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Nach Westermann fällt auch Behrami aus!

6. Dezember 2014

Die Hiobsbotschaft musste gar nicht erst verkündet werden, sie war um 15.28 Uhr offensichtlich. Als die HSV-Spieler den Rasen betraten, um das Abschlusstraining zu absolvieren, fehlte Valon Behrami. Der Schweizer leidet unter muskulären Problemen im Oberschenkel und wird für das morgige Spiel gegen Mainz 05 ausfallen, er fuhr, wie auch der erkrankte Julian Green, nicht mit ins Mannschaftshotel. Mit Behrami muss nach Heiko Westermann noch ein wichtiger Spieler passen – und es ist noch eine große Defensiv-Stütze, die bislang in dieser Saison so eminent wertvoll war. Das ist schon echt Pech, was sich da jetzt im Volkspark versammelt. Im Abschluss-Spielchen vertrat dann – etwas überraschend – Petr Jiracek den verletzten Behrami, der Tscheche wird wohl den Vorzug gegenüber Tolgay Arslan erhalten, der ebenfalls auf der Sechs hätte spielen können – und der heute auch wieder gut trainiert hat. Wer weiß, was das Bauchgefühl des Trainers Joe Zinnbauer noch aus den Stunden bis zum Anpfiff um 15.30 Uhr macht, wer weiß?

 

Die Sendung beginnt um 18:00 Uhr.

 

Der HSV wird wohl, um das einmal vorweg zu nehmen, mit folgender Mannschaft antreten: Drobny; Diekmeier, Djourou, Cleber, Marcos; Jiracek, van der Vaart; Müller, Holtby: Lasogga, Rudnevs. Schiedsrichter der Partie ist Sascha Stegemann vom 1. FC Niederkassel.

Beim HSV auf der Bank sitzen Alexander Brunst, Ashton Götz, Gojko Kacar, Matthias Ostrzolek, Tolgay Arslan, Mohamed Gouaida und Zoltan Stieber. Nicht berücksichtigt wurden Slobodan Rajkovic und Ivo Ilicevic.

 

Die spannende Frage, ob Joe Zinnbauer erstmalig zwei Stürmer von Beginn an aufbieten wird, ist offensichtlich auch am heutigen Nachmittag geklärt worden. Sowohl Pierre-Michel Lasogga als auch Artjoms Rudnevs standen im Angriff – und nahmen sich, so hatte es den Anschein, gegenseitig nicht den Platz und den Raum weg. Und wenn so etwas in der Luft lag, dann erklärte Zinnbauer beiden Angreifern, wie die jeweilige Situation zu lösen wäre. Es mag vielleicht für den einen oder anderen von Euch mutig aussehen, dass der HSV mit zwei Spitzen spielen wird, aber wenn nicht jetzt, wann dann? Gegen Mainz 05 muss ein Sieg her, unbedingt, egal was es kostet, sonst dürfte die Zeit bis zur Winterpause noch äußerst hart werden.

 

Ja, Mainz. Die Mannschaft war zuletzt auch nicht unbedingt in Bestform, verlor auf Schalke mit 1:4. Aber offenbar haben sich die Schalker auch wieder gefunden, denn die Knappen fegten heute den VfB in Stuttgart mit 4:0 vom Acker. Da die Mainzer zuletzt aber über Defensiv-Probleme klagten, muss der HSV ganz einfach etwas (mehr) riskieren. Auch wenn diese obige Aufstellung der Hamburger natürlich sehr offensiv ausgerichtet erscheint. Mal sehen, was draus wird.

 

Gegen Mainz hat es in den bisherigen 16 Spielen immer knappe Ergebnisse gegeben. Sechs HSV-Siege, dazu fünf Unentschieden und fünf Niederlagen stehen dazu zu Buche, 20:19 Tore für den HSV. Zu Hause, im Volkspark, hat der HSV dreimal gewonnen, zweimal wurden die Punkte geteilt, dreimal wurde gegen den Karnevalsverein verloren. Bei 10:11 Toren. Es wird auch morgen wieder eng, da muss ich kein Prophet sein, denn der Sieben-Tore-HSV hat ja bislang nicht das Tore schießen erfunden. Den letzte Heimsieg des HSV gegen Mainz gab es am 17. November 2012, als es ein 1:0 gab. Genau dieses Resultat würde mir auch morgen wieder genügen, und ich denke mal, dass auch Joe Zinnbauer damit zufrieden wäre. Er hat in der Saison 1995/96 immerhin 16 Zweitliga-Spiele für 05 bestritten, er kann sich also gut aus mit den Mainzern. Vielleicht hilft es ja.

 

Und noch ein HSV-Profi trifft auf seinen Ex-Club: Nicolai Müller. Beim HSV war es in der Vergangenheit ja oft genug so, dass gerade ehemalige Hamburger mit Vorliebe gegen den HSV trafen – vielleicht ist es diesmal ja umgekehrt. Müller als Torschütze, das gab es in dieser Saison erst einmal – bei der 1:2-Heimniederlage gegen Frankfurt. Aber morgen hätte das natürlich etwas – bei einem Heimsieg.

 

Und wenn ich an Ehemalige und ihre Tore denke – gerade heute ist es schon ein großes Thema: Eric-Maxim Choupo-Moting schießt drei Treffer gegen Stuttgart und hat als Ex-HSVer nun acht Treffer auf dem Konto. Gemeinsam an der Spitze mit einem weiteren HSVer: Alexander Meier. Der Frankfurter hat ebenfalls acht Tore auf seinem Konto. Und der trifft ja auch vorzugsweise meistens gegen den HSV – „Choupo“ spielt erst am 20. Dezember gegen seinen früheren Arbeitgeber.

 

Und wenn ich mal an dieses Jahr denke, da haben schon einige Ehemaligen gegen den HSV getroffen: Der Augsburger Andre Hahn traf am 27. April beim 3:1 gegen den HSV, Ivica Olic traf für Wolfsburg am 19. April beim 3:1-Sieg in Hamburg, Max Kruse, den zähle ich als Ex-Hamburger mal dazu, schoss den 1:0-Sieg der Gladbacher am 24. September heraus, Änis Ben-Hatira, sonst eher der Vorbereiter als der Torschütze, erzielte zwei Treffer beim 3:0 gegen den HSV (25. Oktober), und noch einmal Olic traf für seinen VfL beim 2:0 gegen den HSV in Wolfsburg. Da würde sich der Name Nicolai Müller ja wunderschön einreihen – einmal umgekehrt. Ich bitte darum. Und Joe Zinnbauer wohl auch.

 

Beim Abschlusstraining heute aber trat Müller kaum einmal auffällig in Erscheinung. Die Stamm-Elf gewann das Spielchen gegen die Reservisten 2:0, in den ersten Minuten erzielten Lewis Holtby und Ronny Marcos, der den Vorzug gegenüber Matthias Ostrzolek erhalten wird, die Tore. Und besonders bei Marcos war Zinnbauer begeistert, der Coach lobte über den ganzen Platz: „Gut gemacht, Ronny, Junge!“ Dass Tolgay Arslan mit einer gehörigen Portion Wut (?) oder Trauer (?) trainierte, und zwar in der B-Elf, das war ihm anzumerken. Er gab sich erstens alle Mühe, gut zu spielen (das gelang!), und er trat gelegentlich auch kräftig zu. Besonders hart war das, als er Dennis Diekmeier recht böse umgrätschte, und auch später gegen Lewis Holtby ging es recht unbequem zur Sache. Holtby seinerseits hatte einmal gegen Ashton Götz die Sense herausgeholt. Ja, es ging schon recht hart zur Sache – und es wurde, das ist auf jeden Fall zu loben, mit einem sehr hohen Tempo gespielt. Hoffentlich auch morgen . . .

 

Nicht am Mannschaftstraining nahm Marcell Jansen teil, der Nationalspieler war vorher auf dem Platz und arbeitete mit Reha-Coach Markus Günther. Jansen sagte mir vor zwei Tagen, dass er hofft, in der kommenden Woche wieder einsteigen möchte – es sieht wohl ganz gut aus. Mehr Geduld muss Maximilian Beister aufbringen, das mit ihm dauert noch – obwohl er heute schon mit dem Ball trainierte. Sah gut aus, aber natürlich hat er noch viel aufzuholen. Nichts zu sehen war von Rene Adler, dafür betrat Heiko Westermann um 15.25 Uhr die Kabine, um sich pflegen zu lassen.

Bei der Gelegenheit: Die Zweite hat auch heute ihr Regionalliga-Spiel verloren, 1:2 gegen Weiche in Flensburg. Und im dritten Spiel in Folge gab es einen Platzverweis, in den Schlusssekunden sah Sven Mende die Gelb-Rote Karte. Die Mannschaft, das muss ich schon sagen, tut mir leid, denn auch heute haben mindestens acht Stammspieler gefehlt! Dagegen an kein Team anspielen, ganz sicher nicht. Aber es ist wohl nicht zu ändern – die Bundesliga geht vor. Natürlich, na klar, sicher.

Was mir noch beim heutigen Profi-Training gefiel: Die gute Verfassung von Johan Djourou. Wie sehr sich der Innenverteidiger, der zu Beginn seiner HSV-Zeit ja arge Form-Probleme hatte, gesteigert hat, ist schon anerkennend zu registrieren. Ich bin ehrlich, ich hätte es ihm in dieser Art und Weise nicht zugetraut. Vielleicht hat dem Schweizer ja die Rolle des Vize-Kapitäns besonders gut getan? Djourou, das ist ihm deutlich anzumerken, will Verantwortung nicht nur an sich reißen, sondern auch vorleben. Typisch für ihn: Nachdem Joe Zinnbauer etwas zu besprechen hatte und der Ball dann wieder freigegeben war, forderte Djourou seine Mitspieler wieder lautstark auf: „So, wieder Spannung!“
Bitte auch morgen – viel Spannung.

 

So, und dann komme ich noch einmal auf meine Geschichte von gestern im Abendblatt zurück, denn der hat eine Welle geschlagen. Es ging da, neben anderen Dingen, auch noch einmal um den Witz-Elfmeter, den der Schiedsrichter (ich lasse den Namen mal bewusst weg – weil ich immer noch einen Rochus auf ihn habe!) gegen den HSV gab. Ich habe danach „Matz ab live“ machen müssen, war also nicht mehr auf Sendung, als bei „Sky“ Dr. Markus Merk als „Ober-Schiedsrichter“ über den Elfmeter sprach. Von ungefähr zehn Seiten habe ich gehört, dass Merk gesagt haben soll: „Klarer Elfmeter.“ Und das war natürlich alles andere als klar – es war natürlich kein Elfmeter.

 

Am Freitag nahm dazu (zu meinem Artikel im HA, Seite zwei) der „Matz-abber“ (oder auch nur Leser?) „Ulli“ Kontakt mit Dr. Merk auf – und Merk schrieb ihm zurück – nun der Original-Text:

 

In Anlehnung des heutigen HA-Artikels habe ich Dr. Merk angemailt und um eine Stellungnahme gebeten. Prompt habe ich nachstehende Antwort erhalten:

…………
“Danke für den Hinweis. Nur ganz kurz. Ich bin ja “Der Verfechter” des Videobeweises. Dies ist aber eine Situation, die immer diskussionswürdig bleibt, grau eben!
Leider wurde ich von Herrn Matz, den ich journalistisch sehr schätze, total falsch zitiert, sollte nicht sein! Ich habe diesen Elfmeter aus SR-SICHT als “absolut vertretbar” bezeichnet und das bleibt er.
Vielleicht schreiben Sie da lieber auch Herrn Matz mit der Bitte nach journalistischer Korrektheit.
Auch ein Videobeweis würde hier wenig nützen. Ist eine SR-Entscheidung nicht klar widerlegbar, dann muss sie bleiben wie entschieden … oder … mehr möchte ich nicht verraten!
Beste, schnelle Grüße aus der Pfalz
Markus Merk”

 

Großartig, Herr Dr. Merk. Obwohl ich keinerlei Unterschied mache, ob nun „Klarer Elfmeter“ oder „vertretbarer Elfmeter“. Weil es eben keiner war. Und das, lieber Herr Dr. Merk, das hätten die Experten an der Seitenlinie, wenn es diese dann gegeben hätte (also der Video-Beweis), sehr wohl bemerkt. Denn der Augsburger Spieler (Djurdjic) kam mit gestrecktem Bein auf Götz zu, das war für jedermann und jederfau (natürlich) unübersehbar – nur der Schiedsrichter sah es nicht, oder wollte es nicht gesehen haben. Dieser Elfmeter, lieber Herr Doktor Merk, hätte niemals gegeben werden dürfen, und das sage ich nicht, weil ich die rote Hose trage. Das hätte ich auch gesagt, wenn Hoffenheim gegen Freiburg gespielt hätte, oder Paderborn gegen Köln. Das war eine fatale Fehlentscheidung, und das müsste eigentlich auch jeder „Ober-Schiedsrichter“ – spätestens nach einer Zeitlupe – erkennen müssen.
Aber, das möchte ich auf jeden Fall versuchen, ich werde mich in der nächsten Woche auch einmal mit Dr. Markus Merk unterhalten – denn wir haben uns eigentlich immer sehr gut verstanden. Mal sehen, ob es mir gelingen wird.

 

Das war es für heute in kurzen Zügen, morgen sind wir nach dem Spiel wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle – mit einem Überraschungsgast (oder sogar mehreren). Ich muss mich selbst überraschen lassen, was das wird. Auf jeden Fall wird es etwas geben . . .

 

Kommt gut in den zweiten Advent, habt noch einen schönen Abend – und dann bis bald, nach dem Heimsieg gegen Mainz.
Dieter

 

18.38 Uhr

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