Archiv für das Tag 'Neuhaus'

Lasogga köpft den HSV zum 1:0-Sieg

11. September 2013

Sieg. Schon wieder. Ein Heimsieg. 1:0 hieß es nach einer Stunde – gegen die U 23 des HSV. Das Tor des Tages erzielte nach einer sehr schönen Rechtsflanke von Michael Mancienne Torjäger Pierre Lasogga per Kopf. Nach einer Halbzeit (30 Minuten) hatte es 0:0 gestanden, das war es über weite Strecken doch ein Spiel wie Faröer gegen Deutschland. Die Profis begannen mit Adler; Sobiech, Djourou, Westermann; Diekmeier, Arslan, van der Vaart, Demirbay, Lam; Beister und Lasogga. In Halbzeit zwei spielten dann Neuhaus; Sobiech, Djourou, Westermann; Diekmeier, Tah, Calhanoglu, Demirbay, Jansen; Beister und Lasogga, später, in den letzten 10 Minuten, kamen noch Mancienne und Rajkovic für Djourou und Westermann.
(Anmerkung: Ich hatte zuerst geschrieben, dass es du diesem Zeitpunkt schon 1:0 stand. Das war aber nicht so. Die Torvorlage von Mancienne war eine seiner ersten Aktionen)


Nach dem Spiel, in dem Maximilian Beister zwei Abseitstore erzielt hatte, befand Trainer Thorsten Fink: „Wenn Rafael van der Vaart keine Schmerzen im Oberschenkel hat, dann ist er gut durch diesen Test gekommen. Von daher sehe ich keine Probleme für kommenden Sonnabend. Wenn er keinen Rückschlag erleidet, wird er gegen Dortmund auflaufen.“ Gut sah es bei dem anderen „Kandidaten“ aus: Marcell Jansen hielt nach seinem Zeh-Bruch gut durch, sodass Fink sagte: „Marcell wird am Freitag auch mit in den Westen fahren.“ Der Trainer vielsagend: „Ich weiß es schon, wie die Aufstellung aussehen wird, aber ich verrate es nicht. Schaun wir mal.“

Ungewöhnlich war, in welchem System die Profis spielten: 3:5:2. Dazu Thorasten Fink: „Wir hatten viele Innenverteidiger an Bord, und es muss alles mal trainiert werden. Vielleicht für die Zukunft, vielleicht mal für eine Halbzeit – es wird sicherlich keine Änderung gegenüber unserem bisherigen System, aber meine Mannschaft soll vieles können, sie soll immer bestens ausgerüstet sein, sie muss alles können, falls wir einmal zurückliegen sollten, oder wir ein Ergebnis halten wollen. Letztlich müssen wir alles können, aber es muss eben auch mal probiert werden.“

Interessant: Jansen könnte durchaus wieder in die Mannschaft rücken, Zhi Gin Lam würde dann vor ihm auf der linken Seite zum Einsatz kommen, denn Thorsten Fink sagt auch: „Wir müssen mal abwarten, wie Petr Jiracek das Länderspiel in Italien verkraftet hat, er spielte 90 Minuten durch, hat danach kaum geschlafen – das werden wir beobachten.“

Putzig: Bei der U 23 spielten Robert Tesche und Gojko Kacar mit, beide Spieler begrüßten ihre (früheren?) Profi-Kollegen überaus herzlich, lagen sich mit ihnen teilweise in den Armen. Witzig allerdings, dass Kacar unmittelbar vor dem Anstoß der Partie (die von Cotrainer Patrick Rahmen souverän geleitet wurde) seinem Gegenüber Dennis Diekmeier per Zeichensprache erklärte, dass er ihn während des Spiels auf die Socken gehen würde. Ein Scherz. Und es kam natürlich nicht zu einem Tritt oder Foul. Diekmeier später lächelnd: „Gojko wollte mich umhauen, aber ich war zu schnell für ihn . . .“ Herrlich.

Apropos umhauen: Nach einem bösen Zusammenprall lag plötzlich Tolgay Arslan am Boden, die medizinische Abteilung wurde auf den Platz gerufen – das sah ganz übel aus. Gegen Braunschweig hatte sich der Mittelfeldspieler eine schmerzhafte Zeh-Prellung zugezogen, diesmal sah es noch schlimmer aus, aber nach zwei Minuten des Bangens stand Arslan wieder – und machte bis zur Pause tapfer mit.

Dabei hatte er schon vor dem Spiel immer noch Schmerzen in seinem Zeh, aber er trainiert damit – und will natürlich am Sonnabend in seiner alten heimat Dortmund auch spielen. Tolgay Arslan zeigt Biss, ist hart gegen sich selbst. „Ich werde es wohl noch die nächsten Wochen noch spüren, aber da muss ich nun durch. Es war gut, dass ich eine Woche Pause hatte, das tat mir gut, aber ich weiß auch nicht, wie lange ich diese Schmerzen noch habe. Am vergangenen Wochenende hätte ich nicht spielen können, aber mit Schmerztabletten dürfte es nun gehen.“

Der HSV-„Sechser“ ist davon überzeugt, dass der 4:1-Sieg aus der vergangenen Saison in und gegen Dortmund seiner Mannschaft noch immer sehr gut tun wird: „Hätten wir da eine Klatsche bekommen, würden wir doch auch daran denken – aber jetzt gibt dieses 4:1 uns schon Selbstvertrauen. Und natürlich auch ein wenig Druck, denn Dortmund wird uns natürlich nach den letzten beiden Spielen richtig ernst nehmen, die werden mit uns noch eine kleine Rechnung zu begleichen haben. Da müssen wir gewappnet sein.“ Aber besteht denn nicht auch die Gefahr, dass der HSV ein wenig übermütig in die kommenden 90 Minuten hinein gehen könnte? Arslan: „Auf keinen fall. Wir wissen, was für einen Super-Kader Borussia Dortmund hat, die standen im Champions-League-Finale in diesem Jahr – die haben Weltklasse-Spieler in ihren Reihen. Und gegen ein solches Team darf man natürlich nicht überheblich auftreten, das könnte sonst ganz schnell dazu führen, dass man da ein paar Dinger fängt . . .“

Marco Reus und Robert Lewandowski sind leicht angeschlagen, noch gab es keine Nachricht aus Dortmund, dass sie bis zum Sonnabend, Anpfiff um 18.30 Uhr, wieder fit sind und gegen den HSV spielen werden. Tolgay Arslan gibt zu: „Natürlich macht man sich Gedanken darüber, ob Reus und Lewandowski spielen werden. Die Borussia hat zwar einen großartigen Kader, aber diese beiden Spieler sind das Nonplusultra, und deswegen wäre es schon von Vorteil für uns, wenn sie nicht spielen könnten. Aber selbst dann, dann könnte sie Jürgen Klopp schon sehr gut ersetzen. Letztendlich aber muss es uns egal sein, wer für Dortmund aufläuft, wir müssen wach sein und auch von Beginn an konzentriert spielen, jeder muss seine Top-Leistung bringen, dann kann man auch dort bestehen. Wir haben es doch schon gezeigt.“

Der neue Mann „an seiner Seite“ wird, weil Milan Badelj ausfallen wird, Tomas Rincon sein – Tolgay „Ali“ Arslan über „Popeye“: „Ich verstehe mich super mit Tomas, auch privat. Und ich muss auch sagen, dass ich im letzten Jahr eine Menge von ihm gelernt habe.“ Was? Ich fragte: „Das Kloppen?“ Scherzhaft natürlich. Arslan: „Nein, das Kloppen nicht, aber so wie er in die Zweikämpfe geht. Das habe ich alles gut aufgenommen, ich freue mich, dass ich neben einem so starken Mann spielen kann. Zumal er einen Tick defensiver spielen wird, was mir ein wenig mehr Freiraum nach vorne verschaffen wird. Ich kann dann etwas offensiver spielen, weil ich weiß, dass er hinter mir steht und mich absichern wird.“

Dann noch einmal, ein letztes Mal, zu einem leidigen Thema. Mancienne und Rajkovic. Was wurde über diese beiden „aussortierten“ HSV-Spieler nicht alles in der letzten Zeit verbreitet? Mancienne und Rajkovic rauf und runter. Rauf und runter. Immer wieder, immer noch einmal, immer etwas Neues. Oder doch nicht?
Die Deutsche Presse-Agentur nahm sich heute des Themas noch einmal an, und das las sich dann so:

HSV-Trainer Fink holt Mancienne und Rajkovic zurück ins Profi-Team

Hamburg – Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat die aussortierten Verteidiger Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic begnadigt. Beide dürfen wieder mit der ersten Mannschaft trainieren. „Sie haben sich ja nichts zuschulden kommen lassen“, sagte Trainer Thorsten Fink der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Sportchef Oliver Kreuzer hatte einige Tage zuvor erklärt, dass es für das Duo „keinen Weg zurück“ gebe von der Regionalliga-Mannschaft zum Profi-Team. „Sonst machen wir uns ja lächerlich“, sagte der Sportchef.
Kreuzer, der gerade im Urlaub ist, hat Fink eine E-Mail geschrieben, nachdem er von der Kehrtwende erfahren hatte. „Oliver hat mir geantwortet, er habe zwar immer was anderes kommuniziert. Aber wenn ich das will, wird das auch so gemacht“, wird Fink zitiert. Dagegen müssen Robert Tesche und Gojko Kacar beim Regionalliga-Team bleiben.

Ich muss gestehen, dass ich die ganze Aufregung nicht so ganz verstehen kann. Mancienne und Rajkovic haben bislang noch nicht mit der U 23 trainiert, sie waren nie in Ochsenzoll (wie Gojko Kacar und Robert Tesche), sondern haben immer (so viel ich jedenfalls weiß) mit den Profis im Volkspark trainiert – sie mussten also auch nicht zurückgeholt werden. Sie sollten weg, das ist klar, sie sollten, so war es vom HSV (Sportchef Kreuzer) angekündigt, vom 1. September an in Ochsenzoll mit der Mannschaft von Rodolfo Cardoso trainieren. Und jetzt hat sich Thorsten Fink anders entschieden. Was in meinen Augen aber nichts mit einer „Begnadigung“ zu tun hat, denn Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic dürfen zwar weiterhin als Profis trainieren, aber sie werden nicht spielen. So lange, wie Heiko Westermann, Johan Djourou, Lasse Sobiech und Jonathan Tah nicht alle vier mit einem Schienbeinbruch (oder Ähnlichem) ausfallen sollten. An der Situation, dass Mancienne und Rajkovic nicht mehr bei den Profis zum Einsatz kommen werden (und sollen), hat sich nichts geändert. Erst dann, wenn die personelle Lage auf einen Notstand hinaus läuft, wenn mindestens drei von den ersten vier Innenverteidigern ausfallen sollten, würde Thorsten Fink die Lage anders einschätzen – und mit einer Begnadigung zu Werke gehen. Oder, im Fall Mancienne, vielleicht auch dann, wenn Dennis Diekmeier verletzt ist und es keine Alternative mehr hinten rechts geben sollte – dann könnte der Engländer doch noch einmal . . .

So sieht die Begnadigung aus, die uns nun schon seit Anfang September verfolgt. Und wahrscheinlich noch eine Weile verfolgen wird – ich glaube es jedenfalls. Zumal Thorsten Fink heute noch einmal ein bisschen Öl ins Feuer gegossen hat, denn im Testkick gegen die U 23 setzte er gegen Ende Mancienne und Rajkovic (noch für wenige Minuten) ein. Ich war überrascht, und fragte mich dazu, ob das dann nicht doch auf eine Begnadigung hinausläuft? Ich steige da nicht mehr so richtig durch, ich bin, das gebe ich zu, ein wenig (mehr) verwirrt – macht Euch selbst ein Bild. Das ist alles schon merkwürdig und kurios. Begnadigung oder keine Begnadigung, das ist her die Frage. Und dazu viel wichtiger: Wie spielt der HSV in Dortmund. Vor einem Jahr sah die Situation viel schlimmer aus, da gab vorher niemand einen Pfifferling für den HSV – doch der bezwang Dortmund dann 3:2. Das dürfte ruhig noch einmal passieren.

PS: Morgen, am Donnerstag, wird beim HSV einmal trainiert, und zwar um 16 Uhr – im Volkspark.

18.34 Uhr

Wieder verletzt – Ilicevic bleibt ein Rätsel

10. September 2013

Der 10. September steht für mich seit dem Vormittag für „Winter-Anfang“. Nur 13 Grad im Volkspark, dazu klatschte ein äußerst unangenehmer und permanenter Regen auf die Schirme – gruselig. Dennoch waren viele Kiebitze nicht davon abzuhalten, ihren „Lieblingen“ beim Training zuzusehen. Aufwärmen, fünf gegen zwei (waren sogar ein paar mehr) und dann Flanken von links und von rechts – nach 70 Minuten war die erste Einheit des Tages beendet. Auffällig bei den Torabschlüssen: Pierre Lasogga traf einige Male bilderbuchartig, sodass die Zuschauer staunten. Auch Heiko Westermann brachte einige sehr gute Kopfbälle ins Netz, im Gegensatz dazu war Slobodan Rajkovic der Hoch- und Weitschütze des Tages – einige Bälle suche sie bestimmt an diesem Abend noch. Einmal mehr eine Augenweide: Torwart Sven Neuhaus, der wieder einmal mit einer Reihe herrlichster Paraden aufwartete. Erfreulich bei diesem ersten Training: Sowohl Tolgay Arslan als auch Marcell Jansen mischten mit – ohne Beschwerden, wie es von außen den Anschein hatte. Es fehlten nur die Nationalspieler, die noch bei ihren Ländermannschaften weilen, und dazu Rafael van der Vaart, Milan Badelj, Ivo Ilicevic und Valmir Nafiu. Morgen, am Mittwoch, soll dann der Tag der Entscheidung für van der Vaart sein. Training oder ein Spiel Pause, das ist dann hier die Frage. Heute am Nachmittag sah das, im Sondertraining mit Reha-Coach Markus Günther, schon mal sehr gut aus – sogar der Ball war schon wieder mit im Spiel.

50 Minuten nach dem Vormittags-Training hatte Reha-Trainer Günther schon eine Einzelschicht mit Milan Badelj absolviert. Für 30 Minuten war eine Laufeinheit angesetzt, der Mittelfeldspieler trabte Runde um Runde – und das sah schon wieder ganz gut aus. Im Kraftraum war derweil van der Vaart tätig, während Nachwuchsmann Nafiu, der von Hüftschmerzen geplagt wird, eine Woche Pause einlegen muss. Ein besonderes Thema ist in diesem Zusammenhang wohl Ivo Ilicevic. Bei ihm zwickt der Oberschenkel. Und für mich ist das ein Buch mit sieben Rätseln – wenn man mit sieben überhaupt auskommt. Eher 47 . . .


Wieso der ehemalige Lauterer immer wieder verletzt ist, das ist aber nicht nur mir ein Rätsel. Es ist unfassbar. Da wird Ilicevic (Thorsten Fink über ihn: „Einen wie Ivo haben wir sonst nicht, er hat großartige Fähigkeiten, ich hoffe und baue auf ihn.“) seit Wochen aus dem Mannschaftstraining herausgenommen, damit er behutsam aufgebaut wird, er wird – wie kein anderer HSV-Profi vor ihm – extra in „Watte gelegt“, und trotz allem verletzt er sich immer und immer wieder. Am Freitag, wir erinnern uns, wurde er eher in die Kabine geschickt – vorbeugend. Damit er sich nicht zu sehr verausgabt und eventuell überbeansprucht wird. Das war so mit Thorsten Fink abgesprochen. Und heute nun das. Es ist zum Verzweifeln – besonders der Trainer muss sich doch fragen, was da schief läuft. Ich habe in über 33 Jahren beim HSV keinen vergleichbaren Fall erlebt, obwohl es etliche Spieler gab, die stets ihre Verletzungen hatten (und pflegten). In der Häufigkeit, wie es nun Ilicevic tut, gab es das aber noch nie – würde ich mal behaupten. Aber gut, egal wie man es dreht und wendet, es ändert ja nichts . . .

Warum ich jetzt als Übergang Marcell Jansen habe – Zufall. Wirklich purer Zufall. Der Linksverteidiger hatte sich vor dreieinhalb Wochen einen Zehbruch zugezogen – und heute stand er Nationalspieler erstmals wieder auf dem Platz und trainierte mit den Kollegen. „Es tatnatürlich noch ein bisschen weh, das ist klar, es ist noch nicht ganz verheilt, aber es macht wieder Spaß ich kann es belasten, nun gucken wir mal, wie es bei und nach den weiteren Belastungen aussieht.“ Thorsten Fink hatte am Dienstag noch erklärt, dass er Zhi Gin Lam als Jansen-Ersatz wohl in der Mannschaft lassen werde, aber Jansen gibt die Hoffnung auf das Dortmund-Spiel noch nicht auf: „Ich werde diese Woche trainieren, ich hoffe dass es dann immer so gut geht, wie in dieser Einheit jetzt, und dann werden wir sehen. Man muss nichts übers Knie brechen, aber wenn es gut läuft – warum nicht? Das hängt aber von dieser Woche ab, ob ich die Spritzigkeit wieder habe, wie es geht. Ich gucke da von Tag zu Tag, erst einmal freue ich mich, dass ich wieder trainieren kann.“ Und heute hat Marcell Jansen noch keine Tablette gegen die Schmerzen genommen – das könnte er dann ja sehr wohl in Dortmund. Wenn er dann ran darf.

Einer, der darf, ist Johan Djourou. Der Innenverteidiger kam von Hannover 96 und war gleich verletzt – Adduktoren-OP. Und zuletzt, gegen Eintracht Braunschweig, machte er sein erstes Spiel, musste aber vorzeitig vom Platz – erneute Schmerzen. Die aber gehören der Vergangenheit an. Djourou sagt: „Ich habe keine Probleme mehr, habe seit über einer Woche das volle Programm mit den Kollegen mitgemacht – es ist alles okay.“ Zumal jetzt auch seine Familie in Hamburg angekommen ist: „Wir haben eine Wohnung, wir haben unsere Möbel – alles super. Und Hamburg ist eine schöne Stadt, wir fühlen uns alle sehr wohl hier.“ Er hätte eventuell zur Nationalmannschaft der Schweiz fahren können (Freitag 4:4 gegen Island, heute in Norwegen), aber er hat mit Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld beschlossen, dass er in Hamburg seine Form stabilisieren soll: „Dann kann ich hundertprozentig im nächsten Spiel dabei sein.“

Johan Djourou ist für den HSV in Dortmund „am Start“, und er weiß, was da auf ihn und seine Kollegen zukommen wird: „Die Borussia hat eine große Mannschaft, technisch starke Spieler, alle sehr schnell, aber wenn man nach oben will, dann muss man gegen sie spielen. Es wird schwer, aber wir werden alles geben, um dort zu bestehen.“ In einem Hexenkessel, in dem 80 000 Fans dabei sein werden. Djourou hat zweimal dort gespielt, zweimal verloren – er sagt über die Arena: „Nach Liverpool ist es das zweitbeste Stadion der Welt.“ Besonders imposant ist dabei die schwarz-gelbe Wand – aber auch gegen die hat sich der HSV schon bewiesen, zuletzt sogar 4:1 gewonnen. Zur Nachahmung empfohlen. Dass es Johan Djourou nun mit Leute wie Marco Reus und Robert Lewandowski zu tun bekommen wird, stört ihn nicht: „Ich habe schon gegen viele sehr gute Stürmer gespielt, richtige Klasse-Stürmer, aber wenn man auf diesem Niveau Fußball spielt, dann trifft man eben auch auf sehr, sehr gute Leute, das will man doch auch – für mich ist das ein Super-Test. Wir wollen dieses Spiel machen, und Angst habe ich nicht, Angst kenne ich nicht. Natürlich hat Dortmund eine sehr gute Qualität, aber die haben wir auch. Und der HSV hat dort zuletzt ja auch souverän gewonnen.“

Apropos Lewandowski. Da gab es heute noch folgende Agentur-Meldung:

Stürmer Robert Lewandowski fehlt der polnischen Fußball-Nationalmannschaft am Dienstagabend im WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino. Der Angreifer von Borussia Dortmund ist vorzeitig zu seinem Club zurückgekehrt. Der 25-Jährige soll sich eine Bänderverletzung im Knie zugezogen haben. Laut BVB besteht vier Tage vor dem Ligaspiel gegen den HSV aktuell kein Grund zur Besorgnis. Eine klare Aussage könne jedoch erst nach Untersuchungen im Lauf des Dienstags getroffen werden.

Ich glaube ja, dass sowohl Lewandowski als auch Reus, der bei der deutschen Nationalmannschaft passen musste, am Sonnabend gegen den HSV fit sein werden. Darauf zu hoffen, dass diese beiden Super-Stürmer ausfallen, das sollte wirklich kein HSV-Fan. Es ist ja noch so viel Zeit . . .

Dann noch einmal zum „Tag der Legenden” zurück, der am Sonntag über die Bühne gegangen ist. Die Deutsche Presse-Agentur wagte heute noch einmal einen Rückblick, der für den HSV (und seinen Anhang) ganz interessant sein dürfte:

Wer an einem Wochenende ohne Bundesligaspiel in aller Munde ist, sollte sich eigentlich glücklich schätzen – es zeigt eine gewisse Bedeutsamkeit. Im Fall des HSV sind im Moment allerdings eher Solidaritätsbekundungen an der Tagesordnung, was für die Verantwortlichen kein gutes Zeichen sein kann. Trotz des Sieges gegen Aufsteiger Braunschweig haben die Niederlagen der ersten Saisonspiele und die internen Querelen um Investor Kühne, Mallorca-Reisen von Spielern und leere Kassen Eindruck hinterlassen. Und führen zu Sympathien für Reformvorhaben.

„Es ist dem Club zu wünschen, dass er zur Ruhe kommt und dass die handelnden Menschen miteinander den Weg gehen“, sagte Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer am Sonntag am Rande des Benefiz-Spiels „Tag der Legenden“ in Hamburg. Dass der Club absteige, glaube er nicht. Aber den momentan Verantwortlichen müsse eben Vertrauen und etwas Geduld geschenkt werden. „Es ist sehr turbulent beim HSV“, stellte auch Ex-Nationalspieler Markus Babbel fest. Sein ehemaliger Mitspieler Thorsten Fink mache seine Sache als Trainer aber gut. Die Mannschaft müsste eben auch mitziehen.

Interessiert diskutiert werden die Reformpläne des ehemaligen HSV-Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Otto Rieckhoff. Er will unter anderem die Fußball-Abteilung aus dem Verein ausgliedern und den Aufsichtsrat zurechtstutzen – und bekommt immer mehr Fürsprecher. „Vielleicht kommen ein paar Umstrukturierungen im Club. Man sieht ja, wie große Clubs funktionieren, wie Borussia Dortmund und Bayern München. Vielleicht sollte man so etwas anstreben“, sagte Ex-HSV-Spieler Hasan Salihamidzic. „Die Struktur ist vielleicht nicht mehr die modernste“, meinte Ex-Sportdirektor Bastian Reinhardt.

Deutlicher wurde da Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. „Jeder mischt sich ein, jeder gibt seinen Kommentar. Alles, was intern besprochen wird, ist am nächsten Tag in der Zeitung“, beklagte Matthäus, dem gelegentlich selbst ein zu laxer Umgang mit der Boulevard-Presse nachgesagt wurde. Beim HSV gebe es aber einfach zu viele „Nebenkriegsschauplätze“, so Matthäus.

Aber egal wie auch immer der HSV von „außen“ betrachtet wird, im HSV selbst werden sich Gedanken gemacht, wie die Zukunft besser zu bewältigen sein wird. Und Ernst-Otto Rieckhoff hat mit seiner „Mannschaft“ (in der, neben anderen, Holger Hieronymus, Ditmar Jakobs und Thomas von Heesen stehen), vor allen Dingen auch mit seinen Plänen, für viel Aufsehen im positiven Sinne gesorgt. Der Initiator von „HSVplus“ hat in diesen Tagen beide Hände voll zu tun. Dennoch schwärmt er: „Das, was wir nach der Präsentation unserer Pläne erlebt haben, ist sensationell. Der Wahnsinn. Davon hätten wir nie zu träumen gewagt. 70 000 Besuche auf unsere Seite ‚www.hsvplus.de“, 13 000 Menschen gefällt das, bei Youtube wurde unser Video bislang von 24 000 Besuchern angesehen – und es gibt nichts Negatives. Alle sind begeistert und wollen uns unterstützen – überwältigend.“

Könnte sein, dass im Januar 2014 nur die Arena im Volkspark als Herberge der Mitgliederversammlung dienen kann, denn wenn wirklich alle die HSV-Mitglieder kommen wollen, die es bislang angekündigt haben, dann reicht auch die größte Hamburger Halle nicht aus . . .

So, ich wünsche Euch nun einen wunderschönen Fußball-Abend mit vielen Toren auf der richtigen Seite.

PS: Zur Beachtung: Am Mittwoch wird im Volkspark einmal trainiert, und zwar um 16 Uhr.

PSPS: Mladen Petric hat nun doch noch einen neuen Verein gefunden, der ehemalige HSV-Stürmer unterschrieb einen Vertrag bei West Ham United – und trifft dort auf seinen ehemaligen HSV-Kollegen Guy Demel. Glückwunsch.

18.21 Uhr

Na bitte: Stilz und das Sondertraining

6. September 2013

War das ein herrlicher Sommertag im Volkspark. Frau M. hat sogar einen Sonnenbrand auf meiner Nase erkannt . . . Hochsommerliche Gefühle kamen da auf, auch wenn es für mich den Anschein hatte, dass es immer weniger Leute waren, die heute trainierten. Was vielleicht auch daran lag, dass Thorsten Fink nicht da war, und dass auch Konditionstrainer Nikola Vidovic nicht auf dem Rasen stand. Die beiden Cotrainer hatten heute am Vormittag das Sagen: Patrick Rahmen leitete das Training, Roger Stilz beschäftige sich – am Rande – einige Zeit mit Nachwuchsmann Dennis Bergmann. Der Abwehrspieler der Zweiten hatte ein reduziertes Programm verordnet bekommen, weil er am Sonntag das Regionalliga-Spiel HSV II bei Eintracht Norderstedt zu bestreiten hat.

Mich erinnerte das Sondertraining an zweierlei: Erstens hatte ich vor genau einer Woche in der Kolumne im Abendblatt über ein solches individuelles Training geschrieben, zweitens habe ich das einst als B-Jugendspieler bei BU bekommen und genossen. Stilz beschäftigte Bergmann mit dem Ball, und ich habe das sehr gerne gesehen. Mein Trainer damals (es war Gerd Krischo, einst ein großartiger Halblinker bei BU und dem Post SV – für diejenigen, die sich im Hamburger Amateurfußball auskennen) hat immer zu uns Knirpsen gesagt: „Jede Ballberührung macht euch stärker.“ Und so ist es auch. Auf diesem Gebiet kann beim HSV schon seit Jahrzehnten (!) viel, viel mehr gemacht werden, und ich hoffe doch mal sehr, dass es unter Thorsten Fink nun forciert wird. Talente, die nach Hamburg geholt werden, die müssen geschult und gefördert werden, auch mit einem gezielten Einzeltraining.

Und das alles ist auch eine Sache der Ansprache. Wenn der Chef-Trainer diesen Talenten erklärt (vielleicht – oder sehr gerne – auch dem einen oder anderen Jung-Profi!), dass es nur zu ihrem Vorteil geschieht, wenn sie einzelne Zusatzschichten schieben, dann werden sie es begreifen. Weil sie dadurch, davon bin ich restlos überzeugt, ganz gewiss stärker werden. Ich habe es kürzlich einem HSVer erzählt: Wer erinnert sich nicht an Talente wie zum Beispiel Gerald Klews und Jens Bochert. Vom HSV aus dem Osten nach Hamburg geholt – mit den größten Hoffnungen. Aber wann immer ich im Norderstedter Herold-Center war, traf ich diese beiden Spieler dort. Sie saßen meistens in einem Cafe, rauchten teilweise still vor sich hin (war damals noch erlaubt) – statt einen Kilometer – mit Ball – weiter gen Norden zu ziehen, um dort in der HSV-Ochsenzoll-Anlage zu trainieren. Gestandene Fußballer haben damals schon über den HSV nur den Kopf geschüttelt, weil: Da werden Talente, auch für einiges an Geld (!), nach Hamburg geholt, aber anstatt sie weiter auszubilden, dürfen diese Spieler den ganzen Tag in einem Einkaufszentrum herum- oder abhängen. Weil ja erst abends um 18 Uhr der erste und einzige Training des Tages stattfindet. Welch ein Wahnsinn – ich kann mich da nur wiederholen.

Wenn ich aber an diese Woche denke, so findet im Moment bei „diesem“ HSV ein erstes Umdenken statt – und das ist auch gut so. Ein Lichtblick! Endlich. Am Mittwoch hatte sich Stilz schon – abseits des Mannschaftstrainings – mit den Innenverteidigern beschäftigt, heute nun (aus gegebenem Anlass – aber immerhin) mit Bergmann. Weiter so! Denn man kann sicherlich den einen oder anderen Spieler noch verbessern und in die richtige Spur stellen, man muss nicht nur kaufen, kaufen, kaufen wollen. Und jetzt dann doch Schluss mit diesem Thema.

Erfreulich ist für mich ebenfalls, dass der leicht angeschlagene Johan Djourou, der gegen Eintracht Braunschweig früher vom Platz gehen musste, die ganze Woche über schon wieder mit den Kollegen trainiert hat. Und wie ich es beobachten konnte, hat er das ohne das geringste Problem überstanden. Das ist prima. Ein kleines Sorgenkind bleibt in Sachen Verletzungen immer noch Ivo Ilicevic, der heute früher in die Kabine ging. Die Kiebitze fragten sich besorgt: „Was ist da los? Ist Ivo wieder angeschlagen?“ Nein, ist er nicht, er wird derzeit aber wie ein rohes Ei behandelt, um so behutsam aufgebaut zu werden. Auch er absolvierte ein reduziertes Programm, es war so mit Thorsten Fink abgesprochen.

Zwei Spieler hatten sich heute kurzzeitig beim Abschlussspiel verletzt: Zhi Gin Lam lag plötzlich am Boden und krümmte sich vor Schmerzen, die medizinische Abteilung aber stellte den Abwehrspieler nach ein, zwei Minuten des Banges aber wieder auf die Beine. Lam war umgeknickt, so schien es mir, ich habe nämlich keinen Zweikampf gesehen, in dem eine Verletzung passiert sein könnte. Als nach dem Spiel (insgesamt dauerte das Training 90 Minuten) einige wie Sven Neuhaus, Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Maximilian Beister und Kerem Demirbay etwas fertig zu Boden gingen (weil sehr intensiv trainiert wurde – bei gleißender Sonne), da zog sich Demirbay den linken Stifel aus und ließ sich behandeln. Mit dem Stiefel in der Hand und einem dicken Verband um den Knöchel ging er (ein wenig humpelnd) in die Kabine. Zuvor hatte er ein wirklich sehr gutes Training abgeliefert – der junge Mann wird ganz sicher kommen, an ihm wird der HSV und sein Anhang, werden wir alle noch viel Freude haben – er ist in meinen Augen so ein Spieler-Typ, den es heute kaum noch gibt, nämlich ein Straßenfußballer.

Und wo ich gerade beim Training bin: Erstaunlich ist für mich, wie sehr sich Heiko Westermann in jede Einheit „reinhängt“. Der Mann gibt immer 100 Prozent, er will gewinnen, egal wie unwichtig auch gerade der Training-Kick ist. Westermann flucht, schreit und wird wild, wenn etwas nicht so läuft – wie er sich das vorstellt. Heute fluchte er nach einem Gegentor zum Beispiel laut: „Mann ist das doof, man ist das doof . . .“ Zur Nachahmung empfohlen, obwohl es auch heute in Sachen Einstellung nichts zu meckern gab, alles Spieler machten sehr gut und engagiert mit. Wie Thorsten Fink gestern schon lobte: „Nach einem gewonnenen Spiel ist die Stimmung gleich viel, viel besser, dann ziehen alle auch hundertprozentig mit. Das macht allen Spaß.“ So ist es. Auch heute gewesen.

Zu diesen Spielern, die emsig trainieren, gehörte auch heute wieder Neuzugang Pierre Lasogga. Er verblüfft alle und jeden. Er wollte doch zunächst nur, so hatte es der aus Berlin gekommene Stürmer angekündigt, mit Reha-Coach Markus Günther auf den „Acker“, um so langsam (aber sicher) Anschluss nach seiner Verletzung (Außenband-Anriss) zu bekommen. Aber nichts da, Lasogga macht alles mit, ist nicht zu bremsen, er gibt Gas – und fühlt sich offenbar sehr wohl. „Ich halte nichts von Terminen und von zeitlichen Ankündigungen, wann was passieren soll oder wird. Genaue Zeitpunkte kann man nie sagen. Und ich will mich nicht unter Druck setzen. Wenn alles klappt und stimmt, dann ist es gut, und so ist es jetzt – ich freue mich, dass alles schon bestens funktioniert. Schmerzen habe ich keine, es ist wirklich alles super – deswegen kann ich jetzt auch so schon einsteigen“, sagt Pierre Lasogga. So könnte es unter Umständen sogar mit dem Dortmund-Spiel klappen.

Darauf hofft wohl auch Lasse Sobiech – der ehemalige Dortmunder. Der 22-jährige Innenverteidiger hatte im Braunschweig-Spiel bis zur 72. Minute auf der Bank gesessen, bevor er für Djourou auf den Rasen kam. Bleibt der Schweizer aber so fit, wie er heute gewirkt hat, so dürfte es für Sobiech schwer werden, am 14. September in Dortmund wieder in die Anfangsformation zu kommen. „Es war natürlich schade, dass ich gegen Braunschweig zunächst nicht gespielt habe, weil ich, wie jeder Spieler, stets gerne auf dem Platz bin, aber jetzt gilt es für mich, im Training Gas zu geben um mich so wieder rein zu beißen. Ich will so schnell wie möglich wieder in die Mannschaft kommen.“

Allerdings hat der Trainer nach einem 4:0-Sieg wenig Argumente (bis hin zu keinem), die Mannschaft zu verändern – wenn er es nicht muss. Und in diesem Falle ist es wohl so, dass er nicht muss. Das weiß auch Sobiech: „Meine Chancen sind sicherlich geringer geworden, nach einem Sieg muss nicht viel gewechselt werden – dennoch bereite ich mich gut vor auf dieses Spiel, und dann wird man sehen, ob man eine Chance hat, in die Mannschaft zu kommen, eingewechselt zu werden – und eventuell das Siegtor zu köpfen . . .“ Westermann und Djourou sind wohl die Innenverteidiger, auf die Thorsten Fink setzt, Lasse Sobiech kommt danach – und sagt selbst: „Ich bin, das habe ich vor der Saison so herausgehört, dass ich die Nummer drei bin – auch wenn es ein offenes Rennen ist. Aber ich habe in der Vorbereitung ganz gut gespielt, wir haben mindestens drei gute Innenverteidiger – wenn nicht sogar mehr, und ich sehe mich da nicht hinten dran, sondern denke, dass ich die Qualität auch mitbringe, um beim HSV Stammspieler zu werden.“ Und er fügt noch kämpferisch an: „Ich werde die Rolle als Nummer drei aber auch gar nicht erst annehmen, sondern werde jede Woche dafür kämpfen, um in die Mannschaft zu kommen.“ Das wird Thorsten Fink sicherlich sehr gerne hören – eine großartige Einstellung.

Zum Spiel in Dortmund befand Lasse Sobiech: „Das werden geile 90 Minuten, das ist ja kein Geheimnis. Ich war zehn Jahre da, es ist für mich das größte Spiel – und in Dortmund, in diesem Stadion zu spielen, das ist so ziemlich das Geilste was es gibt.“

Etwas ganz Geiles hat an diesem Freitag auch „Maxi“ Beister erlebt. Er bekam an seinem 23. Geburtstag erst einmal ein Ständchen seiner Kollegen, und nach dem Training von zwei weiblichen Fans einen ganz besonderen Kuchen: Beister mit einem Sixpack. Habe ich noch nie gesehen, das war mal ein außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk – irgendwo im Internet (oder auch beim HSV-Internet) muss es sogar ein Foto davon geben. Ich glaube fast, dass auch „Scholle“ ein solches Foto gemacht hat.

So, das war es zum heutigen Tag im Volkspark. Auch Rafael van der Vaart war kurz zu sehen, er war zur Behandlung in der Kabine.

Dann komme ich nun zum sportlichen Höhepunkt des Wochenendes: Tag der Legenden am Millerntor. Die Veranstaltung beginnt auf der „Aktionmeile“ auf dem Heiligengeistfeld (NDR-Showtruck, Robo-Keeper, Biathlon, Schießanlage, Kletterwand). Einlass ins Stadion ist um 11.30 Uhr. Es gibt um 12 Uhr ein Warm-up-Spiel zwischen dem Booster Team und dem FC NestWerk. Um 12.55 Uhr beginnt das Stadion-Programm, bei dem die Band „Tonbandgerät“ spielen wird. Um 13.40 Uhr begrüßen Schirmherr Michael Schumacher und Veranstalter Reinhold Beckmann die Zuschauer, um 13.55 Uhr ziehen die Legenden ins Stadion ein. Anpfiff der Partie Deutschland gegen Hamburg ist um 14.20 Uhr. Für Deutschland laufen, neben vielen anderen Fußballern, Matthias Sammer, Jürgen Klopp, Lothar Matthäus, Karl-Heinz Riedle, Thomas Helmer, Tim Borowski, Olaf Thon und Fredi Bobic auf, für Hamburg spielen, neben anderen, Thorsten Fink, Michael Frontzeck, Manfred Kaltz, Thomas Doll, Hasan Salihamidzic, Rachid Azzouzi, Sergej Barbarez, Thomas von Heesen und Jörg Butt auf. Kommentatoren sind an diesem Nachmittag Lou Richter und Kult-Reporter Werner Hansch. Und ich hoffe sehr, dass Ihr auch dabei sein werdet. Es ist für einen guten Zweck, immer dran denken.

Dann bleibt mir für heute nur einen wunderschönen und erfolgreichen Fußball-Abend zu wünschen: Deutschland gegen Österreich. Wird spannend, glaube ich, weil der Charakter dieses Spiels ähnlich dem sein wird, was am Sonntag am Millerntor ablaufen wird: Tag der offenen Tür. Gegen eine geringe Eintrittsgebühr – versteht sich.

PS: Trainiert wird im Volkspark am Montag erst wieder nachmittags, 15 oder 16 Uhr.

17.58 Uhr

0:4 – jeder blamiert sich so gut er kann!

31. Juli 2013

Das war mal wieder ein Auftritt des HSV, der sich gewaschen hatte. Die Hamburger ging in dem Benefizspiel gegen Dynamo Dresden mit 0:4 ein – ein denkwürdiger Auftritt der Rothosen, die sich nach allen Regeln der Kunst bis auf die Knochen blamierten. 80 000 Euro brachte dieser Kick für die Flutopfer ein, aber das war auch schon das einzig Erfreuliche an diesem blutleeren HSV-Auftritt. Das war katastrophal, von der ersten bis zur letzten Sekunde, das war eine erschütternde Anti-Werbung für den Fußball in der Hansestadt – und in dieser grausamen Verfassung hat der HSV auch das Pokalspiel am Sonntag beim SV Schott Jena noch lange nicht gewonnen. Obwohl: Vielleicht hat der HSV ja extra so schlecht gespielt, um den Amateuren noch etwas Mut zu machen oder zu einzulullen, offensiver gegen seine so schwache Hamburger Mannschaft zu spielen? Wer weiß das schon?

Das Spiel sollte für den HSV wohl erst mit dem Anstoß zur zweiten Halbzeit beginnen, denn dann kamen die „Stars“. In Halbzeit eins war so gut wie nichts passiert – auf Hamburger Seite. Das war – mehr oder weniger – ein erschütternder Auftritt. Und zwar dieser Herren:
Drobny; Diekmeier, Tah, Westermann, Aogo; Rincon, Demirbay; Skjelbred, Calhanoglu, Jiracek; Zoua.

Der beste Mann beim HSV war Jaroslav Drobny, wer sonst? Der Torwart Nummer zwei hielt den HSV vor 15 700 Zuschauern im Spiel. In einem Spiel, das in der ersten Viertelstunde erschreckend langweilig verlief. Dann legte Dynamo zu. Schuppan vorbei (15.), Pote vernaschte Heiko Westermann und Jonathan Tah, Drobny hält – Eckball (16.), und dann schoss Dresdens Hartmann aus aussichtsreicher Position drüber (18.). 120 Sekunden später die einzige HSV-Möglichkeit der ersten 45 Minuten: Hakan Calhanoglu schoss einen Freistoß von der Strafraumkante auf das Dynamo-Gehäuse, doch Torwart Pellatz hielt – mit Mühe.

Aber auch danach nur Richtung HSV-Tor. Nach einem Fehlpass von Dennis Aogo lief der ehemalige St.-Pauli-Profi Trojan allein auf Drobny zu, schoss aber am Hamburger Tor vorbei (32.). Anschließend versuchte sich noch Dresdens Quali – Drobny auf der Hut (36.). Gegen das 1:0 aber, das längst überfällig und auch hoch verdiente Führungstor, war der Tscheche im HSV-Tor machtlos, Menze schoss aus 22 (zentrale Position) in den rechten hinteren Winkel – unhaltbar (42.). Sekunden vor der Pause, um das spielerische Debakel noch einmal perfekt zu machen, kreuzte Pote allein vor Drobny auf, doch der Keeper hielt und wehrte den Schuss per Fußabwehr ab – nur Eckball (45.).

Während der Halbzeitpause wurde der ehemalige Nationalspieler Hans-Jürgen „Dixi“ Dörner interviewt, und der Dresdner sagte über den blutleeren Auftritt des HSV: „Die Gegenwehr des Bundesligisten ist nicht so, wie man das erwarten könnte. Der HSV spielt sehr vorsichtig, niemand will sich verletzten – am Sonntag geht es ja im Pokal nach Jena.“

Das stimmt, es geht nach Jena – aber doch für die anderen HSV-Spieler. Eigentlich hätte diese Mannschaft doch richtig Fußball spielen dürfen (und können), aber wahrscheinlich rechnet sich ja jeder HSV-Spieler der ersten Halbzeit noch eine Chance aus, gegen den SC Schott zu spielen . . .

Nach dem Seitenwechsel waren dann Neuhaus, Sobiech, Badelj, Arslan, van der Vaart, Rudnevs und Beister mit von der Partie, gegangen waren Drobny, Diekmeier, Westermann, Rincon, Demirbay, Calhanoglu und Jiracek. Trainer Thorsten Fink hatte diese neuen Leute fast schon energisch auf den Rasen geschickt, so als wolle er sagen: „Geht’s raus und spielt Fußball.“ Das sah auch in den ersten Sekunden ganz gut aus, aber dann ging der Schuss ganz gewaltig nach hinten los.

Trojan schoss, ähnlich wie das 1:0, aus 22 Metern den Ball hoch in die lange rechte Ecke, unhaltbar für Sven Neuhaus (55.). Danach lief Kempe von der Mittellinie über die rechte HSV-Seite (dort sollte Per Ciljan Skjelbred für Diekmeier stehen), er lief und lief und lief, bis weit in den HSV-Strafraum hinein, Milan Badelj lief und lief und lief hinterher, kam aber nicht mehr heran – den Schuss in die kurze Ecke konnte Neuhaus wieder nicht halten (63.). Und auch beim 4:0 für den Zweitligisten (und Fast-Drittligisten!) war Neuhaus chancenlos, denn Schulz hatte den Ball von der linken Seite zurückgelegt, Benyamina umkurvte Tah und drosch die Kugel hoch ins HSV-Tor (65.) – fast ein „Tor des Monats“.

Beim HSV kam noch Valmir Nafiu für Skjelbred (72.), aber es klappte kaum etwas im Spiel. Weder nach vorne ging etwas, noch hinten funktionierte die Defensive. Maximilian Beister schoss zweimal, traf einmal das Außennetz (73.), aber das war es auch schon. Freistöße von Rafael van der Vaart, der sich, das muss man eindeutig festhalten, sich bemühte, das Schiff über Wasser zu halten, sorgten allerdings für wenig Gefahr vor dem Dynamo-Tor. In der Schlussphase erhielt Tolgay Arslan noch wegen eines Frustfouls die Gelbe Karte . . .

Gute Noten beim HSV? Bis auf die Torhüter keine. Das war eher eine faustdicke Blamage, eine spielerische wie kämpferische Blamage. Aber jeder (Bundesliga-Verein) blamiert sich eben so gut er kann.

Kommentar vom Ersten Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz: “0:4 in Dresden, das ist schon ein bisschen zu viel der Städte-Freundschaft. Ich habe mir während des Spiels lange überlegt, wo der HSV-Plan dahinter ist, aber vielleicht erklärt es mir ja heute noch der eine oder andere . . .”

Da wird der Herr Scholz aber lange warten müssen.

Weil es keinen Plan gab. HSV-Sportchef Oliver Kreuzer,

und das ist meine Ergänzung um 21.30 Uhr,

hat vor der so krass versagenden Mannschaft noch eine Brandrede gehalten. Ich hatte mich schon während des Spiels gefragt, was wohl der Herr Kreuzer zu einem solchen bitteren Auftritt sagen würde, und u. a. hat der gesagt:

“Das war eine Katastrophe und an Peinlichkeit nicht zu überbieten.”

Treffender kann man es nicht formulieren, Herr Kreuzer!

20.24 Uhr

0:1 – aber das sah schon besser aus

21. Juli 2013

Der HSV im „kleinen Finale“ des Telekom-Cups gegen seinen „Lieblingsgegner“ Borussia Dortmund. Das macht wohl auch ein wenig übermütig. „Ohne Hamburg wär’ hier gar nichts los“, sangen die HSV-Fans in Mönchengladbach in der Anfangsphase. Wahrscheinlich in froher Erwartung. Die war letztlich nicht so ganz unbegründet, aber eine reelle Siegchance hatte der HSV dann doch nicht. Dortmund gewann nach zwei Niederlagen in der vergangenen Saison gegen Hamburg erstmalig wieder, aber dieser Erfolg fiel mit 1:0 doch relativ mickrig aus. Der HSV zeigte sich verbessert gegenüber dem Auftritt gegen die Bayern, der HSV spielte zeitweise sogar ganz gut mit, aber spielerisch war der BVB natürlich überlegen. Was mich zufrieden stimmte war die Tatsache, dass der HSV kämpferisch dagegen hielt, die Mannschaft wollte sich besser verkaufen als noch am Vorabend… Was nachdenklich stimmte: In 120 Minuten gab es kein Tor für den HSV – natürlich, es ging gegen Bayern und Dortmund, Deutschlands Fußball-Creme.

Der HSV begann gegen den BVB mit folgender Mannschaft:
Sven Neuhaus; Michael Mancienne, Lasse Sobiech, Slobodan Rajkovic, Marcell Jansen;
Tomas Rincon, Petr Jiracek; Per Ciljan Skjelbred, Hakan Calhanoglu, Kerem Demirbay; Artjoms Rudnevs. Auf der Bank saß – neben anderen – Rafael van der Vaart. Neben dem angeschlagenen Dennis Diekmeier (muskuläre Probleme im Oberschenkel) fehlte auch Heiko Westermann, der gegen die Bayern eine Fußprellung erlitten hat. In einem Bundesliga-Spiel, das betonte Sportchef Oliver Kreuzer, hätte Westermann aber zum Einsatz kommen können.
In der zweiten Halbzeit wurden sechs Wechsel vorgenommen: Tolgay Arslan (für Rincon), Rafael van der Vaart (Calhanoglu) und Zoua (Rudnevs) kamen in der 47. Minute, und in der 57. Minute kamen Maximilian Beister (Mancienne), Ivo Ilicevic (Jiracek) und Valmir Nafiu (Demirbay).

Unmittelbar vor dem Anpfiff hatte HSV-Coach Thorsten Fink zur Vortags-Partie gesagt: „Wir waren ein Spielball für den FC Bayern, die schon in einer erstaunlichen Frühform sind.“ Zur eigenen Mannschaft befand der Trainer: „Wenn man die Kraft noch nicht hat, dann fällt es schwer, immer nur hinterher zulaufen.“ Fink befand aber auch: „Mit unserer Vorbereitung bin ich bislang zufrieden.“ Und zum Dortmund-Spiel sagte er: „Der BVB spielt anders als der FC Bayern, wir wollen ein gutes Ergebnis erzielen . . .“

Und das sah dann so aus. Der HSV begann die Partie wie die Vortags-Begegnung mit den Bayern. Die Rothosen wirkten motiviert, engagiert, es waren alle Spieler in Bewegung und sie steckten auch, so mein Empfinden, voller Kampfeslust. Fast alle Spieler gingen mit einer gesunden und erlaubten „Giftigkeit“ zur Sache. Das sah schon mal vielversprechend aus. Und diesmal hatte der Außenseiter sogar die erste große Möglichkeit, als sich Skjelbred in der Mitte durchgetankt hatte, aus 16 Meter (fast) frei zum Schuss kam, aber den Ball doch relativ weit am BVB-Tor vorbeischoss (3.). Im Gegenzug stand die Borussia vor dem 1:0, doch Rajkovic blockte den Schuss von Gündogan noch ab, den Schuss hätte Neuhaus wohl kaum gehalten. Eine ähnliche Szene folgte kurz darauf, wieder rettete Rajkovic, der ja bekanntlich aussortiert werden soll, in höchster Not.

Schlecht sah der Serbe dagegen beim 0:1 aus, als er im Strafraum von Dortmunds Jonas Hofmann ausgetanzt wurde. Den anschließenden 13-Meter-Schuss in die lange Ecke konnte Sven Neuhaus nicht halten (24.) – 1:0 für den Favoriten. So hieß es auch zur Pause.

Beim HSV hatte bis dahin einer überraschend gut gespielt, den eigentlich in Hamburg keiner mehr so recht auf dem Zettel hatte: Michael Mancienne. Der Engländer, der ja auch auf der Verkaufsliste des HSV steht, spielte Rechtsverteidiger, und diese für ihn ungewohnte Position recht gut. Mancienne fuhr gelegentlich energisch dazwischen, wenn er es musste, von seiner sonstigen Zurückhaltung, von seinen üblichen Drei-Meter-Sicherheitsquerpässen, von seinen Streicheleinheiten, die er in Zweikämpfen verteilt war diesmal nichts zu sehen. Und auffällig: Mancienne marschierte einige Mal sogar energisch mit nach vorn.

Und ein durchaus gutes Gefühl hatte ich mit den beiden Youngstern Calhanoglu und Demirbay. Das ist die Zukunft des HSV, davon bin ich überzeugt. Und auch wenn sie noch den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler in ihrem Spiel hatten, so denke ich, dass sie ihre Sache durchaus gut gemacht haben. Sie strahlten Unternehmungsgeist aus, hatten Ideen, waren viel unterwegs – sie wollten. Und sie werden ganz sicher auch in der Bundesliga, in der es ja nicht immer gegen Dortmund geht (!), ihre Sachen machen. Davon bin ich überzeugt.

Ein kurzes Wort noch zu Sven Neuhaus. Ich bin ein Fan von ihm, gebe ich zu. Und die Nummer drei des HSV hat eine Stunde lang (so lange dauerte das Spiel) großartig gehalten. Ich erinnere mich noch an ein Training in Hamburg, als einige Fans moserten und die frage stellten: „Das verstehen wir nicht, dass man noch mit Neuhaus verlängert hat . . .“ Jetzt verstehen sie es vielleicht ein wenig mehr. Und es kann ja immer mal sein, dass entweder Rene Adler (wie jetzt) oder Jaroslav Drobny einmal ausfallen – dann ist es schon gut, wenn man einen solchen erfahrenen Schlussmann noch in der Hinterhand hat.

In der zweiten Halbzeit der Partie gegen Dortmund spielte der HSV zunächst gut mit, dann gab es zwischenzeitlich eine kleine Talsohle zu durchlaufen – in der Endphase stand aber Dortmund mehrfach vor dem 2:0. Einmal schoss Schieber – zwei Minuten vor Schluss – am leeren Tor vorbei. Die anderen können solche Kunststücke ja auch . . .

Schieber, so dachte ich bei mir, ist keiner für den HSV – wäre keiner für den HSV. Aber der HSV hat ja auch einen anderen Stürmer im Auge. Der 27-jährige kroatische Nationalstürmer Nikica Jelovic, der seit einem Jahr für den FC Everton spielt, ist dem HSV angeboten worden – und der HSV zeigt Interesse. Allerdings, das ist vielleicht der kleine Haken an dieser Geschichte, allerdings muss erst verkauft werden. Deswegen war es eventuell auch wichtig Mancienne und Rajkovic noch einmal ins Schaufenster zu stellen. Jelovic, den Oliver Kreuzer aus dessen Zeit bei Rapid Wien kennt (vorher Zulte-Waregem und Hajduk Split, nach der Zeit in Österreich noch Glasgow Rangers), ist 188 Meter groß und würde, so wie es aus der Entfernung aussieht, bestens zum immer größer werdenden HSV passen. Sportchef Oliver Kreuzer gab zu: „Wir beschäftigen uns mit ihm.“

Schnell noch ein Satz von Thorsten Fink: “Das sah doch schon besser aus als am Sonnabend, so weit waren wir von Dortmund nicht entfernt.”
Stimmt.

Noch ein kurzer Nachtrag zum Bayern-Spiel am Sonnabend. Dazu hat Rudi „Tante Käthe“ Völler heute etwas Interessantes gesagt:

„Jetzt haben sie einen Kader, wie es ihn noch nie bei den Bayern gab. Das sind keine Top-11, keine Top-15 – das sind 22 Top-Spieler. Das ist schon erdrückend für andere Clubs. Dass sie auch noch einen Mann wie Thiago fürs Mittelfeld holen, zeigt, wie weit weg sie wirklich sind. Eine andere Kategorie ist das“, sagt der frühere DFB-Teamchef Völler im Bild-am-Sonntag-Interview und prangert damit die angebliche Überlegenheit des Triple-Gewinners aus München an. Der ehemalige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer kontert: „Falls wir in ein paar Jahren wirklich alles abgeräumt haben sollten, könnte man darüber reden, dass wir die Liga erdrücken würden. Rudi ist ein Kumpel von mir, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist diese Diskussion völlig fehl am Platz.“

Weitere Kommentare sind überflüssig. Da soll sich ruhig jeder sein eigenes Bild machen.

PS: Turniersieger wurde, wer hatte es anders erwartet, der FC Bayern, der Borussia Mönchengladbach mit 5:1 vom Rasen “fidelte”. Damit war der HSV ein wenig rehabilitiert, denn die “jungen Fohlen” wurden ja immerhin in ihrem eigenen Stall so richtig vorgeführt.

PSPS: Kleine Hiobsbotschaft am Rande: Neuzugang Johan Djourou muss nun doch an den Adduktoren operiert werden, der Eingriff soll Dienstag vorgenommen werden. Damit fällt der Abwehrspieler sicher 14 Tage (und vielleicht länger) aus und dürfte zum Saisonstart auf Schalke kein Thema sein.

PSPSPS: Am Montag findet im Volkspark kein Training statt.

18.32 Uhr

Viel Optimismus beim “neuen” HSV

1. Juli 2013

Der HSV ist wieder da! Noch nicht der ganze HSV, aber immerhin. Einige. Angeführt von den „Altmeistern“ Rafael van der Vaart, Sven Neuhaus und Paul Scharner tummelten sich vor den 500 Kiebitzen, die am Rande standen, Spieler wie Maximilian Beister, Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Matti Steinmann, Ivo Ilicevic, Tolgay Arslan, Jonathan Tah, Jacopo Sala Valmir Nafiu, Florian Stritzel und der Neuzugang aus Dortmund, Kerem Demirbay, auf dem Rasen herum. Der Rest der Truppe, die Nationalspieler, die noch nach Beendigung der Bundesliga-Saison für ihre Länder im Einsatz waren, kommen entweder am Donnerstag zurück nach Hamburg – oder sie kommen direkt ins Trainingslager im österreichischen Zillertal, das am Freitag beginnen wird. Ansonsten war das heute ein relativ verhaltener Beginn, es wurde weder außergewöhnlich trainiert, noch gab es das eine oder andere Highlight zu sehen. Ich hatte das Gefühl, dass man sich erst wieder aneinander gewöhnen muss, denn es wurde während der Einheit weder viel oder häufig miteinander gesprochen, noch gab es ein Lachen oder andere Gefühlsausbrüche. Das Pensum wurde cool abgespult. Ilicevic und Arslan machten übrigens nicht alle Übungen mit, sie haben immer noch Nachwirkungen alter Verletzungen zu verkraften. In einem abschließenden Spielchen schoss Kerem Demirbay die ersten beiden Tore und hinterließ auch sonst einen guten Eindruck. Ich werde später darauf noch einmal zurückkommen.

Zunächst aber zum Mann des Tages. Zu jenem Herrn, der im Mittelpunkt oder im Blickpunkt des Vormittags stand: Rafael van der Vaart. Der Niederländer sagte nach dem Training, was viele schon während der Einheit staunend festgestellt hatten: „Ich habe mich ganz kurz auf die Waage gestellt und bin dann ganz schnell wieder abgesprungen.“ Während des Trainings hatte ein HSV-Fan schon ein wenig überzogen gespottet: „Van der Vaart sagt sich: Ich bin zwei Ölfässer . . .“ Und ein älterer Herr fühlte sich an frühere Zeiten erinnert: „Ist Buffy Ettmayer zurück . . ?“ Ganz so schlimm war es dann doch noch nicht. Unübersehbar aber war, dass der „kleine Engel“ ein wenig, ein klein wenig, zugelegt hat. Für Trainer Thorsten Fink dennoch kein Grund, zu meckern oder gar auszurasten. Völlig ruhig sagte der Coach: „Es gibt allgemein keine besonderen Auffälligkeiten.“ Auf die Lacher in der Runde hin sagte der Coach: „Haben Sie etwas gesehen?“ Dann fuhr er fort: „Es ist klar, dass man im Urlaub leicht zunimmt. Meine Erfahrung sagt, dass man seine Läufe machen soll, die Spieler haben ja alle ein kleines Programm mit in den Urlaub bekommen, alles andere ergibt sich dann im Laufe der Vorbereitungszeit. Und meine Erfahrung sagt mir, dass man sich im Urlaub schon ein wenig ausruhen soll, wenn man das nicht macht, dann wird es während der Saison auch mal schwierig.“

Rafael van der Vaart befand zum ersten Trainings-Tag der neuen Saison: „Es ist immer wieder schön, anzufangen, auch wenn es nach dem Urlaub hart ist. Trotz allem ein guter Tag, die Sonne scheint, die Plätze sind super – es passt.“ Zu seinem Gewicht befand der Niederländer: „Ich habe ein wenig zu viel auf den Rippen, aber ich kann im Trainingslager ja wieder abnehmen. So schlimm ist das alles nicht. Einmal im Jahr vier, fünf Wochen Urlaub zu haben, das tut uns ganz gut, dann genießt man – und das habe ich getan.“

Zur sportlichen Lage des HSV sagte van der Vaart: „Es sind schon ein paar Neue da, und hoffentlich bekommen wir auch noch einen Stürmer, das ist die wichtigste Position. Einer der ein paar Tore macht und uns weiterhilft, dann können wir einen Platz in der Europa League angreifen. Aber wir brauchen noch Qualität.“ Und speziell zu Roque Santa Cruz, der ja immer noch gedanklich über dem Volkspark schwebt, urteilte v.d.V.: „Wenn er käme, wäre das schon super. Ein großer Name, ein großer Spieler – ich hoffe, dass er kommen wird, seinen solchen Mann brauchen wir. Würde er uns verstärken, wäre es für uns sicherlich etwas einfacher.“ Und dann fasste der HSV-Kapitän noch kurz und treffend zusammen: „Der HSV muss ganz einfach in Europa spielen, alles andere ist nichts wert.“

Dazu muss aber noch einiges mehr passieren – als zum Beispiel in der vergangenen Saison. Die Achterbahn-Fahrt sollte sich möglichst nicht wiederholen. Das weiß auch die „ewige 23“: „Wir müssen konstanter werden, ganz klar. Es kann doch nicht sein, dass man in Dortmund ein Super-Spiel abliefert und gewinnt, und dann zu Hause nicht nachlegen kann. Das müssen wir ändern, denn die Konkurrenz ist sehr hart.“ Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft, denn der Niederländer sagt auch noch: „Wenn der neue Verteidiger sehr gut ist, dazu noch Santa Cruz, und wir haben eine gute Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern, dann können wir uns freuen. Ich hoffe darauf.“

Und die Voraussetzungen sind ja in diesem Jahr nicht die schlechtesten, denn mit Jacques Zoua und Johan Djourou, der heute den sporttauglichen Test bestand und einen Ein-Jahres-Leihvertrag unterschrieb, sind bereits zwei neue Spieler verpflichtet – und Nummer drei und Nummer vier stehen bereits vor der Tür. Santa Cruz zum Beispiel soll bis zum Mittwoch, spätestens aber bis diesen Donnerstag erklärt haben, ob er zum HSV kommen will – oder nicht. Im Moment, so sagen es Insider, hat Malaga aber wohl die besten oder besseren Karten. Dazu gesellten sich auch noch als Interessenten – neben dem HSV – Stoke City und der FC Bologna. Und bei Lasse Sobiech sieht es so aus, dass sich der HSV mit dem Spieler wohl einig ist, noch nicht aber mit dem abgebenden Verein Borussia Dortmund. Aber auch das soll und könnte sich schnell ändern.

Thorsten Fink wirkte ob dieser Lage optimistisch: „Ich bin jetzt erst einmal zufrieden, denn wir haben schon gute Einkäufe getätigt. Und natürlich wäre ich noch mehr zufrieden, wenn wir noch etwas mehr tun könnten.“ Grundsätzlich aber sagte der Coach: „Ich bin froh, dass die Arbeit auf dem Platz wieder beginnt, das ist mein Thema, und das wir jetzt schon zwei Spieler haben, dass ist auch wichtig. So kann man früh gemeinsam arbeiten und reinkommen, und man kann gleich am Anfang da sein. Gleich am ersten Spieltag da zu sein, das ist ganz wichtig, dass man nicht gleich der Musik hinterher läuft.“ Wie im vergangenen Sommer.

Über den stürmenden Neuzugang Zoua verriet Fink: „Das ist ein junger Mann, der hier nicht gleich 20 Tore schießen soll. Er ist erst 21 Jahre alt, der hervorragende Qualitäten hat, der ins System passt – er ist ein Spieler, den wir gebraucht haben, den ich mir gewünscht habe.“ Über Roque Santa Cruz sagte Thorsten Fink: „Ein guter Spieler, natürlich, aber ich weiß gar nicht, warum alle Leute schon so darüber Bescheid wissen, wieso darüber schon gesprochen wird und wurde, denn ich haben niemandem etwas gesagt. Roque ist ein hervorragender Stürmer, der ins System passt, der schnell ist, der technisch super ist – und der vor allem auch charakterlich ganz stark ist. Aber ob das mit der Verpflichtung jetzt etwas wird, das müssen wir nun mal abwarten.“

Sollte Santa Cruz nicht kommen, dann hat der HSV, das verriet Sportchef Oliver Kreuzer, auf jeden Fall auch einen Plan B in der Tasche. Fink: „Wir sind immer vorbereitet, alles andere wäre ja schlecht, Letztlich aber müssen wir schauen, ob und wie etwas geht, das ist ja auch eine finanzielle Frage. Ein neuer Mann muss ja besser sein, als die Stürmer, die wir haben, und er darf natürlich nicht zu teuer werden. Und dafür muss man schon sehr weit gucken – aber wir haben sicherlich auch schon etwas im Auge.“

Ich bin gespannt, wie sich die jungen Leute im Team entwickeln und präsentieren werden. Hakan Calhanoglu (der in der Türkei noch an der U-20-WM teilnimmt) und Kerem Demirbay, der heute schon mal einen vielversprechenden Eindruck hinterließ. Thorsten Fink über den aus Dortmund geholten Mittelfeldspieler: „Er ist ein Achter. Technisch ein sehr guter Mann, guter linker Fuß, der erste Eindruck war positiv – aber das alles habe ich schon vorher gewusst, denn sonst hätten wir ihn ja nicht gekauft . . .“ Fink ergänzend: „Kerem hat in der dritten Liga beim BVB schon Verantwortung übernommen, er war Stammspieler, er wird bei uns bleiben. Und wenn er dann gut ist, wenn er dann besser ist als andere – warum soll er dann nicht bei uns spielen. Natürlich ist das Tempo in Liga ein höher als in Liga drei, man wird sehen, wie er damit umgehen kann – und mir hat Jürgen Klopp schon mal zu mir gesagt, dass wir da der Borussia einen guten Mann weggeschnappt haben. Ich habe nur Gutes über Kerem gehört. Er ist gut in der Spieleröffnung und er hat keine Angst. Wir brauchen Spieler, die keine Angst haben. Weil wir auf Dauer nicht im Mittelmaß bleiben wollen.“

Und noch ein junges Talent stand im Blickpunkt: Jonathan Tah. Der Innenverteidiger könnte, wenn zwei (oder drei) sich streiten (Djourou, Sobiech, Heiko Westermann) durchaus der lachende Mann sein. Fink über den Jugend-Nationalspieler: „Er macht ja noch sein Abitur, und das ist auch gut so, denn wenn man noch ein zweites Standbein hat, ist das immer eine gute Sache. Er ist ein hervorragender Spieler, ein riesiges Talent, ich bin fest davon überzeugt, dass er sich in Zukunft bei uns durchsetzen wird. Ich werde ihn auf jeden Fall fördern und fordern, und trotzdem muss man wissen, dass er ja aufgrund der schulischen Anforderungen nur zweimal die Woche mit und bei uns trainieren kann. Aber die Schule ist ja auch wichtig.“ Dann fügt Fink hinzu: „Letztlich aber ist es so: Wenn er besser ist als andere, dann wird er auch spielen.“

Harte Zeiten also für Paul Scharner, Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic (der noch nicht in Hamburg weilt), da muss man kein Prophet sein. Sportchef Kreuzer zur Lage der Innenverteidiger: „Wir haben gesagt, dass wir wahrscheinlich mit Heiko Westermann, mit Johan Djourou, mit wahrscheinlich Lasse Sobiech und mit dem Riesen-Talent Jonathan Tah in die Saison gehen wollen. Das würde bedeuten, dass die anderen drei Innenverteidiger es schwer haben werden, in den Kader zu kommen. Da muss man mit offenen Karten spielen, das habe ich den Spielern oder ihren Beratern auch schon gesagt. Das sind keine Spieler, die aussortiert werden, das sind Spieler, die ganz normale Kader-Spieler, aber sie müssen wissen woran sie sind, und das habe ich getan.“

Und dann gibt es ja noch die drei „Aussortierten“ Marcus Berg und Gojko Kacar werden in nächster Zeit bei und mit der Regionalliga-Mannschaft von Rodolfo Cardoso trainieren (müssen), und auch Robert Tesche würde es so ergehen, aber der weilt zurzeit im Ausland. Panathinaikos Athen hat angefragt, und nun wartet Kreuzer auf ein vernünftiges Angebot aus Griechenland.

So, dann gibt es noch zwei Dinge, die ich am Sonntag geschrieben habe und zu denen ich mich jetzt noch einmal – wie versprochen – schlau gemacht habe.
Erst ging es um die Hamburger U-15-Auswahl, die zurzeit in Duisburg ein Turnier spielt. In diesem HFV-Team steht ein (ich wiederhole: ein) HSV-Spieler – und bis auf einen Spieler aus Curslack und einen vom ETV – dazu nur noch St.-Pauli-Spieler. Insider wissen, dass es schon seit Jahren Ärger, Krach oder eine gewisse Disharmonie zwischen dem HSV und dem HFV gibt, und deswegen tritt diese U-15-Auswahl auch in genau dieser Zusammenstellung an. HSV-entschlackt.

Ich sprach darüber mit dem Hamburger Verbands-Trainer Uwe Jahn und fragte, wieso der Streit immer noch nicht beigelegt worden ist. Jahn: „Wir haben die Zusammenarbeit damals nicht aufgekündigt, sondern der HSV. Das Schreiben trägt die Unterschriften von Nachwuchs-Chef Bastian Reinhardt und dem Jugend-Chef-Trainer Paul Meier.“ Der bisherige Sportchef Frank Arnesen, der von diesem Schreiben – und der verfahrenen Hamburger Situation wusste, hat dazu nie Stellung bezogen. Uwe Jahn hat im Herbst und zuletzt im November Gespräche mit dem neuen HSV-Nachwuchs-Chef Michael Schröder geführt, um die Situation zu bereinigen, aber der Verbands-Trainer sagt heute: „Michael Schröder wollte sich wieder bei mir melden, das aber ist bis heute nicht passiert.“

Auch Club-Chef Carl-Edgar Jarchow hatte sich diese Dinge angehört und wollte sich in irgendeiner Form einschalten, aber auch das ist bislang unterblieben. Offenbar will der HSV immer noch keine Zusammenarbeit. Obwohl ich mir – als Außenstehender, aber früher selbst einmal Auswahlspieler – vorstellen könnte, dass es für den einen oder anderen Jugendlichen sehr wohl schon eine sehr gute bis hervorragende Sache wäre, für die Auswahl des Hamburger Fußball-Verbandes zu spielen. Uwe Jahn teilt meine Auffassung, sagt aber auch resümierend (und ein wenig traurig?): „Im Prinzip hat sich der HSV aus der Hamburger Fußball-Familie verabschiedet . . .“

Punkt zwei, den ich aufklären wollte, war das Gerücht um die „Struktur-Veränderer“ im HSV, Ernst-Otto Rieckhoff und Jürgen Hunke. Ich hatte zuletzt (frohlockend) geschrieben, dass sich nicht nur diese beiden Herren zum Wohle der Sache und zum Wohle des HSV arrangiert haben und zusammenarbeiten wollen, sondern dass auch frühere Feindschaften ruhen, um die gute und lebensnotwendige Sache voranzutreiben. Daraufhin erhielt ich Post und Anrufe, dass dem wohl nicht ganz so sei. Rieckhoff hätte in Anschreiben an seine Unterstützer unter anderem auch diesen Satz geschrieben:

„Um Missverständnissen aus Presseveröffentlichungen vorzubeugen: Ich hatte einen Dialog mit Jürgen Hunke, ich arbeite aber nicht an einem gemeinsamen Konzept mit ihm.“

Ich habe heute mit Ernst-Otto Rieckhoff telefoniert und mir den Stand der Dinge mal schildern lassen. Er sagte mir: „Ich arbeite mit mehreren Leuten an einem Konzept, das mehrheitsfähig sein wird. Ich arbeite nicht mit Jürgen Hunke zusammen, aber wir haben miteinander gesprochen und werden auch weiterhin den Dialog suchen. Das soll aber auch nicht heißen, dass wir gegeneinander arbeiten.“

Das mit dem „gegeneinander“ wirkte auf mich wie eine Erleichterung. Es geht nämlich nur miteinander – und nicht gegeneinander. Wird zerstritten an diesem wichtigen Punkt im Leben (jawohl, im Leben) des HSV gearbeitet, hat keine Gruppe eine Chance. Das sollten alle, nicht nur die beiden Herren Rieckhoff und Hunke, erkennen. Es kann jetzt nur noch um den HSV, um diese drei für uns alle so wichtigen Buchstaben gehen, und um nichts anderes, um keine Eitelkeiten jeglicher Art. Nur der HSV sollte jetzt noch im Mittelpunk aller Aktivitäten stehen, und alle anderen Sachen wie Animositäten oder Feindschaften sollten endlich einmal ruhen oder am besten ganz und für immer vergessen werden.

Bitte, ihr lieben Leute, bitte denkt nur an diesen Verein und an diese Buchstaben – und nicht (so sehr) an euch!

Dann gibt es noch eine neue Partnerschaft; die meisten werden es, vielen dank dafür, schon aus der Bild erfahren haben – ich schreibe es trotzdem:

Der HSV hat mit Coca-Cola einen neuen Partner gewonnen, der die Rothosen ab dem 1. Juli unterstützen wird. Der Getränkehersteller versorgt als offizieller Supplier des HSV mit Beginn der neuen Saison die Besucher der Imtech Arena und die Mannschaft mit einer breiten Palette alkoholfreier Getränke und wird mit ausgewählten Werbepräsenzen im Umfeld der Arena und des Stadions sichtbar sein. Der neu abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Coca-Cola eine starke Marke für uns gewinnen konnten”, sagt Joachim Hilke, Vorstand Marketing/Kommunikation des HSV. “Die Partnerschaft mit einem weltbekannten und ebenso traditionellen wie innovativen Unternehmen ist ein Gewinn für den HSV und gleichzeitig Beweis für die Bekanntheit und Stärke der Marke HSV.”
„Der HSV gehört zu den ersten Adressen der Fußball-Bundesliga und Aushängeschildern der Hansestadt Hamburg. Wir freuen uns sehr, dass wir nach zehn Jahren gemeinsam mit dem HSV wieder eine Partnerschaft eingehen”, sagt Jens Arne Jänecke, Geschäftsleiter Nord von Coca-Cola. “In diesem Rahmen werden wir neben der Getränkelieferung auch verschiedene Aktionen innerhalb und außerhalb des Stadions für die HSV-Fans durchführen”.

PS: Morgen, am Dienstag, wird in Etappen beim HSV trainiert. Weil es vor allem um die Laktatwerte, die gemessen werden, geht. Morgens um 10 Uhr beginnen fünf Spieler mit dem Training auf dem Rasen an der Arena, der Rest ist innen drin beschäftigt – und umgekehrt. Auch am Nachmittag soll und wird es wohl so laufen (von 15 Uhr an).

PS: Das DFB-Pokalspiel des HSV beim SV Schott Jena findet am 4. August (Sonntag) statt, Anpfiff ist um 16 Uhr.

PSPS: Thorsten Fink trägt zurzeit übrigens einen Vollbart. Ob der dran bleibt? Der Trainer ließ es offen. Vorerst wohl auf jeden Fall, denn Fink sagt: „Ich überlegen noch, ob er dran bleibt, aber meiner Frau gefällt es so – deswegen bleibt er auch erst einmal dran.“

Und ganz zum Schluss: Ich entschuldige mich für diesen langen, viel zu langen Text, ab morgen versuche ich mich wieder einzukriegen. Gute Nacht!

18.21 Uhr

Nun aber – die Saisonbilanz, Teil eins

9. Juni 2013

Es tut sich was. Leider nur bei anderen Clubs. Beim HSV ruht, erwartungsgemäß, noch ganz still er See. Neuerwerbungen? Pustekuchen. Und Verkäufe? Fehlanzeige! Fast jedenfalls. Nur in Sachen Marcus Berg tut sich wohl etwas. Der Schwede soll, das berichtete der Kicker, nach übereinstimmenden schwedischen und griechischen Medienberichten bereits mit dem griechischen Klub Panathinaikos Athen einig sein. Der 26 Jahre alte Stürmer wird angeblich am Montag in der griechischen Hauptstadt zum Medizincheck erwartet und soll danach einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Na bitte. Das klingt doch gut.

Ansonsten aber ist ja auch noch so viel Zeit. Zudem kommt der HSV ja – zumindest in den letzten Jahren – immer sehr schwer aus den Puschen. Erst einmal verkaufen, damit Geld reinkommt. Und das mit dem Verkauf ist ja auch so eine Sache. Wer will schon Spieler, die der HSV aussortieren möchte, kaufen? Und das noch möglichst zu einem Spitzenpreis. Das hat Frank Arnesen nun ein Jahr lang nicht hinbekommen, und der neue Sportchef Oliver Kreuzer nimmt seine Arbeit ja auch erst am Dienstag auf. Ob er dann mit den von Trainer Fink aussortierten Robert Tesche und Gojko Kacar beginnen wird? Oder steht dann doch eher Heung Min Son ganz oben auf der Prioritätenliste? Bei Son hapert es ja schon lange. Während der Saison, in der sein Verbleiben (?) so oft in Aussicht gestellt worden ist, und jetzt zu Beginn der Sommerpause wieder. Eigentlich sollte mit Leverkusen doch schon alles klar sein – aber das scheitert wohl bislang an dem bevorstehenden Verkauf von Leverkusens Nationalstürmer Andre Schürrle zum FC Chelsea. Wenn dieser Transfer perfekt ist, dann wird wohl auch Son als Bayer-Neuzugang offiziell begrüßt werden können.

Also üben wir uns in Geduld. Mehr bleibt auch nicht. Per Ciljan Skjelbred hat es uns ja vorgemacht, dass man einen langen Atem braucht. Vier Jahre hat er nicht in der norwegischen Nationalmannschaft gespielt, nun feierte er sein Comeback. Ein kurzes, aber immerhin. Gegen (und in) Albanien wurde der HSV-Mittelfeldspieler in der 84. Minute eingewechselt, dann erzielte Norwegen (drei Minuten später) das Tor zum 1:1-Endstand. Immerhin nicht verloren. Wie auch Tomas Rincon, der mit Venezuela ebenfalls ein 1:1 schaffte, und zwar im Auswärtsspiel in Bolivien. Tschechien erreichte mit Petr Jiracek (und Jaroslav Drobny auf der Bank) im Team einen Achtungserfolg, denn es gab gegen Italien ein 0:0. Dagegen blamierte sich Kroatien mit den HSV-Profis Milan Badelj und Ivo Ilicevic mit einem 0:1 daheim gegen Schottland. Lettland traf es noch härter, denn es gab im Heimspiel gegen Bosnien-Herzegowina eine 0:5-Klatsche – die HSV-Torschützenkönig Artjoms Rudnevs von der Bank aus betrachten durfte.

Ich habe von all diesen WM-Qualifikationsspielen, das gebe ich zu, herzlich wenig gesehen, obwohl ich sonst alles sehe, was nach Fußball aussieht. Aber diesmal war ich viel auf Achse. Am Sonnabend traf ich bei einer Party eine „schöne Fee“, die mir ins Ohr flüsterte: „Hasan Salihamidzic ist ohne Verein und wäre ablösefrei zu bekommen. Er ist zwar mittlerweile 36 Jahre alt, aber er ist noch topfit. Und der HSV hat ja wenig Geld für neue teure Spieler – falls er den Brazzo nach Einsätzen bezahlen würde, wäre es doch einen Versuch wert. Oder?“ Naja. Ich bin kein Salihamidzic-Fan, muss ich zugeben. Und zuletzt in Wolfsburg hat er ja auch kaum noch gespielt- obwohl dafür nicht sein Alter ausschlaggebend gewesen sein soll. Wenn ich an den „Brazzo“ denke, er hat ja von 1996 bis 1998 für den HSV gespielt, dann habe ich immer Uli Hoeneß in den Ohren. Weil der FC Bayern ja dann der neue Arbeitgeber von Salihamidzic geworden war. Hoeneß sagte mir einmal: „Der Brazzo ist ein Phänomen für mich, so einen hatten wir hier noch nie. Der arbeitet jeden Tag wie ein Besessener, der gibt immer alles – und eines ist ganz besonders wichtig: er will sich jeden Tag verbessern.“ Was er in München ja auch wohl geschafft hat. Aber ich denke trotz allem, dass seine Zeit mit 36 wohl doch eher vorbei ist. Selbst für den klammen HSV. Oder hat da jemand eine andere Meinung?

Vielleicht ja auch erst dann, wenn man Hasan, den „Altmeister“, mit jenen Spielern vergleicht, die der HSV in der vergangenen Saison in der Abwehr hatte. Ich möchte heute, weil es doch einige „Matz-abber“ so gewünscht haben, mit der bislang ausgebliebenen Saison-Benotung der HSV-Spieler – und zum Schluss auch der Offiziellen – beginnen. Zuerst mit der Abwehr.

Rene Adler erhält von mir die Note eins – aber ich arbeite ja auch nicht bei einem Fachblatt. Der Nationaltorwart hat eine überragende Saison gespielt, in der er sich nur einen „Aussetzer“ erlaubte, nämlich den beim 1:5 in Hannover. Ansonsten hat Adler den HSV, davon waren und sind immer noch viele HSV-Altmeister restlos überzeugt, viele Punkte gerettet. Allein in der Hinrunde sollen es, so wurde mir oft genug vorgerechnet, acht bis zehn Punkte gewesen sein. Natürlich hat Adler 52 (von insgesamt 53) Gegentore geschluckt, und das ist schon eine gewaltige Zahl, aber ohne Adler hätte der HSV wahrscheinlich 75 oder mehr Treffer kassiert. Ich glaube, dass noch nie ein HSV-Torwart so viele „Unhaltbare“ gehalten hat, wie Adler – ihm ganz nahe kam, so denke ich, wohl Frank Rost. Note eins.

Jaroslav Drobny ersetzte Adler zweimal, und zwar beim 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach (16. Februar) und beim 1:1 gegen Wolfsburg (5. Mai.). Beide Male zeigte er, dass er nichts von seinem großen Können verlernt hat. Immerhin ist er ja auch noch in der Nationalmannschaft der Tschechen noch der Ersatzkeeper. Was Drobny ansonsten auszeichnet? Er ist ein absoluter Teamplayer und sorgt praktisch Tag für Tag für gute Stimmung. Allein deswegen musste er gehalten werden – und wurde er ja auch. Note drei.

Sven Neuhaus ist Torwart Nummer drei, kam aber nur zu Einsätzen in der Regionalliga-Mannschaft. Da war der Routinier aber in der schwierigen Phase, als der Abstieg drohte, eine Bank. Neuhaus wurde gelobt und gefeiert, weil er großartig hielt. Im Training zeigt er zudem eine hervorragende Einstellung, auch er ordnet sich ausgezeichnet ein und sorgt so für ein gutes Klima beim HSV. Auch seine Vertragsverlängerung ist nur zu begrüßen. Note drei.

Dennis Diekmeier hat in dieser Saison einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Schon in der Hinrunde zeigte er sich stabiler als in den Spielzeiten davor, in der Rückrunde, speziell gegen Ende der Saison, wurden seine Leistungen dann noch einmal deutlich besser. Auch wenn, das muss erwähnt werden, er noch Luft nach oben hat. Er kann sich besonders in der Defensivarbeit noch verbessern, da sollte er noch aggressiver, durchsetzungsfähiger und härter werden. Note drei.

Jeffrey Bruma brachte es in dieser Saison auf 18 Einsätze, wobei er acht Mal eingewechselt wurde. Der Niederländer gehört deswegen zu meinen ganz großen Enttäuschungen der Spielzeit 2012/13, weil er eigentlich die besten Voraussetzung hat, ein erstklassiger Abwehrspieler zu sein – aber das Phlegma . . . Ich habe höchst selten einmal bei ihm erkannt, dass er sich mit dem HSV zu 100 Prozent identifiziert. Deswegen ist sein Abschied aus Hamburg nur eine logische Konsequenz aus dieser Saison. Note fünf.

Heiko Westermann erhält meine Bestnote der Feldspieler. Weil er ein vorbildlicher Profi ist, der sich von der ersten bis zur letzten Sekunde für seine Mannschaft und seinen Club nicht nur einsetzt, sondern alles gibt. Das schreibt sich so leicht: alles gibt. Westermann aber hängt sich stets voll rein, er gibt nie auf, er versucht es auch in noch so aussichtlosen Situationen – hervorragend. Genau deswegen verzeihe ich ihm auch den einen oder anderen Fehlpass oder Stockfehler. Mit zehn Westermännern im Feld hätte der HSV in diesem Jahr ganz sicher international gespielt. Note eins.

Michael Mancienne begann großartig, war eine Stütze und gefiel im Zusammenspiel mit Westermann. Dann verletzte sich der Engländer und musste deshalb lange pausieren – und kam nicht mehr in jenen Schwung, den er noch in der Hinserie hatte. Mich haben seine unzähligen Quer- und Rückpässe genervt (und oft auf die Palme gebracht!), und ich kritisiere auch jetzt sein körperloses Spiel. Das ist zu wenig für einen Innenverteidiger in der Bundesliga. Note fünf.

Slobodan Rajkovic hatte sich über Monate selbst ins Abseits manövriert, feierte dann aber doch noch – etwas unerwartet – sein Comeback. Das sah mitunter nicht schlecht aus, gelegentlich sogar auch ganz gut – insgesamt aber ist auch das zu wenig gewesen. Dem Serben fehlt die Beweglichkeit, er hat eine zu lange Übersetzung. Er wird, so glaube ich, bei einem anderen verein versuchen müssen, seine Leistungen zu steigern, ich denke, dass er beim HSV keine Zukunft mehr haben wird. Note vier.

Marcell Jansen ist einer der Aufsteiger dieser 50. Bundesliga-Saison. Viele hatten den Nationalspieler schon lange aus der Nationalmannschaft verabschiedet, und plötzlich feierte der ehemalige Mönchengladbacher auch im DFB-Trikot ein Comeback. Hinten links. Vor allem dort hatte ich ihn schon verabschiedet – so geht es gelegentlich im Fußball. Jansen hat eine (fast) verletzungsfreie Saison gespielt, das allein ist schon ein bemerkenswerter Punkt in seiner Karriere, zudem hat er kämpfen gelernt. So oft, wie er in dieser Spielzeit grätschend am Boden lag, hat er es wohl noch nie geschafft. Ich ziehe vor dieser Steigerung meinen Hut und hoffe darauf, dass er nicht nur so weiter machen wird, sondern auch noch zulegen kann, Die nächste WM kommt bestimmt . . . Note zwei.

Zhi Gin Lam brachte es auf vier Einsätze hinten links, einmal schaffte er dabei volle 90 Minuten. Mit Sicherheit ist Lam ein Fußballer, der technisch einiges drauf hat, dennoch gehe ich immer noch nicht mit Trainer Thorsten Fink konform, dass dieser Zhi Gin Lam hinten links eine Zukunft hat. Da fehlt körperlich doch noch zu viel – auch wenn der Bayern-Kollege Lahm es Jahr für Jahr beweist, dass auch ein vergleichsweise kleiner Abwehrspieler seine (teilweise überragenden) Leistungen bringen kann. Da aber gibt es, wie gesagt, körperlich doch noch einigen Nachholbedarf. Note vier.

So, das war die Abwehr. Und irgendwie finde ich, das habe ich beim Schreiben dieser Zeilen für mich entdeckt, dass es durchaus noch Spaß bringt, sich noch einmal in dieser Form mit der abgelaufenen Saison zu beschäftigen. Ich war jedenfalls wieder mittendrin. Genau so, als stünde morgen schon das nächste Bundesliga-Spiel für den HSV auf dem Programm.

19.07 Uhr

Tag sieben ohne Sportchef: Kreuzer arbeitet bereits. Im Hintergrund.

29. Mai 2013

So so. Nichts Neues in Sachen Kreuzer. Heißt es von Vereinsseite. Alle warteten gespannt auf den Sonnabend, auf die Elefantenrunde am Rande des DFB-Pokalfinales. Da wird Tacheles geredet, da werden konkrete Zahlen ausgetauscht, „und da wird es hoffentlich ein gutes Ergebnis geben“, sagt Oliver Kreuzer, den ich heute erreicht habe. Oder besser: der heute zurückgerufen hat. Der (Noch-)KSC-Manager ist derzeit in Karlsruhe. Natürlich. Er ist dort schließlich noch immer unter Vertrag. Und er weiß um seine Pflicht. „Ich werde hier ein bestelltes Feld hinterlassen“, sagt Kreuzer, und der Wunsch des Wechsels klingt nur allzu deutlich mit. Dass er ob des bisherigen Wechseltheaters und seiner erklärten Wechselbereitschaft bei den Badenern eh verbrannt ist – dazu wollte der ehemalige Bayern-Profi nichts sagen. Im Gegenteil: „Ich gehe von Freunden“, so Kreuzer. Nur wann er geht, steht eben noch nicht fest.

Kreuzer ist offenbar ein eher ruhiger Typ. Zumindest zu Beginn am Telefon. Er erinnert mich in seiner Art zu sprechen ein wenig an Dietmar Beiersdorfer, was ja nicht unbedingt das schlechteste Omen sein muss. Kreuzer überlegt lange, antwortet bedacht. Manchmal auch sehr kurz. Wobei: Er weiß auch, dass jedes seiner Worte im Moment Einfluss haben kann auf die Freigabe-Bereitschaft seines Noch-Chefs Ingo Wellenreuther, der sowieso nicht besonders gut drauf ist. Wäre ich allerdings auch nicht, wenn ich 99 Prozent meines Urlaubes damit verbringen müsste, über den Wechsel eines vertraglich gebundenen Angestellten zu diskutieren. „Ich hoffe, dass wir die Angelegenheit am Sonnabend in einem vernünftigen Rahmen mit einem vernünftigen Ergebnis abschließen können“, so Wellenreuther, der weiterhin auf einen siebenstelligen Ablösebetrag hofft – egal in welcher Form. Ob in Freundschaftsspielen und fester Ablöse oder Ablöse und Leihspieler oder alles gemischt – der KSC ist gesprächsbereit. Kreuzer hingegen schweigt – oder besser: er verhandelt nicht mehr mit seinem Klub über seine Freigabe. „Ich warte jetzt ab“, sagt Kreuzer, der nach eigener Aussage auch am Sonnabend in der so genannten Elefantenrunde nicht dabei sein wird. „Das ist nicht meine Aufgabe.“

Dafür aber freut sich Kreuzer offenherzig auf seinen neuen Job, der in Hamburg zunächst auf drei Jahre bei einem Jahresgehalt von 400000 Euro angesetzt sein wird. Dass er die günstigste Lösung aller Kandidaten ist, interessiert Kreuzer nicht. Warum auch? „Ich sehe einfach das Gesamte und das ist mehr als reizvoll.“ Obgleich er vor vier Jahren in Hamburg gescheitert war, noch bevor er sich richtig hat präsentieren können? „Klar. Damals waren andere Verantwortliche beim HSV, das hat nichts mehr miteinander zu tun. Ich gehe völlig unbefangen an die Arbeit und freue mich darauf.“ Obgleich es ob der herrschenden Umstände – damit meine ich nicht den AR sondern die finanzielle Situation – nicht leicht wird. „Das stimmt. Es hätte alles ein wenig leichter sein können. Aber das macht nichts. Im Gegenteil: aus der aktuellen Situation ziehe ich auch eine große Motivation.“

Vor allem, weil er sich mit Trainer Thorsten Fink sehr gut versteht. „Wir kennen und verstehen uns“, sagt Kreuzer, „und das ist für meine Arbeit sicher nicht von Nachteil. Wir haben beide große Ziele mit dem HSV.“ Diese hatte Fink in der vergangenen Saison bereits ausgegeben. Angesprochen auf die Chance, 2012/2013 bereits internationale zu spielen, hatte Fink geantwortet: „Das wäre eine schöne Überraschung, aber wir sind mit einer anderen Zielvorgabe gestartet. Den internationalen Wettbewerb peilen wir für die kommende Saison an.“ Also: für die bevorstehende Saison. Ob das Ziel, gleich in seiner ersten Saison einen internationalen Platz zu erreichen, zu hoch gegriffen ist? Kreuzer verneint. „Der HSV hat eine gute Mannschaft und muss immer den Anspruch international zu spielen. Das werde ich nicht ändern wollen.“ Soll heißen: es ist auch sein Anspruch.

Die Problematik, auch am siebten Tag ohne Sportchef wertvolle Zeit zu verlieren in Sachen Neuverpflichtungen ist Kreuzer bewusst. „Aber auch da haben wir einen Plan. Sobald alles geklärt ist, werden wir mit Hochdruck arbeiten.“ Wobei es ein offenes Geheimnis ist, dass dies auch ohne HSV-Vertrag für Kreuzer bereits geschieht. „Wir haben häufiger telefoniert“, sagt Kreuzer und schränkt mit einem Lachen ein: „Aber in erster Linie natürlich, weil wir uns kennen.“ Klar. Das wäre moralisch definitiv okay – aber sportlich verheerend.

Nein, Kreuzer sitzt nicht mehr nur auf gepackten Koffern, er bespricht sich auch schon intensiv mit allen HSV-Verantwortlichen. Vor allem mit Fink und Jarchow, der die Verhandlungen des beurlaubten Frank Arnesens übernommen hat. Auch in der Causa Jaroslav Drobny dürfte Kreuzer mit entscheiden. Immerhin steht der zweite Torwart des HSV, dessen Vertragsverlängerung vom Aufsichtsrat gestoppt wurde, vor seinem Wechsel nach Berlin, wie Berliner Kollegen herausgefunden haben wollen. Wobei ich jetzt von meinem wie immer sehr findigen Kollegen Kai Schiller gehört habe, dass in Berlin lediglich darüber nachgedacht wurde, die Kosten für Drobny aber dort auf Ablehnung stoßen. Egal wie, sollte es dennoch so kommen, wäre es eine Entscheidung, die ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe. Denn Drobny, dessen Vertrag beim HSV am 30. Juni ausläuft, stellt als Nummer zwei für den Ausfall Rene Adlers ein hohes Maß an Sicherheit dar. Und ohne etwas hochbeschwören zu wollen, im Gegenteil: ich klopfe dreimal auf Holz – aber eine Verletzung bei Adler könnte schlimme Folgen haben. Für den lange Zeit knieverletzten Keeper ebenso wie für den HSV. Und Drobny verzichtet freiwillig auf viel Geld (eine statt 1,8 Millionen), identifiziert sich mit Hamburg und dem HSV offensichtlich. Intern gilt er als belebendes Element für den mannschaftlichen Zusammenhalt. Andererseits könnte der HSV die eine Million Gehalt einsparen, sollte er auf Neuhaus als Nummer zwei und den hoch gelobten Florian Stritzel als Nummer drei setzen. Nebenbei: auch Werder Bremen soll Drobny als Ersatzkeeper verpflichten wollen. Allerdings haben sich auch die Weserstädter bislang nicht dazu durchringen können, dem Tschechen ein offizielles Angebot zu unterbreiten.

Ebenfalls ohne Angebot, beim HSV anzufangen, ist Horst Hrubesch. Trotz anderslautender Meldungen. Und: leider. Wobei ich hierbei kein schlechtes Gefühl habe. Stichwort: steter Tropfen. Denn der könnte irgendwann dazu führen, dass der Klub erkennt, was mit ehemaligen Größen erreicht werden kann. Zumal dann, wenn diese über ein derartiges Netzwerk im Jugendbereich verfügen.

In diesem Sinne, morgen wird das Campus-Projekt im Rathaus vorgestellt. Es wäre zu schön, das Nachwuchszentrum auch – und bitte versteht das nicht als Affront gegen Michael Schröder sondern vielmehr als Plädoyer für Horst Hrubesch – mit einem der besten Nachwuchschefs ausgestattet zu wissen.

Bis morgen. Dann meldet sich Dieter wieder bei Euch. Unter anderem mit der morgen Abend stattfindenden Aufsichtsratssitzung, die die Budgetplanung zum Inhalt hat. Am Donnerstagabend stellt der Vorstand den Kontrolleuren den Budgetplan für 2013/2014 vor. Und darin enthalten sind sowohl die Einnahmen aus dem seit heute feststehenden Testspiel gegen Inter Mailand am Sonnabend den 27. Juli (15.30 Uhr, Imtech Arena) als auch das noch nicht bezifferte Signing-Fee für eine Verlängerung des Vermarktervertrages mit Sportfive. Wie genau die aussehen soll wissen bislang nur die drei verbliebenen Vorstände. Und ich bin mal gespannt, ob das bis zur Sitzung morgen so bleibt…

Scholle

Und damit das nicht unerwähnt bleibt: Eva Fish und Benno Hafas haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass wieder Petitionen im Umlauf sind, die für eine Rückkehr Felix Magaths plädieren. Auf unserer neuen Facebookseite (www.facebook.com/groups/matzab) sind die Links im Kommentarbereich des Ronny-Wulff-Videos einzusehen und anzuklicken.

“Drobo ist eine coole Socke”

1. Mai 2013

Bevor ich diesmal zum HSV komme, muss ich eines auf jeden Fall schnell mal loswerden:
Herzlichen Glückwunsch Borussia Dortmund!
Ich freue mich für Klopp und Co, dass das Champions-League-Finale erreicht wurde, das ist eine bravouröse Leistung – und selbst die 0:2-Niederlage in Madrid und gegen das große Real war überragend gut.

Geärgert, aber dafür kann Borussia Dortmund nichts, habe ich mich allein über den Sky-Kommentator. So etwas kommt dabei heraus, wenn man einen Bayern-Fan ein Spiel Real gegen den BVB kommentieren lässt. Ich habe gegen Ende des Spiels den Ton abgeschaltet, denn ich konnte mir nicht mehr mit anhören, dass da Sätze wie diese fielen:

„Real Madrid spielt so schlecht, hat keinen Plan, hat auch nicht die Mittel, gegen Dortmund zu gewinnen . . .“

Und dazu gab es in jeder Minute dermaßen viel Mist zu hören, dass es das Maß des Unerträglichen bei weitem überstieg. Erstmals habe ich deshalb den Ton abgedreht. Dieser gute Mann muss sich, der da kommentierte, das habe ich lange Zeit so bei mir gedacht, maßlos geärgert haben, dass der „blasse“ BVB und nicht das „große“ Real das CL-Finale gegen seine Bayern spielen wird. Ein Bayern-Sieg in der Champions League gegen Real Madrid würde natürlich doppelt und dreifach zählen, als wenn das nur gegen das „kleine“ Dortmund geht. Bayern gegen den BVB im Champions-League-Finale ist wahrscheinlich so, wie einst im Tennis und im Endspiel von Wimbledon die Partie Boris Becker gegen Michael Stich. Und hat da nicht Stich gewonnen? Der Außenseiter? Vielleicht auch mal ein Hinweis, dass nicht immer die Favoriten gewinnen, da entscheidet gelegentlich auch die Tagesform.

Und abschließen zu Dortmund: Was Weidenfeller diesmal gehalten hat, war überirdisch, Hummels hat seine unterirdische Leistung aus dem Hinspiel mit einer Weltklasse-Vorstellung vergessen gemacht, Reus war im Dribbling wie von einem anderen Stern – und was Lewandowski gegen Ramos ertragen hat, habe ich noch nie erlebt. Mindestens sieben Box- oder Ellenbogenhiebe hat der Pole vom Spanier an den Kopf und damit ertragen müssen, der BVB-Torjäger hat es alles mit Fassung weggesteckt und ich frage mich: wie geht so etwas? Ich wäre dreimal ausgerastet, viermal explodiert und hätte das Spiel wahrscheinlich nicht bis zum Ende erlebt – aber Lewandowski blieb ruhig. Das ist bewundernswert hoch zehn. Kompliment.

Nun aber zum HSV, ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Abstecher zur Champions League. Übrigens, wo ich gerade noch dabei bin: Markus Lanz sprach nach dem Spiel mit Prominenz über das erste Halbfinale, und da sagte mein Kollege Jörg Dahlmann etwas, was ich jedem Fan empfehle, wenn er nicht s tolerant sein sollte: „Egal von welchem Club man auch Fan ist, steht ein Bundesliga-Vertreter in einem CL-Halbfinale, dann ist man doch Deutscher iúnd zittert mit dem deutschen Club mit, dann möchte man doch, dass der Bundesliga-Verein weiterkommt.“ Genau, mein Jörg, genau so ist es. In dieser Sendung saß ja auch „Dittsche“, nämlich Olli Dittrich, und der lobte explizit die Arbeit von Thorsten Fink. Ein Extra-Lob an den HSV-Trainer gab es auch von Dahlmann, das sei nicht verschwiegen: „Der HSV ist ganz mies in die Saison gestartet, da hatten doch viele die Befürchtung, dass der HSV diesmal absteigen wird, aber er hatte mit dem Abstieg nichts zu tun, steht im gesicherten Mittelfeld und kann von Europa träumen – das ist Finks Verdienst“

Und damit bin ich dann auch schon voll beim HSV. Heute Training am Vormittag, wunderbares, sommerliches Wetter, viele Fans – und gute Leistungen der Spieler. Obwohl ich davon gar nichts mehr schreiben möchte, denn wer erinnert sich noch an die vergangene („Vor-dem-Schalke-Spiel“-)Woche? Da hatte ich geschrieben, wie super die Mannschaft trainiert hat, wie toll diese ganze Woche gelaufen ist. Und dazu hatte ich mich aus dem Fenster gelehnt: „Der HSV wird auf Schalke auf jeden Fall nicht verlieren. . .“ Und dann dieses erneute Debakel. Deswegen will ich auch nicht mehr bewerten, wie und wie schlecht und wie gut der HSV trainiert hat – alles Makulatur. Die Herren Profis können sich beim Üben noch so sehr den Hintern aufreißen, im Spiel sind sie dann doch nur wieder lammfromm. Auch am Sonntag weder, wenn es gegen die unbequemen Wölfe aus Wolfsburg geht – ich könnte wetten.

Ja, ich gebe zu, der Hals ist vom Schalke-Spiel immer noch dick. Das dauert auch noch. Weil ich es immer noch nicht begreifen kann, wie eine so leblose Truppe eine so große Chance auf die CHAMPIONS LEAGUE einfach so kampflos vertut. Will mir nicht in den Kopf – immer noch nicht. Und im Training gehen sie dann wieder zur Sache . . . Das passt doch nicht.

Thorsten Fink hat sich da auch so seine Gedanken gemacht. Auch er hatte durchaus beobachtet, wie gut seine Mannen vor Schalke trainiert hatten. Heute hat der Coach gesagt: „Wichtig ist immer das Wochenende, das Spiel. Es gibt ja im Fußball die Aussage: ‚So wie man trainiert, so spielt man auch.’ Die stimmt aber nicht.“ Auch Fink ist immer noch verärgert ob dieser Minus-Leistung seines Teams: „Ich habe ja schon gesagt, es fehlt die Cleverness. Und dann hat der eine oder andere einfach nicht erkannt, welche Chance man da vor sich hat. Man kann ja verlieren, aber dabei muss es dann auch blaue Flecken geben . . .“ Der HSV-Trainer dann weiter: „Wenn man nun Real Madrid gesehen hat. Im Hinspiel in Dortmund waren die nicht gut, aber dann gehen die zum Rückspiel auf den Rasen und geben alles. Die haben doch 90 Minuten lang alles gegeben. Und genau das möchte ich von meiner Mannschaft auch sehen. So müssen wir auftreten.“ Um dann noch ergänzend zu sagen: „Okay, in Deutschland hätte es für einen solchen Auftritt wie den gestern von Real mindestens drei Rote Karten gegeben, aber so muss man auftreten, wenn man was erreichen will.“

Und der HSV kann, das ist ja das Schizophrene, ja immer noch etwas erreichen. Freunde, es geht um Europa. Auch gegen Wolfsburg. Um Europa! Dafür lohnte es sich auf jeden Fall früher einmal, das war einst in grauer Vorzeit, sich das eine oder andere Bein auszureißen. Fink sieht das ebenso: „Wir haben jetzt drei Play-off-Spiele vor uns. Jedes Spiel davon ein Play-off-Spiel. Jetzt muss man 1:0 gewinnen, um weiter zu kommen, und genau so muss man jetzt jedes Spiel angehen, es sind doch nur noch drei. Und deswegen ist das jetzt auch keine normale Woche für uns, nein, nein, da kann man nicht einfach so lala trainieren. Nein, da muss jeder wissen, um was es am Sonntag geht. Da muss das Bewusstsein da sein, was auf dem Spiel steht. Und ich versuche natürlich, die Spieler heiß zu machen . . .“

Thorsten Fink weiß aber auch, dass sein VfL-Kollege Dieter Hecking seine Spieler ebenfalls „heiß machen“ wird. Das ist so. Auf Schalke ist es dem Kollegen Jens Keller wahrscheinlich gelungen, sein Team noch ein wenig heißer zu machen. So spielt das Fußball-Leben. Und deswegen ist natürlich nicht davon auszugehen, dass der „heiße HSV“ gegen den „heißen VfL“ am Sonntag gewinnen wird. Fink: „Wolfsburg ist von den Namen her großartig besetzt. Was ist denn, wenn die so eingestellt sind wie wir? Dann wird es schwer. Die haben doch auch Qualität. Aber ich will von meiner Mannschaft sehen, dass sie will. Und da bin ich auch guten Mutes, dass wir das am Sonntag sehen werden.“

Darüber wird der HSV-Coach sicherlich auch mit Club-Chef Carl-Edgar Jarchow (die Kollegen witzelten, indem sie ihn als „Euro-Eddy“ bezeichneten) gesprochen haben, der beim Training plötzlich neben Thorsten Fink stand. Ich habe im Scherz gemutmaßt: „Der Boss überbringt ihm eine Abmahnung – weil der Trainer doch neue Spieler gefordert hat, obwohl er doch eigentlich wissen müsste, dass der HSV kein Geld hat für neue Spieler, erst recht nicht für jene Spieler, die eine Soforthilfe darstellen würden. Als ich Carl-Edgar Jarchow, also „Euro-Eddy“, mit meiner Vermutung konfrontierte, lachte er und sagte: „Nein, nein, keine Abmahnung, alles ist gut – ich spreche täglich mit dem Trainer.“ Und, Herr Jarchow, wie ist es denn? Der HSV hat doch kein Geld für neue Spieler, oder? Jarchow: „Wieso, zwei neue Spieler haben wir doch schon. Und alles Weitere wird sich finden, das hängt auch von den Verkäufen ab. Ich bin sicher, dass wir noch einige punktuelle Verstärkungen verpflichten werden.“
Klingt gut, Herr Jarchow, dann noch einen schönen Feiertag.
Und wer nicht weiß, wer diese beiden neuen HSV-Spieler sind: Hakan Calhanoglu (vom KSC) und Kerem Demirbay (Borussia Dortmund)

Beim HSV haben heute zwei Spieler im Training gefehlt: Dennis Aogo hat es, weil er zuletzt umgeknickt ist, an der Kapsel (linker Fuß) erwischt, und Milan Badelj hat noch eine Schicht mit Reha-Trainer Markus Günther absolviert. Beide Profis, so der Plan heute, sollen wahrscheinlich morgen wieder mit der Mannschaft trainieren können. Wobei einer von beiden sicherlich auf die Bank gehen wird – ich tippe mal auf Aogo. Und wenn ich schon mal bei Prognosen bin: Maximilian Beister, der uns Journalisten ja immer noch nicht verziehen hat, dass er vor einigen Wochen (am 16. März im Spiel gegen Augsburg) Rot gesehen hat und vom Platz gestellt worden ist, hat seine Krankheit überwunden und steht wieder im Training. Ich denke aber, dass es bis zum kommenden Sonntag noch nicht wieder reichen wird, sodass er wohl noch einmal als Zuschauer wird auftreten müssen.

Kein Zuschauer, sondern voll am Ball (hoffentlich) wird Jaroslav Drobny sein. Der große „Schweiger“ wird ja bekanntlich am Sonntag für den gelb-gesperrten Rene Adler zwischen den Pfosten des HSV-Tores stehen und beantwortete heute schon mal drei Frage (die ihm Medien-Direktor Jörn Wolf gestellt hat). Die überaus humorvolle Antwort auf Frage eins (ihr dürft euch die Frage überlegen, welche am besten passen würde!): „Es ist mein Job da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Spielpraxis habe ich genug. Ich stand doch vor zwei Monaten gegen Gladbach schon im Tor . . .“ Und die Antwort auf Frage zwei: „Wolfsburg ist eine Partie mit Endspielcharakter. Das müssen wir als Mannschaft auf dem Platz zeigen. Mehr gibt es davor nicht zu sagen.“ Richtig.

Und Frage drei, die beantwortete der Keeper wie folgt: „Ich kann mir einiges vorstellen für die Zukunft. Das bespreche ich aber erst mit dem HSV, bevor ich es jemandem mitteile.“ Aha. Na denn ist ja alles klar.

Thorsten Fink antwortete übrigens auch auf eine Frage, die ihm in Richtung Drobny gestellt wurde: „Drobo ist eine coole Socke.“ So nach dem Motto: „Der wird seine Sache schon gut machen, er hat ja auch beim 1:0 gegen Mönchengladbach eine sehr gute Leistung gezeigt, da gibt es keinerlei Zweifel bei mir.“ Bei mir auch nicht. Wer sich im normalen Leben schon so defensiv verhält, der hält sich auch im Spiel sehr defensiv.

Wesentlich offensiver ging da schon Rene Adler an das Thema „Drobny – der Mann neben oder hinter mir“ heran. Der deutsche Nationaltorhüter lobte den tschechischen Nationaltorhüter sehr: „Drobo ist einer der Konkurrenten und Kollegen, mit dem ich super gerne zusammengespielt habe – und noch spielen werde. Es gab schon Kollegen und Trainingspartner, da lief das nicht so ideal wie hier und bei uns, er ist nicht nur ein total witziger Typ, er ist auch extrem wichtig für unsere Mannschaft. Er hat es mir hier von der ersten Minute an sehr einfach gemacht, und das ist auch nicht selbstverständlich. So sportlich wie er sich verhalten hat, da ziehe ich den Hut vor. Dafür kann ich mich bei ihm nur bedanken.“

Rene Adler fast schwärmerisch weiter über Drobny: „Wir haben uns von der ersten Minute an respektiert, haben uns auch relativ offen und ehrlich ausgesprochen, und haben dann wirklich Tag für Tag das Niveau versucht, hoch zu schrauben. Das gilt aber auch für die anderen Torhüter, Tom Mickel noch am Anfang, und Sven Neuhaus. Wir haben alle sehr, sehr gut trainiert, da muss man auch mal Torwarttrainer Ronny Teuber loben, der seine Sache ausgezeichnet macht.“ Dass Drobny am Sonntag deswegen eventuell nicht in Bestform sein könnte, weil er wenig Spielpraxis hat, verneinte Adler übrigens: „Der Drobo ist top trainiert, und er hat bei den Testspielen zwischen den Pfosten gestanden, okay, das ist nicht die Bundesliga, aber er hat gespielt. Ich bin restlos davon überzeugt, dass er bei uns am Sonntag eine ganz wichtige Rolle spielen und auch gut halten wird. Ich drücken ihm auf jeden Fall sämtliche Daumen, die ich habe.“ Das ist ein Daumen weniger – als der HSV am Sonntag Punkte kassieren wird . . . Wenn ich mich mit dem Dreisatz noch richtig auskenne.

Dann fügte Rene Adler noch in Sachen Drobny an: „Er ist extrem wichtig für die Mannschaft, und das sind nicht immer nur die Spieler, die ständig zum Einsatz kommen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich verhalten sollte, wenn man nicht immer spielt, er sorgt bei uns immer für beste Stimmung.“

Auf geht’s, Drobo, dann sorge bitte auch dafür, dass am Sonntag allerbeste Stimmung im Volkspark herrschen wird – ich sage mal, so spätestens um 19.25 Uhr.

So, und wenn ich gerade mal bei einem Blick in die Zukunft bin, dann passt ja auch diese Meldung:

Das Teilnehmerfeld für den Fußball-Nordcup in Hamburg steht fest. Nach dem neunmaligen dänischen Meister FC Kopenhagen und dem Bundesliga-Rivalen VfL Wolfsburg hat nun auch Erstliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig seine Zusage gegeben. Das Vorbereitungsturnier auf die neue Saison findet am 13./14. Juli in der Hansestadt statt. „Wir freuen uns sehr, ein so attraktives und gleichzeitig regionales Teilnehmerfeld gewonnen zu haben“, sagte HSV-Vorstand Joachim Hilke.

Am 13. Juli finden zunächst zwei Halbfinalspiele statt. Tags darauf werden das Finale und das Match um Platz drei ausgespielt. Alle Spiele werden mit verkürzten Halbzeiten à 30 Minuten und ohne Verlängerung gespielt. Im Falle eines Gleichstandes wird der Gewinner jeweils direkt über das Elfmeterschießen ermittelt.

PS: Und dann noch in eigener Sache. Viele, viele Mails, Briefe (in die Redaktion) und sms gab es in den vergangenen heißen Tagen, dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Ich kann unmöglich alle beantworten, da mein Tag dann gelaufen wäre – da bitte ich euch um Verständnis. Vielleicht gelingt es jenen Usern, die mir privat so emotional schreiben, das dann doch in den Matz-ab-Blog zu stellen. Es wäre besser, denn es sind zum Teil sehr gute Ansichten und Aussagen darunter. Und dann hätten von diesen guten Sachen alle etwas davon – oder auf jeden Fall viele.

Zum Trost für diejenigen, die mir nun geschrieben und nichts davon gehört haben, sei stellvertretend eine Mail, die mich dieser Tage erreichte, veröffentlicht, sie spiegelt das wider, was in fast jeder Mail thematisiert wird:

„Eine jahrzehntelange Liebe beginnt zu sterben, wenn man fühlt, dass der Partner nicht mehr das Gleiche zu geben bereit ist, wie man selbst.“

PSPS: Morgen wird um 10 Uhr im Volkspark geübt, und am Freitag ebenfalls um 10 Uhr.

PSPSPS: Dann wünsche ich euch und euren Lieben noch einen schönen Rest-Feiertag – und einen wunderbaren Fußball-Abend zum Genießen. Ich drücke übrigens dem FC Bayern die Daumen, denn ein deutsches Finale in England wird auf der ganzen Welt für viel Aufsehen sorgen. Vorsichtshalber werde ich mal das ZDF einschalten – Sky ist mir seit gestern ein wenig zuwider geworden . . .

PSPSPSPS: In der A-Junioren-Bundesliga hat der abstiegsgefährdete HSV heute sein Heimspiel gegen Hertha BSC mit 0:2 verloren.
So meldete es jedenfalls die Agentur. Unser User “Wortspieler” aber weiß es besser, danach hat der HSV mit 2:0 gewonnen. Ist ja auch besser so. Und vielen Dank für den Service, “Wortspieler”.

16.20 Uhr

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