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Vor dem Spiel gegen Vitesse

10. Januar 2014

Kleine Ergänzung gleich zu Beginn:
“Scholle” hat mir diesen Link geschickt, da soll es möglich sein, HSV gegen Vitesse zu sehen.Ich hoffe mit Euch . . .

http://www.youtube.com/user/bundesliga

Nun hat es auch noch Jonathan Tah erwischt. Der Innenverteidiger des HSV hat sich eine Grippe „zugelegt“ und fällt für das heutige Testspiel gegen Vitesse Arnheim – auch noch – aus. Das kann ja heiter werden. Mit einer neuen Innenverteidigung, die aus Michael Mancienne und Lasse Sobiech bestehen könnte. Irgendwann könnte dann auch erstmalig wieder Slobodan Rajkovic eingewechselt werden, was gar nicht so verkehrt wäre, denn der Serbe könnte somit wieder einmal ein wenig Eigenwerbung betreiben. Der kantige Abwehrspieler soll ja den HSV bereits seit längerer Zeit verlassen, was allerdings nicht klappte, und zuletzt hinderte eine Verletzung daran, sich in die Wunschliste eines Vereins zu spielen. Nun aber könnte es noch klappen, und irgendwie soll Hertha BSC Interesse haben. Wäre ja schön, wenn der HSV noch einmal einen Spielern von der Gehaltsliste bekommen würde . . .

Wegen der Finanzen. Ich habe gestern und heute jede Menge Gespräche führen dürfen, in denen es nur um einen Mann ging: Artjoms Rudnevs. Drei HSV-„Altmeister“ teilten mir per Telefon ihr Entsetzen und Enttäuschung darüber mit, dass der Lette zu Hannover 96 gehen durfte – oder musste. Ich konnte alle „beruhigen“, erzählte ihnen, dass der HSV nicht „total bekloppt“ ist, sondern nur dem Gesetz der Finanzen gehorchen müsse. Was verkauft werden muss, das muss nun einmal verkauft oder verscherbelt werden. Denn der HSV hat, ich kann es nur immer wieder sagen, kein Geld mehr. Auch wenn es in diesem HSV ja noch immer Leute geben soll, die öffentlich verkünden, dass sie es nicht mehr hören können, dass der HSV, ihr HSV, „klamm“ sei. Aber ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, auch jene Geister werden es eines fernen Tages noch begreifen (lernen).

Dass Bert van Marwijk nun einen Ersatz für Rudnevs haben will, es auch via Hamburger Zeitungen lanciert, ist sein gutes Recht, aber der Trainer selbst hat ja gesagt, dass er den HSV jetzt jeden Tag besser kennenlernt, bis zu den Finanzen ist es vielleicht jetzt nicht mehr ganz so weit, sodass er dann besser Bescheid weiß. Sollte, und da drücke ich dem Niederländer fest die Daumen, jetzt doch – und wider Erwarten – der eine oder andere Spieler noch veräußert werden können, so ist vielleicht ein neuer Stürmer nicht unmöglich. Ich denke da aber eher an einen Mann aus Liga zwei oder drei . . . Die sollen ja noch relativ billig zu haben sein. Allerdings, bei der Vergangenheit des HSV, ist zu befürchten, dass auch für solche Männer aus unteren Ligen in Hamburg ganz gerne mal einige Millionen hingeblättert werden. Schon aus traditionellen Gründen heraus. Schließlich hat der HSV da einen (guten?) Ruf zu verteidigen.

Ich wurde übrigens oft gefragt (auch von HSV-Fans, nicht nur von „Altmeistern“), wieso Rudnevs letztlich beim HSV gescheitert ist? Ich weiß auch keine Einzelheiten, ich reime mir das aber so zusammen: Als Sportchef Frank Arnesen seinen Job beim HSV antrat, wollte er schon Rudnevs mitbringen – oder holen. Das klappte aus finanziellen Gründen erst einmal nicht, als dann Thorsten Fink HSV-Trainer wurde, hätte es klappen können, aber der Coach, so hieß es damals, war nicht so begeistert von den Qualitäten des lettischen Torjägers. Mit anderen Worten, er wollte nicht so recht. Als Rudnevs dann da war und seine technischen Qualitäten im Training unter Beweis stellte, fühlte sich Fink erst einmal bestätigt. Er ließ mehrfach in der Woche Einzeltraining (vornehmlich Fußballtennis) mit Rudnevs durchführen – und Artjoms Rudnevs „kam“. Ganz groß heraus. Er legte zu, er kämpfte, er biss, er schoss Tore – alle hatten Rudnevs plötzlich ganz lieb.

Dann aber ging Arnesen, oder besser, er musste gehen, und plötzlich fehlte der Fürsprecher. Rudnevs geriet auf die Ersatzbank und mehr und mehr auch ins Abseits. Was ich als wirklich schade empfand, das sage ich ehrlich, denn auch ich lag ja zunächst voll auf der Finkschen Linie (und habe dafür mächtig auf die Mütze bekommen!). Auch ich war vom Können des Lettens nicht überzeugt. Aber er kam dann ja doch noch, was ich nie so erwartet hatte. Man kann sich ja mal täuschen. Als aber Arnesen weg war, trat automatisch wieder der ursprüngliche Zustand wieder ein – als Bank oder ganz draußen. Und so verlor Rudnevs den Anschluss und die Form – weg war er. Oder: weg ist er. Und einer der HSV-„Altmeister“ hat jetzt schon mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen prophezeit: „Da kannst du doch die Uhr danach stellen, dass der im nächsten Spiel von Hannover 96 gegen den HSV den Ball im Hamburger Tor unterbringen wird – mindestens einmal . . .“ Ich habe nicht dagegen gehalten.

Heute von 18.30 Uhr an, gegen Vitesse Arnheim, wird nun schon mal der Ernstfall geprobt: Der HSV ohne Pierre-Michel Lasogga – und ohne Stürmer. Bert van Marwijk wird wohl mit einem 4:2:4 beginnen. Rechts Maximilian Beister, links Jacques Zoua, in der Mitte Rafael van der Vaart und Hakan Calhanoglu. Spanisch also kommt der HSV dem niederländischen (Überraschungs-)Tabellenzweiten – der punktgleich mit dem Spitzenreiter Ajax Amsterdam ist.

So, nachher werde ich mich nach dem Spiel noch einmal melden.
Zum Thema Rudnevs stellte heute die Agentur SID noch folgenden Text frei:

Nach Rudnevs-Abgang: HSV-Trainer van Marwijk fordert neuen Stürmer

Abu Dhabi/Hamburg, 10. Januar (SID) – Trainer Bert van Marwijk (61) vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV fordert nach dem Abgang von Artjoms Rudnevs zum Ligakonkurrenten Hannover 96 einen neuen Stürmer. „Ich gehe davon aus, dass wir einen neuen Spieler bekommen. Wenn du zwei Stürmer hast und einer geht, ist das zu wenig“, sagte der frühere niederländische Bondscoach im Trainingslager in Abu Dhabi Hamburger Medien: „Man kann sagen, dass ein neuer Spieler die Bedingung von mir dafür war, dass wir Rudnevs gehen lassen.“
Die klammen Hanseaten leihen Rudnevs für eine kolportierte Leihgebühr von rund einer halben Million Euro bis zum Sommer an die 96er aus, anschließend sollen die Niedersachsen eine Kaufoption für den lettischen Nationalspieler besitzen. In der Bundesliga-Hinrunde war der 25-Jährige lediglich auf 180 Minuten Einsatzzeit gekommen.

Dann gab es bei den Agentur-Meldungen noch dieses Fundstück, das mich ein wenig inspirierte:

Nicht uneingeschränkt zufrieden ist Herbert Fandel, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), mit den Referees der drei Profiligen im bisherigen Verlauf der Saison. „Es gab viele Leistungen, Leitungen und Entwicklungen, die sehr positiv waren. Aber insgesamt können wir nicht zufrieden sein“, sagte der 49-Jährige bei DFB.de.

Grund zur Kritik gibt es aus Sicht von Fandel, „weil es einige ungewöhnliche und selten zu sehenden Einzelfehler gab, die in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerieten. Allerdings bieten diese Fehler wenige Möglichkeiten zur Lehrarbeit, und ich bin mir sicher, dass sie auch nichts mit der grundsätzlich hohen Qualität unserer Schiedsrichter zu tun haben.“

Zur den spektakulären Fehlentscheidungen gehörte das „Phantomtor“ von Stefan Kießling beim Gastspiel von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim (2:1). „An meiner großen Wertschätzung hat sich nichts geändert: Felix Brych gehört für mich zu den weltbesten Schiedsrichtern“, betonte Fandel, der zugleich eine positiven Aspekt hervorhob: „Wenn es sich um klare und eindeutige Fehler handelt, muss ein Spitzenschiedsrichter zu seinem Fehler stehen und sich zu ihm zu bekennen. Das wurde in der Hinrunde in vorbildlicher Weise gemacht.“ Dieses Verhalten trage im Übrigen sehr zur Akzeptanz und Autorität der Schiedsrichter bei.

Kritik übte Fandel an der Art der Kommunikation der Trainer mit dem Vierten Offiziellen, aber auch den Schiedsrichtern. „Dadurch, dass einzelne Entscheidungen medial sehr stark in den Mittelpunkt gerieten, haben einzelne Trainer, Manager und auch Spieler die Möglichkeit genutzt, von eigenen Fehlern abzulenken und die Schiedsrichter auch öffentlich zu attackieren. Diese Entwicklung sehe ich mit Sorge“, so der Schiedsrichter-Chef.

Bei den jüngsten Entwicklungen zeigte sich Fandel, der das Interview zusammen mit Hellmut Krug, dem Schiedsrichter-Experten der Deutschen Fußball Liga (DFL), und DFB-Schiedsrichter-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich führte, irritiert von der Einführung des Freistoß-Sprays bei der Klub-WM Ende Dezember. Er könne den Sinn nicht erkennen und sehe aus unserer fachlichen Sicht keine Notwendigkeit, dies in Deutschland einzusetzen. Es existiere kein Problem mit der Mauerstellung. Ein starker Schiedsrichter würde die korrekte Stellung der Mauer immer mit seiner Persönlichkeit durchsetzen können.

Insgesamt machten die drei ehemaligen Bundesliga-Referees jedoch auch vielversprechende Trends aus. Positiv sah Fröhlich die Auslegung der neuen Abseitsregel, mit der es kaum Probleme gab. „Die Auslegung gelang ganz überwiegend mit Augenmaß, auch durch die Aufarbeitung der Spielsituationen über das wöchentliche Videoportal und über die Stützpunkte“, äußerte er.

Krug freute es besonders, „dass sich einige junge Schiedsrichter in erfreulicher Weise entwickelt haben. Diesen Schiedsrichtern fehlt es, wie kaum anders zu erwarten, noch an der notwendigen Stabilität“. Und Fröhlich sieht insgesamt „unseren ’Nachwuchs’ sehr positiv“.

So, wie geschrieben, dieser Beitrag inspirierte mich. Nicht wegen der Fehler, die es gab, sondern wegen des Freistoß-Sprays. Ein starker Schiedsrichter, so hieß es da, würde die korrekte Stellung der Mauer immer mit seiner Persönlichkeit durchsetzen können. Dazu möchte ich feststellen:
Können, ja, aber will er es auch immer? Genau da habe ich meine großen Zweifel. Letzte Minute in einem Bundesliga-Spiel, es kocht in einem Stadion, 2:2 – und dann Freistoß gegen die Heimmannschaft. Der Ball liegt, die Mauer dribbelt wie üblich nach vorne. Gelegentlich schreitet der Schiedsrichter ein, aber lange, lange nicht immer. Und das wird oft genug so beobachtet und gesehen. Und es wurde bislang auch oft genug gesehen, dass es nicht immer moniert und auch korrigiert wurde. Weil es sonst noch viel, viel mehr in diesem Stadion kochen würde . . . Deswegen wäre ich schon für das Spray, denn dann können es alle sehen, wo die Mauer tatsächlich stehen sollte . . .

Ganz zum Schluss, auch das muss ich noch einmal loswerden:
Münchens Manuel Neuer ist Welttorhüter 2013. Ob jetzt auch jene Bayern-Fans jubeln, die ihn einst über Wochen und Monaten (vor seiner Verpflichtung) zum Teufel wünschten? Und ob diese Bayern-Fans ihn auch jetzt immer noch weghaben wollen?
Das habe ich mich schon gefragt, als ich diese (gute) Nachricht vernahm. Und an Heiko Westermann gedacht, den der eigene (HSV-)Anhang ja auch einst bei jeder Ballberührung im eigenen Stadion auspfiff. Aber da gibt es ja vielleicht auch demnächst eine Kehrtwendung, wenn ein jeder HSV-Fan mal in seinem stillen Kämmerlein rückwirkend betrachtet hat, wie sehr Westermann in den letzten Spielen, die sämtlich schwach waren, gefehlt hat . . .

Und jetzt wirklich ganz, ganz zum Schluss:

Am 30. Dezember 2013 schon schrieb Lars Pegelow bei „Matz ab“ von den fast 100 Millionen Euro „Miesen“ des HSV. Ist nachzulesen. Weit vor allen Hamburger Zeitungen hatten wir es – aber ein Sturm der Entrüstung setzte sich erst in Bewegung, als es in dieser Woche in den hiesigen Gazetten zu lesen war. Schade. Aber wir werden daran arbeiten, dass das noch besser wird.

So, nun wirklich Ende der Durchsage, bis nachher, dann melde ich mich nach dem Schlusspfiff in Abu Dhabi.

15.08 Uhr

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