zwei Punkte – ein Fehlstart? Mir tut der ehemalige HSV-(Jugend-)Spieler Holger Stanislawski etwas Leid. Der EFFZEH jagt Podolski, Novakovic und alles was sonst noch stürmen kann vom Hof, und jetzt fragt sich „ganz Köln“, warum der Klub keine Tore schießt? Kommt mir irgendwie bekannt vor.

So, und nun trifft noch ein „Ehemaliger“ in der Zweiten Liga. Änis Ben-Hatira, der ein unwahrscheinlich breites Kreuz bekommen hat (alles Muskeln!), schießt Hertha BSC gerade beim FSV Frankfurt mit 1:0 in Führung. So schießt das Leben . . .

Und dann gab es da noch diesen Bericht von „Malle BZ“:

HSV-Hooligans vs. Helmuts

Gestern Nacht soll es laut Zeugenberichten in der Schinkenstraße am Ballermann zu einer massiven Schlägerei zwischen HSV-Fans und den Sonnenbrillenverkäufern gekommen sein. Die HSV-Supporter feierten in den dort liegenden Biergärten ausgelassen und wurde immer wieder von den dreisten Schwarzafrikanern bedrängt, etwas aus dem Angebot zu kaufen. Irgendwann gegen 2 Uhr muss die Stimmung dann aber ziemlich schnell umgeschlagen haben, nachdem es immer wieder zu Beleidigungen von Seiten der „Helmuts“ kam.

Die Situation eskalierte und einige Dutzend HSV´ler teilten massive Ohrfeigen an die immer mehr werdenden Schwarzen aus. Eine Massenkeilerei quer über die Schinkenstrasse entstand, es flogen Bierkrüge und Tische. Die Lage beruhigte sich erst, als eine große Anzahl Polizisten am Schlachtfeld auftauchte und die Lager spaltete. Auf Seiten der Sonnenbrillenverkäufer soll es zu einigen Verletzten gekommen sein, die in mehreren Krankenwagen abtransportiert wurden.

PS: Nicht vergessen, am Montag kein Training im Volkspark.

16.26 Uhr

Viele Fragen zu Elia

23. März 2010

Elia, die Ärzte und der Frust. Die Wellen schlagen hoch. Die Verletzung (Knochenabsplitterung) soll der Niederländer, so Trainer Bruno Labbadia, schon im Sommer gehabt haben. Das sagte der Coach vor dem Schalke-Spiel. Ich sage nun: Wenn Elia diese Verletzung schon gehabt hat, dann ist es aller Ehren wert, dass er damit noch Spieler der Hinrunde werden konnte. Jetzt muss ich auch lesen, dass sich die vorhandene Verletzung durch den Tritt des Mainzers Noveski verschlimmert hat. Das Mainz-Spiel war am 28. November, und wir erinnern uns doch alle: Elia war am 20. Dezember, im Heimspiel gegen Werder Bremen, wieder einmal einer der besten HSV-Profis. Trotz dieser Verletzung. Und dann der Hammer: Beim Weihnachtsurlaub in der Heimat hatte Elia wieder Schmerzen, begab sich in die Obhut eines Arztes – ich glaube, es war der Arzt der Nationalmannschaft. Und dieser legte den Knöchel für einige Tage in Gips. Beim türkischen Trainingslager in Belek, Anfang Januar, joggte Elia zuerst nur, bevor er später ins Mannschaftstraining einstieg. Die Verletzung schien kein Thema mehr zu sein. Zumal Bruno Labbadia immer sagte: „Eljero hat zwar noch Schmerzen, aber es kann nichts passieren.“

Elia spielte stets nur schlecht, aber keiner machte sich so richtig Gedanken über die Frage warum? Was ich mich aber auch frage: Wenn der HSV-Stürmer um die Weihnachtszeit in der Heimat erneut untersucht wurde (und es wurden ja Maßnahmen ergriffen), warum merkte es denn spätestens in den Niederlanden keiner, was wirklich ist? Auch in den Niederlanden alles nur schlechte Ärzte? Wie die in Hamburg? Ganz sicher nicht. Zuerst will ich einmal sagen: Ich möchte eines auf keinen Fall sein: Mannschaftsarzt. Schon gar nicht beim HSV. Ich habe hier schon einige Ärzte erlebt, die hatten es immer verdammt schwer. Schrieben sie zu schnell krank, bekamen sie Ärger mit den Trainern. Übersahen sie etwas (Schlimmes), bekamen sie Ärger mit dem Spieler, mit dem Trainer und der Klub-Führung. Und: Wer auch immer danach gefragt hat, HSV-Spieler (und andere auch) haben freie Arzt-Wahl und fliegen schon seit Jahrzehnten immer durch die Welt, um sich vom Arzt ihres Vertrauens untersuchen, behandeln oder operieren zu lassen. Alles völlig normal, alles völlig legal. Felix Magath flog als Spieler immer zu Professor Klümper in den Süden, und als Felix Magath später Trainer des HSV war, schickte er auch viele seiner Spieler zu Professor Klümper in den Süden – obwohl der HSV natürlich in Hamburg einen Mannschaftsarzt hatte. Alles ganz normal.

Wenn Elia mit der Verletzung schon immer Sommer nach Hamburg kam, wenn der Tritt von Noveski die Sache noch verschlimmert haben soll – warum wurde es bei der Kernspintomographie in Hamburg übersehen? Und warum fanden die niederländischen Ärzte Weihnachten nichts? Ich kann es Euch nicht erklären, ich bin kein Arzt, ich habe auch keine Aufnahmen des lädierten Knöchels gesehen. Ich weiß nur, dass die HSV-Verantwortlichen zu Weihnachten bass erstaunt darüber waren, dass Elia seinen Knöchel in den Niederlanden hatte still legen lassen. Und alle, auch viele HSV-Fans, fragten sich: Wie kann es angehen, dass Elia gegen Werder Bremen ein so gutes Spiel hinlegt, und nun mit einem Male einen ganz kaputten Knöchel hat? Auf jeden Fall ein äußerst mysteriöse Geschichte. Die vielleicht ihr Ende noch lange nicht gefunden hat.

Mein Bauchgefühl sagt mir übrigens, dass Eljero Elia – trotz seines Vertrages bis 2014 (nicht 2012, dankele Ollile) – nur einen Sommer in Hamburg getanzt hat. Ich sehe ihn Mitte 2010 zu einem anderen Klub dribbeln – Knöchel hin, Knöchel her. Wie gesagt, nur mein Bauchgefühl, also noch keine Panik, dass schon wieder ein Star weg ist.

Apropos Star. Ruud van Nistelrooy soll in der Kabine mit Tunay Torun gerangelt haben. Was heißt soll, er hat. Diese Tatsache allein würde rechtfertigen, dass Bruno Labbadia den Weltstar ab sofort zum Kapitän beruft. Alle Achtung! Da kommt doch Freude bei jedem Vollblut-Fußballer auf wenn er sieht, dass auch Wrestler nun prädestiniert sind, nach ihrem ersten Kampf schon Spielführer des HSV zu werden. Aber nun gut, es darf ja ruhig diskutiert werden, denn auf eine solche Idee würde Labbadia ohnehin nie kommen – völlig zu Recht, ganz nebenbei bemerkt. Und noch eines: Hat eigentlich mal einer danach gefragt, wie eine solche Geschichte zu meinen Kollegen der Bild-Zeitung kommt? Meines Wissens war gerade zu diesem Zeitpunkt keiner von ihnen in der Kabine, als dort gerangelt wurde . . .

Wo ich denn gerade bei „Van the man“ bin. Er ist natürlich ein sehr netter, umgänglicher und liebenswerter Mensch. Der Typ „Schwiegermutters Liebling“. Aber er kann eben auch anders (wer nicht?). Auf dem Platz kennt er keinen Verwandten, da geht es, da geht er zur Sache, immer den direkten Weg zum Tor. Geht es da aber einmal nicht nach seiner Fasson, flippt er auch schon mal aus. Piotr Trochowski hat es beim Spiel gegen Hertha BSC erlebt: In der 70. Minute eingewechselt, so bekam er Minuten danach einen Pass von Ruud van Nistelrooy auf die halbrechte Position. „RvN“ ging danach steil, wollte den Ball am oder im Hertha-Strafraum wieder in den Fuß serviert bekommen, doch Trochowski schoss selbst – weit vorbei. Und dann ging die Pöbelei los. Aber wie! Van Nistelrooy brüllte Trochowski an, so lange und so laut, bis der deutsche Nationalspieler eine abwertende Handbewegung machte – frei nach dem Motto: „Du kannst mich mal . . .“

Natürlich wäre es besser gewesen, wenn Trochowski in dieser Szene den Ball gepasst hätte. Aber er gab sich in dieser Szene eben auch einmal egoistisch, denn ein Tor hätte ihm in seiner verfahrenen Situation sehr gut getan (da hat er mein vollstes Verständnis). Und so ganz nebenbei bemerkt: Van Nistelrooy wäre nicht van Nistelrooy, wenn er nicht in über 1000 Spielen ebenso egoistisch gehandelt hätte – auf dem Acker. Wenn er eine Möglichkeit zum Schießen sieht, dann schießt er. Dann, wenn er ein eigenes Tor wittert, dann ballert er auch los. Ohne Rücksicht auf Verluste. Oder auf umstehende Schmollende. Oder gar Wütende. In der Mitte wartet dann vielleicht auch mal der eine oder andere Mitspieler vergeblich auf die Kugel, aber das ist dann eben so. Ich weiß nicht, warum ich jetzt gerade an Mladen Petric denke . . . Ich schrieb es hier bereits: Die Harmonie zwischen Petric und van Nistelrooy könnte besser sein. Zurzeit ist sie für mich in etwas so, wie die Harmonie zwischen Joris Mathijsen und David Rozehnal. Es gibt also im Zwischenmenschlichen innerhalb des HSV-Teams noch einige Luft nach oben.

Schnell zu „Isa“, der danach fragte, wie ich heute dazu stehen würde, dass Ruud van Nistelrooy – entgegen meiner Empfehlung an den Trainer – doch von Anfang an gegen Schalke spielte. Du lieber Vater, Isa, Du wirst sicher Verständnis haben, dass ich nichts mehr dagegen sagen werde. Labbadia hat alles richtig gemacht (ich schrieb es schon aus anderen Gründen). Ich habe ja auch nicht gesagt, dass ich mich erschießen werde, sollte „RvN“ von Beginn an spielen, ich habe nur gesagt, dass ich, wenn ich HSV-Trainer wäre, es nicht machen würde. Der Grund: Der Niederländer hatte zuvor schon dreimal von Beginn an gespielt – und war zum Schluss immer mächtig abgetaucht, stand kurz vor dem Heldentod. So ist er aber, der HSV-Trainer Labbadia, und so ist er, der B-Lizenz-Trainer Matz, der beim HSV nichts sagen hat (zum Glück!) – es gibt eben doch unterschiedliche Sichtweisen. Und im Scherz: Ich bin Bruno Labbadia deswegen kein bisschen böse . . .

Wobei ich auch durchaus, um das Thema zu wechseln, nicht überlesen habe, dass Ihr Petric im Moment nicht so ganz bei 100 Prozent seht. Ich kann dem nicht widersprechen, aber: Eine solche Phase hatte der Kroate schon einige Male. Und just zu dem Zeitpunkt, als er am meisten Prügel (von den Fans) bezog, feierte er eine glanzvolle „Wiederauferstehung“ – indem er Tore schoss. Deswegen würde ich ihn auch in der jetzigen Phase ganz und gar nicht abschreiben, denn schon im nächsten Spiel könnte er wieder explodieren. Und dann haben ihn wieder alle ganz furchtbar lieb – und überhaupt. Um Petric mache ich mir deswegen keine Sorgen, nur um die gewisse Disharmonie, die im HSV-Sturm herrscht. Aber auch die wird der Trainer sicher in den Griff bekommen . . . Wenn es denn überhaupt eine (diese) Disharmonie geben sollte.

So, ich merke schon wieder, dass ich auch heute viel zu lang werde. Das muss ich aber schnell noch loswerden: Jonathan Pitroipa tat mir nach seinem 2:2-Tor gegen Schalke sehr leid, denn er konnte sich nicht freuen. Da war nichts von Jubel zu sehen. Er schoss den Ball ins Tor, alle feierten ihn, aber er schlich mehr oder weniger „bedröppelt“ zur Mitte. Schade. Aber Fans sind eben manchmal gnadenlos. Ich finde es trotz allem bedauerlich, dass sich ein Hamburger Spieler nach seinem (so wichtigen) Tor nicht freuen kann. Und ich würde mich schon sehr freuen, wenn das die HSV-Fans einmal (bald?) ändern könnten. Das hätte was!

Weil ich immer gefragt wurde (und nichts geschrieben hatte): Ich fand die Rettungsaktion von Tomas Rincon gegen Schalke, als er auf dem Rasen liegend den Ball von der Torlinie köpfte, einfach nur großartig und spektakulär. Unglaublich, diese Szene wird noch in Jahrzehnten in jedem Bundesliga-Rückblick zu sehen sei – ein Novum. Und ich behaupte auch: das kann nur er. Ich glaube es war Lotto King Karl, mit dem ich darüber sprach. Er sagte: „Rincon war da die Reinkarnation eines Maulwurfs.“ Hallo? Sollten die Maulwürfe tatsächlich wieder Einzug in den Volkspark gehalten haben? Die waren doch einst unter Protest gegen die Mehdi-Mahdavikia-Eckstöße alle ausgezogen. Und sie, die stets von den Ecken rasiert wurden, ließen sich auch nach dem Weggang des Iraners nicht überreden, wieder Einzug in den Arena-Rasen zu halten, denn die Eckstöße blieben ja (in der Mehrzahl jedenfalls) so katastrophal flach und schlecht . . .

Und nun lande ich noch ein zweites Mal bei Piotr Trochowski. Weil ich gerade daran denke, dass die Profis am Montag und am Dienstag frei hatten. Ihnen sei es gegönnt. Am Mittwoch geht es dann um 15 Uhr im Volkspark weiter. Der B-Lizenz-Trainer Matz aber befürwortet ja schon seit Jahr und Tag, wirklich seit vielen, vielen Jahren, dass sich jene Spieler, die sich verbessern wollen (und müssen), doch verstärkt um ein Individual-Training bemühen sollten. Es soll ja nicht, um Gottes Willen nicht, Kondition gebolzt werden, es soll doch nur an den Schwächen gearbeitet werden. Dafür, dass sich das lohnen würde, gibt es für mich immer noch zwei Parade-Beispiele. Thomas von Heesen nahm sich einst, völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit, einen Privat-Coach namens Rainer Sonnenburg. An jenen Nachmittagen, an denen der HSV nicht trainierte, trainierten von Heesen und Sonnenburg in der Jahn-Kampfbahn in Winterhude. Erst als von Heesen besser und besser wurde, erkundigten sich die Journalisten nach dem Grund. Der hieß Sonnenburg. Und das zweite Beispiel heißt Patrick Owomoyela. Der spielte beim Lüneburger SK, wollte aber noch hoch hinaus – und verpflichtete gleich zwei Privat-Trainer: den ehemaligen Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange und den heutigen Torwart-Trainer des FC St. Pauli, KaPe Nemet. Und was kam dabei heraus? Owomoyela wurde deutscher Nationalspieler und spielt schon seit Jahren in der Ersten Liga.

Das sei jedem Profi, der auf der Stelle tritt, der merkt, dass noch mehr in ihm steckt, dringend zur Nachahmung empfohlen. Es gab in der Vergangenheit einige HSV-Spieler, die auf diesem (Um-)Weg eine große oder größere Karriere hätten machen können, aber sie machten es nicht. Und beim HSV sah parallel dazu auch niemand, dass an den speziellen Defiziten des Spielers zu arbeiten sei, um ihn zu verbessern – auch zum Wohle des Vereins. Paradebeispiel ist für mich immer noch Christian Rahn, Nationalspieler unter Rudi Völler, heute bei Greuther Fürth in der Zweiten Liga. Ich behaupte einmal: Hätte Christian Rahn, der nach vorne alles konnte (vergleichbar mit Marcell Jansen), seine defensiven Defizite dank eines Privat-Trainers behoben, wäre er noch heute in Liga eins. Und vielleicht auch in der Nationalmannschaft. Aber: Jeder ist seines Glückes Schmied. Was auch auf die Vereine – und den HSV – zutrifft.

So, es ist wieder viel zu viel geworden. Kurz will ich noch auf meine Nachbarin eingehen. „Eva“ hatte gefragt, wie es um Wolfgang Hesl steht? Offenbar gut, denn der Vertrag wurde verlängert. Hätte das der HSV getan, wenn er nicht von den Künsten des zweiten Mannes überzeugt wäre? Für mich hat Hesl in dieser Saison einen Sprung nach vorne gemacht, er ist besser und selbstbewusster geworden. Ob es reichen würde, eines Tages Frank Rost abzulösen? Da bin ich, gebe ich ehrlich zu, überfragt. Hesl fliegt schön, hat super Reflexe, hat auch starke Momente im Spiel eins gegen eins – aber er ist mir (im Moment) noch nicht laut genug. Ich vermisse bei ihm, dass er seine Vorderleute mal so richtig zusammenstaucht, zusammendonnert. Okay, das kann er sich als Ersatzkeeper vielleicht noch nicht erlauben (so wie Frank Rost es natürlich macht), aber ab und an sollte er schon mal lautstark dazwischenfahren. Das fehlt ihm noch. Aber vielleicht kommt es ja auch noch, nämlich dann, wenn er mal ins kalte Wasser geschmissen wird. Ich erinnere mich noch an den Kölner Harald Schumacher, der seinen Trainer Hennes Weisweiler oft zur Weißglut getrieben hat – und plötzlich, quasi über Nacht, wurde der „Toni“ dann einer der besten Torhüter der Welt. Auch so kann es gehen. Noch ein Satz zur Nummer drei: Ich halte auch von Tom Mickel einiges, der Mann hat ebenfalls viel Talent.

Kurz noch ein Querverweis in redaktioneller Sache: In der Straubhaar-Kolumne im Abendblatt-Internet berichtet unser Korrespondent aus Washington auch über einen HSV-Spieler. Die Kolumne trägt den lustigen Titel: Wer macht für Piotr Trochowski den Schwarzenbeck?

18.06 Uhr

Wiedersehen macht Freude

6. Januar 2010

Martin Bader beim HSV! Der Manager des 1. FC Nürnberg war am Mittwoch auf der Trainingsanlage des HSV, allerdings gemeinsam mit seinem Trainer-Duo Dieter Hecking/Armin Reutershahn. Die „Clubberer“ hatten an diesem Nachmittag frei, und Reutershahn schlug den Trip zum HSV vor. „Es ist immer wieder schön, alte Freunde zu treffen“, sagte Reutershahn, der lange mit Osteopath Thomas Marquard plauderte. Es war überhaupt viel los an diesem Tag: Christian Rahn, jetzt bei Greuther Fürth, sah auf einen Sprung vorbei, unterhielt sich lange Zeit mit HSV-Physiotherapeut Uwe Eplinius. Zudem war der ehemalige Aachener Trainer Jürgen Seeberger als Zaungast zu sehen.

Als eine Art Fortbildung? Armin Reutershahn sagte mir: „Das ist doch ideal hier in der Türkei. Im Moment sind hier 50 Klubs, die sich auf die Rückrunde vorbereiten, allein sieben aus Deutschland. Da würde ich auch hierher reisen, um von anderen Trainern etwas zu lernen.“

Es gibt hier in diesen Tagen ein großes Wiedersehen von ehemaligen Hamburgern. Neben Rahn und Reutershahn sind im Umkreis von wenigen Kilometern noch Miso Brecko (1. FC Köln), Björn Schlicke (MSV Duisburg), Änis Ben-Hatira (MSV Duisburg), Mehdi Mahdavikia (Eintracht Frankfurt); Heribert Bruchhagen (Eintracht Frankfurt), Eric-Maxim Choupo-Moting und – natürlich – sein Vater (!) vom 1. FC Nürnberg sowie Macauley Chrisantus vom Karlsruher SC hier. Zudem reisten am späten Abend auch noch Thomas Doll und sein Assistenten Ralf „Katze“ Zumdick mit Genclerbirligi an. Und am Donnerstag trifft der HSV ja bekanntlich auf den türkischen Tabellenvierten Kayserispor, bei dem mit Ömer Sismanoglu (FC St. Pauli) und Umur Kocin (HSV II) auch zwei Hamburger spielen.

Zurück zum Nachmittags-Training. Hecking beobachtete die Einheit ganz genau. Scherzte in Richtung Reutershahn: „Die HSV-Spieler verballern ja mehr Torchancen, als unsere jungen Spieler – und mit denen meckern wir dann . . .“ Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Dieter Hecking befand dann über den neuen Ball: „Mit dem hätte auch ich ganz sicher mindestens ein Bundesliga-Tor erzielt.“ Sein Pech: Er hat es nur auf ein Eigentor in der Ersten Liga gebracht.

Immerhin drückt Dieter Hecking dem HSV im ersten Spiel gegen den SC Freiburg die Daumen: „Wir helfen dem HSV mit einem Sieg gegen Schalke, und der HSV hilft uns mit einem Heimsieg – das hätte doch was, oder?“ Wer hätte etwas dagegen? In Hamburg schon mal keiner.

Gegen Kayserispor stehen dem HSV im Moment nur zehn Feldspieler aus dem Profi-Kader zur Verfügung. Neu angeschlagen sind nun auch noch Mickael Tavares (Verhärtung im Oberschenkel) und Robert Tesche, der am Nachmittag einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte, die Einheit abbrechen musste und mit einem dicken Eisverband in Richtung Hotel ging. Dennoch bleibt Trainer Bruno Labbadia die Ruhe selbst: „Das ist doch alles normal. Aber die Mannschaft gegen Kayserispor stellt sich somit von ganz allein auf.“ Es werden alle Profis spielen, die fit sind. Der eine oder andere junge Spieler dürfte dann im Laufe des Spiels eingewechselt werden.

So richtig konnte sich in diesen Tagen von Belek noch niemand aus der Rasselbande in den Vordergrund spielen, es bietet sich kein Talent zwingend für das Profi-Team an. „Die jungen Spieler müssen erst noch die robuste Spielweise bei den Profis annehmen“, sagt Bruno Labbadia. Auch deswegen befand der HSV-Coach (total unaufgeregt): „Es wäre schon schön, wenn wir noch den einen oder anderen Spieler mehr hätten.“ Also auch einen Neuzugang. Oder auch zwei?

Ich lege mich da schon mal fest: Es wird sich noch etwas tun, davon bin ich fest überzeugt, denn mit einer so dünnen Spielerdecke wie zurzeit kann der HSV unmöglich in die Rückrunde gehen. Oder er geht es, schminkt sich aber schon jetzt alle hochgesteckten Ziele ab. Übrigens: Es tut sich ja auch noch viel bei anderen Bundesliga-Klubs. Dieter Hecking verriet, dass auch der „Club“ noch einmal zuschlagen wird, und – viel interessanter – dass Schalke 04 mit Kevin Kuranyi und Rafinha noch zwei „Kracher“ an den FC Sunderland verlieren könnte. Könnte. So sagt es ein Gerücht aus Gelsenkirchen.

Zum Test am Donnerstag: Es dürfte gegen die Türken ein recht schweres Spiel (19.30 Uhr, live auf Eurosport) werden. So wie eigentlich immer, wenn es in einem Trainingslager gegen eine vermeintlich „kleinere, namenlosere“ aber total heiße Mannschaft geht. „Ich erwarte einen sehr gut organisierten Gegner, das wird ein Top-Test für uns – auch im Hinblick auf Freiburg. Die werden wohl ähnlich spielen, auf Konter warten“, sagt Labbadia.

Apropos warten: Es geht ja auch immer noch darum, wann Ze Roberto nach Hamburg kommen wird. Das soll jetzt am Dienstag geschehen. Am Sonntag kehrt die Mannschaft aus der Türkei zurück, am Montag ist dann trainingsfrei – am Dienstag soll Ze Roberto „heimkehren“. Lassen wir uns mal überraschen.

Zwei Dinge in eigener Sache zum Schluss. Ich bin vielfach ob meiner Flusigkeit kritisiert worden, es gab zu viele Rechtschreibfehler. Das stimmt, ich gehe da tief in mich. Aber die Fehler sind deshalb geschehen, weil ich Euch so schnell wie möglich mit Neuigkeiten aus der Türkei versorgen wollte. Und das alles zwischen Vor- und Nachmittags-Training, zwischen Terminen und Terminabsprachen mit Spielern. Gestern zum Beispiel das Interview am Mittag mit Tunay Torun, am Abend dann ein Interview mit Piotr Trochowski (das folgt hier noch in der Nacht zu Donnerstag), ganz spät dann ein Treffen mit Bastian Reinhardt, der uns, der für „Matz ab“ ja noch eine Gastkolumne schreiben wird. Das ist versprochen, das hält der „Basti“ auch.

Und kurz noch einmal zu Frau M. Da wurde ich vielfach aus Eurem Kreis kritisiert, weil ich geschrieben hatte, dass ich sie hier in Belek nicht vermissen würde. Das stand zwar tatsächlich so in meinem Bericht, war aber nicht so gemeint – das war zum über „Fünf-Ecken-Denken“ gedacht. Das auch zur Erklärung für Frau M., die nicht sonderlich begeistert über meine Ausdrucksweise war.

In Belek um 18.36 Uhr (in Hamburg um 17.36 Uhr)

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