Archiv für das Tag 'Neuhaus'

“Drobo ist eine coole Socke”

1. Mai 2013

Bevor ich diesmal zum HSV komme, muss ich eines auf jeden Fall schnell mal loswerden:
Herzlichen Glückwunsch Borussia Dortmund!
Ich freue mich für Klopp und Co, dass das Champions-League-Finale erreicht wurde, das ist eine bravouröse Leistung – und selbst die 0:2-Niederlage in Madrid und gegen das große Real war überragend gut.

Geärgert, aber dafür kann Borussia Dortmund nichts, habe ich mich allein über den Sky-Kommentator. So etwas kommt dabei heraus, wenn man einen Bayern-Fan ein Spiel Real gegen den BVB kommentieren lässt. Ich habe gegen Ende des Spiels den Ton abgeschaltet, denn ich konnte mir nicht mehr mit anhören, dass da Sätze wie diese fielen:

„Real Madrid spielt so schlecht, hat keinen Plan, hat auch nicht die Mittel, gegen Dortmund zu gewinnen . . .“

Und dazu gab es in jeder Minute dermaßen viel Mist zu hören, dass es das Maß des Unerträglichen bei weitem überstieg. Erstmals habe ich deshalb den Ton abgedreht. Dieser gute Mann muss sich, der da kommentierte, das habe ich lange Zeit so bei mir gedacht, maßlos geärgert haben, dass der „blasse“ BVB und nicht das „große“ Real das CL-Finale gegen seine Bayern spielen wird. Ein Bayern-Sieg in der Champions League gegen Real Madrid würde natürlich doppelt und dreifach zählen, als wenn das nur gegen das „kleine“ Dortmund geht. Bayern gegen den BVB im Champions-League-Finale ist wahrscheinlich so, wie einst im Tennis und im Endspiel von Wimbledon die Partie Boris Becker gegen Michael Stich. Und hat da nicht Stich gewonnen? Der Außenseiter? Vielleicht auch mal ein Hinweis, dass nicht immer die Favoriten gewinnen, da entscheidet gelegentlich auch die Tagesform.

Und abschließen zu Dortmund: Was Weidenfeller diesmal gehalten hat, war überirdisch, Hummels hat seine unterirdische Leistung aus dem Hinspiel mit einer Weltklasse-Vorstellung vergessen gemacht, Reus war im Dribbling wie von einem anderen Stern – und was Lewandowski gegen Ramos ertragen hat, habe ich noch nie erlebt. Mindestens sieben Box- oder Ellenbogenhiebe hat der Pole vom Spanier an den Kopf und damit ertragen müssen, der BVB-Torjäger hat es alles mit Fassung weggesteckt und ich frage mich: wie geht so etwas? Ich wäre dreimal ausgerastet, viermal explodiert und hätte das Spiel wahrscheinlich nicht bis zum Ende erlebt – aber Lewandowski blieb ruhig. Das ist bewundernswert hoch zehn. Kompliment.

Nun aber zum HSV, ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Abstecher zur Champions League. Übrigens, wo ich gerade noch dabei bin: Markus Lanz sprach nach dem Spiel mit Prominenz über das erste Halbfinale, und da sagte mein Kollege Jörg Dahlmann etwas, was ich jedem Fan empfehle, wenn er nicht s tolerant sein sollte: „Egal von welchem Club man auch Fan ist, steht ein Bundesliga-Vertreter in einem CL-Halbfinale, dann ist man doch Deutscher iúnd zittert mit dem deutschen Club mit, dann möchte man doch, dass der Bundesliga-Verein weiterkommt.“ Genau, mein Jörg, genau so ist es. In dieser Sendung saß ja auch „Dittsche“, nämlich Olli Dittrich, und der lobte explizit die Arbeit von Thorsten Fink. Ein Extra-Lob an den HSV-Trainer gab es auch von Dahlmann, das sei nicht verschwiegen: „Der HSV ist ganz mies in die Saison gestartet, da hatten doch viele die Befürchtung, dass der HSV diesmal absteigen wird, aber er hatte mit dem Abstieg nichts zu tun, steht im gesicherten Mittelfeld und kann von Europa träumen – das ist Finks Verdienst“

Und damit bin ich dann auch schon voll beim HSV. Heute Training am Vormittag, wunderbares, sommerliches Wetter, viele Fans – und gute Leistungen der Spieler. Obwohl ich davon gar nichts mehr schreiben möchte, denn wer erinnert sich noch an die vergangene („Vor-dem-Schalke-Spiel“-)Woche? Da hatte ich geschrieben, wie super die Mannschaft trainiert hat, wie toll diese ganze Woche gelaufen ist. Und dazu hatte ich mich aus dem Fenster gelehnt: „Der HSV wird auf Schalke auf jeden Fall nicht verlieren. . .“ Und dann dieses erneute Debakel. Deswegen will ich auch nicht mehr bewerten, wie und wie schlecht und wie gut der HSV trainiert hat – alles Makulatur. Die Herren Profis können sich beim Üben noch so sehr den Hintern aufreißen, im Spiel sind sie dann doch nur wieder lammfromm. Auch am Sonntag weder, wenn es gegen die unbequemen Wölfe aus Wolfsburg geht – ich könnte wetten.

Ja, ich gebe zu, der Hals ist vom Schalke-Spiel immer noch dick. Das dauert auch noch. Weil ich es immer noch nicht begreifen kann, wie eine so leblose Truppe eine so große Chance auf die CHAMPIONS LEAGUE einfach so kampflos vertut. Will mir nicht in den Kopf – immer noch nicht. Und im Training gehen sie dann wieder zur Sache . . . Das passt doch nicht.

Thorsten Fink hat sich da auch so seine Gedanken gemacht. Auch er hatte durchaus beobachtet, wie gut seine Mannen vor Schalke trainiert hatten. Heute hat der Coach gesagt: „Wichtig ist immer das Wochenende, das Spiel. Es gibt ja im Fußball die Aussage: ‚So wie man trainiert, so spielt man auch.’ Die stimmt aber nicht.“ Auch Fink ist immer noch verärgert ob dieser Minus-Leistung seines Teams: „Ich habe ja schon gesagt, es fehlt die Cleverness. Und dann hat der eine oder andere einfach nicht erkannt, welche Chance man da vor sich hat. Man kann ja verlieren, aber dabei muss es dann auch blaue Flecken geben . . .“ Der HSV-Trainer dann weiter: „Wenn man nun Real Madrid gesehen hat. Im Hinspiel in Dortmund waren die nicht gut, aber dann gehen die zum Rückspiel auf den Rasen und geben alles. Die haben doch 90 Minuten lang alles gegeben. Und genau das möchte ich von meiner Mannschaft auch sehen. So müssen wir auftreten.“ Um dann noch ergänzend zu sagen: „Okay, in Deutschland hätte es für einen solchen Auftritt wie den gestern von Real mindestens drei Rote Karten gegeben, aber so muss man auftreten, wenn man was erreichen will.“

Und der HSV kann, das ist ja das Schizophrene, ja immer noch etwas erreichen. Freunde, es geht um Europa. Auch gegen Wolfsburg. Um Europa! Dafür lohnte es sich auf jeden Fall früher einmal, das war einst in grauer Vorzeit, sich das eine oder andere Bein auszureißen. Fink sieht das ebenso: „Wir haben jetzt drei Play-off-Spiele vor uns. Jedes Spiel davon ein Play-off-Spiel. Jetzt muss man 1:0 gewinnen, um weiter zu kommen, und genau so muss man jetzt jedes Spiel angehen, es sind doch nur noch drei. Und deswegen ist das jetzt auch keine normale Woche für uns, nein, nein, da kann man nicht einfach so lala trainieren. Nein, da muss jeder wissen, um was es am Sonntag geht. Da muss das Bewusstsein da sein, was auf dem Spiel steht. Und ich versuche natürlich, die Spieler heiß zu machen . . .“

Thorsten Fink weiß aber auch, dass sein VfL-Kollege Dieter Hecking seine Spieler ebenfalls „heiß machen“ wird. Das ist so. Auf Schalke ist es dem Kollegen Jens Keller wahrscheinlich gelungen, sein Team noch ein wenig heißer zu machen. So spielt das Fußball-Leben. Und deswegen ist natürlich nicht davon auszugehen, dass der „heiße HSV“ gegen den „heißen VfL“ am Sonntag gewinnen wird. Fink: „Wolfsburg ist von den Namen her großartig besetzt. Was ist denn, wenn die so eingestellt sind wie wir? Dann wird es schwer. Die haben doch auch Qualität. Aber ich will von meiner Mannschaft sehen, dass sie will. Und da bin ich auch guten Mutes, dass wir das am Sonntag sehen werden.“

Darüber wird der HSV-Coach sicherlich auch mit Club-Chef Carl-Edgar Jarchow (die Kollegen witzelten, indem sie ihn als „Euro-Eddy“ bezeichneten) gesprochen haben, der beim Training plötzlich neben Thorsten Fink stand. Ich habe im Scherz gemutmaßt: „Der Boss überbringt ihm eine Abmahnung – weil der Trainer doch neue Spieler gefordert hat, obwohl er doch eigentlich wissen müsste, dass der HSV kein Geld hat für neue Spieler, erst recht nicht für jene Spieler, die eine Soforthilfe darstellen würden. Als ich Carl-Edgar Jarchow, also „Euro-Eddy“, mit meiner Vermutung konfrontierte, lachte er und sagte: „Nein, nein, keine Abmahnung, alles ist gut – ich spreche täglich mit dem Trainer.“ Und, Herr Jarchow, wie ist es denn? Der HSV hat doch kein Geld für neue Spieler, oder? Jarchow: „Wieso, zwei neue Spieler haben wir doch schon. Und alles Weitere wird sich finden, das hängt auch von den Verkäufen ab. Ich bin sicher, dass wir noch einige punktuelle Verstärkungen verpflichten werden.“
Klingt gut, Herr Jarchow, dann noch einen schönen Feiertag.
Und wer nicht weiß, wer diese beiden neuen HSV-Spieler sind: Hakan Calhanoglu (vom KSC) und Kerem Demirbay (Borussia Dortmund)

Beim HSV haben heute zwei Spieler im Training gefehlt: Dennis Aogo hat es, weil er zuletzt umgeknickt ist, an der Kapsel (linker Fuß) erwischt, und Milan Badelj hat noch eine Schicht mit Reha-Trainer Markus Günther absolviert. Beide Profis, so der Plan heute, sollen wahrscheinlich morgen wieder mit der Mannschaft trainieren können. Wobei einer von beiden sicherlich auf die Bank gehen wird – ich tippe mal auf Aogo. Und wenn ich schon mal bei Prognosen bin: Maximilian Beister, der uns Journalisten ja immer noch nicht verziehen hat, dass er vor einigen Wochen (am 16. März im Spiel gegen Augsburg) Rot gesehen hat und vom Platz gestellt worden ist, hat seine Krankheit überwunden und steht wieder im Training. Ich denke aber, dass es bis zum kommenden Sonntag noch nicht wieder reichen wird, sodass er wohl noch einmal als Zuschauer wird auftreten müssen.

Kein Zuschauer, sondern voll am Ball (hoffentlich) wird Jaroslav Drobny sein. Der große „Schweiger“ wird ja bekanntlich am Sonntag für den gelb-gesperrten Rene Adler zwischen den Pfosten des HSV-Tores stehen und beantwortete heute schon mal drei Frage (die ihm Medien-Direktor Jörn Wolf gestellt hat). Die überaus humorvolle Antwort auf Frage eins (ihr dürft euch die Frage überlegen, welche am besten passen würde!): „Es ist mein Job da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Spielpraxis habe ich genug. Ich stand doch vor zwei Monaten gegen Gladbach schon im Tor . . .“ Und die Antwort auf Frage zwei: „Wolfsburg ist eine Partie mit Endspielcharakter. Das müssen wir als Mannschaft auf dem Platz zeigen. Mehr gibt es davor nicht zu sagen.“ Richtig.

Und Frage drei, die beantwortete der Keeper wie folgt: „Ich kann mir einiges vorstellen für die Zukunft. Das bespreche ich aber erst mit dem HSV, bevor ich es jemandem mitteile.“ Aha. Na denn ist ja alles klar.

Thorsten Fink antwortete übrigens auch auf eine Frage, die ihm in Richtung Drobny gestellt wurde: „Drobo ist eine coole Socke.“ So nach dem Motto: „Der wird seine Sache schon gut machen, er hat ja auch beim 1:0 gegen Mönchengladbach eine sehr gute Leistung gezeigt, da gibt es keinerlei Zweifel bei mir.“ Bei mir auch nicht. Wer sich im normalen Leben schon so defensiv verhält, der hält sich auch im Spiel sehr defensiv.

Wesentlich offensiver ging da schon Rene Adler an das Thema „Drobny – der Mann neben oder hinter mir“ heran. Der deutsche Nationaltorhüter lobte den tschechischen Nationaltorhüter sehr: „Drobo ist einer der Konkurrenten und Kollegen, mit dem ich super gerne zusammengespielt habe – und noch spielen werde. Es gab schon Kollegen und Trainingspartner, da lief das nicht so ideal wie hier und bei uns, er ist nicht nur ein total witziger Typ, er ist auch extrem wichtig für unsere Mannschaft. Er hat es mir hier von der ersten Minute an sehr einfach gemacht, und das ist auch nicht selbstverständlich. So sportlich wie er sich verhalten hat, da ziehe ich den Hut vor. Dafür kann ich mich bei ihm nur bedanken.“

Rene Adler fast schwärmerisch weiter über Drobny: „Wir haben uns von der ersten Minute an respektiert, haben uns auch relativ offen und ehrlich ausgesprochen, und haben dann wirklich Tag für Tag das Niveau versucht, hoch zu schrauben. Das gilt aber auch für die anderen Torhüter, Tom Mickel noch am Anfang, und Sven Neuhaus. Wir haben alle sehr, sehr gut trainiert, da muss man auch mal Torwarttrainer Ronny Teuber loben, der seine Sache ausgezeichnet macht.“ Dass Drobny am Sonntag deswegen eventuell nicht in Bestform sein könnte, weil er wenig Spielpraxis hat, verneinte Adler übrigens: „Der Drobo ist top trainiert, und er hat bei den Testspielen zwischen den Pfosten gestanden, okay, das ist nicht die Bundesliga, aber er hat gespielt. Ich bin restlos davon überzeugt, dass er bei uns am Sonntag eine ganz wichtige Rolle spielen und auch gut halten wird. Ich drücken ihm auf jeden Fall sämtliche Daumen, die ich habe.“ Das ist ein Daumen weniger – als der HSV am Sonntag Punkte kassieren wird . . . Wenn ich mich mit dem Dreisatz noch richtig auskenne.

Dann fügte Rene Adler noch in Sachen Drobny an: „Er ist extrem wichtig für die Mannschaft, und das sind nicht immer nur die Spieler, die ständig zum Einsatz kommen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich verhalten sollte, wenn man nicht immer spielt, er sorgt bei uns immer für beste Stimmung.“

Auf geht’s, Drobo, dann sorge bitte auch dafür, dass am Sonntag allerbeste Stimmung im Volkspark herrschen wird – ich sage mal, so spätestens um 19.25 Uhr.

So, und wenn ich gerade mal bei einem Blick in die Zukunft bin, dann passt ja auch diese Meldung:

Das Teilnehmerfeld für den Fußball-Nordcup in Hamburg steht fest. Nach dem neunmaligen dänischen Meister FC Kopenhagen und dem Bundesliga-Rivalen VfL Wolfsburg hat nun auch Erstliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig seine Zusage gegeben. Das Vorbereitungsturnier auf die neue Saison findet am 13./14. Juli in der Hansestadt statt. „Wir freuen uns sehr, ein so attraktives und gleichzeitig regionales Teilnehmerfeld gewonnen zu haben“, sagte HSV-Vorstand Joachim Hilke.

Am 13. Juli finden zunächst zwei Halbfinalspiele statt. Tags darauf werden das Finale und das Match um Platz drei ausgespielt. Alle Spiele werden mit verkürzten Halbzeiten à 30 Minuten und ohne Verlängerung gespielt. Im Falle eines Gleichstandes wird der Gewinner jeweils direkt über das Elfmeterschießen ermittelt.

PS: Und dann noch in eigener Sache. Viele, viele Mails, Briefe (in die Redaktion) und sms gab es in den vergangenen heißen Tagen, dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Ich kann unmöglich alle beantworten, da mein Tag dann gelaufen wäre – da bitte ich euch um Verständnis. Vielleicht gelingt es jenen Usern, die mir privat so emotional schreiben, das dann doch in den Matz-ab-Blog zu stellen. Es wäre besser, denn es sind zum Teil sehr gute Ansichten und Aussagen darunter. Und dann hätten von diesen guten Sachen alle etwas davon – oder auf jeden Fall viele.

Zum Trost für diejenigen, die mir nun geschrieben und nichts davon gehört haben, sei stellvertretend eine Mail, die mich dieser Tage erreichte, veröffentlicht, sie spiegelt das wider, was in fast jeder Mail thematisiert wird:

„Eine jahrzehntelange Liebe beginnt zu sterben, wenn man fühlt, dass der Partner nicht mehr das Gleiche zu geben bereit ist, wie man selbst.“

PSPS: Morgen wird um 10 Uhr im Volkspark geübt, und am Freitag ebenfalls um 10 Uhr.

PSPSPS: Dann wünsche ich euch und euren Lieben noch einen schönen Rest-Feiertag – und einen wunderbaren Fußball-Abend zum Genießen. Ich drücke übrigens dem FC Bayern die Daumen, denn ein deutsches Finale in England wird auf der ganzen Welt für viel Aufsehen sorgen. Vorsichtshalber werde ich mal das ZDF einschalten – Sky ist mir seit gestern ein wenig zuwider geworden . . .

PSPSPSPS: In der A-Junioren-Bundesliga hat der abstiegsgefährdete HSV heute sein Heimspiel gegen Hertha BSC mit 0:2 verloren.
So meldete es jedenfalls die Agentur. Unser User “Wortspieler” aber weiß es besser, danach hat der HSV mit 2:0 gewonnen. Ist ja auch besser so. Und vielen Dank für den Service, “Wortspieler”.

16.20 Uhr

Das große Zittern um van der Vaart

27. April 2013

Die Aufregung war zunächst riesig. Um 14.31 Uhr verließ Rafael van der Vaart das Trainingsgelände neben der Arena. Bei ihm Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Schillings. Beide machten ernste Gesichter, „Rafa“ fasste sich immer wieder an den hinteren rechten Oberschenkel. Zerrung? Muskelfaserriss? Alles war denkbar. „Ich habe ein Ziehen verspürt“, sagt der „kleine Engel“ und machte sich auf den Weg in die Kabine. Als Trainer Thorsten Fink folgte, machte der eine noch ernstere Miene. Und sagte dabei: „Das sieht nicht gut aus.“ Und während sich der Coach auf den Weg in die Kabine machte, um sich näher um den Oberschenkel des Niederländers zu kümmern, schossen die verbleibenden HSV-Profis auf das Tor, in dem sich abwechselnd Rene Adler und Jaroslav Drobny versuchten. Um 16.14 Uhr gab es dann aber in Sachen van der Vaart so etwas wie eine kleine Entwarnung. Es ist wohl nichts gezerrt, nichts gerissen, es ist wohl nur „etwas“ gereizt. Rafael van der Vaart ist mit auf die Reise nach Gelsenkirchen gegangen, er wird heute noch reichlich behandelt – und dann wird er morgen am Vormittag versuchen, was möglich ist. Es darf, das trifft es aber in jedem Fall, bis kurz vor dem Anpfiff in der Schalke-„Halle“ gezittert werden. Kurz-Kommentar“ von HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf: „Rafa sitzt hier frohen Mutes neben mir, er hofft auf die intensiven Behandlungen – und dass er dann auch gegen Schalke spielen kann . . .“

Nebenbei tat sich in Sachen Personal an diesem Sonnabend doch noch einiges. Auch Dennis Aogo verließ etwas eher den Trainingsrasen, aber er gab mir Entwarnung: „Es ist nichts, was ich nicht schon vorher hatte und wusste, ich kann spielen und werde nicht ausfallen.“ Definitiv nicht dabei ist allerdings Jeffrey Bruma, der sich heute wegen einer Magen- und Darm-Grippe abmeldete und gar nicht erst in den Volkspark gekommen war. Fest steht zudem, dass auch Milan Badelj den Weg Richtung Gelsenkirchen nicht mit angetreten hat, der „Sechser“ muss passen und auf den nächsten Sonntag, auf die Partie gegen den VfL Wolfsburg hoffen.

Apropos Wolfsburg. Die „Zweite“ des HSV spielte heute gegen die Kollegen der Wölfe, die mit dem „Star“ Patrick Helmes angetreten waren. Der frühere Nationalspieler, der sich bei den Profis „zu wenig bewegt“ (so Trainer Dieter Hecking) blieb aber absolut blass, bewegte sich eher so wie ein „parkender Geldschrank“ und musste so mit ansehen, dass der HSV 1:0 gewann. Das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte Stürmer George Kelbel in der 76. Minute per (umstrittenen) Foulelfmeter. Bis zur 65. Minute hatte beim HSV auch Ivo Ilicevic mitgespielt, dann wurde der frühere Lauterer ausgewechselt, da er mit den Profis nach Gelsenkirchen musste.

Im Tor der „Zweiten“ spielte Sven Neuhaus, der einen souveränen Job machte und ein stets sicherer Rückhalt war. Neuhaus bleibt dem HSV übrigens auch weiterhin erhalten, denn der Vertrag des Torhüters Nummer drei wurde jetzt um ein Jahr verlängert. „Weil er nicht nur ein guter Torwart ist, sondern ein hervorragender Teamplayer. Sven ist ein intelligenter Mann, der seine Intelligenz nicht für sich, sondern für die Mannschaft einsetzt. Er passt wunderbar zu uns, deswegen haben wir ihn gehalten“, sagt Sportchef Frank Arnesen – und ich habe ihm zu dieser Entscheidung spontan gratuliert. Und gratuliere nun auch Neuhaus. Der Mann ist ein Vorbild-Profi, gibt im Training immer alles, legt stets eine Super-Einstellung auf den Platz. Gut ist ferner, dass der HSV Neuhaus nicht nur als Keeper weiter beschäftigt, sondern ihn auch in irgendeiner Form auf der Geschäftsstelle arbeiten lassen wird. Auch das ist eine großartige Entscheidung. Dieser Mann hat es einfach drauf.

Kurz noch einmal zurück zur „Zweiten“. Die siegte völlig verdient mit 1:0 gegen Wolfsburg, denn der VfL-Nachwuchs war – etwas überraschend – die schwächere Mannschaft vor 170 Zuschauern in Norderstedt. Beim HSV, der trotz des Sieges Tabellenletzter bleibt (abgesehen vom bereits ausgemusterten VfB Lübeck), spielten auch die talentierten Christian Norgaard und Valmir Nafiu mit, beide boten eine engagierte und gute Leistung. Gut gefielen mir ebenfalls Janek Sternberg und Kapitän Henrik Dettmann. Am Rande aufgefallen: Die Partie wurde geleitet von Schiedsrichterin (!) Imke Lohmeyer, und die junge Frau hatte keinerlei Schwierigkeiten und pfiff ausgezeichnet – Kompliment. Und das beobachteten von der Tribüne aus auch der frühere St.-Pauli-Trainer Andreas Bergmann (zuletzt VfL Bochum) und St.-Pauli-Sportchef Rachid Azzouzi. Letzterer, obwohl der St.-Pauli-Nachwuchs fast zeitgleich in der Oberliga bei Weiche Flensburg spielte. Dazu passend auch der Spielausgang in der A-Jugend-Bundesliga: St. Pauli besiegte heute in den Mittagsstunden den abstiegsgefährdeten HSV mit 1:0.

So, zurück zu den Profis. Da stand heute – für mich – auch Torwart Nummer zwei im Brennpunkt, denn Drobny hielt nicht nur gut, er war auch glänzend gelaunt und sorgte für beste Stimmung auf dem Platz, unter den Kollegen. Der Tscheche hat es drauf, auf jeden Fall lässt er sich nie hängen, sondern zeigt sich als ausgezeichneter Teamplayer. Und so einer ist wichtig für die Mannschaft. Das weiß auch Sportchef Arnesen, der sagt: „Wir sind im Gespräch mit Jaro, wir würden seinen Vertrag gerne verlängern, aber das ist nicht so einfach. Jaro hat einige Angebote, und zudem ist eine Vertragsverlängerung auch für uns natürlich eine Frage des Geldes.“ Der HSV will nicht mehr so viel zahlen, wie bisher – und ob Drobny diese Abstriche hinnehmen wird, das darf doch bezweifelt werden.

Vielleicht hilft ja das Spiel auf Schalke. Sollte der HSV gewinnen, dann winkt eventuell doch ein internationaler Startplatz – und somit etwas mehr, etwas mehr Geld in der Kasse. Sollte van der Vaart morgen aber tatsächlich passen müssen, dann würde Tolgay Arslan auf die vordere Position im Mittelfeld wechseln (müssen), und Tomas Rincon würde neben Dennis Aogo auf die „Sechs“ gehen (müssen). Und wo ich gerade dabei bin: Gespannt bin ich wirklich sehr, wie sich Jacopo Sala hinten rechts aus der Affäre ziehen wird. In meinen Augen ist es ja ein kleines Risiko, das der HSV (und Thorsten Fink) da eingeht, denn der Italiener dort hinten, das ist Neuland für ihn. Beim Training heute hat Sala allerdings einen guten Eindruck hinterlassen, schoss sogar zweimal gefährlich auf (und über) das Tor, das von Drobny gehütet wurde.

Morgen gegen 19.20 Uhr werden wir wissen, was Sala gemacht hat – und der HSV ebenfalls. Geht es nach oben, oder bleibt es doch eher bei und um Platz acht? Vieles hängt jetzt auch von Rafael van der Vaart ab, würde er ausfallen, wäre das eine gravierende Schwächung – aber das weiß jeder.

So, nun noch schnell in eigener Sache: Morgen sind „Scholle“ und ich wieder im Block House Eidelstedt, um von dort „Matz ab live“ zu senden. Gäste sind herzlich willkommen, unsere eingeladenen Gäste sind diesmal der frühere HSV-Profi (und Nationalspieler) Klaus Zaczyk sowie der ehemalige HSV-Torwart Jürgen Stars. Wäre toll, wenn ihr wieder mit von der Partie sein würdet.

17.11 Uhr

Van der Vaart und das Salz in der Cola

25. April 2013

Den Spruch hat inzwischen wohl jeder schon gehört: „Wenn der FC Bayern die beste Mannschaft der Welt mal eben mit 4:0 wegdonnert, dann relativiert sich das 2:9 des HSV aber ganz, ganz gewaltig.“ Stimmt. Aber wie verhält es sich eigentlich mit dem 4:1 von Borussia Dortmund gegen Real Madrid? Hat nicht der HSV den BVB, der mal eben die „Königlichen“ „weggefiedelt“ hat, in dieser Saison gleich zweimal besiegt und dafür gesorgt, dass alle Schwarz-Gelben mit gesenkten Häuptern in der Kabine verschwanden? Und relativiert sich das denn auch? Einmal 3:2, einmal – in Dortmund – 4:1? Mal sehen. Mal sehen, wie sich das jetzt in Gelsenkirchen anlässt. Es sind nur noch vier Spiele, die der HSV in dieser Bundesliga-Saison bestreiten muss, das auf Schalke scheint im Moment das wichtigste zu sein. Es geht ja nicht nur um das „einfache Europa“, es geht um mehr. Und für Rafael van der Vaart ist sogar das Erreichen der Champions-League-Qualifikation kein völlig utopisches Ziel. „Wenn wir am Sonntag bei Schalke 04 gewinnen sollten, darf man ein bisschen daran denken“, sagte der HSV-Kapitän, fügte aber auch gleich warnend hinzu: „Dafür müssen wir natürlich deutlich besser spielen als zuletzt.“

Heute im Training war das schon mal gut. Vielleicht sogar sehr gut. Es ging im Abschlussspielchen mächtig zur Sache. Gerade so, als wisse nun jeder Spieler ganz genau, um was es jetzt geht. Das Spiel zwischen A und B war temporeich, aggressiv und rassig. Da hatte kein Spieler auch nur eine Sekunde Zeit, sich am Ball auszuruhen. Das sah wirklich gut aus. Wobei Thorsten Fink zwei Wechsel zur Halbzeit vornahm: Heung Min Son ging von A nach B, Artjoms Rudnevs ging von B nach A. Und dazu wechselte Dennis Aogo von A nach B, für ihn kam Tomas Rincon von B nach A. Das bedeutete, dass sich der Trainer auf jeden Fall noch etwas offen lassen möchte – bis Sonnabend.

Im Moment scheint es aber so (für mich) zu sein, dass vorne Son beginnen und Rudnevs auf der Bank sitzen wird, und auf der „Sechs“ werden Tolgay Arslan (für den – wohl – verletzt ausfallenden Milan Badelj) und Aogo zum Einsatz kommen – „Reserve“ ist Rincon. Wenn ich die Gedanken des Trainers denn richtig lesen kann . . . Hinten rechts wird dazu, daran ändert sich nichts, Jacopo Sala spielen (für den gesperrten Dennis Diekmeier). Wobei mich schon ein wenig wundert, dass Jeffrey Bruma dann doch so überhaupt keine Chance mehr hat – und auch bekommt. In der Not, so heißt es doch, frisst der Teufel Fliegen, aber Bruma scheint beim HSV nicht nur ein Auslaufmodell zu sein, er wird auch als ein solches behandelt. Knallhart. Die Zeiten ändern sich. Ich habe zudem das Gefühl, dass Thorsten Fink tatsächlich härter auftritt – auf jeden Fall, so behaupte ich, anders als noch vor ein paar Wochen. Aber, das fällt mir just beim Schreiben dieser Zeilen ein, genau das habe ich gemeint, als ich bei „Sky 90“ vor Wochen, einen Tag nach dem 2:9 von und in München, auf die Frage von Moderator Patrick Wasserziehr („Wird der HSV daraus seine Lehren ziehen?“) gesagt habe: „Vor allen Thorsten Fink wird aus diesem Debakel lernen und seine Schlüsse ziehen . . .“ Hat er – in meinen Augen jedenfalls.

Und in diesem Zusammenhang fällt mir immer wieder das Wort „Penner“ ein. Gebrüllt vom Trainer am vergangenen Freitag, gemeint war die Mannschaft. So etwas gab es in dieser Woche (bislang) noch nicht. Fink: „Wenn ich aber merke, dass die Mannschaft nachlässt, dann werde ich sicherlich wieder etwas sagen, wenn sie nicht nachlässt, dann werde ich auch nichts erfinden. Ich bin aber auch der Meinung, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist, wenn sie jedoch mal einen Impuls braucht, dann werde ich ihr diesen auch geben.“ Fink sagte auch: „Wir haben noch vier Spiele, da muss man schon noch vorsichtig sein und aufpassen, dass es jetzt nicht wieder anders herum geht, aber ich denke mit nun 44 Punkten und noch vier Spielen ist das schon gut gelaufen.“

Kurz noch einmal zum heutigen Training zurück. Einige gute, vielleicht auch sehr gute Szenen hatte Gojko Kacar, aber richtig beeindruckt war ich vor allen Dingen von Heung Min So. Der Junge, das stelle ich immer wieder fest, hat viel, nein, er hat sehr viel gelernt beim HSV. Er war heute auch im Spiel Mann gegen Mann, im Dribbling, richtig stark. Sodas ich mir während dieser „Vorstellung“ gedacht habe: „Es ist doch alles Quatsch, wenn da Hinz und Kunz immer wieder sagen, dass Son noch so jung sei, dass ihm noch einige Jahre beim HSV sehr gut tun würden, weil er so in der Bundesliga lernen und zu einem fertigen Spieler werden kann. Das ist, um es noch einmal zu sagen, Quatsch. Er hat jetzt schon viel gelernt, und ich bin davon überzeugt, dass er das auch bei einem Spitzen-Club – wie zum Beispiel Borussia Dortmund – zeigen würde.

Denkt doch bitte einmal kurz zurück, ich sprach mit einigen Kollegen heute vor der Pressekonferenz darüber, wie es damals mit Hasan Salihamidzic war. Als der 1998 vom FC Bayern gekauft wurde, war er gerade mal 21 Jahre alt. Und was hat ihm hier jeder in Hamburg prophezeit? Genau: „Der wird dort niemals zum Einsatz kommen, geschweige denn Stammspieler. Der überschätzt sich maßlos – und wird auch maßlos überschätzt.“ Und? Wie kam es? Salihamidzic mischte erst München, dann die Bundesliga und später auch Europa auf. Wie oft hat er allein Real Madrid aufgemischt? Nun gut, das ist, wie Dortmund zeigt, ja auch keine große Kunst mehr . . . Nein, nein, ein Scherz. Das war ein Scherz.

Und noch einmal kurz zum heutigen HSV-Training zurück. Zum Schluss wurde „geballert“. Jeder der wollte, der durfte auch mal. Oder mehrfach. Im Tor standen sie alle, die das können – wobei ich einmal mehr von Sven Neuhaus begeistert war. Wie er fliegt, wie er sich reinhängt, obwohl er am Sonntag wieder nur daheim vor dem Fernseher sitzen wird – das ist schon erste Sahne. Toll. Und vorbildlich. Aber darüber wollte ich gar nicht groß berichten. Es gab da einen Zweikampf, der verbissen geführt wurde. Tolgay Arslan und Rafael van der Vaart zählten jeden Treffer, das war ein richtig hartes Duell. Und das endete dann auch noch mit einem Unentschieden. Deshalb musste ein Elfmeterschießen entscheiden. Jeder nur einen Schuss. Der „kleine Engel“ drosch den Ball weit und hoch über das Tor, die Kugel suchen sie morgen noch. Dann Arslan. Als er anlief (gegen Neuhaus), schoss – zum Zwecke der Störung – van der Vaart einen zweiten Ball quer. Wie unfair! Arslan beschwert sich, lief noch einmal an – und verwandelte. Daraufhin ging er in die Knie und hob laut jubelnd seine Arme in die Luft: Sieg.

Und dann sprachen sich die beiden Kontrahenten ab. Was genau, war nicht zu hören. Es ging aber darum: Der Verlierer musste dem Sieger eine Cola mit Zitrone und Eis auf den Umkleideplatz in der Kabine stellen. Und? Hat „Rafa“ das gemacht? Ja. Sagte er. Aber ohne Zitrone und Eis. Dafür war ein wenig Salz in diesem Frei-Getränk. Die Niederländer freute sich diebisch: „Ali hat getrunken und alles sofort wieder ausgespuckt . . .“ Es war dann doch wohl eher ein Pyrrhus-Sieg. Und, um das auch noch zu sagen: Das Schuss-Duell zwischen Arslan und van der Vaart wurde zwar verbissen geführt, aber trotz allem fair und stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Was davon zeugt, dass man sich im Moment (nach zwei Siegen) und mit einem neuen Kapitän bestens versteht.

Schnell noch zu einem ganz, ganz anderen Thema. Ich schreibe ja heute zum ersten Mal in dieser Woche, mir brannte in dieser Zeit immer noch die Seite 62 des HSV-live-Magazins unter den Nägeln. Da hatte sich der ehemalige Aufsichtsrats-Chef Udo Bandow mit einem Leserbrief an den HSV zu Wort gemeldet. Ich fand diese Zeilen schon sehr bemerkenswert, doch irgendwie schienen sie mir doch ein wenig untergegangen zu sein. Und weil ich denke, dass dieser Brief eine größere Aufmerksamkeit verdient (gehabt hätte), möchte ich ihn hier noch einmal veröffentlichen – mit Genehmigung von Udo Bandow.

Liebe Sportfreunde, mit großem Interesse habe ich den Bericht des Aufsichtsrates über seine Arbeit gelesen. Ich stimme ihm voll zu, dass die wirtschaftliche Konsolidierung unseres Vereins höchste Priorität hat. In der Tat hat sich die wirtschaftliche Situation des HSVin den letzten drei bis vier Jahren dramatisch verschlechtert. Ich befürchte, dass der nicht durch Vermögensanlagen gedeckte Fehlbetrag in der laufenden Saison durch die Abschreibungen auf die teuren Neuverpflichtungen auf 20 Millionen Euro ansteigen wird.
Nicht nachvollziehen kann ich die Formulierung: „Oberste Prämisse sei dabei, eine sportliche Nachhaltigkeit zu garantieren und nicht die Substanz der Mannschaft entscheidend zu schwächen; es sollen nicht die gleichen Fehler wie in der Vergangenheit gemacht werden.“
Der Aufsichtsrat sollte sich hier keinen Illusionen hingeben. Wenn wir wieder einen Kader haben, der international Interesse erweckt, was zurzeit leider nicht der Fall ist, wird der Aufsichtsrat ähnlich entscheiden wie er es in anderer Zusammensetzung in der Vergangenheit getan hat. Wenn Spieler Offerten bekommen von Vereinen wie zum Beispiel Bayern München, Real Madrid oder Manchester-Vereinen, dann sind sie nicht zu halten, da sich nicht nur ihre Bezüge kräftig erhöhen, sondern sie auch die Garantie der permanenten Teilnahme in der Champions League haben, was ihre Position in den Nationalmannschaften nachhaltig stärkt.
Entscheidend ist dabei, die ausscheidenden Spieler durch qualitativ gleichwertige, jüngere und finanziell günstigere zu ersetzen. Dies ist bis zur Trennung von Dietmar Beiersdorfer recht gut gelungen.
Ich nenne als Beispiels für jüngere Spieler, die Abgänge ersetzt und später ebenfalls hohe Transfergewinne erbracht haben, nur einige Namen:
Tomas Ujfalusi, Khalid Boulahrouz, Daniel van Buyten, Rafael van der Vaart, Vincent Kompany, Nigel de Jong, Jerome Boateng und Joris Mathijsen.
Ich hoffe, dass dies bei ähnlicher Konstellation auch in Zukunft gelingen möge.
Ihr Udo Bandow.

Ich habe mit Udo Bandow über diesen Brief gesprochen, er wollte aber nicht mehr ins Detail gehen – was ich verstehe. Er sagte nur noch: „Ich werde dazu keine weiteren Kommentare abgeben, es steht alles drin, es ist alles gesagt.“
Was natürlich auch stimmt, dennoch hätte ich gerne noch etwas „mehr“ gehört. Aber man kann ja auch zwischen den Zeilen lesen . . .

PS: Am Freitag wird um 10 Uhr im Volkspark geübt.

18.53 Uhr

Nächste Einträge »