Archiv für das Tag 'Podolski'

EM: Tops und Flops und flotte Sprüche ***Aktualisiert***

1. Juli 2012

****ACHTUNG: Wenn Ihr heute Abend während der Live-Übertragung Fragen stellen wollt, dann macht das bitte in dem Blog, der auch das Video beinhaltet. Dort werden Scholle und ich während der Sendung reinschauen und versuchen, die eine oder andere Frage von Euch an Maxi Beister oder auch Heiko Westermann weiterzuleiten****

Nur der HSV! Noch nicht so ganz, denn es ist ja auch noch ein „bisschen“ EM, vor allen Dingen ist ja auch noch die „Abrechnung“ mit dem Bundestrainer ein Thema – aber mit dem heutigen Beitrag noch einmal EM, und dann ist Schluss. Weil am Montag ja bekanntlich wieder der Ball durch den Volkspark rollt, und das ist dann Thema Nummer eins. Beginn des Auftakt-Trainings ist um 15 Uhr.

Beginnen möchte ich trotz allem mit dem HSV. Noch nicht mit einem neuen Spieler, denn der Sportchef weilt ja nicht in Hamburg, sondern sieht in Kiew das EM-Finale, aber es dreht sich immerhin umeinen einstmals neuen HSV-Spieler. Der User „Jan B.“ hatte gefragt:

„Hab mir gerade die Mopo Liste mal angesehen und unter Macauley Christantus das Statement ‚keine Verwendung’ gefunden. Ich hab mal eine Frage an alle Fußballtrainer hier im Blog: Wie kann es sein das ein U17-Nationalspieler, hinter dem alle namhaften Clubs Europas hinterher waren, plötzlich das Fußball spielen verlernt und als nicht verwendbar abgestempelt wird? Das will einfach nicht in meinen Kopf. Der Junge war höchst veranlagt und hat geknipst zur U17 WM. Die Wahl war damals ziemlich eng zwischen Ihm und Toni Kroos zum Spieler des Turniers (Kroos gewann den Titel). Warum ist der eine einer der besten Fußballspieler Deutschlands und der andere nicht mal ein guter 2.Liga Spieler? Was machen wir falsch?“

Dazu platzierte der „Kieler HSV-Fan“ wohl eine Pressemeldung aus der damaligen Zeit:

„Der Hamburger SV hat sich die Dienste von Macauley Chrisantus gesichert. Der 17-Jährige Nigerianer, der mit sieben Treffern bei der diesjährigen U17-Weltmeisterschaft in Korea Torschützenkönig wurde und maßgeblichen Anteil am Titelgewinn seines Landes hatte, erhält zunächst einen Vertrag als Amateurspieler. Im nächsten Sommer soll der Angreifer einen langfristigen Profivertrag unterschreiben. Christantus spielte bislang beim nigerianischen Verein Abuja FC und wurde bei der U17-WM hinter Toni Kroos zum zweitbesten Spieler des Turniers ausgezeichnet. Im Anschluss lagen dem 1,83 Meter großen Stürmer zahlreiche Angebote von europäischen Topklubs vor.

‚Wir sind froh, ihn von unserem Konzept überzeugt zu haben’, sagte Dietmar Beiersdorfer. Dieses sieht vor, ihn langsam an die Profimannschaft heranzuführen. Am Dienstagvormittag trainierte Chrisantus bereits mit den Profis an der HSH Nordbank Arena.“

Ja, warum setzte sich Chrisantus nicht durch? Eine gute Frage. Ich weiß es noch, als wäre es heute geschehen. Chrisantus kam, und der HSV, speziell Dietmar Beiersdorfer, wurde gefeiert. So, als hätte der HSV eben einen neuen Pele unter Vertrag genommen. Hinter dem jungen Stürmer waren viele Klubs her, auch englische – sogar der FC Chelsea. Und der HSV machte das Rennen. Und dann kam da so gar nichts. Null. Chrisantus zeigte im Training nichts, und er zeigte in der zweiten Mannschaft nichts. Er wirkte im Training mit den Profis wie ein Fremdkörper. Wenn Manfred Kaltz der „Schweiger“ genannt wurde, dann müsste Christantus eigentlich der „Schweiger hoch vier“ genannt werden. Ich weiß bis heute nicht, ob er reden konnte. Und auch nicht, ob er das Lachens fähig war. Deutsch konnte er auch nicht, und er lernte es auch nicht – der vielleicht größte Fehler, sein größtes Handicap. Und wenn du keinen Kontakt zu deinen Kollegen hältst, ihn auch nie willst, dann hast du im Sport, vornehmlich im Mannschafts-Sport, keine Chance, groß heraus zu kommen.

Chrisantus konnte in der Jugend bestimmt sehr gut Fußball spielen, aber man hatte ihm nicht beigebracht, wie es im Profi-Sport zugeht. Und, das muss ich auch dem Verein ankreiden: Immer wieder wurde, nicht nur bei ihm, gesagt: „Wir drängen ihn zum Deutsch-Unterricht.“ Wenn das tatsächlich geschah, dann war das aber auch schon alles. Kontrolliert wurde nämlich so gut wie nie, ob die Spieler denn auch tatsächlich ihre Deutsch-Stunden absolviert haben. Das wurde uns von etlichen Spielern im Laufe der Jahre immer wieder bestätigt. Ein schweres Versäumnis und ein total unprofessionelles Verhalten eines Profi-Sport-Vereins. Da wird viel Geld investiert, um den Spieler zu verpflichten, aber es wird nicht bis zur letzten Konsequenz kontrolliert, ob der Spieler dann auch alle Vereinbarungen einhält. Und die Sprache des Gastgeber-Landes zu lernen, das ist ja wohl mal möglich – man wird ja auch nicht dümmer dadurch. Mein Vorbild ist in diesem Punkt Tomas Rincon, der schon nach kurzer Zeit prächtig Deutsch sprechen konnte.

Dann gab es noch eine Mail zum Thema 1970, Italien gegen Deutschland 4:3.

„Danke Dieter,

endlich können auch mal die Jüngeren nachlesen, dass wir 1970, drei Monate vor meiner Geburt, total verpfiffen worden sind. Wenn über das Spiel geredet oder geschrieben wird, dann wird das immer total verschwiegen. Ich habe mir die Partie zweimal irgendwann zwischen 1990 und 2010 über die volle Spielzeit angesehen und muss sagen, dass ich wirklich selten einen schlechteren Schiedsrichter gesehen habe.

Um auch mal abschweifen zu dürfen: Zum Halbfinal-Rückspiel HSV-Werder (2-3) reden alle Leute immer nur über die Papierkugel. Ich sage dann immer, dass dies nichts (oder fast gar nichts) damit zutun hatte, weil zweitens eine Ecke nicht immer zu einem Tor führen muss und vor allem weil erstens der Spieler Michael Gravgaard beim Stande von 1-2 ein blitzsauberes Kopfballtor erzielt hatte, welches nicht gegeben wurde. Das Spiel wäre dann anders ausgegangen…

Zurück zu 1970: Im Wikipedia-Eintrag ist nichts von diesem unterirdischen Schiedsrichter zu lesen. Ich würde das am liebsten ändern. Aber ich glaube, ich benötige dazu eine Quellenangabe…
BWSG, Henning

So, und dann war der heutige „Doppelpass” auf „Sport 1” ja mit Hamburger „durchsetzt“. Thomas Helmer wohnt hier, Thomas Doll ist immer noch einer von Hamburgs Fußball-Lieblingen, und Marcell Jansen spielt hier, obwohl der neue Vertrag immer noch nicht unterschrieben worden ist.

Wer es nicht mitbekommen hat, hier die wichtigsten Aussagen von Marcell Jansen. Er sagt . . .

…über die Zukunft von Joachim Löw:
„Ich glaube, dass er sich stellt, weil er etwas vorzuweisen hat. Und er war auch für mich einer meiner wichtigsten Trainer in meiner Laufbahn – eine taktische und fußballerische Ausbildung auf einem sehr hohen Niveau. Natürlich verstehe ich die Emotionalität nach dem Spiel, aber Jogi Löw hatte auch bereits als Co-Trainer 2006 eine ganz immens wichtige Position innerhalb der Mannschaft und hat mich persönlich sehr weit gebracht. Natürlich führt jeder Rückschlag dennoch zu Debatten und dazu, noch einen Schritt draufzusetzen. Das muss jetzt das Ziel sein. Jogi Löw ist da auch so ehrgeizig, das anzunehmen. Es ist doch schön, wenn wir jetzt wieder neue Ziele haben.“

…über fehlende Führungsspieler in der deutschen Mannschaft:
„Was fehlt ist die Frage, ist ein Spieler marketingtechnisch so aufgebaut oder ist er von Natur aus so? […] Und das ist der große Unterschied: Ob man sich in der Öffentlichkeit hinstellt und irgendetwas versucht, damit es sich hinterher gut anhört, oder ist man einfach so wie man ist? […] In der eigenen Darstellung muss jeder selbst Verantwortung für sich übernehmen und sich fragen, wie bin ich als Typ und wie möchte ich rüber kommen. Jeder muss da seinen Weg finden und das ist heutzutage allgemein schwierig, weil alles irgendwie vermarktet ist. […] Das ist eine sehr schwierige Diskussion, weil alles seit Jahren als gut und richtig anerkannt wurde. Jetzt sitzen wir heute hier, weil wir einmal nicht gut gespielt haben und verdient ausgeschieden sind. Wo war die Kritik als es noch lief?“

…über deutsche Spieler, die die Nationalhymne nicht mitgesungen haben:
„Wir haben ab 2006 wieder angefangen, eine Euphorie zu entfachen. Das hat gut getan und da ist auch das jetzige Trainerteam dafür verantwortlich, dass das so Schwung aufgenommen hat. […] Klar sind die Spieler dafür verantwortlich, auf dem Platz zu verkörpern, dass sie für unser Land auflaufen. […] Man muss aber aufpassen, dass man da nicht zu viel rein interpretiert. Dennoch muss man versuchen, sich über die Nationalhymne kurz vor dem Spiel noch eine Extra-Motivation zu holen. Ich denke, dass das bei den Jungs aber auch der Fall war.“

…über die Italiener und das heutige EM-Finale:
„Es ist beeindruckend, wie sie mit der Situation umgegangen sind, weil das ja auch ein Riesen-Druck war – gerade ein Buffon, der ja sehr hart kritisiert wurde. […] Wenn Italien in der Lage ist, in Führung zu gehen, können sie es auch schaffen. Wenn nicht, wird es sehr eng. […] Ich bin der Überzeugung, dass es Spanien macht, aber emotional wäre es auch Italien zu gönnen.“

Und Thomas Doll sagte auf Sport 1 . . .

…über die Entwicklung der deutschen Mannschaft:
„Wir sehen unsere Nationalmannschaft sehr gerne Fußball spielen. Wir können uns damit identifizieren und haben in den letzten sechs Jahren Riesen-Sprünge nach vorne gemacht. Nationen wie England und Frankreich wären froh, wenn sie da stehen würden, wo wir jetzt stehen. Und man kann nicht von einem einzigen Spiel ausgehen – auch wenn es das Halbfinale ist – ob Jogi Löw jetzt der richtige Trainer ist oder nicht. Jogi macht einen klasse Job und ist genau der richtige Mann – und auch der richtige Mann für 2014.“

Und noch ein ehemaliger HSVer hat ich zum Thema Nationalmannschaft und EM geäußert: Günter Netzer. Der ehemalige Manager äußerte sich in der „Bild am Sonntag“, und Insider wissen es vielleicht, wie ich denke: Wenn Günter Netzer etwas sagt, dann hat das in meinen Augen Gewicht. Er ist meine absolute Nummer eins in Deutschland. Der Mann ist super, der weiß wovon er spricht, der weiß auch genau, was er sagt. Das ist niemals ein Blabla:

Günter Netzer hat deutliche Kritik an den Führungsspielern und an der Rundumversorgung in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geübt. Der Ex-Nationalspieler kritisierte nach dem EM-Halbfinale gegen Italien (1:2) in einer Kolumne für die Zeitung „Bild am Sonntag“ besonders Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski. Lahm trete vor den Fernsehkameras „rhetorisch brillant“ auf. Aber in dieser Saison bei Bayern München und in der Nationalelf bei der EM habe er abgesehen vom Spiel gegen die Niederlande „gravierende Abwehrschwächen“ gezeigt. „Ihm sind der Drang nach vorne und die Effizienz verloren gegangen“, sagte Netzer. Podolski sei nur noch ein „Nationalspieler von Löws Gnaden“, Schweinsteiger „einfach keine Führungsnatur“.

Netzer hält die von Bundestrainer Joachim Löw gelobte flache Hierarchie für falsch. „Jede Mannschaft braucht eine Hierarchie. Das haben wir gegen Italien nicht gehabt. Dort waren wir nicht in der Lage, diese Aufgaben zu erfüllen“, schrieb Netzer. Die „paradiesischen Zustände“, wie sie dem Team im EM-Quartier Dwor Oliwski geboten wurden, betrachtete Netzer als „ein wenig zu viel des Guten“. Dass Löw von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach das Vertrauen ausgesprochen wurde, begrüßte Netzer aber. „Löw ist unbestritten einer der besten Trainer der Welt“, sagte er (aufgezeichnet von dapd).

Dann gibt es da noch die Tops und Flops der EM

TOPS

Gastfreundschaft: Die Geschichte der Deutschen in Danzig, Warschau, Lwiw oder auch Charkiw ist eine ganz spezielle – aber in der Gegenwart war es beeindruckend, wie freundlich und herzlich die Menschen in Polen und der Ukraine auch ihre deutschen Gäste bei sich willkommen hießen. Doch trug dazu sicherlich auch bei, dass diese Gäste sich bei ihrem Besuch zu benehmen wussten.

Fratelli d’Italia: Gianluigi Buffon singt sie im Gedenken an seine Großeltern, andere hatten andere Motive – aber alle gemeinsam intonierten Italiens Nationalspieler vor jedem Spiel die Hymne ihres Heimatlandes mit solcher Inbrunst, dass ihnen alleine dafür der Titel gebührte.

Die Königlichen: Fast in Mannschaftsstärke war Spaniens Meister Real Madrid im Halbfinale der EM vertreten, angeführt vom endlich einmal auch in Portugals Nationaltrikot überzeugenden Cristiano Ronaldo. Das Team der Vorrunde war hingegen der VfL Wolfsburg mit dem prompt teuer an Bayern München verkauften Dreifachtorschützen Mario Mandzukic sowie Petr Jiracek, der für Tschechien ebenso zweimal traf wie sein Landsmann und künftiger Teamkollege Vaclav Pilar.

Stratege: Der stets adrette Signore Cesare Prandelli pilgerte nach jedem Sieg von Italiens Nationalteam. Mit innerer Ruhe entwickelte er die perfekte Strategie, wie sich Verletzungssorgen und dem Wettskandal in der Heimat trotzen ließ und darüber hinaus die Exzentriker Mario Balotelli und Antonio Cassano ins Team zu integrieren waren.

Sonderpreis: Mit ihrer Version von „Low lie the fields of Athenry“ sorgten die irischen Fußballfans für den Gänsehautmoment dieser EM. „Wir alle waren beeindruckt von diesen Fans. Sie haben die Ergebnisse ihrer Mannschaft wettgemacht“, sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino über die Anhänger der sieg- und punktlosen Iren. Den Sonderpreis der Uefa, den Präsident Michel Platini ihnen auf Beschluss des Exekutivkomitees überreichen wird, haben sie zweifellos verdient. Fraglich ist nur, ob die Uefa sich nicht besser mit drängenderen Problemen beschäftigen sollte, etwa dem Torklau von Donezk. Und damit zu den…

FLOPS

Schummelei: Löw und der Balljunge und die Tränen von Fan Andrea – in mindestens diesen beiden Fällen schummelte die Uefa gewaltig beim weltweiten TV-Signal. Mindestens deshalb, weil wir nicht wissen, welche Szenen uns womöglich noch in aufgezeichneter Form untergejubelt wurden. Hatte Balotelli womöglich in einem ganz anderen Spiel zwei Tore geschossen? Fakt ist: Manipulation und Zensur empören ARD und ZDF – und nicht nur die.

Gastgeber: Vor vier Jahren waren die Ausrichter Österreich und Schweiz zu schwach für ein Weiterkommen, nun scheiterten auch die dank dieser Rolle ins Feld der EM-Teilnehmer gerutschten Polen und Ukraine schon nach der Vorrunde. Ein Gastgeber mit Erfolgsaussichten wäre also mal wieder schön. Ob aber ausgerechnet Frankreich das 2016 gelingen wird? Vielleicht hilft ihnen ja die Aufstockung auf 24 Teams…

Wertloser Weltrekord: Der EM-Titel war das erklärte Ziel, aber wieder einmal reichte es für Deutschlands beste Fußballer nur zum Halbfinale. Joachim Löw verzockte sich bei der Taktik gegen Italien, Bastian Schweinsteiger war zu keinem Zeitpunkt er selbst, Lukas Podolski spielte erst recht ein schwaches Turnier. Der Weltrekord von 15 Pflichtspielsiegen hintereinander ist wertlos, wenn andere das wahre Ziel erreichen und den Titelgewinn feiern.

Rassismus und Randale: Nationalistische Fahnen und Symbole und menschenverachtende Grunzlaute primitiver Fans waren bestimmende Themen der ersten Turnierwoche. Zum Glück nur der ersten Turnierwoche. Danach waren Russland und Kroatien ausgeschieden – und der friedliche Teil der Fans unter sich.

Störenfriede: Für die letzten Ausraster des Turniers sorgten der Trainer der Ukraine, Oleg Blochin, und Frankreichs Stürmer Sami Nasri. Beide bepöbelten ihnen missliebige Journalisten. Echte Störenfriede waren auch die Egoisten in Hollands Team, Klaas-Jan Huntelaar etwa, der sich selbst wichtiger nahm als den Erfolg seiner „Elftal“.

Und um die EM noch abzurunden, es gibt auch noch die Zitate der Fußball-Europameisterschaft

„Da heißt es, Stahlhelm aufsetzen und groß machen.“ (Deutschlands Assistenztrainer Hansi Flick am Freitag in Danzig auf die Frage, ob es wegen der Schusskünste von Cristiano Ronaldo eine Freistoßwarnung an die deutschen Spieler gegen Portugal geben werde)

„Das ist schließlich nicht Andorra. Obwohl: Gegen Andorra triffst du nicht immer so viel ins Netz.“ (Mittelfeldspieler Roman Schirokow nach dem furiosen 4:1 der Russen gegen Tschechien bei der Fußball-EM)

„Vor dieser Pressekonferenz habe ich noch ein Stündchen geschlafen. Ich bin entspannt wie ein kleines Kind, das seine Hausaufgaben gemacht hat.“ (Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli einen Tag vor dem Gruppenspiel gegen Spanien)

„Egoland – Legoland 0:1.“ (Fans der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter über die Leistung ihres Teams bei der EM-Auftaktniederlage gegen Dänemark)

„Ich werde nur die erste Hälfte der Frage beantworten, weil der Übersetzer weg ist. Ich glaube, er ist auf die Toilette gegangen.“ (Frankreichs Fußball-Nationaltrainer Laurent Blanc bei der Pressekonferenz vor dem EM-Spiel gegen England)

„Darf ich es waschen lassen?“ (Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano zu Nationaltorwart Gianluigi Buffon, der ihm nach dem 1:1 gegen Spanien sein verschwitztes Trikot geschenkt hatte)

„Was hat mal ein ganz großer Kollege von mir gesagt, Giovanni Trapattoni: Ein Trainer ist kein Idiot!“ (Bundestrainer Joachim Löw auf die Frage, wie seine Personalentscheidungen zustande kämen, mehr aus Gefühl oder mehr aus Erkenntnissen)

„Ich habe euch nicht gebeten, zu warten.“ (Torschütze Samir Nasri nach der Dopingprobe beim 1:1 gegen England auf die Anmerkung eines Journalisten, man habe zwei Stunden auf ihn gewartet)

„Ich war schon geschockt über Mario, weil ich noch nie gesehen habe, dass er den Ball so mitgenommen hat. Wenn er solche Aktionen öfter hat, muss man aufpassen, dass er nicht nach Brasilien geht.“ (Bastian Schweinsteiger zum ersten Tor von Gomez beim 2:1 gegen die Niederlande)

„Spanien kann praktisch mit geschlossenen Augen spielen.“ (Irlands Trainer Giovanni Trapattoni nach dem 0:4 gegen Spanien)

„Mir blieb nichts anderes übrig, als den Ball reinzuschießen. Ich hätte 80 Meter wieder zurücklaufen müssen.“ (Lars Bender zu seinem Siegtor gegen Dänemark)

„Beim Spiel der Spanier wird nur der Ball müde.“ (Uefa-Präsident Michel Platini über die körperliche Fitness und das schnelle Kurzpassspiel der Spanier)

„Wenn wir jetzt über einzelne Fälle von Schiedsrichterentscheidungen sprechen würden, säßen wir Weihnachten noch hier.“ (Uefa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina nach dem Torklau von Donezk)

„Bei so einem Spiel dabei zu sein, hätte ich mir allenfalls an der Playstation vorstellen können.“ (Italiens Stürmer Alessandro Diamanti vor dem Viertelfinale gegen England)

„Es ist wie mit einem Ehepaar – wenn du immer alles unter den Teppich kehrst, fliegt das Ganze irgendwann auseinander.“ (Frankreichs Co-Trainer Alain Boghossian über die Auseinandersetzungen nach der 0:2-Niederlage gegen Schweden)

„Wir wissen alle, dass Mario eine schöne Frisur hat. Aber über meine Frisur geht nichts.“ (Marco Reus auf die Frage einer ausländischen Reporterin, ob er wisse, dass seine Frisur noch schöner sei als die von Teamkollege Mario Gomez)

„Ich habe einen Spaten daheim, den könnte ich Jogi Löw schicken, damit er den Maulwurf erschlägt.“ (Hoffenheims Trainer Markus Babbel zur sogenannten Maulwurf-Affäre bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft)

„Das war der schönste Abend meines Lebens.“ (Italiens Stürmerstar Mario Balotelli nach dem 2:1 im EM-Halbfinale gegen Deutschland)

„Wir haben viermal auf die Fresse gekriegt.“ (Mario Gomez nach dem 1:2 gegen Italien im EM-Halbfinale. Mit dem FC Bayern hatte er in dieser Saison dreimal knapp einen Titel verpasst)

„Es gibt keinen Grund, etwas anzuzweifeln.“ (Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nach dem EM-Aus gegen Italien)

„Ich habe viel Wodka getrunken.“ (Uefa-Präsident Michel Platini auf die Frage eines Journalisten, was er in den vergangenen Wochen so getan habe, außer EM-Spiele im Stadion zu schauen)

Und einmal EM habe ich noch – für jene, die am Bundestrainer zweifeln:

Die Positive Löw-Bilanz: Nur sechs Pleiten in 50 Pflichtspielen

Ausgerechnet in seinem 50. Pflichtspiel musste Joachim Löw die vielleicht bitterste Niederlage in seiner Amtszeit als Fußball-Bundestrainer hinnehmen. Es war erst die sechste in einem Wettbewerbsspiel. 39 Siege und fünf Unentschieden stehen für den 52-Jährigen zu Buche. Bei allen drei Turnieren als Bundestrainer konnte Löw den letzten oder vorletzten Schritt mit dem DFB-Team nicht machen, zweimal gegen Spanien und jetzt erstmals gegen Italien. Die sechs Pflichtspiel-Niederlagen unter Bundestrainer Löw:

17.10.2007 Deutschland – Tschechien 0:3 EM-Qualifikation *
12.06.2008 Deutschland – Kroatien 1:2 EM-Vorrunde
29.06.2008 Deutschland – Spanien 0:1 EM-Finale
18.06.2010 Deutschland – Serbien 0:1 WM-Vorrunde
07.07.2010 Deutschland – Spanien 0:1 WM-Halbfinale
28.06.2012 Deutschland – Italien 0:1 EM-Halbfinale * Die deutsche Mannschaft hatte sich wenige Tage zuvor für die EM 2008 qualifiziert (dpa).

Und dann auch noch das ganz kurz zum Thema Frauen-Fußball und Abmeldung der HSV-Bundesliga-Mannschaft:

Der Frauenfußball-Bundesligist FCR Duisburg hat nach eigenen Angaben die Insolvenz-Gefahr gebannt. „Nur mit dem unermüdlichen, monatelangem Einsatz aller Verantwortlichen und der Hilfe der treuen Sponsoren konnte die akut drohende Insolvenz jetzt endgültig abgewendet werden“, hieß es in einer Pressemitteilung des Klubs.
Der FCR musste zuletzt personell einen Aderlass verkraften. Neben Nationalspielerin Annike Krahn, die ihren Abschied am vergangenen Donnerstag verkündet hatte, verlassen unter anderem auch die Nationalspielerinnen Alexandra Popp, Luisa Wensing und Simone Laudehr den Klub. Popp und Wensing schließen sich dem VfL Wolfsburg an, Laudehr wechselt zum siebenmaligen Meister 1. FFC Frankfurt. Krahn will ihren neuen Klub in Kürze bekannt geben.
Der Klub kündigte an, dass es aufgrund der angespannten Finanzlage „auch nach der Rettung nicht möglich sein wird, spektakuläre Neuverpflichtungen zu realisieren“. (SID)

So, nun ist auch Schluss mit lustig. Ich mache mich nun vom Acker (aus der Redaktion), weil es ins „Champs“ nach Schnelsen geht, aus dem am Abend „Matz ab live“ mit unseren Gästen Heiko Westermann und Maximilian Beister (und natürlich mit „uns Scholle“) gesendet wird. Ich werde dort eher in „Schweinsteiger-Verfassung“ auflaufen, also höchstens bei 70 bis 80 Prozent, weil ich immer noch leicht angeschlagen bin, aber dann wird es eben „Scholle“ richten müssen. Wird schon. Ich hoffe doch, dass ihr wieder mit von der Partie sein werdet.
Einen schönen Abend für euch und eure Lieben.

17.39 Uhr

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